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EP 4 050 213 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.06.2023 Patentblatt 2023/23 |
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Anmeldetag: 19.01.2022 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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MEHRFACHMEMBRANPUMPE
MULTIPLE MEMBRANE PUMP
POMPE À MEMBRANES MULTIPLES
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
25.02.2021 DE 102021104548
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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31.08.2022 Patentblatt 2022/35 |
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Patentinhaber: Lutz Pumpen GmbH |
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97877 Wertheim (DE) |
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Erfinder: |
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- Nasu, Takumi
97877 Wertheim (DE)
- Ries, Alexander
97877 Wertheim (DE)
- Getze, Andrej
97892 Kreuzwertheim (DE)
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Vertreter: Christ, Niko |
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Geitz Truckenmüller Lucht Christ
Patentanwälte PartGmbB
Obere Wässere 3-7 72764 Reutlingen 72764 Reutlingen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 1 453 607 DE-A1- 19 738 779
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DE-A1- 4 106 180
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mehrfachmembranpumpe mit wenigstens zwei
Membrankammern, welche durch wenigstens zwei Membranen in jeweils eine Treibmittelkammer
und eine Medienkammer geteilt sind, wobei ein Membrankolben die Membranen mechanisch
koppelt, in ein Schaltgehäuse geführt ist und in dem Schaltgehäuse unter Zwischenlage
einer Magnetanordnung mit einem Ventilkolben zur Steuerung eines Zu- und Abstroms
von Treibmittel in die Treibmittelkammern zusammenwirkt.
[0002] Eine solche Mehrfachmembranpumpe ist als Doppelmembranpumpe bereits aus der
DE 41 06 180 A1 vorbekannt. Hierbei sind auf dem Membrankolben und dem Ventilkolben gleichsinnig
ausgerichtete, radial angeordnete Ringmagneten auf den interagierenden Endstücken
des Membrankolbens und des Ventilkolbens positioniert. Der Membrankolben und der Ventilkolben
arbeiten in gegenläufiger Bewegung, indem der Ventilkolben durch das vorhandene Magnetfeld
des Membrankolbens in die Gegenrichtung des vorbeilaufenden Membrankolbens gedrückt
wird. Durch die oszillierende Bewegung des mechanisch angetriebenen Membrankolbens
geraten periodisch gleichnamige Pole der Radialmagneten beider Kolben in eine Parallelstellung.
Das Magnetfeld des Ventilkolbens weicht dem Widerstand, der sich durch die Annäherung
gleichnamiger Pole aufbaut, aus, indem die Ringmagneten den Ventilkolben in eine Position
relativ zum Membrankolben versetzen. Dabei üben die Gegenpole der Ringmagneten des
Membrankolbens mit den jeweiligen Gegenpolen des Ventilkolbens maximale Anziehungskraft
aus. Das Bestreben der beiden Magnetfelder, jeweils in Ruhelage zueinander zu stehen,
wird zum Bedienen des Ventils und des Treibmittelzustroms herangezogen, da der Ventilkolben
nur magnetisch angesteuert werden kann.
[0003] Die oben beschriebene Anordnung der Magneten lässt keine optimale Ausnutzung der
Magnetkräfte zu, da zum einen der Reibwiederstand der Ventildichtungen direkt von
den Magnetkräften überwunden werden muss, zum anderen sind die Magnetfelder stark
vom Abstand der Magneten abhängig. Da die Magnetfelder nicht auf das Zentrum der jeweiligen
Gegenmagneten zu bewegt wird, sondern nur eine Verschiebung an den Magneten vorbei
erfolgt, wird diese maximale Kraft allerdings im Stand der Technik nicht ausgenutzt.
Dies würde im Stand der Technik auch nicht funktionieren, da die Magnetkraft nicht
nur in der Endlage benötigt wird, sondern auf der gesamten Wegstrecke der gegenseitigen
Auslenkung der beiden Kolben.
[0004] Weiter ist auf die
DE 693 02 656 T2 zu verweisen, welche eine einfache, parallele Führung von Membrankolben und Ventilkolben
vorsieht, bei welcher der Ventilkolben zwischen zwei Anschlagflächen direkt hin und
her bewegt wird.
