[0001] Die Erfindung betrifft einen Schallwandler zum Senden und/oder zum Empfangen von
akustischen Unterwassersignalen, welcher ein akustisches Wandlerelement, mindestens
ein erstes Federelement, eine Verfüllmasse und einen Wandlerträger aufweist, wobei
dem akustischem Wandlerelement das mindestens eine erste Federelement zugeordnet ist.
Des Weiteren betriff die Erfindung eine Wandlervorrichtung, ein Sonar und ein Wasserfahrzeug.
[0002] Nach dem Stand der Technik werden Schallwandler zum Senden und/oder zum Empfangen
von akustischen Unterwassersignalen steif ausgelegt, insbesondere wird das akustische
Wandlerelement fest eingebaut.
[0003] DE 10 2009 059902 B3,
DE 38 34 669 A1,
EP 2 200 017 A2 offenbaren jeweils einen Schallwandler zum Senden und/oder zum Empfangen von akustischen
Unterwassersignalen, welcher ein akustisches Wandlerelement, mindestens ein erstes
Federelement, eine Verfüllmasse und einen Wandlerträger aufweist.
[0004] Häufig ist ein derartiger Schallwandler nach dem Prinzip des Tonpilzes aufgebaut.
Beispielsweise ist dazu eine piezoelektrische Keramik zwischen zwei starren Platten
verspannt. Die piezoelektrische Keramik wirkt dabei als Feder, welche beispielsweise
durch eine elektrische Spannung "eingestellt" wird. Bei Verwendung des Schallwandlers
als Sender wird der piezoelektrischen Keramik eine Spannung aufgeprägt, wodurch diese
eine mechanische Bewegung ausführt. Die Keramik dehnt sich aus und "schwingt". Die
Schwingung wird auf die mechanisch gekoppelten Platten als Massen übertragen. Dadurch
wird der Druck und somit das ausgesandte akustische Signal verstärkt.
[0005] Durch den Tonpilz wird ein geschlossenes Schwingungsgebilde aus zwei Massen (im obigen
Beispiel die Platten) ausgebildet, welche durch eine "Elastizität" (im Beispiel die
piezoelektrische Keramik) als Feder verbunden sind. Die Massen sind dabei elastizitätsfrei
ausgelegt und die Elastizität ist idealerweise massenfrei. Die Schwingungsamplituden
der beiden Massen fallen hierbei in die Richtung der Verbindungslinie der Angriffspunkte
der Elastizität.
[0006] In einer üblichen Ausführungsform des Tonpilzes als Schallsender in ein umgebendes
Medium ist ein Piezo-Ringstapel zwischen einer massiven Schwanz- und Kopfmasse durch
einen Bolzen vorgespannt. Durch die Schwanz- und die Kopfmasse wird die Resonanzfrequenz
unter der des Piezostapels vermindert. Die Vorspannung bewirkt eine hohe Intensitätsübertragung
und -abgabe. Hierbei weist die Kopfmasse üblicherweise eine geringere Masse als die
Schwanzmasse auf. Zudem ist die Kopfmasse auf der dem Piezostapel abgewandten Seite
aufgeweitet und weist am aufgeweiteten Ende einen Schaumstoff auf, um eine bessere
Kopplung der Schallenergie zu der niedrigen Impedanz des umgebenden Mediums (Luft
und/oder Wasser) zu erreichen.
[0007] Durch die festgelegte Anordnung mit der Verspannung des akustischen Wandlerelementes
zwischen zwei starren Massen ist ein derartiger ausgeführter Schallwandler auf niedrige
Frequenzen und hohe Intensitäten beschränkt.
[0008] Somit ist es praktisch nicht möglich, einen derartigen Schallwandler hinsichtlich
der Frequenz, der Intensität und seiner Empfindlichkeit frei anzupassen.
[0009] Weiterhin besteht der Nachteil, dass beim Auftreffen einer Schalldruckwelle mit insbesondere
sehr hohem Schalldruck ein Tonpilz aufgrund seiner Steifigkeit den Druck im hohen
Maße direkt an nachfolgendes Material überträgt.
[0010] In Unterwasserfahrzeugen weist ein Sonar üblicherweise hinter dem akustischen Wandlerelement
einen akustischen Absorber auf, welcher die Aufgabe hat, den Schalldruck auf der Rückseite
des akustischen Wandlerelementes zu "schlucken" und deshalb druckempfindlich ist.
Somit besteht bei der Verwendung eines Tonpilzes die Gefahr, dass der akustische Absorber
aufgrund der direkten Übertragung mit hoher Schallintensität zerstört wird. Dadurch
wird die Kommunikation, Navigation und/oder Ortung an Bord des Unterwasserfahrzeuges
gestört.
[0011] Folglich kann sowohl die Empfindlichkeit als auch die generelle Funktionsfähigkeit
von Sonaren an Bord eingeschränkt sein.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist es, den Stand der Technik zu verbessern.
[0013] Gelöst wird die Aufgabe durch einen Schallwandler nach Anspruch 1.
[0014] Durch die Ausführung des akustischen Wandlerelementes als Masse mit einem zugeordneten
Federelement wird die akustische Wirksamkeit des Schallwandlers erhöht.
[0015] Zudem wird durch das akustische Wandlerelement als Masse, welches elastisch über
das erste Federelement mit dem Wandlerträger verbunden ist, ein offenes, elastisches
Schwingsystem eingestellt.
[0016] Da das akustische Wandlerelement als erstes Federelement ausgelegt und entgegen der
Ausgestaltung als Tonpilz verspannungsfrei ausgestaltet ist, kann dieses frei schwingen
und somit insbesondere auch für höhere Frequenzen und Intensitäten gezielt eingestellt
werden.
[0017] Es kann durch die Ausgestaltung des akustischen Wandlerelementes in Verbindung mit
dem Federelement und dem Wandlerträger die größtmögliche akustische Empfindlichkeit
(Empfänger) und/oder das größtmögliche Sendemaß (Sender) in einem gewünschten Frequenzbereich
erreicht, gezielt eingestellt und optimiert werden.
[0018] Durch die elastische Ausführung bleibt zudem ein akustischer Absorber intakt, welcher
üblicherweise in einem Sonar eines Wasserfahrzeuges dem Schwallwandler nachfolgt.
