[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Entbanderolieren eines
mit einer Banderole versehenen Bündels von Wertdokumenten, insbesondere Banknoten,
sowie ein System zur Bearbeitung von Wertdokumenten.
[0002] Bevor die in einem mit einer Banderole versehenen Bündel (sog. Päckchen) enthaltenen
Banknoten einer Bearbeitung oder anderweitigen Verwendung zugeführt werden, wird in
der Regel zunächst die Banderole entfernt. Im Zusammenhang mit der maschinellen Bearbeitung
von Banknoten in Banknotenbearbeitungssystemen werden hierzu beispielsweise Vorrichtungen
und Verfahren eingesetzt, bei welchen die Banderole aufgerissen oder aufgeschnitten
wird.
[0003] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Entbanderolieren
eines mit einer Banderole versehenen Bündels von Wertdokumenten sowie ein System zur
Bearbeitung von Wertdokumenten anzugeben, welche bzw. welches ein sicheres und zuverlässiges
Entfernen der Banderole ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Entbanderolieren
eines mit einer Banderole versehenen Bündels von Wertdokumenten gemäß den unabhängigen
Ansprüchen sowie ein System zur Bearbeitung von Wertdokumenten mit einer solchen Vorrichtung
gelöst.
[0005] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entbanderolieren eines
mit einer Banderole versehenen Bündels von Wertdokumenten, insbesondere Banknoten,
wobei das Bündel zwei gegenüberliegende Hauptseiten aufweist, welche durch das oberste
und unterste Wertdokument des Bündels gebildet werden, und die Banderole zwei Stirnseitenabschnitte
aufweist, welche an von gegenüberliegenden Kanten der Wertdokumente gebildeten Stirnseiten
des Bündels verlaufen. Die Vorrichtung ist gekennzeichnet durch eine Halteeinrichtung,
welche dazu eingerichtet ist, mindestens einen der Stirnseitenabschnitte der Banderole
zu halten, und eine Entnahmeeinrichtung, welche dazu eingerichtet ist, auf mindestens
eine der Hauptseiten des Bündels einzuwirken, um das Bündel aus der Banderole heraus
zu befördern, während der mindestens eine Stirnseitenabschnitt der Banderole durch
die Halteeinrichtung gehalten wird. Die Halteeinrichtung ist relativ zur Entnahmeeinrichtung
derart in der Vorrichtung angeordnet, dass sie die Banderole an dem mindestens einen
Stirnseitenabschnitt halten kann, während die Entnahmeeinrichtung auf die mindestens
eine Hauptseite des Bündels einwirkt, um das Bündel aus der Banderole heraus zu befördern.
[0006] Ein System zur Bearbeitung von Wertdokumenten, insbesondere Banknoten, gemäß einem
zweiten Aspekt der Erfindung weist auf: eine Vorrichtung zum Entbanderolieren gemäß
dem ersten Aspekt der Erfindung, und mindestens eine Bearbeitungsvorrichtung, welche
dazu eingerichtet ist, die Wertdokumente des Bündels zu bearbeiten, insbesondere zu
prüfen, zu zählen, zu sortieren und/oder zu vernichten. Die Bearbeitungsvorrichtung
kann insbesondere eine Vereinzelungsvorrichtung aufweisen, welche dazu eingerichtet
ist, die in dem aus der Banderole heraus beförderten Bündel enthaltenen Wertdokumente
einzeln vom Bündel abzuziehen, und dazu eingerichtet sein, die einzelnen vom Bündel
abgezogenen Wertdokumente des Bündels zu bearbeiten, insbesondere zu prüfen, zu zählen,
zu sortieren und/oder zu vernichten.
[0007] Ein dritter Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entbanderolieren eines
mit einer Banderole versehenen Bündels von Wertdokumenten, insbesondere Banknoten,
wobei das Bündel zwei gegenüberliegende Hauptseiten aufweist, welche durch das oberste
und unterste Wertdokument des Bündels gebildet werden, und die Banderole zwei Stirnseitenabschnitte
aufweist, welche an von gegenüberliegenden Kanten der Wertdokumente gebildeten Stirnseiten
des Bündels verlaufen. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer
der Stirnseitenabschnitte der Banderole durch eine Halteeinrichtung gehalten wird
und auf mindestens eine der Hauptseiten des Bündels durch eine Entnahmeeinrichtung
eingewirkt wird, um das Bündel aus der Banderole heraus zu befördern, während der
mindestens eine Stirnseitenabschnitt der Banderole durch die Halteeinrichtung gehalten
wird.
[0008] Aspekte der Erfindung basieren vorzugsweise auf dem Ansatz, die am Bündel befindliche
Banderole im Bereich einer oder beider Stirnseitenabschnitte, die an von gegenüberliegenden
Kanten der Wertdokumente gebildeten Stirnseiten des Bündels verlaufen, mittels einer
Halteeinrichtung festzuhalten und das Bündel aus der Banderole heraus zu befördern,
indem eine Entnahmeeinrichtung, beispielsweise ein Greifer oder eine zum Transport
von Bündeln ausgebildete Transporteinrichtung, an einer oder beiden Hauptseiten des
Bündels, die durch das oberste bzw. unterste Wertdokument gebildet werden, auf das
Bündel einwirkt, beispielsweise indem das Bündel an beiden Hauptseiten gefasst, gegriffen
oder ergriffen bzw. zwischen beiden Hauptseiten eingeklemmt und dann aus der Banderole
heraus befördert wird. Während also die Banderole an einem oder beiden Stirnseitenabschnitten
durch die Halteeinrichtung gehalten wird, wird das Bündel an der bzw. den im Wesentlichen
senkrecht zu den Stirnseitenabschnitten der Banderole verlaufenden Hauptseite bzw.
Hauptseiten des Bündels gefasst, um es aus der Banderole heraus zu befördern. Die
Entnahmeeinrichtung weist eine entsprechende Steuereinrichtung auf, die die Beförderung
bzw. den Transport des Bündels, insbesondere mit Hilfe des Greifers bzw. mit Hilfe
der Transporteinrichtung, steuert.
[0009] Gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen wird auf diese Weise ein
sicheres und zuverlässiges Entfernen der Banderole ermöglicht. Insbesondere wird bei
dem erfindungsgemäßen Entbanderolieren die Banderole vom Bündel abgestreift, die Banderole
aber nicht beschädigt. Da das bisher übliche Schneiden der Banderole entfällt, besteht
keine Beschädigungsgefahr für die Wertdokumente des zu entbanderolierenden Bündels.
Es hat sich herausgestellt, dass das Halten und ggf. Anheben der Banderole an ihren
Stirnseitenabschnitten ein leichteres Abstreifen der Banderole vom Bündel ermöglicht
als ein etwaiges Halten und ggf. Anheben der Banderole an den anderen, an den Hauptseiten
des Bündels befindlichen Banderolenabschnitten. Dies wird darauf zurückgeführt, dass
in letzterem Fall die Reibungskraft zwischen den Wertdokumentkanten und der Banderole
vergrößert wird.
