[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer von einem Lastdruck einer
aufgenommenen Last und/oder von einer Temperatur einer Hydraulikflüssigkeit beeinflussten
Arbeitshydraulikfunktion eines Flurförderzeugs, wobei eine Führungsgröße vorgegeben
wird, aus der in einer Steuerungseinheit eine Stellgröße berechnet wird, die über
eine Steuerstrecke eine Steuergröße der Arbeitshydraulikfunktion bestimmt.
[0002] Aus der
JP H02 81897 A ist ein gattungsgemäßes Verfahren zur Steuerung einer von einer Temperatur einer
Hydraulikflüssigkeit beeinflussten Arbeitshydraulikfunktion eines Flurförderzeugs
gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 bekannt. Ein Steuerventil
des Hubantriebs wird von einer Steuerelektronik angesteuert. Die Steuerelektronik
erhält eingangsseitig über den Sensor einen Betätigungsweg eines Bedienhebels und
erzeugt ausgangsseitig ein Ansteuersignal, das das Steuerventil ansteuert/betätigt.
Das Ansteuersignal für das Steuerventil wird hierbei in Abhängigkeit von der Temperatur
der Hydraulikflüssigkeit, die mit einem Sensor erfasst wird, angepasst.
[0003] Aus der
US 2016/257540 A1 ist ein Flurförderzeug mit einem hydrostatischen Fahrantrieb bekannt, bei dem eine
Drehmomentkurve eines Verbrennungsmotors in Abhängigkeit vom Lastdruck des Hubantriebs
und Hydrauliköltemperatur aus mehreren Drehmomentkurve ausgewählt wird.
[0004] Flurförderfahrzeuge mit elektrisch betätigter Arbeitshydraulik haben zur Steuerung
der Arbeitshydraulik einen Sollwertgeber, beispielsweise einen Joystick. Mit diesem
wird beispielsweise die Sollgeschwindigkeit einer Arbeitshydraulikfunktion von einer
Bedienperson gesteuert. Im gesteuerten Verfahren wird aus der Sollwertvorgabe, also
der Vorgabe einer Führungsgröße, eine Stellgröße berechnet, die beispielsweise ein
Parameter einer Pumpenansteuerung und/oder einer Ventilansteuerung sein kann. Mit
der Stellgröße wird schließlich eine Steuergröße als Istwert der Arbeitshydraulik
eingestellt. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Istgeschwindigkeit einer Arbeitshydraulikfunktion
handeln. Sollwertabweichungen der Steuergröße muss die Bedienperson bei Standard-Flurförderzeugen
manuell über eine Änderung der Sollwertvorgabe vornehmen.
[0005] Aufgrund des gesteuerten Verfahrens wird bei derartigen Flurförderzeugen die Steuergröße
nicht zurückgeführt und die Abweichung nicht kompensiert. Somit müssen Produktionstoleranzen
und Umwelteinflüsse bei der Auslegung der Steuerung berücksichtig werden, damit die
Steuergröße der Führungsgröße reproduzierbar folgt. Trotz Berücksichtigung dieser
Parameter führen Modellabweichungen zu Steuerungsabweichungen und somit zu nicht reproduzierbaren
Geschwindigkeiten der Arbeitshydraulikfunktion.
[0006] Das gesteuerte Verfahren führt dazu, dass baugleiche Fahrzeuge sich im Geschwindigkeitsverhalten
der Arbeitshydraulikfunktion unterscheiden.
[0007] Besonders nachteilig ist die Steuerung dann, wenn maximale Geschwindigkeiten normativ
vorgegeben sind und diese in allen Betriebszuständen und Produktionstoleranzen sichergestellt
sein müssen. Aus diesem Grund werden Fahrzeuge weniger performant konstruiert als
sie normativ in den größten Teilen der Untermenge der gesamten Arbeitspunkte sein
könnten.
[0008] In Flurförderzeugen werden immer mehr Assistenzfunktionen als Teilautomatisierungslösungen
angeboten, die den Fahrer in seiner Arbeit unterstützen. Besonders nachteilige Auswirkung
auf die Performance hat dabei das nicht reproduzierbare Hydraulikverhalten der Steuerung,
welches sich in der mangelnden Akzeptanz dieser Systeme auswirkt.
[0009] Es sind auch Flurförderzeuge mit automatischer Regelung der Arbeitshydraulik bekannt,
bei denen die Differenz zwischen Soll- und Istgeschwindigkeit ermittelt, rückgeführt
und ausgeregelt wird.
[0011] Dabei handelt es sich um Flurförderzeuge, welche zur Handhabung von Lasten mit einem
Lastaufnahmemittel versehen sind, das in der Regel von einem am Hubgerüst anhebbaren
und absenkbaren Hubschlitten und einem daran befestigten Anbaugerät gebildet ist.
Das Anbaugerät kann beispielsweise als eine von Gabelzinken bestehende Lastgabel ausgebildet
werden, mittels der eine Last, beispielsweise eine Palette unterfahren werden kann.
[0012] Bei Flurförderzeugen, bei denen das Lastaufnahmemittel mittels einer hydraulischen
Hubzylindereinrichtung anhebbar und absenkbar ist, bestimmt die Auslenkung der Steuerventileinrichtung
im Senkenbetrieb die Senkengeschwindigkeit des Lastaufnahmemittels. Aus Sicherheitsgründen
ist ein Grenzwert für eine maximal zulässige Senkengeschwindigkeit des Lastaufnahmemittels
gesetzlich vorgeschrieben. Um diese maximal zulässige Senkengeschwindigkeit einzuhalten,
wird die Steuerventileinrichtung derart ausgelegt, dass bei vollständig in eine Senkenstellung
betätigter Steuerventileinrichtung in allen Betriebsbedingungen ein maximaler Druckmittelablaufstrom
von der Hubzylindereinrichtung zu einem Behälter abströmt, der die Einhaltung der
maximal zulässigen Senkengeschwindigkeit sicherstellt. Hierzu ist in der Regel die
Steuerventileinrichtung mit einem Senkbremsventil oder einem Ablaufstromregler versehen.
