[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektrohydrostatisches Aktuatorsystem und
insbesondere ein elektrohydrostatisches Aktuatorsystem mit zwei beweglichen Achsen.
[0002] Im Stand der Technik sind elektrohydrostatische Aktuatorsysteme weitgehend bekannt,
wobei üblicherweise jeweils nur ein Verbraucher durch einen Aktuator betrieben wird.
Werden mehrere Verbraucher im System verwendet, dann werden im Stand der Technik mehrere
Aktuatoren benötigt.
[0003] Sobald mehrere Verbraucher gleichzeitig mit einer oder mehreren parallelen Pumpeneinheiten
betrieben werden, wird der Volumenstrom den Weg des geringsten Widerstandes nehmen
und die Verbraucher, beispielsweise die Achsen, bewegen sich undefiniert, was zu einem
nicht steuerbaren System führt.
[0004] Weiterhin kann zur Verwendung von mehreren Aktuatoren ein Konstantdrucksystem bereitgestellt
werden. Dieses wird entweder kontinuierlich oder nicht kontinuierlich durch einen
Pumpenstrang gespeist, wobei wenn Spitzenleistungen benötigt werden, diese über einen
Speichersystem abgegeben werden. Ein solches System verbraucht jedoch viel Energie
und weist eine schwere Steuerung auf, weswegen verbesserte Aktuatorysteme benötigt
werden.
[0005] US 2012/048029 A1 zeigt ein Hydrauliksystem mit einem Öltank zur Speicherung von Betriebsöl, einen
hydraulischen Aktuator und eine Hydraulikpumpe, die das Betriebsöl aus dem Öltank
ansaugt und den hydraulischen Aktuator mit dem Betriebsöl versorgt.
[0006] CN 2 852 100 Y zeigt ein hydraulisches System einer Hochgeschwindigkeits-Drahtseil- und Dichtungsreibungsversuchsmaschine
mit einer Hydraulikpumpe, einem Hydraulikmotor, einem Schnellgang-Zylinder, einem
Spann-Zylinder, einem Hochgeschwindigkeits-Niedergeschwindigkeits-Umwandlungsölzylinder,
einem hydraulischen Steuerventil. Ein Ölsaugmund der Hydraulikpumpe ist mit einem
Öltank und ein Ölablassmund mit einem Druckreduzierventil, einem Geschwindigkeitsregulierventil,
einem elektrohydraulischen Umschaltventil und einer Vielzahl von elektromagnetischen
Umschaltventilen über ein Einwegventil verbunden ist,
[0007] DE 894 384 C zeigt eine hydraulische Blechziehpresse mit einem inneren Ziehschlitten, einem äußeren,
das zu ziehende Blech haltenden Schlitten, durch ein hydraulisches, Druckmittel betätigte
Einrichtungen, welche die Schlitten in der Arbeitsrichtung antreiben. Der Blechhalteschlitten
durch den Ziehschlitten so abgestützt ist, dass dieser sich mit ihm und außerdem relativ
zu ihm bewegen kann. Es sind Mittel vorgesehen, welche zwischen dem Eingriff des Halteschlittens
mit dem Arbeitsstück und dem wirksamen Eingriff des Ziehschlittens mit dem Arbeitsstück
eine zeitliche Verzögerung vorsehen, wobei der Blechhalteschlitten durch das Zurückgehen
des Ziehschlittens von dem Arbeitsstück abgehoben wird.
[0008] EP 0 631 740 A1 zeigt einen Klebestift mit einem Kolben, der die Stiftmasse trägt, und einer Hülse,
die die Stiftmasse umgibt, wobei die Antriebsvorrichtung zum Auf- und Abbewegen der
Stiftmasse, die auch als Betätigungselement dient, zusammen mit der Hülse und dem
Kolben als gleichmäßiges Spritzgießteil ausgebildet ist. Das Antriebs- und Betätigungselement
ist bogenförmig ausgebildet. Es können auch zwei solche Antriebs- und Betätigungselemente
vorgesehen werden, die einander gegenüberliegen und jeweils mit ihrem einen Ende am
Rand der Hülse angeordnet sind.
[0009] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es somitAufgabe der vorliegenden Erfindung,
die Nachteile des Standes der Technik wenigstens teilweise zu überwinden oder zu verbessern.
[0010] Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen
und Abwandlungen sind Gegenstand der Unteransprüche. Ein erfindungsgemäßes Verfahren
zur Verwendung des erfindungsgemäßen Systems wird in den Ansprüchen 14 und 15 spezifiziert.
[0011] Das erfindungsgemäße elektrohydrostatische Aktuatorsystem umfasst dabei eine von
einem Elektromotor angetriebene volumen- und/oder drehzahl-variable Hydromaschine
umfassend zwei Anschlüsse mit zwei Anschlussleitungen zur Bereitstellung eines Volumenstroms
eines Hydraulikfluids, und eine durch das Hydraulikfluid bewegbare Hauptachse mit
mindestens einer ersten Kammer, wobei die erste Kammer mit wenigstens einer ersten
Haupthydraulikleitung und einem ersten Hauptventil über eine erste
[0012] Anschlussleitung mit der Hydromaschine hydraulisch verbunden ist. Weiterhin umfasst
das erfindungsgemäße Aktuatorsystem eine durch das Hydraulikfluid bewegbare Sekundärachse
mit mindestens einer ersten Kammer, wobei die erste Kammer mit wenigstens einer ersten
Sekundärhydraulikleitung und einem ersten Sekundärventil über eine zweite Anschlussleitung
mit einem zweiten Anschluss der Hydromaschine oder über die erste Anschlussleitung
mit dem ersten Anschluss der Hydromaschine hydraulisch verbunden ist.
[0013] Erfindungsgemäß ist weiterhin ein Hydrospeicher mit der ersten Sekundärhydraulikleitung
im Bereich zwischen der ersten Kammer der Sekundärachse und dem ersten Sekundärventil
hydraulisch verbunden.
[0014] Erfindungsgemäß wird dementsprechend, ein elektrohydrostatisches Aktuatorsystem bereitgestellt,
welches eine von einem Elektromotor angetriebene volumen- und/oder drehzahl-variable
Hydromaschine und eine Hauptachse und eine Sekundärachse, mit jeweils mindestens einer
Kammer, aufweist. Die mindestens eine Kammer der Haupt- und Sekundärachse ist jeweils
mit einer Haupt- bzw. Sekundärhydraulikleitung und über ein Haupt- bzw. Sekundärventil
mit der Hydromaschine hydraulisch verbunden. Zwischen der Kammer der Sekundärachse
und dem Sekundärventil ist ein Hydrospeicher angeordnet, welcher mit der Sekundärhydraulikleitung
hydraulisch verbunden ist.