[0019] Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung beruht darauf, dass das akustische Wandlerelement
nicht steif verspannt ausgelegt wird, sondern dass das akustische Wandlerelement an
einem elastischen Federelement und dem Wandlerträger angeordnet ist, welche insbesondere
mechanisch schwingfähig sind.
[0020] Durch die mechanische Schwingfähigkeit des Federelements und/oder des Wandlerträgers
findet nicht nur eine Entkopplung zum hinter dem Wandlerträger üblicherweise gelagertem
akustischen Absorber statt, sondern auch eine Rückkopplung zum akustischem Wandlerelement,
sodass ein Teil der Ausgangsgröße der auftreffenden Schalldruckwelle direkt oder in
modifizierter Form auf das akustische Wandlerelement zurückgeführt wird. Dadurch tritt
insbesondere eine Verstärkung auf.
[0021] Durch die Ausprägung des akustischen Wandlerelementes als Masse mit dem zugeordneten
Federelement ist das Schwingsystem nicht durch Steifigkeit und/oder Verspannung in
seiner Schwingfähigkeit und dadurch seiner Amplitude und/oder Frequenz begrenzt. Dadurch
kann das Schwingsystem gezielt nach den Bedürfnissen des Benutzers eingestellt werden.
[0022] Zudem werden die elastischen Eigenschaften des Schwingsystems insbesondere beim Auftreffen
von Schallschockdruckwellen mit großer Amplitude genutzt und bewirken eine Schalldruckminderung
(Dämpfung), während bei akustischen Schalldruckwellen mit kleiner Amplitude das elastische
System, insbesondere das Federelement und der Wandlerträger, im Wesentlichen akustisch
transparent ist.
Folgendes Begriffliche sei erläutert:
[0023] Ein "Schallwandler" ist insbesondere ein Gerät zum Senden und/oder zum Empfangen
von akustischen Unterwassersignalen, wie dieses beim Verwenden von aktiven und passiven
Sonaren eingesetzt wird. Der Schallwandler empfängt Unterwasserschallsignale und wandelt
diese in ein elektrisches Signal zur Weiterverarbeitung um (Empfänger) und/oder wandelt
ein elektrisches Signal in ein akustisches Signal um, wobei letzteres ausgesandt wird
(Sender). Beispielsweise werden als Schallwandler Hydrophone unter Wasser eingesetzt,
um dort Unterwasserschallgeräusche aufzunehmen. Hierbei wandelt ein Hydrophon den
Wasserschall in eine dem Schalldruck entsprechende elektrische Größe. Bei Einsatz
unter Wasser wird insbesondere ein Frequenzbereich zwischen ca. 10 Hz und 1 MHz verwendet.
[0024] Ein "akustisches Wandlerelement" ist insbesondere ein Bauelement eines Schallwandlers
oder eines Hydrophons, welches akustische Signale als Schallwechseldrücke in elektrische
Spannung umwandelt oder umgekehrt elektrische Spannung in akustische Signale umwandelt.
Insbesondere im Ultraschallbereich unter Wasser werden heutzutage als akustisches
Wandlerelement Piezowandler eingesetzt. Neben piezoelektrischen Keramiken sind auch
Piezoelemente aus Kunststoff bekannt, insbesondere wird Polyvinylidenfluorid (PVDF)
in Hydrophonen eingesetzt.
[0025] Ein "Federelement" ist insbesondere ein Bauteil und/oder ein Material, welches unter
Belastung (Zug oder Druck) nachgibt und nach Entlastung in die ursprüngliche Form
zurückkehrt, sich also, im Idealfall, elastisch rückstellend verhält. Das Federelement
weist insbesondere eine hohe Elastizität und eine geringe Masse auf.
[0026] "Elastisch" in diesem Sinne bedeutet insbesondere, dass sich das Federelement oder
ein anderes elastisches Material bei einem einwirkenden Druck verformt, sodass dieses
eine andere Form als vor der Druckeinwirkung einnimmt. Diese Verformung ist im Wesentlichen
reversibel und nach Ende der einwirkenden Kraft-/Druckbeanspruchung nimmt das Federelement
oder das andere Material wieder seine ursprüngliche Form ein. Mithin wird ein Schalldruck
in eine mechanische Verformung überführt.
[0027] Unter einer "Verfüllmasse" wird insbesondere eine Masse zum Verfüllen des Raumes
zwischen dem akustischen Wandlerelement und dem Wandlerträger sowie den weiteren Bauteilen
des Schallwandlers verstanden. Hierbei kann es sich um eine Kunststoffmasse und/oder
Kork und/oder einem anderen Verfüllmaterial handeln. Als Kunststoff kann insbesondere
weiches Polyurethan oder Polyoxymethylen eingesetzt werden. Als "weich" wird hier
Material mit einer Härte von 40shore A bis 60shore A und/oder einem Elastizitätsmodul
zwischen 5MPa und 250MPa verstanden. Die Härte ist entsprechend der Masse des Systems
und dem Einsatzfrequenzbereich zu wählen. Die Verfüllmasse hat insbesondere die Aufgabe,
die Bauteile eines Schallwandlers zu verkleben und dadurch Stabilität zu gewährleisten.
Zudem kann die Verfüllmasse insbesondere auch elastisch und schalldämpfend wirken.
Zudem verhindert die Verfüllmasse, dass Meerwasser in den Schallwandler eindringt
und insbesondere korrosive Schäden verursacht.
[0028] Ein "Wandlerträger" steht in Verbindung zu dem akustischen Wandlerelement und umschließt
zumindest teilweise das akustische Wandlerelement. Der Wandlerträger ist in Schalldruckrichtung
hinter und neben dem akustischen Wandlerelement angeordnet. Der Wandlerträger ist
insbesondere elastisch ausgestaltet.
[0029] Unter einer "Masse" wird insbesondere die Masse eines Schwingsystems verstanden,
welche starr und elastizitätsfrei ist. Die Masse wird insbesondere in sich durch ein
Schallfeld zur Schwingung angeregt und erzeugt ein elektrisches Nutzschallsignal und/oder
als Sender einen Schallfeldabgabe.
[0030] Unter "Schalldruckrichtung" wird vorliegend die Richtung verstanden, aus welcher
der Schalldruck mit der höchsten Intensität von einer Schallquelle auf den Schallwandler
auftrifft. Bei einem Empfänger ist die Schalldruckrichtung insbesondere identisch
mit der Hauptempfangsrichtung. Bei einem Sender ist die Schalldruckrichtung insbesondere
entgegengesetzt zur Hauptsenderichtung.