[0013] Der bei vollständig in die Senkenstellung betätigter Steuereinrichtung von der Hubzylindereinrichtung
zu dem Behälter abströmende Druckmittelablaufstrom ist jedoch von bestimmten Einflussgrößen
abhängig. Derartige Einflussgrößen sind bauliche Randbedingungen des Hubgerüstes,
beispielsweise die Bauart und die Bauhöhe des Hubgerüstes und die Ausführung des Hydrauliksystems
zur Versorgung der Hubzylindereinrichtung. Als Bauart des Hubgerüstes soll die Ausführung
des Hubgerüstes hinsichtlich der Anzahl der ausfahrbaren Mastschüsse verstanden werden,
beispielsweise die Ausführung des Hubgerüstes als Duplex-Mast oder Triplex-Mast. Jede
dieser Hubgerüst-Bauarten ist in der Regel in unterschiedlichen Bauhöhen für unterschiedliche
Hubhöhen des Lastaufnahmemittels erhältlich. Bei einem mehrstufigen Hubgerüst mit
mehreren unterschiedlichen Hubzylindern ist der Druckmittelablaufstrom weiterhin von
dem Querschnitt des entsprechenden Hubzylinders als bauliche Randbedingung abhängig.
Eine weitere bauliche Randbedingung für den Druckmittelablaufstrom bildet die Eigenmasse
des Hubgerüstes. Weitere Einflussgrößen für den Druckmittelablaufstrom im Senkenbetrieb
werden von im Betrieb des Flurförderzeugs auftretenden Betriebsbedingungen gebildet,
insbesondere von der Viskosität und somit der Temperatur des Druckmittels sowie einer
aufgenommenen Last.
[0014] Üblicherweise ist das Senkbremsventil bzw. der Ablaufstromregler der Steuerventileinrichtung
derart ausgelegt, dass mit einer Ausführungsform des Senkbremsventils bzw. des Ablaufstromreglers
mehrere Varianten und Bauarten von Hubgerüsten abgedeckt werden können, um die Varianz
der Steuerventileinrichtung gering zu halten. Hierdurch richtet sich die Auslegung
des Senkbremsventils bzw. des Ablaufstromreglers nach dem Hubgerüst mit der höchsten
Senkengeschwindigkeit. Bei Einsatz dieses Senkbremsventils bzw. dieses Ablaufstromreglers
in einem abweichenden Hubgerüst wird eine verringerte maximale Senkengeschwindigkeit
erzielt.
[0015] Bei ungünstig zusammenfallenden Einflussgrößen, beispielsweise niedriger Temperatur
und entsprechend zähflüssigem Druckmittel und/oder einem Senkenbetrieb ohne aufgenommene
Last, kann sich während eines Senkenvorgangs bei vollständig in die Senkenstellung
betätigter Steuerventileinrichtung eine maximale Senkengeschwindigkeit des Lastaufnahmemittels
einstellen, die deutlich unter dem Grenzwert für die maximal zulässige Senkengeschwindigkeit
liegt. Eine deutlich unter dem Grenzwert für eine maximal zulässige Senkengeschwindigkeit
liegende maximale Senkengeschwindigkeit des Lastaufnahmemittels führt jedoch beim
Einsatz des Flurförderzeuges zu Verzögerungen beim Umschlag von Gütern. Hierdurch
ist eine entsprechend verringerte Umschlagleistung des Flurförderzeugs erzielbar,
die zu erhöhten Kosten je umgeschlagener Gütermenge führt.
[0016] Gemäß der
DE 10 2012 101 949 A1 ist eine Sensoreinrichtung vorgesehen, mittels der in einem Senkenbetrieb des Lastaufnahmemittels
die Senkengeschwindigkeit des Lastaufnahmemittels in der elektronischen Steuereinrichtung
bestimmt werden kann. Diese ermittelte Senkengeschwindigkeit stellt die Regelgröße
dar, nach der im Senkenbetrieb der von der Hubzylindereinrichtung zu dem Behälter
abströmende Druckmittellablaufstrom von der elektronischen Steuereinrichtung mit der
elektrisch betätigbaren Ventileinrichtung geregelt wird. Hierdurch wird ermöglicht,
dass unabhängig von baulichen Randbedingungen des Hubgerüstes und Betriebsbedingungen
im Senkenbetrieb des Lastaufnahmemittels die maximal zulässige Senkengeschwindigkeit
erzielt wird.
[0017] Die bekannten Lösungen zur automatischen Regelung der Arbeitshydraulik beinhalten
lineare Reglerkonzepte für eine nicht lineare Strecke. Nichtlineare Effekte, die sich
aufgrund von Slip-Stickeffekten, Mastübergängen, beispielsweise dem Übergang zwischen
einem Freihub mit einem Freihubzylinder und einem Masthub mit einem Masthubzylinder
und/oder dem Übergang zwischen zwei Hubstufen mit unterschiedlichen Hubzylindern,
Hysteresezuständen oder Öffnungspunkten der Hydraulikventile ergeben, werden dabei
nicht berücksichtigt.
[0018] Diese regelnden Lösungen beziehen sich auf einen konkreten Arbeitspunkt, wobei der
Regler sehr dynamisch die Geschwindigkeitsdifferenz ausgleicht. Besonders nachteilig
ist, dass der Reglerarbeitspunkt aufgrund der nichtlinearen Reglerstrecke sehr dynamische
Arbeitspunktänderungen erfährt. Dies macht eine robuste Reglerauslegung besonders
schwierig, welche dynamisch den Arbeitspunkt erreichen soll.
[0019] Von großem Nachteil ist auch, dass Geschwindigkeitssensoren, mit denen die Istgeschwindigkeit
der Arbeitshydraulikfunktion gemessen wird, ein kleines Signal/Rausch-Verhältnis aufweisen.
Dies kann zwar mit Filtern verbessert werden, wobei allerdings eine zeitliche Filterung
der Anforderung nach dynamischem Erreichen des Arbeitspunkts widerspricht.
