[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Aluminiumbändern für lithografische
Druckplattenträger, wobei das Aluminiumband aus einem Walzbarren hergestellt wird,
welcher nach einem optionalen Homogenisieren auf eine Dicke von 2 mm bis 7 mm warmgewalzt
und auf eine Enddicke von 0,15 mm bis 0,5 mm kaltgewalzt wird. An die Qualität von
Aluminiumbändern für die Herstellung von lithografischen Druckplattenträgern werden
sehr hohe Anforderungen gestellt. Das Aluminiumband zur Herstellung von lithografischen
Druckplattenträgern wird üblicherweise einer elektrochemischen Aufrauung unterzogen,
welche eine flächendeckende Aufrauung und ein strukturloses Aussehen ohne Streifigkeitseffekte
zur Folge haben sollte. Die aufgeraute Struktur ist wichtig für das Aufbringen einer
fotosensitiven Schicht, welche anschließend belichtet wird. Die Fotoschicht wird bei
Temperaturen von 220 °C bis 300 °C und Glühzeiten von 3 bis 10 Minuten eingebrannt,
wobei typische Kombinationen von Einbrennzeiten beispielsweise 240 °C bei 10 Minuten,
260 °C bei 6 Minuten und 260 °C für 4 Minuten darstellen. Der Druckplattenträger muss
nach dem Einbrennen möglichst wenig an Festigkeit verlieren, so dass dieser noch gut
handhabbar ist und leicht in eine Druckvorrichtung eingespannt werden kann. Gleichzeitig
muss der Druckplattenträger und damit auch das entsprechend herzustellende Aluminiumband
eine möglichst hohe Biegewechselfestigkeit besitzen, so dass Plattenausreißer aufgrund
von mechanischen Belastungen der Druckplatte nahezu ausgeschlossen werden können.
Bisher konnten diese Anforderungen mit konventionellen Aluminiumbändern gut erfüllt
werden. Zur Steigerung der Produktivität werden aber zunehmend Druckmaschinen eingesetzt,
welche es erfordern, dass die Druckplattenträger derart eingespannt werden, dass sie
quer zur Walzrichtung gebogen und daher auch quer zur Walzrichtung mechanisch belastet
werden. Gleichzeitig wird die Handhabung großer lithografischer Druckplattenträger
mit zunehmender Größe und gleichbleibenden Festigkeitswerten schwieriger.
[0002] Beispielsweise ist aus dem auf die Anmelderin zurückgehenden europäischen Patent
EP 1 065 071 B1 ein Band zur Herstellung von lithografischen Druckplattenträgern bekannt, welches
sich durch eine gute Aufraubarkeit kombiniert mit einer hohen Biegewechselbeständigkeit
und einer ausreichenden thermischen Stabilität nach einem Einbrennvorgang auszeichnet.
Aufgrund der zunehmenden Größe der Druckmaschinen und der daraus resultierenden Vergrößerung
der benötigten Druckplattenträger hat sich jedoch die Notwenigkeit ergeben, die Eigenschaften
der bekannten Aluminiumlegierung und der daraus hergestellten lithografischen Druckplattenträger
weiter zu verbessern. Eine einfache Erhöhung der Zugfestigkeiten, welche beispielsweise
durch eine Änderung der Aluminiumlegierung möglich ist, führte nicht zu dem gewünschten
Erfolg, da bei hoher Zugfestigkeit die Korrektur des Coilsets des Aluminiumbandes
schwieriger wurde. Diese wird üblicherweise im walzharten Zustand vor dem Einbrennvorgang
durchgeführt.
[0003] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Herstellung eines Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger zur Verfügung
zu stellen, dessen Coilset in walzhartem Zustand leicht korrigierbar ist und aus welchem
auch übergroße Druckplattenträger herstellbar sind, die leicht handhabbar sind und
nur eine geringe Neigung zu Plattenreißern zeigen.
[0004] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird die oben aufgezeigte Aufgabe verfahrensmäßig
dadurch gelöst, dass das Aluminiumband aus einer Aluminiumlegierung mit folgenden
Legierungsbestandteilen in Gewichtsprozent besteht:
| 0,3 % ≤ Fe ≤ 0,4 %, |
| 0,3 % ≤ Mg ≤ 0,4 %, |
| 0,05 % ≤ Si ≤ 0,25 %, |
| Mn ≤ 0, 05 %, |
| Cu ≤ 0,04 %, |
[0005] Rest Al sowie unvermeidbare Verunreinigungen, einzeln max. 0,05 %, in Summe max.