[0010] Vorzugsweise ist die Halteeinrichtung ortsfest angeordnet und/oder dazu eingerichtet,
die Banderole an einem festen Ort (Position) und/ oder in einer festen Lage (Orientierung)
zu halten, und die Entnahmeeinrichtung dazu eingerichtet, das ergriffene bzw. eingeklemmte
Bündel relativ zu der von der Halteeinrichtung gehaltenen Banderole zu bewegen, um
dieses aus der Banderole heraus zu befördern. Diese Ausführung ist besonders einfach
zu realisieren. Alternativ kann die Entnahmeeinrichtung ortsfest angeordnet sein und
die Halteeinrichtung dazu eingerichtet sein, die gehaltene Banderole relativ zu dem
von der ortsfesten Entnahmeeinrichtung ergriffenen bzw. eingeklemmten Bündel zu bewegen,
um das von der Entnahmeeinrichtung ergriffene Bündel aus der Banderole heraus zu befördern
bzw. die Banderole vom Bündel abzuziehen. Bei einer weiteren Alternative kann vorgesehen
sein, dass sowohl die Halteeinrichtung zusammen mit der gehaltenen Banderole als auch
die Entnahmeeinrichtung zusammen mit dem ergriffenen bzw. eingeklemmten Bündel relativ
zueinander bewegt werden, um die Banderole und das Bündel voneinander zu trennen.
[0011] Vorzugsweise ist die Halteeinrichtung dazu eingerichtet, den mindestens einen Stirnseitenabschnitt
der Banderole kraftschlüssig zu halten. Vorzugsweise wird hierbei der jeweilige Stirnseitenabschnitt
durch die Halteeinrichtung mit einer Normalkraft beaufschlagt, durch welche eine Haftreibungskraft
zwischen der Halteeinrichtung und dem Stirnseitenabschnitt bewirkt wird, welche größer
ist als die zwischen der Banderole und dem Bündel beim Herausbefördern des Bündels
auftretenden Kräfte, insbesondere Reibungskräfte. Eine solche kraftschlüssige Verbindung
zwischen der Halteeinrichtung und dem jeweiligen Stirnseitenabschnitt ist einfach
zu realisieren, da insbesondere keine besonders ausgestalteten Elemente für eine formschlüssige
Verbindung erforderlich sind, einfach zu lösen und gewährleistet darüber hinaus, dass
der jeweilige Stirnseitenabschnitt der Banderole beim Herausziehen des Bündels zuverlässig
gehalten wird.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung weist die Halteeinrichtung hierzu mindestens
einen Saugnapf auf. Beispielsweise ist die Halteeinrichtung dazu eingerichtet, den
Saugnapf an den mindestens einen Stirnseitenabschnitt der Banderole zu drücken, so
dass der mindestens eine Stirnseitenabschnitt durch den bzw. am Saugnapf gehalten
wird. Bei dem Saugnapf kann es sich um einen "passiven Saugnapf" handeln, der vorzugsweise
einen napfförmigen Hohlkörper aus elastischem Material aufweist, beispielsweise Silikon
oder Gummi, der an den jeweiligen Stirnseitenabschnitt gedrückt wird, wodurch ein
von dem elastischen Material umschlossener Hohlraum eingedrückt und die darin enthaltene
Luft zumindest teilweise verdrängt wird. Der dadurch erzeugte Druck des umgebenden
Mediums, in der Regel Luft, auf den Hohlkörper bzw. der im Hohlraum herrschende Unterdruck
übt eine Kraft aus, durch welche der jeweilige Stirnseitenabschnitt am Saugnapf gehalten
wird. Die Verwendung eines oder mehrerer Saugnäpfe stellt eine besonders einfache
und dennoch zuverlässige Möglichkeit dar, eine kraftschlüssige Verbindung zwischen
der Halteeinrichtung und dem jeweiligen Stirnseitenabschnitt der Banderole zu realisieren.
[0013] Alternativ oder zusätzlich kann die Halteeinrichtung mindestens einen Saugnapf aufweisen,
der eine Ansaugschnittstelle aufweist, über die er mit einer Vakuumerzeugungseinrichtung
verbunden werden kann. Und die Halteeinrichtung kann dazu eingerichtet sein, den Saugnapf
in Kontakt mit dem mindestens einen Stirnseitenabschnitt der Banderole zu bringen.
Ferner ist eine Vakuumerzeugungseinrichtung vorgesehen, welche dazu eingerichtet ist,
über die Ansaugschnittstelle an dem mindestens einen Saugnapf einen Unterdruck zu
erzeugen, so dass der mindestens eine Stirnseitenabschnitt durch den in Kontakt mit
dem mindestens einen Stirnseitenabschnitt gebrachten Saugnapf gehalten wird. Der Saugnapf
hat vorzugsweise die Form eines napfförmigen Hohlkörpers aus einem elastischen Material,
wie etwa Silikon oder Gummi. Die Ansaugschnittstelle kann durch ein Loch in dem von
der Banderole abgewandten Bereich des Saugnapfs bzw. Hohlkörpers gebildet sein, in
das ein Schlauchende eines zur Vakuumerzeugungseinrichtung führenden Schlauchs einsteckbar
ist. Die Ansaugschnittstelle kann ggf. ein an dem Loch beginnendes kurzes Schlauchstück
aufweisen. Kommt der mit der aktivierten Vakuumerzeugungseinrichtung gekoppelte Saugnapf,
der im Zusammenhang mit der vorliegenden Offenbarung auch als "aktiver Saugnapf" bezeichnet
wird, in Kontakt mit dem jeweiligen Stirnseitenabschnitt der Banderole, so entsteht
im Saugnapf, insbesondere im Hohlraum des Saugnapfes bzw. napfförmigen Hohlkörpers,
ein Unterdruck, aus welchem eine Kraft resultiert, durch die der jeweilige Stirnseitenabschnitt
der Banderole am Saugnapf gehalten wird. Auf diese Weise lässt sich eine besonders
zuverlässige lösbare kraftschlüssige Verbindung zwischen der Halteeinrichtung und
dem jeweiligen Stirnseitenabschnitt der Banderole realisieren.
[0014] Vorzugsweise ist die Halteeinrichtung ferner dazu eingerichtet, den mindestens einen
Stirnseitenabschnitt der Banderole relativ zu der mindestens einen Stirnseite des
Bündels zumindest teilweise anzuheben bzw. von der mindestens einen Stirnseite des
Bündels abzuheben. Liegt der Stirnseitenabschnitt der Banderole zunächst an zumindest
einem Bereich der jeweiligen Stirnseite des Bündels an, so wird durch das Anheben
des Stirnseitenabschnitts der Banderole ein endlicher Abstand zwischen zumindest einem
Teil des Stirnseitenabschnitts der Banderole und dem zumindest einen Bereich der Stirnseite
des Bündels hergestellt oder zumindest eine Kraft, insbesondere die Normalkraft, mit
der der Stirnseitenabschnitt der Banderole auf der betreffende Stirnseite des Bündels
aufliegt, reduziert oder sogar eliminiert. In beiden Fällen werden dadurch auf einfache
und zuverlässige Weise Reibungskräfte, die beim Herausziehen des Bündels aus der Banderole
auftreten können, im Vergleich zum ursprünglich anliegenden Stirnseitenabschnitt signifikant
reduziert, was das Entbanderolieren noch zuverlässiger macht.
[0015] Vorzugsweise beträgt ein durch das Anheben erzeugter Abstand zwischen dem zumindest
einen angehobenen Teil des Stirnseitenabschnitts der Banderole und dem zumindest einen
Bereich der Stirnseite des Bündels 0,2 bis 2 mm, insbesondere 0,5 bis 1,5 mm, vorzugsweise
etwa 1 mm. Durch derartig geringfügiges Anheben wird die Banderole nicht beschädigt
oder aufgerissen.