[0020] Das Verhalten der Arbeitshydraulikfunktion eines Flurförderzeugs ist in der Regel
abhängig von der aufgenommen Last und von der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit,
insbesondere des Hydrauliköls. Oft gibt es sowohl statische (eingeschwungene Geschwindigkeiten)
als auch dynamische Veränderungen (beispielsweise Beschleunigungen). Zum Beispiel
erfolgt bei Flurförderzeugen das Senken des Lastaufnahmemittels, beispielsweise eines
Lastschlittens mit daran angeordneten Gabelzinken, in der Regel mit dem Lastdruck
des Lastaufnahmemittels bzw. der aufgenommenen Last. Die maximal mögliche Ventilöffnung
der Steuerventileinrichtung wird so definiert, dass in keinem Betriebspunkt (beispielsweise
Lastdrücken, Temperaturen, Ölviskositäten) eine maximal zulässige Senkengeschwindigkeit
überschritten wird. Beim Senken ohne Last ist der Lastdruck je nach Hubgerüst und
Hubstufe, beispielsweise Masthub oder Freihub, zum Teil so gering, dass die gewünschte
Senkengeschwindigkeit bei dieser definierten, maximalen Ventilöffnung nicht erreicht
wird.
[0021] Insbesondere bei geringen Temperaturen der Hydraulikflüssigkeit sind die Senkengeschwindigkeiten
in der Regel geringer als gewünscht, da die Viskositäten der Hydraulikflüssigkeit
höher sind.
[0022] Ebenso wird die Ansteuerungsdynamik der Steuerventileinrichtungen der Arbeitshydraulikfunktionen
in der Regel so definiert, dass in keinem Betriebspunkt eine zu hohe Dynamik entsteht.
Aufgrund der Abhängigkeit zum Lastdruck und der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit,
erhalten so andere Betriebspunkte eine ungewünscht geringe Dynamik.
[0023] Dieses Verhalten betrifft nicht nur das Senken des Lastaufnahmemittels, sondern lässt
sich ebenso auf anderen Hydraulikfunktionen übertragen. Zum Beispiel haben auch das
Neigen des Hubmastes und die Funktion der an dem Lastaufnahmemittel angebauten Anbaugeräte
ein last- und temperaturabhängiges Verhalten.
[0024] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art so auszugestalten, dass die geschilderten Nachteile der bisherigen Verfahren
vermieden werden.
[0025] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass in der Steuerungseinheit
Grundkennlinien für verschiedene Betriebspunkte der Arbeitshydraulikfunktion hinterlegt
sind, die einen rechnerischen Modell-Zusammenhang zwischen der Stellgröße und der
Steuergröße herstellen, und die Grundkennlinien in der Steuerungseinheit über einen
Verstärkungsfaktor justiert werden, der vom Lastdruck und/oder der Temperatur der
Hydraulikflüssigkeit abhängig ist.
[0026] Bei der Erfindung handelt es sich also nicht um ein regelndes Verfahren, bei dem
die Differenz zwischen dem Sollwert, also der Führungsgröße, und dem Istwert, also
der Steuergröße (, die bei regelnden Verfahren Regelgröße genannt wird,) ermittelt,
rückgeführt und ausgeregelt wird. Stattdessen werden Grundkennlinien für verschiedene
Betriebspunkte der Arbeitshydraulikfunktion verwendet, die den Zusammenhang zwischen
der Stellgröße und der Steuergröße herstellen. Zu den Steuergrößen zählen beispielsweise
Ventilströme von Hydraulikventilen und Pumpendrehzahlen von Hydraulikpumpen. Die Grundkennlinien
sind in der Steuerungseinheit hinterlegt und können geladen werden. Die Grundkennlinien
können variant bei steigendem Sollwert (Führungsgröße) gegenüber fallendem Sollwert
(Führungsgröße) sein, um ein Hystereseverhalten abzubilden. Alternativ können die
Grundkennlinien über eine Modellbildung wie beispielsweise der Hysteresebreite moduliert
sein. Die Grundkennlinien definieren das statische sowie das dynamische Verhalten
der Arbeitshydraulikfunktionen, insbesondere das dynamische Ändern des Öffnungsquerschnitts
eines Hydraulikventils und/oder der Hydraulikvolumenstromversorgung, beispielsweise
über eine Hydraulikpumpe.
[0027] Dabei kann als Führungsgröße eine Sollgeschwindigkeit der Arbeitshydraulikfunktion
verwendet werden. Als Stellgröße wird vorteilhafterweise mindestens ein Parameter
einer Pumpenansteuerung einer Hydraulikpumpe verwendet, beispielsweise die Drehzahl
der Pumpe. Alternativ oder zusätzlich kann als Stellgröße auch mindestens ein Parameter
einer Ventilansteuerung einer Steuerventileinrichtung verwendet werden, beispielsweise
elektrische Ansteuerströme elektrisch betätigter Hydraulikventile, die die Arbeitsfunktionen
steuern.
[0028] Die Grundkennlinien sind für verschiedene Betriebspunkte der Arbeitshydraulikfunktion
in der Steuerungseinheit hinterlegt. Dabei kann als Betriebspunkt der Arbeitshydraulikfunktion
insbesondere eine Hubhöhe eines Lastaufnahmemittels des Flurförderzeugs verwendet
werden. Für unterschiedliche Hubhöhen können somit unterschiedliche Grundkennlinien
vorgesehen sein. Es kann auch ein Lastgewicht eines Lastaufnahmemittels des Flurförderzeugs
als Betriebspunkt der Arbeitshydraulikfunktion verwendet werden. Für unterschiedliche
Lastgewichte einer auf dem Lastaufnahmemittel befindlichen Last können somit unterschiedliche
Grundkennlinien vorgesehen sein. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, als Betriebspunkt
der Arbeitshydraulikfunktion eine Maststufe eines Hubmastes des Flurförderzeugs zu
verwenden. Für unterschiedliche Maststufen eines Hubmastes, beispielsweise Freihub
und Masthub, können somit unterschiedliche Grundkennlinien vorgesehen sein.
