[0001] Die Erfindung betrifft eine Gießform bzw. ein Gießwerkzeug zur Herstellung eines
metallischen Gussteils, welches einen hohlzylindrischen Bereich mit einer zylindrischen
Innenkontur aufweist. Weiterhin betrifft die Erfindung die Verwendung einer solchen
Gießform.
[0002] Eine Gießform ist eine zumeist metallische (wiederverwendbare) Dauerform für die
Herstellung von Guss(bau)teilen. Eine Gießform weist hierzu einen mit Schmelze bzw.
flüssigem Metall befüllbaren Formhohlraum auf, der das Gussteil abbildet. Im Gussteil
vorgesehene Hohl- bzw. Innenkonturen können mithilfe von unbeweglichen Kernen oder
bewegbaren Schiebern abgebildet werden. Um nach dem Erstarren der Schmelze das hergestellte
Gussteil entformen zu können, ist eine Gießform mehrteilig aufgebaut und besteht z.
B. aus einer feststehenden und einer beweglichen Formhälfte. Ferner sind sogenannte
Formschrägen erforderlich, um das Gussteil auszuheben zu können. Solche Formschrägen
sind ebenfalls an Kernen (sofern es sich um wiederverwendbare Dauerkerne handelt)
oder an Schiebern vorzusehen. Formschrägen führen am Gussteil jedoch zu Aufmaßen.
Diese Aufmaße müssen dann bei der Gussteilnachbearbeitung entfernt werden (dies geschieht
zumeist durch spanende Bearbeitung), was aufwändig ist und mit hohem Materialverbrauch
einhergeht. Ferner können solche Aufmaße auch zu hohen Wanddicken führen, sodass eine
erhöhte Gefahr für Fehlstellen (z. B. Schwindungslunker und Gaseinschlüsse) besteht.
[0003] In der nächstliegenden
DE 10 2015 220 980 A1 ist eine Gussform zur Herstellung metallischer Gussbauteile beschrieben. Die Gussform
weist einen Formhohlraum (Kavität) auf. Die Gussform weist ferner wenigstens einen
mehrteiligen Schieber zur Ausbildung einer Innenkontur (Hinterschnitt) in den Gussbauteilen
auf. Der Schieber ist zweiteilig mit einem ersten Teilschieber und einem zweiten Teilschieber
ausgebildet. Die Teilschieber sind beim Zurückziehen separat, d. h. getrennt voneinander,
mit gegensätzlichen Schrägrichtungen bewegbar, sodass Ausziehschrägen bzw. Formschrägen
nicht erforderlich sind. Ferner sind der erste Teilschieber und der zweite Teilschieber
mit korrespondierenden Schrägflächen ausgebildet, auf denen die Teilschieber beim
Zurückziehen gegeneinander abgleiten können. Für das Kunststoffspritzgießen sind Spritzgießwerkzeuge
mit mehrteiligen Kernen zur Abbildung von Innenkonturen bzw. Hinterschnitten bekannt,
die einen zentral angeordneten Dorn oder dergleichen und um den Dorn herum angeordnete
Kernsegmente aufweisen, wobei die Kernsegmente durch Längsverschieben des Dorns quer
zur Bewegungsrichtung des Dorns verschiebbar sind. Zum diesbezüglichen Stand der Technik
wird auf die
US 4,541,605 A,
[0004] DE 10 2011 011 784 A1,
US 4,286,766 A,
US 5,403,179 A,
US 4,362,291 A,
DE 26 19 064 A1, und
US 4,731,014 A verwiesen.
[0005] Ausgehend von der
DE 10 2015 220 980 A1 liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine weitere (das heißt alternative) vorteilhafte
Gießform zur Herstellung eines metallischen Gussteils anzugeben, die wenigstens einen
Kern ohne übliche Ausziehschrägen aufweist.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch die erfindungsgemäße Gießform des Patentanspruchs 1.
