[0001] Die Erfindung betrifft eine Sperrvorrichtung für eine Personensperre zur Zugangskontrolle
eines gesicherten Bereichs nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Personensperre
mit einer solchen Sperrvorrichtung.
[0002] Personensperren mit Sperrvorrichtungen werden überall dort eingesetzt, wo gesicherte
Bereiche für Personen zugänglich sein sollen, dieser Zugang jedoch kontrolliert erfolgen
muss. Eine Funktion der Personensperre besteht dabei im Vereinzeln der Personen, die
in den gesicherten und hierzu meist abgesperrten bzw. regulierten Bereich gelangen
wollen. Diese Funktion steht oft bei Konzert- und Sportveranstaltungen sowie auch
beim Verlassen von besonders geschützten Bereichen wie dem Gate-Bereich eines Flughafens
im Vordergrund. Eine weitere Funktion einer Personensperre ist bei gesicherten Bereichen
wichtig, die nur mit einer spezifischen Berechtigung betreten werden dürfen. Eine
solche spezifische Berechtigung kann eine Eintrittskarte, ein Mitgliedsausweis, ein
Reisepass oder ein Fahrschein für öffentliche Verkehrsmittel sein, wie U-Bahnen, S-Bahnen,
sonstige Eisenbahnen oder Flugtaxis. Die spezifische Berechtigung kann aber auch im
Vorliegen von biometrischen Daten liegen, mit denen eine zutrittsberechtigte Person
eindeutig identifiziert werden kann.
[0003] Bei Personensperren, durch die eine Vielzahl von Personen in möglichst kurzer Zeit
kontrolliert hindurchgeschleust werden sollen, wie in Bahnhöfen, Metrostationen und
dergleichen (insbesondere im Bereich "Automatic Fare Collection"), hat es sich bewährt,
Personensperren mit Sperrvorrichtungen zu verwenden, deren Sperrelement als schwenkbare
Klappe ausgebildet ist. Diese kann um eine horizontal orientierte Schwenkachse in
einen Durchgang neben der Sperrvorrichtung bzw. in einen Korridor zwischen zwei Sperrvorrichtungen
hineingeschwenkt werden, um eine Sperrposition einzunehmen, und aus diesem Durchgang
herausgeschwenkt werden, um eine Freigabeposition einzunehmen. In der Freigabeposition
ist die Klappe in der Regel in einem Sperrengehäuse aufgenommen.
[0004] Solche als Klappen ausgeführte Sperrelemente können besonders schnell zwischen der
Sperrposition und der Freigabeposition bewegt werden, und zwar mit einer typischen
Laufzeit von 0,3 sec. bis 0,6 sec. Denn der Luftwiderstand bei der Schwenkbewegung
ist sehr gering und nicht mit dem Luftwiderstand zu vergleichen, der etwa auf Türen
wirkt, die um eine vertikale Achse verschwenkt werden; gleichzeitig ist durch das
Einschwenken der Klappe in das Sperrengehäuse und deren weitgehende oder völlige Aufnahme
im Sperrengehäuse die Unfallgefahr durch Klappenbewegungen minimiert.
[0005] In der Regel bilden zwei Personensperren der vorliegenden Art zwischen sich einen
Korridor, durch den Personen nur einzeln hintereinander gehen können. Die Sperrelemente
der beiden Personensperren werden beide jeweils gleichzeitig in diesen Korridor hineingeschwenkt,
um ihre Sperrposition einzunehmen, und sie liegen sich gegenüber, um zwei Hälften
einer Sperre zu bilden, die den Durchgang für Personen sperrt.
[0006] Im Fall einer Panik im gesicherten Bereich, die durch einen Brand, einen Terroranschlag
oder auch nur durch einen Stromausfall entstehen kann, muss aus Sicherheitsgründen
gewährleistet sein, dass die Sperrelemente aller Personensperren in die Freigabeposition
bewegt werden, um Fluchtwege freizugeben. Aus Sicherheitsgründen wird nicht toleriert,
dass in einem solchen Notfall, insbesondere wenn die Stromversorgung ausfällt, die
Sperrelemente etwa von Hand in die Freigabeposition verschwenkt werden müssen, denn
es besteht die Gefahr, dass dies wegen der nachdrängenden Personen unmöglich wird.