[0029] Als Steuergröße wird vorzugsweise eine Istgeschwindigkeit der Arbeitshydraulikfunktion
verwendet.
[0030] Erfindungsgemäß werden die Grundkennlinien über den Verstärkungsfaktor, der vom Lastdruck
und/oder der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit abhängig ist, justiert. Dabei kann
der Verstärkungsfaktor sowohl auf den statischen als auch den dynamischen Volumenstrom
Einfluss nehmen. Die Veränderungen der Grundkennlinien über den Verstärkungsfaktor
kann auf alle Arbeitshydraulikfunktionen angewandt werden.
[0031] Zweckmäßigerweise werden die Grundkennlinien Gk in der Steuerungseinheit durch rechnerische
Multiplikation mit dem Verstärkungsfaktor V justiert, wobei die justierten Grundkennlinien
Gj nach der Formel Gj = Gk x V und somit durch eine Multiplikation der Grundkennlinie
Gk mit dem Verstärkungsfaktor V berechnet werden und der Verstärkungsfaktor V einen
Wert zwischen 0,001 und 1000, bevorzugt zwischen 0,01 und 100, insbesondere zwischen
0,1 und 10, annehmen kann.
[0032] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird der Verstärkungsfaktor mittels
in der Steuerungseinheit hinterlegter Verstärkungskennlinien, die einen rechnerischen
Zusammenhang zwischen dem Lastdruck und/oder der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit
und dem Verstärkungsfaktor herstellen, bestimmt. Die Verstärkungskennlinien können
geladen werden. Die Verstärkungskennlinien können beispielsweise festlegen, in welcher
Weise der Verstärkungsfaktor bei verändertem Lastdruck verändert werden muss, um die
Senkengeschwindigkeit einer Lastaufnahmeeinrichtung des Flurförderzeugs unabhängig
vom Lastdruck konstant zu halten.
[0033] Mit besonderem Vorteil wird als Arbeitshydraulikfunktion ein Senken und/oder Heben
einer Lastaufnahmeeinrichtung des Flurförderzeugs verwendet. Somit kann die Erfindung
beispielsweise bei Flurförderzeugen zum Heben und/oder Senken des Lastaufnahmemittels
an einem Hubmast eingesetzt werden, wobei die Senken- und/oder Heben-Geschwindigkeit
gesteuert wird.
[0034] Vorzugsweise werden Veränderungen des Lastdrucks mittels eines Drucksensors und/oder
Veränderungen der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit mittels eines Temperatursensors
gemessen. Außerdem wird der Verstärkungsfaktor bevorzugt durch automatische Steuerung
in der Steuerungseinheit reziprok proportional zur gemessenen Lastdruckänderung und/oder
zur gemessenen Temperaturänderung verändert. Beim Senken der Lastaufnahmeeinrichtung
mit geringem Lastdruck und/oder bei geringer Temperatur der Hydraulikflüssigkeit wird
also die Senkengeschwindigkeit durch die Justierung der Grundkennlinien über den Verstärkungsfaktor
erhöht. Damit kann zum Beispiel die Ventilbestromung eines Hydraulikventils bei geringem
Lastdruck erhöht werden und somit die maximal mögliche Ventilöffnung der Steuerventileinrichtung
vergrößert werden, wodurch beim Senken des Lastaufnahmemittels mit geringem Lastdruck
die Senkengeschwindigkeit erhöht wird. Dabei kann alternativ oder zusätzlich der Verstärkungsfaktor
in Abhängigkeit von der im Flurförderzeug gemessenen Temperatur der Hydraulikflüssigkeit
geändert werden. Damit kann zum Beispiel die Ventilbestromung eines Hydraulikventils
bei geringer Temperatur der Hydraulikflüssigkeit erhöht werden und somit die maximal
mögliche Ventilöffnung der Steuerventileinrichtung vergrößert werden, wodurch bei
geringer Temperatur der Hydraulikflüssigkeit die Bewegungsgeschwindigkeit der Arbeitshydraulikfunktion
erhöht wird. Es können statische und dynamische Ansteuerungen hiervon abhängig gemacht
werden. So können die Geschwindigkeiten und die Dynamiken der Hydraulikbewegungen
unabhängiger von der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit definiert werden.
[0035] Zweckmäßigerweise werden durch die Justierung der Grundkennlinien über den Verstärkungsfaktor
Öffnungsquerschnitte von Hydraulikventilen und/oder Volumenströme einer Hydraulikpumpe
verändert.
[0036] Mit besonderem Vorteil werden durch die Justierung der Grundkennlinien über den Verstärkungsfaktor
Ansteuerungsdynamiken von Hydraulikventilen und/oder einer Hydraulikpumpe verändert.
Somit können die Ansteuerungsdynamiken lastdruckabhängig und/oder temperaturabhängig
geändert werden. Insbesondere können die Ansteuerungsdynamiken bei geringem Lastdruck
und/oder geringer Temperatur der Hydraulikflüssigkeit erhöht und bei hohem Lastdruck
und/oder hoher Temperatur der Hydraulikflüssigkeit verringert werden. Dadurch wird
es beispielsweise ermöglicht, ohne Last ein sehr dynamisches Verhalten zu erreichen
und die Dynamik mit Last einzugrenzen und somit zu verringern.
[0037] Um dynamische Änderungen des Lastdrucks und/oder der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit
zu kontrollieren, werden die vom Drucksensor und/oder Temperatursensor gemessenen
Werte gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des Erfindungsgedankens mittels eines
elektronischen Filters geglättet und gegebenenfalls verarbeitet. Damit wird erzielt,
dass der Verstärkungsfaktor zeitlich stetig geändert wird.
[0038] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der Verstärkungsfaktor durch einen manuellen Eingriff in die Steuerungseinheit verändert
werden kann. Auf diese Weise können die Reduzierung der Dynamik und/oder der maximal
möglichen Geschwindigkeiten der Arbeitshydraulikfunktionen auch für Betreiber von
Flurförderzeugen zumindest in Grenzen einstellbar gemacht werden. So kann es für den
Betreiber des Flurförderzeugs möglich sein, abhängig von dem jeweiligen Einsatz, beispielsweise
die Geschwindigkeiten und/oder Dynamiken mit Last zu reduzieren. Damit kann die Wahrscheinlichkeit
der Beschädigung der Last reduziert und die Bedienung des Flurförderzeugs erleichtert
werden.
