[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Sitz-/Liegemöbel, wie beispielsweise ein Polstermöbel
mit gepolstertem Sitz- und Rückenteil, wobei sich sowohl die Stellung des Sitzteils
als auch die Stellung des Rückenteils bei Bedarf verändern lassen, um das Möbel an
persönliche Vorlieben, individuelle ergonomische Bedürfnisse und Verwendungszwecke
anpassen zu können.
[0002] Aus der
EP 1 712 158 A1 ist beispielsweise eine Ottomane mit einem Grundgestell bekannt geworden, das ein
Rückenteil, ein damit gekoppeltes Sitzteil und eine mit dem Sitzteil gekoppelte Beinauflage
trägt. Da das Sitzteil mit sowohl dem Rückenteil als auch mit der Beinauflage gekoppelt
ist, bewirkt eine Verstellung des Sitzteils zugleich eine Verstellung des Rückenteils
sowie der Beinauflage.
[0003] Genauer betrifft die Erfindung ein Sitz-/Liegemöbel mit einem hier auch als Grundgestell
bezeichneten Möbelkorpus, einem von dem Korpus getragenen Sitzteil, das vorzugsweise
gepolstert ist und an dem Grundgestell mittels zumindest eines ersten Verstellbeschlags
befestigt ist, welcher eine Änderung der Neigung des Sitzteils gegenüber dem Grundgestell
ermöglicht, sowie einem von dem Sitzteil getragenen Rückenteil, das ebenfalls vorzugsweise
gepolstert ist und dessen Stellung zur Veränderung des Abstands zwischen dem vorderen
Ende des Sitzteils und dem Rückenteil und somit zur Veränderung der Sitztiefe verändert
werden kann.
[0004] Derartige Sitz-/Liegemöbel mit Sitztiefenverstellung sind hinlänglich bekannt und
verfügen in aller Regel über einen verhältnismäßig komplex ausgebildeten Verstellbeschlag,
welcher eine Verstellung des Rückenteils gegenüber dem Sitzteil ermöglicht. Derartige
Verstellbeschläge zur Verstellung des Rückenteils gegenüber dem Sitzteil sind jedoch
in aller Regel nicht nur verhältnismäßig komplex ausgebildet, sondern gestatten in
aller Regel auch nur die Verstellung des Rückenteils zwischen zwei definierten Stellungen
wie beispielsweise einer Sitzposition, bei der sich das Rückenteil im mittleren Drittel
des Sitzteils befindet, und einer Liegestellung, in der sich das Rückenteil im hintersten
Viertel des Sitzteils befindet. Beispielsweise kann für solch ein Umsetzen des Rückenteils
ein Mehrgelenkscharnier mit zwei im Wesentlichen parallelen Hebeln zum Einsatz kommen.
[0005] Derartige Mehrgelenkscharniere sind jedoch nicht nur verhältnismäßig komplex aufgebaut
und damit kostenintensiv, sondern sind auch für den Sitz-/Liegekomfort des jeweiligen
Möbels nicht optimal, da sie entsprechend den voranstehenden Erläuterungen nur zwei
definierte Stellungen des Rückenteils ermöglichen.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Sitz-/Liegemöbel anzugeben, das
verhältnismäßig einfach aufgebaut ist und das individuell an persönliche Vorlieben,
ergonomische Bedürfnisse sowie unterschiedliche Verwendungszwecke angepasst werden
kann.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einem Sitz-/Liegemöbel mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und
insbesondere dadurch gelöst, dass das Rückenteil mittels zumindest eines zweiten Verstellbeschlags
direkt bzw. unmittelbar an dem Sitzteil befestigt ist, welcher eine im Wesentlichen
stufenlose Verstellung des Rückenteils gegenüber dem Sitzteil zwischen einer ersten
Stellung, in der die Sitztiefe des Sitzteils bzw. der Abstand zwischen dem vorderen
Ende des Sitzteils und dem Rückenteil minimal ist, und einer zweiten Stellung ermöglicht,
in der die Sitztiefe des Sitzteils maximal und in der die Neigung des Rückenteils
gegenüber dem Sitzteil geringer ist als in der ersten Stellung. Beispielsweise kann
dabei die Neigung des Rückenteils in der zweiten Stellung gegenüber dem Sitzteil zumindest
10°, vorzugsweise zumindest 15° und insbesondere vorzugsweise zumindest 20° geringer
sein als in der ersten Stellung.
[0008] Bevor nachfolgend genauer auf die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Sitz-/Liegemöbels
und dessen Vorteile eingegangen wird, sei an dieser Stelle angemerkt, dass der Umstand,
dass ein Möbelteil von einem anderen Möbelteil "getragen" wird, hier im Kontext so
zu verstehen ist, dass das eine Möbelteil mittels eines entsprechenden Beschlags direkt
an dem anderen Möbelteil befestigt ist, so dass die Kraftübertragung von dem getragenen
Möbelteil auf das tragende Möbelteil mittelbar über den Beschlag erfolgt. Wenn hier
also beispielsweise davon die Rede ist, dass das Sitzteil von dem Grundgestell getragen
wird, so bedeutet dies, dass das Sitzteil mittels eines entsprechenden Beschlags direkt
an dem Grundgestell befestigt ist, so dass die Lastübertragung von dem Sitzteil über
den Beschlag direkt auf das Grundgestell erfolgt.
[0009] Ferner sei an dieser Stelle klargestellt, dass die einzelnen Sitzteile in aller Regel
mittels zweier spiegelsymmetrisch zueinander ausgebildeter Verstellbeschläge miteinander
verbunden sind, die sich jeweils rechts- bzw. linksseitig des jeweiligen Möbelteils
befinden. Wenn hier also beispielsweise davon die Rede ist, dass das Rückenteil mittels
eines zweiten Verstellbeschlags an dem Sitzteil befestigt ist, so ist dies so zu verstehen,
dass der zweite Verstellbeschlag zwei Beschläge umfasst, mittels derer das Rückenteil
an dem Sitzteil befestigt ist. Mit anderen Worten kann sich also jeder Verstellbeschlag
aus mehreren Beschlägen zusammensetzen.
