[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Thermobehältnis, das wenigstens ein flächiges
Rückenkissen und ein sich in einer anderen Ebene über dem Rückenkissen erstreckendes,
flächiges Vorderkissen, die an gegenüber liegenden Seitenrändern sowie an einem weiteren
Seitenrand des Thermobehältnisses miteinander verbunden sind, einstückig ausgebildet
sind oder über ein Verbindungsstück ineinander übergehen, aufweist, sodass zwischen
dem Rückenkissen und dem Vorderkissen ein Hohlraum ausgebildet ist.
[0002] Thermobehältnisse dieser Gattung dienen dem Halten der Temperatur eines in den Hohlraum
eingebrachten Verpackungsgutes über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Durch solche
Thermobehältnisse kann somit die Kühlung oder Erwärmung des jeweils darin eingebrachten
Verpackungsgutes über eine bestimmte Zeit in einem bestimmten Temperaturfenster aufrechterhalten
werden. Damit ist es mittels solcher Thermobehältnisse möglich, beispielsweise Gefriergut,
wie tiefgefrorene Lebensmittel oder tiefgefrorenes Tierfutter, über bis zu 36 Stunden
zu verschicken, ohne dass das jeweilige Lebensmittel oder Tierfutter Schaden nimmt.
[0003] Aus der Druckschrift
DE 78 36 403 U1 ist eine isolierende Transportverpackung aus Polyethylen-Schaumfolie bekannt, bei
welcher sich zwischen den einzelnen Folienlagen eine dünne Luftschicht befindet.
[0004] Die Druckschriften
WO 03/066435 A2 und
US 2007/251942 A1 offenbaren Mikrowellen-Interaktive Verpackungen, welche den Effekt der Mikrowellenbestrahlung
auf das zu erwärmende Lebensmittel beeinflussen, sowie die Herstellung einer solchen
Verpackung. Diese Verpackungen verfügen über geschlossene Zellen, welche sich unter
Mikrowellenbestrahlung aufblähen. Die so entstehenden, luftgefüllten Isoliertaschen
isolieren das zu erwärmende Lebensmittel von der umgebenden Mikrowelle.
[0005] Die Druckschrift
DE 10 2005 021187 A1 offenbart eine doppelwandige Alcopop-Umverpackung mit einem von einer Umverpackungswand
begrenzten Aufnahmeraum. Die Umverpackungswand wird hierin von einem im Wesentlichen
dimensionsstabilen sowie flexiblen und innen hohlen Folienschlauch gebildet.
[0006] In den vergangenen Jahren wurden somit zur Herstellung von Thermobehältnissen häufig
Kunststoffe eingesetzt. Dies ist aus ökologischer Sicht nicht mehr vertretbar. Wurden
Naturstoffe zur Ausbildung von Thermobehältnissen verwendet, war die Temperaturdauer
meist stark eingeschränkt.
[0007] Ferner ist aus der Druckschrift
WO 2019/113453 A1 eine doppelwandige Tasche bekannt, bei der zwischen eine Außentasche und eine darin
eingesetzte, kleinere Innentasche, die jeweils aus Kraftpapier, Pappe oder Karton
bestehen, ein Isoliermaterial eingebracht ist. Dieses Isoliermaterial kann u. a. mehrlagiges
Krepppapier sein.
[0008] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Thermobehältnis zur Verfügung
zu stellen, das sowohl ökologisch weitgehend unbedenklich recycelbar ist und darüber
hinaus eine optimale Temperaturhaltefunktion aufweist.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein Thermobehältnis, das wenigstens ein flächiges Rückenkissen
und ein sich in einer anderen Ebene über dem Rückenkissen erstreckendes, flächiges
Vorderkissen, die an gegenüberliegenden Seitenrändern sowie an einem weiteren Seitenrand
des Thermobehältnisses miteinander verbunden sind, einstückig ausgebildet sind oder
über ein Verbindungsstück ineinander übergehen, aufweist, sodass zwischen dem Rückenkissen
und dem Vorderkissen ein Hohlraum ausgebildet ist, gelöst, wobei das Rückenkissen
als auch das Vorderkissen jeweils aus wenigstens einem Beutel und einem in dem wenigstens
einen Beutel befindlichen Faserstoffmaterial ausgebildet sind, wobei der wenigstens
eine Beutel aus einem Vlies aus thermoplastischem Material ausgebildet ist und das
Faserstoffmaterial ein Stapel aus einer Vielzahl von flächig übereinanderliegenden
Einzellagen aus gekrepptem Faserstoff ist, wobei jede der Einzellagen eine Krepphöhe
von ≥ 0,3 mm aufweist.
