[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Etikettierer mit den Merkmalen des
Anspruchs 1.
[0002] Aus der
EP 2 666 728 B1 ist ein Etikettierer bekannt, um reihenweise Etiketten auf eine Folienbahn aufzubringen.
Der Etikettierer ist an einer Tiefziehverpackungsmaschine nach einer Siegelstation
angeordnet. Im Wesentlichen verfügt der Etikettierer über einen Etikettenspender sowie
über eine Übertragungseinrichtung, welcher mittels des Etikettenspenders hintereinander
gereiht Etiketten zugeführt werden. Die Übertragungseinrichtung ist dazu ausgebildet,
die von ihr aufgenommenen Etiketten an eine vorbestimmte Position oberhalb einer darunter
bereitgestellten Artikelbahn, umfassend mehrere nebeneinander positionierte versiegelte
Verpackungen, zu verfahren, um anschließend die Etiketten auf die Deckelfolie der
jeweiligen Verpackungen zu drücken. Dafür verfügt die Übertragungseinrichtung über
eine Vielzahl von Stiftschieberplatten, die mittels einer Hubeinrichtung höhenverstellbar
gelagert sind, um die Etiketten fest auf die Deckelfolie zu drücken.
[0003] In der
DE 10 2006 047 488 A1 wird ein Etikettierer mit einem Absetzkasten offenbart, der mehrere Andrückstempel
zum Aufbringen von Etiketten auf einer Folienbahn aufweist. Die Andrückstempel sind
einzeln, ein- und ausfahrbar in Hülsen angeordnet.
[0004] EP 3 495 280 A1 offenbart eine Schieberbaugruppe, wobei die jeweiligen Andrückelemente mittels eines
zu deren Aufnahme ausgebildeten Kassettenmoduls an einer Grundplatte der Schieberbaugruppe
befestigt sind. Die Andrückelemente sind jeweils aus drei Einzelteilen gefertigt,
nämlich einem Zapfen aus Polyoxymethylen (POM), einem Führungsstift aus einem Edelmetall,
z.B. eine Legierung aus X5CrNi18-10, und einem Druckstift ebenfalls aus Polyoxymethylen
(POM). Diese drei Komponenten werden in eine Montagevorrichtung eingelegt und werden
miteinander verpresst. Bei derartig dreiteilig gepressten Andrückstiften kommt es
jedoch unweigerlich zu Montagefehlern. Beispielsweise können diese Andrückstifte dann
fehlerhaft zusammengebaut sein, wenn beim Pressvorgang der drei Einzelteile daran
wirkende Presskräfte variieren. Dadurch wird später ggf. eine Nacharbeit notwendig
sein, die zu Stillstandzeiten der Verpackungsmaschine führt.
[0005] Hinzu kommt, dass ein aus Edelstahl ausgebildeter Führungsstift aufgrund seiner starren
Ausbildung ihn während eines Etikettiervorgangs belastende Querkräfte nahezu eins-zu-eins
auf andere Komponenten des Kassettenmoduls überträgt, die dadurch beschädigt, zumindest
jedoch gelockert, werden können. Beispielsweise kann eine Klemmleiste, die den Führungsstift
am Kassettenmodul befestigt, durch auf sie übertragene Querkräfte beschädigt oder
aus ihrer Befestigung gelöst werden. Diese Problematik tritt vor allem dann auf, wenn
Etiketten auf einer unebenen Verpackungsoberfläche aufzubringen sind, wodurch sich
die starr ausgebildeten Führungsstifte tendenziell querstellen und gegen die Klemmleisten
drücken.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Etikettierer gemäß der oben beschriebenen Art
hinsichtlich der mit dem Stand der Technik verbundenen Nachteile zu verbessern.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst mit einem Etikettierer gemäß dem Anspruch 1. Verbesserte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Der erfindungsgemäße Etikettierer umfasst mindestens eine höhenverstellbar gelagerte
Schieberbaugruppe zum Andrücken von Etiketten auf eine Artikelbahn. Die Schieberbaugruppe
weist eine Grundplatte, mindestens eine mit der Grundplatte verbundene Stiftkassette
und mehrere, mittels der Stiftkassette aufgenommene Andrückstifte auf, die an der
Stiftkassette jeweils zwischen einer ausgefahrenen Position und einer eingefahrenen
Position verschiebbar gelagert sind.
