(19)
(11) EP 3 900 564 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
27.12.2023  Patentblatt  2023/52

(21) Anmeldenummer: 20170849.2

(22) Anmeldetag:  22.04.2020
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A42B 3/18(2006.01)
F41H 1/08(2006.01)
F41H 1/06(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
A42B 3/18; F41H 1/06; F41H 1/08

(54)

BEWEGLICHES STIRNSCHILD

MOVABLE BROW SHIELD

BOUCLIER MOBILE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
27.10.2021  Patentblatt  2021/43

(73) Patentinhaber: Ulbrichts GmbH
4690 Schwanenstadt (AT)

(72) Erfinder:
  • SCHARPENACK, Georg
    4690 Schwanenstadt (AT)
  • RIEGER, Franz
    4690 Schwanenstadt (AT)
  • ORLOWSKI, Michal
    4690 Schwanenstadt (AT)

(74) Vertreter: Haupt, Christian 
Bardehle Pagenberg Partnerschaft mbB Patentanwälte, Rechtsanwälte Prinzregentenplatz 7
81675 München
81675 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 3 520 641
DE-C- 313 012
IT-A1- UB20 160 865
WO-A1-2015/030703
DE-U1- 20 306 048
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    1. Gebiet der Technik



    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein bewegliches Stirnschild für einen ballistischen Schutzhelm.

    2. Stand der Technik



    [0002] Ballistische Schutzhelme zum Schutz des Kopfes seines Trägers sind im Stand der Technik bereits seit längerem bekannt. Diese dienen zum Schutz vor direkter Krafteinwirkung durch z.B. Beschuss mit Feuerwaffen oder indirekt unter anderem durch die Einwirkung auf den Kopf des Trägers durch Splitter sowie durch die Einwirkung von Hieb- und Stichwaffen. Typischerweise wird diese Art von Helmen durch Spezialeinsatzkräfte und zunehmend auch von Streifenpolizisten getragen, welche zuerst am Einsatzort eintreffen (sogenannte "First Responder") mit der Zielsetzung des Eigenschutzes des Trägers.

    [0003] Die Schutzwirkung eines derartigen Helms wird dadurch erreicht, dass ein auftreffendes Projektil (oder Splitter) gestoppt wird und somit eine Penetration des Helmes hin zum Kopf des Trägers verhindert wird. Insbesondere soll dabei die kinetische Energie der auftreffenden Teile minimiert werden, um so den Träger vor letalen Auswirkungen zu schützen. Als typische Materialen, aus denen die Helmkalotte eines ballistischen Schutzhelms gefertigt ist, können Titan, Aramid oder Polyethylen in Betracht gezogen werden.

    [0004] Zum weiteren Schutz des Gesichts, sowie insbesondere der Augen des Trägers ist es möglich, den Helm mit einem Sichtvisier auszustatten, welches sowohl permanent vor dem Gesicht als auch auf- und herunterklappbar eingerichtet sein kann.

    [0005] Um vor allem den anatomisch empfindlichen Stirnbereich des Trägers bei einer frontalen Konfrontation, z.B. bei frontalem Beschuss, aber auch bei einem Angriff mittels Hieb-, Stich- oder Schlagwaffen zusätzlich zu schützen, besteht die Möglichkeit, ballistische Schutzhelme mit einem Schild bzw. einem Stirnschild zu erweitern, um dadurch eine weitere, verstärkte Schutzzone im Bereich der Stirn des Trägers zu erhalten. Es hat sich nämlich gezeigt, dass sehr häufig Angriffe auf Polizisten und Einsatzkräfte von vorne ausgeübt werden.

    [0006] Typischerweise wird das Stirnschild an der Helmkalotte über eine Klett-Flausch-Applikation angebracht, siehe z.B. EP 3 520 641 A1. Diese Anbringungsweise führt dazu, dass der Schild lösbar an der Helmkalotte angebracht werden kann, um so die Schutzwirkung des ballistischen Helms situativ ergänzen zu können (ggfs. in Zusammenwirkung mit einem Visier). Situative Gegebenheiten umfassen dabei z.B. einen erwarteten Beschuss mit einer Langwaffe oder sonstige frontale Einwirkungen, deren sich der Träger des Schilds direkter zuwenden kann. Ist die Bedrohungslage als geringer einzustufen, kann der Schild zur Gewichtsreduktion des Helms abgenommen werden und damit der Tragekomfort für den Träger erhöht werden.

    [0007] Die Verwendung eines zusätzlichen Schilds führt jedoch regelmäßig zu Nachteilen, wenn der Helm zusammen mit einem Stirnschild und einem Visier verwendet werden soll. Durch die räumliche Ausdehnung des Stirnschilds, ist es bei einem herkömmlichen Visier nicht mehr möglich, dieses zu öffnen (z.B. durch Hochklappen), da dies durch die räumliche Ausdehnung des Stirnschilds verhindert wird. Diese Problematik kann dadurch umgangen werden, dass das Visier derart konstruiert wird, dass es in der Lage ist, über das Stirnschild zu gleiten. Auf Grund des Eigengewichts des Visiers und dem nun verlängerten Hebelarm, erhöht sich das auf den Helm einwirkende Drehmoment was zu einer Beeinträchtigung des Tragekomforts führt.

    [0008] ITUB20160865 offenbart auch einen Stirnschild für einen ballistischen Schuzthelm.

    3. Zusammenfassung der Erfindung



    [0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die aus dem Stand der Technik bekannte Ausgestaltung der Stirnschilde dahingehend zu verbessern, dass diese auch in Kombination mit einem Visier verwendet werden können, ohne die aus dem Stand der Technik bekannten Beeinträchtigungen des Tragekomforts und ohne die Sicherheit der Polizisten oder Einsatzkräfte durch die Einrichtungsweise zu beeinträchtigen oder zu gefährden.

