[0001] Die Erfindung betrifft eine Schneidemaschine gemäß Oberbegriff von Anspruch 1. Bei
dem Schnittgut kann es sich beispielsweise um einen Papierstapel handeln.
[0003] Es gibt heute bei elektrisch angetriebenen Schneidemaschinen sowohl für die Schnittgutpressung
als auch für den Schneidemesserantrieb verschiedene Funktionsprinzipien. Diese lassen
sich teilweise bestimmten Maschinengrößengruppen zuordnen, da sie dort den jeweils
besten Kompromiss aus Funktion und Kosten darstellen.
[0004] Die kleineren Schneidemaschinen nehmen eine gewisse Sonderstellung ein, da die notwendigen
Kräfte für die Betätigung der Schnittgutpressung im Vergleich zu größeren Maschinen
nicht so hoch sind, so dass oft die Muskelkraft des Bedieners ausreicht und keine
motorische Unterstützung notwendig ist. Diese Maschinen sind oftmals keine Produktionsmaschinen,
mit denen der Bediener den ganzen Tag arbeitet. Eine typische Anwendung finden solche
Maschinen beispielsweise in Copy-Shops. Die Teil- oder Vollelektrisierung dient hier
oftmals vor allem dem gesteigerten Komfort, da der Kraftaufwand des Bedieners verringert
wird und auch dauerhaft schneller gearbeitet werden kann. Da das Segment der kleinen
Maschinen besonders preissensitiv ist, stehen hier die Herstellkosten für das jeweilige
Funktionsprinzip im Vordergrund und dürfen im Verhältnis zur manuellen Maschinenvariante
nicht zu hoch ausfallen. Deshalb finden hier in der Regel nur einfache Systeme der
Elektrifizierung Verwendung, teilweise wird nur der Messerantrieb motorisch angetrieben.
Sofern die Schnittgutpresseinrichtung ebenfalls per Motor angetrieben wird, so ist
der Pressdruck in aller Regel nicht einstellbar. Die Geräte dieser Maschinengruppe
stehen in der weiteren Betrachtung nicht im Fokus.
[0005] Schneidemaschinen der mittleren Maschinengruppengröße haben eine sehr breite Verwendung,
angefangen vom professionellen Copy-Shop über Hausdruckereien bis hin zur professionellen
Druckerei. Diese Maschinen sind besonders geeignet für kleinere und mittlere Papierformate,
welche im Digitaldruckverfahren häufig eingesetzt werden. Aus diesem Grund hat diese
mittlere Maschinengrößengruppe an Marktbedeutung und an geforderter Professionalität
zugelegt. Der Markt fordert hier zunehmend Ausstattungsmerkmale und Arbeitsgeschwindigkeiten,
die bisher vornehmlich Maschinen der großen Maschinengrößengruppe vorbehalten sind.
Die Ausstattungsmerkmale können aber im mittleren Maschinengruppensegment meist nicht
durch die Techniken der großen Maschinengruppengröße realisiert werden. Gründe hierfür
sind beispielsweise die Baugröße, die Komplexität und der Preis für die Realisierung
der Ausstattungsmerkmale. Maschinen der mittleren Maschinengruppengröße sollen am
standardmäßig abgesicherten Einphasen-Stromnetz betrieben werden können, da dieses
nahezu an allen gewünschten Einsatzorten zur Verfügung steht. Die Energieeffizienz
solcher Maschinen ist aus mehreren Gründen wichtig. Ein Grund ist, dass der benötigte
Energieverbrauch aus Umweltschutz- und Betriebskostensicht, wie bei allen elektrisch
betriebenen Geräten, so gering wie möglich gehalten werden sollte. Ein weiterer Grund
ist, dass die wunschgemäß genutzte elektrische Einphasen-Hausinstallation die mögliche
Leistungsaufnahme und damit die Leistungsfähigkeit der Maschine begrenzt. Das heißt,
je energieeffizienter die Maschine arbeitet, desto mehr Leistung kann produktiv für
die eigentliche Maschinenfunktion genutzt werden.
[0006] Im Falle von rein elektromechanischen Schneide- und Pressantrieben werden das Messer
und die Schnittgutpressung, bei Bedarf unabhängig voneinander, elektromechanisch angetrieben.
[0007] Vorteile:
- Hoher Wirkungsgrad durch den Antrieb der mechanischen Messerbewegung und der mechanischen
Schnittgutpressung mittels Getriebemotoren.
- Keine aufwendige und teure Hydrauliktechnik mit Hydraulikaggregat und aufwendiger
Regelung etc. notwendig.
- Mechanisch einfach darstellbare Sicherheitstechnik, die verhindert, dass der Schneidezyklus
nach Betätigung der Auslösetasten mehr als einmal durchlaufen wird.
[0008] Nachteile:
- Der Bediener hat in der Regel keine Möglichkeit, den Pressdruck für die Schnittgutpressung
nach Bedarf zu variieren.
- Wenn die Schnittgutpressung separat ausgelöst werden kann und den gleichen Druck wie
beim Schneiden aufbaut, so ist die Schnittgutpressung sicherheitstechnisch gleich
zu betrachten wie der Messerantrieb. Dies bedeutet für den Bediener, dass er bei abgesenkter
Schnittgutpressung das Schnittgut nicht manipulieren kann, da der Eingriff in den
sicherheitsrelevanten Bereich entweder mechanisch mittels einer Abdeckung verhindert
werden muss oder bei Absicherung mittels einer Lichtschranke die Schnittgutpressung
stehen bleibt bzw. wieder nach oben fährt, sobald ein Eingriff durch den Bediener
erfolgt.
- Es ist in der Regel bei diesen Systemen auch nicht vorgesehen, dass bei separater
Auslösung der Schnittgutpressung sich diese in der vom Bediener gewünschten Geschwindigkeit
auf eine gewünschte Endlage bewegt. Die Schnittgutpressung wird meist mit der für
den Press/Schneidezyklus festgelegten Geschwindigkeit bis auf das Schnittgut abgesengt.
- Wenn für die Schnittgutpressung und den Messerantrieb separate Motoren eingesetzt
werden, so hat dies den Nachteil, dass die beiden notwendigen Motoren und die zusätzlich
notwendige Steuerungstechnik für beide Systeme die Gesamtherstellungskosten erhöhen.