D. h., mit der Erfindung steht nun eine weitere, besonders vorteilhafte Gießform mit
den im Patentanspruch 1 genannten Merkmalen zur Verfügung, die wenigstens einen Kern
ohne die sonst üblichen Formschrägen bzw. Ausziehschrägen aufweist. Vorteilhafte Weiterbildungen
der erfindungsgemäßen Gießform ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Erfindungsbeschreibung sowie auch aus den Figuren.
[0007] Die erfindungsgemäße Gießform bzw. Gussform zur Herstellung eines metallischen Gussteils,
welches einen hohlzylindrischen Bereich mit einer zylindrischen Innenkontur aufweist,
umfasst:
- einen Formhohlraum, der den Abmessungen des (herzustellenden) Gussteils entspricht;
und
- wenigstens einen zumindest teilweise im Formhohlraum angeordneten bzw. in den Formhohlraum
hineinreichenden Kern zur Abbildung der Innenkontur, wobei dieser Kern kein loser
Kern, sondern ein (baulicher) Bestandteil bzw. Werkzeugteil der Gießform ist. Erfindungsgemäß
ist vorgesehen, dass der Kern mehrteilig ausgebildet ist und mehrere bewegliche Kernsegmente
sowie einen längsverschieblich zwischen den Kernsegmenten angeordneten Dorn aufweist,
wobei die Kernsegmente beim Längsverschieben des Dorns quer zur Bewegungsrichtung
des Dorns bewegt bzw. verschoben werden und durch Ausfahren des Dorns in eine Gießstellung
bringbar sind und durch Einfahren des Dorns in eine Entformungsstellung bringbar sind.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Gießform (Gießwerkzeug) handelt es sich insbesondere um
eine Kokille zum Kokillengießen oder um eine Druckgieß- bzw. Druckgussform zum Druckgießen
von Metallen, insbesondere Leichtmetallen. Die Erfindung ist aber auch für andere
Metallgießverfahren geeignet, bei denen Dauerformen eingesetzt werden.
[0009] Sowohl der Dorn als auch die Kernsegmente sind Bestandteile der Gießform und bilden
einen Dauerkern. Der Dorn ist in seiner Längs- bzw. Axialrichtung verschiebbar und
kann mithilfe eines geeigneten Antriebs ausgefahren und eingefahren werden, was vergleichsweise
einfach zu bewerkstelligen ist. Beim Ausfahren wird der Dorn in Richtung des Formhohlraums
vorbewegt bzw. vorgedrückt. Beim Einfahren wird der Dorn in die entgegengesetzte Richtung
(d. h. aus dem Formhohlraum heraus) zurückbewegt bzw. zurückgezogen. Beim Ausfahren
des Dorns werden die Kernsegmente quer, insbesondere im Wesentlichen senkrecht, zur
Bewegungsrichtung des Dorns nach außen bewegt und nehmen eine Gießstellung bzw. Gießposition
ein. Der Kern wird dabei quasi aufgeweitet und nimmt die Gestalt der abzubildenden
Innenkontur an. Beim Einfahren des Dorns werden die Kernsegmente quer zur Bewegungsrichtung
des Dorns nach innen bewegt und nehmen eine Entformungsstellung bzw. Entformungsposition
ein, wobei sich der Kern quasi im Querschnitt verkleinert bzw. verengt und ohne Formschrägen
bzw. Zugschrägen ein Entformen des hergestellten Gussteils ermöglicht wird. Für die
Innenkontur sind somit nur geringe Bearbeitungsaufmaße erforderlich, wodurch einerseits
der Nachbearbeitungsaufwand reduziert sowie der Materialverbrauch gesenkt und andererseits
die Gefahr für Fehlstellen verringert werden.
[0010] Der Dorn ist zentral angeordnet und die Kernsegmente sind um den Dorn herum angeordnet.
Dies ermöglicht einen kompakten Kernaufbau und gewährleistet eine effektive Funktion.
