[0001] Die Erfindung betrifft ein Brennersystem zur Erzeugung von Heißgas in einer Gasturbinenanlage,
mit einer Brennkammer, die einen entlang einer Längsachse ausgerichteten Brennraum
umfasst, und mit einem Brennerkopf mit zumindest einer Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
zur Zufuhr von Oxidator und Brennstoff als Frischgaskomponenten in die Brennkammer,
umfassend jeweils einen Strömungspfad für Brennstoff und Oxidator zu deren Zuführung
in den Brennraum, wobei die Strömungspfade stromauf eines Mischraumes jeweils getrennte
Strömungsabschnitte, zur getrennten Führung der Frischgaskomponenten, aufweisen, und
die Strömungspfade in den Mischraum zusammengeführt sind, und zumindest eine erste
Zuführöffnung zum Zuführen von Brennstoff in den Mischraum. Die Erfindung betrifft
ferner ein entsprechendes Verfahren zur Erzeugung von Heißgas in einer Gasturbinenanlage.
[0002] Ein derartiges Brennersystem geht beispielsweise aus der
WO 2014/027005 A2 hervor.
[0003] In jüngster Zeit wächst das Interesse, neben konventionellen Brennstoffen, wie z.
B. Erdgas, weitere Brennstoffe mit unterschiedlichen Zusammensetzungen energetisch
zu nutzen. Derartige Brennstoffe stellen z. B. Synthesegas aus der Biomassevergasung,
Klärgas, Deponiegas, Biogas, Grubengas oder Erdölbegleitgas dar. Die energetische
Umsetzung der Brennstoffe kann beispielsweise in Gasturbinenanlagen, insbesondere
in Mikrogasturbinenanlagen, geschehen, wobei die Brennstoffe in einem Verbrennungsprozess
zu einem Heißgas mit heißem Abgas umgesetzt werden. Dazu müssen die Brennstoffe zuverlässig,
effizient und schadstoffarm verbrannt werden.
[0004] Die unterschiedlichen Brennstoffe können sich in ihrer Zusammensetzung deutlich unterscheiden.
So weist z. B. Erdgas einen hohen Anteil an Methan als Bestandteil auf, während ein
typisches Synthesegas neben Wasserstoff und gegebenenfalls weitere brennbaren Komponenten
(z. B. Kohlenmonoxid, Methan) in der Regel einen hohen Inertgasanteil (insbesondere
Kohlendioxid und Stickstoff) enthält. Daher weisen die Brennstoffe Unterschiede in
ihren Verbrennungseigenschaften, wie z. B. Flammengeschwindigkeit und Zündverzugszeit,
und in ihren Heizwerten bzw. ihren Wobbe-Indizes (als Größe zur Beurteilung der Austauschbarkeit
von Brenngasen) auf. So ist z. B. Erdgas, mit einem massenspezifischen Heizwert von
knapp unter 50 MJ/kg, den hochkalorischen Brennstoffen zuzuordnen, wohingegen ein
typisches Synthesegas als niederkalorischer Brennstoff beispielsweise einen massenspezifischen
Heizwert von ca. 5 MJ/kg oder darunter aufweisen kann. Mittelkalorische Brennstoffe
weisen Heizwerte zwischen diesen Extrema auf. Somit ist bei Verwendung eines derartigen,
niederkalorischen, Synthesegases im Vergleich zu - hochkalorischem - Erdgas zur Erzielung
einer entsprechenden Leistung ein etwa zehnfach größerer Brennstoffmassenstrom notwendig.
Diese unterschiedlichen Eigenschaften erschweren die Nutzung unterschiedlicher Brennstoffqualitäten
in einem einzigen Brennersystem.
[0005] Ein bekanntes Vorgehen zum Einsatz sowohl hochkalorischer als auch niederkalorischer
Brennstoffe in einem einzigen Brennersystem ist deren separate Einbringung. Dabei
werden die unterschiedlichen Brennstoffe über getrennte Zuführungen eingebracht, die
jeweils auf die bestimmten Eigenschaften des Brennstoffes ausgelegt sind. Eine andere
Vorgehensweise ist der Austausch und/oder die Anpassung der Brennstoffdüsen bzw. -kanäle
unter Änderung der Geometrie. Dies ist jedoch aufwendig und erlaubt meist keine Anpassung
während des laufenden Brennerbetriebs.
[0006] Die
US 4 967 561 A zeigt ein Brennersystem, bei dem wahlweise ein flüssiger oder gasförmiger Brennstoff
in eine Brennkammer zur Verbrennung eingebracht werden kann. Dazu weist das Brennersystem
eine Vielzahl an Rohrkörpern auf, innerhalb derer zur Vormischung ein flüssiger oder
gasförmiger Brennstoff über separate, bei Zugabe unterschiedlicher Brennstoffe unterschiedliche
Düsen in die Verbrennungsluft zur Vormischung zugegeben werden kann.
[0008] Ein Brennersystem basierend auf dem Prinzip eines rezirkulationsstabilisierten Strahlflammenbrenners
ist der
EP 1 995 515 A1 entnehmbar.
[0009] Eine Mischungsvorrichtung beispielsweise zum Einsatz in einem rezirkulationsstabilisierten
Strahlflammenbrenner ist in der
DE 10 2010 062 351 A1 angegeben.
[0010] Die
US 2004/068973 A1 zeigt einen Brenner mit mehreren Oxidator führenden Kanälen unterschiedlicher Brennerstufen
und einem Brennstoffkanal. Zur Anpassung der Brennstoffmengen innerhalb der Oxidator
führenden Kanäle bei unterschiedlichen Lastbereichen weist der Brenner eine sogenannte
"fluid control construction" auf, die einen offenen Bereich und einen Zufuhrbereich
umfasst. Dabei erfolgt eine unterschiedliche Aufteilung des Brennstoffstromes auf
die unterschiedlichen Brennerstufen in Abhängigkeit eines kritischen Mengenstroms
zur Einhaltung der oberen Flammbarkeitsgrenze.
[0011] Die
US 2010/077759 A1 offenbart einen Gasturbinenbrenner mit einer primären Brennstoffdüse für eine primäre
Brennkammer und mit einer sekundären Brennstoffdüse für eine sekundäre Brennkammer.
Die sekundäre Brennstoffdüse weist einen Vormisch-Abschnitt auf, durch welchen Brennstoff
sowohl durch radiale Gaszuführungen als auch durch eine stromab davon mündende Pilotbohrung
der Brennkammer zugebbar ist. Eine Auslegung für den Betrieb mit Brennstoffen unterschiedlicher
Heizwerte ist nicht angegeben.
[0012] In der
JP 3 976464 B2 ist eine Brennkammer mit einem Fluidmischer umfassend eine Vielzahl an Zufuhröffnungen
angegeben. Eine Auslegung für den Betrieb mit Brennstoffen unterschiedlicher Heizwerte
ist nicht angegeben.
[0013] Die
EP 1 255 080 A1 befasst sich mit einem katalytischen Brenner in Ausbildung als Drallbrenner. Eine
Auslegung für den Betrieb mit Brennstoffen unterschiedlicher Heizwerte ist nicht angegeben.
[0014] Die
US 2010/139238 A1 offenbart einen Brenner zum Betrieb mit einem niederkalorischen Brennstoff, der auch
mit einem hochkalorischen Brennstoff betreibbar ist. Die Brennstoffe mit den unterschiedlichen
Heizwerten werden über unterschiedliche Brennstoffzuführungen in die Brennkammer eingebracht.
[0015] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Brennersystem sowie ein Verfahren zur
Erzeugung von Heißgas bereitzustellen, das einen zuverlässigen, schadstoffarmen und
effizienten Betrieb mit sowohl hochkalorischen als auch niederkalorischen Brennstoffen
bei vergleichsweise geringem Aufwand ermöglicht.
[0016] Die Aufgabe wird durch ein Brennersystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 oder des
Anspruchs 2 oder ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 17 gelöst.
[0017] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2 ist vorgesehen, dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
zumindest einen weiteren Strömungsabschnitt mit einer weiteren Zuführöffnung umfasst,
über den ein Anteil einer der Frischgaskomponenten zur Zuführung in den Brennraum
in einen Strömungsabschnitt mit der anderen Frischgaskomponente zuführbar ist, wobei
der weitere Strömungsabschnitt derart angeordnet und ausgebildet ist, dass der Anteil
der Frisch 4, gaskomponente, der über den weiteren Strömungsabschnitt strömt, bei
unveränderter Geometrie mit dem Heizwert des Brennstoffes aufgrund eines sich ändernden
Druckverhältnisses veränderbar ist.
[0018] Der Anteil bezieht sich z. B. auf den gesamten, durch die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
strömenden Massen- bzw. Volumenstrom des entsprechenden Frischgases. Der weitere Strömungsabschnitt
ist insbesondere derart angeordnet, dass die Aufteilung des entsprechenden Frischgaskomponenten-Stroms
in zumindest zwei Anteile innerhalb des Brennerkopfes erfolgt, d. h. der weitere Strömungsabschnitt
zweigt innerhalb des Brennerkopfes aus dem/den getrennten Strömungsabschnitt/en ab.
[0019] Der Strömungsabschnitt mit der anderen Frischgaskomponente kann beispielsweise einer
der Strömungsabschnitte von Brennstoff oder Oxidator stromauf des Mischraums sein.
Z. B. werden die Strömungspfade der Frischgaskomponenten stromauf der weiteren Zuführöffnung
getrennt geführt und stromab der weiteren Zufuhröffnung /zunächst teilweise zusammengeführt,
in einem gemeinsamen und einem (weiterhin getrennten) Strömungsabschnitt, bevor sie
wiederum stromab der ersten Zufuhröffnung in dem Mischraum als gemeinsamen Strömungsabschnitt
vollständig zusammengeführt werden. Die Zusammenführung kann somit stufenartig nacheinander
erfolgen, wobei die weitere Zuführöffnung stromauf der ersten Zuführöffnung angeordnet
ist. Insbesondere alternativ kann der Strömungsabschnitt mit der anderen Frischgaskomponente
durch den Mischraum gebildet sein, wobei insbesondere ein Anteil des Brennstoffes
über den getrennten Strömungsabschnitt mit der ersten Zuführöffnung und der andere
Anteil über den (parallel passierbaren) weiteren Strömungsabschnitt und die weitere
Zuführöffnung in den Mischraum strömen kann. Dabei münden der getrennte Strömungsabschnitt
mit der ersten Zuführöffnung und der weitere Strömungsabschnitt parallel passierbar
in den Mischraum. In demselben Brennersystem kann sowohl die eine als auch die andere
Alternative vorhanden sein.
[0020] Der Mischraum ist in einer Ausbildungsvariante mit einer (zumindest teilweisen) Vormischung
der Frischgase vor Einbringung in die Brennkammer ein Teil des Brennerkopfes, insbesondere
der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung, wobei er einen gemeinsamen Strömungsabschnitt
bildet. Bei einer ebenfalls möglichen Ausbildungsvariante mit einer nicht vorgemischten
Einbringung in die Brennkammer entspricht der Mischraum einem Bereich des Brennraums.
[0021] Die erste und die weitere Zuführöffnung können auch Gruppen von ersten und weiteren
Zufuhröffnungen (und/oder diesen zugeordneten Strömungsabschnitten) sein, die z. B.
in unterschiedlichen (Strömungs-) Bereichen angeordnet sind, wobei die Gruppen z.
B. jeweils nach einander entsprechenden Auslegungskriterien ausgelegt sind und/oder
eine einander entsprechende Funktion erfüllen. Hingegen unterscheiden sich die erste/n
und die weitere/n Zuführöffnung/en voneinander z. B. durch ihre Auslegungskriterien
und/oder Funktion.
[0022] Die Anordnung und/oder Ausbildung des weiteren Strömungsabschnitts ist derart, dass
sich der Anteil bei Einbringung von Brennstoffen mit einem unterschiedlichen Heizwert
(bzw. einem unterschiedlichen Wobbe-Index) aufgrund sich ändernder aerodynamischer
Verhältnisse, insbesondere der Druckverhältnisse, ändert. Die Geometrie bleibt unverändert,
insbesondere bleiben die Strömungsquerschnitte der Strömungsabschnitte konstant. Auf
eine Volumenstromregulierung mittels Stelleinrichtungen, insbesondere Ventilen, kann
verzichtet werden. So kann vorteilhaft die Zuführung unterschiedlicher Brennstoffe
über dieselben Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnungen erfolgen. Dies erlaubt vorteilhaft
den Einsatz wechselnder Brennstoffe und/oder einen Mischbetrieb, z. B. mit einer kontinuierlichen
Änderung der Brennstoffzusammensetzung, mit geringem Aufwand und während des laufenden
Betriebes.
[0023] In einem Verfahren zur Auslegung kann z. B. wie folgt vorgegangen werden, um zu dem
erfindungsgemäßen Brennersystem zu gelangen: Ausgehend von einem bekannten, gattungsgemäßen
Brennersystem wird/werden innerhalb der getrennten Strömungsabschnitte von Oxidator
und Brennstoff eine oder mehrere Paarung/en von Orten lokalisiert, an dem/denen sich
die Druckdifferenz und/oder das Druckverhältnis zwischen einem hochkalorischen und
einem niederkalorischen Auslegungspunkt zu dem Strömungsabschnitt mit der jeweiligen
anderen Frischgaskomponente (Brennstoff oder Oxidator) ändert. Dies kann z. B. über
eine Druckermittlung mittels computergestützter Strömungssimulation und/oder experimentell
geschehen, wobei z. B. die Massen- bzw. Volumenströme entsprechend der Auslegungsbetriebspunkte
eingestellt werden. Diese Paarung/en von Orten miteinander verbindend, wird/werden
nun ein/mehrere weitere/r Strömungsabschnitt/e mit einer weiteren Zuführöffnung angeordnet.
Der (jeweilige) weitere Strömungsabschnitt wird entsprechend der gewünschten Aufteilung
bzw. Anteile ausgelegt, insbesondere angeordnet und/oder ausgebildet (z. B. mit entsprechendem
Strömungsquerschnitt). Dabei kann z. B. (zunächst) eine überschlägige Druckverlustberechnung
und/oder (anschließend) eine iterative Annäherung an ein Auslegungsziel, z. B. mittels
computergestützter Strömungssimulation und/oder experimentell, erfolgen. Das Auslegungsziel
kann beispielsweise die Aufrechterhaltung eines bestimmten Geschwindigkeitsbereiches
zwischen den verschiedenen Auslegungspunkten darstellen.
[0024] In einer bevorzugten Ausbildungsvariante ist als Auslegungsziel vorgesehen, dass
der Anteil derart veränderbar ist, dass die Geschwindigkeiten an der ersten und/oder
an der weiteren Zuführöffnung zwischen einem niederkalorischen Auslegungspunkt und
einem hochkalorischen Auslegungspunkt maximal um den Faktor 2 (Geschwindigkeit mit
niederkalorischem zu Geschwindigkeit mit hochkalorischem Brennstoff), insbesondere
maximal um den Faktor 1,5, vorzugsweise maximal um den Faktor 1,2, voneinander abweichen,
d. h. die Geschwindigkeiten in den unterschiedlichen Auslegungspunkten sind ähnlich
zueinander. Der "niederkalorische Auslegungspunkt" entspricht einem Auslegungsbetriebspunkt
mit einem niederkalorischen Auslegungsbrennstoff, beispielsweise einem Synthesegas,
mit einem massenspezifischen Heizwert von ca. 5 MJ/kg. Der "hochkalorische Auslegungspunkt
" entspricht einem Auslegungsbetriebspunkt mit einem hochkalorischen Auslegungsbrennstoff,
beispielsweise einem Erdgas, mit einem massenspezifischen Heizwert von knapp 50 MJ/kg.