[0010] In dem erfindungsgemäßen Thermobehältnis können sowohl kalte als auch warme Objekte
aufbewahrt und transportiert werden. Insbesondere eignet sich das erfindungsgemäße
Thermobehältnis als Kühltasche. Das wenigstens eine Objekt, dessen Temperatur bewahrt
werden soll, kann vorteilhaft in den zwischen dem Rückenkissen und dem damit verbundenen
Vorderkissen ausgebildeten Hohlraum eingebracht werden. Danach kann der Hohlraum geeignet
verschlossen werden.
[0011] Das Faserstoffmaterial des Rückenkissens und des Vorderkissens garantiert eine besonders
vorteilhafte thermische Isolation des wenigstens einen in das Thermobehältnis eingebrachten
Objektes gegenüber der Umgebung. Das Faserstoffmaterial weist durch seinen Aufbau
eine Vielzahl von Lufteinschlüssen bzw. Luftzwischenräumen auf, wodurch die jeweilige
Temperatur besonders gut aufrechterhalten werden kann. So ist es mit der vorliegenden
Erfindung sogar möglich, beispielsweise eine Kühlung eines in das Thermobehältnis
eingebrachten Verpackungsgutes bis zu 72 Stunden in einem gewünschten Temperaturfenster
aufrecht zu erhalten.
[0012] Einerseits sind die Lufteinschlüsse bzw. Luftzwischenräume zwischen den flächig übereinanderliegenden
Einzellagen aus gekrepptem Faserstoff ausgebildet. Durch die Kreppung dieser Einzellagen
weist jede der Einzellagen eine Vielzahl von Bergen und Tälern auf, wobei sich in
den Tälern Luft sammelt. Da die Kreppung von Einzellage zu Einzellage nie identisch
ist und die Einzellagen auch nicht passgenau übereinander gestapelt werden oder ineinander
eingedrückt werden, fügen sich die Täler der jeweils darüberliegenden Einzellage nicht
bzw. nicht vollständig in die Täler der jeweils darunterliegenden Einzellage identisch
ein, sodass in jedem Fall ein Luftzwischenraum erhalten bleibt. Die Besonderheit besteht
bei der vorliegenden Erfindung darin, dass jede der Einzellagen eine Krepphöhe von
≥ 0,3 mm, bevorzugt von ≥ 0,4 mm, besonders bevorzugt von ≥ 0,6 mm, in einem Ausführungsbeispiel
von 0,65 mm aufweist. Es handelt sich somit um sogenannten Hochkrepp. Dadurch wird
gewährleistet, dass besonders große Lufteinschlüsse bzw. Luftzwischenräume zwischen
den flächig übereinanderliegenden Einzellagen aus gekrepptem Faserstoff ausgebildet
werden, was zu einer besonders hohen Temperaturhaltefähigkeit des damit ausgebildeten
Thermobehältnisses führt.
[0013] Bei der vorliegenden Erfindung verrutscht das jeweilige Faserstoffmaterial durch
die Vielzahl übereinanderliegender Einzellagen und deren jeweilige Einbringung in
den Beutel nicht. Der Beutel bildet nämlich eine Umhüllung für das jeweilige Faserstoffmaterial
aus, was zu einer mechanischen Stabilisierung führt.
[0014] Vorzugsweise wird bei der vorliegenden Erfindung als eine Vielzahl übereinander liegender
Einzellagen eine Anzahl von wenigstens 10 Einzellagen, bevorzugt von 24, 28 oder 32
Einzellagen, verwendet. Diese Einzellagen werden doubliert und in die gewünschte Breite
je nach Größe des Kissens geschnitten.
[0015] Der Beutel besitzt auch eine Schutzfunktion für das darin befindliche Faserstoffmaterial.
[0016] Ein weiterer Vorteil des verwendeten Faserstoffmaterials, das ein Primärfaserstoff,
wie ein Zellstoff, ein Holzstoff oder ein Halbzellstoff, und/oder ein Sekundärfaserstoff,
wie ein aus Altpapier gewonnener Faserstoff, sein kann, besteht darin, dass es sich
um einen natürlichen, für die Umwelt unbedenklichen Werkstoff handelt, der leicht
recycelbar ist und an sich schon eine geringe Wärmeleitung und damit gute thermische
Isolationseigenschaften aufweist.