[0039] Die Erfindung kann als reine lastdruckabhängige Kennlinienverstärkung ausgebildet
sein, bei der die Grundkennlinien über einen Verstärkungsfaktor justiert werden, der
nur vom Lastdruck abhängig ist.
[0040] Andererseits kann die Erfindung auch als reine temperaturabhängige Kennlinienverstärkung
ausgebildet sein, bei der die Grundkennlinien über einen Verstärkungsfaktor justiert
werden, der nur von der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit abhängig ist.
[0041] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist die Erfindung als kombinierte
lastdruck- und temperaturabhängige Kennlinienverstärkung ausgebildet, bei der die
Grundkennlinien über einen Verstärkungsfaktor justiert werden, der sowohl vom Lastdruck
als auch von der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit abhängig ist. Somit können beide
Einflussfaktoren nämlich Temperatur der Hydraulikflüssigkeit und Lastdruck berücksichtigt
und ausgeglichen werden.
[0042] Die Erfindung bietet eine ganze Reihe von Vorteilen:
Die Erfindung ermöglicht eine lastdruckunabhängige und/oder temperaturunabhängige
Kennliniensteuerung der Arbeitshydraulikfunktionen eines Flurförderzeugs. Die erfindungsgemäße
lastdruck- und/oder temperaturabhängige variable Ansteuerung der Arbeitshydraulikfunktionen
wirkt sich positive auf die Performance der Hydraulikfunktionen aus. Es ist möglich,
unabhängiger vom Lastdruck und/ oder unabhängiger von der Temperatur der Hydraulikflüssigkeit
die gewünschten Hydraulikgeschwindigkeiten und Dynamiken der Arbeitshydraulikfunktionen
zu erreichen. Die Arbeitshydraulikfunktionen können präziser an den vorherrschenden
Arbeitspunkt angepasst werden. Für den Fahrer eines Flurförderzeugs wird so ein performanteres
und komfortableres Arbeiten möglich. Zum Beispiel wird die Umschlagsleistung des Flurförderzeugs
durch eine erhöhte Senkengeschwindigkeit ohne Last und/oder bei kalter Hydraulikflüssigkeit
erhöht. Die konstruktive Auslegung der Arbeitshydraulik kann so gestaltet werden,
dass die normativen und somit gesetzlichen Vorgaben in deutlich mehr Arbeitspunkten
maximal ausgenutzt werden und somit eine höhere Fahrzeugperformance des Flurförderzeugs
erreicht wird. Indem der Kunde bzw. der Betreiber des Flurförderzeugs die Möglichkeit
erhält, in Abhängigkeit vom Lastdruck die Geschwindigkeiten und Dynamiken der Arbeitshydraulikfunktionen
zu reduzieren, kann der Bedienkomfort des Flurförderzeugs deutlich gesteigert werden
und die Bedienbarkeit vereinfacht werden. Gleichzeigt wird die Umschlagsleistung des
Flurförderzeugs nur geringfügig verringert oder sogar gesteigert, da zum Beispiel
ohne Last hohe oder sogar höhere Geschwindigkeiten der Arbeitshydraulikfunktionen
genutzt werden können. Ebenso können Materialbelastungen durch verringerte Dynamik
mit Last reduziert werden. So kann die Lebensdauer diverser Komponenten des Flurförderzeugs,
beispielsweise des Fahrzeugrahmens und des Hubgerüstes, erhöht werden, da geringere
Druck- und/oder Spannungsspitzen entstehen. Unter Umständen können elektrisch betätigte
Hydraulikventile für die Arbeitshydraulik einfacher gestaltet werden, da Temperatur-
und Lastabhängigkeiten durch die variablere Ansteuerung ausgeglichen werden können.
[0043] Je nach Fahrzeug und Ausstattung sind die Flurförderzeuge bereits mit einem Temperatursensor
im Hydraulikkreislauf und einem Drucksensor zum Messen des Lastdrucks ausgestattet,
so dass für die neuen Funktionen der Erfindung keine Mehrkosten entstehen. Durch die
Erfindung kann die Varianz der Ventileinstellungen reduziert werden, da die maximal
mögliche Ventilöffnung im Senken der Last nicht mehr mechanisch fest eingestellt wird,
sondern last- und/oder temperaturabhängig durch eine Ventilbestromung definiert wird.
So kann die Anzahl der Ventilvarianten deutlich reduziert werden. Darüber hinaus ist
ein Einstellen der Senkenmenge am Prüfstand beim Ventilhersteller nicht mehr nötig.
So können Prüfstands- und Montagezeit und somit Kosten reduziert werden.
[0044] Ebenso kann ein einstellbarer mechanischer Anschlag des Hydraulikventils im Senken
entfallen. Dieser besteht in der Regel aus einem Innengewinde, einer Madenschraube
und einer Dichtmutter zum Kontern der Madenschraube. So werden Herstellkosten der
Hydraulikventile reduziert.
[0045] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der in den schematischen
Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Hierbei zeigen
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung des Flurförderzeugs und
- Figur 2
- ein Blockdiagramm der erfindungsgemäßen Steuerung.
[0046] Das Flurförderzeug F gemäß Figur 1 ist beispielsweise als Frontsitz-Gegengewichts-Gabelstapler
ausgeführt. Eine an der Fahrzeug-Vorderseite angeordnete Lasthandhabungsvorrichtung
1 wird von einem ausfahrbaren Hubmast 1a mit zwei parallelen Mastprofilen 1d und einem
an den Mastprofilen 1d höhenbeweglichen Lastschlitten 1b mit daran angeordneter Lastaufnahmeeinrichtung
1c, beispielsweise Gabelzinken 1c, gebildet. Mit Hilfe der Lastaufnahmeeinrichtung
1c können Lasten verschiedenster Art angehoben und transportiert werden.