Die thermischen Leistungen der beiden Auslegungspunkte entsprechen einander, wobei
sie maschinenseitig vorgeben sind. Bei einer Mikrogasturbinenanordnung, bei der das
erfindungsgemäße Brennersystem z. B. vorteilhaft eigesetzt werden kann, kann die thermische
Leistung z. B. bis 1 MW oder 500 kW, z. B. rund 300 kW betragen. Die Luftzahl bzw.
das Verbrennungsluftverhältnis entspricht beispielsweise dem bei einem bekannten,
gattungsgemäßen Brenner-system und kann z. B. zwischen 1,4 und 3,4 betragen. Die Brennstoffzusammensetzungen
in dem niederkalorischen und hochkalorischen Auslegungspunkt stellen vorzugsweise
Extrema bezüglich des Heizwertes dar, zwischen denen sich die Heizwerte der Brennstoffzusammensetzungen
im Betrieb bewegen. Die (wie vorstehend definiert) ähnlichen Geschwindigkeiten sind
erreichbar durch die Auslegung und/oder Anordnung des weiteren Strömungsabschnittes
mit der weiteren Zuführöffnung. Die Auslegung erfolgt vorzugsweise, wie heutzutage
üblich, über computergestützte Strömungssimulation. Auf diese Weise wird erreicht,
dass insbesondere diejenigen Geschwindigkeiten, die den Verbrennungsprozess in dem
Brennkammersystem entscheidend beeinflussen, mit unterschiedlichen Brennstoffen (zumindest
in vorstehend genanntem Maße) ähnlich zueinander bleiben. So können bestimmte Betriebscharakteristika,
beispielsweise (zumindest teil- bzw. bereichsweise) die Einmischung von Brennstoff
in den Oxidator, in beiden Auslegungspunkten angeglichen werden. Dies trägt zu einem
stabilen, emissionsarmen und effizienten Verbrennungsprozess mit sowohl nieder-, mittel-
als auch hochkalorischen Brennstoffen bei.
[0025] In einer bevorzugten Ausbildungsvariante des Brennersystems gemäß Anspruch 1 weist
die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung einen Oxidatorkanal mit einem Austritt zur
Mündung in die Brennkammer auf, wobei der Oxidatorkanal mit einem, den Austritt umfassenden,
Ausströmabschnitt entlang einer Mittelachse M ausgerichtet ist, die im Wesentlichen
axial, parallel zu der Längsachse, verläuft. Der Oxidatorkanal bildet einen Strömungspfad
für Oxidator, der in einem stromauf liegenden Abschnitt den Oxidator getrennt führt.
Das stromauf gerichtete Ende des Oxidatorkanals kann insbesondere mit einem Oxidator-Verteilerraum
des Brennerkopfes in Strömungsverbindung stehen, sodass der Oxidatorkanal eine Strömungsverbindung
für den Oxidator zwischen dem Oxidator-Verteilerraum und dem Brennraum bildet. Der
Oxidatorkanal kann insbesondere düsenartig ausgebildet sein. Durch die axiale Anordnung
kann der Oxidator in die Brennkammer mit einem hohen axialen Impuls eingebracht werden,
so dass sich in dem Brennraum eine ausgeprägte Rezirkulationszone ausbildet, die die
Verbrennung stabilisiert, wie bei einem rezirkulationsstabilisierten Strahlflammenbrenner
(auch bekannt als "FLOX-Brenner") üblich. Eine derartige Ausbildung erlaubt einen
stabilen, emissionsarmen Verbrennungsprozess.
[0026] In einer bevorzugten Ausbildungsvariante des Brennersystems gemäß Anspruch 1 weist
die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung einen von einer Wandung umgrenzten Brennstoffkanal
auf, der zumindest mit einem Endabschnitt in dem Oxidatorkanal parallel, insbesondere
koaxial, zu dem Oxidatorkanal verlaufend ausgebildet ist und der mit einer Brennstoffmündung
innerhalb des Oxidatorkanals oder an dessen Austritt mündet, wobei die Brennstoffmündung
die erste Zuführöffnung bildet. In dem Brennstoffkanal ist stromauf der Brennstoffmündung
(und ggf. stromauf der weiteren Zuführöffnung) der getrennte Abschnitt des Brennstoff-Strömungspfades
gebildet. Der Brennstoffkanal kann insbesondere eine Strömungsverbindung zwischen
einem Brennstoff-Verteilerbereich und dem Mischraum bilden. Durch die derartige Ausbildung
des Brennstoffkanals mit der Brennstoffmündung kann der Brennstoff koaxial in die
Luftströmung zugegeben werden, was eine symmetrische, gleichmäßige Brennstoffeinmischung
in den Oxidator und so einen gleichmäßigen, stabilen Verbrennungsprozess mit geringen
Emissionen unterstützt.
[0027] In einer Ausbildungsvariante des Brennersystems gemäß Anspruch 1 weist die Brennstoffmündung
einen Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser d
3, auf, der gegenüber dem Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser
d
2, des stromauf verlaufenden Brennstoffkanals reduziert ist. Vorzugsweise ist der Strömungsquerschnitt
der Brennstoffmündung derart ausgelegt, dass sich dort in dem hochkalorischen Auslegungspunkt
eine Geschwindigkeit ähnlich der Geschwindigkeit der Frischgase an dem Austritt des
Oxidatorkanals in die Brennkammer ergibt. "Ähnlich" bedeutet hierbei, beispielsweise
zwischen +/- 50 %, vorzugsweise zwischen +/- 20 %, besonders bevorzugt zwischen +/-
10 % der Geschwindigkeit an dem Austritt. Die ähnliche Geschwindigkeit bewirkt eine
hohe Stabilität bei der Brennstoffeinmischung unter Vermeidung von Ablösungen, die
zu einer instabilen Verbrennung bis hin zu thermoakustischen Schwingungen führen können.
[0028] Alternativ weist die Brennstoffmündung einen Strömungsquerschnitt, insbesondere mit
einem Durchmesser d
3, auf, der dem Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser d
2, des stromauf verlaufenden Brennstoffkanals entspricht. Der Strömungsquerschnitt
ist z. B. derart, dass sich dort in dem niederkalorischen Auslegungspunkt eine Geschwindigkeit
ähnlich (wie in vorstehendem Absatz definiert) der Frischgase an dem Austritt des
Oxidatorkanals einstellt, mit den vorstehend genannten Vorteilen.
[0029] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 1 ist die weitere Zuführöffnung durch zumindest
eine Bypassöffnung gebildet, wobei die Bypassöffnung stromauf der Brennstoffmündung
in der Wandung ausgebildet ist und wobei der weitere Strömungsabschnitt eine Strömungsverbindung
zwischen den Strömungspfaden des Oxidators und des Brennstoffes bildet. In dem Falle,
dass eine Frischgaskomponente (Brennstoff oder Oxidator) durch die Bypassöffnung strömt,
dient die Bypassöffnung einer teilweisen Zusammenführung der Frischgase stromauf der
Brennstoffmündung. Die getrennten Strömungsabschnitte der Strömungspfade sind dann
stromauf der Bypassöffnung gelegen. Die vollständige Zusammenführung von Brennstoff
und Oxidator erfolgt vorzugsweise weiterhin stromab der Brennstoffmündung. Es hat
sich gezeigt, dass durch eine derartige Anordnung der Bypassöffnung, stromauf der
Brennstoffmündung, vorteilhaft der Massen- bzw. Volumenstrom, der durch die Brennstoffmündung
strömt, zwischen dem hochkalorischen und dem niederkalorischen Auslegungspunkt zumindest
teilweise ausgeglichen werden kann. Auf diese Weise können vorteilhaft in dem nieder-
und dem hochkalorischen Auslegungspunkt ähnliche Geschwindigkeiten an der Brennstoffmündung
erreicht werden, die um weniger als den Faktor 2, insbesondere um weniger als 1,5,
vorzugsweise um weniger als 1,2 voneinander abweichen. So können vorteilhaft in den
beiden Auslegungspunkten ähnliche Einströmungs- und Einmischungscharakteristika erreicht
werden, die eine Voraussetzung für einen stabilen, effizienten und emissionsarmen
Betrieb bilden.
[0030] Vorzugsweise ist bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 1 der Strömungsquerschnitt
der Brennstoffmündung derart ausgelegt, dass in dem niederkalorischen Auslegungspunkt
oder in dem hochkalorischen Auslegungspunkt die Geschwindigkeit an der Brennstoffmündung
zwischen +/- 50 %, vorzugsweise zwischen +/- 20 % der Geschwindigkeit des Frischgasgemisches
an dem Austritt in den Brennraum beträgt, wobei der durch die Bypassöffnung strömende
Anteil (zumindest im Wesentlichen) gleich null beträgt. In dem entsprechenden Auslegungspunkt
ist dann ein Betrieb möglich, bei dem, wie aus dem Stand der Technik bekannt, die
Brennstoff- und Oxidatorströme getrennt bis an die Brennstoffmündung heranströmen
und dort (vollständig) zusammengeführt werden. Dies ermöglicht vorteilhaft eine einfache
Auslegung, ausgehend von einer (z. B. aus dem Stand der Technik bekannten) Konfiguration
ohne Bypassöffnung. Der Strömungsabschnitt mit der Bypassöffnung ist derart ausgelegt
(ausgebildet und/oder angeordnet), dass mit einem anderen Brennstoff (der einen anderen
Heizwert aufweist) ein Anteil an Brennstoff oder Oxidator durch die Bypassöffnung
und jeweils in den Strömungspfad mit der anderen Frischgaskomponente strömen kann.
Unterschiede in den Brennstoffvolumenströmen lassen sich ausgleichen, zumindest derart,
dass die Geschwindigkeit an der Brennstofföffnung wie vorstehend angegeben in einem
ähnlichen Bereich bleibt. Die Auslegung erfolgt üblicherweise mithilfe computergestützter
Strömungssimulation.
[0031] Beispielsweise ergibt sich folgende vorteilhafte Verfahrensführung bei einer Auslegung
ausgehend von dem niederkalorischen Auslegungspunkt, wobei zweckmäßigerweise die Brennstoffmündung
einen Strömungsquerschnitt entsprechend dem Brennstoffkanal aufweist: In dem niederkalorischen
Auslegungspunkt, mit dem hohen Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom, strömen Brennstoff
und Oxidator getrennt bis an die Brennstoffmündung und werden dort vollständig zusammengeführt.
Die Druckverhältnisse in dem Oxidator- und Brennstoffkanal sind in dem niederkalorischen
Auslegungspunkt ähnlich, sodass der durch die Bypassöffnung strömende Anteil an Frischgas,
hierbei Oxidator, (im Wesentlichen) null beträgt. In dem hochkalorischen Auslegungspunkt,
mit dem niedrigen Brennstoffmassen- bzw. -volumen-strom, ergibt sich dann in dem Brennstoffkanal
ein geringerer Druckverlust als in dem Oxidatorkanal. Dadurch ergibt sich eine Druckdifferenz
zwischen dem Oxidator- und dem Brennstoffkanal. Die Druckdifferenz bewirkt eine Strömung
von Oxidator in den Brennstoffkanal durch die Bypassöffnung derart, dass sich die
Druckverhältnisse ausgleichen. Durch diesen Oxidatoranteil wird der Massen- bzw. Volumenstrom
in dem Brennstoffkanal stromab der Bypassöffnung erhöht, während der Oxidatorstrom
verringert wird. Der weitere Strömungsabschnitt mit der Bypassöffnung, insbesondere
dessen Winkel und Strömungsquerschnitt, sind derart ausgelegt, dass sich der durch
die Bypassöffnung strömende Anteil an Oxidator derart ergibt, dass die Geschwindigkeit
an der Brennstoffmündung verglichen mit dem niederkalorischen Auslegungspunkt (wie
vorstehend angegeben) ähnlich ist, verbunden mit den vorstehend angegebenen Vorteilen.
Insbesondere ist der Gesamtströmungsquerschnitt der Bypassöffnung und/oder des weiteren
Strömungsabschnitts geringer als der kleinste Strömungsquerschnitt in dem Brennstoffkanal
(mit der Brennstoffmündung), mit z. B. zwischen 10 % und 70 % bzgl. dem kleinsten
Querschnitt. Der Anteil an Oxidator kann sich beispielsweise derart ergeben, dass
der Oxidatormassenstrom durch den Bypasskanal bis zu dem 5-fachen des Brennstoffmassenstroms
entspricht. Es hat sich gezeigt, dass sich bei Brennstoffzusammensetzungen mit einem
Heizwert bzw. Wobbe-Index zwischen dem des nieder- und des hochkalorischen Brennstoffes
ein entsprechend geringerer Anteil einstellt, der zu den ähnlichen Geschwindigkeiten
führt.
[0032] Bei einer Auslegung ausgehend von dem hochkalorischen Auslegungspunkt ergibt sich
beispielsweise folgende vorteilhafte Verfahrensführung, wobei zweckmäßigerweise die
Brennstoffmündung einen reduzierten Strömungsquerschnitt der Brennstoffmündung gegenüber
dem Brennstoffkanal aufweist: In dem hochkalorischen Auslegungspunkt, mit dem niedrigen
Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom, strömen Brennstoff und Oxidator getrennt bis
an die Brennstoffmündung und werden dort vollständig zusammengeführt. Die Druckverhältnisse
in dem Oxidator- und Brennstoffkanal sind in dem hochkalorischen Auslegungspunkt ähnlich.
Zudem ergibt sich aufgrund der Umströmung des Brennstoffkanals durch Oxidator eine
aerodynamische Versperrung des weiteren Strömungsabschnitts mit der Bypassöffnung.
Dadurch beträgt der durch die Bypassöffnung strömende Anteil an Frischgas, hierbei
Brennstoff, (im Wesentlichen) null. In dem niederkalorischen Auslegungspunkt, mit
dem hohen Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom, ergibt sich in dem Brennstoffkanal
ein höherer Druckverlust als in dem Oxidatorkanal, insbesondere aufgrund des reduzierten
Strömungsquerschnitts der Brennstoffmündung. Dadurch ergibt sich eine Druckdifferenz
zwischen dem Oxidator- und dem Brennstoffkanal, die eine Strömung von Brennstoff in
den Oxidatorkanal durch die Bypassöffnung bewirkt, derart, dass sich die Druckverhältnisse
ausgleichen. Durch den abströmenden Brennstoffanteil wird der Massen- bzw. Volumenstrom
in dem Brennstoffkanal stromab der Bypassöffnung reduziert, während der Volumenstrom
in dem Oxidatorkanal erhöht wird. Der weitere Strömungsabschnitt mit der Bypassöffnung,
insbesondere dessen Winkel und Strömungsquerschnitt, sind derart ausgelegt, dass sich
der durch die Bypassöffnung strömende Anteil an Brennstoff derart ergibt, dass die
Geschwindigkeit an der Brennstoffmündung verglichen mit dem hochkalorischen Auslegungspunkt
ähnlich (wie vorstehend angegeben) ist. Insbesondere ist der Gesamtströmungsquerschnitt
der Bypassöffnung und/oder des weiteren Strömungsabschnitts geringer als der kleinste
Strömungsquerschnitt in dem Brennstoffkanal. Der Anteil kann beispielsweise zwischen
30 % und 90 % des gesamten Brennstoffmassenstroms betragen. Es hat sich gezeigt, dass
sich bei Brennstoffzusammensetzungen mit einem Heizwert zwischen dem des nieder- und
des hochkalorischen Brennstoffes ein entsprechend geringerer Anteil einstellt, der
zu den ähnlichen Geschwindigkeiten führt.
[0033] Wenn mehrere Strömungsabschnitte vorhanden sind, die insbesondere symmetrisch zueinander,
z. B. drehsymmetrisch um die Mittelachse und axial auf gleicher Höhe, angeordnet sind,
lässt sich eine symmetrische Einbringung der einen Frischgaskomponente in die andere
Frischgaskomponente erreichen. Dies ist einer gleichmäßigen Einmischung zuträglich,
die wiederum eine emissionsarme Verbrennung unterstützt.
[0034] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 1 ist vorzugsweise die Bypassöffnung axial innerhalb
(bzw. bezüglich) des Oxidatorkanals stromab eines Einströmabschnitts des Oxidatorkanals
angeordnet, der vorzugsweise eine derartige axiale Länge aufweist, dass Einlaufeffekte
der Oxidatorströmung bei Einströmung in den Oxidatorkanal, insbesondere lokale Strömungsablösungen,
an der Bypassöffnung im Wesentlichen abgeklungen sind. "Im Wesentlichen" heißt hierbei,
dass die Einströmung in die bzw. aus der Bypassöffnung nicht wesentlich durch instationäre
Strömungsphänomene beeinflusst wird. Weiterhin wird durch eine Anordnung in dem Oxidatorkanal
vorteilhaft das Risiko einer Rückströmung von Brennstoff in einen Oxidator-Verteilerraum
verringert, wie sie beispielsweise bei einer kurzzeitigen Strömungsumkehr in instationären
Zuständen (beispielsweise Zündvorgängen etc.) auftreten könnte. Beispielsweise kann
die Länge des Einströmabschnitts mindestens dem Durchmesser der Bypassöffnung entsprechen.
