[0001] Die Erfindung betrifft eine Verwendung von Zunderbarrieren in einem Rollenherdofen,
insbesondere Tunnelofen einer Dünnbrammenanlage, wobei der Rollenherdofen umfasst:
zum Transport eines Bandes oder einer Bramme mehrere in Transportrichtung (T) beabstandet
voneinander angeordnete, gekühlte Ofenrollen (1); und unterhalb der Ofenrollen (1)
angeordnete Zundertrichter (2), wobei die Ofenrollen (1) auf einer drehbar gelagerten
Achse eine Anzahl von Tragringen aufweisen und axial benachbart zu mindestens einem
der Tragringe mit einer Isolierung aus einem hochisolierenden Fasermaterial ausgebildet
sind, wobei die Zunderbarrieren in den Freiräumen zwischen jeweils zwei in Transportrichtung
(T) aufeinanderfolgenden Ofenrollen (1) vorgesehen sind, und wobei sich die Zunderbarrieren
wie die Ofenrollen (1) quer zur Transportrichtung (T) erstrecken, wobei der umherfliegende
Zunder bzw. die Zunderpartikel von den Zunderbarrieren abgefangen und in den jeweils
darunterliegenden Zundertrichter abgeleitet werden.
[0002] Derartige, mit zwischen und neben den Tragringen vorgesehenen Isolierungen ausgebildete
Ofenrollen sind aus der
WO 2018/059940 A1 bekannt.
[0003] Die bekannten Ofenrollen eines Rollenherdofens bzw. eines Tunnelofens mit ein Band
oder eine Bramme transportierenden Tragringen haben eine Wasserkühlung, um die Ofenrollen
vor zu hohen Temperaturen und damit verbundenem vorzeitigen Versagen zu schützen.
Der damit einhergehende Wärmeentzug des Ofens respektive hohe Energieverbrauch im
Ofen wird bei den Ofenrollen über eine neben und zwischen den Tragringen vorgesehene
Wärmeisolierung der Tragachse aus einem Fasermaterial verringert.
[0004] Die Wärmeisolierung sorgt weiterhin dafür, dass einerseits das Wärmebehandlungsgut,
Bänder oder Brammen, nicht unzulässig gekühlt und andererseits die Tragachse der Ofenrolle
nicht unzulässig erhitzt wird.
[0005] Die Ofenrollen mit einer Wärmeisolierung aus einem beispielsweise feuerfesten, hochisolierenden
Fasermaterial oder einer Faserwolle, wobei es sich bei dem Fasermaterial bzw. der
Feuerfestwolle vorzugsweise um Aluminium-Oxid und/oder Silizium-Oxid handelt, weisen
ein wesentlich geringeres Gewicht als im Stand der Technik bekannte Ofenrollen mit
einer widerstandsfähigeren Wärmeisolierung aus Beton auf.
[0006] Als nachteilig erweist sich bei der faserisolierten Ofenrolle, dass das hochisolierende
Fasermaterial bzw. die Faserwolle durch umherfliegenden Zunder bzw. Zunderpartikel
angegriffen und nach und nach abgetragen oder zerstört wird. Damit einhergehend lässt
die Wärmeisolierung nach und die Ofenrollen mit den Tragringen müssen vorzeitig getauscht
werden.
[0007] Ein Rollenherdofen mit unterhalb der Ofenrollen angeordneten Zundertrichtern ist
beispielsweise durch die
JP 64075887 A und die
JP S 63 189779 A bekannt geworden.
[0008] Bei diesen Rollenherdöfen wird der sich beim Transport der Bänder oder Brammen mittels
der Tragringe ablösende und im Nahbereich der Ofenrollen umherfliegende Zunder von
den Zundertrichtern aufgefangen und in diesen bis zur temporären Entsorgung gesammelt.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, für einen gattungsgemäßen Rollenherdofen
eine Einrichtung zu schaffen, mit der sich die negative Einwirkung von Zunder bzw.
Zunderpartikeln auf das Fasermaterial oder die Faserwolle deutlich verringern und
somit die Standzeit der faserisolierten Ofenrolle erhöhen lässt.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass in den Freiräumen zwischen
jeweils zwei in Transportrichtung aufeinanderfolgenden Ofenrollen sich wie die Ofenrollen
quer zur Transportrichtung erstreckende Zunderbarrieren vorgesehen sind.