[0009] Erfindungsgemäß sind die Andrückstifte jeweils als einteilig hergestellte Spritzgussteile
ausgebildet.
[0010] Dadurch, dass die Andrückstifte jeweils einteilig hergestellte Spritzgussteile sind,
lassen sich insbesondere die o.g. herstellungsspezifischen Nachteile vermeiden, die
in Zusammenhang mit der dreiteiligen Ausbildung bekannter Andrückstifte geschildert
werden. Für die einteiligen Spritzgussstife sind v.a. verschiedenartige Kunststoffe
einsetzbar, sodass hinsichtlich unterschiedlicher Anforderungen an die jeweiligen
Andrückstifte, beispielsweise hinsichtlich einer gewünschten Andrückkraft, das Spritzgussmaterial
problemlos anpassbar ist.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Variante weisen die Andrückstifte einen zumindest abschnittsweise
aus einem Polyamid (PA), insbesondere aus einem Polycaprolactam (PA66) oder aus Nylon
(PA66), hergestellten Führungsstift auf. Ein Führungsstift, der aus einem solchen
Kunststoff gespritzt wird, bietet den bedeutenden Vorteil, dass er sich in Reaktion
auf während eines Etikettiervorgangs durch ihn aufgenommene Querkräfte derart elastisch
verbiegen kann, dass dadurch andere, an ihn angrenzende Komponenten, beispielsweise
eine ihn am unteren Ende der Stiftkassette klammernde Klemmleiste, wenn überhaupt
nicht sonderlich belastet wird.
[0012] Demzufolge wird die Klemmleiste weder beschädigt noch aus ihrer Befestigung gelöst,
sodass es insgesamt zu geringeren Stillstandzeiten des Etikettierers kommt.
[0013] Vorzugsweise weisen die Andrückstifte an einem Ende des Führungsstifts einen mittels
der Stiftkassette aufnehmbaren Zapfen und an einem anderen Ende des Führungsstifts
ein Druckstück auf, wobei der Führungsstift, der Zapfen und das Drückstück einteilig
miteinander hergestellt sind. Diese integrale Bauweise der jeweiligen Andrückstifte
reduziert spürbar deren Herstellungsaufwand.
[0014] Es hat sich herausgestellt, dass Andrückstifte, die im Wesentlichen komplett aus
einem Polycaprolactam (PA6) oder aus Nylon (PA66) hergestellt sind, besonders vorteilhaft
für die Verwendung des Etikettierer sind. Vor allem sind diese Andrückstifte kostengünstig
herstellbar.
[0015] Die spezielle Auswahl des Kunststoffs für die einteilige Herstellung der jeweiligen
Andrückstifte beruht auf einer Berücksichtigung mehrerer Faktoren. Einerseits ist
die Biegefestigkeit zu berücksichtigen, d.h. das Maß, welches angibt, wie hoch die
maximale Biegespannung während des Etikettierens sein darf, ohne dass der Andrückstift
beschädigt wird und er trotz seiner potentiellen Durchbiegung die gewünschte Andrückkraft
aufbringt.
[0016] Bei der Biegefestigkeit ist abzuwägen, wie stark die Andrückstifte dreidimensionalen
Oberflächenkonturen nachgeben dürfen, um eine gewünschte Flächenandrückkraft sicherzustellen.
