[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Projektionsscheinwerfer-Modul, umfassend einen
Reflektor mit einem ersten und einem zweiten Brennpunkt, eine LED-Lichtquelle, deren
Licht sich aus einem ersten Wellenlängenbereich a und aus Licht aus einem zweiten
Wellenlängenbereich b zusammensetzt, wobei die Lichtquelle im ersten Brennpunkt des
Reflektors oder annähernd im ersten Brennpunkt des Reflektors angeordnet ist, eine
Linse, welche ihren Brennpunkt mit dem zweiten Brennpunkt des Reflektors gemeinsam
hat, und ein Blendensystem. Gegenstand der Erfindung ist weiterhin die Verwendung
solcher Projektionsscheinwerfer-Module.
[0002] Fahrzeugbeleuchtungen umfassen in den meisten Ländern vorschriftsmäßig Abblendlicht.
Dieses dient der eigenen Sichtbarkeit als auch einer Ausleuchtung der Fahrbahn. Das
Licht muss in Helligkeit und Geometrie so beschaffen sein, dass weder Gegenverkehr
noch andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden. Zu diesem Zweck zeigt das Projektionsmodul
eines Kfz-Scheinwerfers, üblicherweise umfassend eine Lichtquelle, einen Reflektor
und eine optische Linse, im Lichtweg üblicherweise eine relativ deutlich ausgebildete
Hell-Dunkel-Grenze auf, die durch Einsatz einer Blende entsteht. Die Blende ist üblicherweise
zwischen Linse und Reflektor des Projektionsmoduls angeordnet, wo der zweite Brennpunkt
des Reflektors und der Brennpunkt der Linse zusammenfallen. Die Blende wird im unteren
Teil des Lichtweges zwischen der Lichtquelle und dem Reflektor positioniert. Durch
die Kontur der Linse wird die Form der Hell-Dunkel-Grenze vorgegeben. Durch die invertierenden
Eigenschaften der Linse wird der Schlagschatten in den oberen Lichtweg verlagert.
[0003] Allen Lichtquellen ist gemeinsam, dass bei ihrem Einsatz in sogenannten Projektionsmodulen
in Kfz-Scheinwerfern ein unerwünschter Farbsaum wahrnehmbar ist. Dieser Farbsaum wird
insbesondere bei der Abblendlichtfunktion im Bereich der Hell-Dunkel-Grenze ganz besonders
störend wahrgenommen.
[0004] Ein Farbsaum ist ein farbiges Lichtband, hervorgerufen durch chromatische Aberration.
Bei Kfz-Scheinwerfern werden insbesondere blaue Farbsäume nicht nur als störend wahrgenommen,
sondern können den entgegenkommenden Verkehr auch verwirren, da auf den ersten Blick
eine Verwechslung mit Blaulicht von Polizei oder Krankenwagen erfolgen kann.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind Ansätze bekannt, die sich mit der Beseitigung des
Farbsaumes befassen. So wird beispielsweise durch eine vertikale Kontrastreduzierung
und damit einhergehende Aufweichung der Hell-Dunkel-Grenze die Wahrnehmbarkeit des
Farbsaumes reduziert, wie in der
EP 0 390 208 A2, der
DE 4329332 A1 und der
US 7,455,439 B2 beschrieben. Auch konnte, z.B. in der
US 4,851,968 A beschrieben, eine Farbsaumreduzierung durch das Erzeugen einer speziellen Lichtverteilung
der Lichtquelle erreicht werden. Die
DE102013227194 A1 beschreibt einen Kraftfahrzeugscheinwerfer mit zwei lichtwellenlängenselektiven Blenden,
die jeweils einen zentralen lichtdurchlässigen Bereich aufweisen, der von einem Bereich
mit einem Farbfilter oder Interferenzfilter umgeben ist, um die durch chromatische
Aberration hervorgerufenen Farblängsfehler und Farbquerfehler zu kompensieren.
[0006] Die
US 7,175,323 B2 beschreibt ein KFZ-Projektionsmodul, welches ein transparentes Substrat mit aufgebrachter
Maskierung zur Erzeugung der Hell-Dunkel-Grenze als Blende einsetzt. Über die Gestaltung
der Maskierung soll die Schärfe der Hell-Dunkel-Grenze beeinflusst und darüber auch
der Farbsaum aufgeweicht werden. Zusätzlich ist der Einsatz eines Farbfilters irgendwo
im Lichtweg, auf der Innenseite der Linse und/oder dem Substrat beschrieben, um der
chromatischen Aberration zu begegnen.
[0007] In der
US 2005/0225996 A1 ist eine Kombination aus zwei Blenden beschrieben, wobei die zweite einen transmittierenden
Bereich hat, der dazu führt, dass die Schärfe der Hell-Dunkel-Grenze reduziert wird,
wodurch auch hier der Farbsaum aufgeweicht wird.
[0008] Die aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen zur Reduzierung des Blausaumes sind
stets mit einer Reduktion der Schärfe der Hell-Dunkel-Grenze verbunden. Dieses ist
jedoch problematisch, da in verschiedenen Ländern weltweit gesetzliche Anforderungen
an die Mindestschärfe gestellt werden. In Deutschland gilt laut der Regelung ECE R98
ein Mindestwert für die Schärfe G von 0,08 (ECE R98 Annex 10, Absatz 3,2b).
[0009] Aufgabe war es daher, ein Projektionsmodul für eine Beleuchtungsvorrichtung, insbesondere
für einen Kfz-Scheinwerfer, bereitzustellen, bei welchem eine effektive Reduzierung
des Farbsaumes, insbesondere des Blausaumes, bei einer möglichst geringen Veränderung
des Kontrasts bzw. der Schärfe der Hell-Dunkel-Grenze erfolgt.
[0010] Dabei befasst sich die vorliegende Erfindung bevorzugt mit solchen Projektionsmodulen,
bei denen ein ellipsoider Reflektor oder ein Freiformflächenreflektor eingesetzt wird.
Diese Art von Reflektoren besitzen zwei konjugierte Brennpunkte. Das Licht aus einem
Brennpunkt geht nach der Reflexion durch den anderen Brennpunkt. Durch die Form des
Reflektors in Kombination mit der Anordnung der Lichtquelle im oder annähernd im ersten
Brennpunkt wird ein relativ großer Teil des gesamten emittierten Lichtes durch den
Reflektor gesammelt. Wird Licht unterschiedlicher Wellenlänge eingesetzt, so ergibt
sich für das reflektierte Licht unterschiedlicher Wellenlängen jeweils ein anderer
Brennpunkt. Alternativ weiter bevorzugt ist der Reflektor ein Freiformflächenreflektor.
[0011] Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass der Farbsaum, insbesondere der Blausaum,
unter Erhaltung der Schärfe der Hell-Dunkel-Grenze reduziert werden kann, wenn an
Stelle der herkömmlich zur Erzeugung der Hell-Dunkel-Grenze eingesetzten Blenden,
die typischerweise homogen oder gelocht ausgeführt sind, Farbfilter - ggf. mit Blenden
- als Blendensystem verwendet und gezielt positioniert werden.
