[0001] Die Erfindung betrifft eine automatische Einfädelvorrichtung zum Einfädeln von Materialbändern
an eine Fördereinheit, wobei die Einfädelvorrichtung zumindest einen Rahmen aufweist
und eine erste Förderrolle und eine Klemmrolle deren Achsen parallel zueinander angeordnet
sind, wobei zumindest die Förderrolle oder die Klemmrolle angetrieben ist.
[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer automatischen
Einfädelvorrichtung zum Einfädeln von Materialbändern sowie ein Computerprogrammprodukt
für ein derartiges Verfahren. Ebenfalls betrifft die Erfindung eine Verwendung einer
automatischen Einfädelvorrichtung zum Einfädeln von Materialbändern.
[0003] Es sind Kassetten bekannt, die Materialbänder wie ein Superbauteil in aufgewickelter
Form lagern. Um Materialbänder von einer Kassette einem Verarbeitungsprozess zuzuführen
werden diese abgewickelt und mittels einer Fördereinheit einer Verarbeitungsmaschinen
wie einer Reifenbaumaschine zugeführt. Beim Wechseln einer Kassette zu einer weiteren
Kassette ist das Materialband der weiteren Kassette mit dem Ende des in Verwendung
befindlichen Materialbandes mittels eines Spleißes zu verbinden, um den Anfang des
weiteren Materialbandes mittels des in Verwendung befindlichen Materialbandes auf
die Fördereinheit zu befördern. Befindet sich kein Materialband auf der Fördereinheit
ist ein Teilbereich des weiteren Materialbands manuell auf die Fördereinheit zu befördern.
Abhängig von den Abmaßen und dem Metergewicht des Materialbandes ist dies eine anspruchsvolle
und zeitintensive Tätigkeit, die zu Stillstandzeiten von Verarbeitungsmaschinen führt.
[0004] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
und ein Verfahren der eingangs genannten Art derart auszuführen, dass der Wechsel
einer Kassette mit Materialbändern mit geringerem personellem Einsatz sowie mit verringerten
Stillstandzeiten von Verarbeitungsmaschinen ermöglicht wird.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst mit einer automatischen Einfädelvorrichtung gemäß den Merkmalen
des Patentanspruches 1 sowie einem Verfahren, einer Verwendung und einem Computerprogrammprodukt
gemäß den nebengeordneten Ansprüchen. Die Unteransprüche betreffen besonders zweckmäßige
Weiterbildungen der Erfindung.
[0006] Erfindungsgemäß ist also eine automatische Einfädelvorrichtung zum Einfädeln von
Materialbändern an eine Fördereinheit vorgesehen. Die Einfädelvorrichtung weist einer
erste Förderrolle und einer Klemmrolle auf, deren Achsen parallel zueinander angeordnet
sind, wobei zumindest die Förderrolle oder die Klemmrolle angetrieben ist. Die Einfädelvorrichtung
weist weiterhin einen Rahmen auf, wobei der Rahmen zum Einklemmen der Materialbänder
die erste Förderrolle zu der Klemmrolle automatisiert relativ verfahrbar lagert. Das
automatisierte Zusammenfahren und Auseinanderfahren der Klemmrolle mit der Förderrolle
dient dem Einklemmen des Materialbandes zwischen der Klemmrolle und der Förderrolle,
so dass das Materialband gegen entgegenwirkende Kräfte durch eine Rotation der Rollen
oder einem räumlichen Verfahren der Rollen gefördert werden kann und anschließend
wieder freigegeben werden kann. Weiterhin lagert der Rahmen die Förderrolle und die
Klemmrolle automatisiert relativ verfahrbar zu der Fördereinheit. Eine maschinelle
Beförderung auch eines ersten, freien Endes des Materialbandes von einer Vorrichtung,
die der Zwischenlagerung des Materialbandes dient, wie beispielweise einer Kassette
für Materialbänder, zu einer Fördereinheit, wird hierdurch ermöglicht.
