Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überwachen einer Füllmenge eines
Arbeitsmediums in einer Wärmepumpenanlage, ein Verfahren zum Steuern einer Wärmepumpenanlage,
eine Wärmepumpenanlage und eine Überwachungsvorrichtung zum Einsatz in einer Wärmepumpenanlage.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Systeme zur Raumklimatisierung bekannt,
mit denen eine gezielte und auch möglichst effiziente Steuerung einer Raumtemperatur
umgesetzt werden soll.
[0003] In jüngster Zeit kommen hierzu vermehrt vor allem in Privathaushalten Wärmepumpenanlagen
zum Einsatz, bei denen es sich um thermodynamische Vorrichtungen handelt, die über
eine Verbindung zu einer Wärmequellenanlage verschiedene Umgebungsenergiequellen,
beispielsweise in Form von Aerothermie, Geothermie oder Hydrothermie, zwecks Raumklimatisierung
nutzbar machen. Im Zuge dessen bewirkt der Einsatz der Wärmepumpenanlage einen Energie-
bzw. Wärmefluss über die Grenzen eines Zielsystems, üblicherweise des zu klimatisierenden
Raumes, um so je nach Richtung des Wärmeflusses die Temperatur im Zielsystem entweder
zu erhöhen oder abzusenken. Ersteres soll als Heizungsbetrieb mit einem in das Zielsystem
hinein gerichteten Wärmefluss und Letzteres als Kühlungsbetrieb mit einem aus dem
Zielsystem heraus gerichteten Wärmefluss bezeichnet werden.
[0004] Die Wärmepumpenanlage umfasst üblicherweise einen geschlossenen thermodynamischen
Arbeitskreislauf für ein Arbeitsmedium und fungiert als Schnittstelle für den Wärmefluss
zwischen besagter Wärmequellenanlage und besagtem Zielsystem, wobei an zumindest einer
Stelle im Arbeitskreislauf Wärmeenergie auf das Arbeitsmedium übertragen werden kann
und an zumindest einer weiteren Stelle im Arbeitskreislauf dem Arbeitsmedium Wärmeenergie
entzogen werden kann.
[0005] Ein Wirkungsgrad der Wärmepumpenanlage hängt dabei von dem im Arbeitskreislauf befindlichen
Arbeitsmedium ab, insbesondere von einem Füllstand bzw. einer Füllmenge des Arbeitsmediums.
Mit einer sinkenden Füllmenge im Arbeitskreislauf, beispielsweise durch Leckage-Effekte
o.Ä. bedingt, sinkt ebenso der maximal umsetzbare Wärmefluss und damit auch der Wirkungsgrad
der Wärmepumpenanlage.
[0006] Um vor diesem Hintergrund einen ordnungsgemäßen Betrieb der Wärmepumpenanlage zu
gewährleisten und beispielsweise rechtzeitig auf eine sinkende bzw. zu niedrige Füllmenge
des Arbeitsmediums reagieren zu können, sind aus dem Stand der Technik verschiedene
Verfahren zum Überwachen besagter Füllmenge im Arbeitskreislauf bekannt
[0007] So ist aus der
WO 2006/073814 ein Verfahren bekannt, bei dem ein Massenstrom eines Arbeitsmediums an zwei unterschiedlichen
Positionen im Arbeitskreislauf bestimmt und miteinander verglichen werden. Fällt eine
Differenz besagter Massenströme zu groß aus, wird eine kritische bzw. zu niedrige
Füllmenge des Arbeitsmediums detektiert
[0008] Derartige Überwachungsverfahren benötigen unter anderem eine hohe Datenverarbeitungsleistung
und führen bei der Datenauswertung oft zu numerischen Schwankungen, welche eine Qualität
einer Aussage über die Füllmenge im Arbeitskreislauf der Wärmepumpenanlage entsprechend
negativ beeinflussen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0009] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine gegenüber dem Stand der
Technik verbesserte Möglichkeit bereitzustellen, die einen effizienten und vor allem
robusten Betrieb einer Wärmepumpenanlage gestattet
[0010] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren zum Überwachen einer Füllmenge eines
Arbeitsmediums in einer Wärmepumpenanlage gemäß Anspruch 1, ein Verfahren zum Steuern
einer Wärmepumpenanlage gemäß Anspruch 11 sowie eine Wärmepumpenanlage nach Anspruch
13 bereitgestellt. Ferner wird zudem eine Überwachungsvorrichtung gemäß Anspruch 15
zum Einsatz in einer Wärmepumpenanlage bereitgestellt
[0011] Die jeweiligen abhängigen Ansprüche beziehen sich dabei auf bevorzugte Ausführungsformen,
die jeweils für sich genommen oder in Kombination bereitgestellt werden können.
[0012] Gemäß eines ersten Aspekts der Erfindung wird ein Verfahren zum Überwachen einer
Füllmenge eines Arbeitsmediums in einer Wärmepumpenanlage bereitgestellt. Die Wärmepumpenanlage
umfasst zumindest eine Verdichtungsvorrichtung zum Verdichten des Arbeitsmediums,
eine Kondensationsvorrichtung zum Verflüssigen des Arbeitsmediums, eine Expansionsvorrichtung
zum Expandieren des Arbeitsmediums und eine Verdampfungsvorrichtung zum Verdampfen
des Arbeitsmediums, wobei diese in einem Arbeitskreislauf für das Arbeitsmedium angeordnet
sind. Das Verfahren umfasst dabei ein Bestimmen eines ersten Zustandswerts einer ersten
thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums an einer ersten, zwischen der Verdampfungsvorrichtung
und der Verdichtungsvorrichtung befindlichen Position im Arbeitskreislauf, ein Bestimmen
eines zweiten Zustandswerts der ersten thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums
an einer zweiten, zwischen der Verdichtungsvorrichtung und der Kondensationsvorrichtung
befindlichen Position im Arbeitskreislauf und ein Bestimmen einer Füllmengenkenngröße,
die die Füllmenge des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf der Wärmepumpenanlage beschreibt,
zumindest auf Basis des bestimmten ersten Zustandswerts und des bestimmten zweiten
Zustandswerts, wobei die bestimmte Füllmengenkenngröße von einer Summe oder einer
gewichteten Summe aus dem bestimmten ersten Zustandswert und dem bestimmten zweiten
Zustandswert abhängt.
[0013] Das Arbeitsmedium durchläuft dabei in einem sich wiederholenden Zyklus nacheinander
die Verdichtungsvorrichtung, die Kondensationsvorrichtung, die Expansionsvorrichtung
und die Verdampfungsvorrichtung, wobei die grundlegenden Abläufe im Arbeitskreislauf
beim Einsatz der Wärmepumpenanlage hinlänglich aus dem allgemein bekannten Stand der
Technik bekannt sind, sodass an dieser Stelle keine weiteren Erklärungen erfolgen.
[0014] Unter dem Arbeitsmedium ist dabei jedwedes Fluid zu verstehen, dass sich zum Einsatz
in besagter Wärmepumpenanlage eignet und dazu in den genannten Vorrichtungen verdichtet,
verflüssigt, expandiert und verdampft werden kann, wobei es sich bei dem Arbeitsmedium
üblicherweise und nicht darauf beschränkend um ein synthetisches Kältemittel handelt,
wie beispielsweise das Kältemittel R410A, das sich zu je 50% aus Difluormethan und
Pentafluorethan zusammensetzt
[0015] Bei der ersten thermodynamischen Zustandsgröße kann es sich um jedwede Zustandsgröße
handeln, mit der ein thermodynamischer Zustand des Arbeitsmediums beschrieben werden
kann, z.B. Druck, Dichte, Temperatur oder spezifisches Volumen.
[0016] Unter der Summe ist dabei eine Summe aus den beiden Zustandswerten zu verstehen,
die jeweils mit dem Faktor eins gewichtet werden, wohingegen bei der gewichteten Summe
zumindest einer der besagten Faktoren ungleich eins ist. Die zu bestimmende Füllmengenkenngröße
ist dabei nicht nur als direkt bzw. proportional von besagter Summe oder besagter
gewichteter Summe abhängig zu verstehen, sondern kann beispielsweise auch von einem
Kehrwert oder von einer Potenz besagter Summe oder besagter gewichteter Summe abhängig
sein.
[0017] Durch das bereitgestellte Verfahren wird eine besonders einfach gehaltene Überwachung
der Füllmenge des Arbeitsmediums ermöglicht, die auf einer Summe (gewichtet oder normal)
der beiden Zustandswerte vor und nach der Verdichtungsvorrichtung der Wärmepumpenanlage
beruht. Auf diese Weise kann durch die lediglich an zwei Stellen im Arbeitskreislauf
bestimmte erste thermodynamische Zustandsgröße eine Aussage über die Füllmenge und/oder
über Änderungen der Füllmenge getroffen werden. Die bestimmten Zustandswerte gestatten
dabei Aussagen über den Verdichtungsvorgang des Arbeitsmediums, im Zuge dessen der
Druck des üblicherweise gasförmigen Arbeitsmediums erhöht wird, z.B. in Form einer
adiabaten, isochoren oder isentropen Zustandsänderung.