[0016] Vorzugsweise ist die Halteeinrichtung dazu eingerichtet, beide Stirnseitenabschnitte
der Banderole zu halten und/oder relativ zu beiden Stirnseiten des Bündels, vorzugsweise
gleichzeitig, anzuheben. Durch das gleichzeitige Halten bzw. das gleichzeitige Anheben
beider Stirnseitenabschnitte wird die Banderole besonders zuverlässig gehalten bzw.
werden etwaige Reibungskräfte zwischen den beiden Stirnseitenabschnitten der Banderole
einerseits und den beiden Stirnseiten des Bündels andererseits besonders stark reduziert,
was das Entbanderolieren noch zuverlässiger macht. Vorzugsweise weist die Halteeinrichtung
für jeden der beiden Stirnseitenabschnitte der Banderole mindestens einen Saugnapf
auf, der dazu eingerichtet ist, den jeweiligen Stirnseitenabschnitt der Banderole
kraftschlüssig zu halten und insbesondere relativ zur jeweiligen Stirnseite des Bündels
anzuheben. Das Anheben erfolgt vorzugsweise in eine vom Bündel weg weisende Richtung,
insbesondere durch Bewegen des jeweiligen, den Stirnseitenabschnitt haltenden Saugnapfs
in die vom Bündel weg weisende Richtung, vorzugsweise um eine Distanz zwischen 0,2
bis 2 mm, z.B. zwischen 0,5 bis 1,5 mm. Die Halteeinrichtung weist insbesondere eine
Steuereinrichtung auf, die die Halteeinrichtung derart steuert, dass der mindestens
eine Saugnapf in Kontakt zu dem mindestens einen Stirnseitenabschnitt der Banderole
gebracht wird, und ggf. auch derart, dass der mit dem Stirnseitenabschnitt kontaktierte
Saugnapf zum Anheben des mindestens einen Stirnseitenabschnitts der Banderole bewegt
wird. Die Steuereinrichtung der Halteeinrichtung und die Steuereinrichtung der Entnahmeeinrichtung
können miteinander kommunizieren, um den beschriebenen Ablauf des Entbanderolierens
zu erreichen, oder durch eine übergeordnete Steuereinrichtung der Vorrichtung gebildet
sein, die den beschriebenen Ablauf des Entbanderolierens steuert.
[0017] Bei bevorzugten Ausführungen ist die Entnahmeeinrichtung dazu eingerichtet, das mit
der Banderole versehene Bündel zur Halteeinrichtung zu befördern. Bei diesem Befördern
des Bündels zur Halteeinrichtung und bei dem Halten des Bündels durch die Halteeinrichtung
ist das Bündel vorzugsweise so orientiert, dass die durch das oberste und unterste
Wertdokument des Bündels gebildeten Hauptseiten des Bündels vertikal orientiert sind.
Damit wird erreicht, dass ein beim Befördern ggf. nur einseitige geklemmtes Bündel
- aufgrund der vertikalen Kanten - möglichst horizontal orientiert bleibt, und sich
nicht als Folge Schwerkraft am nicht-geklemmten Bündelende nach unten biegt, was die
Banderolenposition verändern würde. Alternativ können die Hauptseiten des Bündels
in der Halteeinrichtung aber auch horizontal orientiert sein, wobei dann aber ein
entsprechender horizontaler Anschlag am unteren Ende der Halteeinrichtung vorgesehen
wird, der dafür sorgt, dass das nicht-geklemmte (ansonsten aufgrund der Schwerkraft
nach unten biegende) Bündelende in der Horizontalen bleibt.
[0018] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführung weist die Entnahmeeinrichtung mindestens
einen Greifer auf und ist dazu eingerichtet, den Greifer, z.B. in einer ersten Richtung,
zu dem mit der Banderole versehenen Bündel zu befördern oder das Bündel zu dem Greifer
zu befördern, und den am Bündel befindlichen Greifer so zu steuern, dass er das Bündel
zwischen den beiden Hauptseiten einklemmt bzw. greift und, während der mindestens
eine Stirnseitenabschnitt der Banderole durch die Halteeinrichtung gehalten wird,
den Greifer, z.B. in einer der ersten Richtung entgegengesetzten zweiten Richtung,
von der Banderole weg zu befördern, um das eingeklemmte Bündel aus der Banderole heraus
zu befördern. Diese Ausführung stellt eine besonders robuste und entsprechend zuverlässige
Möglichkeit dar, um das Bündel aus der gehaltenen Banderole heraus zu befördern.
[0019] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführung weist die Entnahmeeinrichtung mindestens
eine Transporteinrichtung auf, welche dazu eingerichtet ist, das mit der Banderole
versehene Bündel zur Halteeinrichtung zu befördern und, während der mindestens eine
Stirnseitenabschnitt der Banderole durch die Halteeinrichtung gehalten wird, auf mindestens
eine der Hauptseiten des Bündels einzuwirken, um das Bündel aus der Banderole heraus
zu befördern. Vorzugsweise ist die Transporteinrichtung dazu eingerichtet, das mit
der Banderole versehene Bündel in einer Transportrichtung zur Halteeinrichtung hin
zu befördern und, während der mindestens eine Stirnseitenabschnitt der Banderole durch
die Halteeinrichtung gehalten wird, das Bündel in einer mit der Transportrichtung
im Wesentlichen identischen oder dazu entgegengesetzten Richtung aus der Banderole
heraus zu befördern. Im ersteren Fall bleibt die Transportrichtung des Bündels vor,
beim und nach dem Entbanderolieren also unverändert. Im zweiten Fall ist die Transporteinrichtung
dazu eingerichtet, das mit der Banderole versehene Bündel in einer Transportrichtung
zur Halteeinrichtung hin zu befördern und, während der mindestens eine Stirnseitenabschnitt
der Banderole durch die Halteeinrichtung gehalten wird, das Bündel in einer der Transportrichtung
im Wesentlichen entgegengesetzten Richtung aus der Banderole heraus zu befördern.
Vorzugsweise befindet sich die Halteeinrichtung/befinden sich mindestens zwei Saugnäpfe
der Halteeinrichtung an gegenüberliegenden Seiten eines Transportpfades, auf dem das
zunächst noch banderolierte Bündel zur Halteeinrichtung befördert wird, in welcher
die Banderole dann an vorzugsweise beiden Stirnseitenabschnitten vorzugsweise kraftschlüssig
festhält. Das Bündel wird dann auf dem weiteren Transportpfad aus der Banderole heraus
befördert, während die Banderole in der Halteeinrichtung festgehalten wird, und ggf.
weiterbefördert, beispielsweise zu einer Vereinzelungsvorrichtung, in der die im nunmehr
entbanderolierten Bündel enthaltenen Wertdokumente einzeln vom Bündel abgezogen werden.
[0020] Vor dem bzw. zum Entbanderolieren kann der Transport des Bündels vorübergehend angehalten
und/oder verlangsamt werden, z.B. um einen möglichst zuverlässigen Kraftschluss zwischen
der Halteeinrichtung, insbesondere dem Saugnapf, und dem jeweiligen Stirnseitenabschnitt
zu gewährleisten. Alternativ kann der Transport des Bündels aber auch bei unverminderter
Geschwindigkeit fortgesetzt werden, insbesondere wenn die Halteeinrichtung dafür ausgelegt
ist, ausreichend schnell an den Stirnseitenabschnitten der Banderole anzukoppeln und
diese zu halten. In den Fällen einer unverminderten oder nur vorübergehend verminderten
Transportgeschwindigkeit des Bündels erlaubt diese Ausführung einen kontinuierlichen
Betrieb beim Entbanderolieren von Bündeln, im Falle eines vorübergehenden Anhaltens
des Bündeltransports ist immerhin ein quasi-kontinuierlicher Betrieb möglich. In allen
Fällen wird dabei nicht nur ein zuverlässiges, sondern auch ein besonders schnelles
Entbanderolieren einer Vielzahl von Bündeln ermöglicht.
