[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zum notfallmäßigen Entfernen eines Blindnietelements
von einem Nietgerät und ein Nietgerät.
[0002] Bei diesem Verfahren ist das Blindnietelement über eine erste Gewindeanordnung mit
einem Zugdorn des Nietgeräts verschraubt. Der Zugdorn ist ferner über eine zweite
Gewindeanordnung mit einem Verbindungselement am Nietgerät verbunden ist Das Nietgerät
umfasst einen Längsantrieb zum axialen Antreiben des Verbindungselements sowie ein
Drehantrieb zum drehbaren Antreiben des Verbindungselements jeweils gegenüber einer
Drehachse des Verbindungselements.
[0004] Die
EP 0 670 199 A1 wird als nächstliegender Stand der Technik angesehen und offenbart ein Nietgerät
aufweisend einen Zugdorn mit einer ersten Gewindeanordnung zum Aufschrauben eines
Blindnietelementes, wobei der Zugdorn über eine zweite Gewindeanordnung mit einem
Verbindungselement am Nietgerät verbunden ist, einen Längsantrieb zum axialen Antreiben
des Verbindungselements, einen Drehantrieb zum drehbaren Antreiben des Verbindungselements
jeweils gegenüber einer Drehachse des Verbindungselements, und eine Steuereinheit
zum Antrieb des Drehantriebs in einer Drehrichtung, die zum Lösen der Verbindung zwischen
dem Zugdorn und dem Verbindungselement über die zweite Gewindeanordnung führt.
[0005] Bei den gattungsgemäßen Nietgeräten und dem damit durchgeführten Nietsetzvorgängen
kommt es jedoch häufig zu Beschädigungen der ersten Gewindeanordnung. Solche Beschädigungen
können beim Setzen von Blindnietelementen durchaus infolge von großen Setzkräften
auftreten, die zu einer irreversiblen Beschädigung des Gewindes am Zugdorn oder am
Blindnietelement kommen. Das Drehmoment des Motors ist aber nur derart eingestellt,
um den Zugdorn bei unbeschädigtem Gewinde in das Blindnietelement hinein- und herauszuschrauben.
Somit bleibt bislang dem Nutzer nur übrig, den Zugdorn zwischen Blindnietelement und
Verbindungselement abzuschrauben oder den Zugdorn abzusägen. Dies kann aber zu Beschädigungen
am Blindnietelement, am zu befestigenden Werksstück oder am Nietgerät selbst führen
und ist zudem zeitaufwendig.
[0006] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das Entfernen eines Blindnietelements
vom Nietgerät nach dem Setzgerät insbesondere für den Fall zu vereinfachen, falls
das übliche Abschrauben des Zugdorns vom Blindnietelement aufgrund einer Beschädigung
der ersten Gewindeanordnung nicht mehr wie üblich möglich ist.
[0007] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird gelöst durch ein Nietgerät nach
Anspruch 1 und ein Verfahren nach Anspruch 6. Bevorzugte Ausgestaltungen ergeben sich
aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.
[0008] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass ein Notfallprogramm durch eine Nutzereingabe
am Nietgerät gestartet wird. Das Notfallprogramm veranlasst dann zum einen ein Antreiben
des Verbindungselements durch den Drehantrieb in einer Drehrichtung im Uhrzeigersinn,
dass die Verbindung zwischen dem Zugdorn und dem Verbindungselement über die zweite
Gewindeanordnung gelöst wird. Zum anderen veranlasst das Notfallprogramm ein Beenden
des Antreibens durch den Drehantrieb nach Erreichen einer Vorgabe.
[0009] Der Kern der Erfindung besteht nun insbesondere darin, dass dem Nutzer die Überlegung
abgenommen wird, wie er trotz beschädigter erster Gewindeanordnung das Blindnietelement
vom Nietgerät lösen kann. Er startet dafür lediglich das Notfallprogramm. Dabei wird
zunächst das Verbindungselement derart durch den Drehantrieb angetrieben, dass über
die andere, noch intakte zweite Gewindeanordnung der Zugdorn vom Verbindungselement
gelöst wird. Die Drehung endet automatisch, sobald der Zugdorn vom Verbindungselement
gelöst ist. Hiermit wird zunächst erreicht, dass das Nietgerät mitsamt Gehäuse und
Verbindungselement vom Blindnietelement entfernt wird. Es verbleibt lediglich der
Zugdorn am Blindnietelement. Durch ein separates Werkzeug, beispielsweise einem üblichen
Schraubenschlüssel, welches am Zugdorn ansetzen kann, kann der Zugdorn nun manuell
vom Blindnietelement gelöst werden. Mit der Verwendung entsprechender Werkzeuge können
dabei auch Drehmomente aufgebracht werden, die das maximale Drehmoment des Nietgeräts
deutlich übersteigen, wodurch trotz beschädigter erster Gewindeanordnung der Zugdorn
vom Blindnietelement abgeschraubt werden kann. Sollte dies auch nicht möglich sein,
kann der Zugdorn nach wie vor abgesägt werden. Da das Nietgerät nun bereits entfernt
ist, gestaltet sich das Absägen deutlich einfacher.