0,15 %; das Warmwalzen bei einer Temperatur von 250 °C bis 550 °C erfolgt, wobei die
Warmbandendtemperatur 280 °C bis 350 °C beträgt, während des Kaltwalzens eine Zwischenglühung
bei einer Dicke von 1,5 mm bis 0,5 mm durchgeführt wird, während der Zwischenglühung
die Metalltemperatur 200 °C bis 450 °C beträgt und das Aluminiumband für mindestens
ein bis zwei Stunden auf der genannten Metalltemperatur gehalten wird, das Aluminiumband
anschließend durch Kaltwalzen auf eine Enddicke von 0,15 mm bis 0,5 mm gewalzt wird
und zur Weiterverarbeitung zu einem lithografischen Druckplattenträger in walzhartem
Zustand aufgehaspelt wird.
[0006] Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Aluminiumband stellt eine moderate
Festigkeitserhöhung zusammen mit einer sehr hohen Biegewechselbeständigkeit und einer
gleichzeitig sehr guten thermischen Stabilität bereit. Coilsetkorrekturen sind aufgrund
der moderaten Festigkeitssteigerung ohne Schwierigkeiten möglich. Gleichzeitig ist
aber auch das Handling der Druckplatte auch in eingebranntem Zustand, beispielsweise
beim Einspannen in die Druckmaschine, einfach, da eine gute thermische Stabilität
des Aluminiumbandes mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erhalten wird. Wird das Aluminiumband
für die Herstellung von sehr großen lithografischen Druckplattenträgern eingesetzt,
wird vorzugsweise das Aluminiumband auf eine Enddicke von 0,25 bis 0,5 mm nach dem
Zwischenglühen kaltgewalzt. Die besondere Eignung der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Aluminiumbänder für übergroße lithografische Druckplattenträger ergibt
sich daraus, dass einerseits aufgrund der geringen Abwalzgrade nach dem Zwischenglühen
eine hohe Dehnung zur Verfügung gestellt wird und andererseits durch den erhöhten
Magnesiumanteil höhere Festigkeiten durch Verfestigungen zur Verfügung gestellt werden,
die das Handling vereinfachen.
[0007] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung können die erfindungsgemäßen
Eigenschaften besonders prozesssicher dadurch erreicht werden, dass die Aluminiumlegierung
zusätzlich einen Titan(Ti)-Gehalt von max. 0,05 Gew.-%, vorzugsweise max. 0,015 Gew.-%,
einen Zink(Zn)-Gehalt von max. 0,05 Gew.-% und einen Chrom(Cr)-Gehalt von weniger
als 100 ppm, vorzugsweise einen Cr-Gehalt von max. 50 ppm aufweist. Titan wird üblicherweise
zur Kornfeinung beim Gießen eingesetzt. Ein erhöhter Ti-Gehalt führt jedoch zu Gießproblemen.
Zink beeinflusst die Aufraubarkeit, so dass dessen Gehalt max. 0,05 Gew.-% betragen
sollte. Typische Probleme ergeben sich bei erhöhtem Zn-Gehalt aufgrund von Inhomogenitäten
beim Aufrauen der lithografischen Druckplattenträger. Chrom ist rekristallisationshemmend
und sollte daher nur in ganz geringen Anteilen von weniger als 100 ppm, vorzugsweise
von max. 50 ppm in der Aluminiumlegierung enthalten sein.
[0008] Die Aluminiumlegierung zur Verwendung im Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
weist einen Mg-Gehalt von 0,3 bis 0,4 Gew.-% auf. Hierdurch können maximale Festigkeiten
bei hoher Biegewechselbeständigkeit zur Verfügung gestellt werden. Höhere Mg-Gehalten
ermöglichen eine weitere Verringerung der Abwalzgrade nach der Zwischenglühung bei
gleichzeitigem Erhalt oder Vergrößerung der Zugfestigkeitswerte, insbesondere auch
quer zur Walzrichtung.
[0009] Durch die Einstellung der Warmwalztemperaturen im Bereich von 250 °C bis 550 °C,
wobei die Warmbandendtemperatur 280 °C bis 350 °C beträgt, wird eine durchgehende
Rekristallisation der Oberfläche beim Warmwalzen erzielt, was beispielsweise eine
gute Aufraubarkeit der Wandoberfläche während der Herstellung der lithografischen
Druckplattenträger gewährleistet.
