[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Carbonfasern aus Cellulosefasern.
[0002] Die Cellulosefasern, welche ein Sulfonsäuresalz der

enthalten, wobei R
1 für eine Kohlenwasserstoffgruppe und K
+ für ein Kation steht, werden in Carbonfasern überführt.
[0003] Carbonfasern können durch Pyrolyse von Polyacrylnitrilfasern oder Cellulosefasern
hergestellt werden. Es gibt natürliche Cellulosefasern, z.B. Baumwolle, und synthetisch
hergestellte Cellulosefasern, die durch Aufschluss von Holz erhalten werden. Wegen
der großen und günstigen Rohstoffbasis sind synthetisch hergestellte Cellulosefasern
besonders interessante Ausgangsstoffe für die Herstellung von Carbonfasern.
[0004] In
EP-A 1669480 wird die Herstellung von Carbonfasern aus Cellulosefasern beschrieben. Die verwendeten
Cellulosefasern sind mit einem Polysiloxan imprägniert.
[0005] DE-A 1951020 und
DE-A 1955474 beschreiben die Carbonisierung von Cellulosefasern. Als Cellulosefasern werden Viskosefasern
verwendet. Den Cellulosefasern wird ein Additiv zugesetzt, welches die Festigkeit
erhöht. Als Additiv, welches die Festigkeit erhöht, wird unter anderem auch Ammoniumthiosulfat-Harnstoff,
ein Salz aus dem Ammonium-kation (NH
4+) und dem Anion der Formel H
2N-C (=S) -NH-SO
-3.
[0006] WO 2015/173243 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Carbonfasern aus Cellulosefasern, bei
dem die aus einem Spinnbad erhaltenen Cellulosefasern vor der nachfolgenden Ausrüstung
mit Additiven nicht getrocknet werden. Als Additiv zur Erhöhung der Festigkeit enthalten
die Viskosefasern Ammoniumverbindungen. Als Ammoniumverbindung findet auch Ammoniumimidosulfonatthioharnstoff
Verwendung. Als Additive kommen in einer bevorzugten Ausführungsform Salze oder Säuren
in Betracht, zum Beispiel anorganische Salze, anorganische Säuren, organische Salze
oder organische Säuren. Geeignete organische Säuren sind insbesondere Carbonsäuren,
Sulfonsäuren oder Phosphonsäuren. Geeignete organische Salze sind insbesondere Salze
der vorstehenden organischen Säuren, wobei es sich um Metallsalze, insbesondere Alkalimetallsalze,
oder um Salze mit organischen Kationen handeln kann.
[0007] Bei Verfahren zur Herstellung von Carbonfasern soll die Kohlenstoffausbeute möglichst
hoch sein, das heißt, dass der Kohlenstoff der Ausgangsfaser möglichst vollständig
in die Carbonfaser überführt wird. Bei bisher bekannten Verfahren zur Herstellung
von Carbonfasern aus Cellulosefasern ist die Kohlenstoffausbeute noch nicht befriedigend.
[0008] Ein Teil des Kohlenstoffs der Cellulose geht durch Abbau in letztendlich Kohlenmonoxid
und Kohlendioxid verloren. Auch sollten die mechanischen Eigenschaften der aus Cellulosefasern
erhaltenen Carbonfasern, z.B. die Elastizität, noch verbessert werden.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war daher ein verbessertes Verfahren zur Herstellung
von Carbonfasern aus Cellulosefasern.
[0010] Demgemäß wurde das eingangs definierte Verfahren dahingehend weitergebildet, dass
die Cellulosefaser das Salz der Sulfonsäure in einer solchen Menge enthält, dass der
Gehalt an Schwefel 0,1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der getrockneten
Cellulosefaser, beträgt.
[0011] Die Cellulosefasern, welche in Carbonfasern überführt werden, enthalten ein Sulfonsäuresalz
der obigen Formel I.
[0012] Die Bezeichnung "Sulfonsäuresalz " schließt auch Mischungen von Sulfonsäuresalzen
ein.
[0013] Vorzugsweise steht R
1 für eine Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 20 C-Atomen, besonders bevorzugt für eine
Kohlenwasserstoffgruppe mit 2 bis 15 C-Atomen und ganz besonders bevorzugt für eine
Kohlenwasserstoffgruppe mit 5 bis 15 C-Atomen.
[0014] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist R
1 eine aromatische Gruppe oder enthält eine aromatische Gruppe. So kann R
1 eine gegebenenfalls substituierte Arylgruppe, z.B. eine gegebenenfalls substituierte
Phenyl-, Diphenyl- oder Naphthylgruppe, sein oder R
1 kann eine Alkarylgruppe sein, z. B. eine über eine Alkylengruppe an das Schwefelatom
gebundene, gegebenenfalls substituierte Phenyl-, Diphenyl- oder Naphthylgruppe.