[0010] Dabei wird in einer bevorzugten Ausgestaltung zunächst eine Verdrehsicherung, durch
welche der Zugdorn verdrehsicher am Verbindungselement gehalten ist, gelöst. Erst
anschließend erfolgt das Antreiben des Verbindungselements durch den Drehantrieb.
[0011] Der Zustand der Verdrehsicherung wird dabei vorzugsweise durch einen Sensor überwacht.
Erst wenn anhand des Sensors erkannt wurde, dass die Verdrehsicherung gelöst ist,
wird der Drehantrieb aktiviert und das Lösen des Zugdorns vom Verbindungselement beginnt.
[0012] In einer vorteilhaften Weiterbildung wird, zumindest zeitweise während des Antreibens
des Verbindungselements durch den Drehantrieb, zusätzlich das Verbindungselement anhand
des Längsantriebs axial in das Gehäuse des Nietgeräts eingefahren. Das Verbindungselement
wird also in das Gehäuse des Nietgeräts eingezogen, während zugleich das Verbindungselement
durch Drehbewegung vom Zugdorn abgeschraubt wird. Der axiale Vorschub des Verbindungselements,
der durch die Gewindeverdrehung erzeugt wird, kann so durch den Längsantrieb ausgeglichen
werden. Die axiale Relativbewegung zwischen dem Gehäuse des Nietgeräts und dem Blindnietelement
kann reduziert werden.
[0013] Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn der Drehantrieb und der Längsantrieb derart
zueinander synchronisiert sind, dass während des Antreibens des Verbindungselements
durch den Drehantrieb ein axialer Abstand zwischen dem Gehäuse, des Nietgeräts und
dem Blindelement konstant gehalten wird. Der axiale Vorschub kann über die Gewindesteigung
und der anliegenden Drehgeschwindigkeit des Verbindungselements berechnet werden.
[0014] Das Gehäuse stellt in diesem Zusammenhang insbesondere eine Ummantelung von Teilen
des Nietgeräts dar. Insbesondere sind Haltegriffe, an denen der Nutzer das Nietgerät
halten kann, fest am Gehäuse vorgesehen.
[0015] Vorzugsweise ist am Nietgerät ein Drehpositionsgeber angeordnet, der zur Ermittlung
der Drehstellung des Drehantriebs dient. Anhand der bekannten Drehstellung des Drehantriebs
kann ermittelt werden, wie viele Umdrehungen das Verbindungselement bereits vorgenommen
hat. Hieraus kann wiederum ermittelt werden, wann ein Zeitpunkt erreicht ist, bei
dem das Verbindungselement vollständig vom Zugdorn abgeschraubt ist. Dieser Zeitpunkt
kann dann der Vorgabewert sein, der schließlich die Bedingung zum Beenden des Antreibens
durch den Drehantrieb darstellt.
[0016] Die Erfindung umfasst ferner ein Nietgerät mit einer Steuerungseinheit, die eingerichtet
ist, das zuvor beschriebene Verfahren zu steuern.