[0010] Erfindungsgemäß beträgt während der Zwischenglühung die Metalltemperatur des Aluminiumbandes
200 °C bis 450 °C. Das Aluminiumband wird dann für mindestens ein bis zwei Stunden
auf der Metalltemperatur gehalten. Dies erfolgt üblicherweise in Batchöfen. Durch
die Zwischenglühung in dem genannten Temperaturbereich kann die Weiterverarbeitung
des Aluminiumbandes entweder in erholtem oder rekristallisiertem Zustand oder einer
Kombination aus beidem erfolgen. Die Rekristallisation beginnt etwa ab Temperaturen
von 300 bis 350 °C, wobei diese von den Fertigungsparametern, insbesondere den eingebrachten
Verfestigungen abhängig ist. Durch ein Erholungsglühen bei niedrigeren Temperaturen
kann dagegen lediglich ein Abbau der Verfestigungen erzielt werden, so dass sehr geringe
Abwalzgrade nach dem Erholungsglühen möglich sind. Abhängig von den jeweiligen Abwalzgraden
nach dem Zwischenglühen und der Legierungszusammensetzung kann es jedoch auch notwendig
sein, ein Rekristallisationsglühen als Zwischenglühung vorzunehmen.
[0011] Ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Aluminiumband besteht aus
einer Aluminiumlegierung mit folgenden Legierungsbestandteilen in Gew.-%:
| 0,3 % ≤ Fe ≤ 0,4 %, |
| 0,3 % ≤ Mg ≤ 0,4 %, |
| 0, 05 % ≤ Si ≤ 0,25 %, |
| Mn ≤ 0, 05 %, |
| Cu ≤ 0,04 %, |
[0012] Rest Al sowie unvermeidbare Verunreinigungen, einzeln max. 0,05 %, in Summe max.
0,15 %; ferner weist das Aluminiumband eine Zugfestigkeit von bis zu 200 MPa in walzhartem
Zustand längs zur Walzrichtung und nach einem Einbrennvorgang mit einer Temperatur
von 240 °C und einer Dauer von 10 Minuten von mindestens 145 MPa sowie eine Biegewechselbeständigkeit
quer zur Walzrichtung von mindestens 1850 Zyklen im Biegewechseltest auf.
[0013] Im Biegewechseltest wird ein Streifen aus dem Aluminiumband herausgeschnitten und
zwischen zwei zylinderförmigen Segmenten mit einem Radius von 30 mm hinund hergebogen.
Im Gegensatz zu den bisher hergestellten Aluminiumbändern für lithografische Druckplattenträger
erreichen die erfindungsgemäßen Aluminiumbänder nach einem Einbrennvorgang Biegewechselzyklen
von mehr als 1850 auch quer zur Walzrichtung, was einen Anstieg gegenüber den bisher
verwendeten Standardlegierungen von über 70 % bedeutet. Aufgrund der moderaten Steigerung
der Zugfestigkeit auf Werte bis zu 200 MPa in walzhartem Zustand längs zur Walzrichtung
gemessen, kann der Coilset des erfindungsgemäßen Aluminiumbandes weiterhin auf einfache
Weise korrigiert werden. Aufgrund der guten thermischen Stabilität, welche sich durch
eine Zugfestigkeit von mindestens 14b MPa nach einem Einbrennvorgang längs oder quer
zur Walzrichtung zeigt, ist das Handling der aus dem Aluminiumband hergestellten lithografischen
Druckplattenträger auch nach einem Einbrennvorgang gut. Selbst bei sehr großen lithografischen
Druckplattenträgern kann durch die erhöhten Festigkeiten nach dem Einbrennen das Handling
der Druckplatten erleichtert werden. Zudem zeigt die hohe Anzahl von möglichen Biegewechselzyklen
größer als 1850 sowohl im walzharten als auch im eingebrannten Zustand des erfindungsgemäßen
Aluminiumbandes, dass die Neigung zu Plattenreißern aufgrund von mechanischen Belastungen
bei quer oder längs zur Walzrichtung eingespannten lithografischen Druckplattenträger
gering ausgeprägt ist.
[0014] Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Aluminiumband mit einem Mg-Gehalt
von 0,3 Gew.-% bis 0,4 Gew.-% ermöglicht zudem bei ausreichend hohen Zugfestigkeitswerten
besonders hohe Dehnungswerte im walzharten Zustand, da bereits bei geringen Abwalzgraden
nach dem Zwischenglühen die notwendigen Festigkeitswerte erreicht werden.