[0017] Darüber hinaus führt die Ausbildung des verwendeten Faserstoffmaterials zu einer
vorteilhaften Weichheit und Voluminösität, welche dafür sorgen, dass das Verpackungsgut
in dem Thermobehältnis sicher gelagert und transportiert werden kann.
[0018] Das erfindungsgemäße Thermobehältnis ist gut stapelbar, aber auch als Einkaufstüte
verwendbar.
[0019] Vorzugsweise weisen die Einzellagen des gekreppten Faserstoffes einen Kreppfaktor
von wenigstens 40 %, in einer besonderen Ausgestaltung von 44 % auf. Letzterer Kreppfaktor
entspricht einer Dehnung von 80 %.
[0020] Da der wenigstens eine Beutel bei der vorliegenden Erfindung aus einem Vlies aus
thermoplastischem Material ausgebildet ist, bietet er einen guten Feuchtigkeitsschutz
für das darin liegende Faserstoffmaterial, welches eine gute Saugfähigkeit besitzt.
Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Vlies ein Polypropylen-Spinnvlies ist.
[0021] Hierzu ist es besonders von Vorteil, wenn der wenigstens eine Beutel das Faserstoffmaterial
schlauchartig umhüllt.
[0022] In einer anderen, ebenfalls vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung
sind der wenigstens eine Beutel des Rückenkissens als auch der wenigstens eine Beutel
des Vorderkissens aus Papier ausgebildet. Dadurch besteht das gesamte Thermobehältnis
aus ökologisch recycelbarem Material, nämlich Papier und Faserstoffmaterial.
[0023] Besonders ökologisch wertvoll ist das erfindungsgemäße Thermobehältnis, wenn der
gekreppte Faserstoff aus Zellstoffwatte, die zu mindestens 90 % aus recyceltem Altpapier
mit Altpapierqualitäten gemäß DIN EN 643 hergestellt ist, ausgebildet ist.
[0024] Ein Verrutschen des Faserstoffmaterials innerhalb des Beutels oder Fachs kann verhindert
werden, wenn der wenigstens eine Beutel mit voneinander beabstandeten Klebstofflinien
an dem Faserstoffmaterial fixiert ist. Als Klebstoff kann hierbei beispielsweise synthetischer
Heißklebstoff verwendet werden. Dieser kann in dünnen Linien, die beispielsweise einen
Abstand von 15 bis 30 mm, vorzugsweise von 20 mm, aufweisen, aufgetragen werden.
[0025] Um die Temperatur eines in das Thermobehältnis eingebrachten Verpackungsgutes gut
halten zu können, empfiehlt es sich, das Thermobehältnis geeignet zu verschließen.
Dies kann besonders gut realisiert werden, wenn entweder das Rückenkissen einen einseitig
über das Vorderkissen überstehenden Rückenkissenabschnitt aufweist oder sich einseitig
an das Rückenkissen eine Verschlusslasche anschließt, wobei der überstehende Rückenkissenabschnitt
oder die Verschlusslasche zum Verschließen des Hohlraumes des Thermobehältnisses auf
eine Oberfläche des Vorderkissens klappbar und mit diesem direkt oder mittelbar verbindbar
ist.
[0026] Der überstehende Rückenkissenabschnitt oder die Verschlusslasche sind vorzugsweise
aus dem gleichen Material wie das Material des wenigstens einen Beutels ausgebildet.
[0027] Um dies zu erreichen, ist der wenigstens eine Beutel mit dem darin eingebrachten
Faserstoffmaterial vorzugsweise von einem eine Vielzahl solcher Beutel aufweisenden
Beutelband abgetrennt, und der überstehende Rückenkissenabschnitt oder die Verschlusslasche
ist aus Vlies aus thermoplastischem Material ausgebildet, das über einen das Faserstoffmaterial
beinhaltenden Beutelabschnitt hinausragt.
[0028] Das erfindungsgemäße Thermobehältnis lässt sich besonders gut als Kühltasche nutzen,
wenn an dem Thermobehältnis wenigstens ein Traghenkel und/oder wenigstens ein Verschlussmittel
zum Verschließen des Hohlraumes vorgesehen ist.