[0015] Elektromotoren sind im Stand der Technik bekannt und dienen zum Antrieb der Hydromaschine.
Die Hydromaschine ist volumen- und/oder drehzahl-variabel und kann vorzugsweise im
Betrieb zwei mögliche Flussrichtungen des Hydraulikfluids im geschlossenen Hydraulikkreislauf
bereitstellen. Die Hydromaschine kann ferner entweder einen drehzahl-variablen Elektromotor
aufweisen und eine Konstantpumpe oder einen drehzahl-konstanten Elektromotor und eine
Verstellpumpe oder einen drehzahl-variablen Elektromotor und eine Verstellpumpe. Die
Auswahl der Hydromaschine wird dabei von Faktoren wie z.B. Systemkosten, Zuverlässigkeit,
zugelassene Geräuschemission oder Wirkungsgrad bestimmt.
[0016] Die Achsen des erfindungsgemäßen Aktuatorsystems sind beweglich, wobei vorzugsweise
die Bewegung durch in den Kammern ein- oder austretendes Hydraulikfluid und den damit
verbundenen Druckauf- oder Druckabbau bereitgestellt wird.
[0017] Beispielsweise kann gemäß einer erfindungsgemäßen Ausführungsform die Hauptachse
eine Umformungsachse und die Sekundärachse eine Spannachse sein. Dabei wird ein zu
bearbeitendes Werkstück durch die Spannachse aufgespannt und durch die Umformungsachse
(Um-)geformt. Gemäß jedoch weiterer Ausführungsformen können die Achsen auch weitere
Funktionen haben.
[0018] Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform des Aktuatorsystems ist die
Sekundärachse mechanisch und insbesondere mit einem Federsystem und/oder einem Gewichtssystem
vorgespannt.
[0019] Vorteilhaft ist dabei insbesondere, die Verwendung der Achsen für den gleichen Prozessablauf
und nicht für unterschiedliche und miteinander nicht korrelierte Funktionen. Sind
nämlich die Funktionen miteinander verbunden, so ist die vorliegende Erfindung besonders
vorteilhaft, da mittels einer einzigen Hydromaschine - wie später mehr im Detail erklärt
wird - ein Prozess, welches zwei Achsen benötigt, gesteuert werden kann.
[0020] Die Begriffe "Haupt-" und "Sekundärachse" sollen nicht dahingehend verstanden sein,
dass eine der Achsen wichtiger ist als die andere, sondern dienen nur der Unterscheidung
der Achsen.
[0021] Sowohl die Hauptachse als auch die Sekundärachse weisen mindestens eine erste Kammer,
in die Hydraulikfluid strömen kann, auf. Die Kammern sind jeweils über eine Leitung
und über ein Ventil mit einem Anschluss der Hydromaschine hydraulisch verbunden. Die
durch den Elektromotor betriebene Hydromaschine stellt somit eine Hydraulikfluidströmung
in den jeweiligen ersten Kammern der Haupt- und Sekundärachse bereit, wodurch eine
Bewegung der Achsen erfolgt.
[0022] Vorteilhaft bei dieser erfindungsgemäßen Ausführungsform ist dabei die Anordnung
des Hydrospeichers an der ersten Sekundärhydraulikleitung im Bereich zwischen der
ersten Kammer der Sekundärachse und dem ersten Sekundärventil. Durch die erfindungsgemäße
Anordnung des Hydrospeichers wird durch das Aufspannen des Hydraulikfluids der Sekundärachse
auch das Hydraulikfluid im Hydrospeicher aufgespannt, so dass der Druck des Hydraulikfluids
in der ersten Kammer der Sekundärachse dem Druck des Hydraulikfluids im Hydrospeicher
entspricht.
[0023] Somit ist es möglich, durch schließen des Sekundärventils, den Druck im Bereich der
ersten Kammer der Sekundärachse sowie in der Sekundärhydraulikleitung mittels des
Hydraulikspeicher aufrecht zu erhalten, ohne die Hydromaschine für den Druckerhalt
zu benötigen.
[0024] Die Hydromaschine kann dementsprechend, nach dem Aufspannen der Sekundärachse, zum
Aufspannen bzw. zur Steuerung der Primärachse verwendet werden. Somit kann die Primärachse
mittels der gleichen Hydromaschine betrieben werden, wobei insbesondere ein paralleles
Arbeiten beider Achsen, mittels einer einzigen Hydromaschine möglich ist.
[0025] Die Verwendung einer einzigen Hydromaschine zur parallelen Steuerung von zwei Achsen
ist vorteilhaft, da es sowohl zu einer Aufwandersparnis als auch zu einer Kostenersparnis
führt. Des Weiteren findet eine Verringerung der benötigten Vorrichtungen statt, was
wiederrum zu einer Minimierung von potenziellen Ausfällen und/oder Beschädigungen
führt.
[0026] Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform ist das Hydraulikfluid in
den Anschlussleitungen vorgespannt. Das Vorspannen kann beispielswiese mittels einer
weiteren Hydromaschine, einem Druckspeicher oderÄhnlichem bereitgestellt werden.
[0027] Die Anschlussleitungen sind dabei die Leitungen, welche das Haupt- bzw. Sekundärventil
mit den Anschlüssen der Hydromaschine hydraulisch verbinden. Dabei ist das Vorspannen
der Anschlussleitungen vorteilhaft, da somit stets ein gewisser Druck im System herrscht;
somit muss nicht kontinuierlich Hydraulikfluid aus einem vollständig entspannten Zustand
zu dem erwünschten Zustand aufgespannt werden, was wiederum zu einer substantiellen
Energieeinsparung führt. Der Druck in den Anschlussleitungen kann beispielsweise 10
bar betragen. Hauptgrund für die Vorspannung ist die Gewährleistung eines Mindestdrucks
in den beiden Aktuatorkammern und damit die Vermeidung von Kavitation auch bei starkem
Druckabfall, z.B. bei schnellen Druckwechseln und Bewegungen.
[0028] Ferner kann gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform die erste Sekundärhydraulikleitung
mit einer Ablassleitung und einem Sicherheitsventil und/oder einem 2-Wegeventil, insbesondere
einem Ablassventil, hydraulisch verbunden sein.