[0010] Wie bereits zuvor erwähnt, ist es bei dem erfindungsgemäßen Sitz-/Liegemöbel erfindungsgemäß
nun unter anderem vorgesehen, dass das Rückenteil von dem Sitzteil getragen wird,
wozu es mittels eines zweiten Verstellbeschlags an dem Sitzteil befestigt ist. Eine
Neigungsverstellung des Sitzteils resultiert somit zugleich in einer Neigungsänderung
des Rückenteils, wodurch das Möbel individueller an persönliche Bedürfnisse und Vorlieben
angepasst werden kann. Beispielsweise kann das Sitzteil nach hinten geneigt bzw. an
seinem hinteren Ende abgesenkt werden, was aufgrund der Tatsache, dass das Rückenteil
von dem Sitzteil getragen wird, gleichzeitig dazu führt, dass die absolute Neigung
des Rückenteils geringer wird. Zusätzlich kann das Rückenteil in seine zweite Stellung
überführt werden, in der nicht nur die Sitztiefe des Sitzteils maximal ist, sondern
in der insbesondere auch die relative Neigung des Rückenteils gegenüber dem Sitzteil
geringer ist als in der ersten Stellung des Rückenteils, wodurch die absolute Neigung
des Rückenteils zusätzlich reduziert werden kann, wie dies bei nach hinten geneigtem
Sitzteil wünschenswert sein kann.
[0011] Aufgrund der Tatsache, dass das Rückenteil von dem Sitzteil und nicht etwa von dem
Grundgestell getragen wird, sowie des Umstands, dass der zweite Verstellbeschlag eine
Neigungsänderung des Rückenteils gegenüber dem Sitzteil ermöglicht, ergeben sich somit
bereits unzählige Einstellmöglichkeiten, die eine individuelle Anpassung des Möbels
an persönliche Vorlieben, ergonomische Bedürfnisse und unterschiedliche Verwendungszwecke
ermöglicht.
[0012] Im Folgenden wird nun auf bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung eingegangen.
Weitere Ausführungsformen können sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Figurenbeschreibung
sowie den Zeichnungen ergeben.
[0013] So kann es gemäß einer ersten Ausführungsform beispielsweise vorgesehen sein, dass
der zweite Verstellbeschlag zumindest eine am Sitzteil befestigte Führungskulisse
und einen von der Führungskulisse geführten Schlitten umfasst, der am Rückenteil befestigt
ist und dieses trägt, wobei der Schlitten in der ersten Stellung des Rückenteils an
einem ersten Ende der Führungskulisse und in der zweiten Stellung des Führungsteils
an einem zweiten Ende der Führungskulisse anstößt.
[0014] Der Schlitten kann somit also zwischen dem ersten Ende der Führungskulisse und dem
zweiten Ende der Führungskulisse im Wesentlichen stufenlos verstellt werden, wodurch
eine kontinuierliche Sitztiefenverstellung realisiert werden kann. Gegebenenfalls
kann die Führungskulisse mehrere Raststellungen definieren, so dass das Rückenteil
bezüglich des Sitzteils mehrere definierte Positionen zwischen der ersten Rückenteilstellung
und der zweiten Rückenteilstellung einnehmen kann.
[0015] Des Weiteren kann es vorgesehen sein, dass die Führungskulisse so geformt ist, dass
der Schlitten auf dem Verstellweg von dem ersten Ende der Führungskulisse zu dem zweiten
Ende der Führungskulisse zunächst über mehr als die Hälfte des Verstellwegs, insbesondere
über etwa die ersten zwei Drittel des Verstellwegs, eine vorzugsweise rein translatorische
Bewegung erfährt, bevor er anschließend über weniger als die Hälfte des Verstellwegs,
insbesondere über etwa das letzte Drittel des Verstellwegs, eine rotatorische Bewegung
erfährt. Der zweite Verstellbeschlag ist also derart ausgebildet, dass die Neigung
des Rückenteils gegenüber dem Sitzteil in der zweiten Stellung des Rückenteils geringer
ist als in der ersten Stellung. Wird also das Rückenteil nach hinten geschoben, um
die Sitztiefe des Möbels zu vergrößern, so wird gegen Ende des Verstellwegs zugleich
auch die Neigung des Rückenteils gegenüber dem Sitzteil reduziert, wie dies aus ergonomischen
Gründen bei vergrößerter Sitztiefe wünschenswert sein kann.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann es vorgesehen sein, dass das Sitz-/Liegemöbel
ein von dem Rückenteil getragenes Kopfteil umfasst, das an dem Rückenteil mittels
zumindest eines dritten Verstellbeschlags befestigt ist, welcher eine Änderung der
Neigung des Kopfteils gegenüber dem Rückenteil ermöglicht. Die Neigung des Kopfteils
kann dabei insbesondere unabhängig von allen anderen Verstellfunktionen des Möbels
verändert werden, so dass die Neigung des Kopfteils unabhängig von der Neigung des
Rückenteils sowie von der Neigung des Sitzteils individuell an persönliche Bedürfnisse
angepasst werden kann.
[0017] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann es dabei vorgesehen sein, dass der dritte
Verstellbeschlag eine Verstellung des Kopfteils gegenüber dem Rückenteil zwischen
einer ersten Stellung, in der sich das Kopfteil im Wesentlichen in der Verlängerung
des Rückenteils erstreckt, und einer zweiten Stellung ermöglicht, in der das Kopfteil
gegenüber seiner ersten Stellung nach hinten um einen Winkel von etwa 90° verschwenkt
ist. Befindet sich somit beispielsweise das Rückenteil in seiner ersten Stellung,
in der die Sitztiefe des Möbels minimal ist, kann in dieser ersten Stellung des Rückenteils
das Kopfteil in seine zweite Stellung verschwenkt werden, in der es über das Rückenteil
nach hinten übersteht und somit den Abstand gegenüber der Wand, an der das Möbel steht,
überbrückt. In dieser Konfiguration erweckt somit das Möbel den Eindruck, als ob das
Rückenteil unmittelbar an die Wand angrenzt.
