[0001] Die Erfindung betrifft ein Tiefbauwerkzeug zum Anbau an eine Tiefbaumaschine mit
einem Trägergerät, mit mindestens einem Sensor zum Erfassen von Betriebsdaten an dem
Tiefbauwerkzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Tiefbauverfahren, bei dem eine Tiefbaumaschine
mit einem daran angebauten Tiefbauwerkzeug mit mindestens einem Sensor eingesetzt
wird, durch welchen Betriebsdaten im Einsatz des Tiefbauwerkzeugs erfassbar sind,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 11.
[0003] Eine Tiefbaumaschine mit einem Trägergerät und einem Drehbohrwerkzeug als Tiefbauwerkzeug
geht beispielsweise aus der
EP 3 392 449 B1 hervor.
[0004] Bei einem solchen Bohrgerät wird beispielsweise in der gattungsbildenden
EP 3 536 900 A1 gelehrt, dass an dem Tiefbauwerkzeug mindestens ein Sensor zur Messdatenerfassung
angebracht sein kann. Im konkreten Fall ist eine Schallmesseinrichtung an dem Tiefbauwerkzeug
vorgesehen.
[0005] Derartige Messeinrichtungen sind über das Bohrgestänge über eine Datenleitung oder
drahtlos mit einer Steuereinrichtung verbunden, welche außerhalb des Bodens an dem
Trägergerät angebracht ist. Üblicherweise befindet sich die Steuereinrichtung in oder
an der sogenannten Fahrerkabine.
[0006] Weiterhin ist es bekannt, die von den Sensoren erfassten Daten zusammen mit weiteren
Betriebsdaten der Tiefbaumaschine an eine zentrale Leitstelle zur Datenerfassung und
Datenauswertung zu übertragen. Auf diese Weise wird es möglich, nahezu in Echtzeit
den Zustand von Tiefbauarbeiten in einer Leitstelle zu erfassen und zu überwachen.
Abhängig von den so erfassten Betriebsdaten können Aussagen nicht nur zum Verlauf
der Bauarbeiten, sondern auch zu Einsatzart und Einsatzzeitdauer der Tiefbaumaschine
und des eingesetzten Tiefbauwerkzeuges getroffen werden.
[0007] Insbesondere bei eingesetzten Tiefbauwerkzeugen ist die Einsatzart und die Einsatzdauer
eine wichtige Information, um etwa eine bedarfsgerechte Wartung vorzusehen. Eine Wartung
kann beispielsweise einen Wechsel von Teilen, etwa Abtragszähnen oder notwendige Schmiermaßnahmen
umfassen.
[0008] Insbesondere auf größeren Baustellen ist es üblich, dass ein häufiger Wechsel eines
Tiefbauwerkzeuges erfolgt, welches dann an unterschiedlichen Tiefbaumaschinen angebaut
werden kann. Dabei können auch Tiefbauwerkzeuge oder Tiefbaumaschinen von unterschiedlichen
Herstellern zum Einsatz kommen, wodurch eine effiziente Datenübertragung von dem Tiefbauwerkzeug
zu der Tiefbaumaschine erschwert, beeinträchtigt oder teilweise sogar unmöglich wird.
Dies kann dazu führen, dass Tiefbauwerkzeuge nicht oder nicht bedarfsgerecht gewartet
werden, etwa weil von einer Leitstelle bestimmte Betriebszeiten nicht erfasst wurden.
[0009] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Tiefbauwerkzeug und ein Tiefbauverfahren anzugeben, mit welchen eine
besonders effiziente Nutzung eines Tiefbauwerkzeuges erreicht werden kann.
[0010] Die Aufgabe wird zum einen mit einem Tiefbauwerkzeug mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und zum anderen mit einem Tiefbauverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0011] Das erfindungsgemäße Tiefbauwerkzeug ist dadurch gekennzeichnet, dass an dem Tiefbauwerkzeug
eine von der Tiefbaumaschine autarke Betriebsdateneinheit angeordnet ist, welche mindestens
einen Sensor und einen Datenspeicher aufweist, in welchem die erfassten Betriebsdaten
an dem Tiefbauwerkzeug unabhängig von dem Trägergerät gespeichert und abrufbar sind.
[0012] Eine Grundidee der Erfindung kann darin gesehen werden, das Tiefbauwerkzeug mit einer
eigenständigen Betriebsdatenerfassung und einer Betriebsdatenspeicherung zu versehen.
Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass die Daten weiterhin an ein Trägergerät und damit
die Tiefbaumaschine im Betrieb übertragen werden. Jedoch bleiben unabhängig von einer
solchen möglichen Datenübertragung die Betriebsdaten weiter an dem Tiefbauwerkzeug
gespeichert. Dabei ist im Sinne der Erfindung unter Tiefbauwerkzeug eine zum Anbau
an eine Tiefbaumaschine mit einem Trägergerät vorgesehene Komponente zu verstehen,
welche im Wesentlichen als ein einfacher Stahlbau ausgeführt ist und im Wesentlichen
über keine eigenen Antriebe und Steuereinrichtungen verfügt.
[0013] Durch die Speicherung der Betriebsdaten unmittelbar an einem Tiefbauwerkzeug können
diese werkzeuggebunden zuverlässig erfasst werden, auch wenn das Tiefbauwerkzeug an
verschiedenen Tiefbaumaschinen unterschiedlicher Hersteller oder an Tiefbaumaschinen
ohne Datenübertragungs- und Datenverarbeitungseinrichtung eingesetzt wird. Zudem besteht
bei den erfindungsgemäß ausgestalteten Tiefbauwerkzeugen die grundsätzliche Möglichkeit,
die Betriebsdaten unmittelbar an dem Werkzeug abzufragen, so dass ein eventueller
Wartungsbedarf zuverlässig und unabhängig von einer Tiefbaumaschine oder einer Leitstelle
festgestellt werden kann. Die werkzeuggebundenen Daten können auch bei einer Schadensermittlung
und zur Klärung der Einsatzumstände bei Garantieansprüchen eingesetzt werden.
[0014] Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung besteht darin, dass die erfassten Betriebsdaten
mit einer Zeitmarkierung versehen werden. Bei Vorliegen einer einheitlichen Zeitmarkierung
können so auch die vom Werkzeug unmittelbar erfassten Daten zu einem späteren Zeitpunkt
mit weiteren Betriebsdaten der Tiefbaumaschine zusammengefasst und gegebenenfalls
abgeglichen werden. Die Zeitmarkierung kann die Uhrzeit und das Datum umfassen. Dies
kann die Datensicherheit bei insgesamt erfassten Betriebsdaten erhöhen. So kann etwa
festgestellt werden, ob die Betriebszeiten eines Tiefbauwerkzeuges mit den entsprechenden
Betriebszeiten der Tiefbaumaschinen übereinstimmen, an welchen das Tiefbauwerkzeug
angebaut worden ist. Dies führt zu einer grundsätzlichen Erhöhung der Datensicherheit
und Datenqualität. Dabei können auch insgesamt die Betriebszeiten erfasst werden,
wobei der Betrieb eines Tiefbauwerkzeuges etwa durch das Auftreten und Beenden einer
Bewegung, insbesondere einer bestimmten Bewegung, insbesondere einer Drehbewegung,
mittels eines entsprechenden Bewegungssensors erfasst werden kann.
[0015] Besonders vorteilhaft ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung, dass als Betriebsdaten
durch den mindestens einen Sensor eine Drehzahl, Drücke, Kräfte, Temperatur und/oder
Lageänderungen erfassbar sind. Insbesondere können auch mehrere verschiedene Sensoren
an einem Tiefbauwerkzeug vorgesehen sein. Eine Drehzahl kann beispielsweise über einen
Beschleunigungssensor, insbesondere gyroskopische Messmittel, erfasst werden. Drücke
und Kräfte können beispielsweise über entsprechende Kraftmessstreifen zuverlässig
erfasst werden. Zur Messung der Temperatur können ein oder mehrere Temperatursensoren
am Tiefbauwerkzeug angeordnet sein. Eine Lageänderung kann über Bewegungs- oder Beschleunigungssensoren
und/oder gegebenenfalls über eine GPS-Messeinheit erfasst werden. Die Aufzählung ist
nicht abschließend, so dass auch andere für ein Verfahren relevante physikalische
oder chemische Daten an dem Tiefbauwerkzeug erfasst und abgespeichert werden können.
Der Datenspeicher kann dabei für eine Langzeit-Datenspeicherung, etwa für mehrere
Tage, Wochen oder Monate, ausgebildet sein.