[0007] Ein manuelles Abwickeln eines Teilbereichs eines Materialbandes und Auflegen des
Teilbereichs auf die an der Vorrichtung zur Zwischenlagerung des Materialbandes befindlichen
ersten Förderrolle ist ausreichend, damit folgend das Materialband mittels der Einfädelvorrichtung
automatisiert auf die Fördereinheit befördert wird. Ein manuelles Befördern des Materialbandes
auf die Fördereinheit kann entfallen.
[0008] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die automatische Einfädelvorrichtung
eine zweite Förderrolle aufweist, die in Förderrichtung vor der ersten Förderrolle
angeordnet ist. Zwei zueinander beabstandete Förderrollen ermöglichen zwischen den
Förderrollen einen definierten Verlauf des Materialbandes, so dass beispielweise eine
feste Unterlage für einen Splice an dem Materialband angeordnet werden kann.
[0009] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass zwischen der zweiten Förderrolle
und der ersten Förderrolle eine Splice-Platte angeordnet ist. Durch die Splice-Platte
wird das einfache Erzeugen eines Splices zwischen zwei Materialbändern ermöglicht.
Dies kann beispielweise bei einem Ausfall der automatischen Einfädelvorrichtung notwendig
sein.
[0010] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass der Rahmen zur Fördereinheit verfahrbar
gelagert ist. Durch die zur Fördereinheit verfahrbare Lagerung des Rahmens wird in
einfacher Weise eine gemeinsame Verfahrbarkeit der ersten Förderrolle und der Klemmrolle
ermöglicht, wobei das gemeinsame Verfahren der Rollen keine Auswirkung auf die aufgebrachte
Klemmkraft hat, da beide Rollen an dem Rahmen gelagert sind. Zur verfahrbaren Lagerung
des Rahmens an der Fördereinheit kann eine Aufnahmevorrichtung vorgesehen sein, die
an der Fördereinheit fixiert ist und den Rahmen verfahrbar lagert.
[0011] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die Einfädelvorrichtung eine zur
Fördereinheit verfahrbar gelagerte Andrückrolle aufweist, zum Andrücken des Materialbandes
an die Fördereinheit. Die Andrückrolle ermöglicht das Aufbringen einer zusätzlichen
Förderkraft, indem die Fördereinheit eine höhere Kraft auf das angedrückte Materialband
aufbringen kann. Hierdurch ist eine Verringerung der Klemmkraft zwischen der Klemmrolle
und der ersten Förderrolle möglich. Ein Auseinanderfahren der Förderrolle und der
Klemmrolle wird ermöglicht. Die Förderrolle und die Klemmrolle können von der Fördervorrichtung
weg an die Vorrichtung zur Zwischenlagerung des Materialbandes verfahren werden und
eine Materialbandschlaufe vor der Fördereinheit fördern, zur Pufferung des Materialbandes.
Eine Pufferung des Materialbandes verringert die Stillstandzeiten einer Verarbeitungsmaschine,
da mittels des gepufferten Materials gefertigt werden kann während Vorrichtungen zur
Zwischenlagerung von Materialbändern an der Fördereinheit gewechselt werden.
[0012] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass der Rahmen an der Fördereinheit
gelagert ist. Die Lagerung des Rahmens an der Fördereinheit ermöglicht eine einfach
realisierbare Lagerung des Rahmens, wobei in einfacher Weise geringe Toleranzen zwischen
der Förderrolle und der Klemmrolle zu der Fördereinheit erreicht werden.