[0015] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist R
1 eine Gruppe der Formel III

oder IV

worin R
a bis R
e unabhängig voneinander für ein H-Atom oder eine C
1- bis C
4-Alkylgruppe stehen und R
x für eine C
1- bis C
4-Alkylengruppe steht.
[0016] Insbesondere stehen mindestens 3 der Reste R
a bis R
e für ein A-Atom.
[0017] In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform steht R
1 für eine Phenyl-, Tolyl-oder Xylylgruppe, insbesondere eine Tolylgruppe.
[0018] Bei dem Kation in Formel I kann es sich um ein beliebiges anorganisches oder organisches
Kation handeln, z.B. ein Metallkation oder ein kationisches, organisches Ringsystem
aus Kohlenstoffatomen und gegebenenfalls Heteroatomen wie N, 0 oder S.
[0019] Vorzugsweise handelte es sich um ein Kation der Formel II

worin R
2 bis R
5 unabhängig voneinander für ein H-Atom oder eine organische Gruppe mit 1 bis 20 C-Atomen
stehen. Insbesondere stehen R
2 bis R
5 unabhängig voneinander für ein H-Atom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen.
Insbesondere stehen mindestens zwei der Reste R
2 bis R
5 für ein H-Atom.
[0020] Ganz besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Kation um Ammonium, das heißt (NH
4)
+.
[0021] Das Sulfonsäuresalz der Formel I hat vorzugsweise eine Löslichkeit in Wasser von
mindestens 10 Gewichtsteilen, besonders bevorzugt von mindestens 20 Gewichtsteilen
Sulfonsäuresalz auf 100 Gewichtsteile Wasser bei Normalbedingungen (20° C, 1 bar).
[0022] In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Sulfonsäuresalz
um Ammoniumtosylat.
[0023] Die Cellulosefaser enthält das Sulfonsäuresalz in einer solchen Menge, dass der durch
das Sulfonsäuresalz verursachte Gehalt an Schwefel 0,1 bis 3 Gew. %, bezogen auf das
Gesamtgewicht der getrockneten Cellulosefaser, beträgt; besonders bevorzugt beträgt
der durch das Sulfonsäuresalz verursachte Gehalt an Schwefel mindestens 0,2 Gew %,
insbesondere mindestens 0,5 Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht der getrockneten
Cellulosefaser.
[0024] Besonders bevorzugt liegt der durch das Sulfonsäuresalz verursachte Gehalt an Schwefel
im Bereich von 0,5 bis 2 Gew. %, bezogen auf das Gesamtgewicht der getrockneten Cellulosefaser.
Zu den Cellulosefasern
[0025] Unter Cellulosefasern werden hier Fasern verstanden, welche zu mehr als 60 Gew.-%,
insbesondere mehr als 80 Gew.-%, besonders bevorzugt mehr als 90 Gew.-% aus Cellulose
oder modifizierter Cellulose bestehen. In einer besonderen Ausführungsform bestehen
die Cellulosefasern zu mehr als 98 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt zu 100 Gew.-%,
aus Cellulose oder modifizierter Cellulose.
[0026] Unter modifizierter Cellulose wird Cellulose verstanden, bei der Hydroxylgruppen
verethert oder verestert sind. Z.B. kann es sich um Celluloseacetat, Celluloseformiat,
Cellulosepropionat, Cellulosecarbamat oder Celluloseallophanat handeln.
[0027] Vorzugsweise handelt es sich bei den Cellulosefasern um Fasern, die zu mehr als 60
Gew.%, insbesondere zu mehr als 80 Gew.%, besonders bevorzugt zu mehr als 90 Gew.
% und in den besonders bevorzugten Ausführungsformen zu mehr als 98 Gew. %, bzw. zu