[0031] Ein "Schwingsystem" ist insbesondere die Anordnung des akustischen Wandlerelementes
und weiterer Bauteile des Schallwandlers zur akustisch-mechanischen und/oder mechanisch-akustischen
Umwandlung. Im Schwingsystem wird insbesondere das Feder-Masse-Prinzip genutzt.
[0032] Die "Empfindlichkeit" eines Schallwandlers ist insbesondere ein Maß der erzeugten
elektrischen Spannung bezogen auf den einwirkenden Schalldruck bei einer bestimmten
Frequenz bei einem Schallempfänger oder ein Maß für die angelegte Spannung bezogen
auf den erzeugten Schalldruck bei einer bestimmten Frequenz bei einem Schallsender.
Die Empfindlichkeit lässt sich insbesondere auch als Übertragungsfaktor angeben, bei
dem die Ausgangsspannung (als Leerlaufspannung) im Verhältnis zum einfallenden Schalldruck
für einen Empfänger angegeben.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform des Schallwandlers ist in der Schalldruckrichtung
hinter dem akustischen Wandlerelement eine mechanisch direkt gekoppelte Impedanzmasse
angeordnet, wobei in der Schalldruckrichtung hinter der Impedanzmasse das erste Federelement
und anschließend der Wandlerträger angeordnet sind.
[0034] Durch die direkte mechanische Kopplung einer Impedanzmasse an das akustische Wandlerelement
kann das Schwingsystem gezielt eingestellt werden.
[0035] Insbesondere kann durch diese direkte mechanische Kopplung eine Schalldruckerhöhung
und somit eine Verstärkung erzielt werden.
[0036] Durch das lokale Einbringen der Impedanzmasse kann die akustische Empfindlichkeit
des akustischen Wandlerelementes (als Empfänger) und/oder die abgestrahlte Schallenergie
(als Sender) durch Schalldruckerhöhung vergrößert werden.
[0037] Auch kann durch die Anordnung des ersten Federelementes und des anschließenden Wandlerträgers
hinter der Impedanzmasse ein Impedanzsprung und somit eine Schalldämmung, insbesondere
vor dem nachgeschalteten akustischem Absorber, erreicht werden.
[0038] Somit kann die akustische Wirksamkeit der Anordnung durch eine zusätzliche Anbringung
einer elastisch gelagerten Impedanzmasse erhöht werden. Die Wirksamkeit des Schwingsystems
kann durch Wahl und Anordnung der Impedanzmasse und/oder des Federelements und/oder
der Federsteifigkeit für den gewählten Frequenzbereich optimiert werden.
[0039] Unter einer "Impedanzmasse" wird insbesondere eine Masse aus einem spezifisch schweren
Material im Vergleich zum umgebenen Material insbesondere dem umgebenden akustischen
Wandlerelement, der Verfüllmasse und/oder dem Federelement, verstanden, wodurch ein
Sprung der akustischen Impedanz auftritt. Durch die Impedanzmasse erfolgt insbesondere
eine Reflektion und/oder eine Verzögerung des auftreffenden Schall(druck)s statt,
sodass auf der Seite des auftreffenden Schall(druck)s eine Schalldruckerhöhung auftritt.
[0040] Dagegen tritt insbesondere durch den Impedanzsprung bei Übergang auf ein spezifisch
leichteres Material hinter der Impedanzmasse eine Schalldruckdämpfung statt. Als Impedanzmasse
kann beispielsweise Messing mit einer Dichte von ca. 8,41g/cm
3 bis 8,86g/cm
3 für eine größere Schalldruckerhöhung oder Aluminium mit einer Dichte von ca. 2,7g/cm
3 für eine geringere Schalldruckerhöhung eingesetzt werden.
[0041] Eine Impedanzmasse kann in Schalldruckrichtung vor und/oder hinter dem akustischen
Wandlerelement eingesetzt werden.
[0042] Um das Schwingsystem weiter einzustellen sowie die Schalldämpfung und die schwingungstechnische
Entkopplung weiter zu verbessern, ist in der Schalldruckrichtung vor und/oder hinter
dem akustischen Wandlerelement eine zweite Masse angeordnet, wobei zwischen der zweiten
Masse und dem akustischem Wandlerelement ein zweites Federelement angeordnet ist.
[0043] Durch das zusätzliche Anbringen einer zweiten elastisch gelagerten Masse wird die
akustische Wirksamkeit der Anordnung weiter erhöht.
[0044] Zudem kann durch Wahl und Anordnung der zweiten Masse zum akustischen Wandlerelement
als erste Masse die Wirksamkeit des Systems für den gewählten Frequenzbereich weiter
optimiert werden. Die Wahl der Massen wie auch der Federsteifigkeiten ergibt sich
aus dem gewünschten Frequenzeinsatzbereich.
[0045] Das Einbringen einer zweiten Masse vor dem akustischen Wandlerelement ist insbesondere
zur Kompensation gegen hohen hydrostatischen Druck und hohen Schalldruck vorteilhaft.
[0046] Somit ist diese Anordnung bei einer Schallschockdruckwelle vorteilhaft, da die Schallschockdruckwelle
mit hoher Intensität zunächst auf die vorgelagerte zweite Masse trifft. Durch die
vorgelagerte und elastisch angeordnete zweite Masse tritt eine Schockdämpfung des
Schalldrucks auf.
[0047] Aus dieser Anordnung ergibt sich der Vorteil, dass zwei Resonanzzustände (Zweimassenschwinger)
des akustischen Wandlerelementes genutzt werden können, um einerseits die akustische
Wirksamkeit zu erhöhen und gleichzeitig eine direkte Schockdruckbeanspruchung auf
das akustische Wandlerelement zu reduzieren.
[0048] Dieser "Mehrmassenschwinger" kann durch Wahl von Materialparametern wie Masse (spezifische
Dichte, Abmessung, akustische Impedanzeigenschaften) und Wahl der Federsteifigkeiten
der Federelemente auf den jeweiligen Einsatzfall und den geforderten Frequenzbereich
abgestimmt werden.
[0049] Sowohl bei Vor- als auch bei Nachschaltung einer zweiten Masse wird durch das Einbringen
eines zweiten Federelements die Elastizität des Gesamtsystems erhöht, sodass die Schalldämpfung
und die schwingungstechnische Entkopplung verbessert werden.