    [0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Stirnschild für einen ballistischen Schutzhelm, welches eingerichtet ist, sich beim Öffnen und Schließen eines Visiers des Schutzhelms mit dem Visier mitzubewegen. Erfindungsgemäß wird das Stirnschild so an dem Helm befestigt, dass sich ein Visier zusammen mit dem Stirnschild bewegen lässt. Hierzu kann das Stirnschild grundsätzlich verschiebbar an dem Helm angebracht sein. Dies bietet den Vorteil, dass auf diese Weise ein herkömmliches Visier verwendet werden kann, welches somit den bereits bekannten Tragekomfort bietet. Auf ein über das Stirnschild gleitendes Visier kann verzichtet werden. Außerdem ist ein aufwändiges Umrüsten des Helms situativ nicht mehr erforderlich, da die gewünschte Funktionalität des Öffnens und Schließens (bzw. Hoch- und Herunterklappen) des Visiers auch in gemeinsamer Verwendung mit dem Stirnschild ermöglicht wird.

    [0011] In der vorliegenden Offenbarung werden mehrere alternative Möglichkeiten beschrieben, wie das Stirnschild verschiebbar an einem Schutzhelm befestigt werden kann. Der Begriff "verschiebbar" schließt dabei nicht aus, dass das Stirnschild oder ein Teil davon zusätzlich zu einer Bewegung relativ zur Oberfläche einer Helmkalotte auch eine Rotation vollführt, wenn das Stirnschild oder ein Teil davon durch ein Visier des Schutzhelms bewegt wird. Beispielsweise kann das Stirnschild oder ein Teil davon, an der Unterkante von der Helmoberfläche abgehoben werden während sich das Visier nach oben, also aus dem Sichtfeld, bewegt. Zusätzlich zur Verschiebebewegung findet dann also eine Rotation statt. Dies ist jedoch durch den Begriff "verschiebbar" nicht ausgeschlossen.

    [0012] Grundsätzlich aufweist das Stirnschild hierzu eine Vorrichtung, um das Stirnschild abnehmbar und verschiebbar an dem Schutzhelm anzubringen. Dies bietet dem Träger des Schutzhelms die Möglichkeit, sich situativ an die jeweiligen Einsatzbedingungen anzupassen und bei einer erhöhten Gefährdungslage auf einen zusätzlichen ballistischen Schutz, welcher durch das Stirnschild ermöglicht werden kann, entsprechend zurückgreifen zu können. Ein abnehmbares Stirnschild bietet auch die Möglichkeit, bereits existierende Helme um ein Stirnschild erweitern bzw. nachrüsten zu können. Als Befestigungsmöglichkeit werden bevorzugt z.B. Klett-Flausch-Applikationen verwendet.

    [0013] Eine Möglichkeit, die oben genannte Vorrichtung auszubilden, besteht in einer Einhausung, welche Mittel zum Anpressen des Stirnschilds gegen eine Außenseite einer Helmkalotte des Schutzhelms aufweist. Die Einhausung kann eingerichtet sein, einen ballistischen Teil des Stirnschilds aufzunehmen. Darunter ist jener Teil des Stirnschilds zu verstehen, welchem die eigentliche Schutzwirkung zukommt, z.B. bei Beschuss oder der Einwirkung durch Hieb- und Stichwaffen, und welcher aus einem ausreichend widerstandsfähigen Material, z.B. Titan oder einem Faserverbundstoff gefertigt sein kann. Grundsätzlich wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung unter einem Stirnschild also je nach Kontext nicht nur dieser eigentliche ballistische Teil verstanden, sondern auch weitere Mittel, Vorrichtungen und Elemente, welche z.B. zur Befestigung des ballistischen Teils an einem Schutzhelm oder der Verbindung mit einem Visier dienen. Ziel der Einhausung ist es, das Stirnschild beweglich, aber dennoch ausreichend fest und stabil am Helm zu befestigen. Bei der Einhausung kann es sich z.B. um eine Tasche handeln, welche eingerichtet ist, den ballistischen Teil des Stirnschilds aufzunehmen und entlang der Oberfläche der Helmkalotte zu gleiten. Alternativ kann es sich um eine Einfassung handeln, welche zumindest einen Teil des Rands des ballistischen Teils einfasst.

    [0014] Da der ballistische Teil des Stirnschilds in einer Einhausung untergebracht wird, sind zudem keine mechanischen Bearbeitungen des ballistischen Teils notwendig, welche der Schutzwirkung des Stirnschilds abträglich sein könnten. Grundsätzlich verringern nämlich mechanische Bearbeitungen des ballistischen Teils des Stirnschilds, wie zum Beispiel Bohrlöcher, dessen Schutzwirkung.

    [0015] Die Einhausung weist zudem Mittel zum Anpressen des Stirnschilds gegen eine Außenseite einer Helmkalotte des Schutzhelms auf. Hierdurch wird einerseits das Stirnschild ausreichend fest an der Helmkalotte gehalten. Andererseits wird gewährleistet, dass sich zumindest ein Teil des Stirnschilds beim Öffnen des Visiers ausreichend von der Helmkalotte abheben kann. Ein derartiges Abheben kann dadurch zustande kommen, dass das Stirnschild an einem Visier befestigt wird und dieses beim Öffnen einen sich vergrößernden Abstand zur Helmkalotte aufgrund deren nicht-sphärischer Form und/oder einer exzentrischen Anordnung der Visierlager bildet. Das oder die Mittel zum Anpressen des Stirnschilds gleichen diese durch das Visier verursachte Abhebebewegung entsprechend aus.

    [0016] Die Einhausung ist dazu eingerichtet, abnehmbar mit einer Helmkalotte verbunden zu werden. Dadurch kann die Einhausung bei Bedarf mit dem Helm verbunden und dieser somit mit einem Stirnschild getragen werden.

    [0017] Die Einhausung ist so eingerichtet, dass sie eine Verbindung mit einem Visier ermöglicht und von diesem abnehmbar eingerichtet ist. Die Einhausung kann so eingerichtet sein, dass sie eine Befestigung an der Helmkalotte und/oder des Visiers ermöglicht. Die Befestigungsmöglichkeit ist dabei bevorzugt durch eine Klett-Flausch-Applikation ausgebildet.

    [0018] Bei dem Mittel zum Anpressen des Stirnschilds gegen eine Außenseite einer Helmkalotte des Schutzhelms kann es sich um zumindest ein Spannelement handeln, welches eingerichtet ist, an zumindest einem Visierlager des Schutzhelms befestigt zu werden. Das Spannelement kann dabei elastisch, z.B. als Gummiband ausgeprägt sein und an zumindest einem Ende eine Schlaufe aufweisen, welche derart beschaffen ist, um an einem Visierlager einer Helmkalotte angebracht zu werden.