[0011] Der Dorn und die Kernsegmente sind mit komplementären Schrägflächen ausgebildet,
die einen Keilschiebermechanismus bilden. Keilschiebermechanismen sind in diversen
Ausführungen aus dem Werkzeugbau bekannt. Der Dorn kann bspw. einen konischen bzw.
kegelstumpfförmigen Abschnitt aufweisen, auf dem die mit entsprechenden Komplementärflächen
ausgebildeten Kernsegmente abgleiten können und dadurch quer zur Bewegungsrichtung
des Dorns verschoben werden. Die Kernsegmente können mittels Federn gegen den Dorn
vorgespannt sein. Die Federn, wobei es sich insbesondere um Druckfedern (Spiralfedern)
handelt, gewährleisten einen Berührungskontakt zwischen den Kernsegmenten und dem
Dorn und können zudem auch die Rückstellung (Rückholung) der Kernsegmente (in die
Entformungsstellung) bewirken. Die Rückstellung kann auch hydraulisch, pneumatisch
oder mechanisch (z. B. mittels Regenschirmmechanismus oder anderem geeigneten Gelenksystem)
erfolgen.
[0012] Bevorzugt sind die Kernsegmente mittels Nutführungen oder dergleichen bewegungsgeführt.
Die Kernsegmente können bspw. mittels eines oder mehrerer Nutensteine in dafür vorgesehenen
Nuten gelagert sein. Die Nutführungen können auch mit Endanschlägen, die die Bewegungen
der Kernsegmente begrenzen, ausgebildet sein.
[0013] Die Kernsegmente können Formelemente aufweisen, die die Abbildung einer hinterschnittigen
Innenkontur ermöglichen. Damit können bereits beim Gießen an der Innenkontur des Gussteils
Hinterschnitte erzeugt werden, die mit konventionellen Dauerkernen oder Schiebern
nicht mehr entformbar wären.
[0014] Es ist vorgesehen, dass das herzustellende Gussteil einen hohlzylindrischen Bereich
aufweist, dessen zylindrische Innenkontur mit dem mehrteiligen Kern abgebildet wird,
wobei dieser Kern drei oder auch mehr bewegliche Kernsegmente aufweist und der Dorn
mit drei oder auch mehr Taschen ausgebildet ist, in denen diese Kernsegmente querbeweglich
angeordnet sind. Außerdem weist der Dorn drei oder auch mehr sich radial erstreckende
Stege bzw. Radialstege auf, die sich (in Längs- und Radialrichtung) zwischen den Taschen
erstrecken, wobei die (radialen) Außenflächen dieser Radialstege zusammen mit den
(radialen) Außenflächen der in Gießstellung befindlichen Kernsegmente die abzubildende
Innenkontur vorgeben bzw. definieren. Die (radialen) Außenflächen der Radialstege
sind bevorzugt mit Zugschrägen ausgebildet, damit der Dorn einfacher eingefahren bzw.
zurückgezogen werden kann.
[0015] Die erfindungsgemäße Gießform wird bevorzugt zur Herstellung eines Statortopfs für
eine E-Maschine verwendet, wofür insbesondere eine Aluminium- oder Magnesiumgusslegierung
eingesetzt wird. Gleichwohl ist die Erfindung nicht hierauf beschränkt.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft und in nicht einschränkender Weise mit
Bezug auf die Figuren näher erläutert. Die in den schematischen und nicht-maßstabsgerechten
Figuren gezeigten und/oder nachfolgend erläuterten Merkmale können, auch unabhängig
von konkreten Merkmalskombinationen, allgemeine Merkmale der Erfindung sein und die
Erfindung entsprechend weiterbilden.
- Fig. 1
- zeigt in einer Schnittdarstellung eine erfindungsgemäße Druckgießform mit einem mehrteiligen
Kern, dessen Kernsegmente sich in ihren Gießstellungen befinden.
- Fig. 2
- zeigt eine Querschnittsdarstellung des zur Druckgießform der Fig. 1 gehörenden Kerns.
- Fig. 3
- zeigt die Druckgießform aus Fig. 1, wobei sich die Kernsegmente nun in ihren Entformungsstellungen
befinden.
- Fig. 4
- zeigt in einer perspektivischen Darstellung den zum Kern der Fig. 2 gehörenden Dorn.