[0016] Besonders bevorzugt ist es nach einer Ausführungsvariante der Erfindung, dass die
Betriebsdateneinheit einen Prozessor umfasst, mit welchem die erfassten Betriebsdaten
unmittelbar an dem Tiefbauwerkzeug auswertbar sind. Somit können bereits aufbereitete
Daten von den Sensoren unmittelbar von dem Tiefbauwerkzeug effizient abgefragt werden.
Hierzu kann ein manuelles tragbares Abfragegerät vorgesehen sein.
[0017] Besonders vorteilhaft ist es dabei, dass durch den Prozessor ein Wartungszustand
ermittelbar und ein Signal hierzu abgebbar ist. So kann durch den Prozessor das Erreichen
einer bestimmten Betriebszeit für eine Wartung oder auch das Überschreiten einer Grenzbelastung
festgestellt werden, wodurch eine Wartung oder Reparatur des Tiefbauwerkzeuges veranlasst
wird. Dies kann über eine Signaleinrichtung, vorzugsweise an dem Tiefbauwerkzeug selbst,
angezeigt werden.
[0018] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Tiefbauwerkzeuges ist es zweckmäßig,
dass die Betriebsdateneinheit eine autarke Energieversorgung, insbesondere einen elektrischen
Akkumulator, umfasst. Der Akkumulator kann grundsätzlich auswechselbar sein. Vorzugsweise
ist dieser über ein Ladekabel oder drahtlos aufladbar.
[0019] Besonders vorteilhaft ist es nach einer Ausführungsvariante, dass die Betriebsdateneinheit
lösbar und/oder nachrüstbar an dem Tiefbauwerkzeug ausgebildet ist. Die Betriebsdateneinheit
ist dabei bevorzugt in einem Gehäuse an dem Tiefbauwerkzeug geschützt aufgenommen.
Das Gehäuse kann dabei eine Aufnahme an dem Tiefbauwerkzeug umfassen, welche mit einem
lösbaren Gehäusedeckel verschlossen ist. Die Betriebsdateneinheit kann leitungsgebunden
oder drahtlos mit dem mindestens einen Sensor an dem Tiefbauwerkzeug in Verbindung
stehen. Dies Betriebsdateneinheit kann dabei an einer Position vorgesehen sein, welche
vom eigentlichen Arbeitsbereich des Tiefbauwerkzeuges beabstandet, insbesondere rückversetzt
ist.
[0020] Nach einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung ist es zweckmäßig, dass die
Betriebsdateneinheit eine Übertragungseinrichtung zur Datenübertragung aufweist. Die
Datenübertragung kann dabei leitungsgebunden oder drahtlos erfolgen. Eine Datenübertragung
kann von dem Tiefbauwerkzeug unmittelbar an das Trägergerät und insbesondere auch
getrennt von dem Trägergerät direkt zu einer Empfangseinrichtung oder einem manuellen
Abfragegerät erfolgen.
[0021] Das Tiefbauwerkzeug kann grundsätzlich in beliebiger Weise gestaltet sein. Eine besonders
zweckmäßige Gestaltung besteht darin, dass dieses als ein Bohrwerkzeug, insbesondere
ein Bohreimer, eine Bohrschnecke, ein Felsbohrer, ein Verdrängungsbohrer, eine Kellystange
oder als eine Kellyverlängerung ausgebildet ist. Derartige Bohrwerkzeuge sind in der
Regel typische Stahlbauelemente, welche unmittelbar oder über ein Bohrgestänge mit
einem Drehantrieb verbunden sind. Das Bohrgestänge kann dabei insbesondere ein Kellygestänge,
insbesondere ein teleskopierbares Kellygestänge, oder eine Kellyverlängerung sein.
Dabei stellt ein derartiges Bohrgestänge ebenfalls ein Tiefbauwerkzeug im Sinne der
Erfindung dar.
[0022] Weiterhin umfasst die Erfindung auch eine Tiefbaumaschine mit einem Trägergerät,
welches insbesondere einen Unterwagen mit Fahrwerk und einen darauf drehbar gelagerten
Oberwagen aufweist, wobei das zuvor beschriebenen erfindungsgemäße Tiefbauwerkzeug
angebaut ist. Mit einer derartigen Tiefbaumaschine, welche insbesondere ein Bohrgerät
sein kann, können die zuvor beschriebenen Vorteile erzielt werden.