[0012] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Projektionsscheinwerfer-Modul, umfassend einen
Reflektor mit einem ersten und einem zweiten Brennpunkt,
eine LED-Lichtquelle, deren Licht sich aus einem ersten Wellenlängenbereich a von
380 nm bis 474 nm und aus Licht aus einem zweiten Wellenlängenbereich b von 475 nm
bis 780 nm zusammensetzt, wobei die Lichtquelle im ersten Brennpunkt des Reflektors
oder annähernd im ersten Brennpunkt des Reflektors angeordnet ist,
eine Linse, welche ihren Brennpunkt mit dem zweiten Brennpunkt des Reflektors gemeinsam
hat, jeweils bezogen auf die Lichtquelle mit ihrer Wellenlängenverteilung, und ein
Blendensystem, dadurch gekennzeichnet, dass
das Blendensystem einen ersten und einen zweiten Farbfilter umfasst,
wobei
der erste Farbfilter im Brennpunkt der Linse oder annähernd im Brennpunkt der Linse
für eine Kenngröße des Wellenlängenbereiches a oder im oder annähernd im Lichtstärke-gemittelten
Schwerpunkt der Brennpunktschar der Lichtstrahlen für die einzelnen Wellenlängen des
Wellenlängenbereichs a der Linse angeordnet ist
und
der zweite Farbfilter im Brennpunkt der Linse oder annähernd im Brennpunkt der Linse
für eine Kenngröße des Wellenlängenbereiches b oder im oder annähernd im Lichtstärke-gemittelten
Schwerpunkt der Brennpunktschar der Lichtstrahlen für die einzelnen Wellenlängen des
Wellenlängenbereichs b der Linse angeordnet ist, wobei sich die Lichtstärke nach DIN
5031-3:1982 bestimmt,
und wobei
der erste Farbfilter einen mittleren spektralen Reintransmissionsgrad, bestimmt nach
CIE 38:1977, aufweist, der für den Wellenlängenbereich a einen Wert von höchstens
15 %, bevorzugt höchstens 5 %, und für den Wellenlängenbereich b einen Wert von mindestens
85 %, bevorzugt mindestens 95 %, weiter bevorzugt mindestens 99 %, aufweist,
und
der zweite Farbfilter einen mittleren spektralen Reintransmissionsgrad, bestimmt nach
CIE 38:1977, aufweist, der für den Wellenlängenbereich a einen Wert von mindestens
85 %, bevorzugt mindestens 95 %, weiter bevorzugt mindestens 99 %, und für den Wellenlängenbereich
b einen Wert von höchstens 15 %, bevorzugt höchstens 5 %, aufweist.
[0013] Anstelle der vorgegebenen Reintransmissionsgrade könnte man auch die spektralen Absorptionskoeffizienten
so wählen, dass der spektrale Absorptionskoeffizient der Farbfilter an die spektrale
Lichtstärkeverteilung der Lichtquelle angepasst ist, d.h., dass der jeweilige Absorptionskoeffizient
in den Spektralbereichen geringer ausfällt, in denen spektral aufgelöst weniger Lichtstärke
von der Lichtquelle emittiert wird. Diese Methode ist aufgrund der technisch deutlich
komplexeren Umsetzung jedoch weniger bevorzugt.
[0014] Unter "Brennpunkt der Linse für eine Kenngröße" eines Wellenlängenbereiches wird
erfindungsgemäß bevorzugt eine der folgenden Größen verstanden:
- der Brennpunkt für die dominante Wellenlänge des jeweiligen Wellenlängenbereiches,
- der Brennpunkt für die Wellenlänge der maximalen Intensität - Peakwellenlänge - des
jeweiligen Wellenlängenbereiches,
- der Lichtstärke-gemittelte Schwerpunkt der Brennpunktschar der Lichtstrahlen für die
einzelnen Wellenlängen des jeweiligen Wellenlängenbereichs.
[0015] "Deren Licht sich aus einem ersten Wellenlängenbereich a und einem zweiten Wellenlängenbereich
b" zusammensetzt: Dieses bedeutet, dass das Licht der LED ganz oder zu einem wesentlichen
Teil aus Licht des VIS-Bereichs besteht. Der VIS-Bereich ist jedenfalls der für die
vorliegende Erfindung wesentliche Bereich des Spektrums.
[0016] Unter der "dominanten Wellenlänge" des jeweiligen Wellenlängenbereiches des Lichtes
ist erfindungsgemäß die Wellenlänge zu verstehen, die durch Schnitt einer Geraden
zwischen dem Unbuntpunkt und dem Farbort der Lichtquelle in diesem Wellenlängenbereich
mit dem spektralen Kurvenzug für einen 2°-Beobachter ermittelt wird (Definition nach
CIE 15:2004).
[0017] Die "Peakwellenlänge" ist die Wellenlänge mit der maximalen Intensität. Zur Ermittlung
der Peakwellenlänge wird eine strahlungsäquivalente Größe wie z.B. Fluss oder Bestrahlungsstärke
spektral aufgelöst gemessen und in einem kartesischen Koordinatensystem dargestellt.
Auf der y-Achse wird die strahlungsäquivalente Größe aufgetragen und auf der x-Achse
die Wellenlängen. Das absolute Maximum dieser Kurve ist die "Peakwellenlänge" (Definition
nach DIN 5031-1 (1982)).
[0018] Die Lichtstärke bestimmt sich nach DIN 5031-3 (1982).
[0019] Die vorliegende Erfindung befasst sich insbesondere mit neuartigen Lichtquellen,
LED-Lichtquellen, die weißes bzw. annähernd weißes Licht bereitstellen, etwa durch
die Kombination von blau emittierenden InGaN-Chips mit passenden Phosphorkonvertern,
die gelbes Licht erzeugen.
[0020] Weitere grundsätzlich geeignete Lichtquellen sind solche Lichtquellen, die einen
durch einen Laser angeregten Phosphor aufweisen.
[0021] Das Licht solcher Lichtquellen weist üblicherweise eine korrelierte Farbtemperatur,
bestimmt nach CIE 15:2004, von 2500 K bis 10000 K, bevorzugt von 5000 bis 6000 K auf.
[0022] Bevorzugt ist der Reflektor ein Ellipsoid-Reflektor oder ein Freiformflächenreflektor.
[0023] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Projektionsscheinwerfer-Moduls weist
dieses neben der einen Linse noch weitere Linsen auf.
[0024] Sofern das Projektionsscheinwerfer-Modul mehrere Linsen umfasst, können diese entweder
direkt benachbart zueinander oder mit Abstand zueinander angeordnet sein. Diese Linsen
können aus dem gleichen oder aus verschiedenen Materialien bestehen.
[0025] Bei der Anordnung mit einer Linse als auch bei einem System mit mehr als einer Linse
kann als Linsenmaterial ein Glasmaterial, ein thermoplastisches Material, ein duroplastisches
Material, beispielsweise ein aliphatisches Polycarbonat, oder ein Silikon eingesetzt
werden, wobei hiermit auch Zusammensetzungen, enthaltend diese Materialien und übliche
Additive, gemeint sind.
[0026] Geeignete thermoplastische Materialien sind Polyamide, Polyester, Polyphenylensulfide,
Polyphenylenoxide, Polyethersulfone, Polysulfone, Poly(meth)acrylate, Polyimide, Polyetherimide,
Polyetherketone, wie PEK, PEEK oder PEKK, sowie Polycarbonate.
[0027] Bevorzugt wird als Linsenmaterial eine auf Polycarbonat basierende Zusammensetzung
eingesetzt. "Auf Polycarbonat basierend" bedeutet, dass die thermoplastische Zusammensetzung
mindestens 50 Gew.-%, bevorzugt mindestens 60 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens
75 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt mindestens 85 Gew.-% Polycarbonat, insbesondere
aromatisches Polycarbonat, enthält.
[0028] Polycarbonate im Sinne der vorliegenden Erfindung sind sowohl Homopolycarbonate als
auch Copolycarbonate und/oder Polyestercarbonate; die Polycarbonate können in bekannter
Weise linear oder verzweigt sein. Erfindungsgemäß können auch Mischungen von Polycarbonaten
verwendet werden.
[0029] Die thermoplastischen Polycarbonate einschließlich der thermoplastischen, aromatischen
Polyestercarbonate haben mittlere Molekulargewichte M
w (ermittelt durch Messung der relativen Viskosität bei 25°C in CH
2Cl
2 und einer Konzentration von 0,5 g pro 100 ml CH
2Cl
2) von 20.000 g/mol bis 32.000 g/mol, vorzugsweise von 23.000 g/mol bis 31.000 g/mol,
insbesondere von 24.000 g/mol bis 31.000 g/mol.
[0030] Ein Teil, bis zu 80 Mol-%, vorzugsweise von 20 Mol-% bis zu 50 Mol-%, der Carbonat-Gruppen
in den erfindungsgemäß eingesetzten Polycarbonaten können durch aromatische Dicarbonsäureester-Gruppen
ersetzt sein. Derartige Polycarbonate, die sowohl Säurereste der Kohlensäure als auch
Säurereste von aromatischen Dicarbonsäuren in die Molekülkette eingebaut enthalten,
werden als aromatische Polyestercarbonate bezeichnet. Sie werden im Rahmen der vorliegenden
Erfindung unter dem Oberbegriff der thermoplastischen, aromatischen Polycarbonate
subsumiert.