[0011] Dadurch wird vorteilhaft erreicht, dass der sich beim Transport von dem Wärmebehandlungsgut
ablösende und umherfliegende Zunder von den Zunderbarrieren abgefangen und in die
jeweils darunter liegenden Zundertrichter abgeleitet wird. Der Zunder kann somit nicht
mehr zerstörend in das isolierende Fasermaterial bzw. die isolierende Faserwolle der
jeweils benachbarten Ofenrolle eindringen, wodurch sich die Standzeit der Wärmeisolierung
und damit einhergehend die Standzeit der wärmeisolierten Ofenrolle erhöht. Gleichzeitig
wird die Energieeinsparung des Rollenherd- bzw. Tunnelofens über eine längere Zeit
sichergestellt.
[0012] Der Begriff "axial benachbart zu mindestens einem der Tragringe bedeutet insbesondere
im axialen Bereich zwischen zwei Tragringen und/oder axial neben mindestens einem
der äußeren Tragringe.
[0013] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Zunderbarrieren stabförmig
ausgebildet sind und aus einem hitzebeständigen Material bestehen. Durch die stabförmige
Ausbildung der Zunderbarrieren wird deren einfache Herstellung und Anordnung zwischen
den jeweils benachbarten Ofenrollen begünstigt. Die stabförmigen Zunderbarrieren sind
vorzugsweise aus Stahl oder Feuerfestmaterial gefertigt oder als Formteil gegossen.
[0014] Nach einem Vorschlag der Erfindung erfolgt die Anordnung bzw. Befestigung der Zunderbarrieren
auf den die Zundertrichter begrenzenden Trichterwänden und/oder selbsttragend über
den Zundertrichtern.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Zunderbarrieren ohne
Kontakt zu dem transportierten Gut etwas unterhalb der Transportebene der Ofenrollen
enden. Damit erfolgt keine schädliche mechanische Einwirkung der Zunderbarrieren auf
die ihnen zugewandte Oberfläche des Bandes oder der Bramme, sondern ausschließlich
ein Abfangen und Ableiten des sich ablösenden Zunders bzw. der Zunderpartikel in die
Zundertrichter.
[0016] Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels.
[0017] Die einzige Figur zeigt in schematischer Darstellung eine Anordnung von gekühlten
Ofenrollen 1, die in einem nicht dargestellten Rollenherd- bzw. Tunnelofen vorgesehen
werden. Die Ofenrollen 1 transportieren in Transportrichtung T ein Wärmebehandlungsgut,
beispielsweise ein Band oder eine Bramme, durch den Rollenherd- bzw. Tunnelofen.
[0018] Die Ofenrollen 1 sind im Einzelnen so ausgebildet, wie als solche aus der
WO 2018/059940 A1 bekannt, d.h. ihre Tragachse ist mit einer Wärmeisolierung aus einem Fasermaterial
oder einer Faserwolle versehen.
[0019] Unterhalb der Ofenrollen 1 sind Zundertrichter 2 vorgesehen, die von aus einem Feuerfestmaterial
bestehenden Trichterwänden 3 begrenzt werden.
[0020] In den Freiräumen zwischen den Ofenrollen 1 sind sich quer zur Transportrichtung
T erstreckende, stabförmig ausgebildete Zunderbarrieren 4 vorgesehen. Die Zunderbarrieren
4 sind hierbei einerseits auf den Trichterwänden 3 angeordnet und andererseits selbsttragend,
d.h. mit Befestigung jeweils an ihren Stabenden, über den Zundertrichtern 2 vorgesehen,
wobei die Zunderbarrieren 4 ohne Kontakt zu dem transportierten Wärmebehandlungsgut
etwas unterhalb der Transportebene 5 der Ofenrollen 1 enden, so dass nur ein sehr
kleiner vertikaler Spalt zwischen der Transportebene 5 und den Oberkanten Zunderbarrieren
4 vorliegt.
[0021] Die Zunderbarrieren 4 sind aus Stahl oder einem Feuerfestmaterial gefertigt oder
als Formteil gegossen.
[0022] Beim Transport des Wärmebehandlungsgutes mittels der Ofenrollen 1 durch den Rollenherd-
bzw. Tunnelofen löst sich Zunder von dem Wärmebehandlungsgut, der dann im Nahbereich
der Ofenrollen 1 umherfliegt und die aus Fasermaterial oder Faserwolle bestehende
Isolierung der Ofenrollen 1 angreift bzw. zerstört.
[0023] Durch die Zunderbarrieren 4 wird dies verhindert, denn der umherfliegende Zunder
bzw. die Zunderpartikel werden von den Zunderbarrieren 4 abgefangen und in den jeweils
darunterliegenden Zundertrichter 2 abgeleitet, so dass der Zunder wirkungsvoll von
den jeweils neben den Zunderbarrieren 4 liegenden Ofenrollen 1 ferngehalten wird.