[0009] Im Falle von vollhydraulischen Schneide- und Pressantrieben werden das Messer und
die Schnittgutpressung jeweils über einen Hydraulikzylinder betätigt. Die notwendige
Öldurchflussmenge, sowie der notwendige Öldruck werden mittels eines Hydraulikaggregats,
bestehend aus Pumpe und Öltank, bereitgestellt. Die Hydraulikzylinder werden über
eine Regeleinheit zum richtigen Zeitpunkt im Funktionsablauf mit der benötigten Ölmenge
und dem gewünschten Öldruck versorgt.
[0010] Vorteile:
- Der Druck für die Schnittgutpressung kann in der Regel vom Bediener eingestellt und
damit der Pressdruck auf das Schnittgut nach Wunsch variiert werden.
- Dieses Wirkprinzip macht es mit überschaubarem technischem Aufwand möglich, eine Fußpressung
zu realisieren. Diese ermöglicht es dem Bediener, die Schnittgutpressung, unabhängig
von der hydraulischen Pressung, mittels Fußpedal auf das Schnittgut abzusenken und
gleichzeitig bei Bedarf das darunterliegende Schnittgut in der Position zu manipulieren.
[0011] Nachteile:
- Vergleichsweise hohe Teilekosten für die Erzeugung und komplexe Regelung des notwendigen
Hydraulikdrucks für den Schneide- und Pressantrieb.
- Der Gesamtwirkungsgrad für einen hydraulischen Messerantrieb ist deutlich schlechter
als bei einem elektromechanischen Direktantrieb. Für den Messerantrieb ist eine Regelung
des Öldrucks und damit der Schnittkraft, im Gegensatz zur Schnittgutpressung und der
gewünschten Pressdruckverstellung, nicht notwendig bzw. vorteilhaft.
- Es ist eine aufwendige Sicherheitstechnik erforderlich, die verhindert, dass mehrere
Schneidzyklen nach Betätigung der Auslösetasten durchlaufen werden können.
[0012] Im Falle eines elektromechanischen Messerantriebs mit davon abgezweigtem hydraulischem
Schnittgutpressungsantrieb erfolgt der Messerantrieb rein elektromechanisch mittels
eines Motors, der einen Kurbelzapfen antreibt. Dieser Kurbeltrieb bewirkt die Auf-
und Ab-Bewegung des Messers. Gleichzeitig wird über den Kurbeltrieb ein Kolben eines
Hydraulikzylinders (Geberzylinder) bewegt. Dadurch wird ein Hydraulikölstrom erzeugt,
der das Hydraulikaggregat ersetzt. Über eine komplexe Regeleinheit wird ein weiterer
Hydraulikzylinder (Nehmerzylinder) versorgt, der die Schnittgutpressung antreibt.
[0013] Vorteile:
- Der Druck für die Schnittgutpressung kann in der Regel vom Bediener eingestellt und
damit der Pressdruck auf das Schnittgut nach Wunsch variiert werden.
- Das kostenintensive Hydraulikaggregat entfällt und dadurch reduzieren sich die Herstellkosten.
- Der Messerantrieb erfolgt mit hohem elektromechanischem Wirkungsgrad.
- Mechanisch einfach darstellbare Sicherheitstechnik, die verhindert, dass der Schneidezyklus
nach Betätigung der Auslösetasten mehr als einmal durchlaufen wird.
- Einfache Integrationsmöglichkeit für eine Fußpressfunktionalität.
[0014] Nachteile:
- Verhältnismäßig hohe Teilekosten für die komplexe Regelung des hydraulischen Pressantriebs.
- Es sind zwei Hydraulikzylinder (Geber- und Nehmerzylinder) notwendig.
[0015] Die aus der eingangs genannten
GB 721 619 A bekannte Schneidemaschine umfasst einen Antriebsmotor, der mittels mehrerer Ritzel
einen höhenverfahrbaren Messerbalken antreibt. An einem der Ritzel befindet sich eine
Nockenscheibe, die mittels eines Hebels auf eine Kolbenstange wirkt, welche wiederum
über einen Zylinder und ein Hebelgestänge den höhenverfahrbaren Pressbalken antreibt.
Über eine externe Pumpe kann die Kolbenstange im Zylinder hydraulisch ausgefahren
werden, bis der Pressbalken auf einem zu schneidenden Papierstapel aufliegt. Die Kolbenstange
wird in dieser ausgefahrenen Position festgestellt, und dann werden Kolben und Kolbenstange
gemeinsam mittels der Nockenscheibe bewegt, um den Pressbalken mit zusätzlicher Presskraft
auf den Papierstapel zu pressen.
[0016] Die aus der eingangs genannten
DE 19 52 742 A1 bekannte Schneidemaschine umfasst eine Kurvenscheibe mit einem Pleuel als Messerbalkenantrieb
und eine auf der Achse der Kurvenscheibe angeordnete Nockenscheibe mit einem Drucckolben
und einem Differentialschleppkolben als Pressbalkenantrieb. Über ein Ventil wird der
vom Pressbalken auf den Papierstapel ausgeübte Pressdruck eingestellt bzw. begrenzt.
[0017] Weiter ist aus
DE 20 2008 013651 U1 ein Stapelschneider zum Schneiden eines Papierstapels bekannt. Der Stapelschneider
umfasst ein verschiebbares Presselement zum Niederpressen des auf einer Anlagefläche
anliegenden Papierstapels, ein mittels eines elektrischen Messerantriebs verfahrbares
Messer zum Schneiden des niedergepressten Papierstapels sowie einen vom Messerantrieb
über eine mechanische Kopplungseinheit angetriebenen Pressantrieb zum Verfahren des
Presselements. Die Kopplungseinheit unterbricht bei Überschreiten eines vorbestimmten
Pressdrucks des Presselements die Kopplung des Pressantriebs mit dem Messerantrieb.
[0018] Demgegenüber ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, bei einer Schneidemaschine
der eingangs genannten Art den Aufbau zu vereinfachen und die genannten Nachteile
des Stands der Technik zu beheben. Insbesondere soll eine Fußpressung des Pressbalkens
von dem elektromotorischen Pressantrieb des Pressbalkens entkoppelt werden.
[0019] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Schneidemaschine mit den Merkmalen
von Anspruch 1 gelöst.
[0020] Erfindungsgemäß sind die Schnittgutpressung und das Schneiden des Schnittguts über
die Kurvenscheibe zwangsgekoppelt und dadurch sicherheitstechnisch leichter beherrschbar.