100 Gew. % aus Cellulose bestehen.
[0028] Bei den Cellulosefasern kann es sich um natürliche Cellulosefasern, z.B. Baumwollfasern,
oder synthetische Cellulosefasern handeln. Synthetische Cellulosefasern sind Fasern,
bei denen Cellulose, welche aus beliebigen Cellulose-haltigen organischen Materialen
gewonnen wurde, synthetisch, d.h. durch ein technisches Verfahren, in die Faserform
überführt wird. Derartige synthetische Cellulosefasern sind insbesondere:
Viskosefasern, hergestellt nach dem Viskoseverfahren,
Lyocell®-fasern, hergestellt aus einer Spinnlösung, welche NMMO (N-Methylmorpholin-N-oxid)
als Lösemittel enthält, und Cellulosefasern, welche aus Spinnlösungen mit ionischer
Flüssigkeit als Lösemittel gewonnen werden, wie es z.B. in WO 2007/076979 A1 beschrieben ist.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich um Cellulosefasern, welche einen
Wassergehalt von mehr als 20 Gewichtsteilen Wasser, insbesondere mehr als 30 Gewichtsteilen
Wasser, besonders bevorzugt mehr als 50 Gewichtsteilen Wasser, ganz besonders bevorzugt
mehr als 70 Gewichtsteilen Wasser, bezogen auf 100 Gewichtsteile Cellulosefaser, haben.
[0030] Im Allgemeinen ist der Wassergehalt aber nicht höher als 500, insbesondere nicht
höher als 300 Gewichtsteile Wasser, bezogen auf 100 Gewichtsteile Cellulosefaser.
[0031] Die Cellulosefaser mit dem vorstehenden Wassergehalt kann in einfacher Weise, zum
Beispiel durch Eintauchen einer getrockneten Cellulosefaser in Wasser, erhalten werden.
Dazu eignen sich sowohl natürliche Cellulosefasern als auch synthetische Cellulosefasern.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform werden synthetische Cellulosefasern verwendet.
[0033] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden synthetische Cellulosefasern
verwendet, welche unmittelbar vorher durch einen Spinnprozess hergestellt wurden.
[0034] Die Cellulosefasern werden dann vorzugsweise durch
- Spinnen der Cellulosefasern aus einer Spinnlösung
- und anschließendes Waschen der Cellulosefasern mit Wasser
erhalten. Bei dem vorstehenden Spinnprozess wird ein Spinnbad durch Auflösen von Cellulose
in einem Lösemittel hergestellt. Aus diesem Spinnbad wird die Cellulosefaser durch
Koagulation der Cellulose in Form einer Faser gewonnen. Danach werden die erhaltenen
Cellulosefasern mit Wasser gewaschen, um anhaftendes Lösemittel oder anhaftende Additive
aus dem Spinnbad zu entfernen.
[0035] Der Kontakt mit Wasser wird dabei vorzugsweise so durchgeführt, dass die Cellulosefaser
Wasser in der gewünschten, oben angegebenen Menge aufnimmt. Dazu kann die Cellulosefaser
für eine ausreichende Zeit in Wasser eingetaucht oder im kontinuierlichen Prozess
durch ein ausreichend langes Wasserbad geführt werden.
[0036] Bei der Herstellung der Cellulosefasern erfolgen vorzugsweise keine Verfahrensmaßnahmen
zur Trocknung. Die im Spinnprozess erhaltene Cellulosefaser wird ohne vorherige Trocknung
mit Wasser gewaschen und danach, natürlich wiederum ohne vorherige Trocknung, mit
der Lösung des Additivs in Kontakt gebracht. Es handelt sich daher um eine sogenannte
"never dried " Cellulosefaser, welche den obigen Gehalt an Wasser aufweist.
Zur Additivierung der Cellulosefasern
[0037] Die Cellulosefasern, vorzugsweise die wässrigen Cellulosefasern (never dried), werden
mit einer Lösung des obigen Sulfonsäuresalzes der Formel I in Kontakt gebracht.
[0038] Vorzugsweise handelt es sich um eine Lösung der Sulfonsäuresalze in einem hydrophilen
Lösemittel, insbesondere in Wasser oder in einem hydrophilen organischen Lösemittel,
z.B. Alkoholen oder Ether, oder deren Gemische. Als hydrophile Lösemittel besonders
bevorzugt sind Wasser oder Gemische von Wasser mit anderen, mit Wasser unbegrenzt
mischbaren hydrophilen organischen Lösemitteln, wobei im letzteren Fall der Wasseranteil
im Lösemittelgemisch in einer bevorzugten Ausführungsform mindestens 50 Gew.-% beträgt.
[0039] Insbesondere handelt es sich um eine Lösung der Sulfonsäuresalze der Formel I in
Wasser.
[0040] Die Konzentration der Sulfonsäuresalze in der Lösung und die Kontaktzeiten der Faser
mit der Lösung werden so gewählt, dass der obige Gehalt an Sulfonsäuresalz in der
getrockneten Faser erhalten wird. Dazu kann die Cellulosefaser für eine ausreichende
Zeit in die Lösung eingetaucht oder im kontinuierlichen Prozess durch ein ausreichend
langes Lösungsbad geführt werden.