[0015] Die Eigenschaften des fertig hergestellten Aluminiumbandes werden dadurch prozesssicher
erreicht, dass die Aluminiumlegierung einen Ti-Gehalt von max. 0,05 Gew.-%, vorzugsweise
max. 0,015 Gew.-%, einen Zn-Gehalt von max. 0,05 Gew.-% und einen Cr-Gehalt von weniger
als 100 ppm, vorzugsweise von max. 10 ppm aufweist.
[0016] Aus erfindungsgemäß hergestellten Aluminiumbändern mit einer Dicke von 0,25 bis 0,5
mm können besonderes gut übergroße Druckplattenträger hergestellt und auf einfache
Weise prozessiert und gehandhabt werden.
[0017] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung
von Aluminiumbändern, für lithografische Druckplattenträger weiterzuentwickeln und
auszugestalten. Hierzu wird verwiesen einerseits auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten
Patentansprüche sowie auf die Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt die einzige Figur eine schematische Darstellung
des Biegewechseltests zur Prüfung der Biegewechselbeständigkeit.
[0018] Ein Vergleich zwischen einem konventionellen Aluminiumband zur Herstellung von lithografischen
Druckplattenträgern sowie einem erfindungsgemäß hergestellten Aluminiumband und zwei
Vergleichsaluminiumbändern, welche ebenfalls für die Herstellung von lithografischen
Druckplattenträgern geeignet sind, wird im folgenden dargestellt. Die Legierungsbestandteile
der unterschiedlichen, getesteten Aluminiumbänder sind in Tabelle 1 dargelegt.
Tab.1
| Leg. -Nr. |
Fe |
Mn |
Mg |
Si |
Cu |
/Gew. -% |
| Vref |
0,32 |
- |
0,17 |
0,12 |
7 ppm |
Stand der Technik |
| V582 |
0,36 |
0,0034 |
0,3 |
0,09 |
3 ppm |
Erfindung |
| V581 |
0,36 |
0,018 |
0,2 |
0,08 |
5 ppm |
Vergleich |
| V580 |
0,4 |
0,10 |
0,11 |
0,08 |
< 10 ppm |
Vergleich |
[0019] Die Tabelle 1 zeigt nur die wesentlichen Legierungsbestandteile der untersuchten
Aluminiumbänder. Darüber hinaus wiesen die verschiedenen Versuchslegierungen einen
Ti-Gehalt von weniger als 0,015 Gew.-%, einen Zn-Gehalt von weniger als 0,05 Gew.-%
sowie einen Cr-Gehalt von weniger als 100 ppm auf. Die aus den verschiedenen Aluminiumlegierungen
gegossenen Walzbarren sind vor dem Walzen einer Homogenisierung unterzogen worden,
wobei die Walzbarren auf eine Temperatur von etwa 580 °C für mehr als vier Stunden
geglüht wurden. Anschließend erfolgte das Warmwalzen bei Temperaturen von 250 °C bis
550 °C, wobei die Warmbandendtemperatur zwischen 280 °C und 350 °C betrug. Das Aluminiumwarmband
aus der Legierung VRef wurde während des Kaltwalzens bei einer Dicke von 2 bis 2,4
mm einer Zwischenglühung unterzogen, wobei das kaltgewalzte Band einer Temperatur
von 300 bis 450 °C für ein bis zwei Stunden ausgesetzt war. Bei gleichen Zwischenglühungstemperaturen
betrug die Zwischenglühungsdicke für die anderen Aluminiumbänder nur 0,9 bis 1,2 mm,
wie auch aus der Tabelle 2 ersichtlich ist. Da die zwischengeglühten Bänder auf Enddicke
weiter kaltgewalzt wurden, ohne dass eine abschließende Endglühung erfolgte, wurden
diese im Zustand walzhart aufgehaspelt.
Tab. 2
| Leg. -Nr. |
Warmbandenddicke |
Zwischenglühungsdicke |
Enddicke |
Zustand |
| Vref |
3 - 4 mm |
2 - 2,4 mm |
0,29 mm |
Walzhart |
| V582 |
3 - 4 mm |
0,9 - 1,2 mm |
0,28 mm |
Walzhart |
| V581 |
3 - 4 mm |
0,9 - 1,2 mm |
0,28 mm |
Walzhart |
| V580 |
3 - 4 mm |
0,9 - 1,2 mm |
0,28 mm |
Walzhart |
[0020] Die entsprechend hergestellten Aluminiumbänder für lithografische Druckplattenträger
bzw. Lithobänder, wurden weiteren Tests unterzogen. Alle vier Aluminiumbänder zeichnen
sich durch ein sehr gutes Aufrauverhalten aus. Darüber hinaus wurde die Zugfestigkeit
im walzharten Zustand untersucht. Um die praktische Handhabung der Druckplatten, insbesondere
bei übergroßen lithografischen Druckplatten zu prüfen, wurden Zugfestigkeiten auch
nach einem Einbrennvorgang von 240 °C für 10 Minuten gemessen. Zusätzlich wurden Biegewechseltests
durchgeführt, bei welchem die in Fig. 1 schematisch dargestellte Versuchsanordnung
verwendet wurde.