[0018] Soll nun die Sitztiefe des Möbels vergrößert werden, so kann das Kopfteil in seine
erste Stellung verschwenkt werden, in der es sich im Wesentlichen in der Verlängerung
des Rückenteils erstreckt. Dies lässt es zu, dass das Rückenteil entlang der Kulissenführung
des zweiten Verstellbeschlags in seine zweite Stellung verschoben werden kann, in
der die Sitztiefe des Sitzteils maximal und die Neigung des Rückenteils gegenüber
dem Sitzteil geringer als in der ersten Rückenteilstellung ist. Für die Sitztiefenverstellung
ist es somit nicht erforderlich, das Sitz-/Liegemöbel mit einem gewissen Abstand gegenüber
der Wand aufzustellen bzw. das Möbel von der Wand erst wegzurücken; vielmehr kann
das Grundgestell des Möbels direkt an die Wand gestellt werden, ohne dass dies zulasten
des optischen Gesamteindrucks des Möbels geht, da in der ersten Rückenteilstellung
das Kopfteil nach hinten verschwenkt werden kann, um den Abstand gegenüber der Wand
zu überbrücken und diesen somit nicht in Erscheinung treten zu lassen.
[0019] Um den Sitz-/Liegekomfort des erfindungsgemäßen Möbels weiter zu verbessern, kann
es gemäß einer weiteren Ausführungsform vorgesehen sein, dass das Möbel eine zumindest
zum Teil von dem Sitzteil getragene Beinauflage umfasst, die an dem Sitzteil mittels
eines vierten Verstellbeschlags befestigt ist, bei dem es sich vorzugsweise um einen
Scherenbeschlag handelt, welcher eine Änderung der Neigung der Beinauflage gegenüber
dem Sitzteil ermöglicht. Wie nachfolgend noch genauer erläutert wird, kann die Neigungsänderung
der Beinauflage dabei mit einer Neigungsänderung des Sitzteils gekoppelt sein, wobei
es erfindungsgemäß jedoch gleichermaßen vorgesehen ist, dass das Sitzteil auch unabhängig
von der Beinauflage betätigt bzw. in seiner Neigung verändert werden kann.
[0020] So kann es gemäß einer weiteren Ausführungsform vorgesehen sein, dass der vierte
Verstellbeschlag, der für die Verstellung der Beinauflage zuständig ist, derart mit
dem ersten Verstellbeschlag, der für die Verstellung der Neigung des Sitzteils zuständig
ist, kinematisch gekoppelt ist, dass eine Neigungsänderung der Beinauflage in einer
Neigungsänderung des Sitzteils resultiert. Zwischen dem ersten Verstellbeschlag und
dem vierten Verstellbeschlag besteht also eine kinematische Zwangskopplung, die dafür
verantwortlich ist, dass die Beinauflage zwangsweise betätigt bzw. herausgeklappt
wird, wenn das Sitzteil an seinem hinteren Ende abgesenkt wird.
[0021] Damit die Neigung des Sitzteils jedoch auch unabhängig von der Stellung der Beinauflage
verändert werden kann, kann es gemäß einer weiteren Ausführungsform vorgesehen sein,
dass das Möbel über einen fünften Verstellbeschlag verfügt, mittels dessen das Sitzteil
an dem Grundgestell zumindest mittelbar abgestützt ist und der eine von der Neigungsänderung
der Beinauflage unabhängige Änderung der Neigung des Sitzteils gegenüber dem Grundgestell
ermöglicht.
[0022] Gemäß einer Ausführungsform kann es dabei beispielsweise vorgesehen sein, dass der
erste Verstellbeschlag und der fünfte Verstellbeschlag in Kraftflussrichtung zwischen
dem Sitzteil und dem Grundgestell in Reihe hintereinander angeordnet sind. Dies kann
beispielsweise bedeuten, dass von dem Sitzteil abzutragende Kräfte zunächst auf den
fünften Verstellbeschlag und von diesem auf den ersten Verstellbeschlag übertragen
werden, der die Lasten dann auf das Grundgestell überträgt. Dadurch, dass der fünfte
Verstellbeschlag den ersten Verstellbeschlag trägt oder umgekehrt, kann somit die
Neigung des Sitzteils verstellt werden, ohne dass dies gleichzeitig in einer Verstellung
der Beinauflage resultiert.
[0023] Gemäß noch einer weiteren Ausführungsform kann der fünfte Verstellbeschlag, der vorzugsweise
eine von der Verstellung der Beinauflage unabhängige Neigungsänderung des Sitzteils
ermöglicht, ein Drehgelenk umfassen, das ein Absenken des hinteren Endes des Sitzteils
und zugleich ein Anheben des vorderen Endes des Sitzteils ermöglicht. Das Drehgelenk
kann sich beispielsweise im mittleren Drittel des Sitzteils befinden, so dass das
vordere Ende des Sitzteils stets genausoweit angehoben wird, wie das hintere Ende
des Sitzteils abgesenkt wird.
[0024] Entsprechend den voranstehenden Erläuterungen ermöglichen der erste und der fünfte
Verstellbeschlag eine Neigungsänderung des Sitzteils. Die Neigungsänderungen des Sitzteils,
die durch den ersten und den fünften Verstellbeschlag herbeigeführt werden können,
können sich dabei in einer Weise überlagern, dass eine Neigungsstellung des Sitzteils
erzielt werden kann, in der das vordere Ende des Sitzteils höher gelegen ist als das
obere Ende des Rückenteils in seiner zweiten Stellung. Eine derartige Möbelkonfiguration
wird gelegentlich auch als "Herzwaage" bezeichnet, da sich in dieser Stellung das
Herz einer auf dem Möbel befindlichen Person auf etwa derselben Höhe befindet wie
die Beine, wodurch das Herz-Kreislauf-System der Person entlastet wird.
[0025] Das Möbel lässt sich somit hinsichtlich der physiologischen Bedürfnisse der jeweiligen
Person optimieren, wodurch beispielsweise die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems
der Person reduziert werden kann.
[0026] Zwar können einer oder mehrere der zuvor genannten Verstellbeschläge jeweils als
Rastbeschlag mit mehreren definierten Raststellungen ausgebildet sein, wobei sich
jeder Rastbeschlag manuell betätigen lässt; einer oder mehrere der Verstellbeschläge
können jedoch auch stufenlos verstellbar und zur Betätigung mittels eines Elektromotors
ausgebildet sein. Gleichermaßen kann jedoch eine gewissermaßen stufenlose Verstellung
auch mittels eines Rastbeschlags realisiert werden, wozu die Rasterung lediglich entsprechend
fein auszubilden ist.