[0005] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine
Mehrfachmembranpumpe anzugeben, bei welcher die Magnetkräfte durch eine andere Verteilung
auf den beiden Kolben effizienter genutzt werden können, um den Stillstand der Mehrfachmembranpumpe
in einem gemeinsamen Totpunkt von Membrankolben und Ventilkolben zu vermeiden.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe mit einer Mehrfachmembranpumpe gemäß den Merkmalen des
unabhängigen Anspruchs 1. Sinnvolle Ausgestaltungen einer derartigen Mehrfachmembranpumpe
können den sich anschließenden abhängigen Ansprüchen entnommen werden.
[0007] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass eine Mehrfachmembranpumpe mit einer mechanischen
Kopplung der Membranen durch einen Membrankolben vorliegt.
[0008] Die Membranen unterteilen jeweils eine Membrankammer in eine Treibmittelkammer und
eine Medienkammer. Der Membrankolben überträgt innerhalb eines Schaltgehäuses durch
Mitnahme des Ventilkolbens einen Teil seiner Bewegung auf den Ventilkolben. Über diese
Mitnahme des Ventilkolbens schaltet dieser ein an dem Ende des Ventilkolbens angeordnetes
Ventil, welches zwischen zwei Schaltstellungen hin und her wechselt und hierdurch
den Zu- und Abstrom des Treibmittels in die Treibmittelkammern steuert. Zusätzlich
zu der Mitnahme des Ventilkolbens durch die oszillierende Bewegung des Membrankolbens
wird ein Teil der Strecke magnetisch überwunden. Auf dieser Strecke befindet sich
der gemeinsame Totpunkt der beiden Kolben. Als Totpunkt bezeichnet man eine Stellung
der Kolben, aus welcher die Mehrfachmembranpumpe nicht mehr aus eigener Kraft herauskommt,
so dass ein Eingriff von außen erforderlich wird. Dies wird insbesondere dann erreicht,
wenn der Ventilkolben in einer Zwischenstellung stehenbleibt, in der keine definierte
Ventilstellung erreicht ist, gleichzeitig aber auch bereits kein Druck und kein Schwung
des Membrankolbens mehr vorhanden ist, um den Ventilkolben mechanisch weiter zu bewegen.
Sollten beide Kolben gleichzeitig in den Totpunkt geraten, kommt die Mehrfachmembranpumpe
zum Stillstand, da alle Ventile, die das Treibmittel ansteuern, in dieser Stellung
offenstehen. Mehrere, vorzugsweise parallel oder auch koaxial zu einander ausgerichtete,
Magnetanordnungen, die erfindungsgemäß Bestandteil der interagierenden Kopfstücke
beider Kolben sind, erzeugen eine Magnetkraft, die in der Lage ist, die Kolben aus
ihrem jeweiligen Totpunkt zu befördern.
[0009] Dies ist deshalb besonders vorteilhaft, weil durch diese Anordnung der benötigte
Schiebeweg, der durch die Magnetkräfte allein geleistet werden muss, minimiert wird
und durch eine effizientere Anordnung der Magneten die Magnetkraftwirkung besser genutzt
wird. Hierbei wird der Reibwiderstand der Ventildichtungen von der Mechanik des Membrankolbens
und nicht dem Magnetfeld des Ventilkobens überwunden. Das Magnetfeld stellt lediglich
sicher, dass beide Kolben nicht gleichzeitig in ihren Totpunkt geraten und die Bewegung
der Doppelmembranpumpe zum Erliegen kommt.
[0010] Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn der Ventilkolben koaxial mit
dem Membrankolben, oder zumindest parallel zu diesem, geführt ist. In einer solchen
Ausgestaltung kann die Kraft des Membrankolbens direkt für eine mechanische Betätigung
des Ventilkolbens eingesetzt werden, wenngleich in einem solchen Fall keine starre
Kopplung umgesetzt wird. Vielmehr ist in einer solchen Anordnung eine mechanische
Mitnahme vorgesehen, welche jedoch ein Spiel zwischen dem Ventilkolben und dem Membrankolben
erlaubt. Der Versatz des Ventilkolbens kann hierdurch insbesondere größer sein als
der Versatz des Membrankolbens. Auch kann hierdurch ein Zeitversatz zwischen den Bewegungen
von Ventilkolben und Membrankolben ermöglicht werden, wodurch das Ventil auch während
der Bewegung des Membrankolbens in einer definierten Position verbleibt.