[0023] Das erfindungsgemäße Tiefbauverfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass an dem Tiefbauwerkzeug
eine von dem Trägergerät autarke Betriebsdateneinheit angeordnet ist, welche mindestens
einen Sensor und einen Datenspeicher aufweist, in welchen die erfassten Betriebsdaten
an dem Tiefbauwerkzeug unabhängig von dem Trägergerät gespeichert werden. Das Tiefbauverfahren
ist dabei mit dem zuvor beschriebenen Tiefbauwerkzeug oder der zuvor beschriebenen
Tiefbaumaschine ausführbar. Dabei können ebenfalls die zuvor beschriebenen Vorteile
erzielt werden.
[0024] Besonders zweckmäßig ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung, dass die Betriebsdaten
manipulationssicher in der Betriebsdateneinheit gespeichert werden. Der Datenspeicher
in der Betriebsdateneinheit kann dabei so ausgelegt sein, dass er nicht oder zumindest
nicht ohne Weiteres von der Tiefbaumaschine gelöscht oder verändert werden kann. Eine
Entnahme und Löschung der Daten kann über eine Leitstelle oder einen autorisierten
Bediener erfolgen.
[0025] Weiterhin besteht eine bevorzugte Verfahrensvariante darin, dass die Betriebsdaten
von der Tiefbaumaschine und/oder einer zentralen Leitstelle abgefragt werden. Somit
können die von dem mindestens einen Sensor erfassten Daten im Betrieb auch unmittelbar
einem Bediener einer Tiefbaumaschine und/oder in einer zentralen Leistelle angezeigt
werden. Hiervon unabhängig bleiben die erfassten Betriebsdaten in der Betriebsdateneinheit
unmittelbar am Tiefbauwerkzeug gespeichert.
[0026] Eine weitere bevorzugte Verfahrensvariante der Erfindung besteht darin, dass von
einer zentralen Leitstelle Betriebsdaten, welche von der Trägermaschine selbst erfasst
werden, und die Betriebsdaten der autarken Betriebsdateneinheit an dem Tiefbauwerkzeug
getrennt abgefragt werden, und dass die Betriebsdaten der Trägermaschine und die Betriebsdaten
der autarken Betriebseinheit des Tiefbauwerkzeuges in der zentralen Leistelle zusammengefasst
und/oder abgeglichen werden. Es kann so eine getrennte Datenerfassung einerseits von
der Tiefbaumaschine und andererseits von dem Tiefbauwerkzeug erfolgen.
[0027] In einer zentralen Leitstelle können die so getrennt erfassten Daten miteinander
verglichen und verifiziert werden. Dies kann zu einer erhöhten Datensicherheit und
Datenqualität führen.
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles weiter
beschrieben, welches schematisch in der Zeichnung dargestellt ist. Die Zeichnung zeigt
eine perspektivische Ansicht eines Teils eines erfindungsgemäßen Tiefbauwerkzeugs.
[0029] Ein erfindungsgemäßes Tiefbauwerkzeug 10, welches als ein Bohreimer ausgebildet ist,
wird im Zusammenhang mit der Figur erläutert. Bei dem Tiefbauwerkzeug 10 ist aus Gründen
der Übersichtlichkeit ein rohrförmiges Gehäuse weggelassen, welches einen Grundkörper
12 umgibt. An der Unterseite des Grundkörpers 12 ist ein Boden 14 angeordnet, welcher
an seiner Unterseite eine Bodenabtragseinrichtung 30 aufweist. Über eine nicht dargestellte
Öffnung im Boden kann abgetragenes Bodenmaterial in einen inneren Aufnahmeraum am
Grundkörper 12 aufgenommen werden. Der Boden 14 ist um eine horizontal gerichtete
Schwenkachse 15 schwenkbar gelagert. So kann der Boden 14 zum Entleeren des Bohreimers
nach unten aufgeschwenkt werden.
[0030] Das Gehäuse um den Grundkörper 12 wird nach oben durch eine Deckplatte 18 abgeschlossen,
auf welcher eine Verbindungseinrichtung 20 zum Verbinden mit einem Bohrgestänge angebracht
ist. Die Verbindungseinrichtung 20 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel als eine
sogenannte Kellybox ausgebildet, welche ein vierkantförmiges Ende eines Bohrgestänges
aufnehmen kann. Durch quer gerichtete Riegelbolzen kann so ein Bohrgestänge drehfest
in der hülsenförmigen Verbindungseinrichtung 20 aufgenommen und befestigt werden.