[0035] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 1 ist vorzugsweise die Bypassöffnung axial innerhalb
(bzw. bezüglich) des Oxidatorkanals stromauf eines Ausströmabschnitts des Endabschnittes
(des Brennstoffkanals) angeordnet, der vorzugsweise eine derartige axiale Länge aufweist,
dass Einlaufeffekte bei Einströmung der einen Frischgaskomponente durch die Bypass-öffnung
bis zu der Brennstoffmündung im Wesentlichen abgeklungen sind. "Im Wesentlichen" heißt
hierbei, dass die Strömung aus der Brennstoffmündung nicht wesentlich durch instationäre
Strömungsphänomene beeinflusst wird. So lässt sich in dem stromab gelegenen Mischraum
eine gleichmäßige, stabile Einmischung des (gegebenenfalls restlichen) Brennstoffes
in den Oxidator erreichen. Die Länge des Ausströmabschnitts kann beispielsweise mindestens
0,5-mal den Innendurchmesser des Brennstoffkanals betragen. Die Länge des Einström-
und/oder des Ausströmabschnitts ist insbesondere mithilfe computergestützter Strömungssimulation
auslegbar.
[0036] Die gewünschte Strömungsführung mit dem gewünschten, durch die Bypassöffnung strömenden
Anteil kann bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 1 dadurch unterstützt werden, dass
der weitere Strömungsabschnitt einen Bypasskanal in der Wandung umfasst, der radial-axial
in einem Winkel bezüglich der Mittelachse (des Brennstoffkanals) verläuft. Der Bypasskanal
mündet stromab in die Bypassöffnung. Auf diese Weise wird vorteilhaft eine Strömungsrichtung
der einen Frischgaskomponente in die andere, die nicht der Auslegung entspricht, erschwert.
[0037] Dabei kann es in einer Ausbildungsvariante vorteilhaft sein, dass der Winkel zwischen
0° und 90°, insbesondere zwischen 10° und 60°, z. B. zwischen 15° und 45° beträgt.
Der Winkel bemisst sich zwischen der Bypasskanal-Längsachse und der Mittelachse (bezüglich
des stromauf weisenden Schenkels der Mittelachse). Diese Ausbildung unterstützt eine
(gegebenenfalls optionale) Strömung des Oxidators in den Brennstoffkanal und erschwert
eine Strömung von Brennstoff nach außen in den Oxidator. Diese Ausbildung des Bypasskanals
ist beispielsweise zweckmäßig in Kombination mit einem Strömungsquerschnitt der Brennstoffmündung
entsprechend dem Brennstoffkanal, was eine vorteilhafte Auslegung ausgehend von dem
niederkalorischen Auslegungspunkt erlaubt.
[0038] In einer alternativen Ausbildungsvariante kann es vorteilhaft sein, dass der Winkel
zwischen 90° und 180°, insbesondere zwischen 110° und 170°, z. B. zwischen 130° und
165° beträgt. Diese Ausbildung unterstützt eine (je nach Auslegung optionale) Strömung
des Brennstoffes in den Oxidatorkanal und erschwert eine Strömung von Oxidator in
den Brennstoffkanal. Diese Ausbildung des Bypasskanals ist beispielsweise zweckmäßig
in Kombination mit einem reduzierten Strömungsquerschnitt der Brennstoffmündung gegenüber
dem Brennstoffkanal, was eine vorteilhafte Auslegung ausgehend von dem hochkalorischen
Auslegungspunkt erlaubt.
[0039] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 1 umfasst der Oxidatorkanal vorzugsweise in
seinem axialen Verlauf einen ersten Abschnitt und stromab des ersten Abschnitts einen
zweiten Abschnitt, wobei zwischen den beiden Abschnitten eine Querschnittsreduktion
angeordnet ist. Dabei ist die Brennstoffmündung axial an der, innerhalb der oder stromab
der Querschnittsreduktion angeordnet. Die Querschnittsreduktion kann beispielsweise
als Sprung, konisch oder kontinuierlich ausgebildet sein. Durch diese Anordnung der
Brennstoffmündung erfolgt die (vollständige) Zugabe des Brennstoffes in die unmittelbar
stromab beschleunigte Strömung oder in die bereits beschleunigte Strömung. Dies wirkt
vorteilhafterweise einer (ungewollten) Flammenstabilisierung an der Brennstoffmündung
entgegen.
[0040] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 2 umfasst die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
einen (ggf. weiteren) Mischraum, der zentral auf der Längsachse angeordnet und symmetrisch
zu dieser ausgebildet ist. Der Mischraum ist bodenseitig durch eine, z. B. senkrecht
zu der Längsachse L ausgerichtete, Bodenwandung und umfangsseitig von einer Wand begrenzt
und z. B. zylindrisch ausgebildet. Stromab mündet der Mischraum mit einem Austritt
in den Brennraum. Die Frischgaskomponenten sind dem Mischraum derart zuführbar, dass
eine Drall- (bzw. Rotations-) strömung, mit tangentialer Richtungskomponente, erzeugt
wird. Die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung umfasst somit eine Drallbrenneranordnung.
Die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung kann einem einstufigen Brennersystem zugeordnet
sein oder einem mehrstufigen, insbesondere einem 2-stufigen, wobei die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
insbesondere einer Pilotstufe zugeordnet sein kann. Vorteilhaft ist insbesondere eine
Kombination mit mehreren Oxidator-/Brennstoffzuordnungen gemäß einer der vorstehenden
Ausbildungsvarianten, insbesondere als Hauptstufe. Der Querschnitt des Mischraums
senkrecht zur Längsachse ist vorzugsweise kleiner als der des Brennraums. Die Länge
des Mischraums in axialer Richtung ist zumindest so groß, dass umfangsseitig Frischgasmündungen
eingebracht sein können und vorzugsweise, dass sich bis an den Austritt eine zumindest
teilweise Vormischung der Frischgaskomponenten ergibt. Der Mischraum kann, ebenso
wie die Brennkammer (insbesondere bei Zuordnung zu einer Pilotstufe), beispielsweise
in einen Brennerkopfkörper eingebracht sein.
[0041] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 2 weist die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
vorzugsweise zumindest einen Oxidatorkanal auf, der in den Mischraum umfangsseitig
mündet und der mit einer tangentialen (und gegebenenfalls einer radialen) Richtungskomponente
bezüglich der Längsachse ausgerichtet ist, wobei der Oxidatorkanal dem getrennten
Strömungsabschnitt des Oxidators zugeordnet ist. Der Oxidatorkanal bildet beispielsweise
eine Strömungsverbindung zwischen dem Luft-Verteilerraum und dem Mischraum. Für eine
gleichmäßige, symmetrische Einbringung in den Mischraum sind vorzugsweise mehrere
Oxidatorkanäle, beispielsweise drei, vorhanden, die insbesondere drehsymmetrisch um
die Längsachse angeordnet sind. Bei Vorhandensein mehrerer Oxidatorkanäle verlaufen
und münden diese beispielsweise axial auf gleicher Höhe, in einer Ebene senkrecht
zu der Längsachse liegend. So lässt sich der Oxidator-strömung effektiv eine Rotationsbewegung
zur Drallerzeugung aufprägen.
[0042] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 2 ist in einer vorteilhaften Ausgestaltungsvariante
der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung ein Verteilerbereich für Brennstoff zugeordnet,
der insbesondere symmetrisch zu der, z. B. zentral auf der Längsachse (bzw. der Längsachse
und/oder Symmetrieachse des Mischraums) und/oder angrenzend an die Rückseite der Bodenwandung
angeordnet ist. Beispielsweise ist der Verteilerbereich in einem Brennerkopfkörper
angeordnet. Insbesondere ist die Querschnittsfläche (senkrecht zur Längsachse) des
Verteilerbereichs radial gleich oder größer als die des Mischraums. So lässt sich
eine effektive Kühlung der Bodenseite des Mischraums durch den einströmenden Brennstoff
erreichen. Insbesondere in Verbindung mit einer zentral auf der Längsachse angeordneten
Brennstoffzufuhr, die den Brennstoff z. B. senkrecht zu der Bodenwandung in den Verteilerbereich
einbringt, kann der Brennstoff auf die Bodenwandung prallen und so eine effektive
Prallkühlung bewirken.
[0043] Ein vorteilhafter Betrieb insbesondere mit niederkalorischem Brennstoff wird bei
dem Brennersystem gemäß Anspruch 2 dadurch erreicht, dass die erste Zuführöffnung
durch zumindest eine erste Brennstoffmündung gebildet ist, die umfangsseitig in den
Mischraum mündet und die das stromabgelegene Ende eines ersten Brennstoffkanals bildet,
wobei der Brennstoffkanal mit einem Endabschnitt mit einer tangentialen (und gegebenenfalls
radialen) Richtungskomponente bezüglich der Längsachse verläuft. Vorzugsweise ist
der Endabschnitt des Brennstoffkanals zu dem Oxidatorkanal gleichgerichtet, d. h.
mit entsprechender tangentialer und gegebenenfalls radialer Richtungskomponente. Auf
diese Weise kann der Brennstoffstrom vorteilhaft zur Erzeugung der Drallströmung beitragen,
was zu einem vergleichsweise geringen Druckverlust führt. Der Brennstoffkanal bildet
vorzugsweise eine Strömungsverbindung zwischen dem Verteilerbereich und dem Mischraum.
Stromauf des Endabschnittes ist der Brennstoffkanal beispielsweise zur Strömungsverbindung
mit dem Verteilerbereich axial ausgerichtet.
[0044] Dabei sind vorzugsweise, insbesondere bei Vorhandensein mehrerer Oxidator- bzw. Brennstoffkanäle,
eine Oxidatormündung des Oxidatorkanals und die erste Brennstoffmündung axial versetzt
zueinander angeordnet, wobei die axiale Unterkante der Oxidatormündung stromauf der
axialen Unterkante der Brennstoffmündung angeordnet ist. Die Unterkante der Oxidatormündung
kann dabei beispielsweise bodenbündig mit der Bodenwandung sein. Auf diese Weise kann
der Brennstoffstrom durch die drallbehaftete Oxidatorströmung mitgerissen werden.
Im Falle einer Flammenstabilisierung in dem Mischraum bleibt ein gewisser Abstand
zu der Bodenwandung bestehen, und insbesondere wird durch die zwischenliegende Luftströmung
die thermische Belastung der Bodenwandung reduziert. Als vorteilhafte Anzahl an Oxidator-
und Brennstoffkanälen haben sich jeweils drei Kanäle herausgestellt, die umfangsseitig
abwechselnd in den Mischraum münden und drehsymmetrisch zu der Längsachse, jeweils
versetzt um 60°, angeordnet sind. Dadurch lässt sich eine gute Einmischung der Frischgase
ineinander bei effektiver Drallerzeugung bewirken.
[0045] Alternativ oder zusätzlich ist der Gesamtströmungsquerschnitt der ersten Brennstoffmündung
derart ausgelegt, dass die Einströmgeschwindigkeit des Brennstoffes in den Mischraum
in dem niederkalorischen Auslegungspunkt zwischen 10 % und 120 %, insbesondere zwischen
15 % und 80 % der Geschwindigkeit des Oxidators an der Oxidatormündung beträgt. Die
Geschwindigkeit des Oxidators ist derart, dass eine aus-reichende Drallerzeugung für
eine Flammenstabilisierung erreicht wird und kann beispielsweise zwischen 50 m/s und
120 m/s betragen. Der Gesamtströmungsquerschnitt ergibt sich aus der Summe der Strömungsquerschnitte
bestimmter Strömungsabschnitte bzw. Mündungen, hier der vorhandenen ersten Brennstoffmündungen.
So kann vorteilhaft der Impuls des hohen Brennstoffmassen- bzw. - volumenstroms effektiv
zur Drallerzeugung beitragen. Zudem wird vermieden, dass die Rotationsbewegung der
Oxidatorströmung durch den hohen Brennstoffstrom abgebremst wird, was die Flammenstabilisierung
beeinträchtigen könnte.
[0046] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 2 ist die weitere Zuführöffnung durch eine zweite
Brennstoffmündung in den Mischraum gebildet und der weitere Strömungsabschnitt umfasst
einen zweiten Brennstoffkanal, der mit einer axialen Richtungskomponente, z. B. parallel,
zu der Längsachse ausgerichtet ist. Vorzugsweise können für eine gleichmäßige Einbringung
von Brennstoff mehrere zweite Brennstoffmündungen und -kanäle vorhanden sein. Der
Gesamtströmungsquerschnitt der zweiten Brennstoffmündung ist vorzugsweise derart,
dass die Geschwindigkeit in dem hochkalorischen Auslegungspunkt z. B. zwischen 30
% und 80 % der Geschwindigkeit des Oxidators an der Oxidatormündung beträgt. Insbesondere
ist der Gesamtströmungsquerschnitt der zweiten Brennstoffmündung und/oder des zweiten
Brennstoffkanals geringer als der (Gesamt-) Strömungsquerschnitt des ersten Brennstoffkanals,
und beträgt z. B. zwischen 4 % und 40 % des Gesamtströmungsquerschnitts des ersten
Brennstoffkanals. Zusätzlich können die Kanäle eine radiale Richtungskomponente aufweisen.
Die Kanäle können, ebenso wie der Brennstoff- und der Oxidatorkanal, z. B. durch eine
im Querschnitt kreisförmige Bohrung gebildet sein. So können vorteilhaft mehrere,
parallel von Brennstoff durchströmbare, getrennte Strömungsabschnitte bereitgestellt
werden, die je nach Heizwert des Brennstoffes mit unterschiedlichen Anteilen des Brennstoffes
durchströmt werden. Auf diese Weise wird ein Betrieb mit sowohl hoch-, mittel- als
auch niederkalorischen Brennstoffen ermöglicht, wobei jeweils eine gute Einmischung
der Brennstoffe und eine stabile Verbrennung erreichbar sind.
[0047] Bei dem Brennersystem gemäß Anspruch 2 ist vorzugsweise die zweite Brennstoffmündung
in dem Mischraum an einem Ort angeordnet, an dem in einem hochkalorischen Auslegungspunkt
(oder mit reiner Oxidatorströmung) ein geringerer Druck herrscht als an einem Ort
der ersten Brennstoffmündung. Der Ort kann, insbesondere bei Vorhandensein mehrerer
(erster und/oder zweiter) Brennstoffmündungen, auch ein Bereich sein. Der Druck kann
beispielsweise zwischen 0,1 % und 2 % niedriger sein als an dem Ort der ersten Brennstoffmündung.
Auf diese Weise lässt sich vorteilhaft aerodynamisch eine Aufteilung des Brennstoffstromes
erreichen, die sich mit Änderung des Heizwertes derart ändert, dass für unterschiedliche
Brennstoffqualitäten eine gute Einmischung und eine ausreichende Drallerzeugung für
eine stabile Verbrennung erreichbar ist: In dem hochkalorischen Auslegungspunkt strömt
(nahezu) der gesamte Brennstoffstrom (ein Anteil von ca. 100 %) über den (bzw. die)
zweiten Brennstoffkanal (bzw. Brennstoffkanäle) in den Mischraum. Dies wird durch
die Druckdifferenz bewirkt, die über den zweiten Brennstoffkanal größer ist als über
den ersten Brennstoffkanal, sowie durch eine aerodynamische Versperrwirkung der drallbehafteten
Oxidatorströmung bezüglich der ersten Brennstoffmündungen. Die aerodynamischen Verhältnisse
verhindern weitgehend eine Strömung des hochkalorischen Brennstoffes über den/die
ersten Brennstoffkanal/Brennstoffkanäle, der sich aufgrund des geringen Impulses des
hochkalorischen Brennstoffes nicht ausreichend in die Oxidatordrallströmung einmischen
würde. Der vergleichsweise niedrige axiale Massenstrom des hochkalorischen Brennstoffes
kann über die Rotationsbewegung der Luft beschleunigt und mitgerissen werden, so dass
eine stabile Verbrennung erreichbar ist. Der Gesamtströmungsquerschnitt (Summe der
Strömungsquerschnitte) der zweiten Brennstoffkanäle ist wesentlich geringer als der
Gesamtströmungsquerschnitt der ersten Brennstoffkanäle. Der Gesamtströmungsquerschnitt
ist derart geringer, dass sich in dem niederkalorischen Auslegungspunkt, mit dem hohen
Brennstoffmassen- bzw. -volumen-strom (kurz Brennstoffstrom) ein Druckverlust ergeben
würde, der höher ist als die Druckdifferenz aufgrund der Anordnung der zweiten Brennstoffmündungen.