[0050] Die "zweite Masse" entspricht in ihren Eigenschaften weitgehend der oben beschriebenen
Masse.
[0051] Das "zweite Federelement" entspricht in seinem Aufbau und in seinen Eigenschaften
insbesondere dem oben beschriebenen ersten Federelement.
[0052] In einer weiteren Ausführungsform des Schallwandlers sind die Impedanzmasse und/oder
die zweite Masse größer als die erste Masse des akustischen Wandlerelementes.
[0053] Dadurch tritt einerseits ein stärkerer Impedanzsprung zwischen dem akustischen Wandlerelement
und der Impedanzmasse sowie der Impedanzmasse und dem Federelement sowie der zweiten
Masse und dem Federelement auf.
[0054] Mithin wird andererseits durch die größere Masse durch Reflektion und/oder Verzögerung
der auftreffende Schalldruck erhöht.
[0055] Somit kann auf der Vorderseite der Schalldruck durch die größere Masse erhöht werden,
während in Schalldruckrichtung hinter der Impedanzmasse und/oder der zweiten Masse
aufgrund des Impedanzsprunges eine Schalldruckdämpfung erfolgt.
[0056] Zudem wird dadurch sichergestellt, dass der größere Betrag der Schwingungsenergie
in der kleineren Masse des akustischen Wandlerelementes besteht, jedoch gleichzeitig
durch die Impedanzmasse und/oder die zweite Masse eine Schalldruckerhöhung und/oder
Schalldämpfung erzielt wird.
[0057] Um ein akustisches Signal in ein elektrisches Signal umzuwandeln und/oder ein elektrisches
Signal in ein akustisches Signal umzuwandeln, weist das akustische Wandlerelement
eine Piezo-Keramik und/oder eine Piezokomposit-Keramik auf.
[0058] Unter einer "Piezo-Keramik" und/oder einer "Piezokomposit-Keramik" werden insbesondere
eine Vollkeramik oder ein Verbundwerkstoff als Wandlerelement verstanden. Während
eine Piezokeramik eine Vollkeramik ist, besteht eine Piezokomposit-Keramik aus einem
Verbundwerkstoff, welcher insbesondere piezoelektrische, keramische Filamente und
eine Verfüllmasse aufweist.
[0059] Beide Keramiken wirken als Piezowandler und erzeugen beim Einwirken eines mechanischen
Drucks eine elektrische Spannung oder führen bei Anlegen einer elektrischen Spannung
eine mechanische Bewegung aus.
[0060] Die keramischen Filamente in der Piezokomposit-Keramik sind insbesondere dünne und/oder
fadenförmige Strukturen. Diese können insbesondere die Formen von Stäbchen, Zylindern,
Rohren und/oder Platten annehmen.
[0061] Bei Auftreffen und/oder Aufprägen eines Schalldrucks werden die keramischen Filamente
elastisch verformt, wobei eine Änderung der elektrischen Polarisation erfolgt und
somit eine elektrische Spannung am keramischen Feststoff erzeugt wird. Somit ist der
Schallwandler hier als Schallempfänger ausgebildet.
[0062] Die Piezokeramik und/oder Piezokomposit-Keramik sind üblicherweise mit zwei leitenden
Schichten ausgeführt, worüber eine Spannung aufgeprägt oder abgeführt wird. Die Dichte
von Piezokeramik liegt bei ca. 7,7g/cm
3, während die Dichte von Piezokomposit-Keramik niedriger liegt und vom Anteil der
keramischen Filamente und der Verfüllmasse abhängt.
[0063] In einer weiteren Ausführungsform des Schallwandlers weist oder weisen das erste
Federelement und/oder das zweite Federelement ein Elastomer auf und/oder weist der
Wandlerträger einen Faserverbundwerkstoff auf.
[0064] Durch diese Materialwahl kann eine elastische Anordnung des akustischen Wandlerelementes
und/oder der Impedanzmasse und/oder der zweiten Masse erfolgen.
[0065] Dadurch können das Schwingsystem und die akustischen Eigenschaften insbesondere die
Empfindlichkeit des Schallwandlers für einen bestimmten Frequenzbereich optimal eingestellt
werden.
[0066] Auch können dadurch die Schwingungseigenschaften des Systems, die Dämpfungseigenschaften
und die akustische Entkopplung weiter verbessert werden.
[0067] Ein "Elastomer" ist insbesondere ein formfester, aber elastisch verformbarer Kunststoff.
Elastomere können sich bei Zug- und Druckbelastung elastisch verformen, finden anschließend
wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Als Elastomer kann insbesondere Gummi und/oder
Polyurethan eingesetzt werden. Neben schalldämpfenden Eigenschaften kann ein Elastomer
auch isolierende Eigenschaften aufweisen.
[0068] Ein "Faserverbundswerkstoff" ist insbesondere ein aus üblicherweise zwei Hauptkomponenten
bestehender Mehrphasen- und/oder Mischwerkstoff, wobei die eine Komponente eine Matrix
und die andere verstärkende Fasern sind.
[0069] Eine "Faser" ist insbesondere ein im Verhältnis zu seiner Länge dünnes und flexibles
Gebilde, welches aus einem Faserstoff besteht. Vorliegend ist das Verhältnis von Länge
zu Durchmesser mindestens 3:1 oder bevorzugt mindestens 10:1. Insbesondere haben Fasern
ein Verhältnis von Länge zu Durchmesser von 1.000:1. Durch das Längen-Durchmesser-Verhältnis
verleihen die Fasern dem Werkstoff die nötige reversible Flexibilität. Als Fasern
können insbesondere Glasfasern und/oder Kohlefasern eingesetzt werden. Als Kunststoffmatrix
wird duroplastischer Kunststoff wie z. B. Polyesterharz und/oder Epoxidharz und/oder
thermoplastische Kunststoffe wie z. B. Polyamid eingesetzt.
[0070] Besonders vorteilhaft ist, dass durch die Wahl und Anzahl des Fasermaterials wie
auch des Matrixmaterials die erforderlichen Materialeigenschaften und somit das elastische
Verhalten des Wandlerträgers eingestellt werden kann.
[0071] Zusätzlich ist das Korrosionsverhalten von faserverstärktem Kunststoff im Meerwasser
vorteilhaft.
[0072] In einem weiteren Aspekt wird die Aufgabe gelöst durch eine Wandlervorrichtung mit
einem zuvor beschriebenen Schallwandler.