[0017] Die in Fig. 1 gezeigte Druckgießform 100 weist eine untere, feststehende Formhälfte
110 und eine obere, bewegliche Formhälfte 120 auf. Die untere Formhälfte 110 ist mit
einem Formhohlraum 130 zur Herstellung eines ringzylindrischen Druckguss(bau)teils
200 ausgebildet. Die hohlzylindrische Innenkontur wird mithilfe eines nachfolgend
noch näher erläuterten Kerns 140 abgebildet, der den Hohlraum beim Druckgießen frei
von Schmelze halten soll. D. h., der Formhohlraum 130 wird von einer äußeren Kavitätswand
der unteren Formhälfte 110 und einer inneren Kavitätswand des Kerns 140 gebildet,
die zusammen mit den stirnseitigen Kavitätswänden die Gestalt bzw. Form des herzustellenden
Druckgussteils 200 definieren. Die stehende Ausrichtung ist nur beispielhaft. Ebenso
können die Formhälften 110, 120 auch mit einer vertikalen Teilung als rechte und linke
Formhälften ausgebildet sein.
[0018] Bei dem Druckgussteil 200 handelt es sich z. B. um einen dünnwandigen Statortopf
zur Aufnahme von Statorblechpaketen in einer E-Maschine für den Fahrantrieb (E-Antrieb)
eines Kraftfahrzeugs. Einerseits ist das Druckgussteil 200 in Bezug auf seinen Durchmesser
(z. B. > 200 mm) vergleichsweise dünnwandig (z. B. < 5 mm). Andererseits werden an
das Druckgussteil 200 hohe mechanische Anforderungen gestellt. Die üblicherweise vorzusehenden
Formschrägen an der äußeren Kavitätswand und an der inneren Kavitätswand führen abhängig
vom Schrägungswinkel zu hohen und ungleichen Wanddicken, wodurch eine erhöhte Gefahr
für Fehlstellen besteht.
[0019] Bei der erfindungsgemäßen Druckgießform 100 ist der Kern 140 mehrteilig ausgebildet
und weist mehrere querbewegliche Kernsegmente 146 sowie einen längs- bzw. axialverschieblich
zwischen diesen Kernsegmenten 146 angeordneten Dorn 141 auf. Der Dorn 141 ist, wie
aus Fig. 2 und Fig. 4 ersichtlich, mit drei gleichförmigen Taschen 145 ausgebildet,
in denen die identisch geformten Kernsegmente 146 angeordnet sind. Der Dorn 141 ist
ferner mit einem mittigen Konus bzw. Kegelstumpf 142 und drei davon in radialer Richtung
R abragenden Radialstegen 143, die sich flügelartig im Winkelabstand von ca. 120°
zwischen den Taschen 145 erstrecken, ausgebildet. Bevorzugt ist der Dorn 141 einstückig
gefertigt, wie in Fig. 4 gezeigt. Die Kernsegmente 146 liegen an ihren radialen Innenflächen
formschlüssig am Konus 142 an und sind hierzu mit komplementären Kegelmantelteilflächen
ausgebildet.
[0020] Beim Ausfahren des Dorns 141, wozu dieser wie in Fig. 1 veranschaulicht nach oben
bewegt wird, werden die Kernsegmente 146 mittels Keilschiebermechanismus (der Konus
142 wirkt wie ein Treibkeil) quer zur Bewegungsrichtung des Dorns 141 radial nach
außen bewegt (über die Neigung der aufeinander abgleitenden Schrägflächen können der
Verschiebeweg und ein Übersetzungsverhältnis eingestellt werden) und nehmen eine Gießstellung
ein, wobei die radialen Außenflächen 144 der Radialstege 143 gemeinsam mit den radialen
Außenflächen 147 der Kernsegmente 146 die abzubildende zylindrische Innenkontur definieren.