Erfindungsgemäß weist die Schneidemaschine ein Fußpedal zum manuellen Höhenverfahren
des Pressbalkens auf, das sowohl mit dem Pressbalken als auch mit dem anderen, zweiten
Ende des zweiten Kopplungsmechanismus bewegungsgekoppelt ist, um durch Betätigung
des Fußpedals das erste Ende des zweiten Kopplungsmechanismus von der Außenkontur
der Kurvenscheibe abzuheben.
[0021] Vorteilhaft ist die Außenkontur der Kurvenscheibe derart ausgebildet, dass im Vorwärtslauf
des Antriebsmotors der Pressbalken sich immer voreilend zum Messer nach unten bewegt.
Dadurch ist sichergestellt, dass das Messer immer vom Pressbalken überdeckt ist, bis
es in das Schnittgut eintaucht (Bediensicherheit z.B. bei Netztrennung während des
Press/Schneidevorgangs).
[0022] Besonders bevorzugt weist die Außenkontur der Kurvenscheibe einen in Vorwärtsdrehrichtung
vorderen Konturabschnitt und einen hinteren Konturabschnitt auf, wobei der vordere
Konturabschnitt radial nach außen stärker ansteigt als der hintere Konturabschnitt.
Vorzugsweise ist die Außenkontur der Kurvenscheibe dabei derart ausgebildet, dass
der Aufbau des gewünschten Pressdrucks während des Pressvorgangs bis zum Beginn des
Schneidevorgangs nahezu abgeschlossen ist und während des Schneidevorgangs gehalten
wird. Die Kurvenkontur der Kurvenscheibe beginnt auf dem vorderen Konturabschnitt
mit stark steigendem Verlauf. Damit wird möglichst schnell Pressdruck aufgebaut, bevor
Schneidekraft notwendig ist. Dadurch können mit einem Antriebsmotor beide Funktionen
bedient werden. Da dies mit einem zeitlichen Versatz geschieht, muss der Antriebsmotor
die Leistung nicht für beide Funktionen gleichzeitig bereitstellen und muss damit
nicht größer dimensioniert werden. Die Kontur der Kurvenscheibe hat nach anfänglich
starkem Anstieg auf dem hinteren Konturabschnitt nur noch eine leichte Steigung, um
einen durch Lecköl verursachten Druckabfall im Hydrauliksystem der Hydraulikeinrichtung
zu kompensieren. Insgesamt ergeben sich eine optimierte Energieeffizienz und Leistungsaufteilung
während des Press/Schneidevorgangs in Bezug auf die maximal zur Verfügung stehende
Leistungsentnahme an einer standardmäßig abgesicherten Einphasen-Netz-Versorgung.
[0023] Bevorzugt weisen der erste Kopplungsmechanismus eine Pleuelstange, die an der Kurvenscheibe
exzentrisch zu deren Drehachse angreift, insbesondere angelenkt ist, und der zweite
Kopplungsmechanismus eine Kolben/Zylinder-Hydraulikeinrichtung oder eine Druckfeder
auf, deren eines, erstes Ende an der Außenkontur der Kurvenscheibe, insbesondere mittels
einer Führungsrolle, anliegt bzw. abrollt.
[0024] Vorzugsweise weist die Kolben/Zylinder-Hydraulikeinrichtung ein Druckregelventil
auf, um den (Hydraulik)druck einzustellen, der erforderlich ist, um einen Kolben in
einen Presszylinder der Hydraulikeinrichtung zu drücken. Die Einstellung des gewünschten
Pressdrucks wird durch das Verstellen des maximalen Drucks am Druckregelventil erreicht.
Die Verstellung kann entweder manuell über ein am Druckregelventil befestigtes Stellelement
oder elektrisch über ein elektromotorisch angetriebenes Stellelement erfolgen. Dem
Kolben ist es erst ab dem am Druckregelventil eingestellten Druck möglich, das im
Presszylinder vorhandene Öl in einen Hydrauliköltank zu verdrängen. Dieser Druck ist
proportional zum Pressdruck auf das Schnittgut.
[0025] Vorteilhaft ist der Kolben der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit permanent, d.h. während
des gesamten Press-/Schneidezyklus, mit einer Ausdrückkraft beaufschlagt, die den
Kolben aus der Zylinder-Hydraulikeinheit herausdrückt. Die Ausdrückkraft kann beispielsweise
durch eine Druckfeder oder eine Gasdruckfedereinheit oder durch einen permanenten
Überdruck in der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit bereitgestellt sein. Durch die Ausdrückkraft
wird der Pressbalken solange auf das Schnittgut gepresst, bis sich die Kurvenscheibe
und mit ihr der Kolben der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit soweit zurückbewegt haben,
bis dieser in seiner ausgezogenen Stellung angekommen ist und zwangsgekoppelt den
Pressbalken nach oben in dessen Ausgangslage mitbewegt.
[0026] Vorzugsweise greift dabei ein Fußpedalumlenkgestänge direkt in eine Umlenkmechanik
ein, welche zwischen dem zweiten Kopplungsmechanismus und dem Pressbalken wirkt. So
kann die Schnittgutpressung, unabhängig von der Kurvenscheibenstellung, durch Betätigen
des Fußpedals bewegt werden, um das Schnittgutmanuell zu pressen.
[0027] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter ausgeführten Merkmale erfindungsgemäß
jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
[0028] Die Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt:
- Fign. 1a, 1b
- eine erfindungsgemäße Schneidemaschine in einer Vorderansicht (Fig. 1a) und in einer
Rückansicht (Fig. 1b), wobei in Fig. 1b ein Fußpedal für eine manuelle Betätigung
eines Pressbalkens der Schneidemaschine nicht gezeigt ist.
[0029] Die in
Fign. 1a, 1b gezeigte Schneidemaschine
1 umfasst eine Schneideauflage
2 für zu schneidendes Schnittgut, wie z.B. einen Papierstapel, einen (hier schräg nach
unten) höhenverfahrbaren Messerbalken
3, der ein Messer
4 zum Schneiden des aufliegenden Schnittguts trägt, einen höhenverfahrbaren Pressbalken
5 zum Niederdrücken des zu schneidenden Schnittguts und einen Antrieb in Form eines
Antriebsmotor
6 als Schneideantrieb zum Höhenverfahren des Messerbalkens 3 und als Pressantrieb zum
Höhenverfahren des Pressbalkens 5.