    [0019] Das Spannelement kann lösbar mit der Einhausung verbunden sein. Beispielsweise kann das Spannelement mittels einer Klett-Flausch-Applikation an der Einhausung verbunden sein. Auf diese Weise lässt sich das Spannelement von der Einhausung trennen und die Einhausung auch ohne Spannelement am Schutzhelm, z.B. mittels einem der Klett-Flausch-Applikation entsprechenden Gegenstück befestigt werden. Hierdurch wird das Stirnschild am Schutzhelm fixiert und lässt sich nicht verschieben. Dies kann z.B. dann gewünscht sein, wenn der Schutzhelm ohne Visier getragen wird.

    [0020] Das Spannelement kann näher an einer einem Visier des Schutzhelms abgewandten Seite der Einhausung befestigt sein, als an einer dem Visier zugewandten Seite der Einhausung. Diese Anordnung ermöglicht die bereits erwähnte Abhebe- oder Rotationsbewegung, wenn die Einhausung durch ein Visier des Schutzhelms verschoben wird: Aufgrund der nicht-sphärischen Form des Schutzhelms und/oder einer exzentrischen Position der Visierlager, kommt es an der Unterkante der Einhausung, an welcher das Visier anliegt, zu einer Abhebebewegung bzw. Rotation der Einhausung. Dieser kann dadurch Rechnung getragen werden, dass das Spannelement von der Unterkante der Einhausung weiter entfernt befestigt wird als von deren Oberkante.

    [0021] Die Einhausung kann aus zumindest einem flammhemmenden Material gefertigt sein. Auf diese Weise kann ein Abbrennen der Einhausung und/oder des Spannelements bei Beschuss verhindert oder zumindest soweit verzögert werden, dass das Stirnschild auch bei nachfolgendem Beschuss sicher in Position gehalten wird.

    [0022] Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Stirnschild mehr als ein Spannelement aufweisen, z.B. zwei Spannelemente, welche an gegenüberliegenden Seiten des Stirnschilds bzw. dessen ballistischen Teils angeordnet sind.

    [0023] Wie zuvor bereits erläutert, schlagen die Erfinder mehrere Alternativlösungen für eine verschiebbare Befestigung des erfindungsgemäßen Stirnschilds an einer Helmkalotte vor. Gemäß einer weiteren Alternative handelt es sich bei der Vorrichtung, um das Stirnschild abnehmbar und verschiebbar an dem Schutzhelm anzubringen, um zumindest eine Schiene, welche eingerichtet ist, an dem Schutzhelm befestigt zu werden und einen Teil des Schutzschilds verschiebbar zu halten. Die Schiene kann beispielsweise auf die Helmoberfläche aufgeklebt werden oder an dieser mittels einer Klett-Flausch-Applikation befestigt werden. Der andere Teil des Stirnschilds, insbesondere der ballistische Teil, wird dann durch die Schiene verschiebbar am Schutzhelm gehalten und - ähnlich dem bereits zuvor beschriebenen Einhausungsmechanismus - durch ein Visier des Schutzhelms beim Öffnen und Schließen verschoben.

    [0024] Der verschiebbare Teil des Schutzschilds kann ein Gleitelement aufweisen, welches eingerichtet ist um in der Schiene, die vorzugsweise eine T-Nut aufweist, zu gleiten.. Das Gleitelement kann näher an einer dem Visier abgewandten Seite des ballistischen Teils des Stirnschilds angeordnet sein als an einer dem Visier zugewandten Seite. Auf diese Weise kann es auch bei dem hier beschriebenen Schienenmechanismus zu der bereits erwähnten Abhebe- bzw. Rotationsbewegung des beweglichen Teils des Stirnschilds kommen, wenn das Visier geöffnet wird.

    [0025] Das Gleitelement und die Schiene können so ausgestaltet sein, dass das Gleitteil in die Schiene eingeführt werden kann. Auf diese Weise kann der bewegliche Teil des Stirnschilds, insbesondere das ballistische Element, lösbar und verschiebbar mit der Helmkalotte verbunden werden.

    [0026] Unabhängig vom Befestigungsmechanismus des Stirnschilds an der Helmkalotte, kann das Stirnschild weiter zumindest ein Visierbefestigungsmittel aufweisen, um das Stirnschild mit einem Visier des Schutzhelms zu verbinden. Das Visierbefestigungsmittel kann also sowohl bei der hierin beschriebenen Einhausungslösung als auch bei der Schienenlösung vorhanden sein. Bei der Einhausungslösung kann das Visierbefestigungsmittel an der Einhausung angebracht sein. Das Visierbefestigungsmittel kann als Klett-Flausch-Applikation ausgeführt sein. Ein Teil dieser Applikation kann am Visier, z.B. an einem Visierbügel, und das entsprechende Gegenstück am Stirnschild angeordnet sein. Das Visierbefestigungsmittel kann so eingerichtet sein, dass eine relative Drehung zwischen dem Visier und dem Stirnschild möglich ist. Somit kann die bereits beschriebene Abhebe- oder Rotationsbewegung des Stirnschilds beim Öffnen des Visiers unterstützt werden.

    [0027] Das Stirnschild kann grundsätzlich ein Fixierungsmittel aufweisen, um das Stirnschild an dem Schutzhelm zu fixieren. Auf diese Weise kann der Schutzhelm mit dem Stirnschild, jedoch ohne Visier getragen werden. Auch ohne Visier wird auf diese Weise ein Abheben oder Verrutschen des Stirnschilds durch das Fixierungsmittel verhindert.

    [0028] Bei dem Visierbefestigungsmittel und/oder bei dem Fixierungsmittel kann es sich um eine Klett-Flausch-Applikation handeln. Dies ermöglicht ein einfaches Umrüsten des Helms zwischen einer Verwendung mit Visier und einer Verwendung ohne Visier: Wenn der Schutzhelm ohne Visier getragen wird, kann das Stirnschild durch die Klett-Flausch-Applikation einfach fixiert werden. Sobald der Schutzhelm wieder mit einem Visier ausgestattet wird, kann die Klett-Flausch-Applikation zwischen Stirnschild und Schutzhelm gelöst und das Stirnschild mittels einer weiteren Klett-Flausch-Applikation am Visier, z.B. an dessen Visierbügel, befestigt werden, um ein Mitbewegen des Stirnschilds mit dem Visier zu ermöglichen, wie hierin beschrieben.