[0041] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Cellulosefaser kontinuierlich durch
die Lösung der Sulfonsäuresalze geführt. Der Gehalt der Sulfonsäuresalze in der Lösung
beträgt z.B. 0,05 bis 5 mol pro Liter Lösung, vorzugsweise 0,1 mol bis 2 mol pro Liter
Lösung.
[0042] Die Kontaktzeit der Cellulosefaser mit der Lösung der Sulfonsäuresalze beträgt vorzugsweise
mindestens 0,5 Sekunden, besonders bevorzugt mindestens 2 und ganz besonders bevorzugt
mindestens 10 Sekunden. Im Allgemeinen ist sie nicht länger als 100 Sekunden, vorzugsweise
nicht länger als 30 Sekunden.
[0043] Die Cellulosefaser kann auch noch mit weiteren Additiven ausgerüstet werden. Dazu
kann die Lösung des Sulfonsäuresalzes derartige weitere Additive enthalten; die Cellulosefaser
kann aber auch in weiteren Verfahrensschritten mit Lösungen weiterer Additive in Kontakt
gebracht werden.
[0044] Als weitere Additive geeignet sind insbesondere Verbindungen, welche eine Löslichkeit
in Wasser von mindestens 10 Gewichtsteilen, bevorzugt von mindestens 20 Gewichtsteilen,
insbesondere von mindestens 30 Gewichtsteilen auf 100 Gewichtsteile Wasser bei Normalbedingungen
(20° C, 1 bar) besitzen. Vorzugsweise handelt es sich bei den Additiven um niedermolekulare
Verbindungen, welche ein Molgewicht von maximal 1000 g/mol, besonders bevorzugt maximal
500 g/mol, insbesondere von maximal 300 g/mol haben. Als weitere Additive kommen z.B.
Salze oder Säuren in Betracht, z.B. anorganische Salze, anorganische Säuren, organische
Salze oder organische Säuren, wie Carbonsäuren oder Phosphonsäuren. Als Salze genannt
seien z.B. Phosphate, Hydrogenphosphate, Phosphite, Hydrogenphosphite, Sulfate oder
Sulfite, oder Chloride. Bei den Kationen der Vorstehenden kann es sich z.B. um Metallkationen,
vorzugsweise Alkalimetallkationen wie Na
+ oder K
+, oder Ammonium (NH
4+) handeln.
[0045] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die Cellulosefaser überwiegend oder
ausschließlich Sulfonsäuresalze der Formel I als Additiv. Insbesondere handelt es
sich bei mehr als 50 Gew. %, besonders bevorzugt bei mehr als 80 Gew. %, ganz besonders
bevorzugt bei mehr als 90 Gew. % der Gesamtmenge an Additiven, mit denen die Cellulosefaser
ausgerüstet wird, um Sulfonsäuresalze der Formel I. In einer ganz besonders bevorzugten
Ausführungsform handelt es sich bei den Additiven, mit denen die Carbonfaser ausgerüstet
wird, ausschließlich um Sulfonsäuresalze der Formel I.
[0046] Die Herstellung der Cellulosefaser im Spinnprozess und im Anschluss daran die Weiterverarbeitung
durch Waschen der Cellulosefaser und Inkontaktbringen der Cellulosefaser mit der Lösung
der Additive sind vorzugsweise Bestandteile eines kontinuierlichen Gesamtprozesses.
Dabei wird die Cellulosefaser nach ihrer Herstellung im Allgemeinen über bewegliche
Rollen den einzelnen Schritten der Weiterverarbeitung zugeführt.
[0047] Abschließend kann überschüssiges Lösemittel aus der Lösung der Additive durch Abquetschung
entfernt werden und die additivierte Cellulosefaser aufgerollt werden.
[0048] Abschließend kann die additivierte Cellulosefaser getrocknet werden, z.B. bei Temperaturen
von 50 bis 300° C. Eine derartige Trocknung empfiehlt sich dann, wenn die additivierte
Cellulosefaser vor Überführung in eine Carbonfaser zunächst noch gelagert oder transportiert
werden soll.
[0049] Schließlich wird die additivierte Cellulosefaser durch Pyrolyse in eine Carbonfaser
überführt.
[0050] Die Pyrolyse wird im Allgemeinen bei Temperaturen von 500 bis 1600° C durchgeführt.
Sie kann z.B. unter Luft oder unter Schutzgas, z.B. Stickstoff oder Helium, durchgeführt
werden. Vorzugsweise wird sie unter einem Schutzgas vorgenommen.