[0017] Die Erfindung wird anhand der Figuren nachfolgend näher erläutert. Hierin zeigt
- Figur 1
- schematisch den Aufbau eines erfindungsgemäßen Nietgeräts mit verwendetem Blindnietelement
im Querschnitt;
- Figur 2
- eine Sicherungseinrichtung des Nietgeräts nach Figur 1 im Querschnitt entlang der
Schnittlinie II-II in Figur 1;
- Figur 3
- das Nietgerät nach Figur 1 in einer ersten Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Figur 4
- das Nietgerät nach Figur 2 in einer zweiten Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Figur 5
- das Nietgerät nach Figur 2 in einer dritten Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Figur 6
- das Nietgerät nach Figur 2 in einer vierten Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0018] In Figur 1 ist ein Nietgerät 10 gezeigt, welches zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens eingerichtet ist. Das Nietgerät 10 umfasst ein Gehäuse 20, in dem ein nicht
näher dargestellter Längsantrieb 17 sowie ein nicht näher dargestellter Drehantrieb
18 angeordnet sind. Die beiden Antriebe 17 und 18 können ausgeführt sein, wie es in
der
DE 10 2013 105 703 A1 beschrieben ist. Der Längsantrieb 17 dient dabei zum Antreiben eines Verbindungselements
15 entlang der Drehachse A des Verbindungselements 15 gegenüber dem Gehäuse 20. Der
Drehantrieb 18 dient zum Verdrehen des Verbindungselements 15 um dessen Drehachse
A gegenüber dem Gehäuse 20.
[0019] Das Verbindungselement 15 ist als Hülse ausgebildet und axial verschieblich und drehbar
im Gehäuse 20 gelagert. Mit einem Ende ragt das Verbindungselement 15 aus dem Gehäuse
heraus und weist dort an seiner Innenumfangsfläche ein zweites Innengewinde 16 auf,
welches als Linksgewinde ausgebildet ist. Auf dieses zweite Innengewinde ist ein Zugdorn
11 aufgeschraubt. Der Zugdorn 11 weist dazu einen zweiten Gewindeabschnitt 22 auf,
der ein zweites Außengewinde 14, welches ebenfalls als Linksgewinde ausgebildet ist.
[0020] Das Verbindungselement 15 ist innerhalb einer Führungshülse 19 geführt, welche fest
mit dem Gehäuse 20 verbunden ist. Eine Verdrehsicherung 24 verhindert, dass der Zugdorn
11 gegenüber dem Verbindungselement 15 verdreht werden kann. Somit wird über die Verdrehsicherung
24 der Zugdorn 11 drehfest gegenüber dem Verbindungselement 15 gehalten. Wird nun
über den Drehantrieb 18 das Verbindungselement 15 in Drehung versetzt, so wird je
nach Drehrichtung auch der Zugdorn 11 in Drehung versetzt. Ist hingegen die Verdrehsicherung
24 gelöst, so ist eine Relativdrehung zwischen dem Verbindungselement 15 und Zugdorn
11 möglich. Der Zugdorn 11 kann beispielsweise mit der Hand festgehalten werden, während
der Drehantrieb 18 das Verbindungselement in Drehung versetzt. Je nach Drehrichtung
wird dann der Zugdorn 11 auf das Verbindungselement 15 aufgeschraubt oder davon abgeschraubt.
[0021] Die Verdrehsicherung 24 umfasst dabei einen Sicherungsabschnitt 23 des Zugdorns 11,
welcher am Außenumfang einer Außensechskantfläche 25 umfasst. Diese Außensechskantfläche
25 ist aufgenommen in einer axial verschiebbaren Sicherungshülse 27, die eine Innensechskantfläche
26 aufweist, die komplementär ausgebildet ist zur Außensechskantfläche 25. Gleichermaß
ist die Sicherungshülse 27 drehfest aber axial verschiebbar zum Verbindungselement
15 gehalten.
[0022] In Figur 1 ist die Position der Sicherungshülse 27 in einer Sicherungsstellung gezeigt,
in der die Außensechskantfläche 25 von der Innensechskantfläche 26 umschlossen ist,
und so eine Verdrehsicherung zwischen dem Verbindungselement 15 und dem Zugdorn 11
darstellt. Wenn die Sicherungshülse 27 in die in Figur 1 gestrichelt gezeichnete Position
in Pfeilrichtung axial verlagert wird, ist die Sicherungshülse in ihrer Freigabeposition.
In dieser Freigabeposition sind die Sechskantflächen 25, 26 außer Eingriff und eine
Relativverdrehung zwischen Verbindungselement 25 und Zugdorn 11 ist möglich.
[0023] Figur 2 zeigt eine vereinfachte Verdrehsicherung im Querschnitt umfassend den Sicherungsabschnitt
23 des Zugdorns 11 mit der Sicherungshülse 27 entsprechend der Schnittlinie II-II,
wobei aus Gründen der Einfachheit darauf verzichtet wurde, in der Darstellung nach
Figur 2 auch die Führungshülse 19 und das Verbindungselement 15 näher zu zeigen.