[0073] Dadurch können mehrere Schallwandler parallel und/oder in Reihe angeordnet und auf
verschiedene Frequenzbereiche abgestimmt werden. Somit kann die Wandlervorrichtung
nach den Bedürfnissen des Benutzers ausgeführt werden, insbesondere kann die Wandlervorrichtung
verschiedene Schallwandler zum Senden und/oder Empfangen aufweisen.
[0074] Insbesondere können auch mehrere Schallwandler mit unterschiedlichen Empfindlichkeiten
und unterschiedlichen Frequenzbereichen in der Wandlervorrichtung senden und/oder
empfangen.
[0075] In einem weiteren Aspekt wird die Aufgabe gelöst durch ein Sonar zum Senden und/oder
zum Empfangen von akustischen Unterwassersignalen, wobei das Sonar ein Schallwandler
oder mehrere Schallwandler wie zuvor beschrieben oder eine Wandlervorrichtung oder
mehrere Wandlervorrichtungen wie zuvor beschrieben aufweist.
[0076] Unter "Sonar" wird ein System zur Ortung von Gegenständen in Raum und unter Wasser
mittels empfangener Schallimpulse verstanden. Dabei kann es sich um ein aktives Sonar
handeln, welches selbst ein Signal ausstrahlt, oder um ein passives Sonar, welches
nur ausgestrahlte Schallimpulse empfängt. Ebenso kann es sich hierbei um ein bi- oder
multistatisches Sonar handeln, welches gleichzeitig auf verschiedenen Plattformen
senden und empfangen kann.
[0077] Diese Schallwandler und/oder Wandlervorrichtung sind insbesondere für ein Sonar vorteilhaft,
da eine Ortung von unbekannten Objekten mit hoher Empfindlichkeit und bei unterschiedlichen
Frequenzen erfolgen kann.
[0078] Zudem ist eine Schalldämpfung insbesondere bei Schallschockdruckwellen notwendig,
wie diese beispielsweise bei einer nah gelegenen Explosion auftreten. Dadurch kann
sichergestellt werden, dass der akustische Absorber des Sonars intakt bleibt.
[0079] In einem zusätzlichen Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch ein Wasserfahrzeug,
insbesondere ein U-Boot, welches ein Sonar wie zuvor beschrieben aufweist.
[0080] Insbesondere für ein U-Boot ist es notwendig, dass die Ortung, Navigation und Kommunikation
mit hohen Empfindlichkeiten und unterschiedlichen, weiten Frequenzbereichen des Sonars
erfolgen. Dies ist insbesondere vorteilhaft, da ein U-Boot unbekannte Schallquellen
unter Wasser detektieren und identifizieren sowie mögliche Gefahren erkennen muss.
[0081] Des Weiteren ist es auch hier vorteilhaft, dass der akustische Absorber des Sonars
nicht durch eine Schallschockdruckwelle zerstört wird, da ansonsten oben genannte
Funktionen nicht mehr bestehen und das U-Boot gefährdet wird.
[0082] Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine stark schematische Schnittdarstellung eines Schallsenders mit einer nachfolgenden
Gummischicht und einem Wandlerträger sowie das zugehörige Masse-Feder-Schema,
- Figur 2
- eine stark schematische Schnittdarstellung eines Hydrophons mit einer piezoelektrischen
Keramik, einem Messing-Block und einer Gummischicht sowie das zugehörige Masse-Feder-Schema,
- Figur 3
- einen schematischen, halbseitigen Schnitt durch ein aktives Bugsonar mit einer beispielhaft
gezeigten Piezokomposit-Keramik, einem nachgeschalteten Messing-Block und zwei Gummischichten
sowie das dazugehörige Masse-Feder-Schema und
- Figur 4
- ein schematischen, halbseitigen Schnitt durch ein aktives Bugsonar mit beispielhaft
gezeigter Piezokomposit-Keramik mit einem vorgelagerten Messing-Block und zwei Gummischichten
sowie das zugehörige Masse-Feder-Schema.
[0083] Ein Schallsender 101 weist eine piezoelektrische Keramik 105 auf, welche eine vordere
Kupferschicht 106 und eine hintere Kupferschicht 107 aufweist. In Schalldruckrichtung
102 folgt hinter der piezoelektrischen Keramik 105 eine Gummischicht 108, welche direkt
auf einem GFK-Träger 103 aufsitzt. Seitlich von der piezoelektrischen Keramik 105
und der Gummischicht 108 ist eine PU-Masse 111 angeordnet, welche die piezoelektrische
Keramik 105 und die Gummischicht 108 mit dem GFK-Träger 103 verbindet. In Schalldruckrichtung
102 hinter dem GFK-Träger 103 ist ein PU-Hochfrequenz-Absorber 104 angeordnet.
[0084] Die piezoelektrische Keramik 105 entspricht einer ersten Masse 120. Die erste Masse
120 ist direkt mit der Gummischicht 108 verbunden, wobei die Gummischicht 108 einer
Feder 123 entspricht. Auf der der Schalldruckrichtung 102 abgewandten Seite, ist die
Feder 123 mit dem GFK-Träger 103 als elastische Halterung 125 verbunden. Die dünne
vordere Kupferschicht 106 und hintere Kupferschicht 107 sind hierbei der ersten Masse
120 zugeordnet.
[0085] Der Schallsender 101 sendet ein akustisches Signal entgegen der Schalldruckrichtung
102 aus. Dazu wird eine Spannung zwischen der vorderen Kupferschicht 106 und der hinteren
Kupferschicht 107 aufgeprägt, wodurch die piezoelektrische Keramik 105 sich ausdehnt
und mechanisch bewegt. Der Bewegungsdruck wird als Schalldruck in das umgebende Wasser
abgegeben. Hierbei wird eine Frequenz von 150kHz verwendet, welche mit einem hohen
Sendemaß ausgestrahlt wird.
[0086] Dies ist möglich, da die piezoelektrische Keramik 105 als Masse 120 ausgeführt ist
und durch die in Schalldruckrichtung 102 folgende Gummischicht 108 und den GFK-Träger
103 elastisch angeordnet sind. Somit stellt der Schallwandler ein einfach elastisch
gekoppeltes System dar.