[0029] Die Seitenränder des erfindungsgemäßen Thermobehältnisses sind besonders stabil,
wenn das Rückenkissen und das Vorderkissen an den einander gegenüberliegenden Seitenrändern
des Thermobehältnisses miteinander vernäht und/oder verklebt und/oder verquetscht
sind.
[0030] Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden im Folgenden anhand
von Figuren näher erläutert, wobei
- Figur 1
- schematisch eine mögliche Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Thermobehältnisses
in einer Draufsicht zeigt;
- Figur 2
- schematisch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Thermobehältnisses mit einem
eingebrachten Verpackungsgut in einer Draufsicht zeigt;
- Figur 3
- schematisch eine mögliche Ausgestaltung eines Rücken- oder Vorderkissens einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Thermobehältnisses in einer Seitenansicht zeigt; und
- Figur 4
- schematisch ein anderes Thermobehältnis in einer perspektivischen Seitenansicht zeigt.
[0031] In allen Figuren sind die dargestellten Ausführungsformen nicht maßstabsgetreu dargestellt.
Vielmehr sind in den Figuren bestimmte Merkmale der besseren Verständlichkeit halber
besonders groß im Vergleich zu anderen Merkmalen der Erfindung dargestellt. Verdeckte
Merkmale sind großteils gestrichelt dargestellt.
[0032] Figur 1 zeigt schematisch eine mögliche Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Thermobehältnisses
1 in einer Draufsicht. Das Thermobehältnis 1 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
eine Kühltasche für Transportzwecke. Eine solche Kühltasche kann beispielsweise eine
Außenbreite von 300 bis 600 mm und eine Außenlänge von 300 bis 600 mm aufweisen. Die
Verschlussklappe der Kühltasche kann eine Länge von 50 bis 120 mm aufweisen. Selbstverständlich
sind auch andere Maße möglich.
[0033] Das Thermobehältnis 1 kann jedoch auch zum Warmhalten von Objekten verwendet werden.
[0034] In Figur 2 ist das Thermobehältnis 1 aus Figur 1 geöffnet mit einem darin eingebrachten
Verpackungsgut 15 in einer Draufsicht gezeigt.
[0035] Das Thermobehältnis 1 weist ein flächiges Rückenkissen 2 und ein flächiges Vorderkissen
3 auf. Das Rückenkissen 2 ist mit dem Vorderkissen 3 an einander gegenüber befindlichen
Seitenrändern 4, 5 des Thermobehältnisses verbunden. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist diese Verbindung durch längs der Seitenränder 4, 5 verlaufende Nähte 16, 17 realisiert.
[0036] In anderen, nicht gezeigten Ausführungsformen der Erfindung kann diese Verbindung
allein oder in Kombination mit den Nähten 16, 17 durch Verkleben und/oder Verquetschen
des Materials vorgenommen sein.
[0037] In dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind das Rückenkissen
2 und das Vorderkissen 3 aus derselben, in Form eines Beutelbandes ausgebildeten Materialbahn
gebildet. Daher ist das Rückenkissen 2 mit dem Vorderkissen 3 an einem weiteren Seitenrand
6 des Thermobehältnisses 1 einstückig ausgebildet, das Material des Rückenkissens
2 geht also an dem Seitenrand 6, der beispielsweise eine Taschenunterkante bilden
kann, direkt in das Material des Vorderkissens 3 über.
[0038] In anderen, nicht gezeigten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung können das
Rückenkissen 2 und das Vorderkissen 3 auch separat ausgebildet und an dem Seitenrand
6 miteinander verbunden sein. Ferner ist es möglich, dass in anderen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung an den Seitenrändern 4, 5 und/oder 6 wenigstens ein Materialstück
zwischen dem Rückenkissen 2 und dem Vorderkissen 3 vorgesehen und mit diesen verbunden
ist. Das Materialstück kann beispielsweise streifen- oder stegartig ausgebildet sein.
[0039] Zwischen dem Rückenkissen 2 und dem Vorderkissen 3 ist ein Hohlraum 7 ausgebildet,
in den, wie in Figur 2 zu sehen, das Verpackungsgut 15 eingebracht wird.
[0040] In dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel weist das Rückenkissen
2 einen einseitig über das Vorderkissen 3 überstehenden Rückenkissenabschnitt 21 auf.