    [0029] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft einen Schutzhelm, aufweisend (a) eine Helmkalotte; und (b) ein Stirnschild, wie es hierein beschrieben ist.

    [0030] Der Schutzhelm kann weiter zumindest ein mit dem Fixierungsmittel des Stirnschilds zusammenwirkendes Mittel aufweisen. Beispielsweise kann es sich dabei um eine Klett-Flausch-Applikation handeln, wobei der Klett-Teil oder der Flauschteil z.B. auf der Oberseite des Helms angeordnet sein kann. Das Stirnschild kann dann, wie zuvor beschrieben, ausreichend fixiert werden, wenn der Schutzhelm ohne Visier getragen wird.

    [0031] Das Fixierungsmittel kann ausklappbar ausgestaltet sein. Auf diese Weise ist das Fixierungsmittel beim Tragen des Schutzhelms mit Visier möglichst unauffällig.

    [0032] Der Schutzhelm kann ein Visier aufweisen. Wie bereits beschrieben, kann die vorliegende Erfindung besonders vorteilhaft bei einem Schutzhelm mit Visier verwendet werden, da sich das Stirnschild mit dem Visier beim Öffnen und Schließen mitbewegt.

    [0033] Das Spannelement kann durch ein elastisches und spannbares Material ausgebildet sein. Auf diese Weise kann das Stirnschild einerseits einfach gegen die Helmoberfläche gepresst werden und liegt somit eng am Helm andererseits erlaubt es durch seine Flexibilität das Abheben des Stirnschildes an der Vorderkante beim Öffnen des Visiers
    Noch ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine Einhausung für ein ballistisches Element eines Stirnschilds für einen ballistischen Schutzhelm, wobei die Einhausung eingerichtet ist, das ballistische Element aufzunehmen und ein Mittel zum Anpressen des ballistischen Elements gegen eine Außenseite einer Helmkalotte des Schutzhelms aufweist, so dass das ballistische Element abnehmbar und verschiebbar an der Helmkalotte befestigt werden kann. Die Vorteile und weiteren Austgestaltungen einer derartigen Einhausung wurden bereits ausführlich beschrieben, so dass an dieser Stelle zur Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen wird.

    [0034] Grundsätzlich kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Helmkalotte aus Metall, aus faserverstärktem Kunststoff und/oder aus einer Kombination von beiden (Hybrid-Helm) gefertigt sein. Als Metall werden z.B. Titan und als faserverstärkter Kunststoff z.B. Aramid- und/oder Polyethylenfasern verwendet. Ein Hybrid-Helm hat sich vor allem bei Beschuss aus großkalibrigen Waffen als widerstandsfähig erwiesen.

    [0035] Die Erfindung ermöglicht insbesondere auch die Nachrüstung von Helmen um ein zusätzliches Stirnschild, wobei der Schutzhelm mit oder ohne Visier getragen werden kann.

    4. Kurze Beschreibung der Zeichnungen



    [0036] Die Aspekte der vorliegenden Erfindung werden im Folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert. Die Zeichnungen zeigen:
    Fig. 1A:
    Einen erfindungsgemäßen Helm mit einer erfindungsgemäßen Einhausung, einem Stirnschild und einem Visier;
    Fig. 1B:
    Detaildarstellung des Helms aus Fig. 1A;
    Fig. 2A:
    Seitenansicht des Ausführungsbeispiels aus Fig. 1A mit Visier im geschlossenen Zustand;
    Fig. 2B:
    Seitenansicht des Ausführungsbeispiels aus Fig. 1A mit Visier im geöffneten Zustand; und
    Fig. 3A:
    eine Seitenansicht eines ballistischen Schutzhelms in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ohne Visier mit angebrachtem Stirnschild; und
    Fig. 3B:
    Frontansicht des ballistischen Schutzhelms aus Fig. 3A.
    Fig. 4:
    Rückansicht der Helmkalotte mit Schienenstruktur zur Aufnahme eines Stirnschilds und/oder einer Einhausung

    5. Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele



    [0037] Die Figuren 1A, 1B, 2A und 2B zeigen verschiedene Ansichten einer bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Stirnschilds 3 an einem Schutzhelm 2. Dabei handelt sich um eine von mehreren Möglichkeiten, um das Stirnschild 3 verschiebbar an dem Schutzhelm 2 zu befestigen, nämlich mittels einer Einhausung 9. Bei dem Helm 2 handelt es sich um einen ballistischen Schutzhelm, wie dieser typischerweise von Einsatzkräften, wie z.B. Polizei oder anderen Einsatzkräften getragen werden kann, um sich vor Schuss- und/oder Krafteinwirkungen jeglicher Art von außen zu schützen. Die hier gezeigten Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung betreffen ballistische Schutzhelme für Spezialkräfte und Polizisten, sind jedoch nicht exklusiv auf diese beschränkt, sondern sind z.B. auch für Schutzhelme für den militärischen Einsatz anwendbar.

    [0038] Die Helmkalotte 2 kann aus Metall, aus faserverstärktem Kunststoff und/oder aus einer Kombination von beiden (Hybrid-Helm) gefertigt sein. Als Metall werden z.B. Titan und als faserverstärkter Kunststoff z.B. Aramid- und/oder Polyethylenfasern verwendet. Die Helmkalotte 2 kann in einem Tiefziehprozess, vorzugsweise aus einem einstückigen Titanblech hergestellt werden, wobei ein ein- oder mehrschichtiger Aufbau der Kalotte möglich ist. Eine Herstellung des Helms aus Stahl oder Aluminium ist ebenfalls möglich. Ebenso kommen optional eine oder mehrere Schichten aus vorzugsweise einem Faserverbundmaterial aus hochmolekularen Polyethylenfasern (Ultra High Molecular Weight Polyethylene, UHMW-PE) in Betracht, sind jedoch nicht auf diese beschränkt. Weiterführend können diesem, weitere Schichten mit Aramidfasern beigemischt werden. Neben der bevorzugten Ausführungsform kommen grundsätzlich auch noch andere Faserverbundstoffe in Erwägung Eine Materialkombination wird dabei als Hybrid bezeichnet. Die Helmkalotte 2 kann auch vollständig aus Kunststoffen und/oder faserverstärkten Kunststoffen gefertigt sein.