[0011] In einer konkreten Ausgestaltung kann einer der beiden Kolben ein Kopfstück ausbilden,
welches in einen von dem anderen der beiden Kolben gebildeten Käfig aufgenommen ist,
wobei das Kopfstück und der Käfig in Schubrichtung und in Zugrichtung vordere und
hintere Anschlagflächen ausbilden, wobei zwischen Kopfstückanschlagflächen und Käfiganschlagflächen
ein Spiel vorhanden ist. Unabhängig davon, welcher dieser beiden Teile welchem der
beiden Kolben zugeordnet ist, ist es von Vorteil, wenn die Interaktion zwischen dem
Membrankolben und dem Ventilkolben durch einen ineinandergreifenden Aufbau gewährleistet
ist. Dabei kann bevorzugtermaßen das freie Ende des Ventilkolbens als Käfig ausgeformt
sein, während das mit dem Ventilkopfstück in Zug- und Schubrichtung interagierende
freie Ende des Membrankolbens ein Kopfstück ausbildet, welches in dem Käfig längsbeweglich
aufgenommen ist.
[0012] Ferner können den Käfiganschlagflächen erste Magnetanordnungen und dem Kopfstück
wenigstens eine zweite Magnetanordnung zugeordnet sein, welche gegenüber den ersten
Magnetanordnungen gegensinnig ausgerichtet ist. Somit stoßen sich Käfig und Kopfstück
kurz vor dem Erreichen der Endlage des Käfigs ab. Das Kopfstück schiebt den Käfig
dann sowohl mechanisch als auch magnetisch bis in eine Anschlagsposition des Käfigs.
[0013] Dabei können die Innenwände des Käfigs als Anschlagflächen für korrespondierende
Anschlagflächen des Kopfstücks dienen. In einem Bewegungsablauf wird der Membrankolben
durch die aufgrund eines Treibmittelzu- und -abstroms ausgelenkten Membranen bewegt,
so dass sich Kopfstück und Käfig relativ zu einander verschieben. Während der Ventilkolben
zunächst in Ruhe verbleibt und dadurch das Ventil seine Stellung behält, durchquert
das Kopfstück den Käfig und gerät an dessen gegenüberliegender Seite wiederum an die
dortigen Anschlagflächen. Ab diesem Moment erfolgt eine mechanische Mitnahme des Ventilkolbens
durch den Membrankolben.
[0014] Auch der sich in dem Schaltgehäuse der Mehrfachmembranpumpe bewegende Käfig kann
seinerseits zwischen zwei Gehäuseanschlagflächen verschieblich angeordnet sein. Dies
erlaubt es, den Käfig seinerseits zwischen zwei Extrempunkten der Bewegung festzulegen
und dafür zu sorgen, dass sich der Käfig stets in einer definierten Lage innerhalb
des Schaltgehäuses befindet.
[0015] Ferner können in den Gehäuseanschlagflächen mit den ersten Magnetanordnungen gleichsinnig
ausgerichtete dritte Magnetanordnungen vorgesehen sein, welche die ersten Magnetanordnungen
in den Käfiganschlagflächen zu sich heranziehen, gegebenenfalls das letzte Stück Weges
hin zu den Gehäuseanschlagflächen überwinden helfen. Auf der Rückbewegung des Kopfstücks
innerhalb des Käfigs trifft dieses dann irgendwann auf die gegenüberliegenden Käfiganschlagflächen
und nimmt ab diesem Moment den Käfig in die Gegenrichtung, mechanisch und magnetisch,
mit. Daraus ergibt sich, dass äußere Käfiganschlagflächen zu den Gehäuseanschlagflächen
angezogen werden, sobald das Kopfstück mit dem gleichnamigen Pol von innen den Käfig
abstößt und der Käfig durch die Magnetkraft Richtung Gehäuseanschlag bewegt wird.