Dadurch strömt ein Anteil (beispielsweise mehr als 30 %, insbesondere mehr als 50
%) des Brennstoffes über den/die ersten Brennstoffkanal/Brennstoffkanäle, der restliche
Anteil strömt über den/die zweiten Brennstoffkanal/ Brennstoffkanäle. Auf diese Weise
unterstützt der hohe Brennstoffstrom in dem niederkalorischen Auslegungspunkt die
Rotationsbewegung. Würde der gesamte Brennstoffstrom in dem niederkalorischen Auslegungspunkt
über axiale Brennstoffkanäle eingebracht, würde der Drehimpuls der Luft nicht ausreichen,
um die Rotationsbewegung soweit aufrecht zu halten, dass eine stabile Verbrennung
erreicht würde.
[0048] In einer besonders einfach zu fertigenden Ausbildungsvariante gemäß des Brennersystems
nach Anspruch 2 bildet der zweite Brennstoffkanal eine Strömungsverbindung zwischen
dem Verteilerbereich und dem Mischraum und verläuft durch die Bodenwandung, wobei
insbesondere die zweite Brennstoffmündung axial auf Höhe der mischraumseitigen Fläche
der Bodenwandung positioniert ist. Z. B. ist die zweite Brennstoffmündung radial versetzt
von der Mittelachse, beispielsweise zwischen ¼ und ¾ des Durchmessers des Mischraums
angeordnet. Dies ist insbesondere bei Vorhandensein mehrerer Brennstoffmündungen vorteilhaft,
die vorzugsweise symmetrisch um die Mittelachse angeordnet sind. Bei nur einer Brennstoffmündung
kann diese auf der Mittelachse angeordnet sein.
[0049] Ein vorteilhaftes Brennersystem, das einen stabilen Betrieb über einen weiten Betriebsbereich
mit hoch-, mittel- und niederkalorischen Brennstoffen erlaubt, ergibt sich, wenn zumindest
zwei Oxidator-/ Brennstoffanordnungen vorhanden sind, wobei eine, vorzugsweise mehrere,
zur Flammenstabilisierung nach Art eines rezirkulationsstabilisierten Strahlflammenbrenners
(vorzugsweise als Hauptstufe) und eine zur Flammenstabilisierung über eine Drallströmung
(vorzugsweise als Pilotstufe) ausgebildet ist. Vorzugsweise werden die Oxidatorkanäle
über einen gemeinsamen Oxidator-Verteilerraum gespeist, während den Brennstoffkanälen
getrennte Verteilerbereiche zugeordnet sind.
[0050] Vorteilhafte Ausführungsvarianten des Verfahrens entsprechen sinngemäß den Varianten,
die in Zusammenhang mit dem Brennersystem gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2 beschrieben
wurden.
[0051] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Brennersystem einer Gasturbinenanordnung zum Betrieb mit nieder-, mittel- und
hochkalorischen Brennstoffen mit zwei erfindungsgemäßen Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnungen
in einem Längsschnitt,
- Fig. 2 A-C
- schematische Darstellungen eines Teils der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung zur
axialen Oxidatorzufuhr in eine Brennkammer gemäß Fig. 1, ohne Strömungsführung und
mit angedeuteter Strömungsführung in zwei unterschiedlichen Betriebspunkten, im Längsschnitt,
- Fig. 3 A-C
- schematische Darstellungen eines Teils einer weiteren Variante einer Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
zur axialen Oxidatorzufuhr in eine Brennkammer, ohne Strömungsführung und mit angedeuteter
Strömungsführung in zwei unterschiedlichen Betriebspunkten, im Längsschnitt,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Brennerkopfes des Brennersystems nach Fig. 1 mit
den beiden Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnungen in Ansicht von vorne, aus Richtung
einer Brennkammer,
- Fig. 5
- einen Teil des Brennerkopfes gemäß Fig. 4 mit einer Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
zur Drallerzeugung in einer perspektivischen Schnittdarstellung durch Oxidator- und
Brennstoffkanäle und
- Fig. 6 A, B
- schematische Darstellungen eines Teils der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung gemäß
Fig. 5, im Betrieb bei zwei unterschiedlichen Betriebspunkten, im Längsschnitt.
[0052] Fig. 1 zeigt ein Brennersystem 1 einer Gasturbinenanordnung, insbesondere einer Mikrogasturbinenanordnung,
zum Betrieb mit nieder-, mittel- und hochkalorischen Brennstoffen in einem Längsschnitt.
In dem Brennersystem 1 werden im Betrieb Oxidator und Brennstoff zur Bildung von Heißgas
als Arbeitsmedium für die Gasturbinenanordnung verbrannt. Der Oxidator wird in der
Regel durch Luft gebildet, die auch weitere Bestandteile enthalten kann, z. B. extern
rezirkuliertes Abgas oder thermisch verwertbare Kohlenwasserstoffe. Auch sauerstoffhaltiges
Abgas ist möglich. Nachfolgend wird die Bezeichnung "Luft" synonym zu dem allgemeineren
Ausdruck "Oxidator" verwendet.
[0053] Das Brennersystem 1 erstreckt sich entlang einer Längsachse L, die hier beispielhaft
die Symmetrieachse darstellt. Wie in Fig. 1 angedeutet, ist das Brennersystem 1 mit
einer Brennkammer 6 in ein Druckgehäuse, genauer in einen von einer Druckgehäusewand
10 umgebenen Druckgehäuseraum 12, einer Gasturbinenanordnung eingebaut. Das Druckgehäuse
ist z. B. druckdicht an ein Turbinengehäuse angeschlossen (hier nicht gezeigt).
[0054] Die Brennkammer 6 umfasst einen sich längs der Längsachse L erstreckenden Brennraum
24, der von einer Umfangswandung 20 umgrenzt ist. Die Umfangswandung 20 ist vorliegend
beispielhaft zylindrisch ausgebildet, was für einen symmetrischen, gleichmäßigen und
damit emissionsarmen Verbrennungsprozess vorteilhaft ist. An dem stromabseitigen Ende
des Brennraums 24 endet die Umfangswandung 20 in einer Austrittsöffnung 22, über die
die Brennkammer 6 an eine Abgasleitung 8 der Gasturbinenanordnung angeschlossen ist.
[0055] In der Umfangswandung 20 sind umlaufend Mischluftöffnungen 18 eingebracht, die axial
derart in der Umfangswandung 20 angeordnet sind, dass sie im Betrieb stromab einer
Verbrennungszone gelegen sind.
[0056] Die Umfangswandung 20 verläuft koaxial zu einer Außenwandung 14 der Brennkammer 6,
die um die Umfangswandung 20 unter Bildung eines umlaufenden, hier kreisringartigen,
Spaltes angeordnet ist. Der Spalt bildet einen Zubringerkanal 16 zur gegenstromartigen
Zuführung von Luft in einen Luft-Verteilerraum 30 eines Brennerkopfes 4. Auch eine
andere Ausbildung der Luftzuführung ist möglich.
[0057] Stromaufseitig an der Brennkammer 6 ist der Brennerkopf 4 des Brennersystems 1 angeordnet.
Der Brennerkopf 4 umfasst eine Trägerplatte 32, in die ein Verteilerbereich 38 für
den Brennstoff der Hauptstufe integriert ist. Der Verteilerbereich 38 ist hier beispielhaft
als Ringplenum ringförmig umlaufend um die Längsachse L ausgebildet und wird von einer
Brennstoffzufuhr 34 gespeist. Die Trägerplatte 32 bildet einen stirnseitigen Abschluss
des Druckgehäuseraums 12 und ist über Befestigungsvorrichtungen 31 zum druckdichten
Verschließen des Druckgehäuseraums 12 mit der Druckgehäusewand 10 verbunden. Zwischen
der Trägerplatte 32 und dem Druckgehäuseraum 12 bzw. der Brennkammer 6 ist ein flächiges
Isolationsmittel 33 des Brennerkopfes 4 zur Wärmeisolation angeordnet.
[0058] Der Brennerkopf 4 umfasst hier beispielhaft getrennte Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen
50, 60. Die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 sind einer Hauptstufe des Brennersystems
1 zugeordnet und dienen der Zugabe der Frischgaskomponenten Luft und Brennstoff in
die Brennkammer 24. Die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50, vorliegend beispielhaft
zehn an der Zahl, sind äquidistant auf einem gedachten Kreisring zur Bildung eines
Düsenrings angeordnet. Diese Anordnung trägt vorteilhaft zu einer geringen axialen
Ausdehnung der Verbrennungszone bei.
[0059] Die Luft-/Brennstoffzufuhranordnung 60 ist einer (stabilisierenden) Pilotstufe des
Brennersystems 1 zugeordnet und dient der Zufuhr der Frischgaskomponenten Luft und
Brennstoff in einen zweiten (Pilot-)Brennraum 26. Der zweite Brennraum 26 ist stromauf
des Brennraums 24 angeordnet und mündet in den Brennraum 24 mit einer Öffnung 28,
wobei er vorliegend auf der Längsachse L und zu dieser symmetrisch, insbesondere zylindrisch,
ausgebildet ist. Die Luft-/Brennstoffanordnungen 50 sind mit Luftkanälen 504 umlaufend
um den zweiten Brennraum 26 angeordnet. Die Luftkanäle 504 und der Brennraum 26 sind
hier beispielhaft in einen Brennerkopfkörper 25 aus Vollmaterial eingearbeitet. Möglich
ist auch eine andere Ausgestaltung, beispielsweise mit (dünneren) Wandungen. In stationären
Betriebspunkten wird in der Regel der größere Luft- und Brennstoffmassenstrom über
die Hauptstufe geführt.
[0060] Ein Brennstoffzuleitungssystem 2 des Brennersystems 1 dient zur getrennten Zuleitung
von Brennstoffen für die Haupt- und Pilotstufe in den Verteilerbereich 38 der Hauptstufe,
über die Brennstoffzufuhr 34, und in einen zweiten Verteilerbereich 40 der Pilotstufe
über eine zweite Brennstoffzufuhr 36. Die Brennstoffmassenströme sind vorzugsweise
getrennt Steuer- bzw. regelbar, wobei auch unterschiedliche Brennstoffe verwendbar
sind.
[0061] Die ersten Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 sind dazu ausgebildet, die Frischgaskomponenten
Luft und Brennstoff axial, parallel zu der Längsachse L, mit hohem Impuls zur Ausbildung
einer großräumigen Rezirkulationsströmung in den Brennraum 24 einzubringen. Dazu weisen
die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 die Luftkanäle 504 auf, die kreisringförmig
zur Bildung des Düsenrings angeordnet sind. Die Luftkanäle 504 münden jeweils mit
einem Austritt 512 in den Brennraum 24 und sind in Längsrichtung entlang einer parallel
zu der Längsachse L verlaufenden Mittelachse M ausgerichtet. Mit den stromaufgelegenen
Enden stehen die Luftkanäle 504 in Strömungsverbindung mit dem Luft-Verteilerraum
30, der vorliegend ein Luftplenum bildet und von welchem sie mit Luft gespeist werden.
[0062] Wie genauer aus Figur 2A ersichtlich, weisen die Luftkanäle 504 jeweils einen stromauf
angeordneten ersten Abschnitt 520 und einen stromab angeordneten zweiten Abschnitt
522 auf, der gegenüber dem ersten Abschnitt 520 zur Beschleunigung der Strömung im
Querschnitt reduziert ist. Die Abschnitte 520, 522 sind jeweils insbesondere zylindrisch
ausgebildet, wobei auch eine andere Querschnittsform denkbar ist. Die Querschnittsreduktion
zwischen den beiden Abschnitten 520, 522 kann z. B. als Querschnittssprung, konisch
oder kontinuierlich ausgebildet sein.
[0063] Jeweils in die Luftkanäle 504 hineinragend weisen die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen
50 Brennstoffkanäle 502 auf. Die Brennstoffkanäle 502 sind jeweils von einer Wandung
501 umgrenzt und in Längsrichtung auf der Mittelachse M angeordnet. Die Brennstoffkanäle
502 bilden eine Strömungsverbindung von dem Verteilerbereich 38 für Brennstoff, wobei
sie von diesem ausgehend durch das Isolationsmittel 33 und den Luft-Verteilerraum
30 verlaufen und jeweils mit Endabschnitten 503 innerhalb der Luftkanäle 504 zu diesen
koaxial angeordnet sind. Mit Brennstoffmündungen 510 münden die Brennstoffkanäle 502
in den Luftkanälen 504 zur koaxialen Zugabe von Brennstoff in die Luft. Die Brennstoffmündungen
510 sind axial unmittelbar zu Beginn, innerhalb oder stromab der Querschnittsreduktion
positioniert.
[0064] Die Brennstoffmündungen 510 bilden jeweils erste Zuführöffnungen zur Zuführung von
Brennstoff in die Luftströmung. Stromauf der Brennstoffmündungen 510 verlaufen die
Strömungspfade der Frischgaskomponenten zumindest teilweise in getrennten Strömungsabschnitten.
Stromab der Brennstoffmündungen 510 sind in den Luftkanälen 504 Mischräume 508 gebildet,
in denen die Strömungspfade von Luft und Brennstoff zusammengeführt sind, d. h. in
den Mischräumen ist der gesamte Brennstoffstrom in den Luftstrom eingebracht. Die
Mischräume 508 dienen der zumindest teilweisen Vormischung von Brennstoff und Luft
stromauf deren Zuführung in die Brennkammer 6 bzw. den Brennraum 24.
[0065] Gemäß einem Kerngedanken der Erfindung umfassen die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen
50 neben den Brennstoffmündungen 510, als erste Zuführöffnungen, weitere Strömungsabschnitte
mit weiteren Zuführöffnungen. Die weiteren Strömungsabschnitte sind hier z.B. von
mehreren, z.B. vier, Bypasskanälen 526 gebildet. Die Bypasskanäle 526 sind z. B. drehsymmetrisch
umlaufend um die Mittelachse und axial auf gleicher Höhe in die Wandungen 501 der
Brennstoffkanäle 502 eingebracht. Sie weisen beispielsweise einen kreisrunden Querschnitt
auf.
[0066] Die Bypassöffnungen 528 sind innerhalb des Luftkanals 504 axial stromauf eines Ausströmabschnitt
516 des Endabschnittes 503 des Brennstoffkanals 502 angeordnet. Der Endabschnitt 503
erstreckt sich zwischen den stromabseitigen Kanten der Bypassöffnungen 528 und den
Brennstoffmündungen 510. Die Länge des Ausströmabschnitts 516 ist so gewählt, dass
Einlaufeffekte bei Einströmung der einen Frischgaskomponente, in dieser Ausführungsvariante
insbesondere Luft, in die andere bis zu der Brennstoffmündung 510 zumindest weitgehend
abgeklungen sind. Beispielsweise ist an der Brennstoffmündung 510 keine Rezirkulationsströmung
mehr vorhanden.
[0067] Weiterhin sind die Bypassöffnungen 528 (mit den stromaufgelegenen Kanten) stromab
von Einströmabschnitten 514 innerhalb der Luftkanäle 504 angeordnet. Die Länge der
Einströmabschnitte 514 ist derart, dass Einlaufeffekte der Luftströmung bei Einströmung
in die Luftkanäle 504, insbesondere z. B. Rezirkulationsgebiete an der Einlauföffnung,
bis zu den Bypasskanälen 526 abgeklungen sind. Weiterhin lässt sich so die Wahrscheinlichkeit
verringern, dass im Falle einer kurzzeitigen Strömungsumkehr bei einem instationären
Manöver Brennstoff in den Luft-Verteilerbereich 30 gelangt. Die Luftkanäle 504 weisen
zu diesem Zweck ggf. eine größere Länge auf als aus dem Stand der Technik bekannte
rezirkulationsstabilisierte Strahlflammenbrenner.