[0013] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die Antriebsgeschwindigkeiten der
Förderrollen und beziehungsweise oder der Klemmrollen an die Antriebsgeschwindigkeit
weiterer Fördermittel koppelbar sind. Hierdurch wird eine Förderung des Materialbandes
mit der Förderrolle und der Klemmrolle zusammen mit weiteren Fördermitteln ermöglicht,
wobei die Antriebsgeschwindigkeiten aufeinander abgestimmt sind, so dass ein Schlupf
an der Förderrolle und eine Dehnung des Materialbandes beziehungsweise eine Zugkraft
im Materialband vorgebbar wird. Weitere Fördermittel können beispielweise eine Kassette
für Materialbänder oder die Fördereinheit sein.
[0014] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass ein Koppelverhältnis einstellbar,
insbesondere elektronisch einstellbar ist. Eine Einstellbarkeit des Koppelverhältnisses
ermöglicht das Anpassen der Fördergeschwindigkeit der Förderrolle und der Klemmrolle
an die Fördergeschwindigkeit des Fördermittels, so dass die Differenz der Fördergeschwindigkeiten
beispielweise an Materialeigenschaften des Materialbandes angepasst werden können.
Dies ist besonders einfach über eine elektronische Einstellbarkeit realisierbar. Hierdurch
können beispielweise verschiedene Rezepte für unterschiedliche Materialbänder bereits
unterschiedliche Differenz der Fördergeschwindigkeiten aufweisen.
[0015] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die Fördereinheit ein Materialzubringer
einer Reifenbaumaschine ist. Automatische Einfädelvorrichtung haben sich insbesondere
an Materialzubringern einer Reifenbaumaschine als vorteilhaft erwiesen, da diese schwere
und breite Reifenbauteile zubringen, die manuell beschwerlich zu händeln sind. Weiterhin
sind Stillstandzeiten insbesondere an kostenintensiven Reifenbaumaschinen zu vermeiden.
[0016] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Förderrollen angetriebene Ablöserollen
sind, die dazu geeignet sind, anhaftende Materialbänder von einer Kassette für Materialbänder
zu lösen.
[0017] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass das Materialband ein Bandmaterial
für einen Reifenbauprozess ist, insbesondere ein Superbauteil, eine Innenseele mit
Sequegee, ein Shoulderpad, ein Belt edge filler (BEF) und beziehungsweise oder ein
Ply für Fahrzeugreifen ist. Ein Superbauteil besteht aus einer Innenseele, die mit
einer Seitenwand verbunden ist und gegebenenfalls einer Squeegee. Die Innenseele und
die Squeegee sind druckhaltende Bauteile eines Reifens. Das Shoulderpad ist ein Gummiteil,
das das Gürtelpaket mit Laufstreifen stützt. Ein BEF ist ein Gummiteil zum Stützen
der Gürtelkante.
[0018] Einige derartige Materialbänder weisen hohe Metergewichte und Breiten auf, so dass
eine Automatisierung eine besonders starke Entlastung des Bedieners bewirkt und Stillstandzeiten
effektiv verkürzt werden.
[0019] Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Betreiben einer automatischen Einfädelvorrichtung
zum Einfädeln von Materialbändern mit den folgenden Schritten vorgesehen:
- a) manuelles Anordnen eines Materialbandes zwischen einer ersten Förderrolle und einer
Klemmrolle,
- b) relatives Verfahren der ersten Förderrolle und der Klemmrolle zueinander zum Einklemmen
des Materialbandes,
- c) Verfahren der ersten Förderrolle und der Klemmrolle zur Fördereinheit, um das Materialband
zu fördern,
- d) Befördern des Materialbandes auf die Fördereinheit durch Rotieren der ersten Förderrolle
und der Klemmrolle.
[0020] Durch das Verfahren ist es ausreichend, wenn das Materialband manuell zwischen der
ersten Förderrolle und der Klemmrolle angeordnet wird. Das manuelle Auflegen des Materialbandes
auf der Fördereinheit entfällt. Der Personeneinsatz sowie die Stillstandzeiten einer
Verarbeitungsmaschine werden reduziert.