    [0039] An dem ballistische Schutzhelm 2 ist ein Stirnschild 3 angebracht, welches in Kombination mit einem Visier 4 (z.B. Sichtvisier) getragen werden kann. Das Stirnschild 3 bzw. das eigentliche ballistische Element des Stirnschilds, ist dabei bevorzugt so gefertigt, dass es bestimmte Anforderungen der VPAM-(Vereinigung der Prüfstellen für angriffshemmende Materialien und Konstruktion) Prüfungsrichtlinie erfüllt, jedoch nicht darauf beschränkt ist. Durch Anbringen des Stirnschilds 3 ist es möglich, die Front- bzw. Stirnpartie des Kopfes 1 eines Trägers des Schutzhelms 2 zusätzlich vor Einwirkungen, die frontal (oder auf die Stirnpartie abzielen) gegen den Träger gerichtet sind, zu schützen, wie dies z.B. durch frontalen Beschuss, aber auch durch den Einsatz von Hieb- und Stichwaffen bei Schlägen notwendig sein kann. Auch andere, nicht genannte Angriffe auf die vom Schild abgedeckte Kopfpartie, können somit ohne schädigende Effekte auf den Träger des Helms, abgewehrt werden. Das Stirnschild 3 ist in der bevorzugten Ausführungsform aus einem Faserverbundmaterial aus hochmolekularen Polyethylenfasern (Ultra High Molecular Weight Polyethylene, UHMW-PE) gefertigt, kann jedoch grundsätzlich auch aus anderen Materialien gefertigt sein, wie z.B. Titan, Aluminium, Stahl oder faserverstärktem Kunststoff z.B. aus Aramidfasern. Mittels des Stirnschilds 3 ist es somit möglich, eine zusätzliche, optionale Schutzwirkung zu gewährleisten, falls dies situativ erforderlich oder gewünscht ist.

    [0040] Im Ausführungsbeispiel der Figuren 1A, 1B, 2A und 2B ist das Stirnschild, bzw. das eigentliche ballistische Element 3 in einer Einhausung 9 aufgenommen, welche z.B. ein Gummieinfassband aufweisen kann und mit einem zusätzlichen Gummiband 10 ein Verrutschen oder Herausfallen des Stirnschilds bzw. des ballistischen Elements 3 verhindert. Um eine unbeabsichtigte Bewegung des Stirnschilds/ballistischen Elements 3 zu verhindern, wird das Stirnschild/ballistisches Element 3 durch ein Spannelement 8, welches z.B. als Gummiband mit einer Lasche eingerichtet sein kann, gegen die Oberfläche des Helms 2 gepresst.

    [0041] Neben einem Gummieinfassband sowie dem Spannelement 8 ist es auch möglich, die Einhausung 9 in einer anderen Ausführungsform zu realisieren, wie dies z.B. durch eine taschenartige Einhausung erreicht werden kann, welche das Stirnschild bzw. das ballistische Element 3 komplett oder auch nur teilweise umfassen und damit einhausen kann. Die Einhausung selbst kann dabei, neben einem Gummieinfassband, auch andere Konstruktionen aufweisen wie z.B. ein textiles Element. Des Weiteren ist auch eine metallische Ausführungsform der Einhausung, z.B. als Blechbiegeteil denkbar, in welcher das Stirnschild z.B. durch Druckknöpfe oder eine Clip-Verbindung befestigt wird, wobei die Möglichkeit der Ausführungsformen nicht auf die angeführten Ausführungsformen beschränkt sind.

    [0042] Wichtig ist, dass im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Einhausung 9 und damit das darin aufgenommene Stirnschild bzw. das eigentliche ballistische Element 3 entlang der Oberfläche der Helmkalotte 2 beweglich ist, damit ein an dem Helm 2 befestigtes Visier 4 auf und ab bewegt werden kann. Das Visier 4 ist in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel als ein Vollkunststoffvisier (Sichtvisier) gemäß VPAM2/VPAM3 eingerichtet, wobei jedoch auch andere Visiertypen mit der erfindungsgemäßen Offenbarung genutzt werden können. Das Visier 4 kann des Weiteren von einem Visierbügel 5 gehalten und damit mit dem Rest des Schutzhelms 2 verbunden werden. Der Visierbügel 5 kann drehbar mit dem Schutzhelm verbunden werden. Dies kann dadurch erreicht werden, dass lateral, auf beiden Seiten des Schutzhelms entsprechende Lager 6 (z.B. Visierlager) angebracht werden, um welche der Visierbügel 5 drehbar angebracht/gelagert werden kann. Die Lager 6 werden dabei bevorzugt so am Helm 2 angebracht, dass diese auf gegenüberliegenden Seiten realisiert sind. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf diese Anbringungsform beschränkt.

    [0043] In einer bevorzugten Ausführungsform bietet das Lager 6 dabei zumindest einen Rastpunkt, sodass der Visierbügel 5 verschiedene Winkel relativ zur vertikalen Achse des Trägers einnehmen kann. Dies bietet insbesondere den Vorteil, dass das Visier 4 geöffnet werden kann und die geöffnete Visierstellung arretiert werden kann und somit ein unerwünschtes Herunterklappen des Visiers, z.B. bei einer Laufbewegung des Trägers verhindert werden kann. Ebenso ist in einer bevorzugten Ausführungsform zumindest ein weiterer Rastpunkt vorgesehen, der den geschlossenen Zustand des Visiers 4 stabilisiert. Mögliche Ausführungsformen der Rastpunkte sind dabei nicht auf die zuvor beschriebenen Konfigurationen beschränkt, sondern es können beliebige weitere Rastpunkte in das Lager 6 integriert werden.

    [0044] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist es möglich, mittels einer Klett-Flausch-Applikation 7, den Visierbügel (und damit das Visier 4) mit der Einhausung 9 (und damit dem Stirnschild bzw. dem ballistischen Element 3) zu verbinden, wobei jedoch auch andere Befestigungsmechanismen möglich sind. Bei einer Drehung des Visierbügels 5 um das Lager 6 kann somit das Visier 4 hochgeklappt oder runterklappt werden wobei sich durch die Klett-Flausch-Applikation 7 das Stirnschild 3 mit dem Visier 4 mitbewegt indem das Stirnschild 3 auf der Oberfläche des Helms 2 gleitet.