[0021] Weitere Vorteile, bevorzugte oder alternative Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten
der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Zusammenhang
mit den Figuren. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Entbanderolieren eines mit einer
Banderole versehenen Bündels von Wertdokumenten in Draufsicht (oberer Bereich der
Figur) und in Vorderansicht (unterer Bereich der Figur) zu einem ersten Zeitpunkt;
- Fig. 2
- das in Fig. 1 gezeigte erste Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem zweiten
Zeitpunkt;
- Fig. 3
- das in Fig. 1 gezeigte erste Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem dritten
Zeitpunkt;
- Fig. 4
- das in Fig. 1 gezeigte erste Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem vierten
Zeitpunkt;
- Fig. 5
- das in Fig. 1 gezeigte erste Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem fünften
Zeitpunkt;
- Fig. 6
- das in Fig. 1 gezeigte erste Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem sechsten
Zeitpunkt;
- Fig. 7
- das in Fig. 1 gezeigte erste Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem siebten
Zeitpunkt;
- Fig. 8
- das in Fig. 1 gezeigte erste Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem achten Zeitpunkt;
- Fig. 9
- das in Fig. 1 gezeigte erste Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem neunten
Zeitpunkt;
- Fig. 10
- ein zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Entbanderolieren eines mit einer
Banderole versehenen Bündels von Wertdokumenten in Draufsicht (oberer Bereich der
Figur) und in Vorderansicht (unterer Bereich der Figur) zu einem ersten Zeitpunkt;
- Fig. 11
- das in Fig. 10 gezeigte zweite Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem zweiten
Zeitpunkt;
- Fig. 12
- das in Fig. 10 gezeigte zweite Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem dritten
Zeitpunkt;
- Fig. 13
- das in Fig. 10 gezeigte zweite Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem vierten
Zeitpunkt;
- Fig. 14
- das in Fig. 10 gezeigte zweite Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem fünften
Zeitpunkt;
- Fig. 15
- das in Fig. 10 gezeigte zweite Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem sechsten
Zeitpunkt;
- Fig. 16
- das in Fig. 10 gezeigte zweite Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zu einem siebten
Zeitpunkt; und
- Fig. 17
- eine schematische Darstellung eines Beispiels eines Systems zur Bearbeitung von Wertdokumenten.
[0022] Aus Anschaulichkeitsgründen sind in den Figuren nicht alle Bezugsziffern wiederholt,
sondern vor allem diejenigen Bezugsziffern eingezeichnet, die in den zugehörigen Abschnitten
der folgenden Beschreibung erwähnt werden.
[0023] Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Entbanderolieren
eines mit einer Banderole 1 versehenen Bündels 4 von Wertdokumenten in Draufsicht
(oberer Bereich der Figur) und Vorderansicht (unterer Bereich der Figur) zu einem
ersten Zeitpunkt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei den Wertdokumenten
vorzugsweise um Banknoten.
[0024] Das im Wesentlichen quaderförmige Bündel 4 weist zwei gegenüberliegende Hauptseiten
5, welche durch die jeweils oberste und unterste Banknote des Bündels 4 gebildet werden,
sowie vier Stirnseiten auf, welche durch die jeweiligen Kanten der im Bündel 4 enthaltenen
Banknoten gebildet werden. Im dargestellten Beispiel werden die Stirnseiten 6 des
Bündels 4 durch die jeweiligen Längskanten der im Bündel 4 enthaltenen Banknoten gebildet.
[0025] Die das Bündel 4 umgebende Banderole 1 weist zwei Stirnseitenabschnitte 2, welche
jeweils an den Stirnseiten 6 des Bündels 4 verlaufen, sowie zwei Hauptseitenabschnitte
3 auf, welche jeweils an den Hauptseiten 5 des Bündels 4 verlaufen.
[0026] Die Vorrichtung weist eine aus Anschaulichkeitsgründen nur schematisch wiedergegebene
Halteeinrichtung 10 und eine ebenfalls nur schematisch wiedergegebene Transporteinrichtung
20 auf. Im dargestellten Beispiel weist die Transporteinrichtung 20 mehrere Transporteinheiten
mit jeweils zwei an Transportrollen 21 umlaufenden Transportriemen 22 auf. Die Transporteinheiten
21, 22 sind jeweils paarweise an beiden Seiten eines Transportpfades angeordnet, auf
welchem das Bündel 4 in Transportrichtung T befördert wird, indem jeweils zumindest
eine der Transportrollen 21 der Transporteinheiten 21, 22 mittels einer (nicht dargestellten)
Antriebseinrichtung in Rotation versetzt wird und die dabei in Bewegung gesetzten
Transportriemen 22 mit dem Bündel 4 in Kontakt gebracht werden.
[0027] Auf diese Weise wird das Bündel 4, das sich zu dem in Figur 1 dargestellten ersten
Zeitpunkt noch teilweise außerhalb der zu beiden Seiten des Transportpfades angeordneten
Transportelemente 21, 22 befindet und zu dem in Figur 2 dargestellten zweiten Zeitpunkt
ganz zwischen den Transportelementen 21, 22 liegt, zur Halteeinrichtung 10 befördert,
was anhand der Figuren 3 und 4 für einen dritten bzw. vierten Zeitpunkt veranschaulicht
wird.
[0028] Befindet sich die das Bündel 4 umgebende Banderole 1 auf der Höhe der Halteeinrichtung
10, wie zu dem in Figur 4 gezeigten vierten Zeitpunkt, so wird die Halteeinrichtung
10 mittels einer (nicht dargestellten) Mechanik auf die beiden Stirnseitenabschnitte
2 der Banderole 1 zu bewegt (siehe die zur Banderole 1 hin gerichteten Pfeile in der
Vorderansicht von Figur 4) und eine vorzugsweise kraftschlüssige Verbindung zwischen
der Halteeinrichtung 10 und den Stirnseitenabschnitten 2 der Banderole 1 hergestellt,
wie in Figur 5 für einen fünften Zeitpunkt veranschaulicht wird. Dadurch wird die
Banderole 1 an ihren beiden Stirnseitenabschnitten 2 in der Halteeinrichtung 10 festgehalten
und verhindert, dass sie zusammen mit dem beförderten Bündel 4 weitertransportiert
werden kann.
[0029] Im dargestellten Beispiel weist die Halteeinrichtung 10 zwei Saugnäpfe 11 auf, die
an die Stirnseitenabschnitte 2 der Banderole 1 gedrückt werden und diese jeweils im
Bereich einer Kontaktfläche 2' berühren. Bei den Saugnäpfen 11 kann es sich um passive
Saugnäpfe handeln, welche sich allein durch Andrücken an den jeweiligen Stirnseitenabschnitt
2 an diesem festsaugen, so dass eine ausreichend starke kraftschlüssige Verbindung
zustande kommt.
[0030] Alternativ oder zusätzlich können die Saugnäpfe 11 über (nicht dargestellte) Rohrleitungen
mit einer Vakuumerzeugungseinrichtung 12, beispielsweise einem sogenannten Ejektor,
verbunden sein bzw. werden, durch welche an den Saugnäpfen 11 ein Unterdruck erzeugt
wird, sobald bzw. nachdem diese mit den Stirnseitenabschnitten 2 der Banderole 1 in
Kontakt gekommen sind bzw. an den Stirnseitenabschnitten 2 der Banderole 1 anliegen.