[0007] Sperrvorrichtungen der vorliegenden Art umfassen einen Grundrahmen, ein Sperrelement,
das am Grundrahmen um eine im Wesentlichen horizontal orientierte Schwenkachse schwenkbar
gelagert ist und das zwischen einer Freigabeposition und einer Sperrposition hin und
her bewegbar ist, sowie eine Antriebsvorrichtung für das Sperrelement, die am Grundrahmen
befestigt und mit dem Sperrelement verbunden ist.
[0008] Aus den voranstehend beschriebenen Sicherheitsgründen ist das Sperrelement einer
Sperrvorrichtung der vorliegenden Art mit einer Rückholeinrichtung versehen, um es
bei einem Ausfall oder einer Fehlfunktion der Antriebsvorrichtung, oder aber auch
beim Auslösen einer Not-Aus-Funktion in die Freigabeposition zu bewegen. Optimaler
Weise wird das Sperrelement durch die Rückholeinrichtung auch in der Freigabeposition
gehalten, solange die Antriebsvorrichtung ohne Funktion ist.
[0009] Im Stand der Technik sind Rückholeinrichtungen bekannt, die das Sperrelement mit
Hilfe der Antriebsvorrichtung in die Freigabeposition bewegen, indem insbesondere
bei einem Stromausfall ein Stromspeicherelement, beispielsweise ein Kondensator, die
Energieversorgung für die Antriebsvorrichtung, die in der Regel aus einem Elektromotor
und gegebenenfalls aus einem Getriebe besteht, zumindest noch so lange mit elektrischer
Energie versorgt, bis das Sperrelement in die Freigabeposition verschwenkt worden
ist. Falls jedoch das Sperrelement durch beispielsweise herandrängende Personen belastet
ist, benötigt die Antriebsvorrichtung länger oder mehr elektrische Energie, um das
Sperrelement in die Freigabeposition zu bringen. Dieser Fall ist dann entweder nicht
vom Sicherheitskonzept abgedeckt, oder aber er muss mit berücksichtigt werden, was
gegebenenfalls kostenintensive Zusatzaggregate erfordert.
[0010] Ein anderer Ansatz für die Rückholeinrichtung besteht darin, das Sperrelement mit
einer Rückholfeder mechanisch zu verbinden. Die Antriebsvorrichtung muss zum Verschwenken
des Sperrelements in die Sperrposition dann zwar gegen eine Federvorspannung arbeiten;
dies ist bei entsprechendem Abgleich der Kräfte jedoch kein Problem. Problematisch
ist vielmehr, dass eine solche Rückholfeder durch die starre mechanische Kopplung
mit dem Sperrelement jede Schwenkbewegung desselben mitmacht und hierbei jeweils gespannt
und entspannt wird. Sperrvorrichtungen der vorliegenden Art führen allerdings typischerweise
täglich zigtausende von Schwenkbewegungen aus, um Zugänge freizugeben und zu sperren
sowie Personen zu vereinzeln. Über die gesamte Lebensdauer einer Sperrvorrichtung
gesehen, ergeben sich somit viele Millionen Öffnungs- und Schließzyklen, bei denen
dann auch die Rückholfeder jeweils entspannt und gespannt wird.
[0011] Es kann daher vorkommen, dass eine solche Rückholfeder im Lauf der Zeit bricht. Eine
gebrochene Rückholfeder stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da das Sperrelement
im Notfall dann nicht mehr automatisch in die Freigabeposition verschwenkt wird, sondern
einen möglichen Fluchtweg blockiert. Besonders problematisch ist, dass dieses Sicherheitsrisiko
im täglichen Betrieb gar nicht erkennbar ist.