[0030] Der Antriebsmotor 6 dreht eine Kurvenscheibe
7 jeweils um ca. 180° vor und zurück. Der Messerbalken 3 ist mit der Kurvenscheibe
7 über einen ersten Kopplungsmechanismus
A in Form einer Pleuelstange
8 bewegungsgekoppelt, die an der Kurvenscheibe 7 exzentrisch zu deren Drehachse angelenkt
ist. Der Pressbalken 5 ist mit der Kurvenscheibe 7 über einen zweiten Kopplungsmechanismus
B in Form einer Kolben/Zylinder-Hydraulikeinrichtung
9 bewegungsgekoppelt, deren eines, erstes Ende
9a an der Außenkontur
10 der Kurvenscheibe 7 anliegt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das erste Ende
9a durch das freie Ende eines Kolbens bzw. einer Kolbenstange
11 der Hydraulikeinrichtung 9 gebildet, das eine Führungsrolle
12 trägt. Die Führungsrolle 12 wird mittels einer Feder
13 in Anlage gegen die Außenkontur 10 der Kurvenscheibe 7 gedrückt. Das der Kolbenstange
11 abgewandte Ende eines Presszylinders
14 der Hydraulikeinrichtung 9 bildet das andere, zweite Ende
9b der Hydraulikeinrichtung 9, das ist mit einer Umlenkmechanik
15 verbunden ist, welche den Pressbalken 5 betätigt.
[0031] Wird durch Betätigen eines z.B. elektrischen Schalters der Schnitt ausgelöst, so
startet der Antriebsmotor 6, der die Kurvenscheibe 7 dreht, an welcher auch die Pleuelstange
8 für die Messerbetätigung drehbeweglich befestigt ist. Die Befestigung der Pleuelstange
8 an der Kurvenscheibe 7 erfolgt entfernt von der Drehachse der Kurvenscheibe 7, so
dass die Kurvenscheibe 7 als Kurbelwelle fungiert. Dreht sich die Kurvenscheibe 7,
so wird die Pleuelstange 8 nach unten gezogen. Das andere Ende der Pleuelstange 8
ist am Messerbalken 3 drehbar befestigt und zieht diesen mitsamt dem Messer 4 innerhalb
einer schrägen Führungskulisse
16 zum Schneiden nach unten.
[0032] Die Außenkontur 10 der Kurvenscheibe 7, also der Radialabstand zur Drehachse, ist
derart gestaltet, dass der Pressbalken 5 sich im Vorwärtslauf immer voreilend zum
Messer 4 nach unten bewegen. Der Pressbalken 5 überragt also immer das Messer 4 nach
unten, bis er auf dem Schnittgut aufliegt und der eigentliche Schneideprozess beginnt.
Dadurch wird die Bedienersicherheit für den Fall erhöht, dass der Press/Schneidevorgang
angehalten wird (z.B. durch Ausschalten des Hauptschalters), bevor das Messer 4 in
Eingriff mit dem Schnittgut kommt.
[0033] Die Außenkontur 10 der Kurvenscheibe 7 weist einen in Vorwärtsdrehrichtung vorderen
Konturabschnitt
10a und einen hinteren Konturabschnitt
10b auf. Dabei steigt der vordere Konturabschnitt 10a radial nach außen stärker an als
der hintere Konturabschnitt 10b. Die Steigung der Außenkontur 10 ist also am Anfang
sehr groß, sodass der Pressvorgang bis zum Beginn des Schneidevorgangs nahezu abgeschlossen
ist. Damit teilt sich die zur Verfügung stehende Motorleistung des Antriebsmotors
6 während des Press/Schneidevorgangs zeitlich so auf, dass für beide Teilvorgänge
jeweils nahezu die volle Motorleistung zur Verfügung steht. Die Hybridfunktionalität
aus dem für den Schneidevorgang optimalen elektromechanischen Messer-Direktantrieb
und dem für den Schnittgutpressvorgang optimalen, über einen weiten Bereich hydraulisch
einstellbaren Pressdruck wird mit nur einem Antriebsmotor 6 und einem Presszylinder
14 realisiert und damit zu geringen Kosten.
[0034] Der Presszylinder 14 ist direkt mit der Umlenkmechanik 15 der Schnittgutpressung
verbunden, und die Kolbenstange 11 ist über die Führungsrolle 12 an die Außenkontur
10 der Kurvenscheibe 3 gekoppelt. Der Presszylinder 14 bildet somit selbst einen Teil
der Umlenkmechanik 15 aus und bewegt sich als Ganzes, bis das Schnittgut beim Pressen
erreicht ist. Nachfolgend bewegt sich im Wesentlichen nur noch die Kolbenstange 11
relativ zum Presszylinder 14, um den eingestellten Pressdruck aufzubauen.
[0035] Die Funktionsweise der Schneidemaschine 1 ist wie folgt:
- 1. Motorvorwärtslauf: Pressung und Schnitt werden ausgelöst:
1.1 Funktionsablauf Teil 1: Der Pressbalken 5 trifft auf keinen Widerstand: Die Kurvenscheibe
7 dreht sich und verschiebt dadurch die Führungsrolle 12 samt Kolbenstange 11. Es
bewegt sich somit die Kolbenstange 11 entsprechend der Form der Kurvenscheibe 7. Da
der Pressbalken 5 frei beweglich ist, ist auch die daran befestigte Umlenkmechanik
15 und der Presszylinder 14 frei beweglich. Der Presszylinder 14 kann sich also im
gleichen Maß wie die Kolbenstange 11 bewegen. Das heißt, die Kolbenstange 11 wird
nicht in den Presszylinder 14 gedrückt. Es wird somit kein Öl im Presszylinder 14
verdrängt und damit auch kein Öldruck im System aufgebaut.
1.2 Funktionsablauf Teil 2: Der Pressbalken 5 trifft auf den Widerstand eines eingelegten
Schnittguts:
Der Pressbalken 5 ist dann nicht mehr frei nach unten beweglich, da er auf dem Schnittgut
aufliegt. Somit kann sich auch die Umlenkmechanik 15 und mit ihm der Presszylinder
14 nicht mehr frei bewegen. Wird die Kolbenstange 11 nun über die Kurvenscheibe 7
weiter verschoben, so kann sich der Presszylinder 14 nicht im gleichen Maß wie die
Kolbenstange 11 bewegen, und die Kolbenstange 11 wird in den Presszylinder 14 gedrückt.