Ferner weisen die Kernsegmente 146 an ihren Außenflächen 147 Formelemente 148 (siehe
Fig. 1) zur Ausbildung hinterschnittiger Geometrien an der Innenkontur auf. Damit
können hinterschnittige Geometrien, wie z. B. eine Innenringnut für einen Sicherungsring
oder dergleichen, zumindest vorgegossen werden.
[0021] Nachdem der Formhohlraum 130 mit Schmelze befüllt ist, wird der Dorn 141, noch bevor
das Druckgussteil 200 seine Entformungstemperatur erreicht hat (um die Aufschrumpfkräfte
klein zu halten), eingefahren, wozu dieser, wie in Fig. 3 veranschaulicht, nach unten
zurückbewegt bzw. zurückgezogen wird. Dabei werden die Kernsegmente 146 quer zu Bewegungsrichtung
des Dorns 141 radial nach innen bewegt und nehmen ihre Entformungsstellung ein, wobei
sich zwischen den radialen Außenflächen 147 und der Innenkontur des Druckgussteils
200 ein Umfangsspalt S ausbildet (der Kern 200 hat also keinen Kontakt mehr mit dem
Druckgussteil 200), der ein einfaches Ausheben des Druckgussteils 200 ermöglicht.
(Das Druckgussteil 200 wird nach oben entformt.) Die Außenflächen 144 der Radialstege
143 sind mit Zugschrägen (z. B. 1° bis 3°) ausgebildet, bevorzugt über ihre gesamte
Länge, damit sich diese beim Zurückziehen des Dorns 141 vom Druckgussteil 200 ablösen
können. (Die Außenflächen 147 der Kernsegmente 146 sind ohne Form- bzw. Zugschrägen
ausgebildet.) An der äußeren Kavitätswand der unteren Formhälfte 110 können konventionelle
Formschrägen vorhanden sein. Die untere Formhälfte 110 kann zur Entformung auch mit
einer vertikalen Teilung ausgebildet sein, sodass überhaupt keine Formschrägen erforderlich
sind. Somit kann das ringzylindrische Druckgussteil 200 mit gleichmäßiger dünner Wanddicke
und nur geringen Bearbeitungsaufmaßen (z. B. < 1,5 mm) druckgegossen werden.
[0022] Wie vorausgehend erläutert, werden die Kernsegmente 146 durch Ausfahren des Dorns
141 quer zur Bewegungsachse L des Dorns 140 verschoben und in eine Gießstellung gebracht,
wie in Fig. 1 mit Pfeilen veranschaulicht. Durch Einfahren des Dorns 141 werden die
Kernsegmente 146 in eine Entformungsstellung gebracht bzw. rückgestellt, wie in Fig.
3 mit Pfeilen veranschaulicht. Die Kernsegmente 146 werden dabei nur in radialen Richtungen
R verschoben (im Gegensatz zu einem Schieber, der durch Ein- und Ausfahren vor- und
zurückbewegt wird). Eine radiale Bewegungsführung der Kernsegmente 146 erfolgt sowohl
durch die Radialstege 143 als auch mithilfe von Nutführungen. Die untere Formhälfte
110 ist hierzu mit Nuten 119 oder dergleichen ausgebildet, in denen die Kernsegmente
146 mittels Nutensteinen 149 oder dergleichen in radialer Richtung R beweglich gelagert
und in Umfangsrichtung sowie in axialer Richtung festgehalten sowie gegen Verdrehen
und Verkippen gesichert sind. Die Nutensteine 149 können an die Kernsegmente 146 angeschraubt
oder auch einstückig mit den Kernsegmenten 146 ausgebildet sein. In den Nuten 119
sind ferner Federn 150 angeordnet, die die Kernsegmente 146 gegen den Dorn 141 vorspannen
und die Rückstellung ermöglichen.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 100
- Gießform
- 110
- Formhälfte
- 119
- Nut
- 120
- Formhälfte
- 130
- Formhohlraum
- 140
- Kern
- 141
- Dorn
- 142
- Konus
- 143
- Radialsteg
- 144
- Außenfläche (am Radialsteg)
- 145
- Tasche
- 146
- Kernsegment
- 147
- Außenfläche (am Kernsegment)
- 148
- Formelement
- 149
- Nutenstein
- 150
- Feder
- 200
- Gussteil
- L
- Längsrichtung
- R
- Radialrichtung
- S
- Spalt
1. Gießform (100) zur Herstellung eines metallischen Gussteils (200), welches einen hohlzylindrischen
Bereich mit einer zylindrischen Innenkontur aufweist, mit:
- einem Formhohlraum (130), der den Abmessungen des Gussteils (200) entspricht; und
- wenigstens einem im Formhohlraum (130) angeordneten Kern (140) zur Abbildung der
Innenkontur, wobei dieser Kern (140) Bestandteil der Gießform (100) ist;
wobei der Kern (140) mehrteilig ausgebildet ist und mehrere bewegliche Kernsegmente