[0012] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Sperrvorrichtung
der vorliegenden Art sowie eine Personensperre mit einer solchen Sperrvorrichtung
vorzuschlagen, deren Rückholeinrichtung über die gesamte Lebensdauer der Sperrvorrichtung
hinweg zuverlässig einsatzbereit und dennoch konstruktiv unaufwendig ist.
[0013] Gelöst ist diese Aufgabe durch eine Sperrvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie durch eine Personensperre mit den Merkmalen des Anspruchs 8.
[0014] Bevorzugte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Sperrvorrichtung finden sich in
den Ansprüchen 2 bis 7; eine vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Personensperre
ist in Anspruch 9 niedergelegt.
[0015] Eine erfindungsgemäße Sperrvorrichtung für eine Personensperre zur Zugangskontrolle
eines gesicherten Bereichs, mit einem Grundrahmen, mit einem zwischen einer Freigabeposition
und einer Sperrposition bewegbaren Sperrelement, das am Grundrahmen um eine im Wesentlichen
horizontal orientierte Schwenkachse schwenkbar gelagert ist, und mit einer am Grundrahmen
befestigten Antriebsvorrichtung für das Sperrelement, wobei das Sperrelement mit einer
Rückholeinrichtung verbunden ist, um es bei einem Ausfall oder einer Fehlfunktion
der Antriebsvorrichtung, oder beim Auslösen einer Not-Aus-Funktion in die Freigabeposition
zu bewegen und/oder dort zu halten, ist erfindungsgemäß also hinsichtlich der Rückholeinrichtung
verbessert: Diese besteht aus einem Rückholgewicht, das solcherart dimensioniert und
form- oder kraftschlüssig mechanisch mit dem Sperrelement verbunden ist, dass es das
Sperrelement bei abgeschalteter Antriebsvorrichtung aufgrund der Gewichtskraft des
Rückholgewichts in die Freigabeposition bewegt und/oder dort hält.
[0016] Die erfindungsgemäße Personensperre zur Zugangskontrolle eines gesicherten Bereichs
enthält die erfindungsgemäße Sperrvorrichtung, die in einem Sperrengehäuse untergebracht
ist, wobei das Sperrengehäuse eine Öffnung für das Sperrelement aufweist.
[0017] Ein Rückholgewicht benötigt weder eine Energieversorgung, da es mittels der Erdanziehungskraft
wirkt, noch besteht die Gefahr eines Ermüdungsbruchs. Nach Abschalten der Antriebsvorrichtung
wird das mechanisch mit dem Rückholgewicht verbundene Sperrelement vielmehr zuverlässig
und selbstständig in die Freigabeposition verbracht und dort gehalten. Das Abschalten
der Antriebsvorrichtung erfolgt bei einem Ausfall oder einer Fehlfunktion, insbesondere
bei einem Ausfall der Stromversorgung von selbst. Beim Auslösen einer Not-Aus-Funktion
wird die Antriebsvorrichtung ebenfalls ausgeschaltet oder die Kraftübertragung getrennt,
sodass in all diesen Fällen die Gewichtskraft des Rückholgewichts für ein zuverlässiges
und vollständiges Verschwenken des Sperrelements in die Freigabeposition sorgt. Gleichzeitig
ist diese erfindungsgemäße Ausbildung einer Rückholeinrichtung konstruktiv sehr einfach
umzusetzen und kostengünstig.
[0018] Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen Lösung hängen mit den sonstigen Nachteilen
des Standes der Technik mit Rückhohlfeder zusammen: die Federkraft einer Rückhohlfeder
verringert sich aufgrund von Setzerscheinungen mit der Zeit, weshalb die Rückhohlfeder
stärker dimensioniert werden muss, als es für die Rückhohlfunktion eigentlich notwendig
wäre. Denn es muss sichergestellt sein, dass auch nach zig-Millionen Bewegungszyklen
noch genügend Federkraft für die Rückhohlfunktion vorhanden ist. Auch die üblichen
Toleranzen von typischerweise +/- 5% in der Federkraft von baugleichen Rückholfedern
zwingen zu einem Sicherheitsaufschlag und somit im Mittel ebenfalls zu einer Überdimensionierung
der Rückhohlfeder.