Das Öl im Presszylinder 14 wird verdrängt und über ein Druckregelventil 17 in einen Hydrauliköltank 18 abgeführt. Der eingestellte Regeldruck am Druckregelventil 17 bestimmt die Kraft,
die notwendig ist, um die Kolbenstange 11 in den Presszylinder 14 zu drücken. Je höher
der eingestellte Druck ist, desto höher ist die notwendige Kraft. Es steigt somit
die Kraft mit dem Regeldruck an, dies wiederum bedeutet als Gegenreaktion, dass sich
über die Umlenkmechanik 15 auch der Druck verändert, mit dem der Pressbalken 5 auf
das Schnittgut gepresst wird. Die Einstellung des gewünschten Pressdrucks wird durch
das Verstellen des maximalen Drucks am Druckregelventil 17 erreicht. Diese Verstellung
kann entweder manuell über ein am Druckregelventil 17 befestigtes Stellelement oder
elektrisch über ein elektromotorisch angetriebenes Stellelement erfolgen. Das gesamte
zu verdrängende Öl wird unter dem eingestellten Maximaldruck in den Tank gefördert.
Es ist also keine aufwendige und damit teure Regeleinheit notwendig, die beim Erreichen
des gewünschten Grenzdrucks diesen während des Presszyklus im System erhält und das
restliche Öl drucklos in den Tank strömen lässt.
Die zeitlichen Verläufe der Funktionsabläufe Teile 1 und 2 sind von der Höhe des eingelegten
Schnittguts abhängig:
Bei geringer Einlege- bzw. Schnitthöhe, d.h. bei wenig Schnittgut, kann sich der Pressbalken
5 und mit ihm die Umlenkmechanik 15 und der Presszylinder 14 über einen großen Teil
des Pressbalken-Verfahrweges frei bewegen, bis er auf dem Schnittgut aufliegt. Das
hat zur Folge, dass die Kolbenstange 11 erst am Ende des Pressvorgangs nur zu einem
geringen Teil in den Presszylinder 14 gedrückt wird. Es wird somit nur wenig Öl im
Presszylinder 14 verdrängt und in den Tank gefördert. Der eingestellte Überströmdruck
steht somit während des Schneide-/Presszyklus nur kurz im System an. Bei voller Einlege-
bzw. Schnitthöhe, d.h. bei viel Schnittgut, kann sich der Pressbalken 5 und mit ihm
die Umlenkmechanik 15 und der Presszylinder 14 nur über einen kleinen Teil des Pressbalken-Verfahrweges
frei bewegen, bis er auf dem Schnittgut aufliegt. Das hat zur Folge, dass die Kolbenstange
11 schon zu Beginn des Pressvorgangs nahezu vollständig in den Presszylinder 14 gedrückt
wird. Es wird somit nahezu das gesamte Öl im Presszylinder 14 verdrängt und in den
Hydrauliköltank 18 gefördert. Der eingestellte Überströmdruck steht somit während
des Schneide-/Presszyklus lange im System an.
- 2. Motorrückwärtslauf: Der Press/Schneidevorgang ist beendet, das System hat den eingestellten
Umkehrpunkt erreicht und fährt in die Ausgangslage zurück, indem der Antriebsmotor
16 die Drehrichtung wechselt:
Die Führungsrolle 12 folgt federbeaufschlagt der sich drehenden Außenkontur 10 der
Kurvenscheibe 7, durch deren Kurvenverlauf sie nun, umgekehrt zum Vorwärtslauf, immer
weniger stark ausgelenkt wird. Die an der Führungsrolle 12 befestigte Kolbenstange
11 bewegt somit ebenfalls. Die Kolbenstange 11 wird aus dem Presszylinder 14 herausgezogen.
Dies hat zur Folge, dass Öl aus dem Hydrauliköltank 18 angesaugt wird. Das Druckregelventil
17 wird dazu in der Gegenströmungsrichtung durch ein Rückschlagventil (nicht gezeigt)
umgangen, so dass das Öl nahezu drucklos aus dem Hydrauliköltank 18 angesaugt werden
kann. Ist die Kolbenstange 11 während des Rücklaufs in ihrer ausgefahrenen Endlage
angekommen, so muss ihr der Presszylinder 14 und der über die Umlenkmechanik 15 verbundene
Pressbalken 5 zwangsgekoppelt bis zur oberen Ausgangslage des Pressbalkens 5 folgen.
Beim Rücklauf des Systems wirkt dem Pressbalken 5 zu Beginn nur seine Schwerkraft
entgegen. Diese reicht aber teilweise nicht aus, um die Reibungskräfte des restlichen
Systems (wie beispielsweise durch die Kolbendichtungen) auszugleichen. Dies kann dazu
führen, dass der Pressbalken 5 entweder sofort abhebt oder mindestens nicht mehr sicher
auf dem Schnittgut aufliegt, bis das Messer 4 in der oberen Ausgangsstellung angekommen
ist. Problematisch ist dies beispielsweise beim Schneiden von Schnittgut, das mit
einer Selbstklebefolie ausgerüstet ist. Dieses Schnittgut neigt dazu, etwas am Messer
4 anzuhaften und kann, wenn es beim Messerrücklauf nicht festgehalten wird, durch
das Anhaften verrutschen. Um dies zu verhindern, kann der Pressbalken 5 das Schnittgut
solange fixieren, bis das Messer 4 wieder nahezu in seiner oberen Ausgangsstellung
angekommen ist. Es ist also von Vorteil, den Pressbalken 5 mit einer gewissen festgelegten
Kraft solange auf das Schnittgut zu pressen, bis sich die Kurvenscheibe 7 und mit
ihr der Kolben der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit 9 soweit zurückbewegt haben, bis
dieser in seiner ausgezogenen Stellung angekommen ist und zwangsgekoppelt den Pressbalken
5 nach oben in dessen Ausgangslage mitbewegt. Dies kann technisch dadurch realisiert
werden, dass der Kolben der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit 9 permanent, d.h. während
des gesamten Press-/Schneidezyklus, mit einer Kraft beaufschlagt wird, die den Kolben
aus der Zylinder-Hydraulikeinheit 9 herausdrückt. Diese Ausdrückkraft führt dazu,
dass das Schnittgut über den mit der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit 9 gekoppelten
Pressbalken 5 solange mit der vorgegebenen Presskraft fixiert wird, bis die Kurvenscheibe
7 und mit ihr der zwangsgekoppelte Messerbalken 3 samt Messer 4 nahezu in seiner oberen
Ausgangsstellung angekommen sind. Im weiteren Bewegungsablauf wird die Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit
9 und mit ihr der Pressbalken 6 in seine Ausgangsstellung nach oben gezogen.