[0047] Der Hubmast 1a ist um eine im unteren Bereich quer angeordnete Horizontalachse neigbar.
Selbstverständlich ist es auch möglich, einen starren, also nicht neigbaren Hubmast
1a vorzusehen und stattdessen den Lastschlitten 1b nicht nur höhenbeweglich, sondern
auch neigbar auszuführen, wie dies zum Beispiel bei sogenannten Lagertechnik-Geräten,
beispielsweise Schubmaststaplern, häufig der Fall ist. An dem Lastschlitten 1b können
- je nach Einsatzfall - auch andere Lastaufnahmeeinrichtungen oder Anbaugeräte befestigt
werden. Es versteht sich, dass grundsätzlich auch zusätzliche Bewegungen der Lasthandhabungsvorrichtung
1 möglich sind, sofern die dazu erforderlichen Einrichtungen, z. B. ein Seitenschieber,
zur Verfügung stehen.
[0048] Der Hubmast 1a ist mittels hydraulischer Neigezylinder 1e neigbar. Das Ausfahren
des Hubmastes 1a und das Anheben des Lastschlittens 1b erfolgt mittels hydraulischer
Hubzylinder, ggf. zusätzlich mit einer oder mehreren Lastketten. Zum Absenken des
Lastschlittens 1b bzw. Einfahren des Hubmastes 1a wirken das Eigengewicht des Lastschlittens
1b und der nach oben ausgefahren Komponenten des Hubmastes 1a sowie ggf. das Gewicht
der aufgenommen Last. Die genannten hydraulischen Verbraucher werden von einer hydraulischen
Pumpe gespeist. Zusammen mit den erforderlichen hydraulischen Ventilen und einem die
Pumpe antreibenden Motor umfasst dieses System also mehrere Arbeitsantriebe für die
Hub-, Senk- und Neigebewegung der Lasthandhabungsvorrichtung 1.
[0049] Das Flurförderzeug F gemäß Ausführungsbeispiel weist ferner einen Fahrantrieb auf,
bei dem eine Vorderachse 2 als Antriebsachse ausgebildet ist, und einen Lenkantrieb,
mit dessen Hilfe eine heckseitig angeordnete Lenkachse 3 betätigt wird.
[0050] Die Hub-, Senk- und Neigebewegung der Lasthandhabungsvorrichtung 1 bilden die Arbeitshydraulikfunktionen
des Flurförderzeugs F. Mittels Bedienungshebeln 4, beispielsweise Joysticks, kann
eine Bedienperson die Arbeitshydraulikfunktionen betätigen, die von der Steuerungseinheit
C(s) gesteuert werden.
[0051] Einzelheiten zur Steuerung der Arbeitshydraulikfunktionen sind in dem Blockdiagramm
der Figur 2 dargestellt. Durch Betätigung der Bedienungshebeln 4 aus der Figur 1 kann
die Bedienperson eine Führungsgröße w(t), im vorliegenden Beispiel eine bestimmte
Senkgeschwindigkeit des Lastschlittens 1b als Sollgeschwindigkeit, vorgeben. In der
Steuerungseinheit C(s) wird daraus die Stellgröße u(t) berechnet, die im vorliegenden
Beispiel einem elektrischen Ansteuerstrom eines die Arbeitshydraulikfunktionen steuernden
elektrisch betätigten Hydraulikventils und/oder einer Pumpendrehzahl der hydraulischen
Pumpe entspricht. Die Stellgröße u(t) bestimmt über die Steuerstrecke G(s), die im
vorliegenden Beispiel den bzw. die Hubzylinder, die hydraulische Pumpe und das hydraulische
Ventil umfasst, die Steuergröße y(t). Die Steuergröße y(t) stellt die Istgeschwindigkeit
der Senkenbewegung bzw. Hebenbewegung des Lastschlittens 1b dar.
[0052] In der Steuerungseinheit C(s) sind Grundkennlinien Gk für verschiedene Betriebspunkte
der Arbeitshydraulikfunktion hinterlegt, die einen rechnerischen Modell-Zusammenhang
zwischen der Stellgröße u(t) und der Steuergröße y(t) herstellen. Von der Steuerungseinheit
C(s) wird mittels der Grundkennlinien Gk aus der vorgegebenen Führungsgröße w(t) eine
entsprechende Stellgröße u(t) berechnet. Im vorliegenden Beispiel sind verschiedene
Grundkennlinien Gk für unterschiedliche Lastgewichte einer auf der Lastaufnahmeeinrichtung
1c befindlichen Last und/oder für unterschiedliche Hubstufen des Hubmastes 1a, beispielsweise
Freihub und Masthub, in der Steuerungseinheit C(s) hinterlegt. Die verschiedenen Grundkennlinien
Gk werden anhand des aktuell vorliegenden Betriebspunktes der Arbeitshydraulikfunktion
ausgewählt, um aus der Führungsgröße w(t) für den aktuell vorliegenden Betriebspunkt
mit der zu diesem Betriebspunkt gehörenden Grundkennlinie Gk eine entsprechende Stellgröße
u(t) zu berechnen.
[0053] Die Grundkennlinien Gk können variant bei steigendem Sollwert (Führungsgröße w(t))
gegenüber fallendem Sollwert (Führungsgröße w(t)) sein, um ein Hystereseverhalten
abzubilden. Alternativ können die Grundkennlinien über eine Modellbildung wie beispielsweise
der Hysteresebreite moduliert sein
[0054] Erfindungsgemäß werden die Grundkennlinien Gk über einen Verstärkungsfaktor V, der
vom Lastdruck p und/oder der Temperatur T der Hydraulikflüssigkeit abhängig ist, justiert.
Dabei kann der Verstärkungsfaktor V sowohl auf den statischen als auch den dynamischen
Volumenstrom Einfluss nehmen. Die Veränderungen der Grundkennlinien Gk über den Verstärkungsfaktor
V kann auf alle Arbeitshydraulikfunktionen angewandt werden. Der Lastdruck kann beispielsweise
mittels eines nicht näher dargestellten Drucksensors gemessen werden. Die Temperatur
der Hydraulikflüssigkeit kann beispielsweise mittels eines nicht näher dargestellten
Temperatursensors gemessen werden.