Damit sich die jeweiligen Andrückstifte an Störkonturen ausreichend verbiegen können,
jedoch nicht zu stark nachgeben, und Etiketten sicher an einer vorgegebenen Position
befestigt werden, darf die Biegefestigkeit der Andrückstifte weder zu niedrig noch
zu hoch sein. Wäre die Biegefestigkeit sehr niedrig, wie beispielsweise bei einem
Andrückstift aus Polyethylen (PE-HD), neigt der Andrückstift dazu, sich schnell zu
verbiegen, wodurch eine zum Etikettieren benötigte Andrückkraft nicht mehr erreichbar
wäre. Ist die Biegefestigkeit jedoch sehr hoch, wie beispielsweise bei einem Andrückstift
aus PA66 GF25 (25% glasfaserverstärktes Nylon), würde sich der Andrückstift bei einer
Störkontur nur sehr wenig verbiegen, sodass ein ähnlicher negativer Effekt wie bei
den bekannten aus Edelstahl hergestellten Andrückstiften folgen würde. Derartig biegesteife
Andrückstifte können sogar das zu etikettierende Produkt beschädigen oder das Etikett
nicht vollflächig an die Produktionsoberfläche andrücken. Wenn jedoch in einem besonderen
Fall eine hohe Andrückkraft erforderlich ist, kann das Material PA66 GF25 für die
Andrückstifte der passende Werkstoff sein.
[0017] In Sachen Biegefestigkeit liegen im mittleren Bereich zwischen den vorangehend erwähnten
Kunststoffen das unverstärkte, detektierbare Polyamid PA66 DET und/oder schlagzähes
Polyoxymethylen (POM-HI). Diese beiden Werkstoffe verbiegen sich nicht bei geringen
Querkräften und bieten somit ausreichend Stabilität für das sichere Andrücken der
Etiketten. Sollte es durch unvorhergesehene Unebenheiten auf dem Produkt zu höheren
Querkräften kommen, können diese Werkstoffe ausreichend elastisch verformen.
[0018] Ein weiteres wichtiges Kriterium, das bei der Auswahl des Werkstoffs zu beachten
ist, ist die Reißdehnung. Die Reißdehnung gibt an, bei welcher prozentualen Dehnung
der Werkstoff zerbricht. Hier kann es sein, dass beispielsweise auf Kohlefaser- und/oder
Glasfaserbasis verstärkte Polyamide, wie derart verstärktes PA6 (Perlon) oder derart
verstärktes PA66 (Nylon), nicht den geeigneten Kunststoff zur Herstellung der Andrückstifte
bilden. Solche Andrückstifte neigen nämlich dazu, bei sehr geringer Dehnung zu zerbrechen
und sind somit bei unebenen Verpackungen eher ungeeignet. Für Sonderfälle, bei denen
jedoch eine hohe Andrückkraft und eine geringere Flexibilität gefordert sind, ist
dieser Werkstoff ggf. die richtige Auswahl.
[0019] PE-HD bietet mit 400% Reißdehnung eine sehr hohe Flexibilität, kommt aber aufgrund
der geringen Biegefestigkeit und der geringen Wärmeformbeständigkeit zur Herstellung
der Andrückstifte nicht in die engere Auswahl. Die Wärmeformbeständigkeit, d.h. die
maximale Temperatur, welche der Kunststoff zumindest kurzzeitig aushalten muss, ist
bei der Auswahl des bevorzugten Werkstoffs deshalb relevant, weil der Etikettierer,
insbesondere die daran ausgebildeten Schieberbaugruppen, bei Reinigungsintervallen
zumindest kurzzeitig hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Hier bieten alle zuvor besprochenen
Kunststoffe eine ausreichende Wärmeformbeständigkeit.
[0020] In Anbetracht der vorangehenden Evaluierung potentieller Werkstoffe, hat sich herausgestellt,
dass für den erfindungsgemäßen Etikettierer das Kunststoffmaterial PA6 oder PA66,
ggf. PA66 DET (detektierbar), das neben seinen guten technischen Eigenschaften auch
noch eine FDA-Zulassung vorzuweisen hat, für die Herstellung der Andrückstifte sehr
vorteilhaft ist. Auch die Möglichkeit, dass diese Werkstoffe detektierbar sind, ist
im Bereich der Verpackungstechnik eine sehr willkommene Eigenschaft.
[0021] Es ist vorstellbar, dass zumindest der Führungsstift der Andrückstifte abschnittsweise
glasfaser- und/oder kohlefaserverstärkt ausgebildet ist. Anhand dieser Materialverstärkung
lassen sich für den Etikettiervorgang hohe Andrückkräfte erzielen.