[0018] Es hat sich dabei im Rahmen von Nachforschungen gezeigt, dass eine Überwachung auf
Basis der Summe der beiden Zustandswerte vor und nach der Verdichtungsvorrichtung
eine wesentliche robustere Überwachung der Füllmenge des Arbeitsmediums erlaubt, da
durch diese sowohl einzelne Veränderungen des ersten oder des zweiten Zustandswerts
selbst als auch kombinierte bzw. zeitgleich auftretende Veränderungen der beiden Zustandswerte
berücksichtigt werden.
[0019] Im Gegensatz zu einer exemplarischen Betrachtung einer Differenz oder eines Quotienten
der bestimmten Zustandswerte, die lediglich einen relativen Zusammenhang der beiden
Zustandswerte ohne eine Absolutreferenz beschreiben, kann so eine gegenüber auftretenden
Schwankungen robustere und Füllmengenkenngröße bereitgestellt werden, die eine zuverlässigere
Aussage über die Füllmenge erlaubt
[0020] So kann es sich bei besagter erster thermodynamischer Zustandsgröße beispielsweise
um einen Druck des Arbeitsmediums handeln, für den als Zustandswerte ein erster und
ein zweiter Druckwert bestimmt werden, die im Falle der exemplarischen Auswertung
über einen Quotienten lediglich eine Aussage zu einem Druckverhältnis gestatten. Fallen
in diesem Sinne die Drücke vor und nach der Verdichtung aufgrund von Leckage im Arbeitskreislauf
in gleichem Maße ab, würde dies durch besagten Quotienten nicht erfasst werden.
[0021] Ferner kann es aufgrund äußerer Einflüsse, wie beispielsweise eine veränderliche
Umgebungstemperatur, zudem zu dadurch bedingten Schwankungen im thermodynamischen
Zustand des Arbeitsmediums vor dem Verdichtungsvorgang kommen, die in der davon abhängigen
Füllmengenkenngröße aufgrund der summierten Betrachtung allerdings weniger ins Gewicht
fallen, wodurch besagte Füllmengenkenngröße äußerst stabil im Hinblick auf derartige
Schwankungen ist.
[0022] Ferner können besagte Schwankungen, unabhängig davon, ob diese nun im ersten oder
zweiten Zustandswert zu erwarten sind, durch entsprechende Gewichtung der jeweiligen
Summanden geglättet bzw. deren Einfluss auf die Füllmengenkenngröße reduziert werden.
[0023] Zur Überwachung der Füllmenge im Laufe des Betriebs der Wärmepumpenanlage umfasst
das Verfahren vorzugweise ein Bereitstellen einer initialen Füllmengenkenngröße und
ein Vergleichen der bestimmten mit der initialen Füllmengengenkenngröße. Die initiale
Füllmengenkenngröße dient dabei als Referenz für sich im Laufe des Betriebs ergebende
Änderungen der Füllmenge. Die initiale Füllmengenkenngröße kann beispielsweise im
Zuge eines anfänglichen Befüllens oder eines Nachfüllens von Arbeitsmedium in den
Arbeitskreislauf bestimmt werden oder aber werksseitige vorgegeben werden.
[0024] Alternativ oder zusätzlich kann auch eine zeitliche Änderung der Füllmengenkenngröße
bestimmt werden, die auf Basis von Werten der Füllmengenkenngröße zu zumindest einem
ersten und einem zweiten Zeitpunkt ermittelt wird, vorzugsweise auf Basis von Werten
zu mehr als zwei Zeitpunkten, um so Änderungen der Füllmenge während des Betriebs
zu erfassen.
[0025] Vorzugsweise kommt die mit Hilfe des Verfahrens überwachte Wärmepumpenanlage zur
Klimatisierung eines Raumes oder eines gesamten Gebäudes zum Einsatz, wobei Wärmepumpenanlage
für den Heizungsbetrieb zum Aufheizen des zu klimatisierenden Raumes oder des Gebäudes
und/oder für einen Kühlungsbetrieb zum Abkühlen des zu klimatisierenden Raumes oder
des Gebäudes eingerichtet sein kann.
[0026] Hierzu werden je nach Betriebsart entweder die Kondensationsvorrichtung oder die
Verdampfungsvorrichtung mit einem Energiekreislauf bzw. Klimatisierungssystems des
Raumes oder des Gebäudes über einen Wärmetauscher gekoppelt, um diesem im Zuge des
Verflüssigens des Arbeitsmediums (Kondensationsvorrichtung) Wärme zuzuführen oder
im Zuge des Verdampfens (Verdampfungsvorrichtung) Wärme zu entziehen.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Expansionsvorrichtung der Wärmepumpenanlage
zum Expandieren des Arbeitsmediums ein steuerbares Expansionsventil mit einem veränderlichen
Öffnungsgrad, wobei das Verfahren weiterhin ein Bestimmen eines den Öffnungsgrad des
steuerbaren Expansionsventils beschreibenden Ventilparameters umfasst und das Bestimmen
der Füllmengenkenngröße zusätzlich auf Basis des bestimmten Ventilparameters des steuerbaren
Expansionsventils erfolgt.
[0028] Der den Öffnungsgrad beschreibende Ventilparameter kann weitestgehend beliebig definiert
werde, solange über diesen der Öffnungsgrad angegeben werden kann. So kann dieser
z.B. dimensionsbehaftet sein und eine absolute Verschiebung des Ventilstößels beschreiben,
oder aber vorzugsweise in dimensionsloser Form angegeben werden und dabei z.B. eine
anteilige Öffnung des Expansionsventils in Prozent angeben. Die anteilige Öffnung
kann sich dabei unter anderem anhand einer Verschiebung des Ventilstößels im Vergleich
zu einer maximalen Verschiebung oder anhand einer Öffnungsfläche im Vergleich zu einer
maximalen Öffnungsfläche bestimmen.
[0029] Das Expansionsventil schließt den thermodynamischen Kreislauf der Wärmepumpenanlage
und steuert je nach Öffnungsgrad eine Durchflussrate des von der Kondensationsvorrichtung
kommenden und in die Verdampfungsvorrichtung fließenden Arbeitsmediums. Der Öffnungsgrad
kann hierbei passiv über die übrigen Systemgrößen der Wärmepumpenanlage eingestellt
werden, wenn das Expansionsventil z.B. als ein thermostatisches Expansionsventil ausgeführt
ist, oder aber auch aktiv gesteuert werden. Das steuerbare Expansionsventil dient
damit als Steuerungselement für die Wärmepumpenanlage, über das beispielsweise die
Leistung bzw. der durch die Wärmepumpenanlage bewirkte Wärmefluss angepasst werden
kann.
[0030] Um dennoch Aussagen über die Füllmenge innerhalb der auf diese Weise gesteuerten
Wärmepumpenanlage auch für verschiedene Betriebszustände zu ermöglichen, wird besagter
Ventilparameter vorzugsweise in die Bestimmung der Füllmengenkenngröße miteinbezogen.
Wird beispielsweise ein nicht steuerbares Expansionsventil mit konstantem Öffnungsgrad
verwendet, wäre besagter Ventilparameter lediglich als konstanter Faktor zu sehen
und könnte bei der Bestimmung der Füllmengenkenngröße außer Acht gelassen werden.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform hängt die bestimmte Füllmengenkenngröße dabei
von einem Verhältnis aus dem bestimmten Ventilparameter des steuerbaren Expansionsventils
und der Summe oder der gewichteten Summe aus dem ersten und dem zweiten Zustandswert
ab.
[0032] Wird im Sinne der beiden vorstehenden bevorzugten Ausführungsformen bei gleichbleibend
angenommener Füllmenge der Öffnungsgrad des Expansionsventils erhöht, steigt die Durchflussrate
und der Druck des Arbeitsmediums nach der Verdampfungsvorrichtung steigt ebenfalls
an, wobei diese Relation in vorteilhafter Weise durch ein Einbeziehen des besagten
Ventilparameters, insbesondere in Form des besagten Verhältnisses, in die Bestimmung
der Füllmengenkenngröße abgefangen werden kann, sodass sich die Füllmengenkenngröße
im Zuge dieser exemplarischen Änderungen des Betriebszustands eben nicht in nennenswerter
Weise ändert, sondern im Wesentlichen konstant bleibt.
[0033] Als nicht beschränkendes Beispiel sei die in der nachfolgenden Gleichung 1 definierte
Füllmengenkenngröße FM genannt, die bezogen auf eine Strömungsrichtung des Arbeitsmediums
von einem Druck p
1 vor der Verdichtungsvorrichtung und einem Druck p
2 nach der Verdichtungsvorrichtung sowie von dem den Öffnungsgrad des Expansionsventils
beschreibenden Ventilparameter VP abhängt:

[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei der ersten thermodynamischen
Zustandsgröße um einen Druck des Arbeitsmediums, wodurch eine verhältnismäßig einfach
zu bestimmenden bzw. zu messende thermodynamische Zustandsgröße zur Überwachung der
Füllmenge zum Einsatz kommt.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Bestimmen des ersten Zustandswerts
der ersten thermodynamischen Zustandsgröße ein Messen der ersten thermodynamischen
Zustandsgröße an der ersten Position im Arbeitskreislauf und/oder das Bestimmen des
zweiten Zustandswerts der ersten thermodynamischen Zustandsgröße umfasst ein Messen
der ersten thermodynamischen Zustandsgröße an der zweiten Position im Arbeitskreislauf.