[0087] In einem alternativen Ausführungsbeispiel weist ein Hydrophon 201 als Empfänger eine
piezoelektrische Keramik 205 auf, welche in Schalldruckrichtung 202 zunächst eine
vordere Kupferschicht 206 und eine hintere Kupferschicht 207 aufweist. Anschließend
folgt in Schalldruckrichtung 202 ein Messing-Block 209 sowie eine Gummischicht 208,
welche direkt auf dem GFK-Träger 203 aufsitzt. Seitlich sind die piezoelektrische
Keramik 205, der Messing-Block 209 und die Gummischicht 208 über die PU-Masse 211
mit dem GFK-Träger 203 verbunden. In Schalldruckrichtung 202 hinter dem GFK-Träger
203 ist der PU-Hochfrequenz-Absorber 204 angeordnet.
[0088] Dabei entspricht die piezoelektrische Keramik 205 der ersten Masse 220, welche direkt
mechanisch mit einer Impedanzmasse 221 verbunden ist. Die Impedanzmasse 221 ist durch
den Messing-Block 209 ausgeführt. Die Gummischicht 208 entspricht einer Feder 223,
welche die Impedanzmasse 221 mit einer elastischen Halterung 225 verbindet, wobei
die elastischen Halterung 225 als GFK-Träger 203 ausgeführt ist.
[0089] Aufgrund der Massenverhältnisse der piezoelektrischen Keramik 205 und des GFK-Trägers
203 ist ein Messing-Block 209 als Zusatz- und Impedanzmasse mit der piezoelektrischen
Keramik 205 verbunden und diese sind elastisch auf den ebenfalls elastischen GFK-Träger
203 angeordnet.
[0090] Durch die Massen und die Federsteifigkeit wird insbesondere der Frequenzeinsatzbereich
definiert.
[0091] Da der Messing-Block 209 eine höhere spezifische Masse als die piezoelektrische Keramik
205 aufweist, tritt ein Sprung der akustischen Impedanz auf. Durch den Messing-Block
209 findet eine Reflektion und Verzögerung des auftreffenden Schalldrucks statt, sodass
auf der Seite des auftreffenden Schalldrucks eine Schalldruckerhöhung auftritt.
[0092] Zum anderen findet durch den Impedanzsprung beim Übergang vom Messing-Block 209 auf
das spezifisch leichtere Material der Gummischicht 208 eine Schalldruckdämpfung statt,
sodass der in Schalldruckrichtung 202 dem GFK-Träger 203 nachgeschaltete PU-Hochfrequenz-Absorber
auch bei Auftreffen einer Schallschockdruckwelle intakt bleibt.
[0093] In einem alternativen Ausführungsbeispiel weist ein aktives Bugsonars 301 eine Vielzahl
von Piezokomposit-Keramiken 305 auf, wobei hier beispielhaft ein Schallwandlersegment
beschrieben wird.
[0094] In Schalldruckrichtung 302 folgt zunächst ein Kupfergitter 306 als leitende Schicht,
eine Piezokomposit-Keramik 305, eine Gummischicht 308, ein nachgeschalteter Messing-Block
309 und eine Gummischicht 310. Seitlich ist eine PU-Masse 311 angeordnet, welche dieses
Schallwandlersegment mit dem nächsten, nicht gezeigten Segment, verbindet.
[0095] Die Gummischicht 310 verbindet diese Anordnung mit dem Schwingträger 303, welcher
halbkreisförmig ausgebildet ist (hier ist nur eine Hälfte des Halbkreises gezeigt)
und sowohl in Schalldruckrichtung 302 als auch quer zur Schalldruckrichtung 302 schwingen
kann. Die Gummischicht 308 hat hier sowohl die Aufgabe der Dämpfung als auch der Isolation,
während die Gummischicht 310 zur Dämpfung und akustischen Entkopplung dient.
[0096] Die Piezokomposit-Keramik 305 entspricht einer ersten Masse 320. Die Gummischicht
308 entspricht einer zweiten Feder 324 und der Messing-Block 309 einer zweiten Masse
321. Die erste Masse 320 ist über die zweite Feder 324 mit der zweiten Masse 321 verbunden.
Die zweite Masse 321 ist wiederrum über eine erste Feder 323, welche durch die Gummischicht
310 ausgeführt ist, mit einer elastischen Halterung 325 verbunden, wobei letztere
durch den Schwingträger 303 ausgeführt ist.
[0097] In dieser Alternative ist der Messing-Block 309 als zusätzliche zweite Masse 321
durch die Gummischichten 308 und die Gummischicht 310 entkoppelt hinter der piezoelektrischen-Keramik
305 in der Schalldruckrichtung 302 angeordnet.
[0098] Hierbei ist dieses System wiederum elastisch gelagert auf dem Schwingträger 303 angeordnet.
Dadurch werden zwei Resonanzzustände (Zweimassenschwinger) der piezoelektrischen Keramik
305 genutzt, um einerseits die akustische Wirksamkeit zu erhöhen und gleichzeitig
die Schallschockwellenbeanspruchung zu reduzieren.
[0099] In Schalldruckrichtung 302 tritt durch eine Explosion 50m vor dem aktiven Bugsonar
301 eine Schallschockdruckwelle auf. Durch die doppelte, elastische Anordnung der
Piezokomposit-Keramik 305 über die Gummischichten 308 und 310 sowie durch den Impedanzsprung
von dem Messing-Block 309 zu der Gummischicht 310 tritt eine Schalldämpfung auf. Dadurch
und durch die weitere elastische Auslegung des Schwingträgers 303 wird die Schallschockdruckbeanspruchung
reduziert und der Druck, welcher vom Schwingträger 303 weitergegeben wird, soweit
reduziert, dass ein nachgelagerter akustischer Absorber (nicht dargestellt) intakt
bleibt.
[0100] In einem alternativen Ausführungsbeispiel weist ein aktives Bugsonar 401 eine Mehrzahl
von Piezokomposit-Keramiken auf, wobei beispielhaft nur eine Piezokomposit-Keramik
405 betrachtet wird.
[0101] In Schalldruckrichtung 402 trifft ein Schalldruck zunächst auf einen Messing-Block
409, gefolgt von einer Gummischicht 408, der Piezokomposit-Keramik 405 und einer nachfolgenden
Gummischicht 410.
[0102] Die Gummischicht 410 verbindet diese Wandleranordnung mit dem Schwingträger 403,
welcher in Schalldruckrichtung 402 und quer zur Schalldruckrichtung bei Beanspruchung
schwingt.