    [0045] In einer bevorzugten Ausführungsform können eine oder mehrere der Helmkomponenten Helm 2, Schutzschild bzw. ballistisches Element 3, Visier 4, Visierbügel 5, Lager 6, Klett-Flausch-Applikationen 7, Spannelement 8, Einhausung 9, und/oder Gummiband 10 aus einem oder mehreren flammhemmenden Materialien gefertigt werden, wie z.B. Leder, Nomex, Kermel, Gummi, Flammehemmende Kunststoffe nach UL94 V-0 und Metalle, um die Schutzwirkung des Helms entsprechend erhöhen zu können.

    [0046] Die Klett-Flausch-Applikation 7 zwischen Visierbügel 5 und der Einhausung 9, kann so angeordnet sein, dass sich eine Art Scharnier 11 ergibt, welches es ermöglicht, einen Winkel zwischen der Einhausung 9 sowie dem Visierbügel 5 (und dem damit verbundenen Visier 4) einzustellen. Die Rotationsrichtung des Visiers 4 kann dabei vom Kopf 1 eines Trägers ausgehend nach außen (und umgekehrt) sein.

    [0047] Der Schutzhelm 2 kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch ohne Visier getragen werden. Grundsätzlich sind auch statische Auslegungsformen denkbar, in denen das Stirnschild 3 z.B. durch eine weitere Klett-Flausch-Applikation 13 mit der Helmkalotte 2 verbunden wird. Das Stirnschild 3 kann dabei auch als Nachrüstgegenstand bzgl. eines bereits vorhandenen Schutzhelms, welcher alle benötigten Befestigungselementen zur Aufnahme des Stirnschilds aufweist, benutzt werden, kann jedoch auch in Kombination mit einem Schutzhelm als eine Art Einheit erworben werden. Die Benutzung des Stirnschilds ist dabei sowohl mit Einhausung 9 als auch ohne Einhausung 9 möglich, wobei auch hier eine Nachrüstung eines Schutzhelms um eine Einhausung zur Aufnahme eines Schutzschilds möglich ist. Der Schutzhelm, in Kombination mit einem erfindungsgemäßen beweglichen Stirnschilds (mit oder ohne Einhausung), kann dabei zusätzlich mit einem Visier 4 (z.B. einem Sichtvisier) kombiniert werden, wobei auch das Visier 4 als optionale zusätzliche Nachrüstoption ausgeführt sein kann. Erfindungsgemäß kann das nachgerüstete Visier auch mit nachgerüstetem Stirnschild (mit und ohne Einhausung) als Einheit beweglich auf der Oberfläche der Helmkalotte eingerichtet sein.

    [0048] Das zumindest eine Spannelement 8 erfüllt dabei zwei relevante Funktionen:
    Zum einen sorgt das Spannelement dafür, dass die Einhausung 9 gegen die Helmkalotte 2 gepresst wird. Des Weiteren dient das zumindest eine Spannelement 8 dazu, eine gemeinsame Bewegung von Einhausung und Visier über die Helmkalotte zu ermöglichen, wobei ein Abheben der Einhausung an deren Unterkante während der Bewegung über die Helmkalottenoberfläche, auf Grund deren nicht-sphärischer Form, ermöglicht wird. Ein elastisches und spannbares Material kann beispielsweise relativ einfach durch einen Gummizug oder ein elastisches Textil, z.B. auf Basis von Elastan, realisiert werden. Das Spannelement ist in einer bevorzugten Ausführungsform dabei so beschaffen, dass es an zumindest an einem Ende eine schlaufenförmige Struktur 12 aufweist, welche dazu benutzt werden kann, diese an zumindest einem Lager einzuhängen und damit auf Grund der Spannkraft das Stirnschild mit oder ohne Einhausung gegen die Helmkalotte zu pressen.

    [0049] Fig. 3A zeigt eine Seitenansicht eines ballistischen Schutzhelms 2 in einer weiteren nicht beanspruchten Ausführungsform, in welcher der Helm 2 ohne ein Visier sowie den dazugehörigen Visierbügel getragen werden kann. Das Stirnschild bzw. dessen ballistisches Element 3 wird dabei ebenfalls in eine Einhausung 9 eingebracht und von dieser aufgenommen. Mittels eines Flausches 13, welcher an der Oberseite des Helms 2 (bevorzugt durch eine Klebeverbindung) angebracht ist, und über ein am Flausch 13 angebrachtes Befestigungselement 14 in Form eines Klettpads wird die Einhausung 9 in Position gehalten. Das Befestigungselement 14, welches z.B. über ein Band mit der Einhausung 9 verbunden sein kann, schützt dabei die Einhausung 9 vor einer unbeabsichtigten Bewegung, wie z.B. ein Verrutschen oder Herunterfallen. Das ballistische Element 3 des Stirnschilds kann in einer bevorzugten Ausführungsform zusätzlich durch ein weiteres Befestigungselement 14 mit der Einhausung 9 verbunden werden und dadurch ein Verrutschen oder Herausfallen des ballistischen Elements 3 aus der Einhausung 9 verhindert werden. Beim Tragen des Schutzhelms mit Visier 4, wird diese Haltefunktion durch die Klett-Flausch-Applikation 7 übernommen. Über eine zusätzliche Klett-Flausch-Applikation 16, welche in einer bevorzugten Ausführungsform herausklappbar eingerichtet ist, ist es möglich, eine zusätzliche Verbindung zwischen dem Helm 2 und der Einhausung 9 herzustellen. Dazu wird in der bevorzugten Ausführungsform die Klett-Flausch-Applikation 7 mit der Klett-Flausch-Applikation 16 verbunden. Dies dient dazu, ein unbeabsichtigtes Abheben und/oder Verrutschen der Einhausung 9, vom Helm 2 zu verhindern.

    [0050] Fig. 3B zeigt eine Frontansicht des ballistischen Schutzhelms 2 der weiteren nicht beanspruchten Ausführungsform aus Fig. 3A, in welcher der Schutzhelm 2 ohne ein Visier getragen wird und lediglich das ballistische Element 3 des Stirnschilds in der Einhausung 9 auf dem Helm 2 angebracht wird und zusätzlich durch das weitere Befestigungselement 10 gehalten wird. Mittels der Klett-Flausch-Applikationen 7, 14, 15, 16 ist es möglich, ein unbeabsichtigtes Abheben und/oder Wegrutschen der Einhausung 9 zu verhindern.