[0024] Der Zugdorn 11 weist ferner einen ersten Gewindeabschnitt 21 auf, welcher ein erstes
Außengewinde 12, in diesem Fall ein Rechtsgewinde, umfasst. Dieses wird zur Vorbereitung
des Nietsetzvorgangs in ein erstes Innengewinde 2 eines Blindnietelements 1 eingedreht.
Das Blindnietelement 1 ist dabei topfförmig ausgebildet und weist einen Anschlagkragen
3 auf. Ein Mundstück 13 an der Führungshülse 19 dient als Anschlag für den Anschlagkragen
3 während des Setzen des Blindnietelements 1.
[0025] Das Nietgerät 10 umfasst ferner eine Steuereinheit 30, die den Längsantrieb 17 und
den Drehantrieb 18 ansteuert. Ferner ist ein Drehpositionssensor 29 vorgesehen, mittels
dem die Drehposition des Verbindungselements 15 und/oder des Drehantriebs 18 ermittelt
werden kann. Der Drehpositionssensor kann auch ein Bestandteil eines Drehantriebs
mit bürstenlosem Motor sein.
[0026] Zum Setzen des Blindnietelements wird zunächst das Blindnietelement 1 auf das erste
Innengewinde des Zugdorn 11 aufgeschraubt. Dabei wird das Verbindungselement 15 durch
den Drehantrieb 18 um einige Umdrehungen verdreht, so dass der mit dem Verbindungselement
15 drehfest verbundene Zugdorn 11 in das Blindnietelement eingeschraubt wird. Anschließend
wird ruckartig der Längsantrieb 17 in Gang gesetzt, der das Verbindungselement 15
in das Gehäuse 20 hineinzieht. Das Mundstück 13 verbleibt aber an seiner Position
gegenüber dem Gehäuse 20 und schlägt an den Anschlagkragen 3 an. Durch die Druckbelastung
des Mundstücks 13 auf den Anschlagkragen 3 bei gleichzeitiger Zugbelastung des sich
nach rechts bewegenden Gewindeabschnitts 21 und die damit einhergehende Zugbeaufschlagung
des Gewindes 2 wird das Blindnietelement 1 bestimmungsgemäß verformt und damit gesetzt.
[0027] Figur 3 zeigt nun den Zustand des Nietgeräts und des darauf montierten Blindnietelements
1 nach einem Nietvorgang. Durch die bereits angesprochene Zugbeaufschlagung über das
Gewinde hat sich am Blindnietelement 1 ein Schließwulst 4 ausgebildet, durch den die
Verspannung mit einem nicht dargestellten Bauteil in dessen Aufnahmebohrung ergibt.
Üblicherweise würde nun der Drehantrieb 18 entgegen dem Uhrzeigersinn drehen, wodurch
auch der Zugdorn 11 in Gegenuhrzeigersinn verdreht werden würde und daraus der Zugdorn
11 aus dem Blindnietelement 1 geschraubt wird. Im vorliegenden Fall hat sich aber
während des Setzvorgangs eine Beschädigung des ersten Innengewinde 2 des Blindnietelements
1 oder des ersten Außengewindes des Zugdorns ergeben, so dass der Zugdorn 11 nicht
mehr relativ zum Blindnietelement 1 verdreht werden kann.
[0028] Um dennoch das Nietgerät 10 vom Blindnietelement 1 zu entfernen wird nun ein Notfallprogramm
gestartet. Dies erfolgt beispielsweise durch Drücken einer bestimmten Taste oder Tastenkombination
durch den Nutzer am Nietgerät 10. Anschließend wird, wie in Figur 4 gezeigt, die Sicherungshülse
27 durch den Nutzer in Richtung auf das Gehäuse 20 gezogen, wodurch die Verdrehsicherung
24 zwischen Verbindungselement 15 und Zugdorn 11 gelöst wird. Ein Sensor 31, der nur
in Figur 4 gezeigt ist, erkennt, dass die Sicherungshülse 27 in ihrer Freigabeposition
ist und damit die Verdrehsicherung 24 gelöst ist. Veranlasst hierdurch startet der
Drehantrieb 18 mit einer Drehung im Uhrzeigersinn, wodurch das Verbindungselement
15 langsam vom Zugdorn 11 abgeschraubt wird. Gleichzeitig wird der Längsantrieb 17
aktiviert und bewirkt eine Verlagerung des Verbindungselements 15 in das Gehäuse 20
hinein. Das Verbindungselement 15 wird in der vorliegenden Figur nach rechts bewegt,
so dass die relative Ausrichtung zwischen Zugdorn 11 und Gehäuse 20 im Wesentlichen
unverändert bleibt.