(146) sowie einen längsverschieblich zwischen den Kernsegmenten (146) angeordneten
Dorn (141) aufweist,
wobei der Dorn (141) zentral angeordnet ist und die Kernsegmente (146) um den Dorn
(141) herum angeordnet sind,
wobei der Dorn (141) und die Kernsegmente (146) mit komplementären Schrägflächen ausgebildet
sind, die einen Keilschiebermechanismus bilden,
wobei die Kernsegmente (146) beim Längsverschieben des Dorns (141) quer zur Bewegungsrichtung
des Dorns (141) verschoben werden und durch Ausfahren des Dorns (141) in eine Gießstellung
bringbar sind und durch Einfahren des Dorns (141) in eine Entformungsstellung bringbar
sind,
wobei der mehrteilige Kern (140), mit dem die Innenkontur abgebildet wird, drei oder
mehr bewegliche Kernsegmente (146) aufweist und der Dorn (141) mit drei oder mehr
Taschen (145) ausgebildet ist, in denen diese Kernsegmente (146) querbeweglich angeordnet
sind,
wobei der Dorn (141) auch drei oder mehr Radialstege (143) aufweist, die sich zwischen
den Taschen (145) erstrecken, wobei die Außenflächen (144) dieser Radialstege (143)
zusammen mit den Außenflächen (147) der in Gießstellung befindlichen Kernsegmente
(146) die abzubildende Innenkontur vorgeben.
2. Gießform (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kernsegmente (146) mittels Federn (150) gegen den Dorn (141) vorgespannt sind.
3. Gießform (100) nach einem der vorausgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kernsegmente (141) mittels Nutführungen (119, 149) bewegungsgeführt sind.
4. Gießform (100) nach einem der vorausgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kernsegmente (146) mit Formelementen (148) ausgebildet sind, die die Abbildung
einer hinterschnittigen Innenkontur ermöglichen.
5. Gießform (100) nach einem der vorausgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Außenflächen (144) der Radialstege (143) mit Zugschrägen ausgebildet sind.
6. Gießform (100) nach einem der vorausgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Dorn (141) einstückig gefertigt ist.
7. Verwendung einer Gießform (100) nach einem der vorausgehenden Ansprüche zur Herstellung
eines Statortopfs für eine E-Maschine.
1. Casting mould (100) for producing a metallic cast part (200) which has a hollow-cylindrical
region with a cylindrical inner contour, comprising:
- a mould cavity (130) which corresponds to the dimensions of the cast part (200);
and
- at least one core (140), which is arranged in the mould cavity (130), for mapping
of the inner contour, wherein this core (140) is a constituent part of the casting
mould (100);
wherein the core (140) is of multi-part form and has a plurality of movable core segments
(146) and a mandrel (141) which is arranged so as to be longitudinally displaceable
between the core segments (146),
wherein the mandrel (141) is arranged centrally and the core segments (146) are arranged
around the mandrel (141),
wherein the mandrel (141) and the core segments (146) are formed with complementary
oblique surfaces which form a wedge-type slide mechanism,
wherein, during the longitudinal displacement of the mandrel (141), the core segments
(146) are displaced transversely with respect to the movement direction of the mandrel
(141) and can be brought into a casting position by extending of the mandrel (141)
and can be brought into a demoulding position by retracting of the mandrel (141),
wherein the multi-part core (140), with which the inner contour is mapped, has three
or more movable core segments (146) and the mandrel (141) is formed with three or
more pockets (145) in which these core segments (146) are arranged in a transversely
movable manner,
wherein the mandrel (141) also has three or more radial webs (143) which extend between
the pockets (145), wherein the outer surfaces (144) of these radial webs (143) predefine,
together with the outer surfaces (147) of the core segments (146) in the casting position,
the inner contour to be mapped.