[0036] Auf diese Weise werden die zum Bestimmen der Füllmengengröße benötigten Zustandswerte
direkt im Arbeitskreislauf gemessen und können unverfälscht verwendet werden.
[0037] In einer bevorzugten Ausführungsform kann alternativ das Bestimmen des ersten Zustandswerts
der ersten thermodynamischen Zustandsgröße ein Messen einer zweiten thermodynamischen
Zustandsgröße an der ersten Position im Arbeitskreislauf und ein Ermitteln des ersten
Zustandswerts der ersten thermodynamischen Zustandsgröße auf Basis eines Messergebnisses
an der ersten Position und einer bereitgestellten ersten Umrechnungsvorschrift umfassen.
Zusätzlich oder alternativ kann das Bestimmen des zweiten Zustandswerts der ersten
thermodynamischen Zustandsgröße ein Messen einer zweiten thermodynamischen Zustandsgröße
an der zweiten Position im Arbeitskreislauf und ein Ermitteln des zweiten Zustandswerts
der ersten thermodynamischen Zustandsgröße auf Basis des Messergebnisses an der zweiten
Position und einer bereitgestellten zweiten Umrechnungsvorschrift, die insbesondere
der ersten Umrechnungsvorschrift entspricht, umfassen.
[0038] Eine derartige Vorgehensweise ist z.B. für den Fall vorteilhaft, in dem die Wärmepumpenanlage
zwar nicht über geeignete Messgeräte oder Sensoren für die erste thermodynamische
Zustandsgröße, stattdessen aber für die zweite thermodynamische Zustandsgröße verfügt,
aus deren Messerwerten die Zustandswerte der ersten Zustandsgröße auf Basis von Umrechnungsvorschriften,
z.B. in Form von Stoffgesetzen, abgeleitet werden können. Dadurch müsste eine bestehende
Wärmepumpenanlage unter Umständen nicht mit besagten Messgeräten oder Sensoren für
die erste Zustandsgröße nachgerüstet werden.
[0039] In einer hierbei bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei der zweiten thermodynamischen
Zustandsgröße des Arbeitsmediums um eine Temperatur, ein Volumen oder eine Dichte
des Arbeitsmediums.
[0040] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Bestimmen des ersten Zustandswerts,
das Bestimmen des zweiten Zustandswerts, wahlweise das Bestimmen des den Öffnungsgrad
beschreibenden Ventilparameters sowie das auf deren Basis erfolgende Bestimmen der
Füllmengenkenngröße (wahlweise mit Einbeziehung des Ventilparameters) in vordefinierten
zeitlichen Abständen kontinuierlich wiederholt, um so zumindest einen zeitlichen Verlauf
der Füllmengenkenngröße bereitzustellen.
[0041] Dadurch kann eine zeitlich durchgehende Überwachung der Füllmenge des Arbeitsmediums
bereitgestellt werden, wobei die zu den verschiedenen Zeitpunkten bestimmten Größen
vorzugsweise abrufbar abgespeichert werden, z.B. in einem Speichermedium einer Steuervorrichtung
der Wärmepumpenanlage oder in einem Speichermedium eines externen Datenverarbeitungssystems,
mit dem die Wärmepumpenanlage gekoppelt ist Durch das Bereitstellen einer zeitlichen
Historie besagter Größen kann in vorteilhafter Weise auch ein über einen längeren
Zeitraum hinweg erfolgender schleichender Verlust des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf
detektiert werden.
[0042] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Verfahren weiterhin ein Detektieren
einer kritischen Füllmenge des Arbeitsmediums in der Wärmepumpenanlange, welches zumindest
ein Erfassen eines ersten kritischen Falls, in dem die bestimmte Füllmengenkenngröße
einen ersten vorgegebenen Grenzwert überschreitet, und/oder ein Erfassen eines zweiten
kritischen Falls, in dem ein über einen festgelegten Zeitraum gebildetes Mittel eines
zeitlichen Verlaufs der Füllmengenkenngröße einen zweiten vorgegebenen Grenzwert überschreitet.
[0043] Das Überschreiten ist nicht als auf ein Ansteigen der Füllmengenkenngröße über besagte
Grenzwerte beschränkt zu verstehen, sondern ergibt sich aus der Definition der Füllmengenkenngröße,
im Zuge derer ein Überschreiten gleichbedeutend mit einem Absinken eines beispielhaften
numerischen Werts der Füllmengenkenngröße bzw. des zeitlichen Mittels unter besagte
Grenzwerte, oder mit einem Ansteigen über besagte Grenzwerte hinaus sein kann.
[0044] Auf diese Weise werden zwei Ansätze zum Detektieren einer kritischen Füllmenge bereitgestellt,
die jeweils einzeln, aber auch kombiniert zum Einsatz kommen können, um einen unvorteilhaften
bzw. kritischen Betriebszustand der Wärmepumpenanlage zu detektieren. Unter einer
kritischen Füllmenge kann dabei eine für den ordnungsgemäßen Betrieb der Wärmepumpenanlage
definierte Mindestmenge an Arbeitsmedium verstanden werden, die nicht unterschritten
werden darf/sollte, da dies mit einem verhältnismäßig großen Abfall des Wirkungsgrads
der Wärmepumpenanlage oder sogar mit einer Beschädigung einzelner Komponenten verbunden
sein kann.
[0045] Vorzugsweise umfasst das Detektieren einer kritischen Füllmenge des Arbeitsmediums
weiterhin ein Ausgeben einer ersten Warnmitteilung im ersten kritischen Fall und/oder
ein Ausgeben einer zweiten Warnmitteilung im zweiten kritischen Fall, wodurch das
Verfahren um eine Benachrichtigungsfunktionalität erweitert wird, die es einem Bediener
oder einem Wartungsarbeiter der Wärmepumpenanlage durch Eingreifen gestattet, rechtzeitig
einer kritischen Füllmenge entgegenzuwirken.
[0046] Die Warnmitteilungen sollen dabei nicht auf eine bestimmte Mitteilungsart beschränkt
sein, sondern können ein oder mehrere verschiedene Mitteilungsarten umfassen. So z.B.
ein optisches Anzeigen an einer Anzeigeeinheit der Wärmepumpenanlage, eine elektronische
Mitteilung an eine Haus- oder Gebäudesteuerungsvorrichtung oder an ein mobiles Endgerät
eines Hausbewohners oder eine elektronische Mitteilung an einen technischen Kundendienst
zur Wartung und Instandhaltung der Wärmepumpenanlage.
[0047] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Verfahren weiterhin ein Abschalten
der Wärmepumpenanlage in Abhängigkeit eines Detektionsergebnisses des Detektierens
einer kritischen Füllmenge des Arbeitsmediums in der Wärmepumpenanlange, insbesondere
bei Eintreten des ersten und/oder des zweiten kritischen Falls.
[0048] Auf diese Weise kann die Wärmepumpenanlage vor potentiellen, durch eine zu niedrige
Füllmenge bedingte Beschädigungen geschützt werden, ohne dass die ein Eingreifen eines
Bedieners oder eines Wartungsarbeiters erfordert
[0049] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Wärmepumpenanlage über eine Netzwerkkopplung
mit einem externen Datenverarbeitungssystem, insbesondere einem Cloud basierten Datenverarbeitungssystem,
verbunden, wobei im Zuge des Verfahrens notwendige Berechnungen ganz oder zumindest
teilweise durch das externe Datenverarbeitungssystem durchgeführt werden.
[0050] Vorzugsweise umfasst das Verfahren hierzu zumindest ein Übermitteln der bestimmten
ersten und zweiten Zustandswerte an das externe Datenverarbeitungssystem, wobei das
Bestimmen der darauf basierenden Füllmengenkenngröße durch das externe Datenverarbeitungssystem
erfolgt
[0051] Handelt es sich bei besagten Zustandswerten beispielsweise um Zustandswerte der zweiten
thermodynamischen Zustandsgröße, kann auch das Ermitteln auf Basis der oben genannten
Umrechnungsvorschriften bevorzugt durch das externe Datenverarbeitungssystem erfolgen.
[0052] Der verfahrensgemäße Einsatz des externen Datenverarbeitungssystems soll keinesfalls
auf die zuvor exemplarisch genannten Schritte beschränkt sein, sondern kann je nach
Bedarf jedweden zuvor beschrieben Bestimmungs-, Ermittlungs- oder Auswertungsschritt
durchführen, der eine Datenverarbeitung, einen Datenvergleich oder daraus ableitbare
Aktionen umfasst So kann beispielsweise auch ein Abspeichern des zeitlichen Verlaufs
der Füllmengenkenngröße in einem Speichermedium des externen Datenverarbeitungssystems
erfolgen, auf Basis derer das Detektieren einer kritischen Füllmenge erfolgt. Im Anschluss
kann eine Benachrichtigung über eine ggf. vorliegende kritische Füllmenge direkt durch
das externe Datenverarbeitungssystem erfolgen.