[0019] Ein erfindungsgemäßes Rückhohlgewicht kann hingegen sehr viel genauer hinsichtlich
seiner Gewichtskraft gefertigt werden, und es ist auch nicht zu befürchten, dass die
Gewichtskraft mit der Zeit abnimmt. Somit kann die Gewichtskraft des Rückhohlgewichts
sehr viel exakter an die tatsächlich notwendige Kraft für das Rückhohlen des Sperrelements
angepasst werden, wodurch der Antriebsmotor weniger belastet und der Energiebedarf
für die Bewegungszyklen und für das Halten des Sperrelements in der Sperrstellung
vorteilhaft verringert wird.
[0020] Vorteilhafterweise entfällt mit der erfindungsgemäßen Lösung auch die Geräuschentwicklung,
die im Stand der Technik mit Rückhohlfeder verbreitet zu beobachten ist. Solche Federgeräusche
werden durch stip-slick-Effekte an den Federaufhängungen verursacht. Diese versetzen
die Rückhohlfedern in Schwingungen was Geräusche verursacht. Hinzu kommen bei Rückhohlfedern
noch Quietschgeräusche und Verschleiß an den Federhalterungen, die nur durch aufwändige
und teure Kugellagerungen vermieden werden können; auch diese Probleme entfallen mit
dem erfindungsgemäßen Rückhohlgewicht.
[0021] Bevorzugt ist die Antriebsvorrichtung der erfindungsgemäßen Sperrvorrichtung über
eine Hebelanordnung oder ein Gestänge mit dem Sperrelement verbunden und das Rückholgewicht
in die Hebelanordnung oder das Gestänge integriert. Dies ermöglicht eine besonders
einfache mechanische Kopplung des Rückholgewichts mit dem Sperrelement, da die Anbindung
des Gestänges oder der Hebelanordnung an das Sperrelement bereits besteht und eine
Trennung oder Entkopplung der Antriebsvorrichtung von der Hebelanordnung bzw. vom
Gestänge die Rückholeinrichtung in keiner Weise beeinträchtigt.
[0022] Besonders bevorzugt ist es hierbei, wenn zumindest ein Teil der Hebelanordnung oder
des Gestänges als Rückholgewicht ausgestaltet ist, das Rückholgewicht also nicht als
separates Bauteil hinzugefügt wird. Vielmehr wird insbesondere ein Hebel oder ein
Gestängeteil so dimensioniert, dass er bei entsprechender Anordnung der Hebel bzw.
des Gestänges als Rückholgewicht fungiert und das Sperrelement bei abgeschalteter
Antriebsvorrichtung zuverlässig in die Freigabeposition zieht.
[0023] Wie an sich bekannt, ist auch das erfindungsgemäße Sperrelement bevorzugt als plattenförmige
Klappe ausgestaltet, gegebenenfalls mit zusätzlichen Verstrebungen, Versteifungen,
Halteschiene und dergleichen mehr. Diese Klappe weist vorzugsweise im Wesentlichen
die Form eines Kreissektors, eines Kreisringsektors oder eines Trapezes auf, wobei
die breitere Seite dieser Form vorzugsweise den oberen Bereich und die schmalere Seite
den unteren Bereich der plattenförmigen Klappe bildet. In diesem Fall ist es dann
zweckmäßig, wenn das Sperrelement im unteren Bereich der Klappe oder unterhalb derselben
schwenkbar am Grundrahmen gelagert ist und der breitere Bereich der Klappe zum Hineinschwenken
in die Sperrposition dient.
[0024] Das Sperrelement kann auch eine plattenförmige Teleskop-Klappe sein, die streng genommen
aus mindestens zwei Klappen besteht, die vorzugsweise im Wesentlichen die Form eines
Kreissektors, eines Kreisringsektors oder eines Trapezes aufweisen und teleskopartig
ineinander gesteckt sind, um sich bei einer Schwenkbewegung in die Sperrposition aufzufächern
und die Fläche des Sperrelements entsprechend zu vergrößern, und umgekehrt die Fläche
zu verkleinern, wenn das Sperrelement in die Freigabeposition zurückgeschwenkt wird.