[0022] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weist zumindest der Führungsstift der Andrückstifte
ein thermoplastisches Polyurethan auf. Damit lässt sich eine gewünschte Elastizität
für den Führungsstift einstellen.
[0023] Vorzugsweise umfasst die Stiftkassette mindestens eine daran befestigte Klemmleiste,
um die Andrückstifte an der Stiftkassette zu halten. Die Klemmleiste kann an der Stiftkassette
angeklipst sein. Für ein Auswechseln ggf. beschädigter Andrückstifte ist die Klemmleiste
problemlos demontierbar.
[0024] Vorstellbar ist es, dass die Klemmleiste außer ihrer Befestigungsfunktion auch noch
eine Führungsfunktion für mehrere Andrückstifte aufweist. Dafür kann die Klemmleiste
mehrere krallenartige Aufnahmen für die Andrückstifte, d.h. deren Führungsstifte,
aufweisen, woran die Andrückstifte verschiebbar gelagert sind.
[0025] Es ist möglich, dass die Klemmleiste zur Aufnahme von während eines Etikettiervorgangs,
mittels gebogenen mit ihr in Kontakt geratenen Andrückstiften, verursachten Querkräften
ausgebildet ist.
[0026] Dadurch, dass sich die jeweiligen Andrückstifte aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit
elastisch biegen können, wenn sie auf eine unebene Verpackungsoberfläche treffen,
sprich dabei als solche bereits, ohne dabei am Kassettenmodul anzustoßen, durchbiegen,
werden die wenn überhaupt noch auf die Klemmleiste wirkenden Querkräfte derart gering
sein, dass die Klemmleiste davon nicht mehr beschädigt bzw. gelockert wird.
[0027] Vorzugsweise haben die Andrückstifte jeweils ein Gewicht von 0,3g bis 0,5g, insbesondere
0,4g. Gegenüber einem bekannten, dreiteiligen Andrückstift, der ca. 1,4g wiegt, ergibt
sich hier ein Gewichtsvorteil von 1g. Bei einem durchschnittlichen Stiftschieberplattensatz
mit 500 Stiften ergibt sich somit eine Reduzierung von 500g bewegter Masse entgegen
der Schwerkraft. Durch diese Gewichtsreduktion kann die Performance des Querbahnetikettierers
bedeutend gesteigert werden.
[0028] Die Stückkosten des erfindungsgemäß einteilig hergestellten Spritzguss-Andrückstifts
werden bei ca. 5 bis 6 Cent liegen. Die Montagekosten, d.h. die Kosten für den Zusammenbau
mehrteiliger Andrückstifte, entfallen komplett für einen erfindungsgemäßen einteiligen
Andrückstift, was erheblich zur Herabsetzung der Herstellungskosten beiträgt. Ein
beispielsweise dreiteiliger Andrückstift, wie er in der Beschreibungseinleitung beschrieben
ist, kostet aktuell 20 Cent.
[0029] Davon fallen 8 Cent auf die Montage. 12 Cent betragen die Materialkosten. Demzufolge
ergibt sich für die erfindungsgemäßen Andrückstifte eine Preisersparnis von 14 bis
15 Cent pro Andrückstift.
[0030] Die Erfindung bezieht sich auch auf die Verwendung mehrerer Andrückstifte, die jeweils
als einteilige Spritzgussteile hergestellt werden und/oder die einen Führungsstift
aufweisen, der zumindest abschnittweise aus einem Polyamid (PA), insbesondere aus
einem Polycaprolactam (PA6) oder aus Nylon (PA66), hergestellt wird, an einer Schieberbaugruppe
eines Etikettierers zum Andrücken von Etiketten auf eine Artikelbahn.