Im Gegensatz zu den vorstehend beschriebenen passiven Saugnäpfen sind die Saugnäpfe
11 bei dieser Variante als aktive Saugnäpfe ausgebildet.
[0031] Vorzugsweise wird die Vakuumerzeugungseinrichtung 12 bereits aktiviert, wenn ein
Bündel 4 in die Vorrichtung eingelegt wird. Alternativ kann die Vakuumerzeugungseinrichtung
12 aber auch zu einem späteren Zeitpunkt aktiviert werden, z.B. sobald die Saugnäpfe
11 auf die Stirnseitenabschnitte 2 der Banderole 1 zu bewegt werden und/oder diese
berühren.
[0032] Sobald die beiden mit der aktivierten Vakuumerzeugungseinrichtung 12 verbundenen
und auf die Banderole 1 zu bewegten Saugnäpfe 11 in Kontakt mit den Stirnseitenabschnitten
2 der Banderole 1 kommen, baut sich ein Unterdruck auf, durch welchen eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen den beiden Stirnseitenabschnitten 2 der Banderole 1 und den beiden
Saugnäpfen 11 zustande kommt.
[0033] Vorzugsweise sind die Saugnäpfe 11 so ausgelegt, dass der Unterdruck und die daraus
resultierende kraftschlüssige Verbindung auch dann im Wesentlichen erhalten bleibt
oder sich nur sehr langsam verringert, wenn die Vakuumerzeugungseinrichtung 12 deaktiviert
wird. In diesem Fall kann ein Unterdruckschalter 13 vorgesehen sein, durch welchen
bei Vorliegen eines, vorzugsweise vorgebbaren, Unterdrucks in den Saugnäpfen 11 bzw.
in einem Verbindungsschlauch die Vakuumerzeugungseinrichtung 12 wieder deaktiviert
werden kann.
[0034] Unabhängig davon, ob die Saugnäpfe 11 als passive oder aktive Saugnäpfe ausgebildet
sind, kann vorzugsweise vorgesehen sein, einen oder beide mit den Stirnseitenabschnitten
2 der Banderole 1 in Kontakt gebrachten Saugnäpfe 11 gleichzeitig um ein kurzes Wegstück,
beispielsweise jeweils 0,5 mm, 1 mm oder 1,5 mm, vom Bündel 4 weg zu bewegen (siehe
die vom Bündel 4 weg gerichteten kurzen Pfeile in der Vorderansicht in Figur 5), um
einen bzw. beide Stirnseitenabschnitte 2 der Banderole 1 gegenüber der jeweiligen
Stirnseite 6 des Bündels 4 leicht anzuheben, um Andruckkräfte und damit Reibungskräfte
zwischen den Stirnseitenabschnitten 2 der Banderole 1 einerseits und den jeweiligen
Stirnseiten 6 des Bündels 4 andererseits zu reduzieren.
[0035] Während die Banderole 1 in der Halteeinrichtung 10 festgehalten wird, liegt ein,
in Transportrichtung T betrachtet, vorderer Bereich des Bündels 4 bereits zwischen
den zu beiden Seiten des Transportpfades angeordneten weiteren Transportelementen
21, 22 (wie in Figur 5 für den fünften Zeitpunkt veranschaulicht wird), durch welche
das Bündel 4 weiter in Transportrichtung T und dabei aus der festgehaltenen Banderole
1 heraus befördert wird, wie anhand der Figuren 6 und 7 für einen sechsten bzw. siebten
Zeitpunkt veranschaulicht wird. Die weiteren Transportelemente 21, 22 bilden somit
eine Entnahmeeinrichtung, durch welche das Bündel 4 aus der Banderole 1 heraus befördert
wird, im Sinne der vorliegenden Offenbarung.
[0036] Nachdem das Bündel 4 vollständig aus der Banderole 1 heraus befördert wurde, wie
anhand von Figur 7 für einen siebten Zeitpunkt veranschaulicht wird, kann die Banderole
1 von der Halteeinrichtung 10 losgelassen bzw. freigegeben werden, beispielsweise
indem die Erzeugung und/oder Aufrechterhaltung des Unterdrucks in den Saugnäpfen 11
gestoppt bzw. unterbrochen wird. Falls beispielsweise die Vakuumerzeugungseinrichtung
12 während des Herausziehens des Bündels 4 aktiviert war, kann diese nun deaktiviert
werden. Wurde der Unterdruck an den Saugnäpfen 11 während des Herausziehens des Bündels
4 bei deaktivierter Vakuumerzeugungseinrichtung 12 aufrechterhalten, so kann der Unterdruck
beispielsweise durch Belüfteten, etwa der Schläuche zwischen den Saugnäpfen 11 und
der Vakuumerzeugungseinrichtung 12, unterbrochen werden. Optional kann auch vorgesehen
sein, während oder nach der Reduktion oder Eliminierung des Unterdrucks über die Saugnäpfe
11 einen sog. Abblas-Impuls auszugeben, d.h. einen Luftstoß, durch welchen die Banderole
1 von den Saugnäpfen 11 stoßartig weggeblasen wird. Im Falle passiver Saugnäpfe ist
es auch möglich, die Saugnäpfe 11 so lange bzw. weit voneinander weg zu bewegen, bis
die dabei entstehenden Zugkräfte größer sind als die aufgrund des Unterdrucks zwischen
der Banderole 1 und den Saugnäpfen 11 wirkenden Normalkräfte.
[0037] In allen Fällen wird die Banderole 1 dabei von der Halteeinrichtung 10 freigegeben,
so dass sie von alleine aus der Halteeinrichtung 10 herausfällt und/oder gegebenenfalls
mittels eines (nicht dargestellten) Ausgabeelements aus der Halteeinrichtung 10 ausgegeben
wird. Das Ausgabeelement kann beispielsweise ein in die leere Banderole 1 eingehängter
Haken sein oder ein auf die freigegebene Banderole 1 zu bewegter Stift, durch den
die Banderole 1 aus der Halteeinrichtung 10 ausgeworfen wird.
[0038] Figur 8 zeigt die Vorrichtung zu einem achten Zeitpunkt, nachdem die Banderole 1
aus der Halteeinrichtung 10 herausgefallen bzw. ausgegeben worden ist. Ferner wurden
die beiden Saugnäpfe 11 weder in ihre Ausgangsposition bewegt, was durch die beiden
vom Transportpfad weg gerichteten Pfeile angedeutet wird. Das entbanderolierte Bündel
4 wird durch die Transportelemente 21, 22 weiter transportiert, was in Figur 9 beispielhaft
für einen neunten Zeitpunkt veranschaulicht wird, und kann einer weiteren Bearbeitung,
beispielsweise zu einer Vereinzelungsvorrichtung eines Banknotenbearbeitungssystems,
zugeführt werden.
[0039] Figur 10 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Entbanderolieren
eines mit einer Banderole 1 versehenen Bündels 4 von Wertdokumenten in Draufsicht
(oberer Bereich der Figur) und in Vorderansicht (unterer Bereich der Figur) zu einem
ersten Zeitpunkt.