Somit wird der Käfig sowohl durch die Abstoßung gleichnamiger Pole von innen als auch
die Anziehung ungleichnamiger Pole von außen über den Totpunkt des Ventilkolbens hinwegbewegt.
[0016] Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn der Ventilkolben eine Ventilanordnung,
vorzugsweise ein 5/2-Wegeventil, zur Steuerung des Treibmittelzustroms in die Treibmittelkammern
betätigt. Konkret kann das 5/2-Wegeventil an dem anderen Ende des Ventilkolbens angebracht
werden, um den Zu- und Abstrom des Treibmittels in die und aus den Treibmittelkammern
der Doppelmembranpumpe zu gewährleisten. Mit einem solchen Ventil kann der Zu- und
Abstrom des Treibmittels beider Treibmittelkammern gleichzeitig angesteuert werden,
wobei eine Treibmittelkammer mit dem Treibmittel gefüllt werden, während gleichzeitig
das Treibmittel aus der anderen Kammer entweichen kann.
[0017] Es können hierbei die Magnetanordnungen aus einem oder mehreren untereinander gleichsinnig
angeordneten, insbesondere räumlich verteilten, Magneten konstruiert sein. Dabei können
die Pole aller Magnetanordnungen, die sich eine Anschlagfläche teilen, entweder parallel
oder senkrecht zur Bewegungsrichtung orientiert sein, solange die oben geschilderte
Gleichsinnigkeit oder Gegensinnigkeit gewährleistet ist, deren es sinngemäß bedarf,
um die angelegten Magnetfelder zur Bewegung des Ventilkolbens zu nutzen. So ist es
beispielsweise möglich, an dem Kopfstück einen Magneten anzubringen, solange das Kopfstück
ausreichend dünn ist. Bei einem entsprechend dickeren Kopfstück kann es sinnvoll sein,
einen Magneten an beiden Seiten des Kopfstücks anzuordnen, die dann gemeinsam die
Magnetanordnung bilden. Dies lässt sich entsprechend auf die anderen Anschlagflächen
übertragen. Auch eine einfache Verstärkung der Magneten ist hierdurch möglich.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn es sich bei den Magneten um Dauermagneten, insbesondere
um Neodymmagneten handelt, welche vorzugsweise in Form von Ringmagneten ausgestaltet
sind. Durch die Wahl von Neodymmagneten kann gewährleistet werden, dass die Magnetkraft
ausreicht, den Ventilkolben zu mobilisieren. Zusätzlich arbeitet ein Dauermagnet störungsfrei
ohne Unterbrechung, was zur Stabilität der Konstruktion beiträgt und diese wartungsfrei
macht.
[0019] In einer abermals konkreten Ausgestaltung kann Druckluft als günstiges Treibmittel
verwendet werden. Diese steht als Gas überall kostenlos zur Verfügung und muss nur
verdichtet werden. Sie ist zudem besonders vorteilhaft, da sie die Treibmittelkammern
und Membranen nicht korrodiert und sowohl schnell als auch leicht bewegt werden kann.
[0020] Die vorstehend beschriebene Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0021] Es zeigen
- Figur 1
- eine Mehrfachmembranpumpe in konkreter Ausgestaltung als Doppelmembranpumpe mit einem
Treibmittelventil, welches über ein Schaltgehäuse mit einem Membrankolben verbunden
ist in einer schematischen Darstellung einer ersten Schaltposition,
- Figur 2
- die Doppelmembranpumpe gemäß Figur 1 in einer zweiten Schaltposition in schematischer
Darstellung,
- Figur 3
- die Doppelmembranpumpe gemäß Figur 1 in einer dritten Schaltposition in schematischer
Darstellung,
- Figur 4
- die Doppelmembranpumpe gemäß Figur 1 in einer vierten Schaltposition in schematischer
Darstellung, sowie
- Figur 5
- eine Verbindung zwischen dem Membrankolben und einem mit dem Ventil verbundenen Ventilkolben
innerhalb des Schaltgehäuses in einer schematischen Darstellung.