[0031] Ausführungsformen der Erfindung werden anhand der folgenden Figuren genauer beschrieben.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Tiefziehverpackungsmaschine mit einem erfindungsgemäßen Etikettierer,
- Figur 2
- eine vergrößerte Ansicht des Etikettierers in einer Ausgangsstellung,
- Figur 3
- eine Ansicht wie in Figur 2 in einer Etikettierstellung,
- Figur 4
- eine isoliert dargestellte Schieberbaugruppe des Etikettierers,
- Figur 5
- eine Explosionsdarstellung der in der Figur 4 gezeigten Schieberbaugruppe,
- Figur 6
- einen Traysealer, an welchem ein erfindungsgemäßer Etikettierer einsetzbar ist,
- Figur 7
- ein isoliert dargestellter, erfindungsgemäßer Andrückstift, und
- Figur 8
- eine schematische Darstellung verbiegbarer Andrückstifte
[0032] Gleiche Komponenten sind in den Figuren durchgängig mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0033] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt einer Tiefziehverpackungsmaschine 1 mit einer Siegelstation
2, in die eine Unterfolie 3 und eine Deckelfolie 4 zugeführt werden, um Verpackungen
5 zu erzeugen. In der Siegelstation 2 werden beispielsweise zwölf Verpackungen 5,
aufgeteilt auf vier Spuren S und drei Reihen R, in einem Arbeitszyklus gesiegelt.
In Transportrichtung T ist nach der Siegelstation 2 ein Etikettierer 6 mit einer Steuerung
7 angeordnet, um in einem Arbeitszyklus an die zwölf Verpackungen 5 Etiketten 8 von
oben auf die Deckelfolie 4 aufzubringen. Die Steuerung 7 des Etikettierers 6 kann
auch in einer Steuerung 9 der Tiefziehverpackungsmaschine 1 integriert sein. Der Etikettierer
6 weist einen Etikettenspender 10, eine in Transportrichtung T verstellbare Verfahrvorrichtung
11 und eine Übertragungseinrichtung 12 auf.
[0034] Fig. 2 zeigt den Etikettenspender 10 mit einem Trägerband 13 für Etiketten 8, wobei
die Etiketten 8 über eine Spenderkante 14 von dem Trägerband 13 abgelöst und an die
Übertragungseinrichtung 12 übergeben werden. Die Übertragungseinrichtung 12 ist zur
besseren Darstellung ohne Verkleidung dargestellt. Mittels eines innerhalb der Verkleidung
über Lüfter erzeugten Unterdrucks können die Etiketten 8 mit ihrer nicht klebenden
Oberseite am Transportriemen 16 gehalten werden, während eine erste Reihe R1 von Etiketten
8 mit der Anzahl von Spuren S von der Übertragungseinrichtung 12 aufgenommen werden.
Während dieser Phase befindet sich eine Hubeinrichtung 17 der Übertragungseinrichtung
12 in einer Aufnahmeposition.
[0035] Um die Reihe R1 von Etiketten 8 nach unten auf die Deckelfolie 4 aufzubringen, bewegt
die Verfahrvorrichtung 11 den Etikettenspender 10 mit der Übertragungseinrichtung
12 in oder entgegen der Transportrichtung T in die Position, in der die Reihe R1 von
Etiketten von oben auf die Deckelfolie 4 aufgebracht werden soll. Die Übertragungseinrichtung
12 befindet sich dann oberhalb einer Artikelbahn A. Der Antrieb der Verfahrvorrichtung
11 erfolgt durch einen schematisch dargestellten Servomotor 15a und einem Zahnriemenantrieb
15b. Die Übertragungseinrichtung 12 kann aber bereits über der Artikelbahn A von Verpackungen
5 positioniert sein, während die erste Reihe R1 von Etiketten 8 aufgenommen werden.
[0036] In Fig. 3 ist die Phase dargestellt, in der die Hubeinrichtung 17, die mehrere Schieberbaugruppen
18 mit gefederten Andrückstiften 19 aufweist, soweit nach unten bewegt wurde, dass
die Etiketten 8 durch die Andrückstifte 19 von den Transportriemen 16 abgehoben werden
und auf die Deckelfolie 4 angedrückt werden. Dabei werden die Schieberbaugruppen 18
mittels eines Servomotors 20 und eines Riemengetriebes 21 in die Zielposition bewegt.