2. Casting mould (100) according to Claim 1, characterized in that
the core segments (146) are preloaded against the mandrel (141) by means of springs
(150).
3. Casting mould (100) according to either of the preceding claims,
characterized in that
the core segments (146) are guided in movement by means of groove guides (119, 149).
4. Casting mould (100) according to one of the preceding claims,
characterized in that
the core segments (146) are formed with mould elements (148) which allow an undercut
inner contour to be mapped.
5. Casting mould (100) according to one of the preceding claims,
characterized in that
the outer surfaces (144) of the radial webs (143) are formed with pull slopes.
6. Casting mould (100) according to one of the preceding claims,
characterized in that
the mandrel (141) is manufactured in one piece.
7. Use of a casting mould (100) according to one of the preceding claims for production
of a stator pot for an electric machine.
1. Moule de coulée (100) pour la fabrication d'une pièce coulée métallique (200), qui
présente une zone cylindrique creuse ayant un contour intérieur cylindrique, comprenant
:
- une cavité de moulage (130), qui correspond aux dimensions de la pièce coulée (200)
; et
- au moins un noyau (140) agencé dans la cavité de moulage (130) pour former le contour
intérieur, ce noyau (140) faisant partie intégrante du moule de coulée (100) ;
le noyau (140) étant réalisé en plusieurs parties et présentant plusieurs segments
de noyau mobiles (146) ainsi qu'un mandrin (141) agencé de manière à pouvoir coulisser
longitudinalement entre les segments de noyau (146),
le mandrin (141) étant agencé au centre et les segments de noyau (146) étant agencés
autour du mandrin (141),
le mandrin (141) et les segments de noyau (146) étant réalisés avec des surfaces obliques
complémentaires, qui forment un mécanisme de coulisseau à coin,
les segments de noyau (146) étant amenés à coulisser transversalement à la direction
de déplacement du mandrin (141) lors du coulissement longitudinal du mandrin (141)
et pouvant être amenés dans une position de coulée par sortie du mandrin (141) et
pouvant être amenés dans une position de démoulage par entrée du mandrin (141),
le noyau en plusieurs parties (140), avec lequel le contour intérieur est formé, présentant
trois segments de noyau mobiles (146) ou plus et le mandrin (141) étant réalisé avec
trois poches (145) ou plus, dans lesquelles ces segments de noyau (146) sont agencés
de manière transversalement mobile,
le mandrin (141) présentant également trois entretoises radiales (143) ou plus, qui
s'étendent entre les poches (145), les surfaces extérieures (144) de ces entretoises
radiales (143) définissant, conjointement avec les surfaces extérieures (147) des
segments de noyau (146) se trouvant dans la position de coulée, le contour intérieur
à former.
2. Moule de coulée (100) selon la revendication 1, caractérisé en ce que les segments de noyau (146) sont précontraints contre le mandrin (141) au moyen de
ressorts (150).
3. Moule de coulée (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les segments de noyau (146) sont guidés dans leur mouvement au moyen de guides à
rainure (119, 149).
4. Moule de coulée (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les segments de noyau (146) sont réalisés avec des éléments de moulage (148), qui
permettent la formation d'un contour intérieur en contre-dépouille.
5. Moule de coulée (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les surfaces extérieures (144) des entretoises radiales (143) sont réalisées avec
des biais de traction.
6. Moule de coulée (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le mandrin (141) est fabriqué en une seule pièce.
7. Utilisation d'un moule de coulée (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes
pour la fabrication d'un pot de stator pour une machine électrique.