[0022] Figur 1 zeigt eine Doppelmembranpumpe 1, welche zwei Membrankammern 2 und 6 aufweist.
Die Membrankammern 2 und 6 sind mithilfe jeweils einer Membran 5 und 9 in eine Treibmittelkammer
4 und 8 sowie eine Medienkammer 3 und 7 unterteilt. Aus einer Treibmittelquelle 16
wird über eine Ventilanordnung 15, die als 5/2-Wegeventil ausgestaltet ist, Druckluft
in die zweite Treibmittelkammer 8 geleitet, mit dem Ziel, eine zweite Membran 9 gegen
den Druck in der zweiten Medienkammer 7 enthaltenen Mediums in Richtung der zweiten
Medienkammer 7 zu bewegen und hierbei das Medium aus der zweiten Medienkammer zu fördern.
Hierbei ist die zweite Membran 9 über einen Membrankolben 17 mit einer ersten Membran
5 gekoppelt und nimmt diese in ihrer Bewegung mit, so dass die erste Membran 5 aus
der ersten Treibmittelkammer 4 das dort enthaltene Treibmittel über die Ventilanordnung
15 aus der ersten Treibmittelkammer 4 befördert. Hierdurch erweitert sich umgekehrt
die erste Medienkammer 3 und saugt dadurch anstehendes Medium in diese ein.
[0023] Die Ventilstellung der Ventilanordnung 15 wird hierbei durch einen Ventilkolben 10
betätigt, welcher mit dem Membrankolben 17 in einer mechanischen Verbindung steht,
wie sie in der Figur 5 gezeigt ist.
[0024] Figur 2 zeigt den sich anschließenden Schritt, bei dem die Membranen 5 und 9 umgekehrt
ausgelenkt sind, wobei zwischen dem Membrankolben 17 und dem Ventilkolben 10 ein solches
Spiel und Zeitversatz vorgesehen sind, dass die Ventilanordnung 15 zu diesem Zeitpunkt
sich noch in ihrer vormaligen Stellung befindet.
[0025] Figur 3 zeigt den nächsten Schritt, bei dem nun die Ventilanordnung 15 geschaltet
hat, so dass das 5/2-Wegeventil nun die erste Treibmittelkammer 4 mit Druckluft versorgt,
während die Membranen 5 und 9 nunmehr beginnen, das Medium aus der ersten Medienkammer
3 sowie die Druckluft aus der zweiten Treibmittelkammer 8 zu verdrängen.
[0026] Dies ist in Figur 4 abgeschlossen, in welcher aber die Ventilanordnung 15 wiederum
noch nicht geschaltet hat, trotzdem der Membrankolben 17 sich der Endlage nähert.
[0027] Figur 5 zeigt das für das Schaltverhalten verantwortliche Innere des Schaltgehäuses
21, in welches von der linken Seite her der Membrankolben 17 und von der rechten Seite
her der Ventilkolben 10 einragt. Hierbei bildet das freie Ende des Membrankolbens
17 ein Kopfstück 19 aus, welches in einem Käfig 13 am freien Ende des Ventilkolbens
10 aufgenommen ist. Hierbei hat das Kopfstück 19 ähnlich einem Zylinderkolben in seinem
Zylinder ein Spiel innerhalb des Käfigs 13, so dass eine Bewegung des Membrankolbens
17 sich nur dann direkt auf die Bewegung des Ventilkolbens 10 auswirkt, wenn das Kopfstück
19 mit seinen Kopfstückanschlagflächen 20 an einer Käfiganschlagfläche 14 des Käfigs
13 anschlägt und in deren Richtung drückt. Aufgrund dieser rein mechanischen Kopplung
kann der Membrankolben 17 den Ventilkolben 10 jeweils bis in eine Schaltstellung versetzen,
in welcher der Käfig 13 des Ventilkolbens 10 an Gehäuseanschlagflächen 22 des Gehäuses
21 anschlägt. Üblicherweise wird diese Position allerdings nicht aufgrund der Bewegung
des Membrankolbens 17 allein erreicht, vielmehr kann es sein, dass der Ventilkolben
10 kurz vor der Schaltposition in einem Totpunkt stehen bleibt, in welcher sich das
Ventil in keiner klaren Schaltstellung befindet und der Membrankolben 17 sich wegen
des fehlenden Drucks in den Membrankammern 2 und 6 ebenfalls nicht mehr weiter bewegt.