[0021] Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn in einem Schritt e) folgend auf
den Schritt d) die erste Förderrolle und die Klemmrolle auseinanderfahren. Die Materialbänder
werden zwischen diesen Rollen nicht weiter eingeklemmt. Mögliche negative Auswirkungen
auf das Materialband durch die Klemmung werden vermieden. Ein Andrücken des Materialbandes
an die Fördereinheit durch die Andrückrolle findet gegebenenfalls statt. Die Klemmrolle
sowie die erste Förderrolle können weiterhin an eine Vorrichtung zur Zwischenlagerung
des Materialbandes verfahren und den Förderprozess des Materialbandes durch Antreiben
der Förderrolle unterstützen.
[0022] Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn in einem Schritt f) folgend auf
oder vor dem Schritt e) die erste Förderrolle das Materialband mit einer höheren Geschwindigkeit
fördert als die Fördereinheit. Hierdurch ist es möglich einen Puffer des Materialbandes
in Form einer Materialschleife zwischen der Vorrichtung zur Zwischenlagerung des Materialbandes
und der Fördereinheit zu erzeugen. Bei einem Wechsel der Vorrichtung zur Zwischenlagerung
des Materialbandes kann der Puffer sowie das auf dem Förderband liegende Materialband
verarbeitet werden, so dass die Stillstandzeiten einer Verarbeitungsmaschine reduziert
werden. Der Puffer vereinfacht weiterhin Synchronisationsfehler zwischen den Förderrollen,
der Fördereinheit und dem Antrieb der Vorrichtung zur Zwischenlagerung des Materialbandes
auszugleichen.
[0023] Es ist eine Verwendung einer erfindungsgemäßen automatischen Einfädelvorrichtung
zum Einfädeln von Materialbändern, insbesondere zur Durchführung eines erfindungsgemäßen
Verfahrens vorgesehen.
[0024] Weiterhin ist ein Computerprogrammprodukt für ein erfindungsgemäßes Verfahren zum
Betreiben einer automatischen Einfädelvorrichtung zum Einfädeln von Materialbändern
an eine Fördereinheit, umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch
zumindest eine Prozessoreinheit der automatischen Einfädelvorrichtung diese veranlasst
das erfindungsgemäße Verfahren auszuführen vorgesehen.
[0025] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in den Zeichnungen dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigen in
Fig. 1 eine automatische Einfädelvorrichtung mit einer Aufnahmevorrichtung an einer
Fördereinheit;
Fig. 2 eine Schnittdarstellung einer automatische Einfädelvorrichtung an einer Kassette
positioniert;
Fig. 3 eine Schnittdarstellung einer automatische Einfädelvorrichtung an einer Fördereinheit
positioniert.
[0026] Figur 1 zeigt eine automatische Einfädelvorrichtung 1 mit einer Aufnahmevorrichtung
2 an einer Fördereinheit 3. Die automatische Einfädelvorrichtung 1 ist mit ihrem Rahmen
4 an der Aufnahmevorrichtung 2 mittels eines elektrischen Antriebs 5 sowie mittels
eines Schienensystems 6 translatorisch verfahrbar gelagert. Die Aufnahmevorrichtung
2 ist unbeweglich an der Fördereinheit 3 befestigt.
[0027] Der Rahmen 4 der automatischen Einfädelvorrichtung 1 lagert die Achsen einer ersten
Förderrolle 7, einer zweiten Förderrolle 8 und einer Klemmrolle 9 parallel zueinander
sowie um ihre Rotationsachsen drehbar.