[0027] Im Folgenden wird die Erfindung nun rein exemplarisch unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben, in denen:
- Fig. 1
- das erfindungsgemäße Sitz-/Liegemöbel in unterschiedlichen Konfigurationen bzw. Stellungen
zeigt;
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung eines beispielhaften zweiten Verstellbeschlags zur
Befestigung des Rückenteils am Sitzteil zeigt;
- Fig. 3
- ein an einem Sitzteil mittels eines zweiten Verstellbeschlags gemäß Fig. 2 befestigtes
Rückenteil in seiner ersten Stellung zeigt; und
- Fig. 4
- das Rückenteil der Fig. 3 in seiner zweiten Stellung zeigt.
[0028] Im Folgenden wird zunächst unter Bezugnahme auf die Fig. 1 und insbesondere Bezug
nehmend auf das Möbel 60, das in der Fig. 1 in dem Kreis dargestellt ist, der grundsätzliche
Aufbau des erfindungsgemäßen Sitz-/Liegemöbels 60 erläutert.
[0029] Wie erkennbar ist, weist das erfindungsgemäße Sitz-/Liegemöbel 60 ein Sitzteil 66
auf, das gepolstert ist und das von einem Grundgestell 62 getragen wird, das auch
als Möbelkorpus bezeichnet werden kann. Das Grundgestell 62 kann beispielsweise zwei
senkrecht zur Zeichenebene voneinander beabstandete Seitenwangen 64 aufweisen, so
dass von dem Zwischenraum zwischen den beiden Seitenwangen 64 das Sitzteil 66 zumindest
teilweise aufgenommen werden kann und nur mit seiner Polsterung 65 über die Sitzwangen
64 nach oben übersteht. Das Sitzteil 66 ist an dem Grundgestell 62 und insbesondere
an jeder der beiden Seitenwangen 64 mittels eines hier nur schematisch dargestellten
ersten Verstellbeschlags 10 befestigt, welcher eine Neigungsänderung des Sitzteils
66 und insbesondere eine Absenkung des hinteren Endes des Sitzteils 66 ermöglicht,
wie dies beispielsweise in der Konfiguration "4" durch den Schwenkpfeil "A" kenntlich
gemacht ist.
[0030] Darüber hinaus verfügt das Möbel 60 über ein von dem Sitzteil 66 getragenes Rückenteil
68, welches mittels eines hier nur schematisch dargestellten zweiten Verstellbeschlags
20 an dem Sitzteil 66 befestigt ist. Die konkrete Ausgestaltung des zweiten Verstellbeschlags
20 wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Fig. 2ff. noch genauer erläutert. Grundsätzlich
ist jedoch festzustellen, dass der zweite Verstellbeschlag 20 eine Verstellung des
Rückenteils 68 zwischen einer ersten Stellung gemäß der Konfiguration "1", in der
die Sitztiefe des Sitzteils 66 minimal ist, und einer zweiten Stellung gemäß beispielsweise
der Konfiguration "2" ermöglicht, in der die Sitztiefe des Sitzteils 66 maximal ist
und in der die Neigung des Rückenteils 68 gegenüber dem Sitzteil 66 geringer ist als
in der ersten Stellung gemäß der Konfiguration "1".
[0031] Des Weiteren verfügt das dargestellte Sitz-/Liegemöbel 60 über ein Kopfteil 70, das
von dem Rückenteil 68 getragen wird, wozu das Kopfteil 70 mittels eines hier nur schematisch
dargestellten dritten Verstellbeschlags 30 an dem Rückenteil 68 befestigt ist. Der
dritte Verstellbeschlag 30 ermöglicht dabei eine Neigungsänderung des Kopfteils 70
gegenüber dem Rückenteil 68, wie dies durch den Verschwenkpfeil "C" kenntlich gemacht
ist. Genauer ermöglicht dabei der dritte Verstellbeschlag 30 eine Verstellung des
Kopfteils 70 gegenüber dem Rückenteil 68 zwischen einer beispielsweise in der Konfiguration
"1" dargestellten ersten Stellung, in der sich das Kopfteil 70 im Wesentlichen in
der Verlängerung des Rückenteils 68 erstreckt, und einer zweiten Stellung, in der
das Kopfteil 70 gegenüber seiner ersten Stellung nach hinten um einen Winkel von etwa
90° verschwenkt ist, wie dies die Konfiguration "3" oder auch die Ausgangskonfiguration
des Möbels in dem Kreis der Fig. 1 zeigt.
[0032] Da das Kopfteil 70 in seiner zweiten Stellung gewissermaßen nach hinten übersteht,
überbrückt es in der Ausgangskonfiguration des Möbels 60 den Abstand zwischen dem
Rückenteil 68 in seiner ersten Stellung und einer Wand, an der das Möbel steht. Durch
das nach hinten umgeklappte Kopfteil 70 wird somit der Eindruck erweckt, als ob das
Möbel 60 mit seinem Rückenteil 68 dicht an der Wand steht.
[0033] Es ist nun erwünscht, die Sitztiefe des Sitzteils 66 zu vergrößern, so kann hierzu
das Kopfteil 70 in seine erste Stellung gemäß der Konfiguration "1" aufgestellt werden,
woraufhin das Rückenteil 68 geführt durch den zweiten Verstellbeschlag 20 nach hinten
in seine zweite Stellung geschoben werden kann, in der nicht nur die Sitztiefe maximal,
sondern auch die Neigung des Rückenteils 68 gegenüber dem Sitzteil 66 geringer ist
als in der ersten Stellung des Rückenteils 68.
[0034] In der Konfiguration "3" befindet sich das Rückenteil 68 bezüglich des Sitzteils
66 in seiner ersten Stellung. Allerdings wurde die Sitzneigung des Sitzteils 66 vergrö-ßert,
indem das Sitzteil 66 hinten abgesenkt und vorne angehoben wurde. Besonderes Augenmerk
sei hierbei jedoch darauf gerichtet, dass diese Neigungsänderung des Sitzteils 66
nicht etwa durch den Bewegungsfreiheitsgrad "A" des ersten Verstellbeschlags 10, sondern
durch einen hier nur schematisch dargestellten fünften Verstellbeschlag 50 ermöglicht
wird, der von dem ersten Verstellbeschlag 10 getragen wird. Der erste Verstellbeschlag
10 und der fünfte Verstellbeschlag 50 sind somit in Kraftflussrichtung zwischen dem
Sitzteil 66 und dem Grundgestell 62 in Reihe hintereinander angeordnet sind. Der fünfte
Verstellbeschlag 50 ermöglicht folglich eine von einer Verstellung des ersten Verstellbeschlags
10 unabhängige Neigungsverstellung des Sitzteils 66, welche insbesondere auch unabhängig
von einer Verstellung der Beinauflage 72 des Möbels 60 ist, worauf nachfolgend noch
genauer eingegangen wird.