Für diesen Fall sind in dem Käfig 13, dem Kopfstück 19 und den Gehäuseanschlagflächen
22 Magnetanordnungen 11, 18 und 23 vorgesehen, welche einen derartigen Totpunkt vermeiden
sollen.
[0028] Hierzu sind erste Magnetanordnungen 11 in dem Käfig und dritte Magnetanordnungen
23 in den Gehäuseanschlagflächen gleichsinnig angeordnet, so dass sie sich gegenseitig
anziehen. Bedarfsweise kann auch auf die dritten Magnetanordnungen verzichtet werden,
aber diese ziehen den Käfig 13 in seiner Endstellung nochmals magnetisch an die Gehäuseanschlagflächen
22 heran und helfen dadurch, die undefinierte Totpunktstellung zu überwinden. Eine
gegensinnig ausgerichtete zweite Magnetanordnung 18 sorgt in den Endpunkten für ein
Weiterdrücken des Käfigs 13 in Richtung der Endlage, da jeweils gleichnamige Pole
zueinander weisen und sich abstoßen. Auf diese Weise kann ein Verharren des Ventilkolbens
im Totpunkt sowohl aufgrund der Anziehung des Käfigs 13 aufgrund des Zusammenwirkens
der ersten Magnetanordnung 11 und der dritten Magnetanordnung 23, als auch aufgrund
der Abstoßung zwischen der zweiten Magnetanordnung 18 des Kopfstücks 19 und der ersten
Magnetanordnung 11 des Käfigs 13 hin zu der Gehäuseanschlagfläche 22 verhindert werden.
[0029] Vorstehend beschrieben ist somit eine Mehrfachmembranpumpe, bei welcher die Magnetkräfte
aufgrund der Verteilung der Magneten auf den beiden Kolben effizienter genutzt werden
können, um den Stillstand der Mehrfachmembranpumpe in einem gemeinsamen Totpunkt von
Membrankolben und Ventilkolben zu vermeiden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0030]
- 1
- Doppelmembranpumpe
- 2
- erste Membrankammer
- 3
- erste Medienkammer
- 4
- erste Treibmittelkammer
- 5
- erste Membran
- 6
- zweite Membrankammer
- 7
- zweite Medienkammer
- 8
- zweite Treibmittelkammer
- 9
- zweite Membran
- 10
- Ventilkolben
- 11
- erste Magnetanordnung
- 13
- Käfig
- 14
- Käfiganschlagfläche
- 15
- Ventilanordnung
- 16
- Treibmittelquelle
- 17
- Membrankolben
- 18
- zweite Magnetanordnung
- 19
- Kopfstück
- 20
- Kopfstückanschlagfläche
- 21
- Schaltgehäuse
- 22
- Gehäuseanschlagfläche
- 23
- dritte Magnetanordnung
1. Mehrfachmembranpumpe mit wenigstens zwei Membrankammern (2, 6), welche durch wenigstens
zwei Membranen (5, 9) in jeweils eine Treibmittelkammer (4, 8) und eine Medienkammer
(3, 7) geteilt sind, wobei ein Membrankolben (17) die Membranen (5, 9) mechanisch
koppelt, in ein Schaltgehäuse (21) geführt ist und in dem Schaltgehäuse (21) unter
Zwischenlage einer Magnetanordnung mit einem Ventilkolben (10) zur Steuerung eines
Zu- und Abstroms von Treibmittel in die Treibmittelkammern (4, 8) zusammenwirkt,
dadurch gekennzeichnet, dass der Membrankolben (17) mit dem Ventilkolben (10) zur Betätigung eines Ventils (15)
derart mechanisch zusammenwirkt, dass wenigstens eine an dem Ventilkolben (10) angeordnete
Magnetanordnung (11) zum Versetzen des Ventilkolbens (10) aus einer Ruhelage in der
Ebene wenigstens einer an dem Membrankolben (17), vorzugsweise parallel oder koaxial,
angeordneten Magnetanordnung (18) bewegt wird, wobei der Ventilkolben (10) parallel
zu dem Membrankolben (17), vorzugsweise koaxial zu diesem, geführt ist und einer der
beiden Kolben (10, 17) ein Kopfstück (19) ausbildet, welches in einen von dem anderen
der beiden Kolben (10, 17) gebildeten Käfig (13) aufgenommen ist, wobei das Kopfstück
(19) und der Käfig (13) in Schubrichtung und in Zugrichtung vordere und hintere Anschlagflächen
ausbilden, wobei zwischen Kopfstückanschlagflächen (20) und Käfiganschlagflächen (14)
ein Spiel vorhanden ist.
2. Mehrfachmembranpumpe gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass den Käfiganschlagflächen (14) erste Magnetanordnungen (11) zugeordnet sind und dem
Kopfstück wenigstens eine zweite Magnetanordnung (18) zugeordnet ist, welche gegenüber
den ersten Magnetanordnungen (11) gegensinnig ausgerichtet ist.
3. Mehrfachmembranpumpe gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Käfig (13) zwischen zwei Gehäuseanschlagflächen (22) verschieblich angeordnet
ist.
4. Mehrfachmembranpumpe gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass den Gehäuseanschlagflächen (22) zu den ersten Magnetanordnungen (11) gleichsinnig
ausgerichtete dritte Magnetanordnungen (23) zugeordnet sind.
5. Mehrfachmembranpumpe gemäß wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilkolben (10) eine Ventilanordnung (15), vorzugsweise ein 5/2-Wegeventil,
zur Steuerung des Treibmittelzustroms in die Treibmittelkammern (4, 8) betätigt.
6. Mehrfachmembranpumpe gemäß wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetanordnungen (11, 18, 23) aus einem, oder mehreren untereinander gleichsinnig
angeordneten, insbesondere räumlich verteilten, Magneten gebildet sind.
7. Mehrfachmembranpumpe gemäß wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Magneten um Dauermagneten, insbesondere um Neodymmagneten handelt,
welche vorzugsweise in Form von Ringmagneten ausgestaltet sind.
8. Mehrfachmembranpumpe gemäß wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Treibmittel um Druckluft handelt.
1. Multiple diaphragm pump with at least two diaphragm chambers (2, 6) which are each
divided by at least two diaphragms (5, 9) into a propellant chamber (4, 8) and a media
chamber (3, 7), wherein a diaphragm piston (17) mechanically couples the diaphragms
(5, 9), is guided into a switch housing (21), and, in the switch housing (21), interacts,
with interposition of a magnet assembly, with a valve piston (10) for controlling
an inflow and outflow of propellants into the propellant chambers (4, 8),
characterized in that the diaphragm piston (17) interacts mechanically with the valve piston (10) for actuating
a valve (15) in such a way that at least one magnet assembly (11) arranged on the
valve piston (10) is moved in order to displace the valve piston (10) from a rest
position in the plane of at least one magnet assembly (18) arranged on the diaphragm
piston (17) - preferably in parallel or coaxially - wherein the valve piston (10)
is guided parallel to the diaphragm piston (17), and preferably coaxially thereto,
and one of the two pistons (10, 17) forms a headpiece (19) which is received in a
cage (13) formed by the other of the two pistons (10, 17), wherein the headpiece (19)
and the cage (13) form front and rear stop surfaces in the pushing direction and in
the pulling direction, wherein a clearance exists between the headpiece stop surfaces
(20) and the cage stop surfaces (14).
2. Multiple diaphragm pump according to claim 1, characterized in that first magnet assemblies (11) are assigned to the cage stop surfaces (14), and at
least one second magnet assembly (18) is assigned to the headpiece and is oriented
in a direction opposite the first magnet assemblies (11).
3. Multiple diaphragm pump according to claim 2, characterized in that the cage (13) is displaceably arranged between two housing stop surfaces (22).
4. Multiple diaphragm pump according to claim 3, characterized in that third magnet assemblies (23) oriented in the same direction as the first magnet assemblies
(11) are assigned to the housing stop surfaces (22).
5. Multiple diaphragm pump according to at least one of the preceding claims, characterized in that the valve piston (10) actuates a valve assembly (15) - preferably a 5/2 directional
control valve - for controlling the propellant inflow into the propellant chambers
(4, 8).
6. Multiple diaphragm pump according to at least one of the preceding claims, characterized in that the magnet assemblies (11, 18, 23) are formed from one magnet, or several magnets
arranged in the same direction, and in particular spatially distributed.
7. Multiple diaphragm pump according to at least one of the preceding claims, characterized in that the magnets are permanent magnets, and in particular neodymium magnets, which are
preferably designed in the form of annular magnets.
8. Multiple diaphragm pump according to at least one of the preceding claims, characterized in that the propellant is compressed air.
1. Pompe à membranes multiples comportant au moins deux chambres à membrane (2, 6), lesquelles
sont divisées par au moins deux membranes (5, 9) en respectivement une chambre de
propulseur (4, 8) et une chambre de milieu (3, 7), un piston de membrane (17) accouplant
mécaniquement les membranes (5, 9), étant guidé dans un boîtier de commutation (21)
et coopérant avec un piston de soupape (10) dans le boîtier de commutation (21) avec
interposition d'un agencement d'aimants pour la commande d'un afflux et d'un effluent
de propulseur dans les chambres de propulseur (4, 8),
caractérisée en ce que le piston de membrane (17) coopère mécaniquement avec le piston de soupape (10) pour
l'actionnement d'une soupape (15) de telle sorte qu'au moins un agencement d'aimants
(11) disposé sur le piston de soupape (10) est déplacé d'une position de repos vers
le plan d'au moins un agencement d'aimants (18) disposé sur le piston de membrane
(17), de préférence de manière parallèle ou coaxiale, pour le déplacement du piston
de soupape (10), le piston de soupape (10) étant guidé parallèlement au piston de
membrane (17), de préférence de manière coaxiale à celui-ci, et l'un des deux pistons
(10, 17) formant une pièce de tête (19) qui est logée dans une cage (13) formée par
l'autre des deux pistons (10, 17), la pièce de tête (19) et la cage (13) formant des
surfaces de butée avant et arrière dans le sens de la poussée et dans le sens de la
traction, un jeu étant prévu entre les surfaces de butée de pièce de tête (20) et
les surfaces de butée de cage (14).
2. Pompe à membranes multiples selon la revendication 1, caractérisée en ce que des premiers agencements d'aimants (11) sont associés aux surfaces de butée de cage
(14) et au moins un deuxième agencement d'aimants (18) est associé à la pièce de tête
et dirigé en sens inverse par rapport aux premiers agencements d'aimants (11).
3. Pompe à membranes multiples selon la revendication 2, caractérisée en ce que la cage (13) est disposée de manière à pouvoir coulisser entre deux surfaces de butée
de boîtier (22).
4. Pompe à membranes multiples selon la revendication 3, caractérisée en ce que des troisièmes agencements d'aimants (23) dirigés dans le même sens que les premiers
agencements d'aimants (11) sont associés aux surfaces de butée de boîtier (22).
5. Pompe à membranes multiples selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le piston de soupape (10) actionne un agencement de soupapes (15), de préférence
un distributeur 5/2, pour la commande de l'afflux de propulseur dans les chambres
de propulseur (4, 8).
6. Pompe à membranes multiples selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les agencements d'aimants (11, 18, 23) sont formés d'un ou de plusieurs aimants disposés
dans le même sens entre eux, en particulier répartis dans l'espace.
7. Pompe à membranes multiples selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les aimants sont des aimants permanents, en particulier des aimants en néodyme, qui
sont de préférence conçus sous forme d'aimants annulaires.
8. Pompe à membranes multiples selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le propulseur est de l'air comprimé.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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