[0051] Vor der Pyrolyse kann die Cellulosefaser getrocknet werden. Bei bereits getrockneten
und gelagerten Cellulosefasern kann die Trocknung gegebenenfalls wiederholt werden.
[0052] In Betracht kommt ein mehrstufiges Verfahren, bei dem die Cellulosefaser bei Temperaturen
im Bereich von 50 bis 300° C getrocknet und danach die Pyrolyse bei Temperaturen im
Bereich von 500 bis 1600° C, vorzugsweise 700 bis 1500° C, durchgeführt wird.
[0053] Sowohl bei der Trocknung als auch bei der Pyrolyse kann die Temperatur stufenweise
oder kontinuierlich erhöht werden.
[0054] In Betracht kommt zum Beispiel eine Trocknung in zwei oder mehr Stufen, zum Beispiel
bei 50 bis 100° C in einer ersten Stufe und bei 100 bis 200° C in einer zweiten Stufe.
Die Kontaktzeit kann in den einzelnen Stufen zum Beispiel jeweils 5 bis 300 Sekunden
und insgesamt während der Trocknung 10 bis 500 Sekunden betragen.
[0055] In Betracht kommt zum Beispiel eine Pyrolyse, bei der die Temperatur kontinuierlich
erhöht wird, z.B. beginnend ab 200° C bis schließlich zum Erreichen von 1600 oder
1400 oder 1200° C. Die Temperaturerhöhung kann zum Beispiel mit 1 bis 20 Kelvin/Minute
erfolgen.
[0056] Die Cellulosefaser sollte dabei vorzugsweise während einer Zeit von 10 bis 60 Minuten
einer Temperatur im Bereich von 900 bis 1600° C ausgesetzt sein.
[0057] Die Carbonausbeute bei der Pyrolyse beträgt im Allgemeinen 20 bis 95 Gew %; das heißt,
dass die Carbonfaser 20 bis 95 Gewichtsprozent des in der Cellulosefaser enthaltenen
Kohlenstoffs enthält. Die Carbonausbeute beträgt insbesondere 70 bis 95, besonders
bevorzugt 70 bis 90, ganz besonders bevorzugt 70 bis 85 Gew. %.
[0058] Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird eine erhöhte Carbonausbeute ermöglicht.
Die erhaltene Carbonfaser hat sehr gute mechanische Eigenschaften, insbesondere eine
gute Festigkeit und Elastizität.
Beispiele
Cellulosefaser
[0059] Als Cellulosefaser wird in dem Beispiel und in den Vergleichsbeispielen eine synthetische,
reißfeste Cellulosefaser, welche zur Herstellung von Autoreifen verwendet wird, eingesetzt.
Derartige Cellulosefasern sind als Reifencordfasern bekannt. Die verwendete Cellulosefaser
wurde hergestellt aus Cellulose, welche in einer ionischen Flüssigkeit gelöst war.
Die Cellulosefaser wurde durch Koagulation der Cellulose aus dem Spinnbad gewonnen
und seit ihrer Herstellung nicht getrocknet. Sie hatte einen Wassergehalt größer 70
Gewichtsteile Wasser auf 100 Gewichtsteile Cellulose, daher auch die Bezeichnung "never-dried
Reifencordfaser ".
[0060] Die Ausrüstung und Trocknung der Cellulosefaser erfolgt in einem kontinuierlichen
Prozess auf Galetten. Galetten sind Walzen, welche den kontinuierlichen Verlauf der
Faser entlang der Anlage ermöglichen. Es kommen 4 dieser Galetten zum Einsatz. Zwischen
der ersten und der zweiten Galette erfolgt die Beladung der Faser mit den Additiven
über ein Tauchbad. Zwischen der dritten und vierten Galette befindet sich ein Heissluftkanal,
in dem eine Trocknung erfolgt. Am Ende spult ein tensionsgesteuerter Wickler das ausgerüstete
und getrocknete Fasermaterial auf.
[0061] Die Carbonisierung der erhaltenen, getrockneten Cellulosefaser erfolgte bei Beispiel
1 und Vergleichsbeispiel 1 ebenfalls in einem kontinuierlichen Prozess; in Vergleichsbeispielen
2 und 3 wurde sie diskontinuierlich durchgeführt.
Beispiel 1:
[0062] Die never-dried Reifencordfaser wurde in 2 Wicklungen um Galette 1 (Raumtemperatur,
6,5 m/min) gewickelt und durch eine 0,3 molare wässrige Lösung von Ammoniumtosylat
gezogen und in 6 Wicklungen um Galette 2 (Raumtemperatur, 6,5 m/min) und anschließend
in 7 Wicklungen um Galette 3 (80° C, 6,5 m/min) gewickelt. Die Faser wurde durch einen
Heizkanal (120° C, Länge: 1,5 m) auf Galette 4 (Raumtemperatur, 6,5 m/min) und dann
auf eine Spule gewickelt.