In anderen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kann sich auch einseitig an
das Rückenkissen 2 eine Verschlusslasche anschließen. Der überstehende Rückenkissenabschnitt
21 oder die Verschlusslasche werden, wie es durch den Pfeil A in Figur 2 schematisch
angedeutet ist, zum Verschließen des Hohlraumes 7 auf eine Oberfläche des Vorderkissens
3 geklappt und mit diesem direkt oder mittelbar verbunden. Beispielsweise kann der
überstehende Rückenkissenabschnitt 21 oder die Verschlusslasche mittels Klebstofflinien
auf dem Vorderkissen 3 aufgeklebt werden. Es können jedoch Klebstoffnoppen hierfür
genutzt werden.
[0041] Das Rückenkissen 2 als auch das Vorderkissen 3 weisen jeweils einen Beutel 8 auf.
Der Beutel 8 umschließt schlauchartig ein Faserstoffmaterial 9. Der Beutel 8 ist vollumfänglich
um das Faserstoffmaterial 9 ausgebildet.
[0042] Bei dem in den Figuren 1 und 2 gezeigten Thermobehältnis 1 kommt das Faserstoffmaterial
9 zum Einsatz, welches in Figur 3 schematisch in einer nicht maßstabsgetreuen Seitenansicht
dargestellt ist.
[0043] Das Faserstoffmaterial 9 besteht aus einem Stapel aus einer Vielzahl von flächig
übereinanderliegenden Einzellagen 91 aus gekrepptem Faserstoff. Die Besonderheit des
verwendeten gekreppten Faserstoffes ist hier, dass es sich um sogenannten Hochkrepp
handelt. Der verwendete gekreppte Faserstoff weist also eine besonders hohe Krepphöhe
d von ≥ 0,3 mm pro Einzellage 91 auf. In vorteilhaften Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung ist die Krepphöhe d noch größer, wie beispielsweise ≥ 0,5 mm oder sogar
≥ 0,65 mm.
[0044] Die Krepphöhe d von 0,65 mm führt bei dem verwendeten Werkstoff, der in dem gezeigten
Ausführungsbeispiel Zellstoffwatte ist, zu einer Dehnung von 80 %, was wiederum einem
Kreppfaktor von 44 % entspricht.
[0045] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel beträgt die flächenbezogene Masse des eingesetzten
gekreppten Faserstoffes 23 Gramm pro Quadratmeter.
[0046] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel wurde der gekreppte Faserstoff auf folgende
Weise hergestellt:
Als Grundmaterial wurde Recycling-Zellstoffwatte aus ausgesuchten Altpapierqualitäten
nach DIN EN 643 verwendet.
[0047] Nach einem nassen Aufschlussverfahren und einem Entfernen papierfremder Bestandteile,
jedoch ohne zusätzliche Bleiche, wurde die Kreppung der Recycling-Zellstoffwatte auf
einem Yankee-Zylinder mittels eines keramikbeschichteten Stahlschabers durchgeführt.
[0048] Zur Erzielung der hohen Krepphöhe d und damit eines hohen Volumens des aus den Einzellagen
91 gelegten Stapels werden die Haftung der Zellstofffasern an der Zylinderoberfläche,
die Geometrie des Schabers sowie der Anstellwinkel des Schabers und der Abzugswinkel
der gekreppten Zellstoffwattebahn speziell eingestellt. Die Dehnung bzw. der Kreppfaktor
wird durch die Differenzgeschwindigkeit zwischen dem Yankee-Zylinder und der Aufrollung
entsprechend hergestellt.
[0049] Nach der Kreppung werden die Einzellagen 91 beispielsweise zu einem Stapel mit 24,
28 oder 32 Einzellagen 91 doubliert. Dies erfolgt vorzugsweise auf einer Legemaschine.
Die Einzellagen 91 liegen dabei typischerweise in der gleichen Lagenerzeugungsrichtung
übereinander. Da die Kreppung jedoch nie exakt übereinander liegt, entsteht durch
das Übereinanderlegen der Einzellagen 91 eine entsprechend hohe Stapelhöhe und zugleich
ein hohes Stapelvolumen. Die Stapelhöhe kann beispielsweise bei 24 Einzellagen 91
etwa 15 mm, bei 28 Einzellagen 91 etwa 20 mm und bei 32 Einzellagen 91 etwa 25 mm
betragen. Grundsätzlich ist es jedoch auch denkbar, die Einzellagen jeweils mit abwechselnder
Ausrichtung übereinander zu legen, sodass sich die Kreppung von Einzellage 91 zu Einzellage
91 oder die Kreppung von einer Mehrzahl von Einzellagen 91 zu einzelnen oder einer
Mehrzahl von Einzellagen 91 kreuzt.