    [0051] Figur 4 zeigt eine Alternativlösung für ein Stirnschild, welches mit einem Visier mitbewegt werden kann. An der Helmkalotte 2 ist eine Schienenstruktur 18 des Stirnschilds angebracht, welche in einer bevorzugten Ausführungsform eine T-Nut aufweist, in welche ein beweglicher Teil des Stirnschilds eingeführt wird. Eine entsprechende Aussparung 19 der Schienenstruktur 17 ermöglicht das Einbringen des T-förmigen Gleitteils 18. Über die Schienenstruktur 17 kann somit der bewegliche Teil des Stirnschilds, insbesondere dessen ballistisches Element nach vorne zum Visierbügel 5 gezogen werden, an dem das Visier 4 angebracht ist, und mittels der Klett-Flausch-Applikation 7 mit diesem verbunden werden. Diese Schienenstruktur 17 erlaubt ebenfalls eine Bewegung des Stirnschildes 3 entlang der Oberfläche der Helmkalotte 2. Auch diese Alternativlösung kann sowohl mit als auch ohne Visier verwendet werden. Die Schienenstruktur kann dabei sowohl permanent (z.B. durch direkte Verklebung) oder abnehmbar mit der Helmkalotte verbunden sein. Bei einer abnehmbaren Anbringung der Führungsschiene an der Helmkalotte kann in einer nicht beanspruchten

    [0052] Ausführungsform eine Klett-Flausch-Applikation zur temporären Befestigung benutzt werden. An der Seite der Schienenstruktur 17, welche dem Visierbügel 5 zugewandt ist, kann ein Anschlag für das T-förmige Gleitteil 18 vorgesehen sein, was insbesondere dazu dient, ein unbeabsichtigtes Verrutschen des Stirnschilds zu verhindern, wenn der Schutzhelm 2 ohne Visier getragen wird. Hierzu können die Klett-Flausch-Applikationen 7 und 16 zur Fixierung verwendet werden.

    [0053] In einer weiteren Ausführungsform kann auch ein flexibel eingerichtetes Paar von Führungsschienen, welche an der Helmkalotte, sowohl permanent als auch abnehmbar angebracht werden können, dazu eingesetzt werden, das Stirnschild bewegbar zu lagern. Für die Montage kommen dabei insbesondere Kunststoffe, flammhemmende Kunststoffe und/oder schlagzähmodifizierte Kunststoffe nach UL94 V-0 sowie Metalle in Betracht.

    Bezugszeichenliste



    [0054] 
    1
    Kopf
    2
    Helm / Schutzhelm / Helmkalotte
    3
    Schild/ Stirnschild/ ballistisches Element
    4
    Visier / Sichtvisier
    5
    Visierbefestigungsmittel / Visierbügel
    6
    Lager
    7
    Klett-Flausch-Applikation
    8
    Spannelement
    9
    Einhausung
    10
    Gummiband
    11
    Scharnier
    12
    Schlaufenförmiges Ende des Spannelements
    13
    Flausch
    14
    Befestigungselement
    15
    Befestigungselement
    16
    Klett-Flausch-Applikation
    17
    Schienenstruktur
    18
    T-förmiges Gleitteil
    19
    Einführöffnung für Gleitteil



    Ansprüche

    1. Stirnschild (3) für einen ballistischen Schutzhelm (2), welches eingerichtet ist, sich beim Öffnen und Schließen eines Visiers (4) des Schutzhelms (2) mit dem Visier (4) mitzubewegen,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    das Stirnschild (3) eine Vorrichtung (9) aufweist, um das Stirnschild (3) abnehmbar und verschiebbar an dem Schutzhelm (2) anzubringen.
     
    2. Stirnschild (3) nach Anspruch 1, wobei es sich bei der Vorrichtung um eine Einhausung (9) handelt, welche Mittel (8) zum Anpressen des Stirnschilds (3) gegen eine Außenseite einer Helmkalotte des Schutzhelms (2) aufweist.
     
    3. Stirnschild (3) nach Anspruch 2, wobei es sich bei dem Mittel um zumindest ein Spannelement (8) handelt, welches eingerichtet ist, an zumindest einem Visierlager (6) des Schutzhelms (2) befestigt zu werden.
     
    4. Stirnschild (3) nach Anspruch 3, wobei das Spannelement (8) näher an einer einem Visier (4) des Schutzhelms (2) abgewandten Seite der Einhausung (9) befestigt ist, als an einer dem Visier (4) zugewandten Seite der Einhausung (9).
     
    5. Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei die Einhausung (9) aus zumindest einem flammhemmenden Material gefertigt ist.
     
    6. Stirnschild (3) nach Anspruch 1, wobei es sich bei der Vorrichtung um zumindest eine Schiene (17) handelt, welche eingerichtet ist, an dem Schutzhelm (2) befestigt zu werden und einen Teil des Schutzschilds (3) verschiebbar zu halten.
     
    7. Stirnschild (3) nach Anspruch 6, wobei der verschiebbare Teil des Schutzschilds (3) ein Gleitelement (18) aufweiset, welches eingerichtet ist, in der Schiene (17) zu gleiten.
     
    8. Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, weiter aufweisend zumindest ein Visierbefestigungsmittel, um das Stirnschild mit einem Visier des Schutzhelms zu verbinden.
     
    9. Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, weiter aufweisend zumindest ein Fixierungsmittel, um das Stirnschild (3) an dem Schutzhelm (2) zu fixieren.
     
    10. Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei es sich bei dem Visierbefestigungsmittel und/oder bei dem Fixierungsmittel um eine Klett-Flausch-Applikation (7) handelt.
     
    11. Schutzhelm (2), aufweisend:

    a) eine Helmkalotte; und

    b) ein Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 10.


     
    12. Schutzhelm (2) nach Anspruch 11, weiter aufweisend zumindest ein mit dem Fixierungsmittel (7) des Stirnschilds (3) nach Anspruch 10 zusammenwirkendes Mittel.
     