[0063] Der Schwefelgehalt der getrockneten Faser betrug 1 Gew.%.
[0064] Die so hergestellte Cellulosefaser wurde kontinuierlich unter Schutzgas derivatisiert
und stabilisiert. Dabei betrugen die Verweilzeiten 13,8 min bei 200° C, 27,7 min bei
210° C und 13,8 min bei 240° C. Die Gesamtverweilzeit bei der Stabilisierung betrug
entsprechend 55,2 min. Die Fadenspannung betrug 0,34 cN/tex.
[0065] Die erhaltene stabilisierte Faser wurde anschließend kontinuierlich unter Schutzgas
carbonisiert. Dazu wurde die Faser einer Zugspannung ausgesetzt. Die Fadenspannung
betrug 2,6 cN/tex. Die Verweilzeiten betrugen 1,58 min bei 310 und 510° C, 4,74 min
bei 750° C, 1,58 min bei 971° C und 4, 74 min bei 1400° C und entsprechend insgesamt
12, 65 min.
Vergleichsbeispiel 1:
[0066] Vergleichsbeispiel 1 wurde, abgesehen von den nachstehenden Angaben, genau wie Beispiel
1 durchgeführt.
[0067] Die never-dried Reifencordfaser wurde nicht durch eine 0,3 molare Lösung von Ammoniumtosylat
gezogen, sondern durch eine 1 molare Lösung von Ammoniumhydrogenphosphat.
[0068] Der Phosphorgehalt der getrockneten Faser betrug 1 Gew.-%.
[0069] Die Gesamtverweilzeit bei der Stabilisierung betrug entsprechend 55,2 min. Die Fadenspannung
betrug 0,38 cN/tex.
[0070] Die Fadenspannung bei der Carbonisierung betrug 1, 1 cN/tex. Bei Erhöhung der Fadenspannung
riss die Faser.
Vergleichsbeispiel 2:
[0071] Vergleichsbeispiel 2 wurde, abgesehen von den nachstehenden Angaben, genau wie Beispiel
1 durchgeführt.
[0072] Die never-dried Reifencordfaser wurde nicht durch eine 0,3 molare Lösung von Ammoniumtosylat
gezogen, sondern durch eine 0,3 molare Lösung von p-Toluolsulfonsäure.
[0073] Der Schwefelgehalt der getrockneten Faser betrug 1 Gew.%.
[0074] Die so hergestellte Cellulosefaser war sehr brüchig und spröde. Sie konnte nicht
im kontinuierlichen Prozess weiterverarbeitet werden, da sie keiner Zugbelastung standhält.
Die Cellulosefaser wurde deshalb diskontinuierlich derivatisiert, stabilisiert und
carbonisiert. Dabei wird folgendes Temperaturprogramm verwendet:
Raumtemperatur (c. 21° C) bis 160° C mit einer Aufheizrate von 1 Kelvin/min; dann
30 Min bei 160° C, danach von 160° C bis 400° C mit einer Aufheizrate von 10 K/min;
und
schließlich von 400° C bis 1400° C mit einer Aufheizrate von 3,3 Kelvin/min.
Vergleichsbeispiel 3:
[0075] Vergleichsbeispiel 3 wurde wie Vergleichsbeispiel 2 durchgeführt, jedoch mit der
Ausnahme, dass die never-dried Reifencordfaser vor ihrer Trocknung mit keinem Additiv,
weder mit Ammoniumtosylat noch mit Toluolsulfonsäure, behandelt wurde.
[0076] Die never-dried Reifencordfaser wurde zur Trocknung in 7 Wicklungen um Galette 1
(80°C, 6,5 m/min) und durch einen Heizkanal (120°C) auf Galette 2 (Raumtemperatur,
6,5 m/min) und dann auf eine Spule gewickelt.
[0077] Danach wurde die Cellulosefaser in einem diskontinuierlichen Prozess entsprechend
Vergleichsbeispiel 2 derivatisiert, stabilisiert und carbonisiert.