[0068] In der in Fig. 1 angedeuteten, ersten Ausbildungsvariante, die genauer in den Figuren
2A bis 2C dargestellt ist, sind die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 ausgehend
von einem niederkalorischen Auslegungspunkt (einem Auslegungsbetriebspunkt zum Betrieb
mit einem niederkalorischen Auslegungsbrennstoff, beispielsweise einem Synthesegas
mit einem Heizwert von 5 MJ/kg) ausgelegt. Dabei entsprechen die Strömungsquerschnitte
bzw. hier Durchmesser d
3 der Brennstoffmündungen 510, und die Strömungsquerschnitte bzw. Durchmesser d
2 der Brennstoffkanäle 502 einander.
[0069] In den Figuren 3A bis 3 C ist eine zweite Ausführungsvariante dargestellt, bei der
die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 ausgehend von einem hochkalorischen Auslegungspunkt
(einem Auslegungsbetriebspunkt zum Betrieb mit einem hochkalorischen Auslegungsbrennstoff,
beispielsweise Erdgas mit einem Heizwert von knapp unter 50 MJ/kg) ausgelegt. Dabei
ist der Strömungsquerschnitt an der Brennstoffmündung 510, bzw. hier der Durchmesser
d
3, gegenüber dem Strömungsquerschnitt bzw. dem Durchmesser d
2 des Brennstoffkanals 502 reduziert, um den Brennstoffstrom auf eine gewünschte Geschwindigkeit
an der Brennstoffmündung 510 zu beschleunigen.
[0070] Die Durchmesser d
3 sind in beiden Ausführungsbeispielen derart ausgelegt, dass die Geschwindigkeiten
des (niederkalorischen bzw. hochkalorischen Auslegungs-) Brennstoffes an der Brennstoffmündung
510 ähnlich der Geschwindigkeit des Frischgasgemisches an dem Austritt 512 in den
Brennraum 24 ist (beispielsweise zwischen +/- 50 %, insbesondere zwischen +/- 20%).
An dem Austritt 512 liegen typische Geschwindigkeiten für einen rezirkulationsstabilisierten
Strahlflammenbrenner vor, beispielsweise zwischen 60 m/s und 180 m/s. Durch die ähnlichen
Eintrittsgeschwindigkeiten werden Strömungsablösungen und damit verbundene Brennstofffluktuationen
an der Brennstoffmündung 510 verhindert und ein stabiler Verbrennungsprozess unterstützt.
[0071] Die Bypasskanäle 526 verlaufen hier beispielhaft radial-axial, in einem Winkel α
bezüglich der Mittelachse M geneigt. Der Winkel α beträgt in dem ersten Ausführungsbeispiel
(Fig. 2 A bis 2 C) z. B. zwischen 15° und 45° (α Richtung stromauf geöffnet). In dem
zweiten Ausführungsbeispiel (Fig. 3 A bis 3 C) beträgt der Winkel α z. B. zwischen
135 ° und 165 ° (a Richtung stromauf geöffnet). Diese Ausrichtungen unterstützen jeweils
eine gewünschte Strömungsrichtung zwischen dem Luft-Strömungspfad und dem Brennstoff-Strömungspfad,
die nachfolgend erläutert wird.
[0072] Der Winkel α und die Gesamtströmungsquerschnitte der Bypasskanäle 526 und/oder der
Bypassöffnungen 528 (d.h. die Summe der Strömungsquerschnitte der Brennstoffkanäle
526 bzw. Brennstofföffnungen 528) sind in dem ersten Ausführungsbeispiel bezüglich
des hochkalorischen Auslegungspunktes, in dem zweiten Ausführungsbeispiel bezüglich
des niederkalorischen Auslegungspunktes ausgelegt. Die Auslegung erfolgt derart, dass
die Geschwindigkeiten an den Brennstoffmündungen 510 in dem hochkalorischen bzw. niederkalorischen
Auslegungspunkt an die Geschwindigkeiten in dem niederkalorischen bzw. hochkalorischen
Auslegungspunkt angeglichen wird, d. h. die Geschwindigkeiten sind ähnlich. Beispielsweise
beträgt das Geschwindigkeitsverhältnis an den Brennstoffmündungen 510 "niederkalorisch/hochkalorisch"
kleiner einem Faktor 2, vorzugsweise kleiner einem Faktor 1,5.
[0073] Die Strömungsführung im Betrieb ist in der ersten Ausführungsvariante in den Figuren
2B und 2C durch Pfeile angedeutet. Fig. 2B zeigt die Strömungsführung in dem niederkalorischen
Auslegungspunkt, mit einem großen Brennstoffmassen- bzw. volumenstrom. Luft und Brennstoff
werden zunächst durch den Luftkanal 504 bzw. den Brennstoffkanal 502 in getrennten
Strömungsabschnitten an die Bypassöffnung herangeführt. Die Druckverhältnisse in dem
Luftkanal 504 und dem Brennstoffkanal 502 sind in dem niederkalorischen Auslegungspunkt
ähnlich, sodass der durch die Bypassöffnung 528 strömende Anteil an Luft (im Wesentlichen)
null beträgt. Daher ergibt sich keine oder allenfalls eine geringe treibende Kraft,
die eine Strömung durch die Bypassöffnungen 528 bewirkt. Folglich strömt (zumindest
großteils) die Luft durch den Luftkanal 504 und der Brennstoff durch den Brennstoffkanal
502 im Wesentlichen getrennt bis an die Brennstoffmündung 510, wo die Frischgaskomponenten
zusammengeführt werden.
[0074] In dem hochkalorischen Auslegungspunkt (Fig. 2 C), mit dem wesentlich geringeren
Brennstoffvolumenstrom, ergibt sich in dem Brennstoffkanal 502 ein geringerer Druckverlust
als in dem umgebenden Luftkanal 504. Der sich ergebende Druckunterschied bewirkt,
dass ein Anteil der Luft durch die Bypasskanäle 526 mit den Bypassöffnungen 528 bereits
stromauf der Brennstoffmündung 510 in den Brennstoffkanal 502 einströmt. Dadurch vergrößert
sich der Volumenstrom innerhalb des Brennstoffkanals 502 zwischen den Bypassöffnungen
528 und der Brennstoffmündung 510. Der Anteil der Luft ergibt sich durch die entsprechende
Auslegung der Bypasskanäle 526 und der Bypassöffnungen 528 derart, dass an der Brennstoffmündung
510 die gewünschte Geschwindigkeit vorliegt. Dabei können Durchmesser d
1 der Bypasskanäle 526 z. B. zwischen 10 % und 40 % des Durchmessers d
2 des Brennstoffkanals 502 betragen. Dies erhöht die Stabilität der Verbrennung durch
die Vermeidung von Brennstofffluktuationen an der Brennstoffmündung wesentlich. Ohne
die Ausgestaltung mit den Bypasskanälen 526 würden sich beispielsweise Geschwindigkeitsunterschiede
um den Faktor 5 ergeben.
[0075] Für die zweite Ausführungsvariante ist die Strömungsführung im Betrieb in den Figuren
3B und 3C durch Pfeile angedeutet. Fig. 3B zeigt die Strömungsführung in dem niederkalorischen
Auslegungspunkt, mit einem großen Brennstoffvolumenstrom. Luft und Brennstoff werden
zunächst durch den Luftkanal 504 bzw. den Brennstoffkanal 502 an die Bypassöffnung
528 herangeführt. Durch den hohen Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom fällt an der
Brennstoffmündung 510 ein hoher Druck ab. Entsprechend ergibt sich stromauf in dem
Brennstoffkanal 502 ein erhöhter Druck, der zu einer erhöhten Druckdifferenz zwischen
dem Brennstoffkanal 502 und dem umgebenden Luftkanal 504 führt. Die Druckdifferenz
bewirkt, dass zum Druckausgleich ein Anteil des Brennstoffes durch die Bypasskanäle
526 mit den Bypassöffnungen 528 in den Luftkanal 504 einströmt. So strömt stromab
der Bypassöffnungen 528 ein Anteil des Brennstoffstromes zusammen mit dem Luftstrom
bis an den Ort der Brennstoffmündung 510, der andere Anteil weiterhin getrennt über
den Brennstoffkanal 502 bis an die Brennstoffmündung 510. Die Bypasskanäle 526 mit
den Bypassöffnungen 528 sind insbesondere bzgl. ihrem Winkel α und den Strömungsquerschnitten
so ausgelegt, dass eine Druckdifferenz bewirkt wird, durch die der Brennstoffstrom
anteilig derart aufgeteilt wird, dass die Geschwindigkeit an der Brennstoffmündung
510 ähnlich (beispielsweise um einen Faktor 2 oder weniger, vorzugsweise um einen
Faktor 1,3 oder weniger) dieser Geschwindigkeit in dem hochkalorischen Auslegungspunkt
ist. Dabei können Durchmesser d
1 der Bypasskanäle 526 z. B. zwischen 10 % und 50 % des Durchmessers d
2 des Brennstoffkanals 502 betragen.
[0076] In dem hochkalorischen Auslegungspunkt, mit dem vergleichsweise geringen Brennstoffvolumenstrom,
sind die Druckverhältnisse zwischen dem Brennstoffkanal 502 und dem Luftkanal 504
ähnlich zueinander. Daher ergibt sich keine oder allenfalls eine geringe treibende
Kraft zur Strömung durch den Bypasskanal 526 mit der Bypassöffnung 528.
[0077] Die Brennstoffzusammensetzungen in den niederkalorischen und in den hochkalorischen
Auslegungspunkten stellen vorzugsweise Extrema dar, zwischen denen sich die Brennstoffzusammensetzungen
im Betrieb bewegen. Bei Änderung der Brennstoffzusammensetzung und des Heizwertes
bzw. Wobbe-Index des Brennstoffes zwischen diesen Extrema während des Betriebs stellen
sich die Druckverhältnisse innerhalb der Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 entsprechend
so ein, dass der Anteil des jeweiligen Frischgases, das in den Strömungspfad des anderen
Frischgases strömt, derart groß ist, dass es zu der gewünschten Angleichung der Geschwindigkeiten
kommt.
[0078] Die zweite Luft-/Brennstoffzufuhranordnung 60 (vgl. Fig. 1 und Fig. 5, 6A, B) ist
dazu ausgebildet, die Frischgaskomponenten Luft und Brennstoff dem zweiten Brennraum
26 in einer Drallströmung, d. h. mit einer tangentialen Richtungskomponente, zuzuführen.
Zu diesem Zweck umfasst die Luft-/Brennstoffzufuhranordnung 60 einen Mischraum 608,
der bodenseitig in der Innenwand, stromauf, des Brennraums 26 ausgebildet ist, sodass
er stromab mit einem Austritt 612 in den Brennraum 26 mündet. Der Mischraum 608 ist
zentral, auf der Längsachse L, angeordnet und zu dieser symmetrisch ausgebildet, insbesondere
zylindrisch. Wie die Figuren 6A, B genauer zeigen, ist der Mischraum 608 bodenseitig
durch eine Bodenwandung 626 begrenzt, die hier beispielhaft senkrecht zu der Längsachse
L ausgerichtet ist. Umfangsseitig ist der Mischraum 608 von einer Wand 609 begrenzt.
Der Mischraums 608 dient der zumindest teilweisen Vormischung der Frischgaskomponenten.
[0079] Wie die Figuren 4 und 5 genauer zeigen, münden umfangsseitig in den Mischraum 608,
in der Wand 609, mehrere Luftkanäle 604 mit Luftmündungen 610, hier beispielhaft drei
an der Zahl. Die Luftkanäle 604 bilden eine Strömungsverbindung zwischen dem Luft-Verteilerraum
30 und dem Mischraum 608 und bilden getrennte Strömungsabschnitte des Strömungspfades
der Luft, hier beispielhaft für die Pilotstufe. Die Luftkanäle 604 haben beispielsweise
einen kreisrunden Querschnitt. Die Luftkanäle 604 verlaufen beispielhaft axial konstant,
in einer Ebene senkrecht zu der Längsachse L, und sind tangential zu dem zylindrischen
Mischraum 608 ausgerichtet, um der austretenden Luftströmung eine tangentiale Richtungskomponente
zur Erzeugung der Drallströmung aufzuprägen. Die Ausrichtung könnte zusätzlich eine
radiale Richtungskomponente aufweisen.
[0080] Vorzugseise jeweils abwechselnd zu den Luftkanälen 604, in gleicher Anzahl, münden
Brennstoffkanäle 602, vorliegend beispielhaft drei, mit Brennstoffmündungen 614 umfangsseitig
in den Mischraum 608. Die abwechselnde Anordnung ermöglicht eine gleichmäßigere Einmischung
des Brennstoffes in die Luft. Die Brennstoffkanäle 602 haben beispielsweise einen
kreisrunden Querschnitt und getrennte Strömungsabschnitte der Strömungspfade für den
Brennstoff. Die Mündungen der Luft- und Brennstoffkanäle sind drehsymmetrisch zu der
Längsachse L angeordnet, hier beispielhaft versetzt um 60° zueinander. Die Brennstoffkanäle
602 verlaufen jeweils mit einem Endabschnitt 601 axial konstant in einer Ebene senkrecht
zu der Längsachse L und tangential, gegebenenfalls mit einer zusätzlichen radialen
Richtungskomponente, zu dem Mischraum 608.
[0081] Die Endabschnitte 601 der Brennstoffkanäle 602 sind tangential- radial vorzugsweise
den Luftkanälen 604 gleichgerichtet. So kann der Brennstoff die Rotationsbewegung
der Drallströmung mit antreiben. Die Brennstoffkanäle 602 sind derart ausgelegt, dass
in dem niederkalorischen Auslegungspunkt mit den höheren Massen- bzw. Volumenströmen
die Rotationsbewegung der Drallströmung mitangetrieben wird. Dabei weisen die Frischgaskomponenten
jeweils ähnliche Größenordnungen bei den Einströmgeschwindigkeiten in den Mischraum
608 auf, wobei beispielsweise die Brennstoffgeschwindigkeit 10 % und 120 %, insbesondere
zwischen 15 % und 80 %, der Luftgeschwindigkeit beträgt. Die Luftgeschwindigkeit kann
beispielsweise zwischen 50 m/s und 120 m/s betragen und ist derart, dass eine flammenstabilisierende
Drallströmung erreicht wird.
[0082] Die Brennstoffmündung 614 und die Luftmündungen 610 sind axial versetzt zueinander
angeordnet, wobei die axialen Unterkanten der Brennstoffmündungen 614 weiter stromab
angeordnet sind als die axialen Unterkanten der Luftmündungen 610. Die Luftmündungen
610 können beispielsweise mit den axialen Unterkanten bodenbündig an die Bodenwandung
626 angrenzen. So kann der in der Regel wesentlich größere Luftstrom vorteilhaft einer
unerwünschten Stabilisierung einer Flamme an der Brennstoffmündung 610 entgegenwirken.
[0083] Stromauf der Endabschnitte 601 weisen die Brennstoffkanäle 602 axiale Abschnitte
605 auf, die aus dem Verteilerbereich 40 abgehen. Der Verteilerbereich 40 ist zentral
auf der Längsachse L angeordnet und grenzt an die Rückseite der Bodenwandung 626 an.
Die radiale Ausdehnung des Verteilerbereichs 40 ist größer als die des Mischraums
608, so dass der Brennstoffstrom ausgehend von dem Verteilerbereich 40 einfach über
die axialen Abschnitte 605 und die stromab angeordneten Endabschnitte 601 dem Mischraum
608 zuführbar ist.
[0084] Der Verteilerbereich 40 wird von der zentral, auf der Längsachse L, angeordneten
zweiten Brennstoffzufuhr 36 gespeist. Die zentrale Anordnung der Brennstoffzufuhr
36 und des Verteilerbereichs 40 mit dessen Anordnung angrenzend an die Rückseite der
Bodenwandung 626 ermöglichen vorteilhaft eine Kühlung der Bodenwandung 626 mittels
des zugeführtem Brennstoffstroms, der bei Zufuhr auf die Rückseite der Bodenwandung
626 prallt und diese in Art einer Prallkühlung kühlt. Die gleichmäßig um den Mischraum
608 angeordneten Brennstoffkanäle 602, mit den axialen Abschnitten 605 und Endabschnitten
601, tragen ebenfalls zur Kühlung des Mischraums 608 bei. So wird vorteilhaft die
Temperaturbelastung in dem Brennerkopf 4 bereichsweise reduziert. In diese Bereiche
können temperaturempfindliche Komponenten, wie beispielsweise eine Zündvorrichtung
oder Lagerstellen, angeordnet werden können. Dies beeinflusst positiv die Lebensdauer
der einzelnen Bauteile des Brennersystems 1.