Die Ausdrückkraft kann beispielsweise mittels einer Druckfeder 19 oder Gasdruckfedereinheit auf den Kolben wirken, wobei die Druckfeder 19 bzw. Gasdruckfedereinheit
innerhalb oder, wie in Fig. 1a gezeigt, außerhalb der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit
9 montiert sein kann. Eine weitere beispielhafte Ausführung kann durch einen permanenten
Überdruck in der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit 9 erreicht werden, der wie eine
entsprechende Feder wirkt und den Kolben permanent mit einer definierten Kraft aus
der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit 9 herausdrückt.
[0036] Fig. 1a zeigt ein Fußpedal
20 für eine manuelle Betätigung des Pressbalkens 5. Wird das Fußpedal 20 nach unten
bewegt, so wird über das Fußpedalumlenkgestänge
21 der Pressbalken 5 nach unten, d.h. in Richtung des eingelegten Schnittguts, gezogen.
Das Fußpedal 20 ist sowohl mit dem Pressbalken 5 als auch mit dem zweiten Ende 9b
der Hydraulikeinrichtung 9 bewegungsgekoppelt, um durch Betätigung des Fußpedals 20
das erste Ende 9a der Hydraulikeinrichtung 9 von der Außenkontur 10 der Kurvenscheibe
7 abzuheben.
[0037] Der Pressbalken 5 kann damit, unabhängig vom elektrischen Press/Schneidezyklus und
damit unabhängig von der Sicherheitsteuerung, betätigt werden. Das bedeutet, dass
der Bediener bei Betätigung der Pressung mittels des Fußpedals 20 den Papierstapel
bei abgesenkter Pressung manipulieren kann, obwohl er sich im überwachten Sicherheitsbereich
der Maschine bewegt. Dies ist zulässig, da der Pressdruck vom Bediener selbst mittels
seiner Beinkraft aufgebracht wird. Der Bediener kann mittels der Fußpressung, falls
notwendig, die Luft zwischen den einzelnen Lagen des Schnittguts vor dem automatischen
Press/Schneidezyklus gezielt herauspressen oder über die Vorderkante des abgesenkten
Pressbalkens 5 exakt sehen, wo der Schnitt durch das dem Pressbalken 5 direkt vorgelagerte
Messer 4 erfolgen wird. Falls notwendig kann der Bediener das Schnittgut bei abgesenktem
Pressbalken 5 neu ausrichten.
[0038] Mechanisch ist die Entkopplung der Fußpressung von der automatischen Pressung möglich,
da beim Betätigen der Fußpressung die Umlenkmechanik 15 des Pressmechanismus derart
bewegt wird, dass sich der Pressbalken 5 in Richtung des Schnittguts absenkt. Mit
der Umlenkmechanik 15 bewegt sich auch der daran befestigte Presszylinder 14 mit der
Kolbenstange 11 samt der Führungsrolle 12. Diese hebt sich gegen die Kraft der Feder
13 von der Außenkontur 10 der Kurvenscheibe 7 ab. Somit wird die Hydraulikeinrichtung
9 unabhängig von der Stellung der Kurvenscheibe 7 bewegt.
[0039] Wird bei betätigter Fußpressung der automatische Press/Schneidevorgang ausgelöst,
so läuft dieser wie zuvor beschrieben ab. Jedoch liegt die Führungsrolle 12 und mit
ihr die gesamte restliche Hydraulikeinrichtung 9 zu Beginn des Press/ Schneidevorgangs
nicht an der Außenkontur 10 der Kurvenscheibe 7 an. Das heißt, das Messer 4 wird,
ohne den automatischen Pressvorgang zu starten, nach unten bewegt, bis die Kurvenscheibe
7 sich soweit gedreht hat, dass die durch die Fußpressung abgehobene Führungsrolle
12 wieder in Anlage an die Außenkontur 10 der Kurvenscheibe 7 kommt. Erst dann baut
sich der eingestellte Pressdruck im System auf, und das Messer 4 kommt in Eingriff
mit dem Schnittgut.
[0040] Optional kann das Fußpedalumlenkgestänge 21 eine Gasdruckfeder
22 aufweisen. Beim Betätigen des Fußpedals 20 fährt die Gasdruckfeder 22 solange nicht
ein, d.h. sie wirkt wie ein starres Gestänge, bis eine festgelegte, maximale Betätigungskraft
(festgelegte Federkraft der Gasdruckfeder 22) erreicht ist. Wird diese maximale Betätigungskraft
überschritten, so wird die Gasdruckfeder 22 solange komprimiert, ohne dass das restliche
System zusätzlich belastet wird, bis das Fußpedal 20 auf dem Fußboden aufliegt.
[0041] Anstatt der gezeigten Kolben/Zylinder-Hydraulikeinrichtung 9 kann alternativ auch
eine Druckfeder eingesetzt werden, die im Pressungsablauf komprimiert wird (statt
des Einschiebens des Kolbens 11 gegen den eingestellten Überströmdruck). Die Presskraft
kann dann über die Vorspannung der Druckfeder in gewissen Grenzen verstellt werden.
Die Druckfeder muss - wie die Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit 9 - in ihrer maximalen
Ausdehnung, begrenzt werden, da sie sonst die Pressung permanent betätigen würde.
Dazu kann sie entweder in der Ruhestellung (Pressung ist in oberer Endstellung) komplett
entspannt sein oder vorab mittels eines Federwegbegrenzers vorgespannt werden. Als
federwegbegrenzendes Element kann beispielsweise eine im Zentrum der Druckfeder verlaufende
Traverse verbaut werden, an deren Enden sich Scheiben befinden, die die Druckfeder
in ihrer maximalen Ausdehnung begrenzen. Die Druckfedervariante folgt damit der Kurvenscheibe
ebenfalls nur dann, wenn sie mittels der Kraft der Feder 13 gegen die Außenkontur
10 der Kurvenscheibe 7 vorgespannt ist.