[0029] Durch die Ablassleitung kann der Druck in der Sekundärhydraulikleitung und dementsprechend
der Druck der ersten Kammer der Sekundärachse und der Druck des Hydrospeicher entspannt
werden.
[0030] Eine solches Ablasssystem, kann entsprechend auch an der Haupthydraulikleitung verwendet
und angeordnet werden. Entsprechend können die Ablassleitungen der Haupthydraulikleitung
und der Sekundärhydraulikleitung auch gleich sein. Im Sinne der Erfindung ist es auch,
dass das in der Ablassleitung entspannte Hydraulikfluid in einen Tank strömt, wo es
für weitere Zwecke verwendet werden kann. Der Tank kann dabei der gleiche Tank sein,
der zur Einspeisung von Hydraulikfluid ins System dient, wodurch ein geschlossenes
System bereitgestellt wird. Ferner, können auch Reinigungs-, Entlüftungs- und/oder
Kühlvorrichtungen an der Ablassleitung verbunden sein, so dass beispielsweise das
Hydraulikfluid bevor es in das System wieder eingespeist wird, zum Beispiel entlüftet
wird.
[0031] Die Anschlussleitung kann auch so angeordnet sein, dass sie nur zur Entspannung des
Hydrospeichers dient, während die erste Kammer der Sekundärachse mittels einer weiteren
Leitung, beispielsweise mittels der Anschlussleitung, welche auch mit dem Tank verbunden
ist, entspannt wird. Somit kann genau gesteuert werden wo die Druckentspannung erfolgen
soll.
[0032] Es ist auch im Sinne der Erfindung, dass die Hydromaschine zur Entspannung der Kammern
der Haupt- und/oder Sekundärachse verwendet werden kann. Beispielsweise kann die Hydromaschine
durch einen Schluckstrom eine Hydraulikfluidströmung aus einer der Kammern in den
Tank bereitstellen.
[0033] Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform ist die erste Kammer der Hauptachse
und die erste Kammer der Sekundärachse mit der gleichen Anschlussleitung der Hydromaschine
hydraulisch verbunden.
[0034] Die weitere Anschlussleitung der Hydromaschine kann dabei beispielsweise mit dem
Tank hydraulisch verbunden sein, aus welchem das Hydraulikfluid zum Aufspannen des
Aktuatorsystems entwendet wird.
[0035] Nur durch die Einstellung des Haupt- bzw. Sekundärventil ist es somit möglich, einzustellen
in welcher der Kammern ein Hydraulikfluidstrom durch die Hydromaschine bereitgestellt
wird.
[0036] Dafür ist es vorteilhaft und eine weitere erfindungsgemäße Ausführungsform, dass
das erste Hauptventil und/oder das erste Sekundärventil gesteuerte Ventile sind. Insbesondere
ist es vorteilhaft, wenn beide Ventile steuerbar sind, da somit mehr eine verbesserte
und genauere Aktuatorsteuerung ermöglicht wird und die Prozessabläufe somit leichter
kontrolliert werden können. Das Sekundärventil kann gemäß weiterer erfindungsgemäßen
Ausführungsformen auch ein Stetigventil sein, so dass ein lokales Konstantdrucksystem
durch dem Hydrospeicher und dem Ventil erzeugt wird.
[0037] Die Steuerung kann dabei auf beliebige im Stand der Technik bekannten Wege erfolgen,
wie beispielsweise mittels elektrisch gesteuerter Ventile.
[0038] Erfindundsgemäß weist die Hauptachse mindestens eine zweite Kammer auf, wobei die
zweite Kammer mit wenigstens einer zweiten Haupthydraulikleitung und einem zweiten
Hauptventil über die zweite Anschlussleitung mit dem zweiten Anschluss der Hydromaschine
hydraulisch verbunden ist.
[0039] In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform des Aktuatorsystems weist auch
die Sekundärachse mindestens eine zweite Kammer auf, wobei die zweite Kammer mit wenigstens
einer zweiten Sekundärhydraulikleitung und einem zweiten Sekundärventil über eine
Anschlussleitung mit der Hydromaschine hydraulisch verbunden ist.
[0040] Bei den Ausführungsformen, in denen die Achsen mindestens zwei Kammern aufweisen,
können die Hauptachse und die Sekundärachse aus einer Gruppe ausgewählt werden, welche
beispielsweise Differentialzylinder, Gleichtaktzylinder, Teleskopzylinder und ähnliche
Zylinder enthält. Die Wahl der Achsentypologie ist dabei abhängig von der Funktion,
welche die Achsen ausüben müssen; beispielsweise kann die Hauptachse ein Differentialzylinder
sein, falls die Achse in einer Presse verwendet wird. Die Hauptachse und Sekundärachse
müssen nicht unbedingt als gleicher Zylindertyp ausgebildet sein.
[0041] Falls sowohl die Hauptachse und die Sekundärachse jeweils eine zweite Kammer aufweisen,
dann sind, gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform, die zweite Kammer
der Hauptachse und die zweite Kammer der Sekundärachse mit der gleichen Anschlussleitung
der Hydromaschine hydraulisch verbunden, wobei die Anschlussleitung verschieden ist
zu der Anschlussleitung, mit welcher die erste Kammer der Haupt- und Sekundärachse
hydraulisch verbunden ist.
[0042] Es ist vorteilhaft, wenn die jeweiligen zweiten Kammern der Achsen an derselben Leitung
verbunden sind, da somit weniger Leitungen verwendet werden und das System vereinfacht
betrieben werden kann.
[0043] Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform sind das zweite Hauptventil
und/oder das zweite Sekundärventil gesteuerte Ventile.
[0044] Wie schon für das erste Hauptventil und das erste Sekundärventil, bietet die Steuerbarkeit
der zweiten Haupt- und/oder Sekundärventile eine verbesserte Steuerung des gesamten
Systems, wodurch sich die Effizienz des Systems verbessert und somit energie- und
kostensparender betrieben werden kann.
[0045] Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform des Aktuatorsystem ist mindestens
eines der gesteuerten Ventile mittels eines Steuerungsventil entsperrbar.
[0046] Gemäß einer noch weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform des Aktuatorsystems ist
wenigstens eines der Steuerungsventile mittels Rückschlagventile an mindestens einer
der Anschlussleitungen der Hydromaschine hydraulisch verbunden.
[0047] Das heißt, dass die Kreisläufe der Steuerungsventile für die Haupt- und/oder Sekundärventile
an den Anschlussleitungen der Hydromaschine hydraulisch verbunden sind. Somit fließt
Hydraulikfluid, welches im System ist, auch durch die Kreisläufe der Steuerungsventile,
wodurch kein zusätzliches Aufspannen und insbesondere kein zusätzlicher unabhängiger
Steuerungskreislauf benötigt wird.