[0053] Durch das externe Datenverarbeitungssystem werden die internen Datenverarbeitungssysteme
der Wärmepumpenanlange, z.B. deren Steuervorrichtung, entlastet. Zusätzlich können
durch den Einsatz einer externen, vorzugsweise Cloud basierten Datenverarbeitung vergleichsweise
höhere Rechenleistungen und -kapazitäten bereitgestellt werden, im Zuge derer auf
eine weitreichende zeitliche Historie der bestimmten oder erfassten Daten der Wärmepumpenanlage,
vorzugsweise über den gesamten Lebenszyklus hinweg, zurückgegriffen werden kann. Hierdurch
können nicht nur eine Aussagekraft der bestimmten Füllmengenkenngröße oder die Zuverlässigkeit
des Detektierens einer kritischen Füllmenge erhöht werden, sondern es können beispielsweise
auch Speicherkapazitäten oder Prozessorleistungen besagter Steuervorrichtung kleiner
gewählt und damit kostengünstiger umgesetzt werden.
[0054] Gemäß eines zweiten Aspekts der Erfindung wird ein Verfahren zum Steuern einer Wärmepumpenanlage
bereitgestellt, wobei die Wärmepumpenanlage in einem Arbeitskreislauf für ein Arbeitsmedium
angeordnet umfasst: eine Verdichtungsvorrichtung zum Verdichten des Arbeitsmediums,
eine Kondensationsvorrichtung zum Verflüssigen des Arbeitsmediums, eine Expansionsvorrichtung
zum Expandieren des Arbeitsmediums und eine Verdampfungsvorrichtung zum Verdampfen
des Arbeitsmediums. Das Verfahren zum Steuern der Wärmepumpenanlage umfasst dabei
ein Überwachen einer Füllmenge des Arbeitsmediums in der Wärmepumpenanlage nach einem
Verfahren gemäß des ersten Aspekts der Erfindung sowie ein Steuern der Wärmepumpenanlage
durch Einstellen ein oder mehrerer Betriebsparameter der Wärmepumpenanlage zumindest
in Abhängigkeit der im Zuge des Überwachens der Füllmenge des Arbeitsmediums bestimmten
Füllmengenkenngröße.
[0055] Auf diese Weise kann eine Steuerungsvorrichtung der Wärmepumpenanlage vorteilhaft
auf eine unter Umständen abfallende Füllmenge, die eine Verschlechterung des Wirkungsgrads
bedeutet, angepasst werden, um so einen unvorteilhaften Betrieb zu vermeiden. Auf
diese Weise kann bei einer niedrigeren Füllmenge die Leistung der gesamten Wärmepumpenanlage
beispielhaft auf einen für diese Füllmenge geeigneteren Wert reduziert werden oder
diese sogar ganz ausgeschaltet werden, um nicht nur Energiekosten einzusparen, sondern
auch eine mögliche Beschädigung einzelner Komponenten der Wärmepumpenanlage zu verhindern.
[0056] Die Betriebsparameter werden dabei vorzugsweise in Abhängigkeit von Füllmengenkenngrößen
basierten Ereignissen eingestellt, die sich beispielsweise auf ein Überschreiten von
vordefinierten Grenzwerten beziehen.
[0057] Bei den einstellbaren Betriebsparametern handelt es sich insbesondere um eine Leistung
der Wärmepumpenanlage bzw. um durch die Wärmepumpenanlage bewirkten Wärmefluss beeinflussende
Betriebsparameter, zu denen beispielsweise und nicht erschöpfend ein globaler bzw.
resultierender Leistungsparameter der Wärmepumpenanlage, der oben genannte Ventilparameter
eines Expansionsventils der Expansionsvorrichtung, ein die Verdichtungsleistung der
Verdichtungsvorrichtung beschreibender Verdichtungsleistungsparameter oder ein den
Volumenstrom oder den maximalen Volumenstrom des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf
beschreibender Strömungsparameter zählen können.
[0058] Vorzugsweise umfasst das Verfahren zum Steuern der Wärmepumpenanlage hierzu im Zuge
der Überwachung der Füllmenge ein Bereitstellen einer initialen Füllmengenkenngröße,
wobei das Einstellen der ein oder mehreren Betriebsparameter der Wärmepumpenanlage
zusätzlich in Abhängigkeit der initialen Füllmengenkenngröße erfolgt, und dabei insbesondere
auf einer Änderung zwischen initialer und bestimmter Füllmengenkenngröße beruht
[0059] Gemäß eines dritten Aspekts der Erfindung wird eine Wärmepumpenanlage bereitgestellt,
insbesondere zum Durchführen des Verfahrens gemäß des ersten Aspekt der Erfindung.
Die Wärmepumpenanlage umfasst eine Verdichtungsvorrichtung zum Verdichten eines Arbeitsmediums,
eine Kondensationsvorrichtung zum Verflüssigen des Arbeitsmediums, eine Expansionsvorrichtung
zum Expandieren des Arbeitsmediums und eine Verdampfungsvorrichtung zum Verdampfen
des Arbeitsmediums, wobei diese in einem Arbeitskreislauf für das Arbeitsmedium angeordnet
sind. Ferner umfasst die Wärmepumpenanlage eine erste Messvorrichtung, die zum Messen
einer ersten oder einer zweiten thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums
an einer ersten, zwischen der Verdampfungsvorrichtung und der Verdichtungsvorrichtung
befindlichen Position im Arbeitskreislauf eingerichtet ist, und eine zweite Messvorrichtung,
die zum Messen einer ersten oder einer zweiten thermodynamischen Zustandsgröße des
Arbeitsmediums an einer zweiten, zwischen der Verdichtungsvorrichtung und der Kondensationsvorrichtung
befindlichen Position im Arbeitskreislauf eingerichtet ist Weiterhin umfasst die Wärmepumpenanlage
eine zum Überwachen einer Füllmenge des Arbeitsmediums in der Wärmepumpenanlage eingerichtete
Überwachungsvorrichtung, die zumindest mit der ersten und der zweiten Messvorrichtung
gekoppelt und dazu eingerichtet ist, basierend auf einem Messergebnis der ersten Messvorrichtung
einen ersten Zustandswert der ersten thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums
zu bestimmen, basierend auf einem Messergebnis der zweiten Messvorrichtung einen zweiten
Zustandswert der ersten thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums zu bestimmen,
und eine die Füllmenge des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf der Wärmepumpenanlage
beschreibende Füllmengenkenngröße auf Basis einer Summe oder einer gewichteten Summe
aus dem ersten Zustandswert und dem zweiten Zustandswert auf Basis des bestimmten
ersten Zustandswerts und des bestimmten zweiten Zustandswertes zu bestimmen.
[0060] Die bereitgestellte Wärmepumpenanlage ist damit zumindest zur Durchführung des Verfahrens
gemäß des ersten Aspekts der Erfindung eingerichtet und bietet alle damit bereits
beschriebenen Vorteile.
[0061] Vorzugsweise umfasst die Expansionsvorrichtung der Wärmepumpenanlage zum Expandieren
des Arbeitsmediums ein steuerbares Expansionsventil mit einem veränderlichen Öffnungsgrad.
Die Überwachungsvorrichtung ist hierzu mit der Expansionsvorrichtung gekoppelt und
dazu eingerichtet ein den Öffnungsgrad des steuerbaren Expansionsventils beschreibenden
Ventilparameter zu bestimmen und ferner die Füllmengenkenngröße zusätzlich auch auf
dessen Basis zu bestimmen.
[0062] Das Bestimmen des Öffnungsgrads beschreibenden Ventilparameters kann hierbei auf
einem durch einen Öffnungsgradsensor am Expansionsventil erfassten Öffnungsgrad, z.B.
Kraftsensor am Ventilstößel, Wegsensor am Ventilstößel, Sensor für Durchflussmenge
o.Ä., und/oder auf einem an einer Steuereinrichtung der Expansionsvorrichtung vorgegebenen
Öffnungsgradparameter basieren.
[0063] Für den Fall, dass die erste und/oder die zweite Messvorrichtung zum Messen der zweiten
Zustandsgröße eingerichtet sind/ist, ist die Überwachungsvorrichtung bevorzugt dazu
eingerichtet, daraus auf Basis entsprechend der oben beschriebenen Umrechnungsvorschriften
den ersten und/oder zweiten Zustandswert der ersten thermodynamischen Zustandsgröße
zu ermitteln und auf deren Basis wiederum die Füllmengenkenngröße zu bestimmen.
[0064] Die Messvorrichtungen können jeweils je nach zu messender thermodynamischer Zustandsgröße
z.B. als Temperatursensoren, Drucksensoren oder Dichtesensoren ausgeführt sein.