[0103] Der Messingblock 409 als zweite Masse 421 ist über die Gummischicht 408 als zweite
Feder 424 mit der Piezokomposit-Keramik 405 als erste Masse 420 verbunden.
[0104] Die Piezokomposit-Keramik 405 als erste Masse 420 ist wiederum über die Gummischicht
410 als erste Feder 423 mit dem Schwingträger 403 als elastische Halterung 425 verbunden.
[0105] Aufgrund des Frequenzeinsatzbereiches und der Masse der Piezokomposit-Keramik 405
ist in dieser Alternative der Messing-Block 409 als Zusatzmasse elastisch vor der
Piezokomposit-Keramik 405 gelagert.
[0106] Die Piezokomposit-Keramik 405 ist wiederum auf der Rückseite elastisch auf dem Schwingträger
403 angeordnet. Dadurch besteht auch in dieser Alternative ein Mehrmassenschwinger,
welcher durch die Wahl der Materialparameter der ersten und der zweiten Masse 420
und 421 und der Federsteifigkeiten der Gummischichten 408 und 410 auf den Einsatzfall
und den geforderten Frequenzbereich abgestimmt ist.
[0107] Die Vorschaltung der zweiten Masse 421 ist für folgenden Einsatzfall vorteilhaft,
bei dem in unmittelbarer Umgebung des aktiven Bugsonars 401 im geringen Abstand von
20m eine Explosion auftritt und eine sehr starke Schallschockdruckwelle zunächst auf
den Messing-Block 409 als zweite Masse 421 trifft. Durch den Impedanzsprung vom Messing-Block
409 auf die elastische Gummischicht 408 findet eine Schalldruckdämpfung statt, bevor
der Schalldruck weiter auf die in Schalldruckrichtung 402 nachfolgende Piezokomposit-Keramik
405 auftrifft. Dadurch wird eine zu hohe Beanspruchung der Piezokomposit-Keramik 405
bei Auftreffen der Schallschockdruckwelle auf das aktive Bugsonar 401 vermieden.
[0108] Durch die nachfolgende elastische Anordnung der Piezokomposit-Keramik 405 auf der
Rückseite über die Gummischicht 410 und den elastischen Schwingträger 403 wird auch
eine Zerstörung des nicht gezeigten nachgeschalteten akustischen Absorbers vermieden.
Bezugszeichenliste
[0109]
- 101
- Schallsender
- 102
- Schalldruckrichtung
- 103
- GFK-Träger
- 104
- PU-Hochfrequenz-Absorber
- 105
- Piezoelektrische Keramik
- 106
- vordere Kupferschicht
- 107
- hintere Kupferschicht
- 108
- Gummischicht
- 111
- PU-Masse
- 120
- Masse 1
- 123
- Feder
- 125
- elastische Halterung
- 201
- Hydrophon (Empfänger)
- 202
- Schalldruckrichtung
- 203
- GFK-Träger
- 204
- PU-Hochfrequenz-Absorber
- 205
- Piezoelektrische Keramik
- 206
- vordere Kupferschicht
- 207
- hintere Kupferschicht
- 208
- Gummischicht
- 209
- Messing-Block
- 211
- PU-Masse
- 220
- Masse 1
- 221
- Impedanzmasse
- 223
- Feder
- 225
- elastische Halterung
- 301
- aktives Bugsonar
- 302
- Schalldruckrichtung
- 303
- Schwingträger
- 305
- Piezokomposit-Keramik
- 306
- Kupfergitter
- 308
- Gummischicht
- 309
- Messing-Block
- 310
- Gummischicht
- 311
- PU-Masse
- 320
- erste Masse
- 321
- zweite Masse
- 323
- erste Feder
- 324
- zweite Feder
- 325
- elastische Halterung
- 401
- aktives Bugsonar
- 402
- Schalldruckrichtung
- 403
- Schwingträger
- 405
- Piezokomposit-Keramik
- 408
- Gummischicht
- 409
- Messing-Block
- 410
- Gummischicht
- 411
- PU-Masse
- 420
- erste Masse
- 421
- zweite Masse
- 423
- erste Feder
- 424
- zweite Feder
- 425
- elastische Halterung
1. Schallwandler (101, 201) zum Senden und/oder zum Empfangen von akustischen Unterwassersignalen,
welcher ein akustisches Wandlerelement (105, 205, 305, 405), mindestens ein erstes
Federelement (123, 223, 323, 423), eine Verfüllmasse (111, 211, 311, 411) und einen
Wandlerträger (103, 203, 303, 403) aufweist, wobei dem akustischen Wandlerelement
das mindestens eine erste Federelement zugeordnet ist, wobei das akustische Wandlerelement
als eine erste Masse (120, 220, 320, 420) eines Schwingsystems ausgebildet ist und
in einer Schalldruckrichtung (102, 202, 302, 402) hinter dem akustischen Wandlerelement
das erste Federelement und anschließend der Wandlerträger angeordnet sind, sodass
das Schwingsystem eingestellt und somit eine akustische Empfindlichkeit des Schallwandlers
verbessert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Wandlerträger das akustische Wandlerelement zumindest teilweise umschließt und
wobei der Wandlerträger in Schalldruckrichtung hinter und neben dem akustischen Wandlerelement
angeordnet ist und wobei ein Raum zwischen dem akustischen Wandlerelement und dem
Wandlerträger sowie weiteren Bauteilen des Schallwandlers von der Verfüllmasse verfüllt
ist.
2. Schallwandler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Schalldruckrichtung hinter dem akustischen Wandlerelement eine mechanisch
direkt gekoppelte Impedanzmasse (209, 221) angeordnet ist, wobei in der Schalldruckrichtung
hinter der Impedanzmasse das erste Federelement und anschließend der Wandlerträger
angeordnet sind.
3. Schallwandler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Schalldruckrichtung vor und/oder hinter dem akustischen Wandlerelement eine
zweite Masse (309, 321, 409, 421) angeordnet ist, wobei zwischen der zweiten Masse
und dem akustischen Wandlerelement ein zweites Federelement (308, 324, 408, 424) angeordnet
ist.
4. Schallwandler nach einem der Ansprüche 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Impedanzmasse und/oder die zweite Masse größer ist als die erste Masse des akustischen
Wandlerelementes.