[0031] Die Herstellung der Polycarbonate erfolgt in bekannter Weise aus Dihydroxyarylverbindungen,
Kohlensäurederivaten, gegebenenfalls Kettenabbrechern und gegebenenfalls Verzweigern,
wobei zur Herstellung der Polyestercarbonate ein Teil der Kohlensäurederivate durch
aromatische Dicarbonsäuren oder Derivate der Dicarbonsäuren ersetzt wird, und zwar
je nach Maßgabe der in den aromatischen Polycarbonaten zu ersetzenden Carbonatstruktureinheiten
durch aromatische Dicarbonsäureesterstruktureinheiten.
[0032] Für die Herstellung von Polycarbonaten geeignete Dihydroxyarylverbindungen sind solche
der Formel (I)
HO-Z-OH (I),
in welcher
- Z
- ein aromatischer Rest mit 6 bis 30 C-Atomen ist, der einen oder mehrere aromatische
Kerne enthalten kann, substituiert sein kann und aliphatische oder cycloaliphatische
Reste bzw. Alkylaryle oder Heteroatome als Brückenglieder enthalten kann.
[0033] Bevorzugt steht Z in Formel (I) für einen Rest der Formel (II)

in der
R6 und R7 unabhängig voneinander für H, C1- bis C18-Alkyl-, C1- bis C18-Alkoxy, Halogen wie Cl oder Br oder für jeweils gegebenenfalls substituiertes Aryl-
oder Aralkyl, bevorzugt für H oder C1- bis C12-Alkyl, besonders bevorzugt für H oder C1- bis C8-Alkyl und ganz besonders bevorzugt für H oder Methyl, stehen, und
X für eine Einfachbindung, -SO2-, -CO-, -O-, -S-, C1- bis C6-Alkylen, C2- bis C5-Alkyliden oder C5- bis C6-Cycloalkyliden, welches mit C1- bis C6-Alkyl, vorzugsweise Methyl oder Ethyl, substituiert sein kann, ferner für C6- bis C12-Arylen, welches gegebenenfalls mit weiteren Heteroatome enthaltenden aromatischen
Ringen kondensiert sein kann, steht. Bevorzugt steht X für eine Einfachbindung, C1- bis C5-Alkylen, C2- bis C5-Alkyliden, C5- bis C6-Cycloalkyliden, -O-, -SO-, -CO-, -S-, -SO2- oder für einen Rest der Formel (III)

[0034] Beispiele für Dihydroxyarylverbindungen sind: Dihydroxybenzole, Dihydroxydiphenyle,
Bis-(hydroxyphenyl)-alkane, Bis-(hydroxyphenyl)-cycloalkane, Bis-(hydroxyphenyl)-aryle,
Bis-(hydroxyphenyl)-ether, Bis-(hydroxyphenyl)-ketone, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfide,
Bis-(hydroxyphenyl)-sulfone, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfoxide, 1,1'-Bis-(hydroxyphenyl)-diisopropylbenzole
sowie deren kernalkylierte und kernhalogenierte Verbindungen.
[0035] Für die Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden Polycarbonate geeignete Dihydroxyarylverbindungen
sind beispielsweise Hydrochinon, Resorcin, Dihydroxydiphenyl, Bis-(hydroxyphenyl)-alkane,
Bis(hydroxyphenyl)-cycloalkane, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfide, Bis-(hydroxyphenyl)-ether,
Bis-(hydroxyphenyl)-ketone, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfone, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfoxide,
a,a'-Bis-(hydroxyphenyl)-diisopropylbenzole sowie deren alkylierte, kernalkylierte
und kernhalogenierte Verbindungen.
[0036] Bevorzugte Dihydroxyarylverbindungen sind 4,4'-Dihydroxydiphenyl, 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-1-phenylpropan,
1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-phenylethan, 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)propan, 2,4-Bis-(4-hydroxyphenyl)-2-methylbutan,
1,3-Bis-[2-(4-hydroxyphenyl)-2-propyl]benzol (Bisphenol M), 2,2-Bis-(3-methyl-4-hydroxyphenyl)-propan,
Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-methan, 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan,
Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-sulfon, 2,4-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-2-methylbutan,
1,3-Bis-[2-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-2-propyl]-benzol und 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan
(Bisphenol TMC).
[0037] Besonders bevorzugte Diphenole sind 4,4'-Dihydroxydiphenyl, 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-phenyl-ethan,
2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan, 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexan
und 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan (Bisphenol TMC).
[0038] Diese und weitere geeignete Diphenole sind z.B. in
US 2 999 835 A,
3 148 172 A,
2 991 273 A,
3 271 367 A,
4 982 014 A und
2 999 846 A, in den
deutschen Offenlegungsschriften 1 570 703 A,
2 063 050 A,
2 036 052 A,
2 211 956 A und
3 832 396 A, der
französischen Patentschrift 1 561 518 A1, in der Monographie "
H. Schnell, Chemistry and Physics of Polycarbonates, Interscience Publishers, New
York 1964, S. 28 ff.; S.102 ff.", und in "
D.G. Legrand, J.T. Bendler, Handbook of Polycarbonate Science and Technology, Marcel
Dekker New York 2000, S. 72 ff." beschrieben.
[0039] Im Falle der Homopolycarbonate wird nur ein Diphenol eingesetzt, im Falle von Copolycarbonaten
werden zwei oder mehr Diphenole eingesetzt. Die verwendeten Diphenole, wie auch alle
anderen der Synthese zugesetzten Chemikalien und Hilfsstoffe, können mit den aus ihrer
eigenen Synthese, Handhabung und Lagerung stammenden Verunreinigungen kontaminiert
sein. Es ist jedoch wünschenswert, mit möglichst reinen Rohstoffen zu arbeiten.
[0040] Die zur Regelung des Molekulargewichtes benötigten monofunktionellen Kettenabbrecher,
wie Phenole oder Alkylphenole, insbesondere Phenol, p-tert. Butylphenol, iso-Octylphenol,
Cumylphenol, deren Chlorkohlensäureester oder Säurechloride von Monocarbonsäuren bzw.
Gemische aus diesen Kettenabbrechern, werden entweder mit dem Bisphenolat bzw. den
Bisphenolaten der Reaktion zugeführt oder aber zu jedem beliebigen Zeitpunkt der Synthese
zugesetzt, solange im Reaktionsgemisch noch Phosgen oder Chlorkohlensäureendgruppen
vorhanden sind, bzw. im Falle der Säurechloride und Chlorkohlensäureester als Kettenabbrecher,
solange genügend phenolische Endgruppen des sich bildenden Polymers zur Verfügung
stehen. Vorzugsweise werden der oder die Kettenabbrecher jedoch nach der Phosgenierung
an einem Ort oder zu einem Zeitpunkt zugegeben, wenn kein Phosgen mehr vorliegt, aber
der Katalysator noch nicht dosiert wurde, bzw. sie werden vor dem Katalysator, mit
dem Katalysator zusammen oder parallel zudosiert.
[0041] In der gleichen Weise werden eventuell zu verwendende Verzweiger oder Verzweigermischungen
der Synthese zugesetzt, üblicherweise jedoch vor den Kettenabbrechern. Üblicherweise
werden Trisphenole, Quarterphenole oder Säurechloride von Tri- oder Tetracarbonsäuren
verwendet oder auch Gemische der Polyphenole oder der Säurechloride.
[0042] Einige der als Verzweiger verwendbaren Verbindungen mit drei oder mehr als drei phenolischen
Hydroxylgruppen sind beispielsweise Phloroglucin, 4,6-Dimethyl-2,4,6-tri-(4-hydroxyphenyl)-hepten-2,
4,6-Dimethyl-2,4,6-tri-(4-hydroxyphenyl)-heptan, 1,3,5-Tris-(4-hydroxyphenyl)-benzol,
1,1,1-Tri-(4-hydroxyphenyl)-ethan, Tris-(4-hydroxyphenyl)-phenylmethan, 2,2-Bis-[4,4-bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexyl]-propan,
2,4-Bis-(4-hydroxyphenyl-isopropyl)-phenol, Tetra-(4-hydroxyphenyl) -methan.
[0043] Einige der sonstigen trifunktionellen Verbindungen sind 2,4-Dihydroxybenzoesäure,
Trimesinsäure, Cyanurchlorid und 3,3-Bis-(3-methyl-4-hydroxyphenyl)-2-oxo-2,3-dihydroindol.
[0044] Bevorzugte Verzweiger sind 3,3-Bis-(3-methyl-4-hydroxyphenyl)-2-oxo-2,3-dihydroindol
und 1,1,1-Tri-(4-hydroxyphenyl)-ethan.