Tabelle 1: Daten zu den erhaltenen Carbonfasern
| Carbonfaser aus |
Beispiel 1 |
V-Beispiel 1 |
V-Beispiel 2 |
V-Beispiel 3 |
| Additiv |
Ammoniumtosylat |
Ammoniumdihydrogenphosphat |
p-Toluolsulfonsäure |
- |
| DP (EWN)1 nach der Ausrüstung und Trocknung |
580 |
620 |
65 |
630 |
| Carbonisierung |
kontinuierlich |
kontinuierlich |
diskontinuierlich |
diskontinuierlich |
| Carbonisierungsausbeute (Gew. %) |
30 |
30 |
29 |
15 |
| Kohlenstoffgehalt (Gew. %) |
> 97 |
92 |
> 99 |
> 99 |
| Textilmechanische Eigenschaften2 Zugfestigkeit [GPa] |
1,6 |
1,0 |
1,0 |
nb3 |
| Bruchdehnung [%] |
2,0 |
2,5 |
2,0 |
nb3 |
| E-Modul [GPa] |
80 |
43 |
39 |
nb3 |
1 DP(EWN): Durchschnittspolymerisationsgrad, viskosimetrisch (alkalische Eisentartrat-Komplex-Lösung)
2 Mittelwerte aus 20 Einzelfilamentmessungen
3 nb: nicht bestimmbar, die Fasern sind zu brüchig |
[0078] Die textilmechanischen Eigenschaften der Faser wurden durch einen Zugversuch unter
Benutzung des Gerätes "Favimat " der Firma Textechno bestimmt.
[0079] Die Carbonisierungsausbeute gibt an, wieviel Kohlenstoff der Cellulose in der Cellulosefaser
in Kohlenstoff der Carbonfaser umgewandelt wurde.
[0080] Der Kohlenstoffgehalt gibt an, zu wie viel Gew.-% die Carbonfaser aus Kohlenstoff
besteht.
1. Verfahren zur Herstellung von Carbonfasern aus Cellulosefasern,
dadurch gekennzeichnet, dass Cellulosefasern, welche ein Sulfonsäuresalz der Formel I

enthalten, wobei R
1 für eine Kohlenwasserstoffgruppe und K
+ für ein Kation steht, in Carbonfasern überführt werden, wobei die Cellulosefaser
das Salz der Sulfonsäure in einer solchen Menge enthält, dass der Gehalt an Schwefel
0,1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der getrockneten Cellulosefaser, beträgt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass R1 für ein Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 20 C-Atomen steht.
3. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass R1 eine aromatische Gruppe ist oder eine aromatische Gruppe enthält.
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Kation um ein Kation der Formel II

worin R
2 bis R
5 unabhängig voneinander für ein H-Atom oder eine organische Gruppe mit 1 bis 20 C-Atomen
stehen, handelt.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Kation um Ammonium, das heißt (NH4)+, handelt.
6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Sulfonsäuresalz eine Löslichkeit in Wasser von mindestens 10 Gewichtsteilen auf
100 Gewichtsteile Wasser bei Normalbedingungen (20°C, 1 bar) hat.
7. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Sulfonsäuresalz um Ammoniumtosylat handelt.
8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich um ein Verfahren handelt, bei dem
a) Cellulosefasern hergestellt werden,
b) die Cellulosefasern mit dem Sulfonsäuresalz der Formel I in Kontakt gebracht werden,
wobei die Cellulosefaser das Salz der Sulfonsäure in einer solchen Menge enthält,
dass der Gehalt an Schwefel 0,1 bis 3 Gew. %, bezogen auf das Gesamtgewicht der getrockneten
Cellulosefaser, beträgt, und dann
c) die Cellulosefasern, welche das Sulfonsäuresalz der Formel I enthalten, in Carbonfasern
überführt werden.
9. Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Cellulosefasern in Verfahrensschritt a) durch Spinnen der Cellulosefasern aus
einer Spinnlösung und anschließendes Waschen der Cellulosefasern mit Wasser erhalten
werden.
10. Verfahren gemäß Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass in Verfahrensschritt b) Cellulosefasern, welche einen Wassergehalt von mehr als 20
Gewichtsteilen Wasser auf 100 Gewichtsteile Cellulosefaser haben, mit einer Lösung
des Sulfonsäuresalzes in Kontakt gebracht werden.
11. Verfahren gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Cellulosefasern mehr als 50 Gewichtsteile Wasser auf 100 Gewichtsteile Cellulose
enthalten.
12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass bis zur Durchführung von Verfahrensschritt b) keine Verfahrensmaßnahmen zur Trocknung
der Cellulosefasern erfolgen.
1. Process for the production of carbon fibers from cellulose fibers,
characterized in that cellulose fibers, which contain a sulphonic acid salt of formula I

wherein R
1 represents a hydrocarbon group and K
+ represents a cation, are converted into carbon fibers, wherein the cellulose fiber
contains the salt of the sulphonic acid in an amount such that the content of sulfur
is from 0.1 to 3 wt%, based on the total weight of the dried cellulose fiber.