[0035] Bei dem fünften Verstellbeschlag 50 kann es sich beispielsweise um ein Drehgelenk
im mittleren Drittel des Sitzteils 68 handeln, wodurch ermöglicht wird, dass bei einer
Sitzneigungsverstellung das vordere Ende des Sitzteils 66 im Wesentlichen genausoweit
angehoben wird, wie das rückwärtige Ende des Sitzteils abgesenkt wird.
[0036] Wie letztendlich den Konfigurationen "3", "4" und "5" der Fig. 1 entnommen werden
kann, verfügt das erfindungsgemäße Sitz-/Liegemöbel 60 ferner über eine ausschwenkbare
Beinauflage 72, welche an dem Sitzteil 66 mittels eines hier nur schematisch dargestellten
vierten Verstellbeschlags 40 befestigt ist. Bei dem vierten Verstellbeschlag 40 handelt
es sich in der dargestellten Ausführungsform um einen Scherenbeschlag, welcher eine
Änderung der Neigung der Beinauflage 72 gegenüber dem Sitzteil 66 ermöglicht, wie
dies aus einer Gegenüberstellung der Konfiguration "3" mit der Konfiguration "4" oder
"5" hervorgeht. Wie durch den Doppelpfeil "K" in den Konfigurationen "4" und "5" kenntlich
gemacht ist, ist dabei der vierte Verstellbeschlag 40 derart mit dem ersten Verstellbeschlag
10 gekoppelt, dass eine Neigungsänderung der Beinauflage 72 in einer Neigungsänderung
des Sitzteils 66 resultiert und umgekehrt. Wird also das Sitzteil 66 durch Betätigung
des ersten Verstellbeschlags 10 an seinem hinteren Ende abgesenkt, so führt dies gleichermaßen
dazu, dass die Beinauflage 72 mittels des vierten Verstellbeschlags 40, der kinematisch
mit dem ersten Verstellbeschlag 10 gekoppelt ist, entsprechend dem Doppelpfeil "D"
gemäß der Konfiguration "4" ausgeklappt wird.
[0037] Soll ausgehend von der Konfiguration "4", dass Möbel nun in eine Herzwaage-Konfiguration
überführt werden, wie sie beispielsweise in der Konfiguration "5" dargestellt ist,
so kann hierzu die Sitzneigung des Sitzteils 66 vergrößert werden, indem dieses zusätzlich
um die Drehachse des fünften Verstellbeschlags 50 verschwenkt wird. Wird zusätzlich
das Rückenteil 68 nach hinten in seine zweite Stellung 68 entlang dem zweiten Verstellbeschlag
20 verschoben und das Kopfteil 70 aufgestellt, so hält man die Herzwaage-Konfiguration
"5", in der sich die Beine einer auf dem Möbel 60 befindlichen Person in etwa auf
Herzhöhe befinden, wodurch das Herz-Kreislauf-System in der gewünschten Weise entlastet
wird.
[0038] Wie aus der vorangehenden Darstellung hervorgeht, ist bei dem erfindungsgemä-ßen
Möbel 60 lediglich eine Zwangskopplung zwischen der Beinauflage 72 und dem Sitzteil
66 vorhanden, wobei die Neigung des Sitzteils 66 jedoch auch unabhängig von der Beinauflage
72 verstellt werden kann. Somit lassen sich im Wesentlichen alle Komponenten des erfindungsgemäßen
Möbels 60 bis auf die Beinauflage 72 unabhängig voneinander verstellen, da diese mit
dem Sitzteil 66 gekoppelt ist, welches jedoch auch unabhängig von der Beinauflage
72 verstellt werden kann.
[0039] Im Folgenden wird nun unter Bezugnahme auf die Fig. 2 der zweite Verstellbeschlag
20 genauer beschrieben, mittels dessen das Rückenteil 68 an dem Sitzteil 66 befestigt
und zwischen seiner ersten und seiner zweiten Stellung verschoben werden kann. Wie
der Fig. 2 entnommen werden kann, umfasst der zweite Verstellbeschlag 20 ein Chassis
in Form eines im Wesentlichen rechteckigen Rahmens 80 mit zwei seitlichen Rahmenteilen
82, die im eingebauten Zustand in Querrichtung des Möbels 60 voneinander beabstandet
sind. In jedem dieser Rahmenteile 82 ist eine schlitzförmige Führungskulisse 84 ausgebildet,
entlang derer ein Schlitten 86 verschieblich geführt ist. Genauer weist der Schlitten
seitlich jeweils zwei Rollen 88 auf, die von der jeweiligen Führungskulisse 84 aufgenommen
und durch diese geführt werden. An der Oberseite des Schlittens 86 ist eine Stütze
90 befestigt, die eine Montageplatte 92 trägt, welche ihrerseits zur Anbringung des
Rückenteils 68 des erfindungsgemäßen Möbels 60 dient, wie dies beispielsweise in der
Fig. 3 erkennbar ist. Der Rahmen 80 des zweiten Verstellbeschlags 20 wird hingegen
in die Unterkonstruktion des Sitzteils 66 integriert und mit dieser verbunden, so
dass das Rückenteil 68 geführt durch den zweiten Verstellbeschlag und insbesondere
durch die Führungskulissen 84 zwischen seiner ersten und seiner zweiten Stellung zur
Verstellung der Sitztiefe des Sitzteils 66 verschoben werden kann (siehe hierzu die
Figs. 3 und 4).
[0040] Die Führungskulissen 84 weisen eine Abwicklungslänge von etwa 26 cm auf, so dass
das Rückenteil 68 zwischen seiner ersten Stellung, in der der Schlitten mit seinen
Rollen 88 an einem ersten Ende der Führungskulisse anstößt (Fig. 3) und seiner zweiten
Stellung, in der der Schlitten 86 mit seinen Rollen 88 am anderen Ende der Führungskulisse
anstößt (Fig. 4), in horizontaler Richtung über etwa 25,5 cm verschoben werden kann.