[0028] Die erste Förderrolle 7 und die zweite Förderrolle 8 werden von einem Elektromotor
mittels eines Zahnriemens 11 synchron angetrieben. Zwischen den Förderrollen 7, 8
ist eine Splice-Platte 12 angeordnet. Oberhalb der ersten Förderrolle 7 ist die Klemmrolle
9 verfahrbar zum Rahmen 4 gelagert dargestellt, so dass der Abstand zwischen der Klemmrolle
9 und der ersten Förderrolle 7 verändert werden kann. Oberhalb der Klemmrolle 9 ist
die Andrückrolle 10 unabhängig vom Rahmen 4 an der Fördereinheit 3 gelagert, so dass
die Andrückrolle 10 auf ein mittels der Förderrollen 7, 8 gefördertes, nicht dargestelltes,
Materialband 14 heruntergefahren werden kann, um das Materialband 14 an ein nicht
dargestelltes Förderband 15 der Fördereinheit 3 anzudrücken.
[0029] In Figur 2 ist im Schnitt die automatische Einfädelvorrichtung 1 der Figur 1 an einer
Kassette 13 positioniert dargestellt. Die Einfädelvorrichtung 1 befindet sich in einer
unteren Position, in der der Rahmen 4 zur Aufnahmevorrichtung 2 entlang des Schienensystem
6 nach unten verfahren ist. Die zweite Förderrolle 8 befindet sich in unmittelbarer
Nähe zu der Kassette 13. Ein Teilbereich des Materialbands 14 ist bereits manuell
von der Kassette 13 entnommen worden und auf die Förderrollen 7, 8 aufgelegt worden.
Die manuelle Tätigkeit ist somit bereits abgeschlossen. Folgend verfährt, wie mit
einem Pfeil angedeutet, die Klemmrolle 9 zur ersten Förderrolle 7, so dass das Materialband
14 zwischen den Rollen 9, 7 eingeklemmt wird.
[0030] Im darauffolgenden Schritt verfährt die automatische Einfädelvorrichtung 1 in ihre
obere Position und transportiert hierbei das Materialband 14 zur Fördereinheit 3,
wobei keine der Rollen 7, 8, 9, 10 rotiert. Die automatische Einfädelvorrichtung 1
der Figur 1 ist im Schnitt in diesem Verfahrensstand in Figur 3 dargestellt.
[0031] Im nächsten Verfahrensschritt werden die Förderrollen 7, 8 angetrieben und fördern
das Materialband 14 auf ein Förderband 15 der Fördereinheit 3. Das Förderband 15 wird
angetrieben und das auf dem Förderband 15 befindliche Materialband 14 wird gefördert,
bevor die Andrückrolle 10 auf das Materialband 14 verfährt und dies gegen das Förderband
15 andrückt, um die Haftung des Materialbandes auf dem Förderband zu erhöhen und somit
die übertragbare Förderkraft zu steigern.
[0032] Im nächsten Verfahrensschritt wird die Klemmrolle 9 von der ersten Förderrolle 7
weggefahren, um die Klemmung des Materialbandes 14 zu lösen. Während die Andrückrolle
10 das Materialband 14 gegen das Förderband 15 andrückt, verfährt der Rahmen 4 in
die untere Position. In der unteren Position fördern die Förderrollen 7, 8 das Materialband
14 mit einer höheren Geschwindigkeit als es das Förderband 15 tut, so dass zwischen
der ersten Förderrolle 7 und dem Förderband 15 eine Materialband-Schlaufe als Puffer
entsteht.
[0033] Weist die Kassette 13 kein weiteres Materialband 14 auf, kann das gepufferte Materialband
14 mit dem Förderband 15 gefördert und anschließend verarbeitet werden, während ein
weiterer Kassettenwechsel durchgeführt wird.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Automatische Einfädelvorrichtung
- 2
- Aufnahmevorrichtung
- 3
- Fördereinheit
- 4
- Rahmen
- 5
- elektrischer Antrieb
- 6
- Schienensystem
- 7
- erste Förderrolle
- 8
- zweite Förderrolle
- 9
- Klemmrolle
- 10
- Andrückrolle
- 11
- Zahnriemen
- 12
- Splice-Platte
- 13
- Kassette
- 14
- Materialband
- 15
- Förderband
1. Automatische Einfädelvorrichtung (1) zum Einfädeln von Materialbändern (14) an eine
Fördereinheit (3), die zumindest Achsen einer erste Förderrolle (7) und einer Klemmrolle
(9) parallel zueinander angeordnet, von denen zumindest die Förderrolle (7) oder die
Klemmrolle (9) angetrieben ist, sowie einen Rahmen (4) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
der Rahmen (4) zum Einklemmen der Materialbänder (14) die erste Förderrolle (7) zu
der Klemmrolle (9) automatisiert relativ verfahrbar sowie die Förderrolle (7) und
die Klemmrolle (9) automatisiert relativ verfahrbar zu der Fördereinheit (3) lagert.