[0055] Dabei werden die Grundkennlinien Gk in der Steuerungseinheit C(s) durch rechnerische
Multiplikation mit dem Verstärkungsfaktor V justiert, wobei die justierten Grundkennlinien
Gj nach der Formel Gj = Gk x V berechnet werden und der Verstärkungsfaktor V einen
Wert zwischen 0,001 und 1000, bevorzugt zwischen 0,01 und 100, insbesondere zwischen
0,1 und 10, annehmen kann.
[0056] Der Verstärkungsfaktor V kann mittels in der Steuerungseinheit C(s) hinterlegter
Verstärkungskennlinien Vk, die einen rechnerischen Zusammenhang zwischen dem Lastdruck
p und/oder der Temperatur T der Hydraulikflüssigkeit und dem Verstärkungsfaktor V
herstellen, bestimmt werden. Die Verstärkungskennlinien Vk können geladen werden.
Die Verstärkungskennlinien Vk können beispielsweise festlegen, in welcher Weise der
Verstärkungsfaktor V bei verändertem Lastdruck p und/oder bei veränderter Temperatur
T der Hydraulikflüssigkeit verändert werden muss, um die die Geschwindigkeit der Arbeitshydraulikfunktion,
beispielsweise die Senkengeschwindigkeit der Lastaufnahmeeinrichtung 1c, des Flurförderzeugs
F unabhängig von dem Lastdruck p und/oder die Geschwindigkeit der Arbeitshydraulikfunktion,
beispielsweise die Senkengeschwindigkeit der Lastaufnahmeeinrichtung 1c, des Flurförderzeugs
F unabhängig von der Temperatur T der Hydraulikflüssigkeit konstant zu halten.
1. Verfahren zur Steuerung einer von einem Lastdruck einer aufgenommenen Last und/oder
von einer Temperatur einer Hydraulikflüssigkeit beeinflussten Arbeitshydraulikfunktion
eines Flurförderzeugs (F), wobei eine Führungsgröße (w(t)) vorgegeben wird, aus der
in einer Steuerungseinheit (C(s)) eine Stellgröße (u(t)) berechnet wird, die über
eine Steuerstrecke (G(s)) eine Steuergröße (y(t)) der Arbeitshydraulikfunktion bestimmt,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuerungseinheit (C(s)) Grundkennlinien (Gk) für verschiedene Betriebspunkte
der Arbeitshydraulikfunktion hinterlegt sind, die einen rechnerischen Modell-Zusammenhang
zwischen der Stellgröße (u(t)) und der Steuergröße (y(t)) herstellen, und die Grundkennlinien
(Gk) in der Steuerungseinheit (C(s)) über einen Verstärkungsfaktor (V) justiert werden,
der vom Lastdruck (p) und/oder von der Temperatur (T) der Hydraulikflüssigkeit abhängig
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundkennlinien (Gk) in der Steuerungseinheit (C(s)) durch rechnerische Multiplikation
mit dem Verstärkungsfaktor (V) justiert werden, wobei die justierten Grundkennlinien
(Gj) nach der Formel (Gj = Gk x V) berechnet werden und der Verstärkungsfaktor (V)
einen Wert zwischen 0,001 und 1000, bevorzugt zwischen 0,01 und 100, insbesondere
zwischen 0,1 und 10, annehmen kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verstärkungsfaktor (V) mittels in der Steuerungseinheit (C(s)) hinterlegter Verstärkungskennlinien
(Vk), die einen rechnerischen Zusammenhang zwischen dem Lastdruck und/oder der Temperatur
der Hydraulikflüssigkeit und dem Verstärkungsfaktor herstellen, bestimmt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Veränderungen des Lastdrucks (p) mittels eines Drucksensors und/oder Veränderungen
der Temperatur (T) der Hydraulikflüssigkeit mittels eines Temperatursensors gemessen
werden und der Verstärkungsfaktor (V) durch automatische Steuerung in der Steuerungseinheit
(C(s)) reziprok proportional zur gemessenen Lastdruckänderung und/oder zur gemessenen
Temperaturänderung verändert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Justierung der Grundkennlinien (Gk) über den Verstärkungsfaktor (V) Öffnungsquerschnitte
von Hydraulikventilen und/oder Volumenströme einer Hydraulikpumpe verändert werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennnzeichnet, dass als Arbeitshydraulikfunktion
ein Senken und/oder Heben einer Lastaufnahmeeinrichtung (1c) des Flurförderzeugs (F)
verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass beim Senken der Lastaufnahmeeinrichtung (1c) mit geringem Lastdruck und/oder geringer
Temperatur der Hydraulikflüssigkeit die Senkengeschwindigkeit durch die Justierung
der Grundkennlinien (Gk) erhöht wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Justierung der Grundkennlinien (Gk) über den Verstärkungsfaktor (V) Ansteuerungsdynamiken
von Hydraulikventilen und/oder einer Hydraulikpumpe verändert werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansteuerungsdynamiken bei geringem Lastdruck (p) und/oder geringer Temperatur
(T) der Hydraulikflüssigkeit erhöht und bei hohem Lastdruck (p) und/oder hoher Temperatur
der Hydraulikflüssigkeit (T) verringert werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Drucksensor und/oder Temperatursensor gemessenen Werte mittels eines elektronischen
Filters geglättet werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Verstärkungsfaktor (V) durch einen manuellen Eingriff in die Steuerungseinheit
(C(s)) verändert werden kann.