[0045] Die Menge der gegebenenfalls einzusetzenden Verzweiger beträgt 0,05 Mol-% bis 2 Mol-%,
bezogen wiederum auf Mole an jeweils eingesetzten Diphenolen.
[0046] Die Verzweiger können entweder mit den Diphenolen und den Kettenabbrechern in der
wässrigen alkalischen Phase vorgelegt werden oder in einem organischen Lösungsmittel
gelöst vor der Phosgenierung zugegeben werden.
[0047] Alle diese Maßnahmen zur Herstellung der Polycarbonate sind dem Fachmann geläufig.
[0048] Für die Herstellung der Polyestercarbonate geeignete aromatische Dicarbonsäuren sind
beispielsweise Orthophthalsäure, Terephthalsäure, Isophthalsäure, tert-Butylisophthalsäure,
3,3'-Diphenyldicarbonsäure, 4,4'-Diphenyldicarbonsäure, 4,4-Benzophenondicarbonsäure,
3,4'-Benzophenondicarbonsäure, 4,4'-Diphenyletherdicarbonsäure, 4,4'-Diphenylsulfondicarbonsäure,
2,2-Bis-(4-carboxyphenyl)-propan, Trimethyl-3-phenylindan-4,5'-dicarbonsäure.
[0049] Von den aromatischen Dicarbonsäuren werden besonders bevorzugt die Terephthalsäure
und/oder Isophthalsäure eingesetzt.
[0050] Derivate der Dicarbonsäuren sind die Dicarbonsäuredihalogenide und die Dicarbonsäuredialkylester,
insbesondere die Dicarbonsäuredichloride und die Dicarbonsäuredimethylester.
[0051] Der Ersatz der Carbonatgruppen durch die aromatischen Dicarbonsäureestergruppen erfolgt
im Wesentlichen stöchiometrisch und auch quantitativ, so dass das molare Verhältnis
der Reaktionspartner sich auch im fertigen Polyestercarbonat wiederfindet. Der Einbau
der aromatischen Dicarbonsäureestergruppen kann sowohl statistisch als auch blockweise
erfolgen.
[0052] Bevorzugte Herstellungsweisen der erfindungsgemäß zu verwendenden Polycarbonate,
einschließlich der Polyestercarbonate, sind das bekannte Grenzflächenverfahren und
das bekannte Schmelzeumesterungsverfahren (vgl. z. B.
WO 2004/063249 A1,
WO 2001/05866 A1,
US 5,340,905 A,
US 5,097,002 A,
US-A 5,717,057 A).
[0053] Im ersten Fall dienen als Säurederivate vorzugsweise Phosgen und gegebenenfalls Dicarbonsäuredichloride,
im letzteren Fall vorzugsweise Diphenylcarbonat und gegebenenfalls Dicarbonsäurediester.
Katalysatoren, Lösungsmittel, Aufarbeitung, Reaktionsbedingungen etc. für die Polycarbonatherstellung
bzw. Polyestercarbonatherstellung sind in beiden Fällen hinreichend beschrieben und
bekannt.
[0054] Besonders bevorzugt wird als Linsenmaterial ein hochtemperaturstabiles Copolycarbonat
eingesetzt.
[0055] Ein entsprechendes Copolycarbonat ist beispielsweise unter der Bezeichnung "APEC
®" von der Covestro Deutschland AG erhältlich. Es handelt sich dabei um ein Copolycarbonat,
enthaltend eine oder mehrere Monomereinheiten der Formel (1a)

in der
R1 für Wasserstoff oder einen C1- bis C4-Alkylrest, bevorzugt für Wasserstoff, steht,
R2 für einen C1- bis C4-Alkylrest, bevorzugt Methylrest, steht,
n für 0, 1, 2 oder 3, bevorzugt 3, steht.
[0056] Alternativ handelt es sich bei dem hochtemperaturstabilen Polycarbonat um ein Copolycarbonat,
enthaltend eine oder mehrere Monomereinheiten der Formeln (1b), (1c), (1d) und/oder
(le), welche nachfolgend gezeigt sind.

in denen
R3 für einen C1- bis C4-Alkylrest, Aralkylrest oder Arylrest, bevorzugt für einen Methylrest oder Phenylrest,
ganz besonders bevorzugt für einen Methylrest, steht,
und/oder
eine oder mehrere Monomereinheiten eines Siloxans der allgemeinen Formel (le)

in der
R19 für Wasserstoff, Cl, Br oder einen C1- bis C4-Alkylrest, vorzugsweise für Wasserstoff oder einen Methylrest, besonders bevorzugt
für Wasserstoff, steht,
R17 und R18 gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander für einen Arylrest, einen
C1-bis C10-Alkylrest oder einen C1- bis C10-Alkylarylrest, bevorzugt jeweils für einen Methylrest, stehen und wobei
X eine Einfachbindung, -CO-, -O-, ein C1- bis C6-Alkylenrest, ein C2- bis Cs-Alkylidenrest, ein C5-bis C12-Cycloalkylidenrest oder ein C6- bis C12-Arylenrest ist, der optional mit weiteren aromatischen Ringen kondensiert sein kann,
welche Heteroatome enthalten, wobei X bevorzugt eine Einfachbindung, ein C1- bis C5-Alkylenrest, ein C2- bis Cs-Alkylidenrest, ein C5- bis C12-Cycloalkylidenrest, -O- oder -CO- ist, weiter bevorzugt eine Einfachbindung, ein
Isopropylidenrest, ein C5- bis C12-Cycloalkylidenrest oder -O- ist, ganz besonders bevorzugt ein Isopropylidenrest,
ist,
n eine Zahl von 1 bis 500, vorzugsweise von 10 bis 400, besonders bevorzugt von 10
bis 100, ganz besonders bevorzugt von 20 bis 60, ist,
m eine Zahl von 1 bis 10, bevorzugt von 1 bis 6, besonders bevorzugt von 2 bis 5,
ist,
p 0 oder 1, bevorzugt 1, ist,
und der Wert von n mal m vorzugsweise zwischen 12 und 400, weiter bevorzugt zwischen
15 und 200 liegt,
wobei das Siloxan bevorzugt mit einem Polycarbonat in Gegenwart eines organischen
oder anorganischen Salzes einer schwachen Säure mit einem pKA Wert von 3 bis 7 (25°C) umgesetzt wird,
verwendet wird.
[0057] Copolycarbonate mit Monomereinheiten der Formel (1e) und insbesondere auch deren
Herstellung sind in der
WO 2015/052106 A2 beschrieben.
[0058] Bevorzugt enthält das Copolycarbonat aber Monomereinheiten der allgemeinen Formel
(1a).
[0059] Die Monomereinheit(en) der allgemeinen Formel (1a) führt man über ein oder mehrere
entsprechenden Diphenole der allgemeinen Formel (la') ein:

in der
R1 für Wasserstoff oder einen C1- bis C4-Alkylrest, bevorzugt Wasserstoff,
R2 für einen C1- bis C4-Alkylrest, bevorzugt einen Methylrest, und
n für 0, 1, 2 oder 3, bevorzugt 3, stehen.
[0060] Die Diphenole der Formel (1a') und ihr Einsatz in Homopolycarbonaten sind in der
Literatur bekannt (
DE 3918406 A1).
[0061] Besonders bevorzugt ist 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan (Bisphenol
TMC) mit der Formel (la"):

[0062] Die Copolycarbonate mit Monomereinheiten der allgemeinen Formeln (1b), (lc) und/oder
(ld) weisen eine hohe Wärmeformbeständigkeit und eine geringe thermische Schwindung
auf. Die Vicat-Temperatur, bestimmt nach ISO 306:2013, liegt üblicherweise zwischen
170°C und 230°C.
[0063] Die Monomereinheit(en) der allgemeinen Formel (1b), (lc) und/oder (1d) führt man
über ein oder mehrere entsprechenden Diphenole der allgemeinen Formeln (1b`), (1c')
und (1d') ein:

in denen R
3 für einen C
1- bis C
4-Alkylrest, Aralkylrest oder Arylrest, bevorzugt für einen Methylrest oder Phenylrest,
ganz besonders bevorzugt für einen Methylrest, steht.