[0048] Weiterhin wird ein Verfahren zum Betreiben des erfindungsgemäßen elektrohydrostatischen
Aktuatorsystem gemäß einer der beschriebenen Ausführungsformen beansprucht. Gemäß
einem solchen erfindungsgemäßen Verfahren werden die Hauptachse und die Sekundärachse
parallel oder sequentiell durch die gleiche Hydromaschine betrieben.
[0049] Dies ist eines gegenüber den in dem Stand der Technik bekannten Verfahren vorteilhaftes
Verfahren, da insbesondere das parallele Betreiben der Achsen mittels einer einzigen
Hydromaschine mehrere schon erwähnte Vorteile mit sich bringt.
[0050] Das parallele betreiben der Achsen besteht im Allgemeinen aus mehreren Schritten.
Als erstes wird die Sekundärachse mittels der Hydromaschine aufgespannt, wobei durch
das Aufspannen der ersten Kammer der Sekundärachse auch der Hydrospeicher bzw. das
Hydraulikfluid im Hydrospeicher aufgespannt wird.
[0051] Bei ausreichendem Druck in der ersten Kammer der Sekundärachse wird mittels des Sekundärventils
die Verbindung zur Hydromaschine unterbrochen. Da der aufgespannte Hydrospeicher mit
der Kammer der Sekundärachse verbunden ist, bleibt die Sekundärachse aufgespannt.
Dementsprechend wird die Hydromaschine zur Bereitstellung eines Hydraulikfluidstromes
in die Primärachse verwendet. Nach dem Ablauf werden die Achsen entspannt.
[0052] Nicht zuletzt wird auch die Verwendung eines erfindungsgemäßen Aktuatorsystems mittels
eines der oben beschriebenen Verfahrens beansprucht. Dabei kann das System zur Umformung
von Formteilen, zum Tiefziehen von Formteilen oder durch andere ähnliche Verfahren
bei denen ein elektrohydrostatisches Aktuatorsystems benötigt wird, verwendet werden.
[0053] Die Erfindung wird nachfolgend anhand verschiedener Ausführungsbeispiele erläutert,
wobei darauf hingewiesen wird, dass durch diese Beispiele Abwandlungen beziehungsweise
Ergänzungen, wie sie sich für den Fachmann unmittelbar ergeben, mit umfasst sind.
[0054] Dabei zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische allgemeine Darstellung eines erfindungsgemäßen Systems;
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Systems gemäß der Figur 1;
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Systems gemäß der Figur 2;
- Fig. 4:
- eine schematische Darstellung eines beispielhaften Aktuatorsystems;
- Fig. 5:
- eine schematische Darstellung einer weiteren beispielhaften Ausführungsform, wobei
die Sekundärachse vorgespannt ist;
- Fig. 6:
- eine schematische Darstellung eines beispielhaften Aktuatorsystems;
[0055] Figur 1 zeigt eine allgemeine Anordnung einer beispielhaften erfindungsgemäßen Ausführungsform
des Aktuatorsystems 1 mit zwei beweglichen Achsen.
[0056] Die beispielhafte erfindungsgemäße Ausführungsform des Aktuatorsystems 1 weist eine
von einem Elektromotor 10 angetriebene volumen- und/oder drehzahl-variable Hydromaschine
11, zur Bereitstellung eines Volumenstroms eines Hydraulikfluids.
[0057] Das System 1 weist weiterhin eine Hauptachse 20 auf, welche als Differentialzylinder
mit einer ersten Kammer 22 und einerzweiten Kammer 24 ausgestaltet ist, wobei die
erste Kammer 22 durch eine erste Haupthydraulikleitung 52 und durch eine erste Anschlussleitung
12 und die zweite Kammer 24 durch eine zweite Haupthydraulikleitung 54 und durch eine
zweite Anschlussleitung 14 mit jeweils einem Anschluss der Hydromaschine 11 hydraulisch
verbunden sind.
[0058] Zwischen der Hydromaschine und der ersten bzw. der zweiten Kammer 22, 24 der Hauptachse
20 sind jeweils ein erstes und ein zweites Hauptventil 23 und 25 angeordnet. Diese
sind in der Figur 1 als gesteuerte 2/2 Wegeventil mit einer Durchfluss- und einer
Sperrstellung dargestellt.
[0059] Weiterhin, wie in Figur 1 ersichtlich, weist die beispielhafte erfindungsgemäße Ausführungsform
des Aktuatorsystems 1 eine Sekundärachse 30 auf, welche ebenfalls eine erste Kammer
32 und eine zweite Kammer 34 aufweist, wobei die erste Kammer 32 durch eine erste
Sekundärhydraulikleitung 62 und durch die erste Anschlussleitung 12 und die zweite
Kammer 34 durch eine zweite Sekundärhydraulikleitung 64 und durch die zweite Anschlussleitung
14, mit jeweils einem Anschluss der Hydromaschine 11 hydraulisch verbunden ist.
[0060] Gemäß der vorliegenden erfindungsgemäßen beispielhaften Ausführungsform ist eine
Ventilanordnung 90 und ein Hydrospeicher 40 mit der Sekundärachse 30 hydraulisch verbunden.
Einige Ausführungsformen, wie die Ventilanordnung 90 ausgestaltet ist, werden in den
nächsten Figuren erläutert.
[0061] Im Allgemeinen soll die Anordnung so erfolgen, dass es möglich ist mittels einer
einzigen Hydromaschine 11 sowohl die Hauptachse 20 als auch die Sekundärachse 30 sequentiell
und/oder Parallel zu bedienen. Es ist beispielsweise wichtig, dass mittels der Ventilanordnung
90 eine Hydraulikfluidströmung von der ersten und/oder zweiten Kammern 32, 34 der
Sekundärachse 30 in Richtung von oder zu der Hydromaschine 11 nach Belieben gesperrt
werden kann, so dass die Hydromaschine 11 hauptsächlich auf die Hauptachse 20 einwirkt.
Ferner sollte die Ventilanordnung 90 so ausgestaltet sein, dass ein Entspannen der
ersten und/oder zweiten Kammer 32,34 der Sekundärachse 30 ermöglicht wird.