1. Schneidemaschine (1) mit einer Schneideauflage (2) für zu schneidendes Schnittgut,
mit einem höhenverfahrbaren Messerbalken (3), der ein Messer (4) zum Schneiden des
aufliegenden Schnittguts trägt, mit einem Schneideantrieb zum Höhenverfahren des Messerbalkens
(3), mit einem höhenverfahrbaren Pressbalken (5) zum Niederdrücken des zu schneidenden
Schnittguts und mit einem Pressantrieb zum Höhenverfahren des Pressbalkens (5),
wobei der Schneide- und der Pressantrieb durch einen einzigen Antrieb (6) gebildet
sind, der eine Kurvenscheibe (7) vor- und zurückdreht, und wobei der Messerbalken
(3) mit der Kurvenscheibe (7) über einen ersten Kopplungsmechanismus (A) bewegungsgekoppelt
ist, der an der Kurvenscheibe (7) exzentrisch zu deren Drehachse angreift, und der
Pressbalken (5) mit der Kurvenscheibe (7) über einen zweiten Kopplungsmechanismus
(B) bewegungsgekoppelt ist, dessen eines, erstes Ende (9a) an einer Außenkontur (10)
der Kurvenscheibe (7) angreift,
gekennzeichnet durch ein Fußpedal (20) zum manuellen Höhenverfahren des Pressbalkens (5), das sowohl mit
dem Pressbalken (5) als auch mit dem anderen, zweiten Ende (9b) des zweiten Kopplungsmechanismus
(B) bewegungsgekoppelt ist, um durch Betätigung des Fußpedals (20) das erste Ende
(9a) des zweiten Kopplungsmechanismus (B) von der Außenkontur (10) der Kurvenscheibe
(7) abzuheben.
2. Schneidemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkontur (10) der Kurvenscheibe (7) derart ausgebildet ist, dass im Vorwärtslauf
des Antriebs (6) der Pressbalken (5) sich immer voreilend zum Messer (4) nach unten
bewegt.
3. Schneidemaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkontur (10) der Kurvenscheibe (7) einen in Vorwärtsdrehrichtung vorderen
Konturabschnitt (10a) und einen hinteren Konturabschnitt (10b) aufweist, wobei der
vordere Konturabschnitt (10a) radial nach außen stärker ansteigt als der hintere Konturabschnitt
(10b).
4. Schneidemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkontur (10) der Kurvenscheibe (7) derart ausgebildet ist, dass der Aufbau
des gewünschten Pressdrucks während des Pressvorgangs bis zum Beginn des Schneidevorgangs
nahezu abgeschlossen ist und während des Schneidevorgangs gehalten wird.
5. Schneidemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Kopplungsmechanismus (A) eine Pleuelstange (8) aufweist, die an der Kurvenscheibe
(7) exzentrisch zu deren Drehachse angreift, insbesondere angelenkt ist.
6. Schneidemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Kopplungsmechanismus (B) eine Kolben/Zylinder-Hydraulikeinrichtung (9)
oder eine Druckfeder aufweist, deren eines, erstes Ende (9a) an der Außenkontur (10)
der Kurvenscheibe (7), insbesondere mittels einer Führungsrolle (12), anliegt.
7. Schneidemaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Ende (9a) der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinrichtung (9) oder der Druckfeder
mittels der Kraft einer Feder (13) in Anlage gegen die Außenkontur (10) der Kurvenscheibe
(7) vorgespannt ist.
8. Schneidemaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolben/Zylinder-Hydraulikeinrichtung (9) ein Druckregelventil (17) aufweist,
um den Regeldruck einzustellen, der erforderlich ist, um einen Kolben (11) in einen
Presszylinder (14) der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinrichtung (9) zu drücken.
9. Schneidemaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (11) der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit (9) während des gesamten Press-/Schneidezyklus
mit einer Ausdrückkraft beaufschlagt ist, die den Kolben (11) aus der Zylinder-Hydraulikeinheit
(9) herausdrückt.
10. Schneidemaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausdrückkraft durch eine Druckfeder (19) oder eine Gasdruckfedereinheit bereitgestellt
ist.
11. Schneidemaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausdrückkraft durch einen permanenten Überdruck in der Kolben/Zylinder-Hydraulikeinheit
(9) bereitgestellt ist.
12. Schneidemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fußpedalumlenkgestänge (21) direkt in eine Umlenkmechanik (15), welche zwischen
dem zweiten Kopplungsmechanismus (B) und dem Pressbalken (4) wirkt, eingreift.
13. Schneidemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fußpedalumlenkgestänge (21) eine Gasdruckfeder (22) aufweist.
1. Cutting machine (1) comprising a cutting support (2) for material to be cut, a vertically
movable blade bar (3) which bears a blade (4) for cutting the cut material located
thereon, a cutting drive for vertically moving the blade bar (3), a vertically movable
clamping bar (5) for pushing down the material to be cut and a pressing drive for
vertically moving the clamping bar (5), wherein the cutting drive and the pressing
drive are formed by a single drive (6) which rotates a cam disc (7) to and fro, and
wherein the blade bar (3) is motion-coupled to the cam disc (7) via a first coupling
mechanism (A) which acts on the cam disc (7) eccentrically to the axis of rotation
thereof, and the clamping bar (5) is motion-coupled to the cam disc (7) via a second
coupling mechanism (B), the one first end (9a) thereof acting on an outer contour
(10) of the cam disc (7),
characterized by a foot pedal (20) for the manual vertical movement of the clamping bar (5), said
foot pedal being motion-coupled both to the clamping bar (5) and to the other second
end (9b) of the second coupling mechanism (B), in order to lift away the first end
(9a) of the second coupling mechanism (B) from the outer contour (10) of the cam disc
(7) by actuating the foot pedal (20).
2. Cutting machine according to claim 1, characterized in that the outer contour (10) of the cam disc (7) is configured such that in the forward
mode of the drive (6) the clamping bar (5) always moves downwardly in advance of the
blade (4).
3. Cutting machine according to claim 1 or 2, characterized in that the outer contour (10) of the cam disc (7), viewed in a forward direction of rotation,
has a front contour portion (10a), and a rear contour portion (10b), wherein the front
contour portion (10a) rises more steeply radially outwardly than the rear contour
portion (10b).
4. Cutting machine according to one of the preceding claims, characterized in that the outer contour (10) of the cam disc (7) is configured such that the creation of
the desired pressing force during the pressing process is virtually completed by the
start of the cutting process and is maintained during the cutting process.
5. Cutting machine according to one of the preceding claims, characterized in that the first coupling mechanism (A) has a connecting rod (8) which acts, in particular
is articulated, on the cam disc (7) eccentrically to the axis of rotation thereof.
6. Cutting machine according to one of the preceding claims, characterized in that the second coupling mechanism (B) has a piston/cylinder hydraulic device (9) or a
compression spring, the one first end (9a) thereof bearing on the outer contour (10)
of the cam disc (7), in particular by means of a guide roller (12).
7. Cutting machine according to claim 6, characterized in that the first end (9a) of the piston/cylinder hydraulic device (9) or of the compression
spring is pretensioned by means of the force of a spring (13) so as to bear against
the outer contour (10) of the cam disc (7).