5. Schallwandler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das akustische Wandlerelement eine Piezo-Keramik (105, 205) und/oder eine Piezokomposit-Keramik
(305, 405) aufweist.
6. Schallwandler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Federelement und/oder das zweite Federelement ein Elastomer aufweist oder
aufweisen und/oder der Wandlerträger einen Faserverbundwerkstoff aufweist.
7. Wandlervorrichtung mit einem Schallwandler nach einem der vorherigen Ansprüche 1 bis
6.
8. Sonar (301, 401) zum Senden und/oder zum Empfangen von akustischen Unterwassersignalen,
dadurch gekennzeichnet, dass das Sonar einen Schallwandler oder mehrere Schallwandler nach einem der Ansprüche
1 bis 6 oder eine Wandlervorrichtung oder mehrere Wandlervorrichtungen nach Anspruch
7 aufweist.
9. Wasserfahrzeug, insbesondere ein U-Boot, welches ein Sonar nach Anspruch 8 aufweist.
1. Sound transducer (101, 201) for sending and/or receiving acoustic underwater signals,
which comprises an acoustic transducer element (105, 205, 305, 405), at least one
first spring element (123, 223, 323, 423), a filling compound (111, 211, 311, 411)
and a transducer support (103, 203, 303, 403), the at least one first spring element
being associated with the acoustic transducer element, wherein the acoustic transducer
element is in the form of a first mass (120, 220, 320, 420) of an oscillating system,
and in a sound pressure direction (102, 202, 302, 402) downstream of the acoustic
transducer element the first spring element and then the transducer support are arranged
, with the result that the oscillating system is set and therefore an acoustic sensitivity
of the sound transducer is improved, characterized in that the transducer support at least partly surrounds the acoustic transducer element
and wherein the transducer support is arranged downstream of and next to the acoustic
transducer element in the sound pressure direction, and wherein a space between the
acoustic transducer element and the transducer support and also further components
of the sound transducer is filled by the filling compound.
2. Sound transducer according to Claim 1, characterized in that a mechanically directly coupled impedance mass (209, 221) is arranged downstream
of the acoustic transducer element in the sound pressure direction, wherein the first
spring element and then the transducer support are arranged downstream of the impedance
mass in the sound pressure direction.
3. Sound transducer according to one of the preceding claims, characterized in that a second mass (309, 321, 409, 421) is arranged upstream and/or downstream of the
acoustic transducer element in the sound pressure direction, wherein a second spring
element (308, 324, 408, 424) is arranged between the second mass and the acoustic
transducer element.
4. Sound transducer according to one of Claims 2 and 3, characterized in that the impedance mass and/or the second mass is larger than the first mass of the acoustic
transducer element.
5. Sound transducer according to one of the preceding claims, characterized in that the acoustic transducer element comprises a piezo-ceramic (105, 205) and/or a piezo-composite
ceramic (305, 405).
6. Sound transducer according to one of the preceding claims, characterized in that the first spring element and/or the second spring element comprises or comprise an
elastomer and/or the transducer support comprises a fibre composite material.
7. Transducer apparatus having a sound transducer according to one of preceding Claims
1 to 6.
8. Sonar (301, 401) for sending and/or receiving acoustic underwater signals, characterized in that the sonar comprises a sound transducer or multiple sound transducers according to
one of Claims 1 to 6 or a transducer apparatus or multiple transducer apparatuses
according to Claim 7.
9. Watercraft, in particular a submarine, comprising a sonar according to Claim 8.
1. Transducteur acoustique (101, 201) destiné à émettre et/ou à recevoir des signaux
sous-marins acoustiques, lequel possède un élément transducteur acoustique (105, 205,
305, 405), au moins un premier élément ressort (123, 223, 323, 423), une masse de
remplissage (111, 211, 311, 411) et un porte-transducteur (103, 203, 303, 403), l'au
moins un premier élément ressort étant associé à l'élément transducteur acoustique,
l'élément transducteur acoustique étant réalisé sous la forme d'une première masse
(120, 220, 320, 420) d'un système oscillant et le premier élément ressort et ensuite
le porte-transducteur étant disposés dans une direction de pression acoustique (102,
202, 302, 402) derrière l'élément transducteur acoustique, de sorte que le système
oscillant soit réglé et qu'une sensibilité acoustique du transducteur acoustique soit
ainsi améliorée,
caractérisé en ce que
le porte-transducteur entoure au moins partiellement l'élément transducteur acoustique
et le porte-transducteur, dans la direction de pression acoustique, étant disposé
derrière et à côté de l'élément transducteur acoustique et un espace entre l'élément
transducteur acoustique et le porte-transducteur ainsi que des composants supplémentaires
du transducteur acoustique étant remplis par la masse de remplissage.
2. Transducteur acoustique selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans la direction de pression acoustique, une masse d'impédance (209, 221) directement
couplée mécaniquement est disposée derrière l'élément transducteur acoustique, le
premier élément ressort et ensuite le porte-transducteur étant disposés derrière la
masse d'impédance dans la direction de pression acoustique.
3. Transducteur acoustique selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans la direction de pression acoustique, une deuxième masse (309, 321, 409, 421)
est disposée devant et/ou derrière l'élément transducteur acoustique, un élément ressort
supplémentaire (308, 324, 408, 424) étant disposé entre la deuxième masse et l'élément
transducteur acoustique.
4. Transducteur acoustique selon l'une des revendications 2 et 3, caractérisé en ce que la masse d'impédance et/ou la deuxième masse est plus grande que la première masse
de l'élément transducteur acoustique.
5. Transducteur acoustique selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément transducteur acoustique possède une céramique piézoélectrique (105, 205)
et/ou une céramique piézoélectrique composite (305, 405).
6. Transducteur acoustique selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le premier élément ressort et/ou le deuxième élément ressort possède un élastomère
et/ou le porte-transducteur possède un matériau composite à base de fibres.
7. Dispositif transducteur comprenant un transducteur acoustique selon l'une des revendications
1 à 6.
8. Sonar (301, 401) destiné à émettre et/ou à recevoir des signaux sous-marins acoustiques,
caractérisé en ce que le sonar possède un transducteur acoustique ou plusieurs transducteurs acoustiques
selon l'une des revendications 1 à 6 ou un dispositif transducteur ou plusieurs dispositifs
transducteurs selon la revendication 7.
9. Véhicule aquatique, notamment sous-marin, qui possède un sonar selon la revendication
8.