2. Process according to Claim 1, characterized in that R1 represents a hydrocarbon group having 1 to 20 C-atoms.
3. Process according any one of Claims 1 or 2, characterized in that R1 is an aromatic group or contains an aromatic group.
4. Process according to any one of Claims 1 to 3,
characterized in that the cation is a cation of the formula II

wherein R
2 to R
5 independently represent an H-atom or an organic group having 1 to 20 C-atoms.
5. Process according to any one of Claims 1 to 4, characterized in that the cation is ammonium, that is (NH4)+.
6. Process according to any one of Claims 1 to 5, characterized in that the sulphonic acid salt has a solubility in water of at least 10 parts by weight
per 100 parts by weight of water at normal conditions (20°C, 1 bar).
7. Process according to any one of Claims 1 to 6, characterized in that the sulphonic acid salt is ammonium tosylate.
8. Process according to any one of Claims 1 to 7,
characterized in that it is a process in which
a) cellulose fibers are produced,
b) the cellulose fibers are brought into contact with the sulphonic acid salt of formula
I, wherein the cellulose fiber contains the salt of the sulphonic acid in an amount
such that the content of sulfur is from 0.1 to 3 wt%, based on the total weight of
the dried cellulose fiber, and then
c) the cellulose fibers which contain the sulphonic acid salt of formula I are converted
into carbon fibers.
9. Process according to Claim 8, characterized in that the cellulose fibers are obtained in process step a) by spinning the cellulose fibers
from a spinning solution and then washing the cellulose fibers with water.
10. Process according to Claim 8 or 9, characterized in that in process step b) cellulose fibers which have a water content of more than 20 parts
by weight of water per 100 parts by weight of cellulose fiber are brought into contact
with a solution of the sulphonic acid salt.
11. Process according to claim 10, characterized in that the cellulose fibers contain more than 50 parts by weight of water per 100 parts
by weight of cellulose.
12. Process according to any one of Claims 8 to 11, characterized in that until carrying out process step b) no process measures are carried out for drying
the cellulose fibers.
1. Procédé de fabrication de fibres de carbone à partir de fibres de cellulose,
caractérisé en ce que des fibres de cellulose qui contiennent un sel d'acide sulfonique de formule I

dans laquelle R
1 représente un groupe hydrocarboné et K
+ un cation, sont transformées en fibres de carbone, la fibre de cellulose contenant
le sel de l'acide sulfonique en une telle quantité que la teneur en soufre est de
0,1 à 3 % en poids, par rapport au poids total des fibres de cellulose séchées.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que R1 représente un groupe hydrocarboné ayant de 1 à 20 atomes de C.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que R1 est un groupe aromatique ou contient un groupe aromatique.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que le cation est un cation de formule II

dans laquelle R
2 à R
5 représentent indépendamment les uns des autres un atome de H ou un groupe organique
ayant de 1 à 20 atomes de C.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le cation est de l'ammonium, c'est-à-dire du (NH4)+.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le sel d'acide sulfonique présente une solubilité dans l'eau d'au moins 10 parties
en poids pour 100 parties en poids d'eau dans des conditions normales (20°C, 1 bar).
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le sel d'acide sulfonique est le tosylate d'ammonium.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que ledit procédé est un procédé selon lequel
a) des fibres de cellulose sont fabriquées,
b) les fibres de cellulose sont mises en contact avec le sel d'acide sulfonique de
formule I, les fibres de cellulose contenant le sel de l'acide sulfonique en une telle
quantité que la teneur en soufre est de 0,1 à 3 % en poids, par rapport au poids total
des fibres de cellulose séchées, et ensuite
c) les fibres de cellulose qui contiennent le sel d'acide sulfonique de formule I
sont transformées en fibres de carbone.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que les fibres de cellulose sont obtenues à l'étape de procédé a) par filage des fibres
de cellulose à partir d'une solution de filage et lavage consécutif des fibres de
cellulose avec de l'eau.
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que, à l'étape de procédé b), des fibres de cellulose qui ont une teneur en eau supérieure
à 20 parties en poids d'eau pour 100 parties en poids de fibres de cellulose sont
mises en contact avec une solution du sel de l'acide sulfonique.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que les fibres de cellulose contiennent plus de 50 parties en poids d'eau pour 100 parties
en poids de cellulose.
12. Procédé selon l'une des revendications 8 à 11, caractérisé en ce qu'aucune mesure de procédé pour le séchage des fibres de cellulose ne s'effectue jusqu'à
la réalisation de l'étape de procédé b).