Diese kann durch den Bediener so eingestellt werden, dass zum Andrücken der Etiketten
8 durch die gefederten Andrückstifte 19 eine optimale und vordefinierte Andrückkraft
erzeugt wird.
[0037] In Fig. 4 ist eine der in Fig. 3 gezeigten Schieberbaugruppen 18 isoliert dargestellt.
Die Schieberbaugruppe 18 verfügt über einen modularen Zusammenbau. Die Schieberbaugruppe
18 umfasst insbesondere eine Grundplatte 22 sowie eine Vielzahl daran befestigter
Stiftkassetten 23. Die jeweiligen Stiftkassetten 23 sind an der Grundplatte 22 mittels
mehrerer Koppelglieder 24 befestigt.
[0038] In Fig. 4 sind sechs Stiftkassetten 23 an der Grundplatte 22 nebeneinander befestigt,
die jeweils zur Aufnahme von vier Andrückstiften 19 konfiguriert sind. Rechts außen
in Bildebene betrachtet ist eine Stiftkassette 23 befestigt, die lediglich zur Aufnahme
von zwei Andrückstiften 19 vorgesehen ist.
[0039] Fig. 4 zeigt auch, dass die nebeneinander an der Grundplatte 22 befestigten Stiftkassetten
23 aneinander mittels Verbinderleisten 25 zusammengehalten werden. Unterhalb der Verbinderleisten
25 sind mehrere Klemmleisten 26 an den jeweiligen Stiftkassetten 23 befestigt, um
die daran angeordneten Andrückstifte 19 zu befestigen.
[0040] Ferner zeigt Fig. 4, dass die jeweiligen Andrückstifte 19 mittels einer Feder 27
in die gemäß Fig. 4 gezeigte ausgefahrene Position P1 vorgespannt sind. Beim Andrücken
der Etiketten 8 auf die Deckelfolie 4 können die jeweiligen Andrückstifte 19 in die
sie tragende Stiftkassette 13 eingeschoben werden. Die in die Stiftkassette 23 eingeschobenen
Andrückstifte 19 sind dann in einer eingefahrenen Position P2 angeordnet (siege Figur
8).
[0041] Fig. 5 zeigt die Schieberbaugruppe 18 in Explosionsdarstellung. Dadurch wird ersichtlich,
dass die Schieberbaugruppe 18 insgesamt einen mehrteiligen, modularen Aufbau aufweist,
wobei sie insbesondere aus der Grundplatte 22 sowie den daran befestigbaren Stiftkassetten
23 besteht. Dadurch ergeben sich herstellungstechnische Vorteile, weil die Grundplatte
22 aus einem anderen Material als die jeweiligen Stiftkassetten hergestellt sein kann.
Insbesondere bietet dies auch den Vorteil, dass in der Grundplatte 22 selbst keine
Aufnahmen für die Andrückstifte 19 hergestellt werden müssen, da diese in den jeweiligen
Stiftkassetten 23 aufgenommen sind. Die Stiftkassetten 23 können aus einem kostengünstigen
Material, z.B. aus einem Kunststoff, hergestellt sein. Dies gilt auch für die jeweiligen
Koppelglieder 24, die in Figur 5 isoliert dargestellten Verbinderleisten 25 sowie
die Klemmleisten 26.
[0042] Fig. 6 zeigt einen Traysealer 28 in schematischer Darstellung, an welchem der erfindungsgemäße
Etikettierer 6 zum Einsatz kommen kann. Am Traysealer 28 werden dem Etikettierer 6
bereits vereinzelte Verpackungen 5 für den Etikettiervorgang zugeführt.
[0043] Fig. 7 zeigt einen erfindungsgemäßen Andrückstift 19 in isolierter Darstellung. Der
Andrückstift 19 weist einen Führungsstift 29 auf, an dessen oberen Ende ein mittels
der Stiftkassette 23 aufnehmbarer Zapfen 30 und an dessen unterem Ende ein Druckstück
31 ausgebildet sind. Der Führungsstift 29, der Zapfen 30 und das Druckstück 31 werden
in einem Spritzgusswerkzeug einteilig miteinander hergestellt. Vor allem ist es möglich,
dass der in Figur 7 gezeigte Andrückstift 19 aus einem Polycaprolactam (PA6) oder
aus Nylon (PA66) im Spritzgussverfahren hergestellt wird.