Dies ermöglicht das Sperren eines Durchgangs mit größerer Breite, ohne das Sperrengehäuse
zur Aufnahme der Klappe breiter ausbilden zu müssen.
[0025] Wenn die Antriebsvorrichtung der erfindungsgemäßen Sperrvorrichtung im Wesentlichen
durch einen Elektromotor mit oder ohne Getriebe gebildet wird, ist es vorteilhaft,
wenn am Grundrahmen die elektrischen und elektronischen Komponenten für den Betrieb
und die Steuerung des Elektromotors angebracht sind.
[0026] Die erfindungsgemäße Personensperre umfasst schließlich vorzugsweise zwei Sperrengehäuse,
die zwischen sich einen Korridor bilden, und in denen jeweils eine Sperrvorrichtung
untergebracht ist. Die Sperrelemente der beiden Sperrengehäuse können hierbei von
beiden Seiten synchron in den Korridor hineingeschwenkt und aus diesem herausgeschwenkt
werden, um die Sperrposition oder die Freigabeposition einzunehmen. Hierdurch müssen
die Sperrelemente nur so weit verschwenkt werden, dass sie nahezu die Hälfte der Breite
des Korridors absperren. Dies ermöglicht besonders kurze Laufzeiten zum Sperren und
Freigeben des Korridors. Wenn es sich bei den Sperrelementen um Klappen handelt, reicht
es bei typischen Abmessungen des Sperrengehäuses in der Regel aus, die Klappen 20
bis 30 Winkelgrade aus dem Sperrengehäuse herauszuschwenken, um einen Standardkorridor
von typischerweise 500 mm bis 600 mm Breite, bei Teleskop-Klappen typischerweise bis
990 mm Breite zu sperren.
[0027] Ausführungsbeispiele für eine erfindungsgemäße Sperrvorrichtung werden im Folgenden
anhand der beigefügten Zeichnungen näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine isometrische Darstellung einer erfindungsgemäß ausgestalteten Sperrvorrichtung
mit einem Sperrelement in Sperrposition;
- Figur 2
- eine isometrische Darstellung zweier erfindungsgemäß ausgestalteter Personensperren,
die einen Korridor bilden.
[0028] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäß ausgestaltete Sperrvorrichtung
14 mit einem Grundrahmen 1 und einem Sperrelement 2, das hier als plattenförmige Klappe
3 ausgestaltet ist, die im Wesentlichen die Form eines Kreisringsektors aufweist,
mit einem schmalen Bereich unten und einen breiten Bereich oben. Ein Halteprofil 4
und ein Drehlager 5 vervollständigen das Sperrelement 2, das um eine durch das Drehlager
5 im Wesentlichen horizontal verlaufende Schwenkachse 6 zwischen einer Freigabeposition
(nicht dargestellt) und einer Sperrposition verschwenkt werden kann, wobei das Drehlager
5 im Grundrahmen 1 sitzt.
[0029] Wie aus der Figur 1 ersichtlich ist, ist auf der Rückseite des Grundrahmens 1 ein
Elektromotor 7 als Hauptkomponente einer Antriebsvorrichtung 8 am Grundrahmen 1 angebracht.
Eine Motorwelle 9 des Elektromotors 7 ist durch den Grundrahmen 1 hindurchgeführt
und mit einer Hebelanordnung 10 verbunden, die die Motorwelle 9 der Antriebsvorrichtung
8 mit dem Halteprofil 4 des Sperrelements 2 mechanisch verbindet und dafür sorgt,
dass eine Bewegung des Elektromotors 7 so auf das Sperrelement 2 übertragen wird,
dass bei einer Drehung des Elektromotors 7 um zum Beispiel 180 Winkelgrade das Sperrelement
2 zum Beispiel um 25 Winkelgrade um die Schwenkachse 6 verschwenkt wird.