[0040] Im Unterschied zu dem in den Figuren 1 bis 9 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel
ist bei dem vorliegend gezeigten zweiten Ausführungsbeispiel anstelle der Transporteinrichtung
20 ein beweglicher Greifer 30 vorgesehen, welcher zwei Greiferelemente 31 aufweist,
welche das Bündel 4 an den beiden Hauptseiten 5 ergreifen bzw. das Bündel 4 zwischen
den beiden Hauptseiten 5 einklemmen können. Der Greifer 30 ist mit einer (nicht dargestellten)
Antriebsmechanik gekoppelt, durch welche er in einer ersten Richtung R1 auf die Halteeinrichtung
10 zu bewegt werden kann, um das Bündel 4 zur Halteeinrichtung 10 zu befördern, wie
anhand der Figuren 11 und 12 für einen zweiten bzw. dritten Zeitpunkt veranschaulicht
wird.
[0041] Befindet sich die das Bündel 4 umgebende Banderole 1 auf der Höhe der Halteeinrichtung
10, wie zu dem in Figur 12 gezeigten dritten Zeitpunkt, so wird die weitere Beförderung
des Bündels 4 durch den Greifer 30 gestoppt und die Halteeinrichtung 10 mittels einer
(nicht dargestellten) Mechanik auf die beiden Stirnseitenabschnitte 2 der Banderole
1 zu bewegt (siehe die zur Banderole 1 hin gerichteten Pfeile in der Vorderansicht
in Figur 12) und eine vorzugsweise kraftschlüssige Verbindung zwischen der Halteeinrichtung
10 und den Stirnseitenabschnitten 2 der Banderole 1 hergestellt, wie in Figur 13 für
einen vierten Zeitpunkt veranschaulicht wird. Dadurch wird die Banderole 1 an ihren
beiden Stirnseitenabschnitten 2 in der Halteeinrichtung 10 festgehalten.
[0042] Wie bei dem in den Figuren 1 bis 9 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel weist die
Halteeinrichtung 10 auch bei dem vorliegend dargestellten zweiten Ausführungsbeispiel
zwei passive oder aktive Saugnäpfe 11 auf, die jeweils im Bereich einer Kontaktfläche
2' an die Stirnseitenabschnitte 2 der Banderole 1 gedrückt werden und dabei eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen den Saugnäpfen 11 und den Stirnseitenabschnitten 2 der Banderole
1 herstellen. Die vorstehenden Ausführungen im Zusammenhang mit den in den Figuren
1 bis 9 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel gelten für das vorliegende zweite Ausführungsbeispiel
entsprechend.
[0043] Anschließend wird der Greifer 30 in einer der ersten Richtung R1 entgegengesetzten
zweiten Richtung R2 von der Halteeinrichtung 10 weg bewegt, wobei das eingeklemmte
Bündel 4 aus der von der Halteeinrichtung 10 gehaltenen Banderole 1 herausgezogen
wird, wie anhand der Figuren 14 und 15 beispielhaft für einen fünften bzw. sechsten
Zeitpunkt veranschaulicht wird.
[0044] Nachdem das Bündel 4 vollständig aus der Banderole 1 heraus befördert wurde, kann
die Banderole 1 von der Halteeinrichtung 10 losgelassen bzw. freigegeben werden, beispielsweise
indem die Erzeugung und/oder Aufrechterhaltung des Unterdrucks in den Saugnäpfen 11
gestoppt bzw. unterbrochen wird, so dass sie von alleine aus der Halteeinrichtung
10 herausfällt oder gegebenenfalls mittels eines (nicht dargestellte) Ausgabeelements
aus der Halteeinrichtung 10 ausgegeben wird. Die vorstehenden Ausführungen zum ersten
Ausführungsbeispiel, insbesondere im Zusammenhang mit Figur 7, gelten entsprechend.
[0045] Figur 16 zeigt die Vorrichtung zu einem siebten Zeitpunkt, nachdem die Banderole
1 aus der Halteeinrichtung 10 herausgefallen bzw. ausgegeben worden ist. Ferner wurden
die beiden Saugnäpfe 11 wieder in ihre Ausgangsposition bewegt, was durch die beiden
vom Transportpfad weg gerichteten Pfeile angedeutet wird. Die vorstehenden Ausführungen
im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel, insbesondere im Zusammenhang mit
den Figuren 8 bis 9, gelten entsprechend.
[0046] Im Folgenden werden weitere Alternativen, Varianten bzw. bevorzugte Weiterbildungen
beider Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0047] Auch wenn in den in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen jeweils ein Saugnapf
11 pro Stirnseitenabschnitt 2 der Banderole 1 vorgesehen ist, ist es grundsätzlich
möglich, an nur einem der beiden Stirnseitenabschnitte 2 einen Saugnapf 11 vorzusehen.
Ein einzelner Saugnapf 11 wird dabei vorzugsweise in seiner Form und/oder Größe und/oder
hinsichtlich der Höhe des erzeugten Unterdrucks entsprechend angepasst, um eine ausreichend
große Haftreibung zwischen dem Saugnapf 11 und dem Stirnseitenabschnitt 2 der Banderole
1 zu erhalten. Auf der Seite des einzelnen Saugnapfs 11 kann gegebenenfalls einen
Anschlagelement für das Bündel 4 angeordnet sein, gegen welches das Bündel bei einem
etwaigen Anheben des Stirnseitenabschnitts durch den Saugnapf gedrückt wird, um das
durch den Saugnapf auf das Bündel ausgeübte Drehmoment zu kompensieren.
[0048] Darüber hinaus ist es möglich, anstelle von nur einem Saugnapf 11 je Stirnseitenabschnitt
2 der Banderole 12 zwei oder mehrere Saugnäpfe 11 je Stirnseitenabschnitt 2 vorzusehen.
[0049] Vorzugsweise kann unabhängig von der Anzahl der jeweils vorgesehenen Saugnäpfe 11
die Fläche des vorgesehenen Saugnapfes 11 bzw. die Gesamtfläche der vorgesehenen Saugnäpfe
11 betrachtet werden, um eine ausreichend große Haftreibung zwischen der Halteeinrichtung
10 einerseits und der Banderole 1 andererseits zu erhalten. Die Normalkraft zwischen
Saugnapf 11 und Banderole 1 entspricht dem Produkt aus der erzielbaren Druckdifferenz
(d.h. dem Unterdruck gegenüber dem Umgebungsdruck) und der Fläche des Saugnapfes 11
bzw. der Gesamtfläche bei zwei oder mehreren Saugnäpfen 11. Im Falle gleich großer
Saugnäpfe 11 ist daher bei gleichem Unterdruck mit zwei Saugnäpfen 11 je Stirnseitenabschnitt
2 die Normalkraft doppelt so hoch wie mit nur einem Saugnapf 11 je Stirnseitenabschnitt
2, so dass eine entsprechend höhere Haftreibung erzielt wird.
[0050] Alternativ oder zusätzlich ist, insbesondere im Falle von nur jeweils einem Saugnapf
11 je Stirnseitenabschnitt 2, die Form des Saugnapfes 11 so gewählt, dass dieser einen
möglichst großen Teil des jeweiligen Stirnseitenabschnitts 2 abdeckt bzw. kontaktiert.
Vorzugsweise hat der jeweilige Saugnapf 11 eine ovale Form, durch welche ein besonders
großer Teil der im Wesentlichen rechteckigen Fläche des jeweiligen Stirnseitenabschnitts
2 der Banderole abgedeckt bzw. kontaktiert werden kann.