[0064] Neben einer oder mehreren Monomereinheiten der Formeln (1a), (1b), (1c), (1d) und/oder
(1e) können die erfindungsgemäß eingesetzten Copolycarbonate ein oder mehrere Monomereinheit(en)
der Formel (2) aufweisen:

in der
R7 und R8 unabhängig voneinander für H, einen C1- bis C18-Alkylrest, einen C1- bis C18-Alkoxyrest, Halogen wie C1 oder Br oder für jeweils einen gegebenenfalls substituierten
Arylrest oder Aralkylrest, bevorzugt für H oder einen C1- bis C12-Alkylrest, besonders bevorzugt für H oder einen C1- bis Cs-Alkylrest und ganz besonders bevorzugt für H oder einen Methylrest, stehen,
und
Y für eine Einfachbindung, -SO2-, -CO-, -O-, -S-, einen C1- bis C6-Alkylenrest oder C2- bis Cs-Alkylidenrest, ferner für einen C6- bis C12-Arylenrest, welches gegebenenfalls mit weiteren Heteroatome enthaltenden aromatischen
Ringen kondensiert sein kann, steht.
[0065] Die Monomereinheit(en) der allgemeinen Formel (2) führt man über ein oder mehrere
entsprechende Dihydroxyarylverbindungen der allgemeinen Formel (2a) ein:

wobei R
7, R
8 und Y jeweils die bereits im Zusammenhang mit der Formel (2) erwähnte Bedeutung haben.
[0066] Beispielhaft werden für die Dihydroxyarylverbindungen der Formel (2a), die neben
den Dihydroxyarylverbindungen der Formel (1a'), (1b'), (1c') und/oder (1d') eingesetzt
werden können, Hydrochinon, Resorcin, Dihydroxybiphenyle, Bis-(hydroxyphenyl)-alkane,
Bis-(hydroxyphenyl)-sulfide, Bis-(hydroxyphenyl)-ether, Bis-(hydroxyphenyl)-ketone,
Bis-(hydroxyphenyl)-sulfone, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfoxide, α,α'-Bis-(hydroxyphenyl)-diisopropylbenzole,
sowie deren kernalkylierte und kernhalogenierte Verbindungen und auch α,ω-Bis-(hydroxyphenyl)-polysiloxane
genannt.
[0067] Bevorzugte Dihydroxyarylverbindungen der Formel (2a) sind beispielsweise 4,4'-Dihydroxybiphenyl
(DOD), 4,4'-Dihydroxybiphenylether (DOD-Ether), 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan (Bisphenol
A), 2,4-Bis-(4-hydroxyphenyl)-2-methylbutan, 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-1-phenylethan,
1,1-Bis[2-(4-hydroxyphenyl)-2-propyl]-benzol, 1,3-Bis[2-(4-hydroxyphenyl)-2-propyl]-benzol
(Bisphenol M), 2,2-Bis-(3-methyl-4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)-propan,
Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-methan, 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan,
Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-sulfon, 2,4-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-2-methylbutan,
2,2-Bis-(3,5-dichlor-4-hydroxyphenyl)-propan und 2,2-Bis-(3,5-dibrom-4- hydroxyphenyl)-propan.
[0068] Besonders bevorzugte Dihydroxyarylverbindungen sind beispielsweise 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan
(Bisphenol A), 4,4'-Dihydroxybiphenyl (DOD), 4,4'-Dihydroxybiphenylether (DOD-Ether),
1,3-Bis[2-(4-hydroxyphenyl)-2-propyl]-benzol (Bisphenol M), 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan,
1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-1-phenylethan, 2,2-Bis-(3,5-dichlor-4-hydroxyphenyl)-propan
und 2,2-Bis-(3,5-dibrom-4-hydroxyphenyl)-propan.
[0069] Ganz besonders bevorzugt sind Verbindungen der allgemeinen Formel (2b),

in der
R11 für H, lineare oder verzweigte C1- bis C10 -Alkylreste, bevorzugt lineare oder verzweigte C1- bis C6 -Alkylreste, besonders bevorzugt für lineare oder verzweigte C1- bis C4-Alkylreste, ganz besonders bevorzugt für H oder einen C1-Alkylrest (Methylrest), steht und
R12 für lineare oder verzweigte C1- bis C10-Alkylreste, bevorzugt lineare oder verzweigte C1- bis C6-Alkylreste, besonders bevorzugt für lineare oder verzweigte C1- bis C4-Alkylreste, ganz besonders bevorzugt für einen C1-Alkylrest (Methylrest), steht.
[0070] Hierbei ist insbesondere die Dihydroxyarylverbindung (2c) ganz besonders bevorzugt.

[0072] Der Gesamtanteil der Monomereinheiten der Formeln (1a), (1b), (1c) und (1d) im Copolycarbonat
beträgt vorzugsweise 0,1 - 88 mol-%, besonders bevorzugt 1 - 86 mol-%, ganz besonders
bevorzugt 5 - 84 mol-% und insbesondere 10 - 82 mol-% (bezogen auf die Summe der Mole
eingesetzter Dihydroxyarylverbindungen).
[0073] Bevorzugt leiten sich die Diphenolateinheiten der Copolycarbonate gemäß Komponente
A von Monomeren mit den allgemeinen Strukturen der oben beschriebenen Formeln (1a'),
weiter bevorzugt (la"), und (2a), ganz besonders bevorzugt (2c), ab.
[0074] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
leiten sich die Diphenolateinheiten der Copolycarbonate gemäß Komponente A von Monomeren
mit den allgemeinen Strukturen der oben beschriebenen Formeln (2a) und (1b'), (1c')
und/oder (1d') ab.
[0075] Ein bevorzugtes Copolycarbonat ist aufgebaut aus 17 bis 62 Gew.-% Bisphenol A und
83 bis 38 Gew.-% Comonomer der allgemeinen Formel (1b), (1c) und/oder (1d), wobei
sich die Mengen von Bisphenol A und Comonomer der allgemeinen Formeln (1b), (1c) und/oder
(ld) zu 100 Gew.-% ergänzen.
[0076] Der Anteil der Monomereinheiten der Formel (1a), bevorzugt von Bisphenol TMC, im
Copolycarbonat beträgt10 - 95 Gew.-%, besonders bevorzugt 44 - 85 Gew.-%. Dabei wird
als Monomer der Formel (2) bevorzugt Bisphenol A eingesetzt, dessen Anteil bevorzugt
15 bis 56 Gew.-% beträgt. Besonders bevorzugt ist das Copolycarbonat aus den Monomeren
Bisphenol TMC und Bisphenol A aufgebaut.
[0077] Die erfindungsgemäß eingesetzten Copolycarbonate weisen bevorzugt eine Vicat-Erweichungstemperatur,
bestimmt nach ISO 306:2013, von 150 bis 230°C , weiter bevorzugt von 160°C bis 220°C,
besonders bevorzugt 175°C bis 220 °C, ganz besonders bevorzugt von 180°C bis 218°C,
auf.
[0078] Die Copolycarbonate können als block- und statistisches Copolycarbonat vorliegen.
Besonders bevorzugt sind statistische Copolycarbonate.
[0079] Dabei ergibt sich das Verhältnis der Häufigkeit der Diphenolat-Monomereinheiten im
Copolycarbonat aus dem Molverhältnis der eingesetzten Dihydroxyarylverbindungen.
[0080] Die relative Lösungsviskosität der Copolycarbonate, bestimmt nach ISO 1628-4:1999,
liegt bevorzugt im Bereich von = 1,15 - 1,35.
[0081] Die gewichtsmittleren Molmassen M
w der Copolycarbonate betragen vorzugsweise 15.000 bis 40.000 g/mol, besonders bevorzugt
17.000 bis 36.000 g/mol, ganz besonders bevorzugt 17.000 bis 34.000 g/mol, und werden
mittels GPC in Methylenchlorid gegen eine Polycarbonat-Kalibrierung bestimmt.
[0082] Das Blendensystem ist eine Kombination aus einer ersten Blende mit einem ersten Farbfilter
und einer zweiten Blende mit einem zweiten Farbfilter, d.h. das Blendensystem umfasst
einen ersten und einen zweiten Farbfilter.
[0083] Die erste und/oder die zweite Blende können jeweils nur aus einem Farbfilter bestehen.
Alternativ bevorzugt weisen die erste und/oder die zweite Blende neben dem Farbfilter
jeweils einen Rahmen auf.