[0030] Die erfindungsgemäße Besonderheit dieses Ausführungsbeispiel besteht nun darin, dass
ein Teil der Hebelanordnung 10 als Rückholgewicht ausgestaltet ist und die Hebelanordnung
10 solcherart verläuft, dass die Gewichtskraft des Rückholgewichts 11 bei ausgeschaltetem
Elektromotor 7 oder bei einer Trennung des Kraftflusses das Sperrelement 2 in seine
Freigabeposition zieht. Dies bedeutet, dass die Notfallöffnung der Sperrvorrichtung
14 rein aufgrund der Schwerkraft des Rückholgewichts 11, dessen Masse entsprechend
dimensioniert ist, selbsttätig und zwingend erfolgt.
[0031] Bei der Antriebsvorrichtung 8 des vorliegenden Beispiels kann es sich auch um einen
Niedrigenergieantrieb handeln, bei welchem die Hebelanordnung 10 nicht durch eine
Drehung des Elektromotors 7 um die typischen 180 Winkelgrade, sondern um nur ca. 40
Winkelgrade betätigt wird. Dies ist vorteilhaft, weil es aus Sicherheitsgründen bei
Personensperren Norm ist, dass das Sperrelement 2 bei einem Auftreffen auf ein Hindernis,
beispielsweise eine im Bewegungsbereich des Sperrelements 2 stehende Person, an seiner
Vorderkante keine größere Kraft als 67 N ausüben darf. Somit muss die Hebelanordnung
10 nicht zu nahe an eine Totpunktlage gefahren werden, um das Sperrelement 2 in die
Sperrposition zu bringen, und dementsprechend muss das Motormoment des Elektromotors
7 nicht wegen einer zunehmenden Untersetzung durch die Hebelanordnung 10 so stark
verringert werden, dass es für das Beschleunigen und den Normalbetrieb der Sperrvorrichtung
nicht mehr ausreichen würde, wenn das Motormoment nicht aufwändig positionsabhängig
geregelt wird.
[0032] Weitere Komponenten für die Energieversorgung des Elektromotors 7 und für die elektronische
Steuerung desselben, wie Anschlussklemmen, Steuergerät, Netzteil, Relais etc. (nicht
dargestellt) können am Grundrahmen 1 direkt angebracht oder auch auf einer separaten
Montageplatte angeordnet sein, die ihrerseits am Grundrahmen 1 fixiert werden kann.
[0033] In Figur 2 sind zwei Personensperren 13, 13' mit erfindungsgemäß ausgestalteten Sperrvorrichtungen
14, 14' gemäß Figur 1 dargestellt. Die Sperrelemente 2, 2' der Sperrvorrichtungen
14, 14' wirken zu einem Korridor 12 hin, um diesen in Sperrposition für Personen zu
sperren und in Freigabeposition (nicht dargestellt) für Personen freizugeben. Die
beiden Personensperren 13, 13', die aus jeweils einer Sperrvorrichtung 14, 14', wie
sie in Figur 1 dargestellt ist, sowie einem Sperrengehäuse 15, 15' bestehen, in dem
die Sperrvorrichtungen 14, 14' aufgenommen sind, bilden zwischen sich den Korridor
12, wobei die beiden Sperrengehäuse 15, 15' die Seitenwände des Korridors 12 bilden
und hierbei insbesondere für ein Vereinzeln der durch den Korridor 12 geführten Personen
sorgen.
[0034] Die Sperrengehäuse 15, 15' können beispielsweise an ihrer oberen vorderen Kante,
auf die man in Figur 2 blickt, mit einem Berechtigungsmodul (nicht dargestellt) zum
Prüfen einer spezifischen Berechtigung zum Passieren des Korridors 12 versehen sein.
[0035] Die erfindungsgemäß ausgestaltete Rückholeinrichtung kann, wie anhand des in den
Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels verdeutlicht wird, konstruktiv sehr unaufwendig
verwirklicht werden, obwohl sie jederzeit und über die gesamte Lebensdauer der Sperrvorrichtung
14 zuverlässig dafür sorgt, dass die Sperrvorrichtung 14 das Sperrelement 2 im Notfall
in seine Freigabeposition bringt und hierdurch mögliche Fluchtwege freigibt. Jedenfalls
kann die Rückholfunktion nicht unerkannt verloren gehen, wie dies beim Bruch einer
Rückholfeder der Fall ist.