[0065] Vorzugsweise ist die Überwachungsvorrichtung dazu eingerichtet, den ersten und den
zweiten Zustandswert kontinuierlich in vordefinierten zeitlichen Abständen übermittelt
zu bekommen und das darauf basierende Bestimmen der Füllmengenkenngröße in vordefinierten
zeitlichen Abständen kontinuierlich zu wiederholen, um so zumindest einen zeitlichen
Verlauf der Füllmengenkenngröße bereitzustellen, der insbesondere in einem Speichermedium
der Überwachungsvorrichtung abgespeichert wird.
[0066] Vorzugsweise ist die Überwachungsvorrichtung dazu eingerichtet, eine kritische Füllmenge
des Arbeitsmediums in der Wärmepumpenanlange auf Basis der bestimmten Füllmengenkenngröße
zu detektieren, im Sinne dessen die Überwachungsvorrichtung ferner dazu eingerichtet
ist, eine ersten kritischen Fall zu erfassen, in dem die bestimmte Füllmengenkenngröße
einen ersten vorgegebenen Grenzwert überschreitet, und/oder einen zweiten kritischen
Fall zu erfassen, in dem ein über einen festgelegten Zeitraum gebildetes Mittel eines
zeitlichen Verlaufs der Füllmengenkenngröße einen zweiten vorgegebenen Grenzwert überschreitet.
[0067] Vorzugsweise ist die Überwachungsvorrichtung dazu eingerichtet, in Abhängigkeit eines
Detektionsergebnisses der Überwachungsvorrichtung ein Abschaltsignal für die Wärmepumpenanlage
an die Steuervorrichtung der Wärmepumpenanlage zu übermitteln, insbesondere für den
ersten und/oder zweiten kritischen Fall.
[0068] Vorzugsweise ist die Überwachungsvorrichtung als Teil einer Steuervorrichtung der
Wärmepumpenanlage ausgeführt.
[0069] Alternativ kann die Überwachungsvorrichtung bevorzugt zumindest teilweise als Teil
eines externen Datenverarbeitungssystems, das insbesondere Cloud basiert ist, ausgeführt
sein, und mit der Steuervorrichtung der Wärmepumpenanlage über eine Netzwerkkopplung
verbunden sein. Auf diese Weise können zumindest ein Großteil der durch die Überwachungsvorrichtung
durchgeführten Aufgaben unter Ausnutzung der Rechenleistung und Speicherkapazität
des externen Datenverarbeitungssystems erfolgen, um so schnellere Berechnungen und
auch zuverlässigere Aussagen über die Füllmenge zu ermöglichen.
[0070] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Steuervorrichtung der Wärmepumpenanlage
mit der Überwachungsvorrichtung gekoppelt und ferner dazu eingerichtet, zum Steuern
der Wärmepumpenanlage ein oder mehrere Betriebsparameter der Wärmepumpenanlage in
Abhängigkeit der durch die Überwachungsvorrichtung bestimmten Füllmengenkenngröße
an der Steuervorrichtung einzustellen.
[0071] Dadurch ist die Wärmepumpenanlage ferner auch zur Durchführung des Verfahrens gemäß
des zweiten Aspekts der Erfindung eingerichtet und bietet alle damit bereits beschriebenen
Vorteile.
[0072] Gemäß eines vierten Aspekts der Erfindung wird eine Überwachungsvorrichtung zum Einsatz
in einer Wärmepumpenanlage gemäß des dritten Aspekts der Erfindung bereitgestellt
[0073] Auf diese Weise wird eine Nachrüstmöglichkeit bereitgestellt, über die eine bereits
bestehende Wärmepumpenanlage auf einfache und kostengünstige Weise mit der Überwachungsvorrichtung
nachgerüstet und so um die Funktionalitäten der Wärmepumpenanlage gemäß des dritten
Aspekts der Erfindung erweitert werden kann.
[0074] Weitere Aspekte und deren Vorteile als auch speziellere Ausführungsbeispiele der
zuvor genannten Aspekte und Merkmale werden im Folgenden unter Zuhilfenahme der in
den beigefügten Figuren gezeigten Zeichnungen beschrieben.
[0075] Fig. 1a und Fig. 1b zeigen jeweils einen schematischen Aufbau eines jeweiligen Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Wärmepumpenanlage.
[0076] Fig. 2a und Fig. 2b zeigen qualitativ beispielhafte Verläufe verschiedener im Zuge
des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Überwachen einer Füllmenge eines Arbeitsmediums
in einer Wärmepumpenanlage bestimmter Größen, insbesondere einer Füllmengenkenngröße
des Arbeitsmediums der Wärmepumpenanlage.
[0077] Fig. 3a zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Überwachen einer Füllmenge eines Arbeitsmediums in einer Wärmepumpenanlage.
[0078] Fig. 3b zeigt ein Ablaufdiagramm eines auf dem Ablaufdiagramm aus Fig. 3a aufbauenden
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern einer Wärmepumpenanlage.
[0079] Es wird hervorgehoben, dass die vorliegende Erfindung in keiner Weise auf die nachfolgend
beschriebenen Ausführungsbeispiele und deren Ausführungsmerkmale begrenzt ist Die
Erfindung umfasst weiterhin Modifikationen der genannten Ausführungsbeispiele, insbesondere
diejenigen, die aus Modifikationen und/oder Kombinationen einzelner oder mehrerer
Merkmale der beschriebenen Ausführungsbeispiele im Rahmen des Schutzumfanges der unabhängigen
Ansprüche hervorgehen.
Ausführliche Figurenbeschreibung
[0080] Fig. 1a zeigt einen schematischen Aufbau eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Wärmepumpenanlage 100.
[0081] Die Wärmepumpenanlage 100 umfasst einen Verdichter 11 zum Verdichten eines Arbeitsmediums,
einen Verflüssiger (oder Kondensator) 12 zum Verflüssigen des Arbeitsmediums, eine
Expansionsvorrichtung 13 mit einem steuerbaren Expansionsventil 13* zum Entspannen
des Arbeitsmediums und einen Verdampfer zum Verdampfen des Arbeitsmediums, die jeweils
in einem Arbeitskreislauf 10 der Wärmepumpenanlage 100 angeordnet sind und über entsprechende
Leitungen 15, in denen das Arbeitsmedium strömt, untereinander verbunden sind.
[0082] Der Verflüssiger 12 ist über einen Wärmetauscher (spiralförmige Komponente) und ein
Leitungssystem 400 zum Energietransport mit einem Klimatisierungssystem 300 eines
zu klimatisierenden Gebäudes oder eines Raumes verbunden. Der Verdampfer 14 ist über
einen Wärmetauscher (spiralförmige Komponente) und ein Leitungssystem 400 zum Energietransport
mit einer Wärmequellenanlage 200 verbunden, bei der sich z.B. um eine Geothermie-
oder eine Aerothermieanlage handeln kann. In der dargestellten Ausführung ist die
Wärmepumpenanlage für den Heizungsbetrieb vorgesehen, im Zuge dessen Wärme aus der
Wärmequellenanlage 200 über die Wärmepumpenanlage 100 dem Klimatisierungssystem 300
zugeführt wird.
[0083] Die Wärmepumpenanlage 100 umfasst ferner eine ersten und einen zweiten Drucksensor
21, 22, die jeweils zum Messen eines Drucks des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf
10 eingerichtet sind. Der erste Drucksensor 21 ist hierbei bezogen auf eine Strömungsrichtung
des Arbeitsmediums vor dem Verdichter 11 angeordnet (erste Position) und misst den
dort vorherrschenden Druck vor der Verdichtung. Der zweite Drucksensor 22 ist bezogen
auf die Strömungsrichtung des Arbeitsmediums nach dem Verdichter 11 angeordnet (zweite
Position) und misst den Druck nach der Verdichtung.
[0084] Weiterhin umfasst die Wärmepumpenanlage einen Öffnungsgradsensor 23, der einen Öffnungsgrad
des steuerbaren Expansionsventils 13* der Expansionsvorrichtung 13 erfasst Das steuerbare
Expansionsventil weist hierbei zur Steuerung des Arbeitskreislaufs 10 ein veränderlichen
Öffnungsgrad auf, über den ein Durchfluss an der Expansionsvorrichtung 13 und damit
eine entsprechende Entspannung des Arbeitsmediums gesteuert wird. Der Öffnungsgradsensor
23 kann als ein gängiger Ventilsensor ausgeführt sein, der zum Erfassen eines Öffnungsgrads
geeignet ist, z.B. in Form eines Wegsensors am Ventilstößel.
[0085] Zur Überwachung der Füllmenge des Arbeitsmediums umfasst die Wärmepumpenanlage eine
Überwachungsvorrichtung 30, die mit dem ersten und dem zweiten Drucksensor 21, 22
sowie dem Öffnungsgradsensor 23 gekoppelt ist und die von diesen erfassten Messwerte
übermittelt bekommt und daraus einen ersten Zustandswert, einen zweiten Zustandswert
und einen Ventilparameters im Sinne des oben beschriebenen Verfahrens bestimmt.