Mit anderen Worten lässt sich mittels des zweiten Verstellbeschlags 20 die Sitztiefe
um etwa 25,5 cm vergrößern.
[0041] Wie den Fig. 3 und 4 ferner entnommen werden kann, weisen die Führungskulissen 84
einen linearen bzw. geradlinigen Abschnitt 94 und einen bogenförmig gekrümmten Abschnitt
96 auf. Der geradlinige Abschnitt 84 erstreckt sich dabei etwa über zwei Drittel des
Verstellwegs der Führungskulisse 84, wohingegen sich der bogenförmig gekrümmte Abschnitt
96 nur etwa über ein Drittel des Verstellwegs erstreckt. Wird daher das Rückenteil
68 ausgehend aus seiner ersten Stellung in Richtung seiner zweiten Stellung verschoben,
so erfährt das Rückenteil 68 zunächst eine rein translatorische Bewegung, bevor es
nach etwa zwei Drittel des Verstellwegs auf einer Kreisbahn verfahren wird, was zur
Folge hat, dass das Rückenteil 68 eine Neigungsänderung von etwa 20° erfährt.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 10
- erster Verstellbeschlag
- 20
- zweiter Verstellbeschlag
- 30
- dritter Verstellbeschlag
- 40
- vierter Verstellbeschlag
- 50
- fünfter Verstellbeschlag
- 60
- Sitz-/Liegemöbel
- 62
- Grundgestell/Korpus
- 64
- Seitenwangen
- 65
- Polsterung
- 66
- Sitzteil
- 68
- Rückenteil
- 70
- Kopfteil
- 72
- Beinauflage
- 80
- Rahmen
- 82
- seitliche Rahmenteile
- 84
- Führungskulissen
- 86
- Schlitten
- 88
- Rollen
- 90
- Stütze
- 92
- Montageplatte
- 94
- linearer bzw. geradliniger Abschnitt
- 96
- bogenförmig gekrümmter Abschnitt
- A
- Bewegungsfreiheitsgrad von 10
- B
- Bewegungsfreiheitsgrad von 20
- C
- Bewegungsfreiheitsgrad von 30
- D
- Bewegungsfreiheitsgrad von 40
- E
- Bewegungsfreiheitsgrad von 50
- K
- kinematische Kopplung
1. Sitz-/Liegemöbel (60), umfassend:
- ein Grundgestell (62);
- ein von dem Grundgestell (62) getragenes Sitzteil (66), das an dem Grundgestell
(62) mittels eines ersten Verstellbeschlags (10) befestigt ist, welcher eine Änderung
der Neigung des Sitzteils (66) gegenüber dem Grundgestell (62) ermöglicht; und
- ein von dem Sitzteil (66) getragenes Rückenteil (68);
wobei das Rückenteil (68) direkt von dem Sitzteil (66) und nicht direkt von dem Grundgestell
(62) getragen wird;
wobei das Rückenteil (68) mittels eines zweiten Verstellbeschlags (20) an dem Sitzteil
(66) befestigt ist, welcher eine Verstellung des Rückenteils (68) gegenüber dem Sitzteil
(66) zwischen einer ersten Stellung, in der die Sitztiefe des Sitzteils (66) minimal
ist, und einer zweiten Stellung ermöglicht, in der die Sitztiefe des Sitzteils (66)
maximal und die Neigung des Rückteils (68) gegenüber dem Sitzteil (66) geringer ist
als in der ersten Stellung.
2. Sitz-/Liegemöbel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Neigung des Rückenteils (68) in der zweiten Stellung gegenüber dem Sitzteil (66)
zumindest 10°, vorzugsweise zumindest 15°, und insbesondere vorzugsweise zumindest
20°, geringer ist als in der ersten Stellung.
3. Sitz-/Liegemöbel nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Verstellbeschlag (20) zumindest eine am Sitzteil (66) befestigte Führungskulisse
(84) und einen davon geführten Schlitten (86) umfasst, der am Rückenteil (68) befestigt
ist, wobei der Schlitten (86) in der ersten Stellung des Rückenteils (68) an einem
ersten Ende der Führungskulisse (84) und in der zweiten Stellung des Rückenteils (68)
an einem zweiten Ende der Führungskulisse (84) anstößt,
wobei die Führungskulisse (84) so geformt ist, dass der Schlitten (86) auf dem Verstellweg
vom ersten Ende der Führungskulisse (84) zum zweiten Ende der Führungskulisse (84)
zunächst über mehr als die Hälfte des Verstellwegs der Führungskulisse (84), insbesondere
über etwa die ersten zwei Drittel des Verstellwegs, eine translatorische Bewegung
erfährt, bevor er anschließend über weniger als die Hälfte des Verstellwegs der Führungskulisse
(84), insbesondere über etwa das letzte Drittel des Verstellwegs, eine rotatorische
Bewegung erfährt.
4. Sitz-/Liegemöbel nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sitz-/Liegemöbel (60) ferner ein vom dem Rückenteil (68) getragenes Kopfteil
(70) umfasst, das an dem Rückenteil (68) mittels eines dritten Verstellbeschlags (30)
befestigt ist, welcher eine Änderung der Neigung des Kopfteils (70) gegenüber dem
Rückenteil (68) ermöglicht,
wobei es insbesondere vorgesehen ist, dass der dritte Verstellbeschlag (30) eine Verstellung
des Kopfteils (70) gegenüber dem Rückenteil (68) zwischen einer ersten Stellung, in
der sich das Kopfteil (70) im Wesentlichen in der Verlängerung des Rückteils (68)
erstreckt, und einer zweiten Stellung ermöglicht, in der das Kopfteil (70) gegenüber
seiner ersten Stellung nach hinten um einen Winkel von etwa 90° verschwenkt ist.
5. Sitz-/Liegemöbel nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sitz-/Liegemöbel (60) ferner eine zumindest zum Teil vom dem Sitzteil (66) getragene
Beinauflage (72) umfasst, die an dem Sitzteil (66) mittels eines vierten Verstellbeschlags
(40) befestigt ist, welcher eine Änderung der Neigung der Beinauflage (72) gegenüber
dem Sitzteil (66) ermöglicht.