Bezugszeichenliste:
[0036]
- 1
- Grundrahmen
- 2
- Sperrelement
- 3
- Klappe
- 4
- Halteprofil
- 5
- Drehlager
- 6
- Schwenkachse
- 7
- Elektromotor
- 8
- Antriebsvorrichtung
- 9
- Motorwelle
- 10
- Hebelanordnung
- 11
- Rückholgewicht
- 12
- Korridor
- 13
- Personensperre
- 14
- Sperrvorrichtung
- 15
- Sperrengehäuse
1. Sperrvorrichtung (14) für eine Personensperre !15) zur Zugangskontrolle eines gesicherten
Bereichs,
mit einem Grundrahmen (1), mit einem zwischen einer Freigabeposition und einer Sperrposition
bewegbaren Sperrelement (2), das am Grundrahmen (1) um eine im Wesentlichen horizontal
orientierte Schwenkachse (6) schwenkbar gelagert ist, und mit einer am Grundrahmen
(1) befestigten Antriebsvorrichtung (8) für das Sperrelement (2),
wobei das Sperrelement (2) mit einer Rückholeinrichtung verbunden ist, um das Sperrelement
(2) bei einem Ausfall oder einer Fehlfunktion der Antriebsvorrichtung (8) oder beim
Auslösen einer Not-Aus-Funktion in die Freigabeposition zu bewegen und/oder dort zu
halten,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rückholeinrichtung aus einem Rückholgewicht (11) besteht, das solcherart dimensioniert
und form- oder kraftschlüssig mechanisch mit dem Sperrelement (2) verbunden ist, dass
es das Sperrelement (2) bei abgeschalteter Antriebsvorrichtung (8) aufgrund der Gewichtskraft
des Rückholgewichts (11) in die Freigabeposition bewegt und/oder dort hält.
2. Sperrvorrichtung (14) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebsvorrichtung (8) über eine Hebelanordnung (10) oder ein Gestänge mit dem
Sperrelement (2) verbunden ist, und dass das Rückholgewicht (11) in die Hebelanordnung
(10) oder das Gestänge integriert ist.
3. Sperrvorrichtung (14) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Teil der Hebelanordnung (10) oder des Gestänges als Rückholgewicht
(11) ausgestaltet ist.
4. Sperrvorrichtung (14) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sperrelement (2) eine plattenförmige Klappe (3) enthält, die vorzugsweise im
Wesentlichen die Form eines Kreissektors, Kreisringsektors oder Trapezes aufweist.
5. Sperrvorrichtung (14) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sperrelement (2) im unteren Bereich der Klappe (3) oder unterhalb derselben schwenkbar
am Grundrahmen (1) gelagert ist.
6. Sperrvorrichtung (14) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebsvorrichtung (8) einen Elektromotor (7) enthält.
7. Sperrvorrichtung (14) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Grundrahmen (1) elektrische und elektronische Komponenten für den Betrieb und
die Steuerung des Elektromotors (7) angebracht sind.
8. Personensperre (13) zur Zugangskontrolle eines gesicherten Bereichs, mit einem Sperrengehäuse
(15), einer darin untergebrachten Sperrvorrichtung (14) nach mindestens einem der
Ansprüche 1 bis 7 und einer Öffnung für das Sperrelement (2).
9. Personensperre (13) nach Anspruch 8, mit zwei Sperrengehäusen (15, 15'), die zwischen
sich einen Korridor (12) bilden, und jeweils einer in jedem Sperrengehäuse (15, 15')
untergebrachten Sperrvorrichtung (14, 14'), deren Sperrelemente (2) von beiden Seiten
im Wesentlichen synchron in den Korridor (12) hineingeschwenkt und aus diesem herausgeschwenkt
werden können, um die Sperrposition oder die Freigabeposition einzunehmen.