[0085] Die Brennstoffmündungen 614 bilden eine Gruppe von ersten Zuführöffnungen, wobei
die Frischgaskomponenten Brennstoff und Luft in dem Mischraum 608 zusammengeführt
werden. Gemäß einem Kerngedanken der Erfindung sind weitere Strömungsabschnitte, gebildet
durch zweite Brennstoffkanäle 603, vorhanden, die jeweils über weitere Zuführöffnungen,
gebildet von zweiten Brennstoffmündungen 616, in den Mischraum 608 eine Gruppe münden.
Die zweiten Brennstoffkanäle 603 sind axial zu der Längsachse L ausgerichtet, wobei
sie auch eine radiale Komponente aufweisen können. Die zweiten Brennstoffmündungen
616 sind in dem Mischraum 608, insbesondere in der Bodenwandung 626, an einem Ort
B (hier Bereich) angeordnet, an dem in dem hochkalorischen Auslegungspunkt ein geringerer
Druck herrscht als an einem Ort A (hier Bereich) der ersten Brennstoffmündungen 614.
Ein solcher Ort befindet sich z. B. bündig mit der in Richtung Mischraum 608 weisenden
Seite der Bodenwandung 626, radial versetzt zu der Längsachse L. Durch eine derartige
Anordnung ergibt sich im Betrieb bei dem hochkalorischen Auslegungspunkt eine Druckdifferenz,
durch die der Brennstoff bevorzugt über die zweiten Brennstoffkanäle 603 und die zweiten
Brennstoffmündungen 616 in den Mischraum 608 einströmt. Die Strömungsquerschnitte
bzw. der Gesamtströmungsquerschnitt der zweiten Brennstoffkanäle 603 sind derart ausgelegt,
dass die Geschwindigkeiten an den zweiten Brennstoffmündungen 616 z. B. zwischen 30
% und 80 % der Geschwindigkeit der Luftströmung betragen. Dies bewirkt vorteilhaft
eine gute Einmischung des Brennstoffes in die verdrallte Luftströmung. Im hochkalorischen
Auslegungspunkt beträgt der Brennstoffstrom über die zweiten Brennstoffkanäle 603
(nahezu) 100 % und über die ersten Brennstoffkanäle 602 (nahezu) 0 %.
[0086] In den Figuren 6A und 6B ist die Strömungsführung im Betrieb anhand von Pfeilen verdeutlicht.
Fig. 6A zeigt den Betrieb in dem niederkalorischen Auslegungspunkt, mit hohem Brennstoffmassenstrom.
Dabei strömt der Brennstoff durch den Verteilerbereich 40. Die Strömungsquerschnitte
der zweiten Brennstoffkanäle 603 bzw. der zweiten Brennstoffmündungen 616 bzw. der
Gesamtströmungsquerschnitt (Summe der Strömungsquerschnitte) ist derart gewählt, dass
sich bei dem niederkalorischen Auslegungspunkt ein hoher Druckverlust innerhalb der
zweiten Brennstoffkanäle 603 ergibt. Der über die Auslegung bewirkte Druckverlust
ist derart hoch, dass ein Anteil, beispielsweise zwischen 90 % und 30 %, des Brennstoffes
über die ersten Brennstoffkanäle 602 in den Mischraum 608 einströmt, wobei der Brennstoff
an den ersten Brennstoffmündungen 614 eine Geschwindigkeit von z. B. 10 % bis 30 %
der Luftströmung an den Luftmündungen 610 aufweist. So wird die Rotation der Drallströmung
durch die hohen Brennstoffmassenströme mit angetrieben. Der andere Anteil des Brennstoffes,
z. B. 10 % bis 70 %, strömt über die zweiten Brennstoffkanäle 603.
[0087] In dem hochkalorischen Auslegungspunkt, mit dem geringen Brennstoffmassenstrom, bewirkt
die Druckdifferenz über die zweiten Brennstoffkänale 603 zusammen mit einer Versperrwirkung
der Luftströmung an den ersten Brennstoffmündungen 614, dass der Brennstoffmassenstrom
bevorzugt, z. B. (nahezu) vollständig, über die zweiten Brennstoffkanäle 603 mit den
zweiten Brennstoffmündungen 616 strömt. Die Drallströmung der Luft reißt den in den
Mischraum 608 strömenden Brennstoff mit und beschleunigt ihn.
[0088] Sowohl in dem niederkalorischen als auch in dem hochkalorischen Auslegungspunkt sind
die Luftgeschwindigkeiten derart, dass eine Flammenstabilisierung durch die Drallströmung
erreicht wird. Der Anteil der Brennstoffströmung über die zweiten Brennstoffkanäle
603 variiert zwischen z. B. 10 % bis 70 % und (nahezu) 100 % zwischen dem niederkalorischen
und dem hochkalorischen Auslegungspunkt. Auf diese Weise kann bei gleichbleibender
Geometrie mit nieder- mittel- und hochkalorischen Brennstoffen ein stabiler, druckverlustoptimierter
(und damit effizienter) Betrieb erreicht werden.
[0089] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Brennersystems 1 und des erfindungsgemäßen
Verfahrens kann das Brennersystem 1 sowohl mit nieder- als auch mit hochkalorischen
Brennstoffen und dazwischenliegenden Varianten stabil und zuverlässig betrieben werden.
Da sich die angepasste Durchströmung der Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen aufgrund
der sich ändernden Druckverhältnisse mit dem sich ändernden Heizwert bzw. Wobbe-Index
ohne Änderung der (Brennerkopf-) Geometrie einstellt, ist vorteilhaft keine Anpassung
oder Regulierung über eine Steuer- bzw. Regeleinrichtung erforderlich.
1. Brennersystem (1) zur Erzeugung von Heißgas in einer Gasturbinenanlage, mit einer
Brennkammer (6), die einen entlang einer Längsachse (L) ausgerichteten Brennraum (24,
26) umfasst, und mit einem Brennerkopf (4) mit zumindest einer Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
(50) zur Zufuhr von Oxidator und Brennstoff als Frischgaskomponenten in die Brennkammer
(6), umfassend
- jeweils einen Strömungspfad für Brennstoff und Oxidator zu deren Zuführung in den
Brennraum (24, 26), wobei die Strömungspfade stromauf eines Mischraumes (508) jeweils
getrennte Strömungsabschnitte, zur getrennten Führung der Frischgaskomponenten, aufweisen
und die Strömungspfade in dem Mischraum (508) zusammengeführt sind, und
- zumindest eine erste Zuführöffnung zum Zuführen von Brennstoff in den Mischraum
(508), wobei die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50) zumindest einen weiteren
Strömungsabschnitt mit einer weiteren Zuführöffnung umfasst, über den ein Anteil einer
der Frischgaskomponenten zur Zuführung in den Brennraum (24, 26) in einen Strömungsabschnitt
mit der anderen Frischgaskomponente zuführbar ist, wobei der weitere Strömungsabschnitt
derart angeordnet und ausgebildet ist, dass der Anteil der Frischgaskomponente, der
über den weiteren Strömungsabschnitt strömt, bei unveränderter Geometrie mit dem Heizwert
des Brennstoffes aufgrund eines sich ändernden Druckverhältnisses derart veränderbar
ist, dass die Geschwindigkeiten an der ersten Zuführöffnung und/oder an der weiteren
Zuführöffnung zwischen einem niederkalorischen Auslegungspunkt und einem hochkalorischen
Auslegungspunkt maximal um den Faktor 2, insbesondere maximal um den Faktor 1,5, vorzugsweise
maximal um den Faktor 1,2, voneinander abweichen, wobei
- der niederkalorische Auslegungspunkt einem Auslegungsbetriebspunkt mit einem niederkalorischen
Auslegungsbrennstoff entspricht, dessen massenspezifischer Heizwert ca. 5 MJ/kg beträgt,
und der hochkalorische Auslegungspunkt einem Auslegungsbetriebspunkt mit einem hochkalorischen
Auslegungsbrennstoff entspricht, dessen massenspezifischer Heizwert knapp 50 MJ/kg
beträgt,
- die thermischen Leistungen der beiden Auslegungspunkte einander entsprechen, und
- die weitere Zuführöffnung durch zumindest eine Bypassöffnung (528) gebildet ist,
wobei die Bypassöffnung (528) stromauf einer Brennstoffmündung (510) eines Brennstoffkanals
(502) in einer Wandung (501) desselben ausgebildet ist und wobei der weitere Strömungsabschnitt
eine Strömungsverbindung zwischen den Strömungspfaden des Oxidators und des Brennstoffes
bildet.
2. Brennersystem (1) zur Erzeugung von Heißgas in einer Gasturbinenanlage, mit einer
Brennkammer (6), die einen entlang einer Längsachse (L) ausgerichteten Brennraum (24,
26) umfasst, und mit einem Brennerkopf (4) mit zumindest einer Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
(60) zur Zufuhr von Oxidator und Brennstoff als Frischgaskomponenten in die Brennkammer
(6), umfassend
- jeweils einen Strömungspfad für Brennstoff und Oxidator zu deren Zuführung in den
Brennraum (24, 26), wobei die Strömungspfade stromauf eines Mischraumes (608) jeweils
getrennte Strömungsabschnitte, zur getrennten Führung der Frischgaskomponenten, aufweisen
und die Strömungspfade in dem Mischraum (608) zusammengeführt sind, und
- zumindest eine erste Zuführöffnung zum Zuführen von Brennstoff in den Mischraum
(608), wobei die erste Zuführöffnung durch eine erste Brennstoffmündung (614) gebildet
ist, wobei die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (60) zumindest einen weiteren Strömungsabschnitt
mit einer weiteren Zuführöffnung umfasst, über den ein Anteil einer der Frischgaskomponenten
zur Zuführung in den Brennraum (24, 26) in einen Strömungsabschnitt mit der anderen
Frischgaskomponente zuführbar ist, wobei der weitere Strömungsabschnitt derart angeordnet
und ausgebildet ist, dass der Anteil der Frischgaskomponente, der über den weiteren
Strömungsabschnitt strömt, bei unveränderter Geometrie mit dem Heizwert des Brennstoffes
aufgrund eines sich ändernden Druckverhältnisses derart veränderbar ist, dass die
Geschwindigkeiten an der ersten Zuführöffnung und/oder an der weiteren Zuführöffnung
zwischen einem niederkalorischen Auslegungspunkt und einem hochkalorischen Auslegungspunkt
maximal um den Faktor 2, insbesondere maximal um den Faktor 1,5, vorzugsweise maximal
um den Faktor 1,2, voneinander abweichen, wobei
- der niederkalorische Auslegungspunkt einem Auslegungsbetriebspunkt mit einem niederkalorischen
Auslegungsbrennstoff entspricht, dessen massenspezifischer Heizwert ca. 5 MJ/kg beträgt,
und der hochkalorische Auslegungspunkt einem Auslegungsbetriebspunkt mit einem hochkalorischen
Auslegungsbrennstoff entspricht, dessen massenspezifischer Heizwert knapp 50 MJ/kg
beträgt,
- die thermischen Leistungen der beiden Auslegungspunkte einander entsprechen,
- der Mischraum (608) zentral auf der Längsachse (L) angeordnet und symmetrisch zu
dieser ausgebildet ist und der bodenseitig durch eine, vorzugsweise senk recht zu
der Längsachse (L) ausgerichtete, Bodenwandung (626) und umfangsseitig von einer Wand
(609) begrenzt ist, und der stromab mit einem Austritt (612) in den Brennraum (26)
mündet, wobei die Frischgaskomponenten dem Mischraum (608) derart zuführbar sind,
dass eine Drallströmung, mit tangentialer Richtungskomponente, erzeugt wird, und
- die weitere Zuführöffnung durch eine zweite Brennstoffmündung (616) in den Mischraum
(608) gebildet ist, wobei der weitere Strömungsabschnitt einen zweiten Brennstoffkanal
(603) umfasst, der mit einer axialen Richtungskomponente zu der Längsachse (L) ausgerichtet
ist.
3. Brennersystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50) einen Oxidatorkanal (504) mit einem
Austritt (512) zur Mündung in die Brennkammer (6) aufweist, wobei der Oxidatorkanal
(504) mit einem Ausströmabschnitt (516) entlang einer Mittelachse (M) ausgerichtet
ist, die im Wesentlichen axial, parallel zu der Längsachse (L), verläuft.
4. Brennersystem (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50) den von der Wandung (501) umgrenzten
Brennstoffkanal (502) aufweist, der zumindest mit einem Endabschnitt (503) in dem
Oxidatorkanal (504) parallel, insbesondere koaxial, zu dem Oxidatorkanal (504) verlaufend
ausgebildet ist und der mit der Brennstoffmündung (510) innerhalb des Oxidatorkanals
(504) oder an dessen Austritt (512) mündet, wobei die Brennstoffmündung (510) die
erste Zuführöffnung bildet.
5. Brennersystem (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Brennstoffmündung (510) einen Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser
(d3), aufweist, der gegenüber dem Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser
(d2), des stromauf verlaufenden Brennstoffkanals (502) reduziert ist, oder
dass die Brennstoffmündung (510) einen Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser
(d3), aufweist, der dem Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser (d2), des stromauf verlaufenden Brennstoffkanals (502) entspricht.
6. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 3 - 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strömungsquerschnitt der Brennstoffmündung (510) derart ausgelegt ist, dass in
dem niederkalorischen Auslegungspunkt oder in dem hochkalorischen Auslegungspunkt
die Geschwindigkeit an der Brennstoffmündung (510) zwischen +/- 50 %, vorzugsweise
zwischen +/- 20 % der Geschwindigkeit des Frischgasgemisches an dem Austritt (512)
in den Brennraum (24) beträgt, wobei der durch die Bypassöffnung (528) strömende Anteil
gleich null beträgt.
7. Brennersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere weitere Strömungsabschnitte vorhanden sind, die insbesondere symmetrisch
zueinander, z. B. drehsymmetrisch um die Mittelachse (M) und axial auf gleicher Höhe,
angeordnet sind.
8. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 3 - 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bypassöffnung (528) axial innerhalb des Oxidatorkanals (504) stromab eines Einströmabschnitts
(514) des Oxidatorkanals (504) angeordnet ist, der vorzugsweise eine derartige axiale
Länge aufweist, dass Einlaufeffekte der Oxidatorströmung bei Einströmung in den Oxidatorkanal
(504), insbesondere lokale Strömungsablösungen, an der Bypassöffnung (528) im Wesentlichen
abgeklungen sind, und/oder
dass die Bypassöffnung (528) axial innerhalb des Oxidatorkanals (504) stromauf eines Ausströmabschnitts
(516) des Endabschnittes (503) angeordnet ist, der vorzugsweise eine derartige axiale
Länge aufweist, dass Einlaufeffekte bei Einströmung der einen Frischgaskomponente
in die andere bis zu der Brennstoffmündung (510) im Wesentlichen abgeklungen sind.
9. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 3 - 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der weitere Strömungsabschnitt einen Bypasskanal (526) in der Wandung (501) umfasst,
der radial-axial in einem Winkel (a) bezüglich der Mittelachse (M) verläuft.
10. Brennersystem (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Winkel (a) zwischen 0° und 90°, insbesondere zwischen 10° und 60°, z. B. zwischen
15° und 45° beträgt, oder
dass der Winkel (a) zwischen 90° und 180°, insbesondere zwischen 110° und 170°, z. B.
zwischen 135° und 165° beträgt.
11. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Oxidatorkanal (504) in seinem axialen Verlauf einen ersten Abschnitt (520) und
stromab des ersten Abschnitts (520) einen zweiten Abschnitt (522) umfasst, wobei zwischen
den beiden Abschnitten (520, 522) eine Querschnittsreduktion angeordnet ist, und
dass die Brennstoffmündung (510) axial an der, innerhalb oder stromab der Querschnittsreduktion
angeordnet ist.
12. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 2 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (60) zumindest einen Oxidatorkanal (604)
aufweist, der in den Mischraum (608) umfangsseitig mündet und der mit einer tangentialen
Richtungskomponente bezüglich der Längsachse (L) ausgerichtet ist, wobei der Oxidatorkanal
(604) dem getrennten Strömungsabschnitt des Oxidators zugeordnet ist und/oder
dass der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50, 60) ein Verteilerbereich (40) für Brennstoff
zugeordnet ist, der insbesondere symmetrisch zu der, z. B. zentral auf der Längsachse
(L) und angrenzend an die Rückseite der Bodenwandung (626) angeordnet ist.
13. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 2, 7 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Zuführöffnung durch zumindest eine erste Brennstoffmündung (614) gebildet
ist, die umfangsseitig in den Mischraum (608) mündet und die das stromabgelegene Ende
eines ersten Brennstoffkanals (602) bildet, wobei der Brennstoffkanal (602) mit einem
Endabschnitt (601) mit einer tangentialen Richtungskomponente bezüglich der Längsachse
verläuft.
14. Brennersystem (1) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Oxidatormündung (610) des Oxidatorkanals (604) und die erste Brennstoffmündung
(614) axial versetzt zueinander angeordnet sind, wobei die axiale Unterkante der Oxidatormündung
(610) stromauf der axialen Unterkante der Brennstoffmündung (614) angeordnet ist und
/oder
dass der Gesamtströmungsquerschnitt der ersten Brennstoffmündung (614) derart ausgelegt
ist, dass die Einströmgeschwindigkeit des Brennstoffes in den Mischraum (608) in dem
niederkalorischen Auslegungspunkt zwischen 10 % und 120 %, insbesondere zwischen 15
% und 80 % der Einströmgeschwindigkeit des Oxidators an der Oxidatormündung (610)
beträgt.
15. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 2, 7 oder 12 - 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Brennstoffmündung (616) in dem Mischraum (608) an einem Ort (B) angeordnet
ist, an dem in einem hochkalorischen Auslegungspunkt ein geringerer Druck herrscht
als an einem Ort (A) der ersten Brennstoffmündung (614) und/oder
dass der zweite Brennstoffkanal (603) eine Strömungsverbindung zwischen dem Verteilerbereich
(40) und dem Mischraum (608) bildet und durch die Bodenwandung (626) verläuft, wobei
insbesondere die zweite Brennstoffmündung (616) axial auf Höhe der mischraumseitigen
Fläche der Bodenwandung (626) positioniert ist.
16. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 2, 7 oder 12 - 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass der/die Gesamtströmungsquerschnitt/e des/der weiteren Strömungsabschnitte/s derart
ausgelegt ist/sind, dass in dem hochkalorischen Auslegungspunkt ein Anteil von zumindest
70 %, vorzugsweise zumindest 90 %, z.B. 100 % des Brennstoffes über den zweiten Brennstoffkanal
(603) strömt und/oder
in dem niederkalorischen Auslegungspunkt ein Anteil von zumindest 30 %, vorzugsweise
zumindest 70 %, z. B. zumindest 90 % des Brennstoffes über den ersten Brennstoffkanal
(602) strömt.
17. Verfahren zur Erzeugung von Heißgas in einer Gasturbinenanlage mit einem Brennersystem
(1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem einem Brennraum (24, 26) einer
Brennkammer (6) über zumindest eine Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50, 60) eines
Brennerkopfes (4) Oxidator und Brennstoff als Frischgaskomponenten zugeführt werden,
wobei die Frischgaskomponenten jeweils über einen Strömungspfad mit getrennten Strömungsabschnitten
innerhalb der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50, 60) in einen Mischraum (508,
608) strömen, in dem die Strömungspfade der Frischgaskomponenten zusammengeführt werden,
wobei der Brennstoffstrom zur Mündung in den Mischraum (508, 608) eine erste Zuführöffnung
passiert,
dadurch gekennzeichnet,
dass einer der Frischgaskomponenten-Ströme innerhalb des Brennerkopfes (4), insbesondere
innerhalb der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50, 60), in zumindest zwei Anteile
aufgeteilt werden kann, wobei einer der Anteile innerhalb der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
(50, 60) über zumindest einen weiteren Strömungsabschnitt mit einer weiteren Zuführöffnung
strömt und wobei sich der Anteil der Frischgaskomponente, der über den weiteren Strömungsabschnitt
strömt, bei festgelegter Geometrie mit dem Heizwert des Brennstoffes aufgrund eines
sich ändernden Druckverhältnisses derart verändert, dass die Geschwindigkeiten an
der ersten Zuführöffnung und/oder an der weiteren Zuführöffnung zwischen einem niederkalorischen
Auslegungspunkt und einem hochkalorischen Auslegungspunkt maximal um den Faktor 2,
insbesondere maximal um den Faktor 1,5, vorzugsweise maximal um den Faktor 1,2, voneinander
abweichen.
1. Burner system (1) for generating hot gas in a gas turbine plant, having a combustion
chamber (6) which comprises a combustion space (24, 26) oriented along a longitudinal
axis (L), and having a burner head (4) which has at least one oxidizer/fuel supply
arrangement (50) for supplying oxidizer and fuel into the combustion chamber (6) as
fresh gas components, comprising
- one flow path in each case for fuel and oxidizer for supplying them into the combustion
space (24, 26), wherein the flow paths upstream of a mixing space (508) each having
separate flow portions for separately guiding the fresh gas components, and the flow
paths are combined in the mixing space (508), and
- at least one first supply opening for supplying fuel into the mixing space (508),
wherein the oxidizer/fuel supply arrangement (50) comprises at least one further flow
portion having a further supply opening, via which a portion of one of the fresh gas
components for supplying into the combustion space (24, 26) can be supplied into a
flow portion with the other fresh gas component, wherein the further flow portion
is arranged and designed in such a way that, in the case of an unchanged geometry,
the portion of the fresh gas component that flows via the further flow portion can
be changed with the calorific value of the fuel, as a result of a changing pressure
ratio, in such a way that the velocities at the first supply opening and/or at the
further supply opening deviate from each other at most by a factor of 2, in particular
at most by a factor of 1.5, preferably at most by a factor of 1.2, between a low-calorific
design point and a high-calorific design point, wherein
- the low-calorific design point corresponds to a design operating point with a low-calorific
design fuel, the mass-specific calorific value of which is approximately 5 MJ/kg,
and the high-calorific design point corresponds to a design operating point with a
high-calorific design fuel, the mass-specific calorific value of which is barely 50
MJ/kg,
- the thermal outputs of the two design points correspond to each other, and
- the further supply opening is formed by at least one bypass opening (528), wherein
the bypass opening (528) is formed upstream of a fuel opening (510) of a fuel channel
(502) in a wall (501) of same, and wherein the further flow portion forms a flow connection
between the flow paths of the oxidizer and the fuel.
2. Burner system (1) for generating hot gas in a gas turbine plant, having a combustion
chamber (6) which comprises a combustion space (24, 26) oriented along a longitudinal
axis (L), and having a burner head (4) which has at least one oxidizer/fuel supply
arrangement (60) for supplying oxidizer and fuel into the combustion chamber (6) as
fresh gas components, comprising
- one flow path in each case for fuel and oxidizer for supplying them into the combustion
space (24, 26), wherein the flow paths upstream of a mixing space (608) each having
separate flow portions for separately guiding the fresh gas components, and the flow
paths are combined in the mixing space (608), and
- at least one first supply opening for supplying fuel into the mixing space (608),
wherein the first supply opening is formed by a first fuel opening (614), wherein
the oxidizer/fuel supply arrangement (60) comprises at least one further flow portion
having a further supply opening, via which a portion of one of the fresh gas components
for supplying into the combustion space (24, 26) can be supplied into a flow portion
with the other fresh gas component, wherein the further flow portion is arranged and
designed in such a way that, in the case of an unchanged geometry, the portion of
the fresh gas component that flows via the further flow portion can be changed with
the calorific value of the fuel, as a result of a changing pressure ratio, in such
a way that the velocities at the first supply opening and/or at the further supply
opening deviate from each other at most by a factor of 2, in particular at most by
a factor of 1.5, preferably at most by a factor of 1.2, between a low-calorific design
point and a high-calorific design point, wherein
- the low-calorific design point corresponds to a design operating point with a low-calorific
design fuel, the mass-specific calorific value of which is approximately 5 MJ/kg,
and the high-calorific design point corresponds to a design operating point with a
high-calorific design fuel, the mass-specific calorific value of which is barely 50
MJ/kg,
- the thermal outputs of the two design points correspond to each other,
- the mixing space (608) is arranged centrally on the longitudinal axis (L) and is
symmetrical with respect to said axis, and is delimited on the bottom by a bottom
wall (626), which is preferably oriented perpendicularly to the longitudinal axis
(L), and peripherally by a wall (609), and opens downstream into the combustion space
(26) with an outlet (612), wherein the fresh gas components can be supplied to the
mixing space (608) in such a way that a swirling flow having a tangential directional
component is generated, and
- the further supply opening is formed by a second fuel opening (616) into the mixing
space (608), wherein the further flow portion comprises a second fuel channel (603)
which is oriented with an axial directional component with respect to the longitudinal
axis (L).
3. Burner system (1) according to claim 1,
characterized in that
the oxidizer/fuel supply arrangement (50) has an oxidizer channel (504) having an
outlet (512) for opening into the combustion chamber (6), an outflow portion (516)
of the oxidizer channel (504) being oriented along a central axis (M) which, substantially
axially, extends in parallel with the longitudinal axis (L).
4. Burner system (1) according to claim 3,
characterized in that
the oxidizer/fuel supply arrangement (50) has the fuel channel (502) which is delimited
by the wall (501), which channel is designed to extend in parallel with, in particular
coaxially to, the oxidizer channel (504), at least with one end portion (503) in the
oxidizer channel (504), and the fuel opening (510) of which opens within the oxidizer
channel (504) or at the outlet (512) thereof, the fuel opening (510) forming the first
supply opening.
5. Burner system (1) according to claim 4,
characterized in that
the fuel opening (510) has a flow cross section, in particular having a diameter (d3), which is reduced compared to the flow cross section, in particular having a diameter
(d2), of the fuel channel (502) extending upstream, or
in that the fuel opening (510) has a flow cross section, in particular having a diameter
(d3), which corresponds to the flow cross section, in particular having a diameter (d2), of the fuel channel (502) extending upstream.
6. Burner system (1) according to any of claims 1 or 3-5,
characterized in that
the flow cross section of the fuel opening (510) is designed in such a way that, at
the low-calorific design point or at the high-calorific design point, the velocity
at the fuel opening (510) is between +/- 50 %, preferably between +/- 20 %, of the
velocity of the fresh gas mixture at the outlet (512) into the combustion space (24),
the portion flowing through the bypass opening (528) being equal to zero.
7. Burner system (1) according to any of the preceding claims,
characterized in that
a plurality of further flow portions are present, which are in particular symmetrical
to one another, e.g. are arranged rotationally symmetrically about the central axis
(M) and axially at the same height.
8. Burner system (1) according to any of claims 1 or 3-7,
characterized in that
the bypass opening (528) is arranged axially inside the oxidizer channel (504) downstream
of an inflow portion (514) of the oxidizer channel (504), which preferably has such
an axial length that inlet effects of the oxidizer flow in the case of inflow into
the oxidizer channel (504), in particular local flow separations, have substantially
subsided at the bypass opening (528), and/or
in that the bypass opening (528) is arranged axially within the oxidizer channel (504) upstream
of an outflow portion (516) of the end portion (503), which preferably has such an
axial length that inlet effects in the case of the one fresh gas component flowing
into the other have substantially subsided by the fuel opening (510).
9. Burner system (1) according to any of claims 1 or 3-8,
characterized in that
the further flow portion comprises a bypass channel (526) in the wall (501), which
channel extends radially-axially at an angle (a) with respect to the central axis
(M).
10. Burner system (1) according to claim 9,
characterized in that
the angle (α) is between 0° and 90°, in particular between 10° and 60°, e.g. is between
15° and 45°, or
in that the angle (α) is between 90° and 180°, in particular between 110° and 170°, e.g.
is between 135° and 165°.
11. Burner system (1) according to any of claims 3 to 10,
characterized in that
the oxidizer channel (504) comprises a first portion (520) in the axial course thereof
and a second portion (522) downstream of the first portion (520), a reduction in cross
section being arranged between the two portions (520, 522), and
in that the fuel opening (510) is arranged axially at, within or downstream of the reduction
in cross section.
12. Burner system (1) according to either claim 2 or claim 7,
characterized in that
the oxidizer/fuel supply arrangement (60) has at least one oxidizer channel (604)
which opens into the mixing space (608) on the periphery and which is oriented with
a tangential directional component with respect to the longitudinal axis (L), the
oxidizer channel (604) being assigned to the separate flow portion of the oxidizer,
and/or
in that a distribution region (40) for fuel is associated with the oxidizer/fuel supply arrangement
(50, 60), which region is in particular arranged symmetrically with respect to, e.g.
centrally on, the longitudinal axis (L) and adjacent to the rear of the bottom wall
(626).
13. Burner system (1) according to any of claims 2, 7 or 12,
characterized in that
the first supply opening is formed by at least one first fuel opening (614), which
opens into the mixing space (608) on the periphery and which forms the downstream
end of a first fuel channel (602), an end portion (601) of the fuel channel (602)
extending with a tangential directional component with respect to the longitudinal
axis.
14. Burner system (1) according to claim 13,
characterized in that
an oxidizer opening (610) of the oxidizer channel (604) and the first fuel opening
(614) are arranged axially offset from one another, the axial lower edge of the oxidizer
opening (610) being arranged upstream of the axial lower edge of the fuel opening
(614), and/or
in that the overall flow cross section of the first fuel opening (614) is designed in such
a way that the inflow velocity of the fuel into the mixing space (608) at the low-calorific
design point is between 10% and 120%, in particular between 15 % and 80 %, of the
inflow velocity of the oxidizer at the oxidizer opening (610).
15. Burner system (1) according to any of claims 2, 7 or 12-14,
characterized in that
the second fuel opening (616) is arranged in the mixing space (608) at a location
(B) at which there is a lower pressure at a high-calorific design point than at a
location (A) of the first fuel opening (614), and/or
in that the second fuel channel (603) forms a flow connection between the distribution region
(40) and the mixing space (608) and extends through the bottom wall (626), the second
fuel opening (616) in particular being positioned so as to be axially level with the
surface of the bottom wall (626) on the mixing space side.
16. Burner system (1) according to any of claims 2, 7 or 12-15,
characterized in that
the total flow cross section(s) of the further flow portion(s) is/are designed in
such a way that, at the high-calorific design point, a portion of at least 70 %, preferably
at least 90 %, e.g. e.g. 100 % of the fuel flows through the second fuel channel (603),
and/or,
at the low-calorific design point, a portion of at least 30 %, preferably at least
70 %, e.g. at least 90 % of the fuel flows through the first fuel channel (602).
17. Method for generating hot gas in a gas turbine plant with a burner system (1) according
to any of the preceding claims, in which oxidizer and fuel are supplied to a combustion
space (24, 26) of a combustion chamber (6) as fresh gas components via at least one
oxidizer/fuel supply arrangement (50, 60) of a burner head (4), the fresh gas components
each flowing via a flow path having separate flow portions within the oxidizer/fuel
supply arrangement (50, 60) into a mixing space (508, 608) in which the flow paths
of the fresh gas components are combined, the fuel flow to the opening into the mixing
space (508, 608) passing a first supply opening,
characterized in that
one of the fresh gas component flows within the burner head (4), in particular within
the oxidizer/fuel supply arrangement (50, 60), can be divided into at least two portions,
one of the portions within the oxidizer/fuel supply arrangement (50, 60) flowing via
at least one further flow portion having a further supply opening, and, in the case
of a fixed geometry, the portion of the fresh gas component that flows via the further
flow portion changing with the calorific value of the fuel, as a result of a changing
pressure ratio, in such a way that the velocities at the first supply opening and/or
at the further supply opening deviate from each other at most by a factor of 2, in
particular at most by a factor of 1.5, preferably at most by a factor of 1.2, between
a low-calorific design point and a high-calorific design point.