6. Sitz-/Liegemöbel nach einem Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der vierte Verstellbeschlag (40) derart mit dem ersten Verstellbeschlag (10) kinematisch
gekoppelt ist, dass eine Neigungsänderung der Beinauflage (72) in einer Neigungsänderung
des Sitzteils (66) resultiert.
7. Sitz-/Liegemöbel nach einem Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein fünfter Verstellbeschlag (50) vorgesehen ist, mittels dessen das Sitzteil (66)
an dem Grundgestell (62) zumindest mittelbar abgestützt ist und der eine von der Neigungsänderung
der Beinauflage (72) unabhängige Änderung der Neigung des Sitzteils (66) gegenüber
dem Grundgestell (62) ermöglicht,
wobei es vorzugsweise vorgesehen ist, dass der erste Verstellbeschlag (10) und der
fünfte Verstellbeschlag (50) in Kraftflussrichtung zwischen dem Sitzteil (66) und
dem Grundgestell (62) in Reihe hintereinander angeordnet sind, wobei es insbesondere
vorzugsweise vorgesehen ist, dass der fünfte Verstellbeschlag (50) den ersten Verstellbeschlag
(10) trägt oder umgekehrt.
8. Sitz-/Liegemöbel nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der fünfte Verstellbeschlag (50) ein Drehgelenk umfasst, das ein Absenken des hinteren
Endes des Sitzteils (66) und ein gleichzeitiges Anheben des vorderen Endes des Sitzteils
(66) ermöglicht.
9. Sitz-/Liegemöbel nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste und der fünfte Verstellbeschlag (10, 50) eine Neigungsänderung des Sitzteils
(66) bis zu einer Neigungsstellung ermöglichen, in der das vordere Ende des Sitzteils
(66) höher gelegen ist als das obere Ende des Rückenteils (68) in seiner zweiten Stellung.
10. Sitz-/Liegemöbel nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest einer der Verstellbeschläge (10, 20, 30, 40, 50) als Rastbeschlag mit mehreren
definierten Raststellungen ausgebildet ist, wobei jeder Rastbeschlag manuell betätigbar
ist.
11. Sitz-/Liegemöbel nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest einer der Verstellbeschläge (10, 20, 30, 40, 50) stufenlos verstellbar
und zur Betätigung mittels eines Elektromotors ausgebildet ist.
1. Seating/reclining furniture (60), comprising:
- a base frame (62);
- a seat part (66) which is supported by the base frame (62) and which is fastened
to the base frame (62) by means of a first adjustment fitting (10) which enables a
change of the inclination of the seat part (66) with respect to the base frame (62);
and
- a back part (68) supported by the seat part (66),
wherein the back part (68) is directly supported by the seat part (66) and is not
directly supported by the base frame (62);
wherein the back part (68) is fastened to the seat part (66) by means of a second
adjustment fitting (20) which enables an adjustment of the back part (68) with respect
to the seat part (66) between a first position in which the seat depth of the seat
part (66) is minimal and a second position in which the seat depth of the seat part
(66) is at a maximum and the inclination of the back part (68) with respect to the
seat part (66) is less than in the first position.
2. Seating/reclining furniture in accordance with claim 1,
characterized in that
the inclination of the back part (68) in the second position with respect to the seat
part (66) is at least 10°, preferably at least 15°, and in particular preferably at
least 20°, less than in the first position.
3. Seating/reclining furniture in accordance with claim 1 or 2,
characterized in that
the second adjustment fitting (20) comprises at least one guide contour (84) fastened
to the seat part (66) and a carriage (86) which is guided by said guide contour (84)
and which is fastened to the back part (68), with the carriage (86) abutting a first
end of the guide contour (84) in the first position of the back part (68) and abutting
a second end of the guide contour (84) in the second position of the back part (68),
with the guide contour (84) being shaped such that the carriage (86) first experiences
a translatory movement on the adjustment path from the first end of the guide contour
(84) to the second end of the guide contour (84) over more than half of the adjustment
path of the guide contour (84), in particular over approximately the first two thirds
of the adjustment path, before it subsequently experiences a rotatory movement over
less than half of the adjustment path of the guide contour (84), in particular over
approximately the last third of the adjustment path.
4. Seating/reclining furniture in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
the seating/reclining furniture (60) further comprises a head part (70) which is supported
by the back part (68) and which is fastened to the back part (68) by means of a third
adjustment fitting (30) which enables a change of the inclination of the head part
(70) with respect to the back part (68), with provision in particular being made that
the third adjustment fitting (30) enables an adjustment of the head part (70) with
respect to the back part (68) between a first position, in which the head part (70)
extends substantially in the extension of the back part (68), and a second position
in which the head part (70) is pivoted to the rear with respect to its first position
by an angle of approximately 90°.
5. Seating/reclining furniture in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
the seating/reclining furniture (60) further comprises a leg rest (72) which is supported
at least in part by the seat part (66) and which is fastened to the seat part (66)
by means of a fourth adjustment fitting (40) which enables a change of the inclination
of the leg rest (72) with respect to the seat part (66).
6. Seating/reclining furniture in accordance with claim 5,
characterized in that
the fourth adjustment fitting (40) is kinematically coupled to the first adjustment
fitting (10) such that a change in inclination of the leg rest (72) results in a change
in inclination of the seat part (66).
7. Seating/reclining furniture in accordance with claim 5 or 6,
characterized in that
a fifth adjustment fitting (50) is provided by means of which the seat part (66) is
supported at least indirectly at the base frame (62) and which enables a change of
the inclination of the seat part (66) with respect to the base frame (62) that is
independent of the change in inclination of the leg rest (72),
with provision preferably being made that the first adjustment fitting (10) and the
fifth adjustment fitting (50) are arranged in series behind one another in the direction
of force flow between the seat part (66) and the base frame (62), with provision in
particular preferably being made that the fifth adjustment fitting (50) supports the
first adjustment fitting (10) or vice versa.
8. Seating/reclining furniture in accordance with claim 7,
characterized in that
the fifth adjustment fitting (50) comprises a pivot joint which enables a lowering
of the rear end of the seat part (66) and a simultaneous raising of the front end
of the seat part (66).
9. Seating/reclining furniture in accordance with claim 7 or 8,
characterized in that
the first and the fifth adjustment fitting (10, 50) enable a change in inclination
of the seat part (66) up to an inclination position in which the front end of the
seat part (66) is located higher than the upper end of the back part (68) in its second
position.