[0050] Dann wird der erzeugte Stapel in die gewünschte Breite je nach Größe des Rückenkissens
2 und des Vorderkissens 3 geschnitten.
[0051] Anschließend werden die Zellstoffwattelagen mit dem Beutel 8 umhüllt.
[0052] In dem in den Figuren 1, 2 und 3 gezeigten Ausführungsbeispiel besteht der Beutel
8 aus einem Polypropylen-Spinnvlies, mit dem der Stapel aus den Einzellagen 91 schlauchartig
umhüllt wird. Das Polypropylen-Spinnvlies gewährleistet zum einen den Zusammenhalt
der Einzellagen 91 und zum anderen einen Feuchtigkeitsschutz, zum Beispiel gegen Kondenswasser.
[0053] Die Befestigung des Beutels 8 an dem gekreppten Faserstoffmaterial 9 erfolgt, wie
in Figur 1 schematisch gezeigt, mit Hilfe von voneinander beabstandeten Linien 13
aus Schmelzklebstoff. Beispielsweise haben diese Linien einen Abstand von ca. 20 mm
und verlaufen längs der Materialbahn, aus der das Rückenkissen 2 und das Vorderkissen
3 ausgebildet sind.
[0054] Es ist von Vorteil, wenn diese Materialbahn mit dem Faserstoffmaterial 9 gefüllte
Bereiche und sich daran anschließende reine Vliesbereiche aufweist. Dann kann ein
Vliesbereich, der sich an einen Rückenkissenabschnitt des Materialbandes anschließt,
als Verschlusslasche zum Verschließen des Thermobehältnisses 1 verwendet werden. Beispielsweise
kann ein Vliesüberstand über die mit dem Faserstoffmaterial 9 gefüllten Bereiche ca.
50 mm betragen.
[0055] Um aus der Materialbahn das Rückenkissen 2 und das Vorderkissen 3 auszubilden, wird
diese quer zu ihrer Bahnlaufrichtung durchtrennt.
[0056] Dann wird ein Abschnitt des mit dem Faserstoffmaterial gefüllten Bereiches des abgetrennten
Materialbahnstückes, der später das Vorderkissen 3 bildet, über den Rest dieses Materialbahnstückes,
der das Rückenkissen bildet, geklappt. Dann werden die Seitenränder 4, 5 miteinander
vernäht und/oder verklebt und/oder verquetscht. Das Verquetschen erfolgt vorzugsweise
mittels Zahnrädern. Das Verkleben kann weggelassen werden.
[0057] Figur 4 zeigt schematisch ein anderes Thermobehältnis 1' in einer perspektivischen
Seitenansicht.
[0058] Das Thermobehältnis 1' weist eine Außenpapiertüte 11 und eine in der Außenpapiertüte
11 befindliche Innenpapiertüte 12 auf. An wenigstens zwei gegenüber befindlichen Seiten
des Thermobehältnisses 1' ist zwischen die Innenpapiertüte 12 und die Außenpapiertüte
11 Faserstoffmaterial 9 eingebracht, welches wie oben beschrieben aufgebaut ist.
[0059] Die Innenpapiertüte 12 und die Außenpapiertüte 11 können unter Einschluss des jeweiligen
Faserstoffmaterials 9 miteinander verbunden sein.
[0060] An einer Oberseite des Thermobehältnisses 1' sind Traghenkel 14 vorgesehen.
[0061] Ferner können an dem Thermobehältnis 1' geeignete Verschlussmittel vorgesehen sein.
[0062] Das Thermobehältnis 1' kann, wie gezeigt, einen Blockboden 19 aufweisen, kann aber
auch ohne den Blockboden 19 ausgebildet sein.