1. Système de brûleur (1) permettant de générer du gaz chaud dans une installation de
turbine à gaz, comportant une chambre de combustion (6) qui comprend un espace de
combustion (24, 26) aligné le long d'un axe longitudinal (L), et comportant une tête
de brûleur (4) comportant au moins un agencement d'acheminement d'oxydant/de combustible
(50) pour l'acheminement d'oxydant et de combustible en tant que composants de gaz
frais dans la chambre de combustion (6), comprenant
- respectivement un trajet d'écoulement pour le combustible et l'oxydant pour les
acheminer dans l'espace de combustion (24, 26), les trajets d'écoulement présentant,
en amont d'un espace de mélange (508), des sections d'écoulement respectivement séparées
pour la conduite séparée des composants de gaz frais, et les trajets d'écoulement
étant fusionnés dans l'espace de mélange (508), et
- au moins une première ouverture d'acheminement pour l'acheminement de combustible
dans l'espace de mélange (508), l'agencement d'acheminement d'oxydant/de combustible
(50) comprenant au moins une section d'écoulement supplémentaire comportant une ouverture
d'acheminement supplémentaire, par l'intermédiaire de laquelle section d'acheminement
une partie de l'un des composants de gaz frais peut être acheminée dans une section
d'écoulement avec l'autre composant de gaz frais pour l'acheminement dans l'espace
de combustion (24, 26), la section d'écoulement supplémentaire étant disposée et conçue
de telle sorte que la partie du composant de gaz frais qui s'écoule par l'intermédiaire
de la section d'écoulement supplémentaire, lorsque la géométrie est inchangée, peut
être changée par la valeur calorifique du combustible en raison d'un rapport de compression
changeant, de telle manière que les vitesses au niveau de la première ouverture d'acheminement
et/ou au niveau de l'ouverture d'acheminement supplémentaire diffèrent les unes des
autres d'au plus d'un facteur de 2, en particulier d'au plus d'un facteur de 1,5,
de préférence d'au plus d'un facteur de 1,2, entre un point de conception à faible
pouvoir calorifique et un point de conception à haut pouvoir calorifique,
- le point de conception à faible pouvoir calorifique correspondant à un point de
fonctionnement de conception comportant un combustible de conception à faible pouvoir
calorifique dont la valeur calorifique spécifique à la masse est d'environ 5 MJ/kg,
et le point de conception à haut pouvoir calorifique correspondant à un point de fonctionnement
de conception comportant un combustible de conception à haut pouvoir calorifique dont
la valeur calorifique spécifique à la masse est légèrement inférieure à 50 MJ/kg,
- les performances thermiques des deux points de conception correspondant l'une à
l'autre, et
- l'ouverture d'acheminement supplémentaire étant formée par au moins une ouverture
de dérivation (528), l'ouverture de dérivation (528) étant réalisée en amont d'un
orifice de combustible (510) d'un canal de combustible (502) dans une paroi (501)
de celui-ci, et la section d'écoulement supplémentaire formant une liaison par écoulement
entre les trajets d'écoulement de l'oxydant et du combustible.
2. Système de brûleur (1) permettant de générer du gaz chaud dans une installation de
turbine à gaz, comportant une chambre de combustion (6) qui comprend un espace de
combustion (24, 26) aligné le long d'un axe longitudinal (L), et comportant une tête
de brûleur (4) comportant au moins un agencement d'acheminement d'oxydant/de combustible
(60) pour l'acheminement d'oxydant et de combustible en tant que composants de gaz
frais dans la chambre de combustion (6), comprenant
- respectivement un trajet d'écoulement pour le combustible et l'oxydant pour les
acheminer dans l'espace de combustion (24, 26), les trajets d'écoulement présentant,
en amont d'un espace de mélange (608), des sections d'écoulement respectivement séparées
pour la conduite séparée des composants de gaz frais, et les trajets d'écoulement
étant fusionnés dans l'espace de mélange (608), et
- au moins une première ouverture d'acheminement pour l'acheminement de combustible
dans l'espace de mélange (608), la première ouverture d'acheminement étant formée
par un premier orifice de combustible (614), l'agencement d'acheminement d'oxydant/de
combustible (60) comprenant au moins une section d'écoulement supplémentaire comportant
une ouverture d'acheminement supplémentaire, par l'intermédiaire de laquelle section
d'acheminement une partie de l'un des composants de gaz frais peut être acheminée
dans une section d'écoulement avec l'autre composant de gaz frais pour l'acheminement
dans l'espace de combustion (24, 26), la section d'écoulement supplémentaire étant
disposée et conçue de telle manière que la partie du composant de gaz frais qui s'écoule
par l'intermédiaire de la section d'écoulement supplémentaire, lorsque la géométrie
est inchangée, peut être changée par la valeur calorifique du combustible en raison
d'un rapport de compression changeant, de telle manière que les vitesses au niveau
de la première ouverture d'acheminement et/ou au niveau de l'ouverture d'acheminement
supplémentaire diffèrent les unes des autres d'au plus d'un facteur de 2, en particulier
d'au plus d'un facteur de 1,5, de préférence d'au plus d'un facteur de 1,2, entre
un point de conception à faible pouvoir calorifique et un point de conception à haut
pouvoir calorifique,
- le point de conception à faible pouvoir calorifique correspondant à un point de
fonctionnement de conception comportant un combustible de conception à faible pouvoir
calorifique dont la valeur calorifique spécifique à la masse est d'environ 5 MJ/kg,
et le point de conception à haut pouvoir calorifique correspondant à un point de fonctionnement
de conception comportant un combustible de conception à haut pouvoir calorifique dont
la valeur calorifique spécifique à la masse est légèrement inférieure à 50 MJ/kg,
- les performances thermiques des deux points de conception correspondant l'une à
l'autre,
- l'espace de mélange (608) étant disposé au centre de l'axe longitudinal (L) et lui
étant symétrique, et étant délimité côté fond par une paroi de fond (626), de préférence
alignée perpendiculairement à l'axe longitudinal (L), et côté circonférence par une
paroi (609), et débouchant en aval avec une sortie (612) dans l'espace de combustion
(26), les composants de gaz frais pouvant être acheminés vers l'espace de mélange
(608) de telle manière qu'un écoulement tourbillonnaire est généré avec une composante
directionnelle tangentielle, et
- l'ouverture d'acheminement supplémentaire étant formée par un second orifice de
combustible (616) dans l'espace de mélange (608), la section d'écoulement supplémentaire
comprenant un second canal de combustible (603) aligné avec une composante directionnelle
axiale par rapport à l'axe longitudinal (L).
3. Système de brûleur (1) selon la revendication 1,
caractérisé en ce
que l'agencement d'acheminement d'oxydant/de combustible (50) présente un canal d'oxydant
(504) comportant une sortie (512) permettant de déboucher dans la chambre de combustion
(6), le canal d'oxydant (504) étant aligné avec une section d'évacuation (516) le
long d'un axe central (M) s'étendant parallèlement à l'axe longitudinal (L) de manière
sensiblement axiale.
4. Système de brûleur (1) selon la revendication 3,
caractérisé en ce
que l'agencement d'acheminement d'oxydant/de combustible (50) présente le canal de combustible
(502) délimité par la paroi (501), lequel s'étend parallèlement, en particulier coaxialement,
au canal d'oxydant (504) au moins avec une section d'extrémité (503) dans le canal
d'oxydant (504) et débouche avec l'orifice de combustible (510) à l'intérieur du canal
d'oxydant (504) ou au niveau de sa sortie (512), l'orifice de combustible (510) formant
la première ouverture d'acheminement.
5. Système de brûleur (1) selon la revendication 4,
caractérisé en ce
que l'orifice de combustible (510) présente une section transversale d'écoulement, en
particulier d'un diamètre (d3), qui est réduite par rapport à la section transversale d'écoulement, en particulier
d'un diamètre (d2), du canal de combustible (502) s'étendant en amont, ou
que l'orifice de combustible (510) présente une section transversale d'écoulement, en
particulier d'un diamètre (d3), correspondant à la section transversale d'écoulement, en particulier d'un diamètre
(d2), du canal de combustible (502) s'étendant en amont.
6. Système de brûleur (1) selon l'une des revendications 1 ou 3 à 5,
caractérisé en ce
que la section transversale d'écoulement de l'orifice de combustible (510) est conçue
de telle sorte qu'au point de conception à faible pouvoir calorifique ou au point
de conception à haut pouvoir calorifique, la vitesse au niveau de l'orifice de combustible
(510) est de +/-50 %, de préférence de +/-20 %, de la vitesse du mélange de gaz frais
au niveau de la sortie (512) dans l'espace de combustion (24), la partie s'écoulant
à travers l'ouverture de dérivation (528) étant égale à zéro.
7. Système de brûleur (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que plusieurs sections d'écoulement supplémentaires sont prévues, lesquelles sont disposées
en particulier symétriquement les unes par rapport aux autres, par exemple symétriquement
en rotation autour de l'axe central (M) et axialement à la même hauteur.
8. Système de brûleur (1) selon l'une des revendications 1 ou 3 à 7,
caractérisé en ce
que l'ouverture de dérivation (528) est disposée axialement à l'intérieur du canal d'oxydant
(504) en aval d'une section d'admission (514) du canal d'oxydant (504) qui présente
de préférence une longueur axiale telle que des effets d'entrée du flux d'oxydant,
lorsqu'il est admis dans le canal d'oxydant (504), en particulier dans des séparations
d'écoulement locales, sont sensiblement diminués au niveau de l'ouverture de dérivation
(528), et/ou
que l'ouverture de dérivation (528) est disposée axialement à l'intérieur du canal d'oxydant
(504) en amont d'une section d'évacuation (516) de la section d'extrémité (503) qui
présente de préférence une longueur axiale telle que des effets d'entrée, lorsqu'un
composant de gaz frais est admis dans l'autre, sont sensiblement diminués jusqu'à
l'orifice de combustible (510).
9. Système de brûleur (1) selon l'une des revendications 1 ou 3 à 8,
caractérisé en ce
que la section d'écoulement supplémentaire comprend un canal de dérivation (526) dans
la paroi (501) qui s'étend radialement axialement à un angle (a) par rapport à l'axe
central (M).
10. Système de brûleur (1) selon la revendication 9,
caractérisé en ce
que l'angle (α) est compris entre 0 et 90°, en particulier entre 10 et 60°, par exemple
entre 15 et 45°, ou
que l'angle (a) est compris entre 90 et 180°, en particulier entre 110 et 170°, par exemple
entre 135 et 165°.
11. Système de brûleur (1) selon l'une des revendications 3 à 10,
caractérisé en ce
que le canal d'oxydant (504) comprend, dans son parcours axial, une première section
(520) et une seconde section (522) en aval de la première section (520), une réduction
de section transversale étant disposée entre les deux sections (520, 522), et
que l'orifice de combustible (510) est disposé axialement au niveau, à l'intérieur ou
en aval de la réduction de section transversale.
12. Système de brûleur (1) selon l'une des revendications 2 ou 7,
caractérisé en ce
que l'agencement d'acheminement d'oxydant/de combustible (60) présente au moins un canal
d'oxydant (604) qui débouche dans l'espace de mélange (608) côté circonférence et
qui est aligné avec une composante directionnelle tangentielle par rapport à l'axe
longitudinal (L), le canal d'oxydant (604) étant associé à la section d'écoulement
séparée de l'oxydant et/ou
qu'une zone de distribution (40) pour le combustible est associée à l'agencement d'acheminement
d'oxydant/de combustible (50, 60), laquelle est disposée en particulier symétriquement
par rapport à l'axe longitudinal (L), par exemple au centre de celui-ci, et adjacente
à la face arrière de la paroi de fond (626).
13. Système de brûleur (1) selon l'une des revendications 2, 7 ou 12, caractérisé en ce
que la première ouverture d'acheminement est formée par au moins un premier orifice de
combustible (614) qui débouche dans l'espace de mélange (608) côté circonférence et
qui forme l'extrémité aval d'un premier canal de combustible (602), le canal de combustible
(602) s'étendant avec une section d'extrémité (601) avec une composante directionnelle
tangentielle par rapport à l'axe longitudinal.
14. Système de brûleur (1) selon la revendication 13,
caractérisé en ce
qu'un orifice d'oxydant (610) du canal d'oxydant (604) et le premier orifice de combustible
(614) sont disposés décalés axialement l'un de l'autre, le bord inférieur axial de
l'orifice d'oxydant (610) étant disposé en amont du bord inférieur axial de l'orifice
de combustible (614) et/ou
que la section transversale totale d'écoulement du premier orifice de combustible (614)
est conçue de telle sorte que la vitesse d'admission du combustible dans l'espace
de mélange (608) au point de conception à faible pouvoir calorifique est comprise
entre 10 et 120 %, en particulier entre 15 et 80 %, de la vitesse d'admission de l'oxydant
au niveau de l'orifice d'oxydant (610).
15. Système de brûleur (1) selon l'une des revendications 2, 7 ou 12 à 14,
caractérisé en ce
que le second orifice de combustible (616) est disposé dans l'espace de mélange (608)
à un emplacement (B) auquel règne une pression inférieure à un point de conception
à haut pouvoir calorifique par rapport à un emplacement (A) du premier orifice de
combustible (614) et/ou
que le second canal de combustible (603) forme une liaison par écoulement entre la zone
de distribution (40) et l'espace de mélange (608) et s'étend à travers la paroi de
fond (626), le second orifice de combustible (616) étant en particulier positionné
axialement au niveau de la surface de la paroi de fond (626) côté espace de mélange.
16. Système de brûleur (1) selon l'une des revendications 2, 7 ou 12 à 15,
caractérisé en ce
que la ou les sections transversales totales d'écoulement de la ou des sections d'écoulement
supplémentaires sont conçues de telle sorte qu'au point de conception à haut pouvoir
calorifique, une proportion d'au moins 70 %, de préférence d'au moins 90%, par exemple
de 100%, du combustible s'écoule par l'intermédiaire du second canal de combustible
(603) et/ou
en ce qu'au point de conception à faible pouvoir calorifique, une proportion d'au
moins 30 %, de préférence d'au moins 70 %, par exemple d'au moins 90 %, du combustible
s'écoule par l'intermédiaire du premier canal de combustible (602).
17. Procédé permettant de générer du gaz chaud dans une installation de turbine à gaz
comportant un système de brûleur (1) selon l'une des revendications précédentes, dans
lequel de l'oxydant et du combustible sont acheminés en tant que composants de gaz
frais à un espace de combustion (24, 26) d'une chambre de combustion (6) par l'intermédiaire
d'au moins un agencement d'acheminement d'oxydant/de combustible (50, 60) d'une tête
de brûleur (4), les composants de gaz frais s'écoulant respectivement par l'intermédiaire
d'un trajet d'écoulement comportant des sections d'écoulement séparées à l'intérieur
de l'agencement d'acheminement d'oxydant/de combustible (50, 60) dans un espace de
mélange (508, 608) dans lequel les trajets d'écoulement des composants de gaz frais
sont fusionnés, l'écoulement de combustible passant par une première ouverture d'acheminement
pour déboucher dans l'espace de mélange (508, 608),
caractérisé en ce
que l'un des écoulements de composants de gaz frais peut être divisé en au moins deux
parties à l'intérieur de la tête de brûleur (4), en particulier à l'intérieur de l'agencement
d'acheminement d'oxydant/de combustible (50, 60), l'une des parties s'écoulant à l'intérieur
de l'agencement d'acheminement d'oxydant/de combustible (50, 60) par l'intermédiaire
d'au moins une section d'écoulement supplémentaire comportant une ouverture d'acheminement
supplémentaire, et la partie du composant de gaz frais qui s'écoule par l'intermédiaire
de la section d'écoulement supplémentaire, lorsque la géométrie est définie, étant
changée par la valeur calorifique du combustible en raison d'un rapport de compression
changeant, de telle manière que les vitesses au niveau de la première ouverture d'acheminement
et/ou au niveau de l'ouverture d'acheminement supplémentaire diffèrent les unes des
autres d'au plus d'un facteur de 2, en particulier d'au plus d'un facteur de 1,5,
de préférence d'au plus d'un facteur de 1,2, entre un point de conception à faible
pouvoir calorifique et un point de conception à haut pouvoir calorifique.