[0086] Entsprechend wird durch die Überwachungsvorrichtung eine Füllmengenkenngröße bestimmt,
die Aufschluss über die Füllmenge des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf der Wärmepumpenanlage
100 gibt Exemplarisch erfolgt die Bestimmung der Füllmengenkenngröße auf Basis der
erfassten Messwerte gemäß obiger Gleichung 1, soll aber nicht auf diese beschränkt
sein, solange die zu bestimmende Füllmengenkenngröße eine Summe oder gewichtete Summe
der beiden Zustandswerte, hier der beiden Drücke, enthält, die insbesondere ins Verhältnis
mit dem Ventilparameter gesetzt wird.
[0087] Die Überwachungsvorrichtung 30 ist ferner mit einer Steuervorrichtung 40 der Wärmepumpenanlage
gekoppelt und kann an diese beispielsweise die bestimmte Füllmengenkenngröße oder
auch eine Warnmitteilung über eine zu niedrige Füllmenge übermitteln. Darauf aufbauend
kann die Steuervorrichtung 40 beispielsweise einen Betriebsparameter des Verdichters
11 in Abhängigkeit der übermittelten Füllmengengröße einstellen oder über eine (hier
nicht dargestellte) Anzeigeeinheit die Warnmitteilung an einen Bediener o.Ä. ausgeben,
sodass dieser weitere Schritte ergreifen kann; z.B. Befüllen der Wärmepumpenanlage
100 mit zusätzlichem Arbeitsmedium.
[0088] Durch die Überwachungsvorrichtung 30 kann ein sicherer, robuster und vor allem effizienter
Betrieb der Wärmepumpenanlage 100 unter Berücksichtigung einer sich verändernden Füllmenge
des Arbeitsmediums gewährleistet werden, um so beispielsweise einen Wirkungsgrad der
Wärmepumpenanlage 100 stets in einem optimalen Bereich zu halten und energetisch nachteilige
oder sogar für die Wärmepumpenanlage 100 schädliche Betriebszustände zu vermeiden.
[0089] Fig. 1b zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel zu dem aus Fig. 1a, bei dem die
Überwachungsvorrichtung zumindest teilweise als Teil eines externen Datenverarbeitungssystems
ausgeführt ist. Der Aufbau des in Fig. 1b nur teilweise dargestellten Arbeitskreislaufs
10 entspricht dem aus Fig. 1a, weswegen an dieser Stelle keine weiteren diesbezüglichen
Erläuterungen erfolgen.
[0090] Im Gegensatz zum Ausführungsbeispiel in Fig. 1a ist die Überwachungsvorrichtung zweiteilig
ausgeführt mit einer ersten Komponente 30a, die mit dem ersten Drucksensor 21 und
dem zweiten Drucksensor 22 sowie dem (hier nicht dargestellten) Öffnungsgradsensor
23 verbunden ist
[0091] Die erste Komponente 30a ist über eine hier drahtlos ausgeführte Netzwerkkopplung
50 mit einem externen Datenverarbeitungssystem 500 verbunden, welches eine zweite
Komponente 30b der Überwachungsvorrichtung umfasst. Die zweite Komponente 30b dient
der Auswertung der durch die lediglich zur Datenübertragung vorgesehene ersten Komponente
30a übermittelten Daten mit den Messwerten der Drucksensoren 21, 22 und des Öffnungsgradsensors
23.
[0092] Die Auswertung bzw. das Bestimmen der Füllmengenkenngröße erfolgt durch die im externen
Datenverarbeitungssystem 500 vorgesehene zweite Komponente 30b, die hierzu auf die
Ressourcen des Datenverarbeitungssystems 500 zurückgreifen kann und so z.B. das exemplarisch
dargestellte Speichermedium 501 des Datenverarbeitungssystems 500 nutzen kann. Die
durch die zweite Komponente 30b bestimmte Füllmengenkenngröße kann im Anschluss über
die Netzwerkkopplung 50 an die erste Komponente 30a und an die Steuervorrichtung 50
der Wärmepumpenanlage 100 übertragen werden, woraufhin beispielsweise die bereits
im Zuge von Fig. 2a beschriebenen Schritte eingeleitet werden können.
[0093] Fig. 2a und Fig. 2b zeigen beispielhafte und lediglich qualitative Verläufe verschiedener
im Zuge des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Überwachen einer Füllmenge eines Arbeitsmediums
in einer Wärmepumpenanlage bestimmter Größen, insbesondere einer Füllmengenkenngröße
FM des Arbeitsmediums der Wärmepumpenanlage, wobei in beiden Verläufen jeweils über
die Zeit t ein erster Druck p
1 als erster Zustandswert, ein zweiter Druck p
2 als zweiter Zustandswert, die daraus abgeleitete Füllmengenkenngröße FM und ein darauf
basierender Fehler-/Wartungsparameter e (der beispielsweise als Detektionsergebnis
verstanden werden kann) dargestellt Eine maximale zeitliche Auflösung ergibt sich
hierbei aus den in periodischen Zeitabständen bestimmten Verfahrensgrößen, die beispielsweise
und nicht darauf beschränkend in einem Zeitintervall von 5 und 30 Minuten, vorzugsweise
alle 15 Minuten, bestimmt werden.
[0094] Die Füllmengenkenngröße FM wird gemäß obiger Gleichung 1 als Verhältnis aus einem
den Öffnungsgrad des Expansionsventils beschreibenden Ventilparameter VP und der Summe
der beiden Zustandswerten, den Drücken p
1 und p
2, bestimmt. Aus Gründen der übersichtlichen Darstellung wird nachfolgend durchgehend
ein konstanter Ventilparameter VP=0.5 angenommen, der einem 50%igen Öffnungsgrad entspricht.
[0095] Fig. 2a zeigt einen Fall, bei dem es zum Zeitpunkt t
1 erstmals zu einem Überschreiten der Füllmengenkenngröße FM über einen vordefinierten
ersten Grenzwert G
1 kommt Mit Überschreiten des ersten Grenzwerts G
1 wird verfahrensgemäß eine kritische Füllmenge des Arbeitsmediums detektiert, infolge
dessen der exemplarische Fehler-/Wartungsparameter e von 0 auf 1 gesetzt wird. Darauf
aufbauend können die bereits oben beschriebenen Schritte eingeleitet werden, wie z.B.
Warnmitteilungen oder eine Abschaltung der Wärmepumpenanlage.
[0096] Der Verlauf in Fig. 2a weist allerdings im Übergangsbereich nach t
1 eine Vielzahl von Übergängen der Füllmengenkenngröße FM in Bezug auf den ersten Grenzwert
G
1 auf, was sich beispielsweise aus Messabweichungen oder schwankenden Umgebungsbedingungen
u.Ä. ergeben, die sich auf die Druckwerte p
1 und p
2 auswirken und zu dem gezeigten Detektionsergebnis führt.
[0097] Fig. 2b zeigt hierzu eine alternative Überwachung auf Basis eines zeitlichen Mittelwerts
MFM der (hier nicht mehr dargestellten) Füllmengenkenngröße FM, der sich durch Mittelung
des zeitlichen Verlaufs der Füllmengenkenngröße FM aus Fig. 2a ergibt, und im Gegensatz
zu dieser geringere Schwankungen aufweist und so das Risiko des Auftretens von z.B.
durch Messabweichungen bedingten Fehldiagnosen verringert
[0098] Vorzugsweise bezieht die zeitliche Mittelung zu einem dargestellten Zeitpunkt nicht
den kompletten vorherigen zeitlichen Verlauf der Füllmengenkenngröße FM mit ein, sondern
nur einen bestimmten Teilbereich, z.B. die dem jeweiligen Zeitpunkt vorhergehenden
vier oder fünf Messewerte. Vorliegend bezieht die zeitliche Mittelung die vorhergehenden
vier Werte mit ein, weswegen die ersten vier Werte zu den ersten vier Zeitpunkten
in Fig. 2b entsprechend fehlen, da hier noch kein Mittel bestimmt werden kann.
[0099] Im dargestellten Fall in Fig. 2b überschreitet der Mittelwert MFM zum Zeitpunkt t
2>t
1 einen zweiten Grenzwert G
2, der vorliegend dem ersten Grenzwert G
1 entspricht Mit Überschreiten des zweiten Grenzwerts G
1 wird eine kritische Füllmenge des Arbeitsmediums detektiert, infolge dessen der exemplarische
Fehler-/Wartungsparameter von 0 auf 1 gesetzt wird.
[0100] Im Vergleich von Fig. 2a und Fig. 2b ist ersichtlich, dass die Füllmengenkenngröße
FM in Einzelfällen mehrfach hintereinander den ersten Grenzwert G
1 überschreitet und wieder unterschreitet, was nach Maßgabe der Vorgehensweise aus
Fig. 2a zu einem ständigen Wechsel eines Detektionsergebnisses e führt. Dagegen bietet
die Betrachtung über den Mittelwert MFM eine deutlich stabilere und auch robustere
Detektion, wie aus dem Verlauf aus Fig. 2b ersichtlich.