[0021] Fig. 1a) zeigt in einer schematischen Schnittansicht den Aufbau der verwendeten Biegewechseltestvorrichtung
1, welche zur Untersuchung der Biegewechselbeständigkeit der erfindungsgemäßen Aluminiumbänder
eingesetzt wurde. Proben 2 aus den hergestellten Aluminiumbändern für lithografische
Druckplattenträger werden in der Biegewechseltestvorrichtung 1 auf einem beweglichen
Segment 3 sowie einem feststehenden Segment 4 befestigt. Das Segment wird beim Biegewechseltest
auf dem feststehenden Segment 4 durch eine Abrollbewegung hin- und herbewegt, so dass
die Probe 2 Biegungen senkrecht zur Erstreckung der Probe 2 ausgesetzt ist. Die verschiedenen
Biegezustände zeigt schematisch Fig. 1b). Die Proben 2 wurden entweder längs oder
quer zur Walzrichtung aus den hergestellten Aluminiumbändern, für lithografische Druckplattenträger
ausgeschnitten. Der Radius der Segmente 3,4 betrug 30 mm.
[0022] Die Zugfestigkeiten wurden nach DIN gemessen. Die Ergebnisse der Zugfestigkeitsnessungen
im walzharten Zustand bzw. nach einem Einbrennvorgang sowie die Biegewechseltestergebnisse
sind in Tabelle 3a und 3b dargestellt.
Tab. 3a
| Leg.-Nr. |
Zugfestigkeit (MPa) walzhart |
Zugfestigkeit (MPA) 240°/10 min. |
| |
längs |
quer |
längs |
quer |
| Vref |
198 |
201 |
154 |
154 |
| V582 |
184 |
201 |
153 |
161 |
| V581 |
177 |
192 |
145 |
155 |
| V580 |
218 |
228 |
157 |
169 |
Tab. 3b
| Leg.-Nr. |
Biegewechseltest nach 260°/4 min. Anzahlzyklen |
Biegewechseltest walzhart Anzahlzyklen |
| |
längs |
quer |
längs |
quer |
| Vref |
3400 |
1500 |
3030 |
1930 |
| V582 |
4570. |
2670 |
4070 |
2320 |
| V581 |
4230 |
2150 |
4100 |
2000 |
| V580 |
3190 |
2090 |
2840 |
2200 |
[0023] Es zeigte sich, dass das konventionelle Aluminiumband zwar eine für die Korrektur
des Coilsets vor dem Einbrennvorgang und für das Handling des lithografischen Druckplattenträgers
nach dem Einbrennvorgang ausreichende Zugfestigkeit sowie eine ausreichende Biegewechselbeständigkeit
längs zur Walzrichtung aufweist. Quer zur Walzrichtung erreichte das konventionell
hergestellte Aluminiumband (VRef) jedoch lediglich 1500 Biegezyklen. Das erfindungsgemäße
Aluminiumband V582 zeigt dagegen sehr gute Zugfestigkeiten in Bezug auf Coilsetkorrektur
und Handling der Druckplatte nach einem Einbrennvorgang sowie eine sehr hohe Biegewechselbeständigkeit.
Es wurden eine bis zu 78 % höhere Anzahl an Biegezyklen erreicht, Legierung V582.
Im Vergleich dazu zeigte das Vergleichsaluminiumband V580 zwar ebenfalls gute Werte
bezüglich der Biegewechselbeständigkeit. Die sehr hohen Zugfestigkeiten von 218 bzw.
228 MPa längs respektive quer zur Walzrichtung erschweren die Korrektur des Coilsets
jedoch vor dem Einbrennen der Fotoschicht der lithografischen Druckplattenträger.
[0024] Im walzharten Zustand, welcher für negative Druckplatten verwendet wird, zeigte sich
insbesondere längs zur Walzrichtung eine deutliche Verbesserung der Biegewechselbeständigkeit.