[0024] Das Ableiten des Zunders bzw. der Zunderpartikel durch die Zunderbarrieren 4 in die
Zundertrichter 2 wird weiterhin dadurch unterstützt, dass die stabförmigen Zunderbarrieren
4 an ihren quer zur Transportrichtung T verlaufenden Längsseiten mit nach unten, zu
den Zundertrichtern 2 hin sich konisch verjüngenden Schrägflächen ausgebildet sind.
[0025] Der in den Zundertrichtern 2 angesammelte Zunder kann über jeweils am unteren Ende
der Zundertrichter 2 vorgesehene Zundertüren 6 entsorgt werden.
Bezugszeichenliste:
[0026]
- 1
- Ofenrolle
- 2
- Zundertrichter
- 3
- Trichterwände
- 4
- Zunderbarriere
- 5
- Transportebene
- 6
- Zundertür
- T
- Transportrichtung
1. Verwendung von Zunderbarrieren (4) in einem Rollenherdofen, insbesondere Tunnelofen
einer Dünnbrammenanlage, wobei der Rollenherdofen umfasst:
zum Transport eines Bandes oder einer Bramme mehrere in Transportrichtung (T) beabstandet
voneinander angeordnete, gekühlte Ofenrollen (1); und unterhalb der Ofenrollen (1)
angeordnete Zundertrichter (2),
wobei die Ofenrollen (1) auf einer drehbar gelagerten Achse eine Anzahl von Tragringen
aufweisen und axial benachbart zu mindestens einem der Tragringe mit einer Isolierung
aus einem hochisolierenden Fasermaterial ausgebildet sind,
wobei die Zunderbarrieren in den Freiräumen zwischen jeweils zwei in Transportrichtung
(T) aufeinanderfolgenden Ofenrollen (1) vorgesehen sind, und
wobei sich die Zunderbarrieren wie die Ofenrollen (1) quer zur Transportrichtung (T)
erstrecken,
wobei der umherfliegende Zunder bzw. die Zunderpartikel von den Zunderbarrieren (4)
abgefangen und in den jeweils darunterliegenden Zundertrichter (2) abgeleitet werden.
1. Use of scale barriers (4) in a roller hearth furnace, particularly a tunnel furnace
of a thin slab plant, wherein the roller hearth furnace comprises:
a plurality of cooled furnace rollers (1), which are arranged at a spacing from one
another in transport direction (T), for the transport of a strip or a slab; and scale
funnels (2) arranged below the furnace rollers (1),
wherein the furnace rollers (1) comprise a number of support rings on a rotatably
mounted axle and are constructed axially adjacent to at least one of the support rings
with an insulation of a highly insulating fibrous material,
wherein the scale barriers are provided in the free spaces between each two furnace
rollers (1) successive in transport direction (T) and
wherein the scale barriers like the furnace rollers (1) extend transversely to the
transport direction (T),
wherein the scale flying around or the scale particles are caught by the scale barriers
(4) and conducted away into the respective scale funnels (2) lying thereunder.
1. Utilisation de barrières (4) contre la calamine dans un four continu à rouleaux, en
particulier dans un four du type à tunnel d'une installation de production de brames
minces ;
dans laquelle le four continu à rouleaux comprend :
plusieurs rouleaux de four refroidis (1) qui sont disposés à distance les uns des
autres dans la direction de transport (T) à des fins de transport d'une bande ou d'une
brame ; et
un entonnoir (2) destiné à la calamine, qui est disposé en dessous des rouleaux (1)
du four;
dans laquelle les rouleaux (1) du four présentent, sur un axe monté en rotation, un
certain nombre d'anneaux de support et sont réalisés, en position adjacente, en direction
axiale, à au moins un des anneaux de support, avec une isolation constituée d'une
matière fibreuse qui confère un effet d'isolation élevé ;
dans laquelle les barrières contre la calamine sont prévues dans les espaces libres
qui sont ménagés respectivement entre deux rouleaux (1) du four qui se succèdent dans
la direction de transport (T) ; et
dans laquelle les barrières contre la calamine s'étendent, au même titre que les rouleaux
(1) du four, dans la direction transversale par rapport à la direction de transport
;
dans laquelle la calamine, respectivement les particules de calamine qui vole(nt)
aux alentours est/sont captée(s) par les barrières (4) contre la calamine et est/sont
déviée(s) dans les entonnoirs (2) destinés à la calamine qui sont respectivement disposés
en dessous.