[0101] Fig. 3a zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Überwachen einer Füllmenge eines Arbeitsmediums in einer Wärmepumpenanlage.
Ausgangspunkt ist hierbei eine Wärmepumpenanlage mit einer Verdichtungsvorrichtung
zum Verdichten eines Arbeitsmediums, einer Kondensationsvorrichtung zum Verflüssigen
des Arbeitsmediums, einer Expansionsvorrichtung zum Expandieren des Arbeitsmediums
und einer Verdampfungsvorrichtung zum Verdampfen des Arbeitsmediums, die in einem
Arbeitskreislauf für das Arbeitsmedium angeordnet sind.
[0102] In Schritt S1 erfolgt ein Bestimmen eines ersten Zustandswerts einer ersten thermodynamischen
Zustandsgröße des Arbeitsmediums an einer ersten, zwischen der Verdampfungsvorrichtung
und der Verdichtungsvorrichtung befindlichen Position im Arbeitskreislauf, wobei es
sich bei der ersten thermodynamischen Zustandsgröße vorliegend um einen Druck des
Arbeitsmediums handelt
[0103] In Schritt S2 erfolgt ein Bestimmen eines zweiten Zustandswerts der ersten thermodynamischen
Zustandsgröße des Arbeitsmediums an einer zweiten, zwischen der Verdichtungsvorrichtung
und der Kondensationsvorrichtung befindlichen Position im Arbeitskreislauf.
[0104] In Schritt S3 erfolgt ein Bestimmen eines den Öffnungsgrad des steuerbaren Expansionsventils
beschreibenden Ventilparameters.
[0105] In Schritt S4 erfolgt ein Bestimmen einer Füllmengenkenngröße FM, die die Füllmenge
des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf der Wärmepumpenanlage beschreibt, auf Basis
des bestimmten ersten Zustandswerts und des bestimmten zweiten Zustandswerts sowie
des bestimmten Ventilparameters, wobei die Füllmengenkenngröße FM von einer Summe
aus dem bestimmten ersten und dem bestimmten zweiten Zustandswert abhängt.
[0106] Die Füllmengenkenngröße FM wird im exemplarischen Fall auf Basis oben genannter Gleichung
1 bestimmt, die nachfolgend nochmals aufgeführt ist, soll aber nicht darauf beschränkt
sein. Die Füllmengenkenngröße FM sei im vorliegenden Beispiel auf Basis eines in Schritt
S1 bestimmten Drucks p
1 vor der Verdichtungsvorrichtung und einem im Schritt S2 bestimmten Drucks p
2 nach der Verdichtungsvorrichtung sowie von dem in Schritt S3 bestimmten, einen Öffnungsgrad
des Expansionsventils beschreibenden Ventilparameters VP gemäß

(siehe auch Gleichung 1) definiert.
[0107] In Schritt S5 erfolgt ein Detektieren einer kritischen Füllmenge des Arbeitsmediums,
im Zuge dessen die bestimmte Füllmengenkenngröße FM aus Schritt S4 mit einem vordefinierten
ersten Grenzwert G verglichen wird. Fällt diese größer aus, fällt ein Detektionsergebnis
negativ aus (entspricht e=0 in Fig. 2a) und es besteht vorerst kein Handlungsbedarf.
Fällt diese allerdings kleiner aus, so liegt ein positives Detektionsergebnis vor
(entspricht e=1 in Fig. 2a) und es wird in Schritt S6 eine Warnmitteilung ausgegeben,
die einen Bediener oder einem Wartungsarbeiter über die zu niedrige Füllmenge informiert.
[0108] Nach Schritt S5 erfolgt nach Ablauf eines vorgegeben zeitlichen Abstands T ein erneutes
Durchführen der Schritte S1 bis S5 bzw. S6.
[0109] Aufbauend auf dem Ablaufdiagramm in Fig. 3a zeigt Fig. 3b ein Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern einer Wärmepumpenanlage, bei dem die
Schritte S1 bis S4 den bereits im Zuge von Fig. 3a beschriebenen Schritten S1 bis
S4 entsprechen, weswegen an dieser Stelle keine erneute Erläuterung erfolgt Um Missverständnisse
im Hinblick auf Fig. 3a zu vermeiden, erfolgt dabei ausgehend von Schritt S4 in Fig.
3b die Fortführung der Bezeichnung der Schritte mit Sternschreibweise, also z.B. Schritt
S5*.
[0110] Ausgehend von Schritt S4 erfolgen die Schritte S5* und S6*, im Zuge derer ein Betriebsparameter
der Wärmepumpenanlage in Abhängigkeit der in Schritt S4 bestimmten Füllmengenkenngröße
FM eingestellt werden kann.
[0111] Hierzu umfasst der exemplarische und nicht beschränkende Fall in Fig. 3b in Schritt
S5* einen Vergleich der bestimmten Füllmengenkenngröße FM mit einem weiteren Grenzwert
G*, der unabhängig aber auch gleich dem Grenzwert G aus Schritt S5 in Fig. 3a gewählt
werden kann.
[0112] Steigt die Füllmengenkenngröße FM über den vordefinierten Grenzwert G*, so wird in
Schritt S6* ein Leistungsparameter der Wärmepumpenanlage auf einen reduzierten Wert
(Sparmodus) eingestellt, um so einen übermäßigen Energieverbrauch der Wärmepumpenanlage
durch einen Betrieb bei hoher Leistung (Standardmodus) und niedriger Füllmenge zu
vermeiden.
[0113] Andernfalls endet der gegenwärtige Durchlauf und es startet ein neuer Durchlauf nach
einem vorgegebenen zeitlichen Abstand T beginnend ab Schritt S1, ebenso wie nach dem
erfolgten Einstellen des Leistungsparameters in Schritt S6*.
[0114] Es wird erneut darauf hingewiesen, dass die Füllmengenkenngröße (Bezeichnung über
FM) in den vorstehenden Ausführungsbeispielen beispielhaft und nicht darauf beschränkend
gemäß Gleichung 1 definiert wurde, sodass eine sinkende Füllmenge des Arbeitsmediums
im Arbeitskreislauf einem Anstieg der Füllmengenkenngröße entspricht.
[0115] Vorstehend wurden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung sowie deren Vorteile
detailliert unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben.
[0116] Abschließend wird erneut hervorgehoben, dass die vorliegende Erfindung in keiner
Weise auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele und deren Ausführungsmerkmale
begrenzt ist Die Erfindung umfasst weiterhin Modifikationen der genannten Ausführungsbeispiele,
insbesondere diejenigen, die aus Modifikationen und/oder Kombinationen einzelner oder
mehrerer Merkmale der beschriebenen Ausführungsbeispiele im Rahmen des Schutzumfanges
der unabhängigen Ansprüche hervorgehen.