[0084] Es liegt im Rahmen der Erfindung, wenn neben der zwingend vorhandenen ersten und
der zwingend vorhandenen zweiten Blende zusätzlich eine oder mehrere weitere Blenden
vorgesehen sind, welche bevorzugt zwischen der ersten und der zweiten Blende liegen.
[0085] Bei den erfindungsgemäß eingesetzten Blenden weist der erste und/oder der zweite
Farbfilter eine ebene Oberfläche oder eine gekrümmte Oberfläche auf, wobei mit "Oberfläche"
die Oberfläche gemeint ist, durch welche die optische Achse verläuft.
[0086] Sofern das Projektionsscheinwerfer-Modul als Abblendlicht eingesetzt wird, sind der
erste und der zweite Farbfilter bevorzugt gleich geformt, d.h. die Kontur beider Farbfilter
ist bei Blick entlang der optischen Achse gleich, wobei die Dicke beider Blenden,
d.h. die Erstreckung entlang der optischen Achse (Blendentiefe), gleich oder unterschiedlich
ist.
[0087] Der Wellenlängenbereich a entspricht bevorzugt blauem Licht, während der Wellenlängenbereich
b bevorzugt gelbem Licht entspricht. Bei optimaler Positionierung der beiden Farbfilter
in den jeweiligen Brennpunkten kann der Farbsaum vollständig beseitigt werden.
[0088] Eine "Anordnung der Lichtquelle im ersten Brennpunkt der Linse" führt im Idealfall
einer punktförmigen Lichtquelle zu einem parallelen Strahlengang des projizierten
Lichts. Erfindungsgemäß sind solche Anordnungen umfasst, bei denen die Lichtquelle
in der Nähe des ersten Brennpunktes - "annähernd im ersten Brennpunkt" - angeordnet
ist. Solche Anordnungen führen zu einem annähernd parallelen Strahlengang des projizierten
Lichtes. "Annähernd" bedeutet hierbei eine Abweichung von 5 %, bevorzugt 2 %, weiter
bevorzugt von 1 %, bezogen auf die Gesamtentfernung zwischen den zueinander angeordneten
Oberflächen von Linse und Reflektor entlang der optischen Achse. Sofern das System
mehrere Linsen umfasst, ist hierbei die Linse gemeint, die dem Reflektor entlang der
optischen Achse am nächsten liegt. Diese Definition von "annähernd" gilt auch für
die sonstige Verwendung des Wortes im Rahmen der Beschreibung dieser Erfindung, wie
sie in Bezug auf die Positionierung der verschiedenen Elemente des Projektionsscheinwerfer-Moduls
erfolgt.
[0089] Die eingesetzten Farbfilter unterscheiden sich durch den jeweiligen spektralen Transmissionsgrad,
angepasst an die spektralen Eigenschaften der Emissionsschwerpunkte.
[0090] Eine oder beide Farbfilter sind bevorzugt aus der Gruppe der dichroitischen Filter
oder der Geltyp-Filter ausgewählt.
[0091] Bevorzugt variiert der mittlere Reintransmissionsgrad, d.h. die Transmission ohne
Oberflächenreflexion, bestimmt nach CIE 38:1977, innerhalb eines Farbfilters senkrecht
zur optischen Achse. Hierdurch wird durch den Farbfilter als solchen gleichzeitig
die Funktion einer Blende übernommen, welche erforderlich ist, um Abblendlicht zu
erzeugen. Die Blende muss daher außer dem Farbfilter keine weiteren Komponenten mehr,
insbesondere keinen Rahmen, umfassen. Eine Variation des mittleren spektralen Reintransmissionsgrades
der Farbfilter senkrecht zur optischen Achse lässt sich bevorzugt durch Bedrucken,
bevorzugt bei sonst über den gesamten Farbfilter gleichbleibendem Substratmaterial,
durch Laserstrukturierung und/oder Dünnschichttechnologie erreichen bzw. indem die
Filterdicke ortsabhängig variiert wird. Letzteres lässt sich insbesondere erreichen,
indem der Farbfilter keilförmig ausgebildet ist.
[0092] Sofern der Spektrenbereich des Lichts für einen Farbbereich, etwa gelb, besonders
breit ist und mehrere Wellenlängen ähnlich dominant sind, können auch weitere Farbfilter
eingesetzt werden, die in den entsprechenden Brennpunkten der weiteren "dominanten"
Wellenlängen angeordnet werden.
[0093] Ein Farbsaum lässt sich bei einem erfindungsgemäßen Projektionsscheinwerfer-Modul
weiter reduzieren, wenn die Farbfilter mit einer Fase versehen werden. Bevorzugt ist
die Fase keilförmig.
[0094] Auch im Bereich der Fase ist der Transmissionsgrad, bestimmt nach CIE 38:1977, ortsabhängig.
Eine "Fase" ist eine abgeschrägte Fläche an einer Kante eines Farbfilters. Bevorzugt
hat eine Fase einen Winkel von 45° zur Ebene.
[0095] Sofern die Farbfilter eine Fase aufweisen, erfolgt das Anfasen bevorzugt per Schleifen,
Lasern oder mittels Kunststoffspritzguss.
[0096] Bevorzugt werden, sofern mehrere Farbfilter mit Fase genutzt werden, die Fasen der
Farbfilter gleich orientiert. Auch bei einer unterschiedlichen Orientierung der Fasen
ist aber eine Reduzierung der Intensität des Farbsaumes, verglichen mit einem System
aus den unangefasten Farbfiltern, messbar. Bei unterschiedlicher Orientierung der
Fasern treten jedoch mehr Streueffekte auf.
[0097] Als Material für die Farbfilter werden bevorzugt thermoplastische Zusammensetzungen,
beispielsweise auf Basis von Polycarbonat, eingesetzt. Bevorzugt wird ein Farbfilter
aus einer Polycarbonat-Zusammensetzung verwendet. "Auf Basis von" bedeutet, dass die
thermoplastische Zusammensetzung mindestens 50 Gew.-%, bevorzugt mindestens 60 Gew.-%,
weiter bevorzugt mindestens 75 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt mindestens 85 Gew.-%
Polycarbonat enthält.
[0098] Für die Polycarbonat-Zusammensetzungen, welche für die Farbfilter eingesetzt werden
können, gilt das gleiche, was zu den Polycarbonat-Zusammensetzungen der Linse gesagt
wurde. Insbesondere ist auch hier der Einsatz hochtemperaturstabiler Copolycarbonate
besonders bevorzugt.
[0099] Weitere geeignete thermoplastische Zusammensetzungen für die Farbfilter sind beispielsweise
solche auf Basis von Polystyrol, Polyamiden, Polyestern, insbesondere Polyethylenterephthalat,
Polyphenylensulfiden, Polyphenylenoxiden, Polysulfonen, Poly(meth)acrylaten, insbesondere
Polymethylmethacrylat, Polyimiden, Polyetherimiden, Polyetherketonen.
[0100] Alternativ bevorzugt wird als Material für die Farbfilter ein Glasmaterial eingesetzt.
[0101] Bevorzugt werden die Lichtstrahlen beim Durchgang durch die Farbfilter durch das
thermoplastische Material möglichst nicht von ihrer Richtung abgelenkt. Dafür muss
die Oberfläche der Farbfilter möglichst glatt sein und das thermoplastische Material
sollte frei von Volumenstreuern, insbesondere von Streupartikeln und Lufteinschlüssen,
sein.
[0102] Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, wenn einer der Farbfilter auf einem thermoplastischen
Material basiert und der andere Farbfilter auf einem Glasmaterial basiert.
[0103] Erfindungsgemäße Projektionsscheinwerfer-Module werden bevorzugt für die Beleuchtung
im Automobil-Bereich, von Nutzfahrzeugen, von Schienenfahrzeugen, von Zweirädern,
insbesondere jeweils als Frontscheinwerfer, von Schiffen, als Theaterscheinwerfer,
als Architekturbeleuchtung, etwa für die Beleuchtung von Fassaden oder Schaufenstern,
oder als Flugzeugbeleuchtung, etwa als Kabinenbeleuchtung oder Landescheinwerfer,
verwendet.