[0029] Durch eine Aufintegration von Werten, die vom Drehpositionssensor 29 ermittelt werden,
wird festgestellt, wie viel Umdrehungen das Verbindungselement 15 bereits durchlaufen
hat. Nach einer bestimmten Anzahl von Umdrehungen wird automatisch der Drehantrieb
18 gestoppt. Das ist dann der Fall, wenn das Verbindungselement 15 vollständig vom
Zugdorn 11 abgeschraubt ist. Hierbei kann beispielsweise ein Vorgabewert, der die
Anzahl der erforderlichen Umdrehungen umfasst, verwendet werden. Dieser Vorgabewert
ist zugdornspezifisch, da der Zugdorn 11 beispielsweise fünf Gewindegänge umfasst,
welche also die fünfmalige Umdrehung erfordert, um den Zugdorn vom Verbindungselement
zu lösen.
[0030] Dieser Zustand ist nun in Figur 5 zu sehen. Die Verschraubung zwischen zweitem Außengewinde
14 und zweitem Innengewinde 16 ist gelöst. Nun kann der Zugdorn 11, wie in Figur 6
dargestellt, vom Nietgerät 10 mitsamt des darauf befestigten Blindnietelements 1 entfernt
werden. Nun befindet sich nach wie vor das Bliednietelement 1 in der nicht dargestellten
Aufnahmebohrung des Werksstücks. Auch der Zugdorn ist nach wie vor im Blindnietelement
festgehalten. Ein üblicher Schraubenschlüssel 28 kann nun am Sicherungsabschnitt 23
des Zugdorns 11 angesetzt werden, und ein manuelles Lösen des Zugdorns 11 vom Blindnietelement
1 kann erfolgen.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Bliednietelement
- 2
- erstes Innengewinde (Rechtsgewinde) des Blidnietelements
- 3
- Anschlagkragen des Blidnietelements
- 4
- Schließwulst
- 10
- Nietgerät
- 11
- Zugdorn
- 12
- erstes Außengewinde (Rechtsgewinde) des Zugdorns
- 13
- Mundstück
- 14
- zweites Außengewinde (Linksgewinde) des Zugdorns
- 15
- Verbindungselement
- 16
- zweites Innengewinde (Linksgewinde) des Verbindungselements
- 17
- Längsantrieb
- 18
- Drehantrieb
- 19
- Führungshülse
- 20
- Gehäuse
- 21
- erster Gewindeabschnitt des Zugdorns
- 22
- zweiter Gewindeabschnitt des Zugdorns
- 23
- Sicherungsabschnitt des Zugdorns
- 24
- Verdrehsicherung
- 25
- Außensechskantfläche des Sicherungsabschnitts
- 26
- Innensechskantfläche der Sicherungshülse
- 27
- Sicherungshülse
- 28
- Schraubenschlüssel
- 29
- Drehpositionssensor
- 30
- Steuereinheit
- 31
- Sensor der Verdrehsicherung
- A
- Drehachse
1. Nietgerät aufweisend
- einen Zugdorn (11) mit einer ersten Gewindeanordnung (2, 12) zum Aufschrauben eines
Blindnietelementes (1), wobei der Zugdorn ein Rechtsgewinde (12) als erstes Außengewinde
(12) aufweist, wobei der Zugdorn (11) über eine zweite Gewindeanordnung (14, 16),
umfassend ein zweites Innengewinde (16) eines Verbindungselements (15) und ein zweites
Außengewinde (14) des Zugdorns (11), mit dem Verbindungselement (15) am Nietgerät
(10) verbunden ist, wobei das zweite Innengewinde (16) und das zweite Außengewinde
(14) jeweils als Linksgewinde ausgebildet sind,
- einen Längsantrieb (17) zum axialen Antreiben des Verbindungselements (15),
- einen Drehantrieb (18) zum drehbaren Antreiben des Verbindungselements (15) jeweils
gegenüber einer Drehachse (A) des Verbindungselements (15),
- eine Steuereinheit (30) zum Antrieb des Drehantriebs (18) in eine Drehrichtung im
Uhrzeigersinn, die zum Lösen der Verbindung zwischen dem Zugdorn (11) und dem Verbindungselement
(15) über die zweite Gewindeanordnung (14, 16) führt.
2. Nietgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Erreichen einer Vorgabe den Antrieb des Drehantriebs (18) beendet.
3. Nietgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zugdorn (11) mittels einer Verdrehsicherung (24) zunächst drehfest gegenüber
dem Verbindungselement (15) gehalten ist, wobei das Antreiben des Verbindungselements
(15) durch den Drehantrieb (18) erst nach dem Lösen der Verdrehsicherung (24) veranlassbar
ist.
4. Nietgerät nach nach Anspruch 3,
gekennzeichnet durch
einen Sensor (31) zur Überwachung des Zustands der Verdrehsicherung (24).
5. Nietgerät nach einem der vorherigen Ansprüche,
gekennzeichnet durch
einen Drehpositionsgeber (29) zur Ermittlung der Drehstellung des Drehantriebs (18).
6. Verfahren zum notfallmäßigen Entfernen eines Blindnietelements (1) von einem Nietgerät
(10) nach einem der vorherigen Ansprüche umfassend die folgenden Verfahrensschritte
auf Veranlassung einer Nutzereingabe am Nietgerät (10):
- Antreiben des Verbindungselements (15) durch den Drehantrieb (18) in einer derartigen
Drehrichtung, so dass die Verbindung zwischen dem Zugdorn (11) und dem Verbindungselement
(15) über die zweite Gewindeanordnung (14, 16) gelöst wird, wobei der Drehantrieb
(18) mit einer Drehbewegung im Uhrzeigersinn das Verbindungselement vom Zugdorn abschraubt;
- Beenden des Antriebs durch den Drehantrieb (18) nach Erreichen einer Vorgabe.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest zeitweise während dem Antreiben des Verbindungselements (15) durch den
Drehantrieb (18) das Verbindungselement (15) anhand des Längsantriebs (17) axial in
ein Gehäuse (20) des Nietgeräts eingefahren wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Drehantrieb (18) und der Längsantrieb (17) derart zueinander synchronisiert sind,
dass während dem Antreiben des Verbindungselements (15) durch den Drehantrieb (18)
ein axialer Abstand zwischen einem Gehäuse (20) des Nietgeräts (10) und dem Blindnietelement
(1) konstant gehalten wird.
1. A riveting machine having
- a pull mandrel (11) with a first thread arrangement (2, 12) for screwing on a blind
rivet element (1), wherein the pull mandrel has a right-hand thread (12) as a first
external thread (12), wherein the pull mandrel (11) is connected to a connecting element
(15) on the riveting machine (10) via a second thread arrangement (14, 16), comprising
a second internal thread (16) of the connecting element (15) and a second external
thread (14) of the pull mandrel (11), wherein the second internal thread (16) and
the second external thread (14) are respectively designed as left-hand threads,
- a longitudinal drive (17) for axially driving the connecting element (15),
- a rotary drive (18) for rotationally driving the connecting element (15), in each
case in relation to an axis of rotation (A) of the connecting element (15),
- a control unit (30) for driving the rotary drive (18) in a clockwise rotational
direction, which leads to the release of the connection between the pull mandrel (11)
and the connecting element (15) via the second thread arrangement (14, 16).
2. The riveting machine according to claim 1,
characterized in that
reaching a specification ends the driving of the rotary drive (18).
3. The riveting machine according to claim 1 or 2,
characterized in that
the pull mandrel (11) is initially held in a rotationally fixed manner in relation
to the connecting element (15) by means of an anti-rotation device (24), wherein the
driving of the connecting element (15) by the rotary drive (18) can only be initiated
after releasing the anti-rotation device (24).
4. The riveting machine according to claim 3,
characterized by
a sensor (31) for monitoring the state of the anti-rotation device (24).
5. The riveting machine according to one of the preceding claims,
characterized by
a rotary position encoder (29) for determining the rotational position of the rotary
drive (18).
6. A method for the emergency removal of a blind rivet element (1) from a riveting machine
(10) according to one of the preceding claims comprising the following method steps
at the instigation of a user input at the riveting machine (10):
- driving of the connecting element (15) by the rotary drive (18) in this type of
rotational direction such that the connection between the pull mandrel (11) and the
connecting element (15) is released via the second thread arrangement (14, 16), wherein
the rotary drive (18) unscrews the connecting element from the pull mandrel using
a clockwise rotational movement;
- ending the driving by the rotary drive (18) after reaching a specification.