Liste der Bezugszeichen
[0117]
- 10
- Arbeitskreislauf
- 11
- Verdichter
- 12
- Verflüssiger
- 13
- Expansionsvorrichtung
- 13*
- Expansionsventil
- 14
- Verdampfer
- 15
- Leitungen für Arbeitsmedium
- 21
- erster Drucksensor
- 22
- zweiter Drucksensor
- 23
- Öffnungsgradsensor für Expansionsventil
- 30
- Überwachungsvorrichtung
- 30a, 30b
- Komponenten der Überwachungsvorrichtung
- 40
- Steuervorrichtung
- 50
- Netzwerkkopplung
- 100
- Wärmepumpenanlage
- 200
- Wärmquellenanlage
- 300
- Klimatisierungssystem für Gebäude
- 400
- Leitungssystem für Energietransport
- 500
- externes Datenverarbeitungssystem
- 501
- Speichermedium
- FM
- Füllmengenkenngröße
- MFM
- Mittelwert der Füllmengenkenngröße
- p1
- Druck des Arbeitsmediums (erster Zustandswert)
- p2
- Druck des Arbeitsmediums (zweiter Zustandswert)
1. Verfahren zum Überwachen einer Füllmenge eines Arbeitsmediums in einer Wärmepumpenanlage
(100), die in einem Arbeitskreislauf (10) für das Arbeitsmedium angeordnet umfasst:
- eine Verdichtungsvorrichtung (11) zum Verdichten des Arbeitsmediums;
- eine Kondensationsvorrichtung (12) zum Verflüssigen des Arbeitsmediums;
- eine Expansionsvorrichtung (13) zum Expandieren des Arbeitsmediums; und
- eine Verdampfungsvorrichtung (14) zum Verdampfen des Arbeitsmediums;
wobei das Verfahren umfasst:
- Bestimmen eines ersten Zustandswerts (p1) einer ersten thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums an einer ersten,
zwischen der Verdampfungsvorrichtung (14) und der Verdichtungsvorrichtung (11) befindlichen
Position im Arbeitskreislauf (10);
- Bestimmen eines zweiten Zustandswerts (p1) der ersten thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums an einer zweiten,
zwischen der Verdichtungsvorrichtung (11) und der Kondensationsvorrichtung (12) befindlichen
Position im Arbeitskreislauf (10);
- Bestimmen einer Füllmengenkenngröße (FM), die die Füllmenge des Arbeitsmediums im
Arbeitskreislauf (10) der Wärmepumpenanlage (100) beschreibt, zumindest auf Basis
des bestimmten ersten Zustandswerts (p1) und des bestimmten zweiten Zustandswerts (p2);
dadurch gekennzeichnet, dass
die bestimmte Füllmengenkenngröße (FM) von einer Summe oder einer gewichteten Summe
aus dem bestimmten ersten Zustandswert (p
1) und dem bestimmten zweiten Zustandswert (p
2) abhängt
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Expansionsvorrichtung (13) der Wärmepumpenanlage zum Expandieren des Arbeitsmediums
ein steuerbares Expansionsventil (13*) mit einem veränderlichen Öffnungsgrad umfasst,
und das Verfahren weiterhin umfasst:
- Bestimmen eines den Öffnungsgrad des steuerbaren Expansionsventils (13*) betreffenden
Ventilparameters (VP);
und das Bestimmen der Füllmengenkenngröße (FM) zusätzlich auf Basis des bestimmten
Ventilparameters (VP) des steuerbaren Expansionsventils (13*) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die bestimmte Füllmengenkenngröße (FM) von einem Verhältnis aus dem bestimmten Ventilparameter
(VP) des steuerbaren Expansionsventils (13*) und der Summe oder der gewichteten Summe
aus dem ersten und dem zweiten Zustandswert (p1, p2) abhängt.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
es sich bei der ersten thermodynamischen Zustandsgröße um einen Druck des Arbeitsmediums
handelt.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bestimmen des ersten Zustandswerts (p1) der ersten thermodynamischen Zustandsgröße umfasst:
- Messen der ersten thermodynamischen Zustandsgröße an der ersten Position im Arbeitskreislauf;
und/oder das Bestimmen des zweiten Zustandswerts (p2) der ersten thermodynamischen Zustandsgröße umfasst:
- Messen der ersten thermodynamischen Zustandsgröße an der zweiten Position im Arbeitskreislauf.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bestimmen des ersten Zustandswerts (p1) der ersten thermodynamischen Zustandsgröße umfasst:
- Messen einer zweiten thermodynamischen Zustandsgröße an der ersten Position im Arbeitskreislauf;
und
- Ermitteln des ersten Zustandswerts (p1) der ersten thermodynamischen Zustandsgröße auf Basis eines Messergebnisses an der
ersten Position und einer bereitgestellten ersten Umrechnungsvorschrift;
und/oder das Bestimmen des zweiten Zustandswerts (p2) der ersten thermodynamischen Zustandsgröße umfasst:
- Messen einer zweiten thermodynamischen Zustandsgröße an der zweiten Position im
Arbeitskreislauf; und
- Ermitteln des zweiten Zustandswerts (pz) der ersten thermodynamischen Zustandsgröße
auf Basis des Messergebnisses an der zweiten Position und einer bereitgestellten zweiten
Umrechnungsvorschrift, die insbesondere der ersten Umrechnungsvorschrift entspricht.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass
es sich bei der zweiten thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums um eine
Temperatur, ein Volumen oder eine Dichte des Arbeitsmediums handelt
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Bestimmen des ersten Zustandswerts (p1), das Bestimmen des zweiten Zustandswerts (pz) sowie das auf deren Basis erfolgende
Bestimmen der Füllmengenkenngröße (FM) in vordefinierten zeitlichen Abständen kontinuierlich
wiederholt wird, um so zumindest einen zeitlichen Verlauf der Füllmengenkenngröße
(FM) bereitzustellen.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren weiterhin umfasst:
- Detektieren einer kritischen Füllmenge des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf (10)
der Wärmepumpenanlange (100), umfassend:
- Erfassen eines ersten kritischen Falls, in dem die bestimmte Füllmengenkenngröße
(FM) einen ersten vorgegebenen Grenzwert (G1) überschreitet;
und/oder
- Erfassen eines zweiten kritischen Falls, in dem ein über einen festgelegten Zeitraum
gebildetes Mittel eines zeitlichen Verlaufs der Füllmengenkenngröße (FM) einen zweiten
vorgegebenen Grenzwert überschreitet
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren weiterhin umfasst:
- Abschalten der Wärmepumpenanlage (100) in Abhängigkeit eines Detektionsergebnisses
des Detektierens einer kritischen Füllmenge des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf
(10) der Wärmepumpenanlange (100).
11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Wärmepumpenanlage (100) über eine Netzwerkkopplung (50) mit einem externen Datenverarbeitungssystem
(500), insbesondere einem Cloud basierten Datenverarbeitungssystem (500), verbunden
ist, wobei im Zuge des Verfahrens notwendige Berechnungen ganz oder zumindest teilweise
durch das externe Datenverarbeitungssystem (500) durchgeführt werden.
12. Verfahren zum Steuern einer Wärmepumpenanlage (100), die in einem Arbeitskreislauf
(10) für ein Arbeitsmedium angeordnet umfasst:
- eine Verdichtungsvorrichtung (11) zum Verdichten des Arbeitsmediums;
- eine Kondensationsvorrichtung (12) zum Verflüssigen des Arbeitsmediums;
- eine Expansionsvorrichtung (13) zum Expandieren des Arbeitsmediums; und
- eine Verdampfungsvorrichtung (14) zum Verdampfen des Arbeitsmediums;
wobei das Verfahren umfasst:
- Überwachen einer Füllmenge des Arbeitsmediums in der Wärmepumpenanlage (100) gemäß
eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11;
- Steuern der Wärmepumpenanlage (100) durch Einstellen ein oder mehrerer Betriebsparameter
der Wärmepumpenanlage (100) zumindest in Abhängigkeit der im Zuge des Überwachens
der Füllmenge des Arbeitsmediums bestimmten Füllmengenkenngröße (FM).
13. Wärmepumpenanlage (100), die in einem Arbeitskreislauf (10) für ein Arbeitsmedium
angeordnet umfasst:
- eine Verdichtungsvorrichtung (11) zum Verdichten des Arbeitsmediums;
- eine Kondensationsvorrichtung (12) zum Verflüssigen des Arbeitsmediums;
- eine Expansionsvorrichtung (13) zum Expandieren des Arbeitsmediums; und
- eine Verdampfungsvorrichtung (14) zum Verdampfen des Arbeitsmediums;
wobei die Wärmepumpenanlage (100) ferner umfasst:
- eine erste Messvorrichtung (21), die zum Messen einer ersten oder einer zweiten
thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums an einer ersten, zwischen der Verdampfungsvorrichtung
(14) und der Verdichtungsvorrichtung (11) befindlichen Position im Arbeitskreislauf
(10) eingerichtet ist;
- eine zweite Messvorrichtung (22), die zum Messen einer ersten oder einer zweiten
thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums an einer zweiten, zwischen der
Verdichtungsvorrichtung (11) und der Kondensationsvorrichtung (12) befindlichen Position
im Arbeitskreislauf (20) eingerichtet ist; und
- eine zum Überwachen einer Füllmenge des Arbeitsmediums in der Wärmepumpenanlage
eingerichtete Überwachungsvorrichtung (30);
wobei die Überwachungsvorrichtung (30) zumindest mit der ersten und der zweiten Messvorrichtung
(21, 22) gekoppelt ist und ferner zumindest dazu eingerichtet ist,
basierend auf einem Messergebnis der ersten Messvorrichtung (21) einen ersten Zustandswert
(p1) der ersten thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums zu bestimmen,
basierend auf einem Messergebnis der zweiten Messvorrichtung (22) einen zweiten Zustandswert
(p2) der ersten thermodynamischen Zustandsgröße des Arbeitsmediums zu bestimmen,
und eine die Füllmenge des Arbeitsmediums im Arbeitskreislauf (10) der Wärmepumpenanlage
(100) beschreibende Füllmengenkenngröße (FM) auf Basis des bestimmten ersten Zustandswerts
(p1) und des bestimmten zweiten Zustandswertes (p2) zu bestimmen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Überwachungsvorrichtung (30) eingerichtet ist, die Füllmengenkenngröße (FM) auf
Basis einer Summe oder einer gewichteten Summe aus dem ersten Zustandswert (p
1) und dem zweiten Zustandswert (p
2) zu bestimmen.
14. Wärmepumpenanlage (100) nach Anspruch 13, wobei eine Steuervorrichtung (40) der Wärmepumpenanlage
(100) mit der Überwachungsvorrichtung (30) gekoppelt ist und ferner dazu eingerichtet
ist, zum Steuern der Wärmepumpenanlage (100) ein oder mehrere Betriebsparameter der
Wärmepumpenanlage (100) in Abhängigkeit der durch die Überwachungsvorrichtung (300)
bestimmten Füllmengenkenngröße (FM) einzustellen.
15. Überwachungsvorrichtung (30) zum Einsatz in einer Wärmepumpenanlage (100) nach einem
der Ansprüche 13 oder 14.