[0062] Des weiterem weist das System 1 eine Quelle 80 und eine Vorspannquelle 82 auf, welche
zur Vorspannung der Anschlussleitungen 12 und 14 der Hydromaschine 11 dienen. Die
Hydromaschine 11 ist weiterhin mit einem Tank 84 hydraulisch verbunden, aus welchem
die Hydromaschine 11 Hydraulikfluid entnimmt und in das System speist.
[0063] In dieser erfindungsgemäßen beispielshaften Ausführungsform strömt bei der Entspannung
einer der beiden ersten Kammern 22 bzw. 32 der Primär- bzw. Sekundärachse 20, 30 das
Hydraulikfluid in die Vorspannquelle 82 oder den Tank 84. Dies kann beispielsweise
mittels der Hydromaschine 11 erfolgen und/oder, wie in der Figur 1 dargestellt, durch
eine zusätzliche Leitung 98a, welche durch ein entsperrbares Ventil 92, in diesem
Fall ein entsperrbares Rückschlagventil, mit dem Tank 84 oder der Vorspannquelle 82
verbunden ist.
[0064] Eine weitere Leitung 98b mit einem weiteren entsperrbaren Ventil 94 dient sowohl
zur hydraulischen Verbindung der Quelle 80 und der Vorspannquelle 82 mit der Hydromaschine
11 als auch zur Entspannung der zweiten Kammer 24, 34 der Haupt- und/oder Sekundärachse
20, 30.
[0065] Alternativ oder zusätzlich kann eine Ablassleitung 42 mit einem entsperrbaren Ventil
43 an dem Anschluss des Hydrospeicher und mit dem Tank 84 hydraulisch verbunden sein.
Gemäß weitere beispielhafter erfindungsgemäßen Ausführungsformen kann der Hydrospeicher
40 mittels der zusätzlichen Leitung 42 und dem entsperrbaren Ventil 43 entspannt werden.
[0066] Figur 2 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems aus Figur.
1. Dabei ist der allgemeine Aufbau des Systems 1 unverändert.
[0067] Unterschiedlich ist die Anordnung der Ventile an der Sekundärachse 30. Insbesondere,
wie in Figur 2 ersichtlich ist die Sekundärachse 30 als Differentialzylinder dargestellt,
wobei auch die Anordnung eines Gleichgangzylinders vorstellbar ist. Die Sekundärachse
30 weist dabei eine erste Kammer 32 auf und ein durch die erste Sekundärhydraulikleitung
62 mit der ersten Kammer 32 verbundenen Hydrospeicher40, und eine zweite Kammer 34
auf.
[0068] Die Ventilanordnung 90 umfasst dabei ein Sekundärventil 33, wobei die erste Kammer
32 und die zweite Kammer 34 der Sekundärachse durch die erste Sekundärhydraulikleitung
62 bzw. der zweiten Sekundärhydraulikleitung 64, durch das gemeinsame Sekundärventil
33 mit der Hydromaschine hydraulisch verbunden sind.
[0069] In der beispielhaften erfindungsgemäßen Ausführungsform gemäß Figur 2 ist das erste
Sekundärventil 33 ein 4/2 Wegeventil 33 mit einer Durchflussstellung und einer Sperrstellung,
so dass sowohl die erste Sekundärhydraulikleitung 62 als auch die zweite Sekundärhydraulikleitungen
64 entweder gleichzeitig offen oder gleichzeitig gesperrt sind. Im ersten Fall, kann
die Hydromaschine 11 direkt in den beiden Kammern 32, 34 der Sekundärachse 30 sowie
in den Hydrospeicher 40 arbeiten. Beispielsweise kann die Hydromaschine 11 ein Hydraulikfluidstrom
in die erste Kammer 32 der Sekundärachse 30 und in den Hydraulikspeicher 40 bereitstellen,
so dass die Sekundärachse 30 aufgespannt wird, während Hydraulikfluid aus der zweiten
Kammer 34 entzogen wird.
[0070] Im zweiten Fall, also wenn das Sekundärventil 33 in die Sperrstellung gebracht wird,
wird die hydraulische Verbindung der Sekundärachse 30 zur Hydromaschine 11 durch das
Ventil 33 unterbrochen, wobei die Sekundärachse 30 durch den Hydrospeicher 40 in einem
aufgespannten Zustand verbleibt. Die Hydromaschine 11 kann dementsprechend in diesem
Fall in die Primärachse 20 einwirken, während die Sekundärachse in einem aufgespannten
Zustand bleibt.
[0071] Falls eine Entspannung der ersten und/oder zweiten Kammer der Sekundärachse 30 beabsichtig
wird, kann das Sekundärventil 33 auf Durchfluss gestellt werden und die Ventile 92
und/oder 94 entsperrt werden, so dass Hydraulikfluid in die Vorspannquelle 82 strömen
kann.
[0072] Wie auch schon in der beispielhaften Ausführungsform der Figur 1, kann der Hydrospeicher40
mittels eines Ventils 43 und einer Ablassleitung 42 direkt in den Tank 84 entlastet
werden.
[0073] Figur 3 zeigt eine ähnliche beispielhafte erfindungsgemäße Ausführungsform des Aktuatorsystems
wie Figur 2, wobei die Ventilanordnung 90 anstatt eines einzelnen Sekundärventil ein
erstes Sekundärventil 33, welches an die erste Sekundärhydraulikleitung 62 angeordnet
ist und ein zweites Sekundärventil 35, welches an die zweite Sekundärhydraulikleitung
64 angeordnet ist, umfasst.
[0074] In dieser beispielhaften erfindungsgemäßen Ausführungsform sind sowohl das erste
als auch das zweite Sekundärventil 33, 35 gesteuerte 2/2-Wegeventile mit jeweils einer
Durchfluss- und einer Sperrstellung. Somit kann die Beaufschlagung und die Entspannung
der ersten und/oder der zweiten Kammer 32, 34 der Sekundärachse einzeln gesteuert
werden.
[0075] Figur 4 zeigt ein beispielhaftes Aktuatorsystem.
[0076] In diesem beispielhaften Aktuatorsystem 1 umfasst die Ventilanordnung 90 ein 4/3-Wegeventil
33 mit einer Durchfluss-, Kreuzdurchfluss- und Sperrstellung, welches sowohl an der
ersten Sekundärhydraulikleitung 62 als auch an der zweiten Sekundärhydraulikleitung
64 angeordnet ist und ein 2/2-Wegeventil 35 mit einer Durchfluss- und Sperrstellung,
welches auf einer Leitung angeordnet ist, die den Hydrospeicher 40 und die Sekundärachse
30 mit der Anschlussleitung 12 verbindet.