[0104] Die Erfindung wird anhand der Figuren 1 bis 5 näher illustriert:
- Fig. 1:
- Querschnitt durch die wesentlichen Elemente einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Projektionsscheinwerfer-Moduls;
- Fig. 2:
- Wie Fig. 1, aber die beiden Blenden (Doppelblende) umfassen zusätzlich Rahmen;
- Fig. 3:
- Wie Fig. 1, aber mit angefasten Farbfiltern, wobei die Fasen unterschiedlich orientiert
sind;
- Fig. 4:
- Wie Fig. 1, aber mit angefasten Farbfiltern, wobei die Fasen gleich orientiert sind;
- Fig. 5:
- Verschiedene Ansichten eines ellipsoiden Reflektors, wie im Beispiel verwendet.
[0105] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Projektionsscheinwerfermodul. Die optische Achse
verläuft hier bei einem gedachten Koordinatensystem entlang der z-Achse. Auf der optischen
Achse liegen ein ellipsoider Reflektor 1, eine Linse 2 und eine Lichtquelle 3. Die
Lichtquelle 3 ist im ersten Brennpunkt des Reflektors 1 positioniert. Es sind Blenden
mit Farbfiltern 4a, 4b in den ermittelten Brennpunkten 5a, 5b der jeweils dominanten
Wellenlänge der einzelnen Spektrenbereiche senkrecht zur optischen Achse zwischen
dem ellipsoiden Reflektor 1 und der Linse 2 positioniert.
[0106] Figur 2 zeigt eine Variante zu Figur 1, bei welcher die Blenden neben den Farbfiltern
4a, 4b jeweils noch Rahmen 6a, 6b umfassen.
[0107] Bei der Ausführungsform in Figur 3 sind demgegenüber die Farbfilter 4a, 4b mit einer
Fase 7a, 7b im 45°-Winkel versehen. Die Fasen 7a, 7b der beiden Farbfilter 4a, 4b
sind hier unterschiedlich orientiert. Die Fase 7a des Farbfilters 4a ist zum Reflektor
1 hin orientiert, während die Fase 7b des Farbfilters 4b zur Linse 2 hin orientiert
ist.
[0108] Bei der Ausführungsform in Figur 4 sind die Fasen 7a, 7b gleich orientiert und zeigen
beide in Richtung des Reflektors 1.
Beispiele
[0109] In dieser Versuchsreihe wurden die Auswirkungen verschiedener optischer Eigenschaften
der beiden Blenden auf den Farbsaum untersucht.
[0110] Es wurde das Projektionsscheinwerfer-Modul für ein Abblendlicht simuliert. Der Aufbau
umfasste eine räumlich ausgedehnte -zylinderförmige- Lichtquelle mit einem Radius
von 0,61 mm und einer Länge von 5 mm, deren Oberfläche mit Lambertschen Emissionseigenschaften
und dem Spektrum einer Osram OSTAR LED ultra white mit einem Lichtstrom von 1150 Im
emittiert. Der Schwerpunkt der zylinderförmigen Lichtquelle war im ersten Brennpunkt
eines Freiformflächenreflektors angeordnet. Die erste Brennweite des Reflektors, dessen
Form in den Figuren 5a bis 5d gezeigt ist, betrug 15 mm, die zweite Brennweite betrug
70 mm. Der Radius des Reflektors in x-Richtung betrug 46 mm und in y-Richtung 35 mm.
[0111] Die Linse war eine asphärische Linse mit einem Linsendurchmesser von 70 mm und mit
einer Brennweite von 30 mm. Das Linsenmaterial war eine Polycarbonat-Zusammensetzung
mit einem Brechungsindex von 1,586 (bei einer Wellenlänge von 589 nm).
[0112] Die Brechzahl der Linse variierte in Abhängigkeit von der Wellenlänge λ.
| λ [nm] |
n |
| 400 |
1,619 |
| 500 |
1,596 |
| 600 |
1,584 |
| 700 |
1,576 |
| 800 |
1,571 |
[0113] Der Abstand zwischen Linse und Reflektor betrug 100 mm.
[0114] Das System war geeignet, eine Lichtverteilung nach ECE R98 zu erzeugen.
[0115] Die Blenden hatten jeweils eine Materialstärke von 0,5 mm und bestanden aus einem
Farbfilter aus einem Polycarbonat-Material.
[0116] Der erste Farbfilter hatte einen mittleren spektralen Reintransmissionsgrad, bestimmt
nach CIE 38:1977, der für den Wellenlängenbereich a - 380 nm bis 474 nm- einen Wert
von 5 % und für den Wellenlängenbereich b - 475 nm bis 780 nm- einen Wert von 100
% aufwies.
[0117] Der zweite Farbfilter hatte einen spektralen Reintransmissionsgrad bestimmt nach
CIE 38:1977, der für den Wellenlängenbereich a einen Wert von 100 % und für den Wellenlängenbereich
b einen Wert von 5 % aufweist.
[0118] Bei Blick auf das System entlang der optischen Achse war kein Blausaum mehr erkennbar.
[0119] Es wurde ein zweiter Versuchsaufbau entsprechend dem vorbeschriebenen Versuch gewählt,
bei welchem die beiden Farbfilter eine Fase aufwiesen. Die Fasen (45°) der beiden
Farbfilter waren gespiegelt zueinander orientiert (Fig. 3).
[0120] Auch hier war kein Blausaum mehr erkennbar. Zudem lagen die entstandenen Farbvalenzen
bei Vertikalschnitt durch die optische Achse bei diesem Aufbau noch näher am Unbuntpunkt
als beim ersten Versuchsaufbau.
[0121] Es wurde ein dritter Versuchsaufbau entsprechend den vorbeschriebenen Versuchen gewählt,
bei welchem die beiden Farbfilter auch eine Fase aufwiesen. Die Fasen (45°) der beiden
Farbfilter wiesen die gleiche Orientierung auf (Fig. 4).
[0122] Auch hier war kein Blausaum mehr erkennbar. Die entstandenen Farbvalenzen bei Vertikalschnitt
durch die optische Achse lagen bei diesem Aufbau noch näher am Unbuntpunkt als beim
ersten und beim zweiten Versuchsaufbau.
[0123] In allen Fällen wurde der Wirkungsgrad des Systems durch die spezielle Blendenanordnung
mit den zwei Farbfiltern nicht signifikant im Vergleich zu einem konventionellen System
mit absorbierender Blende verändert.
[0124] Auch wurde in allen Fällen das Kriterium hinsichtlich der gemäß ECE R98 erforderlichen
Mindestschärfe von 0,08 erfüllt.
1. Projektionsscheinwerfer-Modul, umfassend einen
Reflektor mit einem ersten und einem zweiten Brennpunkt,
eine LED-Lichtquelle, deren Licht sich aus einem ersten Wellenlängenbereich a von
380 nm bis 474 nm und aus Licht aus einem zweiten Wellenlängenbereich b von 475 nm
bis 780 nm zusammensetzt, wobei die Lichtquelle im ersten Brennpunkt des Reflektors
oder annähernd im ersten Brennpunkt des Reflektors angeordnet ist,
eine Linse, welche ihren Brennpunkt mit dem zweiten Brennpunkt des Reflektors gemeinsam
hat, und
ein Blendensystem, dadurch gekennzeichnet, dass
das Blendensystem einen ersten und einen zweiten Farbfilter umfasst,
wobei
der erste Farbfilter im Brennpunkt der Linse oder annähernd im Brennpunkt der Linse
für eine Kenngröße des Wellenlängenbereiches a oder im Lichtstärke-gemittelten Schwerpunkt
der Brennpunktschar der Lichtstrahlen für die einzelnen Wellenlängen des Wellenlängenbereichs
a der Linse angeordnet ist
und
der zweite Farbfilter im Brennpunkt der Linse oder annähernd im Brennpunkt der Linse
für eine Kenngröße des Wellenlängenbereiches b oder im oder annähernd im Lichtstärke-gemittelten
Schwerpunkt der Brennpunktschar der Lichtstrahlen für die einzelnen Wellenlängen des
Wellenlängenbereichs b der Linse angeordnet ist, wobei sich jeweils die Lichtstärke
nach DIN 5031-3 (1982) bestimmt,
und wobei
der erste Farbfilter einen mittleren spektralen Reintransmissionsgrad, bestimmt nach
CIE 38:1977, aufweist, der für den Wellenlängenbereich a einen Wert von höchstens
15 % und für den Wellenlängenbereich b einen Wert von mindestens 85 % aufweist,
und
der zweite Farbfilter einen mittleren spektralen Reintransmissionsgrad, bestimmt nach
CIE 38:1977, aufweist, der für den Wellenlängenbereich a einen Wert von mindestens
85 % und für den Wellenlängenbereich b einen Wert von höchstens 15 % aufweist.
2. Projektionsscheinwerfer-Modul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Farbfilter im Brennpunkt der Linse oder annähernd im Brennpunkt der Linse
für die dominante Wellenlänge des Wellenlängenbereiches a
und der zweite Farbfilter im Brennpunkt der Linse oder annähernd im Brennpunkt der
Linse für die dominante Wellenlänge des Wellenlängenbereiches b angeordnet ist.
3. Projektionsscheinwerfer-Modul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Farbfilter im Brennpunkt der Linse für die Wellenlänge der maximalen Intensität
des Wellenlängenbereichs a und der zweite Farbfilter im Brennpunkt der Linse für die
Wellenlänge der maximalen Intensität des Wellenlängenbereichs b angeordnet ist.
4. Projektionsscheinwerfer-Modul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Farbfilter im oder annähernd im Lichtstärke-gemittelten Schwerpunkt der
Brennpunktschar der Lichtstrahlen für die einzelnen Wellenlängen des Wellenlängenbereichs
a der Linse,
und der zweite Farbfilter im oder annähernd im Lichtstärke-gemittelten Schwerpunkt
der Brennpunktschar der Lichtstrahlen für die einzelnen Wellenlängen des Wellenlängenbereichs
b der Linse angeordnet ist, wobei sich die Lichtstärke nach DIN 5031-3 (1982) bestimmt.
5. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Reflektor ein Ellipsoid-Reflektor ist.
6. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Reflektor ein Freiformflächenreflektor ist.
7. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbfilter eine Fase aufweisen.
8. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasen der Farbfilter gleich orientiert sind.
9. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle einen durch einen Laser angeregten Phosphor aufweist.
10. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Licht der Lichtquelle eine korrelierte Farbtemperatur, bestimmt nach CIE 15:2004,
von 5000 bis 6000 K aufweist.
11. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Farbfilter einen mittleren spektralen Reintransmissionsgrad, bestimmt nach
CIE 38:1977, aufweist, der für den Wellenlängenbereich a einen Wert von höchstens
5 % und für den Wellenlängenbereich b einen Wert von mindestens 99 % aufweist, und
der zweite Farbfilter einen mittleren spektralen Reintransmissionsgrad, bestimmt nach
CIE 38:1977, aufweist, der für den Wellenlängenbereich a einen Wert von mindestens
99 % und für den Wellenlängenbereich b einen Wert von höchstens 5 % aufweist.
12. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des ersten und/oder des zweiten Farbfilters eine auf Polycarbonat basierende
Zusammensetzung ist.
13. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Material der Linse eine auf Polycarbonat basierende Zusammensetzung ist.
14. Projektionsscheinwerfer-Modul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Reintransmissionsgrad, bestimmt nach CIE 38:1977, innerhalb mindestens eines
Farbfilters senkrecht zur optischen Achse variiert.
15. Verwendung eines Projektionsscheinwerfer-Moduls nach einem der vorhergehenden Ansprüche
für die Beleuchtung im Automobil-Bereich, von Nutzfahrzeugen, von Schienenfahrzeugen,
von Zweirädern, von Schiffen, als Theaterscheinwerfer, als Architekturbeleuchtung
oder als Flugzeugbeleuchtung.
1. Module projecteur, comprenant un réflecteur ayant un premier foyer et un second foyer,
une source de lumière LED, dont la lumière est composée d'une première plage de longueurs
d'onde a de 380 nm à 474 nm et d'une lumière d'une seconde plage de longueurs d'onde
b de 475 nm à 780 nm, la source de lumière étant disposée au premier foyer du réflecteur
ou au voisinage du premier foyer du réflecteur,
une lentille, qui a son foyer commun au second foyer du réflecteur, et
un système de diaphragme, caractérisé en ce que le système de diaphragme comprend un premier et un second filtre coloré,
dans lequel
le premier filtre coloré est disposé au foyer de la lentille ou au voisinage du foyer
de la lentille pour une caractéristique de la plage de longueurs d'onde a ou au centre
de gravité, moyenné en fonction de l'intensité lumineuse, des foyers des faisceaux
lumineux pour les longueurs d'onde individuelles de la plage de longueurs d'onde a
de la lentille
et
le second filtre coloré est disposé au foyer de la lentille ou au voisinage du foyer
de la lentille pour une caractéristique de la plage de longueurs d'onde b ou au centre
de gravité, moyenné en fonction de l'intensité lumineuse, des foyers des faisceaux
lumineux, ou au voisinage de ce centre de gravité, pour les longueurs d'onde individuelles
de la plage de longueurs d'onde b de la lentille, l'intensité lumineuse étant dans
chaque cas déterminée selon DIN 5031-3 (1982),
et dans lequel
le premier filtre coloré présente un facteur de transmission interne spectral moyen,
déterminé selon CIE 38:1977, qui pour la plage de longueurs d'onde a présente une
valeur d'au plus 15 % et pour la plage de longueurs d'onde b une valeur d'au moins
85 %,
et
le second filtre coloré présente un facteur de transmission interne spectral moyen,
déterminé selon CIE 38:1977, qui présente pour la plage de longueurs d'onde a une
valeur d'au moins 85 % et pour la plage de longueurs d'onde b une valeur d'au plus
15 %.
2. Module projecteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que le filtre coloré est disposé au foyer de la lentille ou au voisinage du foyer de
la lentille pour la longueur d'onde dominante de la plage de longueurs d'onde a
et le second filtre coloré est disposé au foyer de la lentille ou au voisinage du
foyer de la lentille pour la longueur d'onde dominante de la plage de longueurs d'onde
b.
3. Module projecteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que le premier filtre coloré est disposé au foyer de la lentille pour la longueur d'onde
de l'intensité maximale de la plage de longueurs d'onde a et le second filtre coloré
est disposé au foyer de la lentille pour la longueur d'onde de l'intensité maximale
de la plage de longueurs d'onde b.
4. Module projecteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que le premier filtre coloré est disposé au centre de gravité, moyenné en fonction de
l'intensité lumineuse, des foyers des faisceaux lumineux, ou au voisinage de ce centre
de gravité, pour les longueurs d'onde individuelles de la plage de longueurs d'onde
a de la lentille,
et le second filtre coloré est disposé au centre de gravité, moyenné en fonction de
l'intensité lumineuse, des foyers des faisceaux lumineux, ou au voisinage de ce centre
de gravité, pour les longueurs d'onde individuelles de la plage de longueurs d'onde
b de la lentille, l'intensité lumineuse étant déterminée selon DIN 5031-3 (1982).
5. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le réflecteur est un réflecteur ellipsoïdal.
6. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le réflecteur est un réflecteur à surface de forme libre.
7. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les filtres colorés présentent un biseau.
8. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les biseaux des filtres colorés ont la même orientation.
9. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la source de lumière comprend un luminophore excité par un laser.
10. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la lumière de la source de lumière présente une température de couleur corrélée,
déterminée selon CIE 15:2004, de 5 000 à 6 000 K.
11. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le premier filtre coloré présente un facteur de transmission interne spectral moyen,
déterminé selon CIE 38:1977, qui présente pour la plage de longueurs d'onde a une
valeur d'au plus 5 % et pour la plage de longueurs d'onde b une valeur d'au moins
99 %, et
le second filtre présente un facteur de transmission interne spectral moyen, déterminé
selon CIE 38:1977, qui présente pour la plage de longueurs d'onde a une valeur d'au
moins 99 % et pour la plage de longueurs d'onde b une valeur d'au plus 5 %.
12. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau du premier et/ou du second filtre coloré est une composition à base d'un
polycarbonate.
13. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de la lentille est une composition à base d'un polycarbonate.
14. Module projecteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le facteur de transmission interne spectral, déterminé selon CIE 38:1977, à l'intérieur
d'au moins un filtre coloré varie perpendiculairement à l'axe optique.
15. Utilisation d'un module projecteur selon l'une des revendications précédentes pour
l'éclairage dans le domaine automobile, de véhicules utilitaires, de véhicules sur
rail, de deux roues, de bateaux, en tant que projecteur de théâtre, en tant qu'éclairage
en architecture ou pour l'éclairage d'aéronefs.