Quer zur Walzrichtung erhöhten sich die Werte ebenfalls.
[0025] Es hat sich gezeigt, dass die Auswahl einer speziell auf die Bedürfnisse großer lithografischer
Druckplattenträger abgestimmten Aluminiumlegierung in Kombination mit ausgewählten
Verfahrensparametern die Herstellung von deutlich verbesserten lithografischen Druckplattenträgern
ermöglicht, welche auch bei der Verwendung von Übergrößen, d.h. wenn diese quer zur
Walzrichtung eingespannt werden, auf einfache Weise gehandhabt werden können und dennoch
resistent gegen Plattenreißer sind.
1. Verfahren zur Herstellung von Aluminiumbändern für lithografische Druckplattenträger,
wobei das Aluminiumband aus einem Walzbarren hergestellt wird, welcher nach einem
optionalen Homogenisieren auf eine Dicke von 2 bis 7 mm warmgewalzt und durch Kaltwalzen
des Warmbandes das Aluminiumband auf eine Enddicke von 0,15 bis 0,5 mm kaltgewalzt
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Aluminiumband aus einer Aluminiumlegierung mit folgenden Legierungsbestandteilen
in Gewichtsprozent besteht:
| 0,3 % ≤ Fe ≤ 0, 4 %, |
| 0,3 % ≤ Mg ≤ 0,4 %, |
| 0,05 % ≤ Si ≤ 0,25 %, |
| Mn ≤ 0,05 %, |
| Cu ≤ 0,04 %, |
Rest Al sowie unvermeidbare Verunreinigungen, einzeln max. 0, 05 %, in Summe max.
0,15 %; das Warmwalzen bei einer Temperatur von 250 °C bis 550 °C erfolgt, wobei die
Warmbandendtemperatur 280 °C bis 350 °C beträgt, während des Kaltwalzens eine Zwischenglühung
bei einer Dicke von 1,5 mm bis 0,5 mm durchgeführt wird, während der Zwischenglühung
die Metalltemperatur 200 °C bis 450 °C beträgt und das Aluminiumband für mindestens
ein bis zwei Stunden auf der genannten Metalltemperatur gehalten wird, das Aluminiumband
anschließend durch Kaltwalzen auf eine Enddicke von 0,15 mm bis 0,5 mm gewalzt wird
und zur Weiterverarbeitung zu einem lithografischen Druckplattenträger in walzhartem
Zustand aufgehaspelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumlegierung einen Ti-Gehalt von max. 0,05 Gew.-%, einen Zn-Gehalt von
max. 0,05 Gew.-% und einen Cr-Gehalt von weniger als 100 ppm aufweist.
1. Procédé de fabrication de bandes d'aluminium pour des supports de plaques d'impression
lithographiques, dans lequel la bande d'aluminium est fabriquée à partir d'un lingot
de laminage qui, après une homogénéisation facultative, est laminé à chaud à une épaisseur
de 2 à 7 mm et, par laminage à froid de la bande chaude, la bande d'aluminium est
laminée à froid à une épaisseur finale de 0, 15 à 0,5 mm,
caractérisé en ce que
la bande d'aluminium est composée d'un alliage d'aluminium comprenant les composants
d'alliage suivants en pourcentage en poids :
| 0,3 % ≤ Fe ≤ 0,4 % |
| 0,3 % ≤ Mg ≤ 0,4 % |
| 0,05 % ≤ Si ≤ 0,25 % |
| Mn ≤ 0,05 % |
| Cu ≤ 0,04 % |
le résidu étant Al ainsi que des impuretés inévitables, individuellement 0,05 % max.,
au total 0,15% max. ; le laminage à chaud s'effectue à une température de 250°C à
550°C, dans lequel la température finale de la bande chaude est de 280°C à 350°C,
pendant le laminage à froid, un recuit intermédiaire à une épaisseur de 1,5 mm à 0,5
mm est effectué, pendant le recuit intermédiaire, la température du métal est de 200°C
à 450°C et la bande d'aluminium est maintenue à ladite température du métal pendant
au moins une à deux heures, la bande d'aluminium est ensuite laminée à une épaisseur
finale de 0,15 à 0,5 mm par laminage à froid et bobinée dans l'état durci obtenu par
laminage pour être usinée par la suite en un support de plaques d'impression lithographique.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'alliage d'aluminium comprend une teneur en Ti de 0,05 % en poids max., une teneur
en Zn de 0,05 % en poids max. et une teneur en Cr inférieure à 100 ppm.