    13. Schutzhelm nach einem der Ansprüche 11 oder 12, weiter aufweisend ein Visier (4).
     
    14. Einhausung (9) für ein ballistisches Element eines Stirnschilds (3) für einen ballistischen Schutzhelm (2), wobei die Einhausung (9) eingerichtet ist, das ballistische Element aufzunehmen und ein Mittel (8) zum Anpressen des ballistischen Elements gegen eine Außenseite einer Helmkalotte des Schutzhelms (2) aufweist, so dass das ballistische Element abnehmbar und verschiebbar an der Helmkalotte befestigt werden kann.
     


    Claims

    1. Forehead shield (3) for a ballistic protective helmet (2), which is adapted to move with a visor (4) of the protective helmet (2) when the visor (4) is opened and closed,
    characterized in that the forehead shield (3) comprises means (9) for removably and slidably attaching the forehead shield (3) to the protective helmet (2).
     
    2. Forehead shield (3) of claim 1, wherein the means is an enclosure (9) comprising means (8) for pressing the forehead shield (3) against an outer side of a helmet dome of the protective helmet (2).
     
    3. Forehead shield (3) of claim 2, wherein the means is at least one tensioning element (8) adapted to be attached to at least one visor bearing (6) of the protective helmet (2).
     
    4. Forehead shield (3) of claim 3, wherein the tensioning element (8) is secured closer to a side of the enclosure (9) facing away from a visor (4) of the protective helmet (2) than to a side of the enclosure (9) facing the visor (4).
     
    5. Forehead shield (3) of any one of claims 2 to 4, wherein the enclosure (9) is made of at least one flame retardant material.
     
    6. Forehead shield (3) of claim 1, wherein the means is at least one rail (17) adapted to be attached to the helmet (2) and to slidably support a portion of the forehead shield.
     
    7. Forehead shield (3) of claim 6, wherein the slidable part of the protective shield (3) comprises a sliding element (18) adapted to slide in the rail (17).
     
    8. Forehead shield (3) of any one of claims 1 to 7, further comprising at least one visor attachment means for connecting the forehead shield to a visor of the protective helmet.
     
    9. Forehead shield (3) of any one of claims 1 to 8, further comprising at least one fixation means to fix the forehead shield (3) to the protective helmet (2).
     
    10. Forehead shield (3) of any one of claims 8 or 9, wherein the visor fixing means and/or the fixation means is a hook-and-loop-fastener application (7).
     
    11. Protective helmet (2), comprising:

    (a) a helmet dome; and

    (b) a forehead shield (3) of any one of claims 1 to 10.


     
    12. Protective helmet (2) of claim 11, further comprising at least one means cooperating with the fixation means (7) of the forehead shield (3) according to claim 10.
     
    13. Protective helmet of any one of claims 11 or 12, further comprising a visor (4).
     
    14. Enclosure (9) for a ballistic element of a forehead shield (3) for a ballistic protective helmet (2), the enclosure (9) being adapted to receive the ballistic element and comprising means (8) for pressing the ballistic element against an outer side of a helmet dome of the protective helmet (2) so that the ballistic element can be removably and slidably secured to the helmet dome.
     


    Revendications

    1. Bouclier frontal (3) pour casque de protection balistique (2), lequel est agencé pour se déplacer avec la visière (4) lors de l'ouverture et de la fermeture d'une visière (4) du casque de protection (2),
    caractérisé en ce que
    le bouclier frontal (3) comporte un dispositif (9) pour monter le bouclier frontal (3) sur le casque de protection (2) de manière amovible et mobile.
     
    2. Bouclier frontal (3) selon la revendication 1, dans lequel le dispositif est constitué par un entourage (9) qui comporte des moyens (8) pour plaquer le bouclier frontal (3) contre un côté extérieur d'une calotte de casque du casque de protection (2).
     
    3. Bouclier frontal (3) selon la revendication 2, dans lequel le moyen est constitué par au moins un élément de serrage (8) qui est agencé pour être fixé à au moins un support de visière (6) du casque de protection (2).
     
    4. Bouclier frontal (3) selon la revendication 3, dans lequel l'élément de serrage (8) est fixé plus près d'un côté de l'entourage (9) situé à l'opposé d'une visière (4) du casque de protection (2) que d'un côté de l'entourage (9) tourné vers la visière (4).
     
    5. Bouclier frontal (3) selon une des revendications 2 à 4, dans lequel l'entourage (9) est fabriqué au moins en un matériau ignifuge.
     
    6. Bouclier frontal (3) selon la revendication 1, dans lequel le dispositif est constitué par au moins une glissière (17) qui est agencée pour être fixée au casque de protection (2) et pour maintenir une partie du bouclier de protection (3) de manière mobile.
     
    7. Bouclier frontal (3) selon la revendication 6, dans lequel la partie mobile du bouclier de protection (3) comporte un élément coulissant (18) qui est agencé pour coulisser dans la glissière (17).
     
    8. Bouclier frontal (3) selon une des revendications 1 à 7, comprenant en outre au moins un moyen de fixation de visière pour relier le bouclier frontal à une visière du casque de protection.
     
    9. Bouclier frontal (3) selon une des revendications 1 à 8, comprenant en outre au moins un moyen de blocage pour bloquer le bouclier frontal (3) contre le casque de protection (2).
     
    10. Bouclier frontal (3) selon une des revendications 8 ou 9, dans lequel le moyen de fixation de visière et/ou le moyen de blocage sont constitués par une bande auto-agrippante (7).
     
    11. Casque de protection (2) comprenant :

    a) une calotte de casque ; et

    b) un bouclier frontal (3) selon une des revendications 1 à 10.


     
    12. Casque de protection (2) selon la revendication 11, comprenant en outre au moins un moyen coopérant avec le moyen de blocage (7) du bouclier frontal (3) selon la revendication 10.
     
    13. Casque de protection selon une des revendications 11 ou 12, comprenant en outre une visière (4).
     
    14. Entourage (9) pour élément balistique de bouclier frontal (3) pour casque de protection balistique (2), dans lequel l'entourage (9) est agencé pour recevoir l'élément balistique et comporte un moyen (8) pour plaquer l'élément balistique contre un côté extérieur d'une calotte de casque du casque de protection (2), de sorte que l'élément balistique peut être fixé à la calotte de casque de manière amovible et mobile.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente