(19)
(11) EP 3 861 278 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
24.08.2022  Patentblatt  2022/34

(21) Anmeldenummer: 19805952.9

(22) Anmeldetag:  18.11.2019
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F42B 33/06(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
F42B 33/06
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2019/081657
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2020/099679 (22.05.2020 Gazette  2020/21)

(54)

VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM ENTFERNEN EINES EXPLOSIVSTOFFS AUS EINEM GROSSFORMATIGEN KAMPFMITTEL

METHOD AND DEVICE FOR REMOVING AN EXPLOSIVE SUBSTANCE FROM A LARGE-SIZE WEAPON

PROCÉDÉ ET DISPOSITIF DE RETRAIT D'UN EXPLOSIF D'UNE ARME DE GRANDE TAILLE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 16.11.2018 DE 102018128921

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.08.2021  Patentblatt  2021/32

(73) Patentinhaber: Heinrich Hirdes GmbH
21079 Hamburg (DE)

(72) Erfinder:
  • KOCKEL, Peter
    21079 Hamburg (DE)

(74) Vertreter: Schmidt, Axel 
Schmidt-ip Patentanwaltskanzlei
St. Emmeram-Strasse 30 85609 Aschheim
St. Emmeram-Strasse 30 85609 Aschheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-2014/054007
DE-A1- 10 129 016
DE-A1-102012 021 090
CN-A- 107 884 839
DE-A1-102006 039 210
DE-C1- 4 140 001
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausbringen eines Explosivstoffs aus einem großformatigen Kampfmittel in Form einer Abwurfmunition o.ä., und eine Vorrichtung zu dessen Umsetzung.

    [0002] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung von dem Begriff der "großformatigen Kampfmittel" über Abwurfmunition hinaus auch für Raketen, Grundminen oder Torpedos verwendet. Alle diese Kampfmittel zeichnen sich bei großer Masse und einem hohen Gehalt von darin enthaltenen Explosivstoffen durch eine längliche und i.d.R. längssymmetrische Form aus. In gewisser Weise können alle der vorstehend genannten Formen von Kampfmitteln im Zuge von Kampfhandlungen auch abgeworfen werden, so dass nachfolgend die Begriffe "großformatiges Kampfmittel" und "Abwurfmunition" auch synonym verwendet werden.

    [0003] Aus dem Stand der Technik sind diverse Ansätze zum Ausbringen eines Explosivstoffs aus einem großformatigen Kampfmittel im Zuge einer Delaborierung zur vollständigen Kampfmittelbeseitigung bekannt. Aufgrund der mit ca. 60°C bis etwa 85°C vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkte sind bekannte Explosivstoffe anfänglich durch Erwärmen der Kampfmittel in einem Wasserbad oder durch Wasserdampf verflüssigt und nachfolgend aus einer metallischen Umhüllung des geöffneten Kampfmittels ausgetragen bzw. ausgegossen worden.

    [0004] Ein Verfahren mit einer Vorrichtung zur Minimierung der Gefährdung von Menschen und Material sowie zur Senkung der Kosten ist z.B. in der DE 101 29 016 A1 offenbart. Hier wird eine metallische Umhüllung des Kampfmittels an einem größten Querschnitt eines mit Explosivstoff gefüllten Innenraums der Umhüllung aufgetrennt. Die Teile des zerschnittenen Kampfmittels werden dann über ein temperiertes Wasserbad oder trocken in einem Ofen induktiv soweit erwärmt, dass ein Block aus Explosivstoff zumindest in einem Kontaktbereich mit der Umhüllung an- oder aufgeschmolzen ist und der Block aus Explosivstoff in Richtung des größten Querschnitts aus der Umhüllung unter Wirkung der Schwerkraft herausrutschen oder herausgestoßen werden kann. Eine Kontamination von Hilfsstoffen, wie z.B. Wasser oder Wasserdampf, konnte damit vermieden werden.

    [0005] Aus der WO 2014 054 007 A1 ist ein Verfahren zum Entleeren von explosivem Material aus einer Munitionshülle bekannt mit den Schritten:

    * Bilden einer ausreichend großen Öffnung durch Auftrennen an einem Ende der metallischen Umhüllung des Kampfmittels, z.B. durch Entfernen eines Bodens;

    * Entlüften des gegenüberliegenden Endes der Umhüllung,

    * Aufhängen der Umhüllung an dem gegenüberliegenden Ende und

    * Erwärmen der Umhüllung durch Leiten eines hochfrequenten Wechselstroms durch eine die Umhüllung nach Art eines Ofens umgebende Induktionsspule,

    * wobei der Umhüllung Wärme zugeführt wird, um das explosive Material soweit zu erweichen, dass es unter der Wirkung der Schwerkraft aus der Umhüllung herausfällt.



    [0006] Bekannte Ansätze sind augenscheinlich nur für Kampfmittel in Form von Granaten kleinerer Kaliber konzipiert worden. Granaten weisen ein gegenüber Abwurfmunition vergleichsweise geringes Gewicht bei kleinerem Kaliber auf und enthalten auch deutlich geringere Mengen an explosiven Materialien. Schon von daher sind die Ansätze für eine Anwendung auf großformatige Kampfmittel, wie insbesondere Abwurfmunition, wenig geeignet. Für die Beseitigung großformatiger Abwurfmunition wird heute nach einer Entschärfung regelmäßig ein mechanisches Zersägen des auch mehr als 1 m langen Kampfmittels mit ca. 12 bis zu über 20 Schnitten vorgesehen, üblicherweise unter Verwendung einer Bandsäge. So werden mit einem Explosivstoff gefüllte Scheiben als Abschnitte der Umhüllung erhalten, die in einzelnen Portionen unter Einhaltung maximaler Abmessungen und einer Höchstfüllmenge in einem Hochtemperaturofen thermisch entsorgt werden können. Dieser Vorgang ist unter genauer Beachtung von Gefahrgut- und Umweltschutzvorgaben durchzuführen. Ein solcher Prozess einer Beseitigung kann schon für das Zerschneiden etwa zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen. Ein bekannter Hochtemperaturofen benötigt schon aufgrund von restriktiven Mengenbeschränkungen auf ca. 1 kg Explosivstoff je Brennvorgang für die anschließende Verbrennung mit Nachbehandlung der Abgase ca. 1 Woche. Alternativ dazu werden aber auch heute Kampfmittel nach ihrer Entschärfung einfach gesprengt, ohne dass dabei besondere Umweltschutzauflagen eingehalten werden könnten. Gemäß der Lehre der DE 41 40 001 C1 wird eine geöffnete Umhüllung eines Kampfmittels nach einem Verflüssigen des enthaltenen Explosivstoffs durch Erhitzen gasdicht mit einem Auffangbehälter verbunden. Beim Entleeren können damit keine Anteile des Explosivstoffs entweichen.

    [0007] Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, eine bekannte Vorrichtung weiterzubilden, um damit auch ein entsprechendes Verfahren unter Erschließung weiterer Kosten- und Effizienz-Potentiale bei erhöhter Sicherheit und vereinfachter Handhabung großformatiger Kampfmittel zu schaffen.

    [0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Schritte des Verfahrens von Anspruch 1 und durch die Merkmale der Vorrichtung von Anspruch 11 gelöst. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausbringen eines Explosivstoffs oder einer Mischung mehrerer Explosivstoffe aus einer Umhüllung eines großformatigen Kampfmittels, insbesondere einer Abwurfmunition, mit Auftrennen der Umhüllung in einem Bereich eines maximalen Durchmessers, wobei das Kampfmittel an einem Übergang in einen zylindrischen Abschnitt geschnitten und die eine sich ergebende Öffnung des Abschnitts über einem Aufnahmeraum in einer Einrichtung gehalten wird, die eine Ausnehmung aufweist, wobei die Umhüllung des Abschnitts von einer Induktionsspule überfahren und eine induktive Erwärmung überwacht wird, um den Explosivstoff zum Ausbringen aus der metallischen Umhüllung ausreichend thermisch zu erweichen und durch die Ausnehmung hindurch definiert in den Aufnahmeraum zu verbringen. Ein erfindungsgemäßes Verfahren umfasst demnach über ein Zerteilen des Kampfmittels in einem Bereich eines maximalen Durchmessers hinaus folgende Schritte:
    • Schneiden des Kampfmittels an einem Übergang in einen zylindrischen Abschnitt;
    • Fixieren des sich so ergebenden Abschnitts senkrecht mit einer nach unten hin orientierten Öffnung bzw. Schnittfläche in einer eine Ausnehmung aufweisenden Einrichtung über einem Aufnahmeraum;
    • Überfahren einer Induktionsspule zum überwachten thermischen Erweichen des in Kontakt mit der metallischen Umhüllung stehenden Explosivstoffs durch induktive Erwärmung soweit, dass es zum Ausbringen des Explosivstoffs aus der Umhüllung ausreichend ist und
    • ein mittels eines in einem Ausgangszustand in der Ausnehmung angeordneten Absenktellers definiertes und daher erschütterungsfreies Verbringen des Explosivstoffs durch die Ausnehmung hindurch in den Aufnahmeraum unter Einwirkung der Schwerkraft.


    [0009] Damit wird ein von seiner Größe und Masse an Explosivstoff her kaum sicher handhabbares großformatiges Kampfmittel erfindungsgemäß in mindestens zwei Teile geschnitten. Diese Teile sind gegenüber Granaten weiterhin vergleichsweise groß und werden von einer Induktionsspule an der metallischen Umhüllung soweit gezielt und durch eine auf einer Überwachung des Induktionsverfahrens aufbauenden Regelung durch induzierte Ströme erwärmt, so dass ein angrenzender Explosivstoff soweit erweicht wird, dass der Explosivstoff durch eine Öffnung hin aus der Umhüllung heraus definiert in einen Aufnahmeraum verbracht werden kann. Das Verfahren zielt also durch das Erweichen darauf ab, dass nur eine dünne Schicht das Explosivstoffs in einen gleitfähigen Zustand versetzt wird, um den Explosivstoff von einer Innenwandung der Umhüllung unter Einwirkung der Schwerkraft trennen bzw. lösen zu können.

    [0010] Eine neuartige Art der Erwärmung wird durch eine punkt-, linien- oder auf einen kleineren Bereich der Umhüllung beschränkte, induktiv bewirkte Erwärmung einer Grenzschicht des Explosivstoffs über die Umhüllung mit dem Ziel einer ausreichenden thermischen Erweichung des über diese Grenzschicht in Kontakt mit der Umhüllung stehenden Explosivstoffs vorgeschlagen. Aufgrund einer generell guten Wärmeleitfähigkeit der i.d.R. aus einem Eisenmaterial bestehenden Umhüllung des Kampfmittels kann schon nach einem Zyklus mit einem mehr oder weniger vollständigen Überfahren der Umhüllung durch einen nachfolgend noch konkret anhand von Ausführungsbeispielen beschriebenen Induktors eine deutliche und recht homogene Erwärmung der Umhüllung erzielt werden, die eine thermische Erweichung des an die Umhüllung angrenzenden Explosivstoffs hervorruft. Sollte zwischen der Umhüllung und dem Explosivstoff in der Grenzschicht ein Phlegmatisator, z.B. Paraffin, Kreatin o.ä., verwendet worden sein, so erweicht sich auch dieser in dem genannten Temperaturfenster ausreichend.

    [0011] Zudem wird der zumindest erweichte Explosivstoff nicht mehr aus der geöffneten Umhüllung unkontrolliert herausrutschen oder herunterfallen gelassen, sondern insbesondere zur Vermeidung von Schlageinwirkungen oder Erschütterungen definiert in einen Aufnahmeraum verbracht. Unter einer definierten Verbringung wird im Rahmen dieser Erfindung insbesondere ein so weitgehend als möglich von Erschütterungen freier Transport verstanden. Eine Schlageinwirkung auf den Explosivstoff ist damit erfindungsgemäß ausgeschlossen. Es ist gerade bei Abwurfmunition als wichtig erkannt worden, Maßnahmen gegen möglichst jede Art der mechanischen Beanspruchung des Explosivstoffs zu ergreifen, da z.B. Alterungserscheinungen und/oder chemische Veränderungen eine mechanische und/oder chemische Instabilität des Explosivstoffs bewirkt haben können. Durch undefinierbare mechanische Beanspruchungen könnte eine Umsetzung des Explosivstoffs hervorgerufen werden.

    [0012] Dementsprechend bildet eine Vorrichtung zum Ausbringen von Explosivstoffen aus einer Umhüllung eines großformatigen Kampfmittels, insbesondere einer Abwurfmunition, eine Lösung der vorstehend genannten Aufgabe, wobei die Vorrichtung eine Einrichtung umfasst, die mit einer Ausnehmung versehen über an einem den Explosivstoff angepassten Aufnahmeraum angeordnet ist, und die Einrichtung zur fixierenden Aufnahme eines Abschnitts eines Kampfmittels ausgebildet ist, sowie einen Roboterarm mit einer Induktionsspule, der zum berührungslosen Überfahren einer Oberfläche des Abschnitts und definierten Verbringung des entnommenen Sprengstoffs in einen Aufnahmeraum ausgebildet ist. Damit verzichtet die beschriebene Vorrichtung auf einen geschlossenen Induktionsofen und zeigt damit bei erhöhter Effizienz und Betriebssicherheit einen sehr kompakten Aufbau.

    [0013] Ein Kern einer solchen Vorrichtung ist die Konzentration auf eine im Wesentlichen linienförmige oder kleinflächige induktive Erwärmungszone auf der Umhüllung, die durch die durch den Roboterarm gebildeten Positionierungseinheit oberflächlich über die Umhüllung des betreffenden Abschnitts bewegt wird. Eine derartige Induktionsvorrichtung weist insgesamt weniger Gewicht als ein das Kampfmittel umschließender induktiver Erwärmungsofen auf, der i.d.R. für jede Bauform eines großformatigen Kampfmittels passend anzufertigen und bereitzustellen ist. Eine erfindungsgemäße Lösung weist durch Einsatz eines Roboterarms zudem den Vorteil einer einfachen und grundsätzlich an jede Bauform großformatiger Kampfmittel flexibel anpassbaren Vorrichtung vergleichsweise geringer Abmessung und verminderten Gewichts auf. In einer Ausführungsform der Erfindung sind diverse Bauformen von Induktoren mit voneinander abweichenden Durchmessern vorgesehen, die schnell an dem Roboterarm auswechselbar sind. Eine derartige Vorrichtung kann als transportable Einheit ausgeführt mit geringem Aufwand mobil an nahezu jeden Ort verbracht werden.

    [0014] Ein weiterer Kern der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt darin, dass hier konkrete Mittel zum definierten Verbringen des Explosivstoffs vorgesehen sind, da ein in einem Ausgangszustand in der Ausnehmung angeordneter Absenkteller zur definierten Überführung des Explosivstoffs in den Aufnahmeraum verwendet wird. Der Explosivstoff steht damit in einer Ausgangsposition mit einer Schnittfläche also im Wesentlichen lotrecht auf dem Absenkteller. Dieses Sicherheitsmittel fügt sich vorteilhafterweise nahtlos in eine Haltevorrichtung für einen Abschnitt eines Kampfmittels ein, ohne einen Erwärmungsvorgang stören zu können. Neben einem Erreichen einer Mindesttemperatur der Umhüllung und damit durch Wärmeleitung auch angrenzender Bereiche des Explosivstoffs zum ausreichenden Erweichen desselben oder einer Grenzschicht kann nun z.B. in einer Ausführungsform der Erfindung auch eine Zunahme einer auf den Absenkteller einwirkenden Gewichtskraft, die durch ein Lösen des Explosivstoffs aus der radial fixierten Umhüllung hervorgerufen wird, als Regelgröße zum definierten vorsichtigen Absenken des Absenktellers in den Aufnahmeraum hinein verwendet werden. Erschütterungen durch sogar ein Herabfallen des Explosivstoffs und damit einhergehenden Gefahren etwaiger Schlageinwirkungen werden damit effektiv vermieden. Damit wird eine Betriebssicherheit einer Vorrichtung deutlich erhöht. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Demnach wird in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung die sich durch die Schnittebene ergebende Öffnung des Abschnitts mit ihrer Symmetrie- bzw. Mittelachse parallel zur Wirkungsrichtung der Schwerkraft über der Ausnehmung in der Vorrichtung und über dem Aufnahmeraum gehalten, also lot- bzw. senkrecht. Damit kann sich der Explosivstoff durch sein Gewicht rein unter Wirkung der Schwerkraft senkrecht aus der Umhüllung herauslösen.

    [0015] Vorteilhafterweise wird als Trennebene ein Übergang der Umhüllung in einen zylindrischen Abschnitt mit maximalem Durchmesser gewählt, sodass größere Hinterschneidungen in einem Innenraum der Umhüllung vermieden werden, die ein frühzeitiges Herausrutschen des darin enthaltenen Explosivstoffs behindern oder verzögern könnten. Vorzugsweise werden zwei Trennebenen zur Bildung von drei Abschnitten eines Kampfmittels verwendet. Damit ergeben sich aus einem Kampfmittel regelmäßig ein zylindrischer Abschnitt und zwei kegelstumpfförmige Abschnitte der Endbereiche deutlich reduzierten Gewichts, die in angepasster Weise zur Entfernung des jeweils darin enthaltenen Explosivstoffs behandelt werden.

    [0016] In einer Ausführungsform der Erfindung wird eine einem jeweiligen Typ des Kampfmittels sowie einer Art eines Abschnitts angepasste Induktionsspule verwendet. Damit ist eine optimale Anpassung an eine jeweilige Form eines Abschnitts der Umhüllung bei Minimierung eines Abstandes einer jeweiligen Induktionsspule zu einer Oberfläche der Umhüllung zur Intensivierung und Optimierung der Einwirkung der magnetischen Induktion gegeben. Auch kann so eine Anpassung in elektrischer Hinsicht durch diese auswechselbaren Induktionsspulen realisiert werden.

    [0017] In einer wesentlichen Weiterbildung der Erfindung wird eine Induktionsspule dazu benutzt, in eine Aufnahme für einen Detonator linear eingeführt zu werden. Durch diesen Verfahrensschritt wird eine gezielte induktive Erwärmung der Aufnahmen erreicht, die im Zuge der vorstehend beschriebenen Verwendung einer auf eine metallische Hülle angepassten Induktionsspule sonst nur unzureichend erwärmt werden könnte. Hierdurch könnte eine Entnahme des enthaltenen Explosivstoffs behindert werden.

    [0018] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die mindestens eine Induktionsspule unter Verwendung eines Roboterarms positioniert. Schon unter Verwendung eines zwei oder drei Achsen aufweisenden Roboterarms kann jeder Punkt an einer Außenkontur der jeweiligen Umhüllung schnell, berührungsfrei und genau erreicht werden. Derartige Roboterarme sind heute in den beschriebenen Anforderungen angepasster Größe und mechanischer Belastbarkeit mit entsprechenden Steuerungs- und Regelungsvorrichtungen schon verbreitet am Markt erhältlich. Vorzugsweise wird eine Führung der Induktionsspule über eine Kamera überwacht und geregelt. Hierdurch kann die Induktionsspule berührungsfrei und unter möglichst geringem Abstand einer jeweiligen Außenkontur folgend über die Umhüllung bewegt werden. Hierdurch können eine induktive Erwärmung und auch ein Einsatz elektrischer Energie optimiert werden. Durch diese Regelung ist es zudem möglich, im Fall einer Verformung der Umhüllung eine induktive Erwärmung soweit zu verstärken bzw. zu erhöhen, dass ein Verklemmen des Explosivstoffs in der Umhüllung des Abschnitts des Kampfmittels verhindert wird.

    [0019] In einer Ausführungsform der Erfindung wird eine jeweilige Oberflächentemperatur über Wärme- oder Wärmebild-Sensoren erfasst. Dadurch ist eine Temperatur auch aus einem sicheren Abstand schnell und berührungsfrei messbar. Ein Überfahren insbesondere unzureichend erwärmter Regionen kann damit bis zum Erreichen eines Zielwertes des Abschnitts wiederholt werden. Vorteilhafterweise ist eine Sensorik vorgesehen, die durch rechtzeitige Abschaltung der induktiven Erhitzung ein Erreichen oder gar Überschreiten einer kritischen Temperatur sicher verhindert. Eine Überhitzung mit der Gefahr einer Umsetzung des Explosivstoffs wird damit sicher verhindert.

    [0020] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Ausbringen eines Explosivstoffs aus einer Umhüllung eines großformatigen Kampfmittels, wie eine Abwurfmunition, weist zur Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens einen Roboterarm mit einer Induktionsspule sowie Mittel zum definierten Verbringen des Explosivstoffs aus der Umhüllung in den Aufnahmeraum auf. Die Mittel zum definierten Verbringen des Explosivstoffs sind als ein mit der Ausnehmung in der Einrichtung korrespondierender Absenkteller ausgebildet, der in den Aufnahmeraum hinein absenkbar ist.

    [0021] Vorzugsweise weist die Einrichtung radial verschiebliche Klemmbacken zur Fixierung eines jeweiligen Abschnitts des Kampfmittels auf. Die Klemmbacken geben eine Öffnung frei, durch die der Explosivstoff auch rein unter Wirkung der Schwerkraft aus der Umhüllung heraus unter definierter Führung in eine Auffangkammer gleiten kann. Damit löst sich der Explosivstoff also aus der Umhüllung und wird auf dem Absenkteller stehend definiert langsam und erschütterungsfrei in Richtung der Schwerkraft in den Aufnahmeraum hinein abgesenkt. Besonders bevorzugt ist, dass der Aufnahmeraum mit einem Verpackungsmaterial zum Umschließen des Explosivstoffs ausgekleidet ist. Eine direkte Verpackung des Explosivstoffs in dem Aufnahmeraum mindert u.a. die Gefahr, dass feste oder verflüssigte Bestandteile des Explosivstoffs in die Umwelt austreten können.

    [0022] Nachfolgend werden weitere Merkmale und Vorteile erfindungsgemäßer Ausführungsformen unter Bezugnahme auf Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen in schematischer Darstellung:
    Figur 1:
    eine Schnittdarstellung eines Kampfmittels unter Andeutung zweier Schnittebenen;
    Figur 2:
    eine dreidimensionale Darstellung eines Verfahrens anhand des Kampfmittels von Figur 1
    Figur 3:
    eine Schnittdarstellung in einer Ebene III-III von Figur 2 und
    Figur 4:
    eine Schnittdarstellung analog der Darstellung von Figur 2 mit Details zu Mitteln zum definierten Verbringen des Explosivstoffs aus einer Umhüllung in einen Aufnahmeraum.


    [0023] Über die verschiedenen Abbildungen hinweg werden für gleiche Elemente oder Verfahrensschritte stets die gleichen Bezugszeichen verwendet. Ohne Beschränkung der Erfindung wird nachfolgend nur ein Einsatz anhand einer großformatigen Abwurfmunition in Form einer nur schematisch wiedergegebenen dünnwandigen 1000 lb Bombe britischer Bauart dargestellt und beschrieben. Es ist aber für den Fachmann offensichtlich, dass in gleicher Weise auch eine Anpassung auf andere Bauformen großformatiger Kampfmittel, wie Bomben, Granaten, Raketen oder Torpedos möglich ist, die allesamt an ihren Umhüllungen einen Übergang in einen längssymmetrischen oder gar zylindrischen Abschnitt mit einem maximalen Durchmesser aufweisen.

    [0024] Figur 1 zeigt eine Schnittdarstellung eines Kampfmittels 1, das um eine Mittelachse M rotationssymmetrisch ausgebildet ist. Ein durch Befestigungsschrauben an einer metallischen Umhüllung 2 fixiertes Leitwerk L mit Stützblechen, einem Windrad und sonstigen mechanischen Bestandteilen sind hier bereits demontiert, wie durch die gestrichelten Linien angedeutet. Auch werden Aufhängeösen A zuvor von der Umhüllung 2 des Kampfmittels 1 entfernt. Aus dem verbleibenden Kampfmittel 1 sind die Detonatoren D sowie beispielsweise mit dem Initialsprengstoff Tetryl gefüllte Übertragungsladungen auch schon entnommen worden, so dass ein Explosivstoff 3 aus einem TNT-Gemisch in einer Umhüllung 2 noch durch Halter für einen Detonator und Buchsen für eine Übertragungsladung von der Umgebung getrennt ist.

    [0025] Die Umhüllung 2 umfasst einen zylindrischen Abschnitt 4 mit einem für den vorliegenden Typ von Kampfmittel typischen maximalen Durchmesser von 38 cm bis ca. 42 cm, der endseitig jeweils in kegelstumpfförmige Endbereiche 5 ausläuft. An Übergangsstellen des zylindrischen Abschnitts 4 in die kegelstumpfförmigen Endbereiche 5 sind in Figur 1 zwei Schnittebenen S angedeutet. Da der Explosivstoff 3 durch die Halter für die Detonatoren D sowie die anschließenden Buchsen 2a für Übertragungsladungen von der Umgebung getrennt ist, reicht ein Schnitt alleine i.d.R. nicht aus, um den Explosivstoff 3 nach ausreichendem thermischem Erweichen aus der Umhüllung 2 herausrutschen zu lassen. Hierfür wäre ggf. eine zusätzliche Entlüftungsöffnung notwendig. Diese zusätzliche Entlüftungsöffnung kann aber z.B. durch Entnahme einer der Schnittebene S gegenüberliegende Buchse 2a gebildet werden. Bevorzugt wird es jedoch, in der in Figur 2 angedeuteten Weise in einer zweiten Ebene S zu schneiden, so dass nun mit zwei Schnittebenen S an Übergangsstellen des zylindrischen Abschnitts 4 in die kegelstumpfförmigen Endbereiche 5 drei Abschnitte des Kampfmittels 1 gebildet werden, die separat voneinander gemäß dem nachfolgend beschriebenen Verfahren von dem jeweils darin enthaltenen Explosivstoff 3 getrennt werden.

    [0026] Figur 2 stellt Schritte eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens in einer dreidimensionalen Darstellung anhand des Kampfmittels 1 von Figur 1 in einem Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung V dar. Nach dem Abschneiden eines oder beider kegelstumpfförmigen Endbereiche 5 wird der zylindrische Abschnitt 4 senkrecht auf eine Einrichtung 6 gestellt und derart fixiert, dass die Mittel- und Symmetrieachse dieses Abschnitts 4 sich im Zentrum der Einrichtung 6 befindet. Hierzu sind auf der als Teller ausgebildeten Einrichtung 6 radial 3 bis 4 in radialer Richtung verschiebliche Klemmbacken 7 vorgesehen, die auch einer Anpassung der beschriebenen Vorrichtung V an größere oder kleinere Durchmesser DM der Umhüllung 2 eines jeweiligen Kampfmittels 1 dienen. Diese Klemmbacken 7 sind so ausgebildet, dass die in der Schnittebene S liegende Öffnung des zylindrischen Abschnitts 4 in der Einrichtung 6 zentriert fixierbar ist.

    [0027] Die Vorrichtung V umfasst weiterhin einen Roboterarm 8 mit einer Induktionsspule 9. Der Roboterarm 8 ist zum berührungslosen Überfahren einer Oberfläche des Abschnitts 5 ausgebildet. Insbesondere regelt eine Regelung des Roboterarms 8 stets einen ausreichenden Abstand der Induktionsspule 9 zu einer Oberfläche der jeweiligen Umhüllung 2 ein und gleicht dabei auch etwaige Unrundheiten oder einen Achsversatz aus, d.h. einen Versatz der Mittelachse M gegenüber einer Mittelachse der Einrichtung 6 oder eine Winkelabweichung durch ein leicht verkipptes Einsetzen des zu behandelnden Abschnitts in der Einrichtung 6. Dazu umfasst der Roboterarm 8 im vorliegenden Ausführungsbeispiel mindestens drei Achsen, wobei heutige Standard-Roboter i.d.R. als 6-Achs-Roboter ausgeführt sind. Es können aber einem jeweiligen Anwendungsfall entsprechend angepasste Roboterarme 8 anderer Bauarten vorgesehen werden, wie z.B. ein 2-achsiger Roboterarm 8 mit linearem Schiebelager, oder aber ein Roboterarm 8 mit einem gekrümmt statt linear verschieblichen Teil-Arm. Hierdurch können Gewicht und Bauraum eingespart werden, was beispielsweise bei einer Auslegung einer Vorrichtung V als mobil z.B. an verschiedenen Standorten nutzbare Anlage wichtig sein kann.

    [0028] In jedem Fall wird die mit einem hochfrequenten Strom HF gespeiste Induktionsspule 9 durch den Roboterarm 8 in einem möglichst geringen Abstand d unter Überwachung durch eine nicht weiter dargestellte Kameraeinrichtung über die Oberfläche der metallischen Umhüllung 2 des Abschnitts 4 geführt. Durch die Induktionsspule 9 fließt ein Strom von ca. 60 A bei einer Spannung von etwa 100 V und einer Frequenz von ca. 6 bis etwa 10 kHz, was z.B. in Abhängigkeit einer jeweiligen Wandstärke der vorliegenden Umhüllung 2 zur Erzeugung einer optimalen Eindringtiefe von induzierten Wirbelströmen einstellbar ist. Eine Erwärmung der als Kupferrohr mit geschlossenem rechteckigem Querschnitt ausgebildeten Induktionsspule 9 selber wird in nicht weiter dargestellter Weise durch eine Wasserkühlung ausreichend entgegengewirkt, ohne dass eine Erwärmung der Umhüllung 3 dadurch merklich beeinträchtigt würde.

    [0029] Eine gleichmäßige Verschiebung der Induktionsspule 9 erzeugt damit eine in Figur 2 angedeutete Bahn über der Oberfläche der Umhüllung 2. Die Oberfläche der Umhüllung 2 kann mehrfach komplett oder auch nur abschnittsweise durchlaufen werden, um an jeder Stelle eine ausreichende Erwärmung zu gewährleisten. Eine entsprechende Ansteuerung des Roboterarms 8 erfolgt dadurch, dass eine jeweilige Oberflächentemperatur über nicht weiter dargestellte Wärmebild-Sensoren erfasst und ein Überfahren insbesondere unzureichend erwärmter Regionen bis zum Erreichen eines Zielwertes z.B. unter entsprechender Verdrehung des Abschnitts 4 durch die Induktionsspule 9 an dem Roboterarm 8 wiederholt wird. Dieses Verfahren ist von einer Größe und Außenform eines jeweiligen Abschnitts eines Kampfmittels unabhängig und entsprechend leicht und flexibel anpassbar durchführbar. Das Ziel dieses Verfahrens ist es, eine möglichst gleichmäßige Erwärmung der metallischen Umhüllung 2 des Abschnitts 4 zu erzielen, die zu einem hinreichenden Erweichen des an die Umhüllung 2 angrenzenden Explosivstoffs 3 oder Phlegmatisators und damit zu einem Lösen des Explosivstoffs 3 aus der Umhüllung 2 unter Wirkung der Schwerkraft führt. Hierzu werden einem jeweiligen Typ des Kampfmittels 1 sowie Art eines Abschnitts 4, 5 angepasste Induktionsspule 9 verwendet. Auch wird ein hochfrequenter Strom HF durch die Induktionsspule 9 entsprechend eingestellt.

    [0030] In der Einrichtung 6 ist der zylindrische Abschnitt 4 so fixiert, dass er senkrecht über einer Ausnehmung 10 angeordnet ist. Mit Erreichen eines ausreichenden Temperaturbereichs über die gesamte Oberfläche der Umhüllung 2 hinweg wird der an die Umhüllung 2 angrenzende Explosivstoff 3 soweit erweicht, dass der Explosivstoff 3 schon unter Wirkung der Schwerkraft aus der Umhüllung 2 heraus und durch die Ausnehmung 10 hindurch in einen hier nur angedeuteten Aufnahmeraum 11 hinein gleitet, um definiert und insbesondere erschütterungsfrei in den Aufnahmeraum 11 verbracht zu werden. Anschließend findet dort eine Weiterverarbeitung statt, insbesondere eine Verpackung zum sicheren Weitertransport, wie nachfolgend noch anhand der Zeichnung beschrieben wird.

    [0031] Figur 3 zeigt eine Schnittdarstellung in einer Ebene III-III von Figur 2, um mögliche Ausformungen der Induktionsspule 9 anzudeuten. Wie schon in Figur 2 angedeutet, so bildet eine Induktionsspule 9 in diesem Ausführungsbeispiel nicht zwingend eine um eine Schnittfläche des Kampfmittels 1 geschlossene Schleife mit leicht vergrößertem Durchmesser zur Sicherstellung eines Mindestabstands für einen Luftspalt zwischen der Induktionsspule 9 und der metallischen Umhüllung 2 des Kampfmittels 1. Das magnetischen Wechselfeld B dieser Induktionsspule 9 steht über den Abstand d zwischen der Umhüllung 2 und der Induktionsspule 9 im Wesentlichen senkrecht zu der Außenfläche der metallischen Umhüllung 2. Dazu umschließt die Induktionsspule 9 jeweils nur einen Bogen eines schmalen Kreissegments, wie anhand eines Winkels α in Figur 3 angedeutet. Dieser Winkel α beträgt zwischen ca. 30° bis 360°, bevorzugt sind 180°. Kleinere Winkel α eignen sich dabei besser für einen Einsatz einer Induktionsspule 9 über weitere Bereiche der maximalen Durchmesser DM der Abschnitte 4, 5.

    [0032] Figur 4 zeigt als Schnittdarstellung analog der Darstellung von Figur 2 Details zu einem Mittel zum definierten Verbringen des Explosivstoffs 3 aus einer Umhüllung 2 in den unter der Einrichtung 6 vorgesehenen Aufnahmeraum 11. Demnach ist dieses Mittel als ein mit der Ausnehmung 10 der Einrichtung 6 korrespondierender und in den Aufnahmeraum 11 hinein verschieblicher Absenkteller 12 ausgebildet.

    [0033] Eine in Figur 4 exemplarisch an einem Abschnitt eines kegelstumpfförmigen Endbereichs 5 gezeigte Detonator-Aufnahme in Form einer Buchse 2a stellt für die vorstehend beschriebene induktive Erwärmung der metallischen Umhüllung 2 des Kampfmittels 1 regelmäßig eine Störstelle auf. Das metallische Material kann hier durch die induzierten Wirbelströme nicht ausreichend erwärmt werden, was zu einer Behinderung hinsichtlich des erwünschten Herausgleitens des Explosivstoff 3 aus der Umhüllung 2 führen kann. Daher ist in Figur 4 eine gesonderte Induktionsspule 9a angedeutet, die speziell zur Erwärmung der Aufnahme bzw. Buchse 2a vorgesehen ist. Je nach Anwendungsfall wird diese gesonderte Induktionsspule 9a gemeinsam mit der eigentlichen Induktionsspule 9 durch den Roboterarm 8 positioniert und geführt, oder diese Induktionsspule 9a muss in einem eigenen Verfahrensschritt zur induktiven Erwärmung in die betreffende Buchse 2a eingeführt werden. Dieser eigene Verfahrensschritt kann einer induktiven Erwärmung der sonstigen Umhüllung 2 vor- oder auch nachgeschaltet sein, zumal ein zeitlicher Mehraufwand schon aufgrund der im Vergleich mit der sonstigen Umhüllung 2 kleinen Abmaße einer oder auch mehrerer Buchsen 2a mit allem Positionierungsaufwand und Wechsel auf die Induktionsspule 9a gegenüber einer Gesamt-Prozesszeit kaum ins Gewicht fällt.

    [0034] Wenn der Explosivstoff 3 im Kontakt mit der Umhüllung 2 ausreichend thermisch erweicht ist, sinkt der Explosivstoff 3 aus der fixierten Umhüllung 2 auf den Absenkteller 12. Eine auf den Absenkteller 12 einwirkende Gewichtskraft erhöht sich, was in diesem Ausführungsbeispiel ein Signal für eine Regelung darstellt, den Absenkteller 12 langsam in den Aufnahmeraum 11 hinein abzusenken. Dabei ist über den Aufnahmeraum 11 und den Absenkteller 12 hinaus ein Verpackungsmaterial 13 vorgesehen, in dem der Explosivstoff 3 im Zuge des Absenkens in den Aufnahmeraum 11 hinein automatisch eingeschlagen wird. Dieses Verpackungsmaterial 13 kann ab dem Moment, wo Explosivstoff 3 aus der Umhüllung 2 vollständig entnommen ist, in einfacher Weise geschlossen werden. Damit ist die Umwelt durch das Verpackungsmaterial 13 hier in Form einer Kunststofffolie vor dem Einfluss des Explosivstoffs 3 in dem Sinne geschützt, dass keine festen oder verflüssigten Teile davon verloren gehen oder in sonstiger Weise die Umwelt kontaminieren können.

    [0035] Nach einer Beendigung des Ausbringens des Explosivstoffs 3 aus der Umhüllung 2 sind regelmäßig nur geringe Restmengen des Explosivstoffs 3 als dünnschichtige Anhaftungen an den Metallteilen der Umhüllung 2 vorhanden. Zu deren Beseitigung sind u.a. thermische Verfahren bekannt. Eine weitere Behandlung der Teile der Umhüllung 2 als kontaminierter metallischer Schrott ist schon aufgrund der vergleichsweise kleinen anhaftenden Mengen von Explosivstoff 2 auch mit Blick auf die Umweltsicherheit deutlich weniger kritisch und kann daher in größerer Menge und in kürzerer Zeit durchgeführt werden, als eine thermische Umsetzung großer Explosivstoff-Mengen, wie sie nach dem Stand der Technik noch vorgenommen werden.

    [0036] Die vorstehend beschriebene Vorrichtung V zeichnet sich im Verhältnis zu den dadurch behandelbaren großformatigen Kampfmittel 1 durch ein gegenüber dem Stand der Technik deutlich geringes Gewicht, niedrigeren Energieaufwand sowie eine schon aufgrund der geringeren Prozesszeit effizientere und sicherer Handhabung des aus einer jeweiligen Umhüllung 2 zu entfernenden Explosivstoffs 3 bis in den Aufnahmeraum 11 hinein aus.

    Bezugszeichenliste



    [0037] 
    1
    Kampfmittel
    2
    metallische Umhüllung
    2a
    Detonator-Aufnahme in Form einer metallischen Buchse
    3
    Explosivstoff
    4
    zylindrischer Abschnitt mit maximalem Durchmesser DM
    5
    Abschnitt eines kegelstumpfförmigen Endbereichs
    6
    Einrichtung zum Tragen und Halten des Abschnitts (4) oder Endbereichs (5)
    7
    radial an der Einrichtung (6) verschiebliche Klemmbacke zur klemmenden Fixierung des Abschnitts (4) oder Endbereichs (5)
    8
    Roboterarm
    9
    Induktionsspule
    9a
    kleinere Induktionsspule zur Erwärmung einer Aufnahme bzw. Buchse (2a) eines Detonators (D)
    10
    Ausnehmung im Zentrum der Einrichtung (6)
    11
    Aufnahmeraum unter der Einrichtung (6)
    12
    Absenkteller
    13
    Verpackungsmaterial
    α
    Winkel der Induktionsspule (11) als Kreissegment
    A
    Aufhänge-Öse an der metallischen Umhüllung (2)
    B
    Magnetfeld
    d
    Abstand zwischen Umhüllung (2) und Induktionsspule (11)
    D
    Detonator
    DM
    maximaler Durchmesser
    HF
    durch die Induktionsspule (11) fließender hochfrequenter Strom
    L
    gesamtes Leitwerk des Kampfmittels (1)
    M
    Mittelachse / Symmetrielinie
    S
    Schnittebene / Trennebene
    V
    Vorrichtung



    Ansprüche

    1. Verfahren zum Entfernen eines Explosivstoffs (3) aus einer Umhüllung (2) eines großformatigen Kampfmittels (1), insbesondere einer Abwurfmunition,

    mit Auftrennen der metallischen Umhüllung (2) in einem Bereich eines maximalen Durchmessers (DM),

    wobei die Umhüllung (2) zur Erweichung des angrenzenden Explosivstoffs (3) durch Induktion erwärmt wird,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    das Kampfmittel (1) an einem Übergang in einen zylindrischen Abschnitt (4) als Trennebene (S) geschnitten und eine sich ergebende Öffnung des Abschnitts (4, 5) über einem Aufnahmeraum (11) in einer Einrichtung (6) gehalten wird, die eine Ausnehmung (10) aufweist, wobei die Umhüllung (2) des Abschnitts (4, 5) von einer Induktionsspule (9) überfahren und die Erwärmung überwacht wird,

    um den Explosivstoff (3) zum Entfernen aus der Umhüllung (2) ausreichend thermisch so zu erweichen, dass der Explosivstoff (3) dadurch nachfolgend erschütterungsfrei durch die Ausnehmung (10) hindurch in den Aufnahmeraum (11) verbracht wird, dass ein in einem Ausgangszustand in der Ausnehmung (10) der Einrichtung (6) angeordneter Absenkteller (12) verwendet wird, um den Explosivstoff (3) senkrecht in Wirkungsrichtung der Schwerkraft in den Aufnahmeraum (11) definiert zu verbringen bzw. zu überführen.


     
    2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die eine sich ergebende Öffnung des Abschnitts (4, 5) mit einer Symmetrieachse (M) parallel zur Wirkungsrichtung der Schwerkraft über dem Aufnahmeraum (11) an der Ausnehmung (10) in der Einrichtung (6) gehalten wird.
     
    3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass als eine Trennebene (S) ein Übergang in einen zylindrischen Abschnitt (4) mit maximalem Durchmesser (DM) gewählt wird.
     
    4. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Trennebenen (S) zur Bildung von drei Abschnitten (4, 5) eines Kampfmittels (1) gebildet werden.
     
    5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass eine einem jeweiligen Typ des Kampfmittels (1) sowie Art eines Abschnitts (4, 5) angepasste Induktionsspule (9) verwendet wird.
     
    6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass eine an eine Aufnahme (2a) für einen Detonator (D) angepasst geformte Induktionsspule (9a) verwendet wird.
     
    7. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass diese Induktionsspule (9a) in die Aufnahme (2a) zur gezielten induktiven Erwärmung eingeführt wird.
     
    8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Induktionsspule (9, 9a) unter Verwendung eines Roboterarms (8) positioniert wird, wobei eine Führung der Induktionsspule (9, 9a) an dem Roboterarm (8) geregelt durchgeführt und über Sensoren vorzugweise unter Verwendung einer Kamera überwacht wird.
     
    9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass eine jeweilige Oberflächentemperatur der metallischen Umhüllung (2) über Wärmebild-Sensoren erfasst und ein Überfahren unzureichend erwärmter Regionen bis zum Erreichen eines Zielwertes wiederholt werden.
     
    10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass der Explosivstoff (3) im Zuge des Absenkens in den Aufnahmeraum (11) hinein automatisch in ein Verpackungsmaterial (13) eingeschlagen wird.
     
    11. Vorrichtung (V) zum Entfernen eines Explosivstoffs (3) aus einer Umhüllung (2) eines großformatigen Kampfmittels (1), insbesondere einer Abwurfmunition, zur Umsetzung eines Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    die Vorrichtung (V) eine Einrichtung (6) umfasst,

    die mit einer Ausnehmung (10) versehen über einem an den Explosivstoff angepassten Aufnahmeraum (11) angeordnet ist,

    wobei die Einrichtung (6) zur fixierenden Aufnahme eines Abschnitts (4, 5) des Kampfmittels (1) in einer Ausrichtung parallel zur Wirkung der Schwerkraft ausgebildet ist, sowie

    einen Roboterarm (8) mit einer Induktionsspule (9), der zum berührungslosen Überfahren einer Oberfläche des Abschnitts (4, 5) ausgebildet ist, und

    als Mittel zum erschütterungsfreien Verbringen des Explosivstoffs (3) aus der Umhüllung (2) in den lotrecht unter der Ausnehmung (10) der Einrichtung (6) angeordneten Aufnahmeraum (11) ein mit der Ausnehmung (10) in der Einrichtung (6) korrespondierender Absenkteller (12) vorgesehen ist, der in den Aufnahmeraum (11) hinein in aufrechter Position absenkbar ist.


     
    12. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (6) als Teller mit radial verschieblichen Klemmbacken (7) unter Freigabe der Öffnung bzw. Ausnehmung (10) im Zentrum der Einrichtung (6) ausgebildet ist.
     
    13. Vorrichtung nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeraum (11) mit einem Verpackungsmaterial (13) zum Umschließen des Explosivstoffs (3) ausgekleidet ist.
     
    14. Vorrichtung nach einem der drei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine an eine Aufnahme (2a) für einen Detonator (D) angepasst geformte Induktionsspule (9a) zur gezielten induktiven Erwärmung der Aufnahme (2a) vorgesehen ist.
     
    15. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Induktionsspule (9a) zum Einführen in eine Aufnahme (2a) für einen Detonator (D) angepasst ausgeformt und ausgebildet ist.
     


    Claims

    1. Method for removing an explosive (3) from an casing (2) of a large-sized explosive ordnance (1), in particular of a drop munition,

    with severing of the metallic casing (2) in a region of maximum diameter (DM),

    the casing (2) being heated by induction to soften the adjacent explosive (3),

    characterized in that

    the ordnance (1) is cut at a transition into a cylindrical section (4) as a parting plane (S) and

    a resulting opening of the section (4, 5) is held above a receiving space (11) in a device (6) which has a recess (10), wherein

    the casing (2) of the section (4, 5) is passed over by an induction coil (9) and the heating is monitored,

    in order to soften the explosive (3) sufficiently thermally for removal from the casing (2) in such a way that the explosive (3) is subsequently brought through the recess (10) into the receiving space (11) without shaking, in that a lowering plate (12) arranged in an initial state in the recess (10) of the device (6) is used in order to bring or transfer the explosive (3) vertically in a defined manner in the direction of action of the force of gravity into the receiving space (11). transfer.


     
    2. Method according to the preceding claim, characterized in that the resulting opening of the section (4, 5) with an axis of symmetry (M) parallel to the direction of action of gravity is held above the receiving space (11) at the recess (10) in the device (6).
     
    3. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a transition into a cylindrical section (4) with maximum diameter (DM) is selected as a parting plane (S).
     
    4. Method according to the preceding claim, characterized in that two separation planes (S) are formed to form three sections (4, 5) of an ordnance (1).
     
    5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that an induction coil (9) adapted to a respective type of ordnance (1) and type of a section (4, 5) is used.
     
    6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that an induction coil (9a) shaped to fit a receptacle (2a) for a detonator (D) is used.
     
    7. Method according to the preceding claim, characterized in that this induction coil (9a) is introduced into the receptacle (2a) for targeted inductive heating.
     
    8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the induction coil (9, 9a) is positioned using a robot arm (8), wherein guidance of the induction coil (9, 9a) on the robot arm (8) is carried out in a controlled manner and monitored via sensors, preferably using a camera.
     
    9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a respective surface temperature of the metallic casing (2) is detected via thermal image sensors and a passing over of insufficiently heated regions is repeated until a target value is reached.
     
    10. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the explosive (3) is automatically wrapped in a packaging material (13) in the course of lowering into the receiving space (11).
     
    11. Device (V) for removing an explosive (3) from an casing (2) of a large-format ordnance (1), in particular of a drop munition, for implementing a method according to one of the preceding claims,

    characterized in that

    the device (V) comprises a device (6)

    which is provided with a recess (10) and is arranged above a receiving space (11) adapted to the explosive, the device (6) being designed to fixably receive a portion (4, 5) of the ordnance (1) in an orientation parallel to the action of gravity, and

    a robot arm (8) with an induction coil (9),

    which is designed to traverse a surface of the section (4, 5) without contact, and

    a lowering plate (12) corresponding to the recess (10) in the device (6) is provided as means for the vibration-free transfer of the explosive (3) from the casing (2) into the receiving space (11) arranged vertically below the recess (10) of the device (6), which lowering plate (12) can be lowered into the receiving space (11) in the upright position.


     
    12. Device according to the preceding claim, characterized in that the device (6) is designed as a plate with radially displaceable clamping jaws (7) with release of the opening or recess (10) in the center of the device (6).
     
    13. Device according to one of the two preceding claims, characterized in that the receiving space (11) is lined with a packaging material (13) for enclosing the explosive (3) .
     
    14. Device according to one of the three preceding claims, characterized in that an induction coil (9a) shaped to fit a receptacle (2a) for a detonator (D) is provided for selective inductive heating of the receptacle (2a).
     
    15. Device according to the preceding claim, characterized in that the induction coil (9a) is shaped and formed adapted for insertion into a receptacle (2a) for a detonator (D).
     


    Revendications

    1. Procédé pour enlever une substance explosive (3) d'une enveloppe (2) d'un moyen de combat (1) de grand format, en particulier d'une munition de largage,

    avec séparation de l'enveloppe métallique (2) dans une zone d'un diamètre maximal (DM),

    l'enveloppe (2) étant chauffée par induction pour ramollir la matière explosive (3) adjacente,

    caractérisé en ce que

    le moyen de combat (1) est découpé en un plan de séparation (S) au niveau d'une transition vers une section cylindrique (4), et

    une ouverture résultante de la section (4, 5) est maintenue au-dessus d'un espace de réception (11) dans un dispositif (6) qui présente un évidement (10), où l'enveloppe (2) du tronçon (4, 5) est parcourue par une bobine d'induction (9) et le réchauffement est surveillé, pour ramollir suffisamment thermiquement la matière explosive (3) pour l'enlever de l'enveloppe (2) de telle sorte que la matière explosive (3) soit ensuite amenée sans secousses à travers l'évidement (10) dans l'espace de réception (11), en ce qu'un plateau d'abaissement (12) disposé dans un état initial dans l'évidement (10) du dispositif (6) est utilisé pour amener ou définir la matière explosive (3) verticalement dans la direction d'action de la force de gravité à l'intérieur de l'espace de réception (11) .


     
    2. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que l'une des ouvertures résultantes de la section (4, 5) est maintenue avec un axe de symétrie (M) parallèle à la direction d'action de la gravité au-dessus de l'espace de réception (11) au niveau de l'évidement (10) dans le dispositif (6).
     
    3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on choisit comme plan de joint (S) une transition vers une section cylindrique (4) de diamètre maximal (DM).
     
    4. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que deux plans de joint (S) sont formés pour former trois sections (4, 5) d'un moyen de combat (1).
     
    5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on utilise une bobine d'induction (9) adaptée à chaque type de moyen de combat (1) et à chaque type de section (4, 5).
     
    6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on utilise une bobine d'induction (9a) dont la forme est adaptée à un logement (2a) pour un détonateur (D).
     
    7. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que cette bobine d'induction (9a) est introduite dans le logement (2a) pour un chauffage par induction ciblé.
     
    8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la bobine d'induction (9, 9a) est positionnée en utilisant un bras de robot (8), un guidage de la bobine d'induction (9, 9a) sur le bras de robot (8) étant effectué de manière régulée et étant surveillé par des capteurs, de préférence en utilisant une caméra.
     
    9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une température de surface respective de l'enveloppe métallique (2) est détectée par des capteurs d'image thermique et qu'un passage sur des régions insuffisamment chauffées est répété jusqu'à ce qu'une valeur cible soit atteinte.
     
    10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'explosif (3) est enveloppé automatiquement dans un matériau d'emballage (13) au cours de sa descente dans l'espace de réception (11).
     
    11. Dispositif (V) pour retirer une substance explosive (3) d'une enveloppe (2) d'un moyen de combat (1) de grand format, en particulier d'une munition de largage, pour la mise en œuvre d'un procédé selon l'une des revendications précédentes,

    caractérisé en ce que

    le dispositif (V) comprend un dispositif (6), qui, pourvu d'un évidement (10), est disposé au-dessus d'un espace de réception (11) adapté à la substance explosive,

    le dispositif (6) étant conçu pour recevoir de manière fixe une section (4, 5) de l'moyen de combat (1) dans une orientation parallèle à l'effet de la gravité, ainsi que un bras de robot (8) avec une bobine d'induction (9),

    qui est conçu pour passer sans contact sur une surface de la section (4, 5), et

    un plateau d'abaissement (12) correspondant à l'évidement (10) dans le dispositif (6) est prévu comme moyen pour amener sans vibration l'explosif (3) de l'enveloppe (2) dans l'espace de réception (11) disposé verticalement sous l'évidement (10) du dispositif (6), lequel plateau peut être abaissé en position verticale dans l'espace de réception (11).


     
    12. Dispositif selon la revendication précédente, caractérisé en ce que le dispositif (6) est réalisé sous forme de plateau avec des mâchoires de serrage (7) déplaçables radialement en libérant l'ouverture ou l'évidement (10) au centre du dispositif (6).
     
    13. Dispositif selon l'une des deux revendications précédentes, caractérisé en ce que l'espace de réception (11) est revêtu d'un matériau d'emballage (13) destiné à entourer la substance explosive (3).
     
    14. Dispositif selon l'une des trois revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une bobine d'induction (9a) de forme adaptée à un logement (2a) pour un détonateur (D) est prévue pour le chauffage inductif ciblé du logement (2a) .
     
    15. Dispositif selon la revendication précédente, caractérisé en ce que la bobine d'induction (9a) est formée et conçue pour être insérée dans un logement (2a) pour un détonateur (D) .
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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