[0031] Gemäß der Erfindung ist das Tiefbauwerkzeug 10 mit einer Druckmessanordnung 40 versehen,
welche eine erste Druckmesseinrichtung 41 an einem unteren Bereich des Grundkörpers
12 und eine zweite Druckmesseinrichtung 42 an einem oberen Bereich des Grundkörpers
12 aufweist. Die untere erste Druckmesseinrichtung 41 weist einen ersten hohlen Messkörper
45a auf, welcher ringförmig aus drei röhrenförmigen Elementen aufgebaut ist. Das nach
außen weisende äußere Messelement ist bogenförmig entsprechend einem Außenumfangsradius
des Grundkörpers 12 ausgebildet. Insbesondere an einer Innenseite des ersten hohlen
Messkörpers 45a kann eine flexible Messfläche 48 angeordnet sein, welche sich entsprechend
einem Außendruck durch anstehende Stützflüssigkeit eventuell mit abgetragenem Bodenmaterial
verformt und so einen Außendruck auf ein inneres Messfluid überträgt.
[0032] Der erste hohle Messkörper 45a ist dabei parallel zum horizontalen Boden 14 ausgebildet
und kann über eine Aussparung im Boden 14 mit einer Außenseite oder einer Außenumgebung
in Kontakt stehen. Eine entsprechende Aussparung ist auch in der Deckplatte 18 ausgebildet,
wobei durch eine Innenwand 16 entlang des Grundkörpers 12 ein Kanal 17 gebildet ist,
durch welchen Stützsuspension entlang des Grundkörpers 12 strömen kann.
[0033] Die obere zweite Druckmesseinrichtung 42 weist einen zweiten ringförmigen hohlen
Messkörper 45b auf, welcher aus vier röhrenförmigen Elementen gebildet ist. Dabei
erstreckt sich der zweite hohle Messkörper 45b ringartig um die Verbindungseinrichtung
20 an der Oberseite der Deckplatte 18. Der zweite hohle Messkörper 45b ist ebenfalls
mit einer flexiblen Messfläche zum Erfassen eines äußeren Umgebungsdrucks ausgebildet,
wobei der Umgebungsdruck auf ein inneres Messfluid übertragen werden kann.
[0034] Die erste Druckmesseinrichtung 41 und die zweite Druckmesseinrichtung 42 sind über
eine Verbindungsleitung 44 fluidisch verbunden, welche sich axial entlang des Grundkörpers
12 erstreckt. Zum Schutz der Verbindungsleitung 44 ist die Innenwand 16 vorgesehen,
welche die Verbindungsleitung 44 und auch die erste Druckmesseinrichtung 41 am Boden
14 von abgetragenem Bodenmaterial im Innenraum des Grundkörpers 12 weitgehend abgrenzt
und schützt. An der Deckplatte 18 ist an der Verbindungsleitung 44 ein Sensor 50 angeschlossen,
mit welcher ein Druckunterschied zwischen der ersten Druckmesseinrichtung 41 und der
zweiten Druckmesseinrichtung 42 feststellbar ist. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die Druckmesseinrichtungen 41, 42 an einer Außenseite angeordnet. Wenn eine Erfassung
des Füllgrades gewünscht ist, kann die erste Druckmesseinrichtung 41 im inneren Aufnahmeraum
des Grundkörpers 12 angeordnet sein.
[0035] Der Sensor 50 kann einen herkömmlichen Drucksensor oder auch einen Strömungsmesser
aufweisen, welcher eine Bewegung des Messfluides in der Druckmessanordnung 40 aufgrund
unterschiedlicher Drücke an der ersten Druckmesseinrichtung 41 und der zweiten Druckmesseinrichtung
42 feststellt. Darüber hinaus können an den beiden Druckmesseinrichtungen 41, 42 auch
jeweils Drucksensoren angeordnet sein, mit welchen jeweils ein Absolutdruck ermittelt
werden kann. Der Sensor 50 und alle weiteren Sensoren sind mit einer erfindungsgemäßen
Betriebsdateneinheit 60 und optional mit einer Steuereinheit einer nicht dargestellten
Tiefbaumaschine verbunden, wobei die Steuereinheit entsprechend den ermittelten Druckwerten
eine Vertikalbewegung des Tiefbauwerkzeugs 10 und/oder einen Drehantrieb zum Drehen
des Tiefbauwerkzeugs 10 steuern kann.