1. Thermobehältnis (1), das wenigstens ein flächiges Rückenkissen (2) und ein sich in
einer anderen Ebene über dem Rückenkissen (2) erstreckendes, flächiges Vorderkissen
(3), die an gegenüberliegenden Seitenrändern (4, 5) sowie an einem weiteren Seitenrand
(6) des Thermobehältnisses (1) miteinander verbunden sind, einstückig ausgebildet
sind oder über ein Verbindungsstück ineinander übergehen, aufweist, sodass zwischen
dem Rückenkissen (2) und dem Vorderkissen (3) ein Hohlraum (7) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenkissen (2) als auch das Vorderkissen (3) jeweils aus wenigstens einem Beutel
(8) und einem in dem wenigstens einen Beutel (8) befindlichen Faserstoffmaterial (9)
ausgebildet sind, wobei der wenigstens eine Beutel (8) aus einem Vlies aus thermoplastischem
Material ausgebildet ist und das Faserstoffmaterial (9) ein Stapel aus einer Vielzahl
von flächig übereinanderliegenden Einzellagen (91) aus gekrepptem Faserstoff ist,
wobei jede der Einzellagen (91) eine Krepphöhe (d) von ≥ 0,3 mm aufweist.
2. Thermobehältnis nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Krepphöhe (d) der Einzellagen (91) des gekreppten Faserstoffes ≥ 0,6 mm beträgt.
3. Thermobehältnis nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzellagen (91) des gekreppten Faserstoffes einen Kreppfaktor von wenigstens
40 % aufweisen.
4. Thermobehältnis nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Beutel (8) das Faserstoffmaterial (9) schlauchartig umhüllt.
5. Thermobehältnis nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Beutel (8) mit voneinander beabstandeten Klebstofflinien (13)
an dem Faserstoffmaterial (9) fixiert ist.
6. Thermobehältnis nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass entweder das Rückenkissen (2) einen einseitig über das Vorderkissen (3) überstehenden
Rückenkissenabschnitt (21) aufweist oder sich einseitig an das Rückenkissen (2) eine
Verschlusslasche anschließt, wobei der überstehende Rückenkissenabschnitt (21) oder
die Verschlusslasche zum Verschließen des Hohlraumes (7) auf eine Oberfläche des Vorderkissens
(3) klappbar und mit diesem direkt oder mittelbar verbindbar ist, wobei der überstehende
Rückenkissenabschnitt (21) oder die Verschlusslasche aus dem gleichen Material wie
das Material des wenigstens einen Beutels (8) ausgebildet ist.
7. Thermobehältnis nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Beutel (8) mit dem darin eingebrachten Faserstoffmaterial (9)
von einem eine Vielzahl solcher Beutel (8) aufweisenden Beutelband abgetrennt ist,
und der überstehende Rückenkissenabschnitt (21) oder die Verschlusslasche aus dem
Vlies aus thermoplastischem Material ausgebildet ist, das über einen den das Faserstoffmaterial
(9) beinhaltenden Beutelabschnitt hinausragt.
8. Thermobehältnis nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Thermobehältnis (1) wenigstens ein Traghenkel (14) und/oder wenigstens ein
Verschlussmittel zum Verschließen des Hohlraumes (7) vorgesehen ist.
9. Thermobehältnis nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenkissen (2) und das Vorderkissen (3) an den einander gegenüberliegenden
Seitenrändern (4, 5) des Thermobehältnisses (1) miteinander vernäht und/oder verklebt
und/oder verquetscht sind.
1. Thermal container (1) comprising at least one planar rear cushion (2) and a planar
front cushion (3) extending in a different plane above the rear cushion (2), which
cushions are interconnected on opposite lateral edges (4, 5) and on a further lateral
edge (6) of the thermal container (1) and are formed in one piece or pass over into
one another via a connecting piece, such that a cavity (7) is formed between the rear
cushion (2) and the front cushion (3), characterized in that the rear cushion (2) and the front cushion (3) are each formed from at least one
bag (8) and a fibrous material (9) located in the at least one bag (8), wherein the
at least one bag (8) is made of a non-woven fabric made of thermoplastic material
and the fibrous material (9) is a stack of a plurality of individual layers (91) of
creped fibrous material lying on top of one another in a planar manner, wherein each
of the individual layers (91) comprises a creping height of ≥ 0.3 mm.
2. Thermal container according to claim 1, characterized in that the creping height (d) of the individual layers (91) of the creped fibrous material
is ≥ 0.6 mm.
3. Thermal container according to either claim 1 or claim 2, characterized in that the individual layers (91) of the creped fibrous material comprise a creping factor
of at least 40%.
4. Thermal container according to at least one of the preceding claims, characterized in that the at least one bag (8) encompasses the fibrous material (9) like a tube.