[0051] Vorzugsweise werden die Flächen der Saugnäpfe 11 und/oder der mit bzw. an den Saugnäpfen
11 erzielte bzw. erzeugte Unterdruck so gewählt, dass die Summe der Kräfte, insbesondere
Normalkräfte, zwischen den Saugnäpfen 11 und der Banderole 1 größer wird als die Kraft
zwischen der Banderole 1 und dem Bündel 4. Da die durch den Unterdruck bewirkten Normalkräfte
und die Bewegungsrichtung des Bündels im Wesentlichen senkrecht zueinander stehen,
wird vorzugsweise jeweils das Produkt aus Normalkraft und Reibwert (Reibungskoeffizient)
betrachtet. Da der Reibwert im Wesentlichen konstant ist, ist es von Vorteil, die
Banderole 1 möglichst fest anzusaugen und gleichzeitig möglichst wenig Normalkraft
zwischen Banderole und Bündel zu haben.
[0052] Vorzugsweise hängt die Mindestgröße der Fläche des bzw. der Saugnäpfe 11 von der
benötigten (Normal-)Kraft ab, wohingegen die maximale Größe der Fläche des bzw. der
Saugnäpfe 11 durch die Abmessungen des Stirnseitenabschnitts 2 begrenzt ist, da der
Saugnapf 11 nicht, auch nicht minimal, über den jeweiligen Stirnseitenabschnitt 2
überstehen darf, um die Aufrechterhaltung des Unterdrucks im jeweiligen Saugnapf 11
zu gewährleisten. Beispielsweise werden für die Saugnäpfe 11 handelsübliche ovale
Saugnäpfe mit 15 × 5 oder 18 × 6 mm
2 oder kreisförmige Saugnäpfe verwendet. Selbstverständlich sind aber auch andere Größen
bzw. Formate möglich, sofern sie die vorstehend genannten Voraussetzungen hinsichtlich
minimaler und maximaler Größe erfüllen.
[0053] Grundsätzlich können mit der Vorrichtungen gemäß der vorliegenden Offenbarung sowohl
relativ dünne als auch relativ dicke Bündel 4 entbanderoliert werden. Je nach Anwendungsfall
können die Saugnäpfe 11 für besonders dünne bzw. dicke Bündel 4 bezüglich Größe und/oder
Form weiter optimiert werden. In vielen Anwendungsfällen jedoch, in denen Bündel 4
mit einer vorgegebenen Standard-Anzahl von Wertdokumenten bearbeitet werden, schwankt
die Dicke der Bündel 4 im Bereich der Banderole 1 nicht sonderlich. So beträgt die
Dicke eines Bündels 4 mit standardmäßig 100 Banknoten typischerweise ca. 10 mm.
[0054] Vorzugsweise ist die Distanz, um welche die Saugnäpfe 11 aus ihrer Ausgangsposition
heraus auf die Banderole 1 zu bewegt werden, einstellbar und/oder durch eine Bedienperson
vorgebbar. Vorzugsweise ist die Ausgangsposition der Saugnäpfe 11 so gewählt bzw.
die Distanz groß genug, dass die breiteste Stückelung (Denomination) der zu bearbeitenden
Banknoten noch zwischen die in der Ausgangsposition befindlichen Saugnäpfe 11 passt.
Vorzugsweise können andererseits die Saugnäpfe 11 mechanisch so weit zusammengefahren
werden, dass die jeweiligen Stirnseitenabschnitte 2 der Banderole 1 auch bei einem
Bündel 4 mit der schmalsten Stückelung von den Saugnäpfen 11 noch zuverlässig kontaktiert
werden können. Um eine Entbanderolierung von Bündeln mit Euro-Banknoten aller Stückelungen
zu ermöglichen, beträgt der Abstand zwischen den in ihrer Ausgangsposition befindlichen
Saugnäpfen 11 mindestens 82 mm, um ein Bündel mit der größten Stückelung aufnehmen
zu können, wobei die Saugnäpfe 11 bis zu einem Abstand von 62 mm oder weniger zusammengefahren
werden können, um ein Bündel mit der kleinsten Stückelung kontaktieren zu können.
Die Distanz bzw. der Verfahrweg, um welche bzw. welchen die Saugnäpfe 11 jeweils aus
ihrer Ausgangsposition heraus auf die Banderole 1 zu bewegt werden können, beträgt
bei Euro-Banknoten somit mindestens 2 × 10 mm (insgesamt also 20 mm), vorzugsweise
mindestens 2 × 15 mm (insgesamt also 30 mm).
[0055] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, die Geschwindigkeit, mit welcher das Bündel 4
mittels der Transporteinrichtung 20 bzw. mittels des Greifers 30 aus der Banderole
1 heraus befördert wird, in Abhängigkeit von, vorzugsweise sensorisch erfassten, Eigenschaften
des Bündels 4 oder der darin enthaltenen Banknoten einzustellen. Bei den vorzugsweise
zu berücksichtigenden Eigenschaften kann es sich z.B. um folgende handeln: Dicke und/oder
"Bauschigkeit" (d.h. Abweichung von der Quaderform) des Bündels oder Zustand, Abnutzungsgrad,
Lappigkeit oder Glattheit der jeweils obersten und/oder untersten Banknote des Bündels.
Bei bauschigen Bündeln 4 kann beispielsweise vorgesehen sein, die Geschwindigkeit
beim Herausziehen des Bündels gegenüber der Geschwindigkeit beim Transportieren des
banderolierten Bündels 4 zu reduzieren.
[0056] Vorzugsweise wird insbesondere bei einer Entbanderolierung mit einer Vorrichtung
gemäß dem vorstehend beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel, d.h. unter Verwendung
der Transporteinrichtung 20, jedoch angestrebt, die Geschwindigkeit nicht oder nur
geringfügig zu ändern, um die Banderole 1 quasi im Vorbeifahren abzuziehen und dabei
einen möglichst hohen zeitlichen Durchsatz zu gewährleisten.
[0057] Alternativ oder zusätzlich ist es auch möglich, das durch die Transporteinrichtung
20 bzw. den Greifer 30 bewirkte Herausziehen des Bündels 4 aus der Banderole 1 durch
ein zusätzliches Anschieben des Bündels 4 zu unterstützen. In dem in den Figuren 1
bis 9 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel der Vorrichtung kann ein Anschieben vorzugsweise
durch die, in Transportrichtung T betrachtet, jeweils hinter dem Bündel 4 liegenden
Transporteinheiten 21, 22 bewirkt werden, solange das Bündel 4 noch von diesen berührt
wird. Bei dem in den Figuren 10 bis 16 gezeigten zweiten Ausführungsbeispiel der Vorrichtung
kann beispielsweise ein Anschiebelement, wie zum Beispiel eine Platte, ein Rechen
oder Stift (nicht dargestellt), vorgesehen sein, durch welches das Bündel 4 in der
zweiten Richtung R2 angeschoben wird, während die Banderole 1 in der Halteeinrichtung
10 gehalten und das Bündel 4 mittels des Greifers 30 in der zweiten Richtung aus der
Banderole 1 herausgezogen wird.
[0058] Figur 17 zeigt eine schematische Darstellung eines Beispiels eines Systems zur Bearbeitung
von Wertdokumenten, insbesondere Banknoten, mit einer Vorrichtung 40 zum Entbanderolieren
von mit jeweils einer Banderole 1 versehenen Bündeln 4 von Banknoten gemäß einem der
vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele. Das System weist ferner eine Vereinzelungsvorrichtung
50 auf, welche dazu eingerichtet ist, die im entbanderolierten Bündel 4 jeweils enthaltenen
Banknoten BN einzeln vom Bündel 4 abzuziehen. Die einzelnen Banknoten BN werden einer
Bearbeitungsvorrichtung 60 zugeführt, welche dazu eingerichtet ist, die vereinzelten
Banknoten BN zu bearbeiten, insbesondere zu prüfen, zu zählen, zu sortieren und/oder
zu vernichten.