[0036] Die Betriebsdateneinheit 60 weist ein Gehäuse 64 auf und ist über eine Leitung 62
mit dem Sensor 50 verbunden, welcher Teil der Betriebsdateneinheit 60 sein kann. Die
an einer Oberseite des Tiefbauwerkzeugs 10 angebrachte Betriebsdateneinheit 60 kann
weitere Sensoren umfassen, wie einen Bewegungs- und/oder Beschleunigungssensor. In
der Betriebsdateneinheit können die von den Sensoren 50 erfassten Daten aufgenommen
und unabhängig von der Tiefbaumaschine abgespeichert werden. Bei Bedarf können die
abgespeicherten Daten unmittelbar aus der Betriebsdateneinheit 60 abgefragt werden,
etwa um einen notwendigen Wartungszeitpunkt und/oder -bedarf festzustellen.
1. Tiefbauwerkzeug zum Anbau an eine Tiefbaumaschine mit einem Trägergerät, mit mindestens
einem Sensor (50) zum Erfassen von Betriebsdaten an dem Tiefbauwerkzeug (10),
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Tiefbauwerkzeug (10) eine von der Tiefbaumaschine autarke Betriebsdateneinheit
(60) angeordnet ist, welche den mindestens einen Sensor (50) und einen Datenspeicher
aufweist, in welchem die erfassten Betriebsdaten an dem Tiefbauwerkzeug (10) unabhängig
von dem Trägergerät gespeichert und abrufbar sind.
2. Tiefbauwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erfassten Betriebsdaten mit einer Zeitmarkierung versehen werden.
3. Tiefbauwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Betriebsdaten durch den mindestens einen Sensor (50) eine Drehzahl, Drücke, Kräfte,
Temperatur und/oder Lageänderungen erfassbar sind.
4. Tiefbauwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betriebsdateneinheit (60) einen Prozessor umfasst, mit welchem die erfassten
Betriebsdaten unmittelbar an dem Tiefbauwerkzeug (10) auswertbar sind.
5. Tiefbauwerkzeug nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch den Prozessor ein Wartungszustand ermittelbar und ein Signal hierzu abgebbar
ist.
6. Tiefbauwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betriebsdateneinheit (60) eine autarke Energieversorgung, insbesondre einen elektrischen
Akkumulator, umfasst.
7. Tiefbauwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betriebsdateneinheit (60) lösbar und/oder nachrüstbar an dem Tiefbauwerkzeug
(10) ausgebildet ist.
8. Tiefbauwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Betriebsdateneinheit (60) eine Übertragungseinrichtung zur Datenübertragung aufweist.
9. Tiefbauwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass dieses als ein Bohrwerkzeug, insbesondere ein Bohreimer, eine Bohrschnecke, ein Felsbohrer,
ein Verdrängungsbohrer, eine Kellystange oder als eine Kellyverlängerung ausgebildet
ist.
10. Tiefbaumaschine mit einem Trägergerät, welches insbesondere einen Unterwagen mit Fahrwerk
und einen darauf drehbar gelagerten Oberwagen aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Tiefbauwerkzeug (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 angebaut ist.
11. Tiefbauverfahren, bei dem eine Tiefbaumaschine mit einem daran angebauten Tiefbauwerkzeug
(10) mit mindestens einem Sensor (50) eingesetzt wird, durch welchen Betriebsdaten
im Einsatz des Tiefbauwerkzeugs (10) erfassbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Tiefbauwerkzeug (10) eine von dem Trägergerät autarke Betriebsdateneinheit
(60) angeordnet ist, welche mindestens einen Sensor (50) und einen Datenspeicher aufweist,
in welchen die erfassten Betriebsdaten an dem Tiefbauwerkzeug (10) unabhängig von
dem Trägergerät gespeichert werden.
12. Tiefbauverfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betriebsdaten manipulationssicher in der Betriebsdateneinheit (60) gespeichert
werden.
13. Tiefbauverfahren nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betriebsdaten von der Tiefbaumaschine und/oder einer zentralen Leitstelle abgefragt
werden.
14. Tiefbauverfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass von einer zentralen Leitstelle Betriebsdaten, welche von der Trägermaschine selbst
erfasst werden, und die Betriebsdaten der autarken Betriebsdateneinheit (60) an dem
Tiefbauwerkzeug (10) getrennt abgefragt werden, und dass die Betriebsdaten der Trägermaschine
und die Betriebsdaten der autarken Betriebsdateneinheit (60) des Tiefbauwerkzeuges
(10) in der zentralen Leitstelle zusammengefasst und/oder abgeglichen werden.