2. Automatische Einfädelvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die automatische Einfädelvorrichtung (1) eine zweite Förderrolle (8) aufweist, die
in Förderrichtung vor der ersten Förderrolle (7) angeordnet ist.
3. Automatische Einfädelvorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der zweiten Förderrolle (8) und der ersten Förderrolle (7) eine Splice-Platte
(12) angeordnet ist.
4. Automatische Einfädelvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (4) zur Fördereinheit (3) verfahrbar gelagert ist.
5. Automatische Einfädelvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die automatische Einfädelvorrichtung (1) eine zur Fördereinheit (3) verfahrbar gelagerte
Andrückrolle (10) aufweist, zum Andrücken des Materialbandes (14) an die Fördereinheit
(3).
6. Automatische Einfädelvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (4) an der Fördereinheit (3) gelagert ist.
7. Automatische Einfädelvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsgeschwindigkeiten der Förderrollen (7, 8) und/oder Klemmrollen (9) an
die Antriebsgeschwindigkeit weiterer Fördermittel koppelbar sind.
8. Automatische Einfädelvorrichtung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Koppelverhältnis einstellbar, insbesondere elektronisch einstellbar ist.
9. Automatische Einfädelvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinheit (3) ein Materialzubringer einer Reifenbaumaschine ist.
10. Automatische Einfädelvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Materialband (14) ein Bandmaterial für einen Reifenbauprozess, insbesondere ein
Superbauteil, eine Innenseele mit Sequegee, ein Shoulderpad, ein BEF und/oder ein
Ply für Fahrzeugreifen ist.
11. Verfahren zum Betreiben einer automatischen Einfädelvorrichtung (1) zum Einfädeln
von Materialbändern (14) mit den Schritten:
a) manuelles Anordnen eines Materialbandes (14) zwischen einer ersten Förderrolle
(7) und einer Klemmrolle (9),
b) relatives Verfahren der ersten Förderrolle (7) und der Klemmrolle (9) zueinander
zum Einklemmen des Materialbandes (14),
c) Verfahren der ersten Förderrolle (7) und der Klemmrolle (9) zur Fördereinheit (3),
um das Materialband (14) zu fördern,
d) Befördern des Materialbandes (14) auf die Fördereinheit (3) durch Rotieren der
ersten Förderrolle (7) und der Klemmrolle (9).
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Schritt e) folgend auf den Schritt d) die erste Förderrolle (7) und die
Klemmrolle (9) auseinanderfahren.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Schritt f) folgend auf oder vor dem Schritt e) die erste Förderrolle (7)
das Materialband (14) mit einer höheren Geschwindigkeit fördert als die Fördereinheit
(3).
14. Verwendung einer automatischen Einfädelvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1
bis 10 zum Einfädeln von Materialbändern (14), insbesondere zur Durchführung eines
Verfahrens nach einem der Ansprüche 11 bis 13.
15. Computerprogrammprodukt für ein Verfahren zum Betreiben einer automatischen Einfädelvorrichtung
(1) zum Einfädeln von Materialbändern (14) an eine Fördereinheit (3), umfassend Befehle,
die bei der Ausführung des Programms durch zumindest eine Prozessoreinheit diese veranlasst
das Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13 auszuführen.