1. Method for controlling a hydraulic function of an industrial truck (F) which is influenced
by a load pressure of a load that is picked up and/or by a temperature of a hydraulic
fluid, wherein a reference variable (w(t)) is predefined, from which a manipulated
variable (u(t)) which determines a control variable (y(t)) of the hydraulic function
over a control path (G(s)) is calculated in a control unit (C(s)), characterized in that basic characteristic curves (Gk) for various operating points of the hydraulic function,
which produce an arithmetic model relationship between the manipulated variable (u(t))
and the control variable (y(t)), are stored in the control unit (C(s)), and the basic
characteristic curves (Gk) are adjusted in the control unit (C(s)) via an amplification
factor (V), which depends on the load pressure (p) and/or on the temperature (T) of
the hydraulic fluid.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the basic characteristic curves (Gk) are adjusted in the control unit (C(s)) by means
of arithmetic multiplication with the amplification factor (V), wherein the adjusted
basic characteristic curves (Gj) are calculated in accordance with the formula (Gj
= Gk x V) and the amplification factor (V) can assume a value between 0.001 and 1000,
preferably between 0.01 and 100, in particular between 0.1 and 10.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the amplification factor (V) is determined by means of amplification characteristic
curves (Vk) stored in the control unit (C(s)), which produce an arithmetic relationship
between the load pressure and/or the temperature of the hydraulic fluid and the amplification
factor.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that changes in the load pressure (p) are measured by means of a pressure sensor and/or
changes in the temperature (T) of the hydraulic fluid are measured by means of a temperature
sensor, and the amplification factor (V) is changed inversely proportionally to the
measured load pressure change and/or to the measured temperature change by means of
automatic control in the control unit (C(s)).
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that opening cross sections of hydraulic valves and/or volume flows of a hydraulic pump
are changed by the adjustment of the basic characteristic curves (Gk) via the amplification
factor (V).
6. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that lowering and/or raising a load carrying device (1c) of the industrial truck (F) is
used as the hydraulic function.
7. Method according to Claim 6, characterized in that when the load carrying device (1c) is being lowered with a low load pressure and/or
a low temperature of the hydraulic fluid, the lowering speed is increased by the adjustment
of the basic characteristic curves (Gk).
8. Method according to one of Claims 1 to 7, characterized in that control dynamics of hydraulic valves and/or a hydraulic pump are changed by the adjustment
of the basic characteristic curves (Gk) via the amplification factor (V).
9. Method according to Claim 8, characterized in that the control dynamics are increased when there is a low load pressure (p) and/or a
low temperature (T) of the hydraulic fluid, and reduced when there is a high load
pressure (p) and/or a high temperature of the hydraulic fluid (T).
10. Method according to one of Claims 4 to 9, characterized in that the values measured by the pressure sensor and/or temperature sensor are smoothed
by means of an electronic filter.
11. Method according to one of Claims 1 to 10, characterized in that the amplification factor (V) can be changed by means of manual intervention in the
control unit (C(s)).
1. Procédé de commande d'une fonction hydraulique de travail d'un chariot de manutention
(F), affectée par une pression de charge d'une charge reçue et/ou par une température
d'un liquide hydraulique, dans lequel une grandeur de référence (w(t)) est spécifiée
à partir de laquelle, dans une unité de commande (C(s)), une grandeur de réglage (u(t))
est calculée qui détermine sur un trajet de commande (G(s) une grandeur de commande
(y(t)) de la fonction hydraulique de travail,
caractérisé en ce que dans l'unité de commande (C(s)), des courbes caractéristiques de base (Gk) pour différents
points de fonctionnement dynamiques de la fonction hydraulique de travail sont stockées
qui établissent une relation de modèle mathématique entre la grandeur de réglage (u(t))
et la grandeur de commande (y(t)), et les courbes caractéristiques de base (Gk) dans
l'unité de commande (C(s)) sont ajustées par un facteur de gain (V) qui dépend de
la pression de charge (p) et/ou de la température (T) du liquide hydraulique.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les courbes caractéristiques de base (Gk) dans l'unité de commande (C(s)) sont ajustées
au moyen d'une multiplication mathématique par un facteur de gain (V), dans lequel
les courbes caractéristiques de base (Gj) ajustées sont calculées selon la formule
(Gj = Gk x V) et le facteur de gain (V) peut prendre une valeur entre 0,001 et 1000,
de préférence entre 0,01 et 100, en particulier entre 0,1 et 10.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le facteur de gain (V) est déterminé au moyen de courbes caractéristiques de gain
(Vk) stockées dans l'unité de commande (C(s)) et qui établissent une relation mathématique
entre la pression de charge et/ou la température du liquide hydraulique et le facteur
de gain.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que des modifications de la pression de charge (p) sont mesurées au moyen d'un capteur
de pression et/ou des modifications de la température (T) du liquide hydraulique sont
mesurées au moyen d'un capteur de température, et le facteur de gain (V) est modifié
par une commande automatique dans l'unité de commande (C(s)) de manière inversement
proportionnelle à la modification de pression de charge mesurée et/ou à la modification
de température mesurée.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'ajustement des courbes caractéristiques de base (Gk) par l'intermédiaire du facteur
de gain (V) modifie des sections d'ouverture des vannes hydrauliques et/ou des débits
volumiques d'une pompe hydraulique.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'un abaissement et/ou un levage d'un dispositif de réception de charge (1c) du chariot
de manutention (F) est/sont utilisé(s) comme fonction hydraulique de travail.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que lors de l'abaissement du dispositif de réception de charge (1c) à une faible pression
de charge et/ou à une faible température du liquide hydraulique, la vitesse d'abaissement
est augmentée par l'ajustement des courbes caractéristiques de base (Gk).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que l'ajustement des courbes caractéristiques de base (Gk) par l'intermédiaire du facteur
de gain (V) modifie les dynamiques de pilotage des vannes hydrauliques et/ou d'une
pompe hydraulique.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que les dynamiques de pilotage sont augmentées pour une pression de charge faible (p)
et/ou une température faible (T) du liquide hydraulique et sont diminuées pour une
pression de charge élevée (p) et/ou une température élevée du liquide hydraulique
(T).
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 9, caractérisé en ce que les valeurs mesurées par le capteur de pression et/ou le capteur de température sont
lissées au moyen d'un filtre électronique.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que le facteur de gain (V) peut être modifié par une intervention manuelle sur l'unité
de commande (C(s)).