10. Seating/reclining furniture in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
at least one of the adjustment fittings (10, 20, 30, 40, 50) is configured as a latch
fitting having a plurality of defined latch positions, with each latch fitting being
manually actuable.
11. Seating/reclining furniture in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
at least one of the adjustment fittings (10, 20, 30, 40, 50) is continuously adjustable
and is configured for an actuation by means of an electric motor.
1. Meuble d'assise/de couchage (60) comprenant :
- un châssis de base (62) ;
- une partie d'assise (66) portée par le châssis de base (62) et fixée au châssis
de base (62) au moyen d'une première ferrure de réglage (10) qui permet de modifier
l'inclinaison de la partie d'assise (66) par rapport au châssis de base (62) ; et
- une partie de dossier (68) portée par la partie d'assise (66) ;
la partie de dossier (68) étant portée directement par la partie d'assise (66) et
non pas directement par le châssis de base (62) ;
la partie de dossier (68) étant fixée à la partie d'assise (66) au moyen d'une deuxième
ferrure de réglage (20) qui permet de régler la partie de dossier (68) par rapport
à la partie d'assise (66) entre une première position dans laquelle la profondeur
d'assise de la partie d'assise (66) est minimale et une deuxième position dans laquelle
la profondeur d'assise de la partie d'assise (66) est maximale et l'inclinaison de
la partie de dossier (68) par rapport à la partie d'assise (66) est inférieure à celle
dans la première position.
2. Meuble d'assise/de couchage selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
dans la deuxième position, l'inclinaison de la partie de dossier (68) par rapport
à la partie d'assise (66) est inférieure d'au moins 10°, de préférence d'au moins
15°, et en particulier de préférence d'au moins 20°, à celle dans la première position.
3. Meuble d'assise/de couchage selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
la deuxième ferrure de réglage (20) comprend au moins une coulisse de guidage (84)
fixée à la partie d'assise (66) et un chariot (86) guidé par ladite coulisse, qui
est fixé à la partie de dossier (68), le chariot (86) venant buter contre une première
extrémité de la coulisse de guidage (84) dans la première position de la partie de
dossier (68) et contre une deuxième extrémité de la coulisse de guidage (84) dans
la deuxième position de la partie de dossier (68),
la coulisse de guidage (84) étant formée de telle sorte que le chariot (86), sur le
trajet de réglage allant de la première extrémité de la coulisse de guidage (84) à
la deuxième extrémité de la coulisse de guidage (84), subit d'abord un mouvement de
translation sur plus de la moitié du trajet de réglage de la coulisse de guidage (84),
en particulier sur environ les deux premiers tiers du trajet de réglage, avant de
subir ensuite un mouvement de rotation sur moins de la moitié du trajet de réglage
de la coulisse de guidage (84), en particulier sur environ le dernier tiers du trajet
de réglage.
4. Meuble d'assise/de couchage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le meuble d'assise/de couchage (60) comprend en outre une partie de tête (70) portée
par la partie de dossier (68) et fixée à la partie de dossier (68) au moyen d'une
troisième ferrure de réglage (30) qui permet de modifier l'inclinaison de la partie
de tête (70) par rapport à la partie de dossier (68), et il est en particulier prévu
que la troisième ferrure de réglage (30) permette de régler la partie de tête (70)
par rapport à la partie de dossier (68) entre une première position dans laquelle
la partie de tête (70) s'étend sensiblement dans le prolongement de la partie de dossier
(68) et une deuxième position dans laquelle la partie de tête (70) est pivotée vers
l'arrière d'un angle d'environ 90° par rapport à sa première position.
5. Meuble d'assise/de couchage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le meuble d'assise/de couchage (60) comprend en outre un repose-jambes (72) porté
au moins partiellement par la partie d'assise (66) et fixé à la partie d'assise (66)
au moyen d'une quatrième ferrure de réglage (40) qui permet de modifier l'inclinaison
du repose-jambes (72) par rapport à la partie d'assise (66).
6. Meuble d'assise/de couchage selon la revendication 5,
caractérisé en ce que
la quatrième ferrure de réglage (40) est couplée cinématiquement à la première ferrure
de réglage (10) de telle sorte qu'une modification de l'inclinaison du repose-jambes
(72) résulte en une modification de l'inclinaison de la partie d'assise (66).
7. Meuble d'assise/de couchage selon la revendication 5 ou 6,
caractérisé en ce que
il est prévu une cinquième ferrure de réglage (50) au moyen de laquelle la partie
d'assise (66) est supportée au moins indirectement sur le châssis de base (62) et
qui permet de modifier l'inclinaison de la partie d'assise (66) par rapport au châssis
de base (62) indépendamment de la modification de l'inclinaison du repose-jambes (72),
et il est de préférence prévu que la première ferrure de réglage (10) et la cinquième
ferrure de réglage (50) soient disposées en série l'une derrière l'autre dans la direction
du flux de force entre la partie d'assise (66) et le châssis de base (62), il est
en particulier prévu que la cinquième ferrure de réglage (50) porte la première ferrure
de réglage (10) ou inversement.
8. Meuble d'assise/de couchage selon la revendication 7,
caractérisé en ce que
la cinquième ferrure de réglage (50) comprend une articulation rotative qui permet
d'abaisser l'extrémité arrière de la partie d'assise (66) et de relever simultanément
l'extrémité avant de la partie d'assise (66).
9. Meuble d'assise/de couchage selon la revendication 7 ou 8,
caractérisé en ce que
la première et la cinquième ferrure de réglage (10, 50) permettent de modifier l'inclinaison
de la partie d'assise (66) jusqu'à une position d'inclinaison dans laquelle l'extrémité
avant de la partie d'assise (66) est située plus haut que l'extrémité supérieure de
la partie de dossier (68) dans sa deuxième position.
10. Meuble d'assise/de couchage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'une au moins des ferrures de réglage (10, 20, 30, 40, 50) est réalisée sous forme
de ferrure d'arrêt présentant plusieurs positions d'arrêt définies, chaque ferrure
d'arrêt pouvant être actionnée manuellement.
11. Meuble d'assise/de couchage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'une au moins des ferrures de réglage (10, 20, 30, 40, 50) est réglable en continu
et conçue pour être actionnée au moyen d'un moteur électrique.