5. Thermal container according to at least one of the preceding claims, characterized in that the at least one bag (8) is fixed to the fibrous material (9) by means of adhesive
lines (13) which are spaced apart from one another.
6. Thermal container according to at least one of the preceding claims, characterized in that either the rear cushion (2) comprises a rear cushion portion (21) which projects
beyond the front cushion (3) on one side, or a closure flap adjoins the rear cushion
(2) on one side, it being possible for the projecting rear cushion portion (21) or
the closure flap to be folded onto a surface of the front cushion (3) and directly
or indirectly connected thereto in order to close the cavity (7), the projecting rear
cushion portion (21) or the closure flap being made of the same material as the material
of the at least one bag (8).
7. Thermal container according to claim 6, characterized in that the at least one bag (8) having the fibrous material (9) inserted therein is separated
from a bag strip comprising a plurality of such bags (8), and the projecting rear
cushion portion (21) or the closure flap is made of the non-woven fabric made of thermoplastic
material that protrudes beyond a bag portion containing the fibrous material (9).
8. Thermal container according to at least one of the preceding claims, characterized in that at least one carrying handle (14) and/or at least one closure means for closing the
cavity (7) is provided on the thermal container (1).
9. Thermal container according to at least one of the preceding claims, characterized in that the rear cushion (2) and the front cushion (3) are sewn and/or glued and/or squeezed
together on the mutually opposing lateral edges (4, 5) of the thermal container (1).
1. Récipient isotherme (1), qui a au moins un coussin arrière (2) plat et un coussin
avant (3) plat qui s'étend dans un autre plan au-dessus du coussin arrière (2) et
qui sont reliés à des bords latéraux opposés (4, 5) et à un autre bord latéral (6)
du récipient isotherme (1), ils sont formés d'une seule pièce ou se confondent via
une pièce de liaison, de sorte qu'une cavité (7) est formée entre le coussin arrière
(2) et le coussin avant (3), caractérisé en ce que le coussin arrière (2) ainsi que le coussin avant (3) sont formés chacun d'au moins
une poche (8) et d'un matériau fibreux (9) situé dans l'au moins une poche (8), l'au
moins une poche (8) étant constituée d'un molleton en matériau thermoplastique et
le matériau fibreux (9) étant un empilement d'une pluralité de couches individuelles
(91) plates superposées de matériau fibreux crêpé, chacune des couches individuelles
(91) présentant une hauteur de crêpage (d) ≥ 0,3 mm.
2. Récipient isotherme selon la revendication 1, caractérisé en ce que la hauteur de crêpage (d) des couches individuelles (91) du matériau fibreux crêpé
est ≥ 0,6 mm.
3. Récipient isotherme selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les couches individuelles (91) du matériau fibreux crêpé présentent un facteur de
crêpage d'au moins 40 %.
4. Récipient isotherme selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'au moins une poche (8) enveloppe le matériau fibreux (9) à la manière d'un tuyau.
5. Récipient isotherme selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'au moins une poche (8) est fixée au matériau fibreux (9) avec des lignes adhésives
(13) espacées les unes des autres.
6. Récipient isotherme selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que soit le coussin arrière (2) présente une section de coussin arrière (21) qui dépasse
du coussin avant (3) d'un côté, soit un rabat de fermeture est relié au coussin arrière
(2) d'un côté, la section de coussin arrière (21) en saillie ou le rabat de fermeture
pour fermer la cavité (7) peut être replié sur une surface du coussin avant (3) et
y être relié directement ou indirectement, la section de coussin arrière (21) en saillie
ou le rabat de fermeture étant constitué du même matériau que le matériau de l'au
moins une poche (8).
7. Récipient isotherme selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'au moins une poche (8) avec le matériau fibreux (9) introduit à l'intérieur est
séparée d'une bande de poches ayant un grand nombre desdites poches (8), et la section
de coussin arrière (21) en saillie ou le rabat de fermeture constitué du molleton
en matériau thermoplastique, qui fait saillie au-delà d'une section de poche contenant
le matériau fibreux (9).
8. Récipient isotherme selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une poignée de transport (14) et/ou au moins un moyen de fermeture pour fermer
la cavité (7) sont prévus sur le récipient isotherme (1).
9. Récipient isotherme selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le coussin arrière (2) et le coussin avant (3) sont cousus et/ou collés et/ou pincés
sur les bords latéraux opposés (4, 5) du récipient isotherme (1).