1. Vorrichtung zum Entbanderolieren eines mit einer Banderole (1) versehenen Bündels
(4) von Wertdokumenten, insbesondere Banknoten (BN), wobei das Bündel (4) zwei gegenüberliegende
Hauptseiten (5) aufweist, welche durch das oberste und unterste Wertdokument des Bündels
(4) gebildet werden, und die Banderole (1) zwei Stirnseitenabschnitte (2) aufweist,
welche an von gegenüberliegenden Kanten der Wertdokumente gebildeten Stirnseiten (6)
des Bündels (4) verlaufen,
gekennzeichnet durch
- eine Halteeinrichtung (10), welche dazu eingerichtet ist, mindestens einen der Stirnseitenabschnitte
(2) der Banderole (1) zu halten, und
- eine Entnahmeeinrichtung (20, 30), welche dazu eingerichtet ist, auf mindestens
eine der Hauptseiten (5) des Bündels (4) einzuwirken, um das Bündel (4) aus der Banderole
(1) heraus zu befördern, während der mindestens eine Stirnseitenabschnitt (2) der
Banderole (1) durch die Halteeinrichtung (10) gehalten wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Halteeinrichtung (10) dazu eingerichtet ist,
den mindestens einen Stirnseitenabschnitt (2) der Banderole (1) kraftschlüssig zu
halten.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Halteeinrichtung (10) zum Halten des
mindestens einen Stirnseitenabschnitts (2) der Banderole (1) mindestens einen Saugnapf
(11) aufweist, der vorzugsweise dazu eingerichtet ist, den mindestens einen Stirnseitenabschnitts
(2) kraftschlüssig zu halten.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, wobei die Halteeinrichtung (10) dazu eingerichtet ist,
den Saugnapf (11) in Kontakt mit dem mindestens einen Stirnseitenabschnitt (2) der
Banderole (1) zu bringen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Halteeinrichtung (10) dazu eingerichtet
ist, den Saugnapf (11) an den mindestens einen Stirnseitenabschnitt (2) der Banderole
(1) zu drücken, so dass der mindestens eine Stirnseitenabschnitt (2) durch den Saugnapf
(11) gehalten wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, wobei der Saugnapf (11) eine Ansaugschnittstelle
aufweist, über die er mit einer Vakuumerzeugungseinrichtung (12) verbunden werden
kann, und eine Vakuumerzeugungseinrichtung (12) vorgesehen ist, welche dazu eingerichtet
ist, mit der Ansaugschnittstelle des Saugnapfs verbunden zu werden und an dem mindestens
einen Saugnapf (11) einen Unterdruck zu erzeugen, so dass der mindestens eine Stirnseitenabschnitt
(2) durch den in Kontakt mit dem mindestens einen Stirnseitenabschnitt (2) gebrachten
Saugnapf (11) gehalten wird.
7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Halteeinrichtung (10)
dazu eingerichtet ist, den mindestens einen Stirnseitenabschnitt (2) der Banderole
(1) relativ zu der mindestens einen Stirnseite (6) des Bündels (4) zumindest teilweise
anzuheben.
8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Halteeinrichtung (10)
dazu eingerichtet ist, beide Stirnseitenabschnitte (2) der Banderole (1) zu halten
und/oder relativ zu beiden Stirnseiten (6) des Bündels (4) zumindest teilweise anzuheben.
9. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Halteeinrichtung (10)
für jeden der beiden Stirnseitenabschnitte (2) der Banderole (1) mindestens einen
Saugnapf (11) aufweist, der dazu eingerichtet ist, den jeweiligen Stirnseitenabschnitt
(2) der Banderole (1) zu halten, und die Halteeinrichtung (10) insbesondere dazu eingerichtet
ist, mit Hilfe der Saugnäpfe (11), vorzugsweise gleichzeitig, die beiden Stirnseitenabschnitte
(2) der Banderole (1) relativ zur jeweiligen Stirnseite (6) des Bündels (4) zumindest
teilweise anzuheben.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei das Anheben in eine vom Bündel
(4) weg weisende Richtung erfolgt, insbesondere durch Bewegen des jeweiligen Saugnapfs
(11) in die vom Bündel weg weisende Richtung, wobei das Bewegen des jeweiligen Saugnapf
vorzugsweise um eine Distanz zwischen 0,2 mm und 2 mm in die vom Bündel (4) weg weisende
Richtung erfolgt.
11. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Entnahmeeinrichtung
mindestens einen Greifer (30, 31) aufweist und dazu eingerichtet ist, den am Bündel
(4) befindlichen Greifer (30, 31) so zu steuern, dass er das Bündel (4) zwischen den
beiden Hauptseiten (5) einklemmt und, während der mindestens eine Stirnseitenabschnitt
(2) der Banderole (1) durch die Halteeinrichtung (10) gehalten wird, den Greifer (30,
31) von der Banderole (1) weg zu befördern, um das eingeklemmte Bündel (4) aus der
Banderole (1) heraus zu befördern.
12. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Entnahmeeinrichtung
mindestens eine Transporteinrichtung (20-22) aufweist, welche dazu eingerichtet ist,
das mit der Banderole (1) versehene Bündel (4) zur Halteeinrichtung (10) zu befördern
und, während der mindestens eine Stirnseitenabschnitt (2) der Banderole (1) durch
die Halteeinrichtung (10) gehalten wird, auf mindestens eine der Hauptseiten (5) des
Bündels (4) einzuwirken, um das Bündel (4) aus der Banderole (1) heraus zu befördern.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, wobei die Transporteinrichtung (20-22) dazu eingerichtet
ist, das mit der Banderole (1) versehene Bündel (4) in einer Transportrichtung (T)
zur Halteeinrichtung (10) zu befördern und, während der mindestens eine Stirnseitenabschnitt
(2) der Banderole (1) durch die Halteeinrichtung (10) gehalten wird, das Bündel (4)
in einer mit der Transportrichtung (T) im Wesentlichen identischen oder dazu entgegengesetzten
Richtung aus der Banderole (1) heraus zu befördern.
14. System zur Bearbeitung von Wertdokumenten, insbesondere Banknoten (BN), mit
- einer Vorrichtung (40) zum Entbanderolieren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
- mindestens einer Bearbeitungsvorrichtung (60), welche dazu eingerichtet ist, die
Wertdokumente des entbanderolierten Bündels zu bearbeiten.
15. Verfahren zum Entbanderolieren eines mit einer Banderole (1) versehenen Bündels (4)
von Wertdokumenten, insbesondere Banknoten (BN), insbesondere mit Hilfe der Vorrichtung
nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei das Bündel (4) zwei gegenüberliegende Hauptseiten
(5) aufweist, welche durch das oberste und unterste Wertdokument des Bündels (4) gebildet
werden, und die Banderole (1) zwei Stirnseitenabschnitte (2) aufweist, welche an von
gegenüberliegenden Kanten der Wertdokumente gebildeten Stirnseiten (6) des Bündels
(4) verlaufen,
dadurch gekennzeichnet, dass
- mindestens einer der Stirnseitenabschnitte (2) der Banderole (1) durch eine Halteeinrichtung
(10) gehalten wird und
- auf mindestens eine der Hauptseiten (5) des Bündels (4) durch eine Entnahmeeinrichtung
(20, 30) eingewirkt wird, um das Bündel (4) aus der Banderole (1) heraus zu befördern,
während der mindestens eine Stirnseitenabschnitt (2) der Banderole (1) durch die Halteeinrichtung
(10) gehalten wird.