[0044] Fig. 8 zeigt schematisch, was passiert, wenn die Andrückstifte 19 auf eine unebene
Produktoder Verpackungsoberfläche treffen. Die Andrückstifte 19 biegen sich aufgrund
der an ihren Druckstücken 31 ansetzenden Querkräften K durch. Das Durchbiegen ermöglicht
es, dass auf die Klemmleisten 26 die Querkräfte K wenn überhaupt nur sehr gering weitergeleitet
werden. Demzufolge kann eine Beschädigung und/oder ein Lockern bzw. Herauslösen der
Klemmleisten 26 vermieden werden. Dadurch lassen sich die Einsatzzeiten der Schieberbaugruppe
18 und damit die Einsatzzeiten des Etikettierers 6 an der Tiefziehverpackungsmaschine
1 oder am Traysealer 18 erhöhen, was zu einer verbesserten Produktivität der Verpackungsmaschine
führt.
1. Etikettierer (6), umfassend mindestens eine höhenverstellbar gelagerte Schieberbaugruppe
(18) zum Andrücken von Etiketten (8) auf eine Artikelbahn (A), wobei die Schieberbaugruppe
(18) eine Grundplatte (22), mindestens eine mit der Grundplatte (22) verbundene Stiftkassette
(23) und mehrere, mittels der Stiftkassette (23) aufgenommene Andrückstifte (19) aufweist,
die an der Stiftkassette (23) jeweils zwischen einer ausgefahrenen Position (P1) und
einer eingefahrenen Position (P2) verschiebbar gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückstifte (19) jeweils als einteilig hergestellte Spritzgussteile ausgebildet
sind.
2. Etikettierer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückstifte (19) einen zumindest abschnittsweise aus einem Polyamid (PA), insbesondere
aus einem Polycaprolactam (PA6) oder aus Nylon (PA66), hergestellten Führungsstift
(29) aufweisen.
3. Etikettierer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückstifte (19) an einem Ende des Führungsstifts (29) einen mittels der Stiftkassette
aufnehmbaren Zapfen (30) und an einem anderen Ende des Schafts (29) ein Druckstück
(31) aufweisen, wobei der Führungsstift (29), der Zapfen (30) und das Druckstück (31)
einteilig miteinander hergestellt sind.
4. Etikettierer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweiligen Andrückstifte (19) komplett aus einem Polycaprolactam (PA6) oder aus
Nylon (PA66) hergestellt sind.
5. Etikettierer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der Führungsstift (29) der Andrückstifte (19) glasfaser- und/oder kohlefaserverstärkt
ausgebildet ist.
6. Etikettierer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der Führungsstift (29) der Andrückstifte (19) ein thermoplastisches Polyurethan
aufweist.
7. Etikettierer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stiftkassette (23) mindestens eine daran befestigte Klemmleiste (26) aufweist,
um die Andrückstifte (19) an der Stiftkassette (23) zu halten.
8. Etikettierer nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmleiste (26) zur Aufnahme von während eines Etikettiervorgangs, mittels gebogenen,
mit ihr in Kontakt geratenen Andrückstiften (19) verursachten Querkräften (K) ausgebildet
ist.
9. Etikettierer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückstifte (19) jeweils ein Gewicht von 0,3g bis 0,5g, vornehmlich 0,4g, haben.
10. Verwendung mehrerer Andrückstifte (19), die jeweils einen Führungsstift (29) aufweisen,
der zumindest abschnittsweise aus einem Polyamid (PA), insbesondere aus einem Polycaprolactam
(PA6) oder aus Nylon (PA66), hergestellt wird, an einer Schieberbaugruppe (18) eines
Etikettierers (6) zum Andrücken von Etiketten (8) auf eine Artikelbahn (A).