8. Cutting machine according to claim 6 or 7, characterized in that the piston/cylinder hydraulic device (9) has a pressure control valve (17) in order
to adjust the control pressure which is required in order to push a piston (11) into
a pressing cylinder (14) of the piston/cylinder hydraulic device (9).
9. Cutting machine according to one of claims 6 to 8, characterized in that the piston (11) of the piston/cylinder hydraulic unit (9) is subjected during the
entire pressing/cutting cycle to a pushing-out force which pushes the piston (11)
out of the cylinder hydraulic unit (9).
10. Cutting machine according to claim 9, characterized in that the pushing-out force is provided by a compression spring (19) or a gas pressure
spring unit.
11. Cutting machine according to claim 9, characterized in that the pushing out force is provided by a permanent overpressure in the piston/cylinder
hydraulic unit (9).
12. Cutting machine according to one of the preceding claims, characterized in that a foot pedal deflection linkage (21) engages directly in a deflection mechanics (15)
which acts between the second coupling mechanism (B) and the clamping bar (4).
13. Cutting machine according to one of the preceding claims, characterized in that a foot pedal deflection linkage (21) has a gas pressure spring (22).
1. Machine de découpe (1) comprenant une embase de sectionnement (2) destinée à un matériau
à découper ; une barre (3) porte-lame, déplaçable en hauteur et portant une lame (4)
dévolue au sectionnement dudit matériau à découper reposant à plat ; un entraînement
de sectionnement affecté au déplacement en hauteur de la barre (3) porte-lame ; une
barre de compression (5) déplaçable en hauteur, conçue pour exercer une pression de
haut en bas sur ledit matériau à découper ; et un entraînement de compression affecté
au déplacement en hauteur de ladite barre de compression (5),
sachant que lesdits entraînements de sectionnement et de compression sont constitués
d'un entraînement unique (6) imprimant des rotations vers l'avant et vers l'arrière
à un disque à cames (7), et sachant que la barre (3) porte-lame est couplée au disque
à cames (7) avec faculté de mouvement, par l'intermédiaire d'un premier mécanisme
de couplage (A) en prise avec ledit disque à cames (7), de manière excentrée par rapport
à l'axe de rotation de ce dernier, et que la barre de compression (5) est couplée
audit disque à cames (7) avec faculté de mouvement, par l'intermédiaire d'un second
mécanisme de couplage (B) dont l'une des extrémités, ou première extrémité (9a), est
en prise avec un profil extérieur (10) dudit disque à cames (7),
caractérisée par une pédale (20) qui est affectée au déplacement manuel en hauteur de la barre de
compression (5) et est couplée, avec faculté de mouvement, tant à ladite barre de
compression (5) qu'à l'autre extrémité, ou seconde extrémité (9b) du second mécanisme
de couplage (B), de manière à soulever la première extrémité (9a) dudit second mécanisme
de couplage (B) à l'écart du profil extérieur (10) du disque à cames (7), par actionnement
de ladite pédale (20).
2. Machine de découpe selon la revendication 1, caractérisée par le fait que le profil extérieur (10) du disque à cames (7) est conçu de façon telle que, lorsque
l'entraînement (6) accomplit une marche vers l'avant, la barre de compression (5)
se meuve toujours vers le bas avec avance de phase par rapport à la lame (4).
3. Machine de découpe selon la revendication 1 ou 2, caractérisée par le fait que le profil extérieur (10) du disque à cames (7) comporte une région profilée (10a)
antérieure dans la direction de rotation vers l'avant, et une région profilée (10b)
postérieure, ladite région profilée (10a) antérieure accusant radialement, vers l'extérieur,
une pente ascendante plus accentuée que celle de ladite région profilée (10b) postérieure.
4. Machine de découpe selon l'une des revendications précédentes, caractérisée par le fait que le profil extérieur (10) du disque à cames (7) est conçu de façon telle que l'instauration
de la pression de compression souhaitée soit quasiment achevée au cours du processus
de compression, jusqu'au début du processus de sectionnement, et soit maintenue pendant
ledit processus de sectionnement.
5. Machine de découpe selon l'une des revendications précédentes, caractérisée par le fait que le premier mécanisme de couplage (A) est muni d'une biellette (8) qui est en prise
avec le disque à cames (7), de manière excentrée par rapport à l'axe de rotation de
ce dernier, et sur lequel elle est notamment articulée.
6. Machine de découpe selon l'une des revendications précédentes, caractérisée par le fait que le second mécanisme de couplage (B) est pourvu d'un dispositif hydraulique (9) à
piston/cylindre ou d'un ressort de pression dont l'une des extrémités, ou première
extrémité (9a), est en applique contre le profil extérieur (10) du disque à cames
(7), au moyen d'un galet de guidage (12) en particulier.
7. Machine de découpe selon la revendication 6, caractérisée par le fait que la première extrémité (9a) du dispositif hydraulique (9) à piston/cylindre ou du
ressort de pression est précontrainte, sous l'action de la force d'un ressort (13),
pour être en applique contre le profil extérieur (10) du disque à cames (7).
8. Machine de découpe selon la revendication 6 ou 7, caractérisée par le fait que le dispositif hydraulique (9) à piston/cylindre est équipé d'une vanne (17) régulatrice
de pression, de manière à ajuster la pression régulée requise pour pousser un piston
(11) dans un cylindre de pression (14) dudit dispositif hydraulique (9) à piston/cylindre.
9. Machine de découpe selon l'une des revendications 6 à 8, caractérisée par le fait que le piston (11) de l'unité hydraulique (9) à piston/cylindre est sollicité, durant
l'intégralité du cycle de compression/sectionnement, par une force d'expulsion poussant
ledit piston (11) hors de ladite unité hydraulique (9) à cylindre.
10. Machine de découpe selon la revendication 9, caractérisée par le fait que la force d'expulsion est procurée par un ressort de pression (19) ou par une unité
munie d'un ressort à pression gazeuse.
11. Machine de découpe selon la revendication 9, caractérisée par le fait que la force d'expulsion est procurée par une surpression permanente régnant dans l'unité
hydraulique (9) à piston/cylindre.
12. Machine de découpe selon l'une des revendications précédentes, caractérisée par le fait qu'une tringlerie de renvoi (21) de la pédale pénètre directement dans un mécanisme de
renvoi (15) agissant entre le second mécanisme de couplage (B) et la barre de compression
(5).
13. Machine de découpe selon l'une des revendications précédentes, caractérisée par le fait qu'une tringlerie de renvoi (21) de la pédale est dotée d'un ressort (22) à pression
gazeuse.