[0077] Insbesondere ist eine Ablassleitung 94 an dem 4/3-Wegeventil 33 angeschlossen, so
dass bei den jeweiligen Durchflussstellungen entweder die erste Kammer 32 oder die
zweite Kammer 34 der Sekundärachse 30 mit der Ablassleitung 94 verbunden ist. Ferner
ist die Ablassleitung 94 mit dem Tank 84 hydraulisch verbunden, so dass das beim Entspannen
des Hydraulikfluids aus einer der zwei Kammern 32, 34, dieser direkt in den Tank 84
strömen kann.
[0078] Das zweite Sekundärventil 35 sperrt die Verbindung der Sekundärachse 30 und den Hydrospeicher
40 mit der Anschlussleitung 12 und entsprechend mit dem restlichen System 1.
[0079] Der Hydrospeicher 40 kann beispielsweise mittels des zweiten Sekundärventils 35,
durch die Leitung 12, 98a und durch Entsperren des Ventils 92 entspannt werden oder,
wie in den vorherigen Figuren gezeigt, durch eine alternative Leitung 42.
[0080] Wie in
Figur 5 gezeigt, kann gemäß einer weiteren beispielhaften Ausführungsform die Sekundärachse
30 anstatt eines Differentialzylinders auch ein vorgespannter Zylinder sein.
[0081] Das Vorspannen des Zylinders kann mittels einer Feder oder auch mittels eines Gewichtssystems
erfolgen, wobei der Zylinder mindestens eine Entlüftungsvorrichtung an seiner vorgespannten
Kammer 34 aufweist, damit beim Pressablauf, die Luft entkommen kann.
[0082] Die Ventilanordnung 90 umfasst in dieser beispielshaften erfindungsgemäßen Ausführungsform
ein 2-Wegeventil 33 mit einer Durchfluss- und einer Sperrstellung; dabei ist die erste
Kammer 32 der Sekundärachse 30 durch die erste Hydraulikleitung 62 und dem Sekundärventil
33 mit der Anschlussleitung 12, bzw. mit der Hydromaschine 11 hydraulisch verbunden.
[0083] Weiterhin ist auch der Druckspeicher 40 sowohl zu der Sekundärhydraulikleitung 62
als auch mit dem Sekundärventil 33 hydraulisch verbunden. Zum Entspannen der ersten
Kammer 32 und des Hydrospeichers 40, können beispielsweise das Sekundärventil 33 und
das gesteuerte Ventil 92 entsperrt werden, so dass das entspannte Hydraulikfluid in
die Vorspannquelle 82 strömt. Alternativ kann der Hydrospeicher40 auch in dieser beispielhaften
erfindungsgemäßen Ausführungsform durch eine Ablassleitung 42 mit einem Ablassventil
43 an dem Tank 84 hydraulisch verbunden sein. Es ist in dieser Ausführungsform jedoch
nur möglich die erste Kammer 32 zeitgleich mit dem Hydrospeicher 40 zu entspannen.
[0084] In dem beispielhaften in der
Figur 6 gezeigten Aktuatorsystem, kann hingegen mittels der ausgewählten Ventilanordnung
90 die erste Kammer 32 der Sekundärachse 30 und der Hydrospeicher 40 jeweils einzeln
oder zusammen entspannt werden.
[0085] Dabei umfasst die Ventilanordnung 90 ein mit der Sekundärhydraulikleitung verbundenes
3-Wegeventil, mit einer Durchfluss-, einer Kreuzfluss- und einer Sperrstellung. Ferner
umfasst die Ventilanordnung ein zweites Sekundärventil 35, welches, wie im vorherigen
Beispiel als ein 2-Wegeventil, die Anschlussleitung 12 mit der Sekundärachse 30 und/oder
dem Hydrospeicher 40 verbindet, ausgestaltet ist.
[0086] Ist das zweite Sekundärventil 35 gesperrt und ist das erste Sekundärventil 33 auf
Kreuzflussstellung geschaltet, dann wird eine Verbindung zwischen der ersten Kammer
der Sekundärachse und dem Tank 84 mittels einer Leitung 94 hergestellt. Auch hier
kann der Hydrospeicher 40 durch eine Ablassleitung 42 mit einem Ablassventil 43 mit
dem Tank 84 hydraulisch verbunden sein; somit kann durch die Sperrung des ersten Sekundärventils
33 und Öffnen des Ablassventils 43 ein alleiniges Entspannen des Hydrospeichers 40
erreicht werden.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Aktuatorsystem |
35 |
zweites Sekundärventil |
| 10 |
Elektromotor |
40 |
Hydrospeicher |
| 11 |
Hydromaschine |
42 |
Ablassleitung |
| 12 |
erste Anschlussleitung |
43 |
2-Wegeablassventil |
| 14 |
zweite Anschlussleitung |
52 |
erste Haupthydraulikleitung |
| 20 |
Hauptachse |
54 |
zweite Haupthydraulikleitung |
| 22 |
erste Kammer der Hauptachse |
62 |
erste Sekundärhydraulikleitung |
| 23 |
erstes Hauptventil |
64 |
zweite Sekundärhydraulikleitung |
| 24 |
zweite Kammer der Hauptachse |
80 |
Quelle |
| 25 |
zweites Hauptventil |
82 |
Vorspannquelle |
| 30 |
Sekundärachse |
84 |
Tank |
| 32 |
erste Kammer der Sekundärachse |
90 |
Ventilanordnung |
| 33 |
erstes Sekundärventil |
94 |
Ablassleitung |
| 34 |
zweite Kammer der Sekundärachse |
98a, 98b |
Ablassleitungen |
1. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) mit wenigstens zwei beweglichen Achsen umfassend:
eine von einem Elektromotor (10) angetriebene volumen- und/oder drehzahl-variable
Hydromaschine (11) umfassend zwei Anschlüsse mit zwei Anschlussleitungen zur Bereitstellung
eines Volumenstroms eines Hydraulikfluids;
eine durch das Hydraulikfluid bewegbare Hauptachse (20) mit mindestens einer ersten
Kammer (22), wobei die erste Kammer (22) mit wenigstens einer ersten Haupthydraulikleitung
(52) und einem ersten Hauptventil (23) über eine erste Anschlussleitung (12) mit einem
ersten Anschluss der Hydromaschine (11) hydraulisch verbunden ist;
eine durch das Hydraulikfluid bewegbare Sekundärachse (30) mit mindestens einer ersten
Kammer (32), wobei die erste Kammer (32) mit wenigstens einer ersten Sekundärhydraulikleitung
(62) und einem ersten Sekundärventil (33) über eine zweite Anschlussleitung (14) mit
einem zweiten Anschluss der Hydromaschine (11) oder über die erste Anschlussleitung
(12) mit dem ersten Anschluss der Hydromaschine (11) hydraulisch verbunden ist; und
wobei ein Hydrospeicher (40) mit der ersten Sekundärhydraulikleitung (62) im Bereich
zwischen der ersten Kammer (32) der Sekundärachse (30) und dem ersten Sekundärventil
(33) hydraulisch verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hauptachse (20) mindestens eine zweite Kammer (24) aufweist, wobei die zweite
Kammer (24) mit wenigstens einer zweiten Haupthydraulikleitung (54) und einem zweiten
Hauptventil (25) über die zweite Anschlussleitung (14) mit dem zweiten Anschluss der
Hydromaschine (11) hydraulisch verbunden ist.
2. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Hydraulikfluid in den Anschlussleitungen vorgespannt ist.
3. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass ein weiterer Hydrospeicher mit der ersten Haupthydraulikleitung (52) im Bereich zwischen
der ersten Kammer (22) der Hauptachse (20) und dem ersten Hauptventil (23) hydraulisch
verbunden ist.
4. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die erste Sekundärhydraulikleitung (62) und/oder die erste Haupthydraulikleitung
(52) mit einer Ablassleitung (94) und einem Sicherheitsventil und/oder einem 2-Wegeventil,
insbesondere einem Ablassventil, hydraulisch verbunden sind.
5. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kammer (22) der Hauptachse (20) und die erste Kammer (32) der Sekundärachse
(30) mit der gleichen Anschlussleitung der Hydromaschine (11) hydraulisch verbunden
sind.
6. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass das erste Hauptventil (23) und/oder das erste Sekundärventil (33) gesteuerte Ventile
sind.
7. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärachse mechanisch, und insbesondere mit einem Federsystem oder einem Gewichtssystem
vorgespannt ist.
8. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärachse (30) mindestens eine zweite Kammer (34) aufweist, wobei die zweite
Kammer (34) mit wenigstens einer zweiten Sekundärhydraulikleitung und einem zweiten
Sekundärventil über eine Anschlussleitung mit der Hydromaschine (11) hydraulisch verbunden
ist.
9. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Kammer (25) der Hauptachse (20) und die zweite Kammer (35) der Sekundärachse
(30) mit der gleichen Anschlussleitung der Hydromaschine (11) hydraulisch verbunden
sind, wobei die Anschlussleitung verschieden zu der Anschlussleitung der ersten Kammer
(25) der Hauptachse (20) und die ersten Kammer (35) der Sekundärachse (30) ist.
10. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach einem derAnsprüche 8 und 9 oder 9 dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Hauptventil (25) und/oder das zweite Sekundärventil (35) gesteuerte Ventile
sind.
11. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach einem der Ansprüche 6 und 10 dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der gesteuerten Ventile mittels eines Steuerungsventils entsperrbar
ist.
12. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach Anspruch 11 dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Steuerungsventile mittels Rückschlagventile an mindestens einer
der Anschlussleitungen der Hydromaschine (11) hydraulisch verbunden sind.
13. Elektrohydrostatisches Aktuatorsystem (1) nach einem der Ansprüche 6 und 10 dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptachse eine Umformungsachse ist und die Sekundärachse eine Spannachse ist.
14. Verfahren zum Betreiben eines elektrohydrostatische Aktuatorsystem gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 13 dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptachse (20) und die Sekundärachse (30) parallel oder sequentiell durch die
gleiche Hydromaschine (11) betrieben werden.
15. Verfahren zum Betreiben eines elektrohydrostatische Aktuatorsystem nach Anspruch 14
dadurch gekennzeichnet, dass das Hydraulikfluid in dem Hydrospeicher (40) beim Einspannen der Sekundärachse (30)
aufgespannt wird.
16. Verwendung eines elektrohydrostatische Aktuatorsystem gemäß einem der Ansprüche 1
bis 13 mit einem Verfahren gemäß den Ansprüchen 14 und 15 zur Umformung von Formteilen
oder Tiefziehen von Formteilen.
1. An electro-hydrostatic actuator system (1) having at least two movable axes, comprising:
a volumetric and/or rotational speed variable hydraulic machine (11) driven by an
electric motor (10) comprising two terminals with two connection lines for providing
a volume flow of a hydraulic fluid;
a main axis (20) that is movable by the hydraulic fluid and has at least one first
chamber (22), wherein the first chamber (22) is hydraulically connected to at least
one first main hydraulic line (52) and a first main valve (23) via a first connecting
line (12) to a first connection of the hydraulic machine (11);
a secondary axis (30) that is movable by the hydraulic fluid with at least one first
chamber (32), wherein the first chamber (32) is hydraulically connected to at least
one first secondary hydraulic line (62) and a first secondary valve (33) via a second
connecting line (14) to a second connection of the hydraulic machine (11), or via
the first connecting line (12) to the first connection of the hydraulic machine (11);
and
wherein a hydraulic accumulator (40) is hydraulically connected to the first secondary
hydraulic line (62) in the region between the first chamber (32) of the secondary
axis (30) and the first secondary valve (33),
characterized in that
the main axis (20) has at least one second chamber (24), wherein the second chamber
(24) is hydraulically connected to at least one second main hydraulic line (54), and
a second main valve (25) is hydraulically connected to the second connection of the
hydraulic machine (11) via the second connecting line (14).
2. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to claim 1, characterized in that the hydraulic fluid is pretensioned in the connection lines.
3. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that a further hydraulic accumulator is hydraulically connected to the first main hydraulic
line (52) in the region between the first chamber (22) of the main axis (20) and the
first main valve (23).
4. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that the first secondary hydraulic line (62) and/or the first main hydraulic line (52)
are hydraulically connected to a drain line (94), and a safety valve and/or a 2-way
valve, in particular a discharge valve.
5. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that the first chamber (22) of the main axis (20) and the first chamber (32) of the secondary
axis (30) are hydraulically connected to the same connecting line of the hydraulic
machine (11).
6. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that the first main valve (23) and/or the first secondary valve (33) are controlled valves.
7. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that the secondary axis is pretensioned mechanically, and in particular with a spring
system or a weight system.
8. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that the secondary axis (30) has at least one second chamber (34), wherein the second
chamber (34) is hydraulically connected to at least one second secondary hydraulic
line, and a second secondary valve is hydraulically connected to the hydraulic machine
(11) via a connecting line.
9. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to claim 8 characterized in that the second chamber (25) of the main axis (20) and the second chamber (35) of the
secondary axis (30) are hydraulically connected to the same connecting line of the
hydraulic machine (11), wherein the connecting line is different from the connecting
line of the first chamber (25) of the main axis (20) and the first chamber (35) of
the secondary axis (30).
10. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to any of claims 8 and 9 or
9, characterized in that the second main valve (25) and/or the second secondary valve (35) are controlled
valves.
11. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to any of claims 6 and 10, characterized in that at least one of the controlled valves can be unlocked by means of a control valve.
12. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to claim 11, characterized in that at least one of the control valves is hydraulically connected to at least one of
the connecting lines of the hydraulic machine (11) by means of check valves.
13. The electro-hydrostatic actuator system (1) according to any of claims 6 and 10, characterized in that the main axis is a shaping axis, and the secondary axis is a clamping axis.
14. A method for operating an electro-hydrostatic actuator system according to any of
claims 1 to 13, characterized in that the main axis (20) and the secondary axis (30) are operated in parallel or sequentially
by the same hydraulic machine (11).
15. The method for operating an electro-hydrostatic actuator system according to claim
14, characterized in that the hydraulic fluid is pressurized in the hydraulic accumulator (40) when the secondary
axis (30) is clamped.
16. A use of an electro-hydrostatic actuator system according to one of claims 1 to 13
with a method according to claims 14 and 15 for shaping molded parts or deep-drawing
molded parts.
1. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) comportant au moins deux axes mobiles,
comprenant :
une machine hydraulique (11) entraînée par un moteur électrique (10) à volume et/ou
vitesse variables, comprenant deux raccords comportant deux conduites de raccordement
pour la fourniture d'un débit volumétrique d'un fluide hydraulique ;
un axe principal (20) pouvant être déplacé par le fluide hydraulique et comportant
au moins une première chambre (22), la première chambre (22) étant reliée hydrauliquement
à un premier raccord de la machine hydraulique (11) à l'aide d'au moins une première
conduite hydraulique principale (52) et une première soupape principale (23) par l'intermédiaire
d'une première conduite de raccordement (12) ;
un axe secondaire (30) pouvant être déplacé par le fluide hydraulique et comportant
au moins une première chambre (32), la première chambre (32) étant reliée hydrauliquement
à un second raccord de la machine hydraulique (11) à l'aide d'au moins une première
conduite hydraulique secondaire (62) et une première soupape secondaire (33) par l'intermédiaire
d'une seconde conduite de raccordement (14) ou étant reliée hydrauliquement au premier
raccord de la machine hydraulique (11) par l'intermédiaire de la première conduite
de raccordement (12) ; et
dans lequel un accumulateur hydraulique (40) est relié hydrauliquement à la première
conduite hydraulique secondaire (62) dans la zone entre la première chambre (32) de
l'axe secondaire (30) et la première soupape secondaire (33),
caractérisé en ce que
l'axe principal (20) présente au moins une seconde chambre (24), la seconde chambre
(24) étant reliée hydrauliquement au second raccord de la machine hydraulique (11)
à l'aide d'au moins une seconde conduite hydraulique principale (54) et une seconde
soupape principale (25) par l'intermédiaire de la seconde conduite de raccordement
(14).
2. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que le fluide hydraulique est précontraint dans les conduites de raccordement.
3. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'un accumulateur hydraulique supplémentaire est relié hydrauliquement à la première conduite
hydraulique principale (52) dans la zone entre la première chambre (22) de l'axe principal
(20) et la première soupape principale (23).
4. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la première conduite hydraulique secondaire (62) et/ou la première conduite hydraulique
principale (52) sont reliées hydrauliquement à une conduite de vidange (94) et une
soupape de sécurité et/ou une soupape à deux voies, en particulier une soupape de
vidange.
5. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la première chambre (22) de l'axe principal (20) et la première chambre (32) de l'axe
secondaire (30) sont reliées hydrauliquement à la même conduite de raccordement de
la machine hydraulique (11).
6. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la première soupape principale (23) et/ou la première soupape secondaire (33) sont
des soupapes commandées.
7. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'axe secondaire est précontraint mécaniquement, et en particulier avec un système
de ressort ou un système de poids.
8. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'axe secondaire (30) présente au moins une seconde chambre (34), la seconde chambre
(34) étant reliée hydrauliquement à la machine hydraulique (11) à l'aide d'au moins
une seconde conduite hydraulique secondaire et une seconde soupape secondaire par
l'intermédiaire d'une conduite de raccordement.
9. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon la revendication 8, caractérisé en ce que la seconde chambre (25) de l'axe principal (20) et la seconde chambre (35) de l'axe
secondaire (30) sont reliées hydrauliquement à la même conduite de raccordement de
la machine hydraulique (11), la conduite de raccordement étant différente de la conduite
de raccordement de la première chambre (25) de l'axe principal (20) et de la première
chambre (35) de l'axe secondaire (30).
10. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon l'une des revendications 8 et
9 ou 9, caractérisé en ce que la seconde soupape principale (25) et/ou la seconde soupape secondaire (35) sont
des soupapes commandées.
11. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon l'une des revendications 6 et
10, caractérisé en ce qu'au moins l'une des soupapes commandées peut être déverrouillée au moyen d'une soupape
de commande.
12. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon la revendication 11, caractérisé en ce qu'au moins l'une des soupapes de commande est reliée hydrauliquement à au moins l'une
des conduites de raccordement de la machine hydraulique (11) au moyen de soupapes
antiretour.
13. Système d'actionneur électro-hydrostatique (1) selon l'une des revendications 6 et
10, caractérisé en ce que l'axe principal est un axe de formage et l'axe secondaire est un axe de serrage.
14. Procédé permettant de faire fonctionner un système d'actionneur électro-hydrostatique
selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que l'axe principal (20) et l'axe secondaire (30) fonctionnent parallèlement ou séquentiellement
au moyen de la même machine hydraulique (11).
15. Procédé permettant de faire fonctionner un système d'actionneur électro-hydrostatique
selon la revendication 14, caractérisé en ce que le fluide hydraulique est contraint dans l'accumulateur hydraulique (40) lors du
serrage de l'axe secondaire (30).
16. Utilisation d'un système d'actionneur électro-hydrostatique selon l'une des revendications
1 à 13 avec un procédé selon les revendications 14 et 15 pour le formage de pièces
moulées ou l'emboutissage profond de pièces moulées.