7. The method according to claim 6,
characterized in that
the connecting element (15) is at least temporarily axially retracted by means of
the longitudinal drive (17) into a housing (20) of the riveting machine during the
driving of the connecting element (15) by the rotary drive (18).
8. The method according to claim 6 or 7,
characterized in that
the rotary drive (18) and the longitudinal drive (17) are synchronized to one another
in such a way that, during the driving of the connecting element (15) by the rotary
drive (18), an axial distance between a housing (20) of the riveting machine (10)
and the blind rivet element (1) is constantly maintained.
1. Riveteuse comportant
- un mandrin de traction (11) avec un premier système de filetage (2, 12) pour visser
un élément de rivet borgne (1), sachant que le mandrin de traction comporte un filetage
à droite (12) en tant que premier filetage extérieur (12), sachant que le mandrin
de traction (11) est relié par un deuxième système de filetage (14, 16) comprenant
un deuxième filetage intérieur (16) d'un élément de liaison (15) et un deuxième filetage
extérieur (14) du mandrin de traction (11), à l'élément de liaison (15) sur la riveteuse
(10), sachant que le deuxième filetage intérieur (16) et le deuxième filetage extérieur
(14) sont respectivement réalisés en filetage à gauche,
- un entraînement longitudinal (17) destiné à l'entraînement axial de l'élément de
liaison (15),
- un entraînement en rotation (18) destiné à l'entraînement en rotation de l'élément
de liaison (15) respectivement par rapport à un axe de rotation (A) de l'élément de
liaison (15),
- une unité de commande (30) pour entraîner l'entraînement en rotation (18) dans une
direction de rotation vers la droite, qui mène au desserrage de la liaison entre le
mandrin de traction (11) et l'élément de liaison (15) sur le deuxième système de filetage
(14, 16).
2. Riveteuse selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
l'atteinte d'une valeur de consigne met fin à l'entraînement de l'entraînement en
rotation (18).
3. Riveteuse selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce que
le mandrin de traction (11) est maintenu d'abord solidaire en rotation par rapport
à l'élément de liaison (15) au moyen d'une sécurité anti-rotation (24), sachant que
l'entraînement de l'élément de liaison (15) ne peut être engagé par l'entraînement
en rotation(18) qu'après le desserrage de la sécurité anti-rotation (24) .
4. Riveteuse selon la revendication 3,
caractérisée par
un capteur (31) destiné à surveiller l'état de la sécurité anti-rotation (24).
5. Riveteuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par
un transmetteur de position de rotation (29) pour déterminer la position de rotation
de l'entraînement en rotation (18).
6. Procédé de retrait en cas d'urgence d'un élément de rivet borgne (1) d'une riveteuse
(10) selon l'une quelconque des revendications précédentes comprenant les étapes de
procédé suivantes à l'initiative d'une instruction d'utilisateur sur la riveteuse
(10) :
- entraînement de l'élément de liaison (15) par l'entraînement en rotation (18) dans
une direction de rotation de telle manière que la liaison entre le mandrin de traction
(11) et l'élément de liaison (15) est défaite sur le deuxième système de filetage
(14, 16), sachant que l'entraînement en rotation (18) avec un mouvement de rotation
vers la droite dévisse l'élément de liaison du mandrin de traction,
- arrêt de l'entraînement par l'entraînement en rotation (18) après atteinte d'une
valeur de consigne.
7. Procédé selon la revendication 6,
caractérisée en ce que
l'élément de liaison (15) est introduit axialement dans un boîtier (20) de la riveteuse
au moyen de l'entraînement longitudinal (17) au moins temporairement pendant l'entraînement
de l'élément de liaison (15) par l'entraînement en rotation (18).
8. Procédé selon la revendication 6 ou 7,
caractérisée en ce que
l'entraînement en rotation (18) et l'entraînement longitudinal (17) sont synchronisés
l'un par rapport à l'autre de telle sorte que pendant l'entraînement de l'élément
de liaison (15) par l'entraînement en rotation(18), une distance axiale est maintenue
constante entre un boîtier (20) de la riveteuse (10) et l'élément de rivet borgne
(1).