1. Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein bewegliches Stirnschild für einen ballistischen
Schutzhelm.
2. Stand der Technik
[0002] Ballistische Schutzhelme zum Schutz des Kopfes seines Trägers sind im Stand der Technik
bereits seit längerem bekannt. Diese dienen zum Schutz vor direkter Krafteinwirkung
durch z.B. Beschuss mit Feuerwaffen oder indirekt unter anderem durch die Einwirkung
auf den Kopf des Trägers durch Splitter sowie durch die Einwirkung von Hieb- und Stichwaffen.
Typischerweise wird diese Art von Helmen durch Spezialeinsatzkräfte und zunehmend
auch von Streifenpolizisten getragen, welche zuerst am Einsatzort eintreffen (sogenannte
"First Responder") mit der Zielsetzung des Eigenschutzes des Trägers.
[0003] Die Schutzwirkung eines derartigen Helms wird dadurch erreicht, dass ein auftreffendes
Projektil (oder Splitter) gestoppt wird und somit eine Penetration des Helmes hin
zum Kopf des Trägers verhindert wird. Insbesondere soll dabei die kinetische Energie
der auftreffenden Teile minimiert werden, um so den Träger vor letalen Auswirkungen
zu schützen. Als typische Materialen, aus denen die Helmkalotte eines ballistischen
Schutzhelms gefertigt ist, können Titan, Aramid oder Polyethylen in Betracht gezogen
werden.
[0004] Zum weiteren Schutz des Gesichts, sowie insbesondere der Augen des Trägers ist es
möglich, den Helm mit einem Sichtvisier auszustatten, welches sowohl permanent vor
dem Gesicht als auch auf- und herunterklappbar eingerichtet sein kann.
[0005] Um vor allem den anatomisch empfindlichen Stirnbereich des Trägers bei einer frontalen
Konfrontation, z.B. bei frontalem Beschuss, aber auch bei einem Angriff mittels Hieb-,
Stich- oder Schlagwaffen zusätzlich zu schützen, besteht die Möglichkeit, ballistische
Schutzhelme mit einem Schild bzw. einem Stirnschild zu erweitern, um dadurch eine
weitere, verstärkte Schutzzone im Bereich der Stirn des Trägers zu erhalten. Es hat
sich nämlich gezeigt, dass sehr häufig Angriffe auf Polizisten und Einsatzkräfte von
vorne ausgeübt werden.
[0006] Typischerweise wird das Stirnschild an der Helmkalotte über eine Klett-Flausch-Applikation
angebracht, siehe z.B.
EP 3 520 641 A1. Diese Anbringungsweise führt dazu, dass der Schild lösbar an der Helmkalotte angebracht
werden kann, um so die Schutzwirkung des ballistischen Helms situativ ergänzen zu
können (ggfs. in Zusammenwirkung mit einem Visier). Situative Gegebenheiten umfassen
dabei z.B. einen erwarteten Beschuss mit einer Langwaffe oder sonstige frontale Einwirkungen,
deren sich der Träger des Schilds direkter zuwenden kann. Ist die Bedrohungslage als
geringer einzustufen, kann der Schild zur Gewichtsreduktion des Helms abgenommen werden
und damit der Tragekomfort für den Träger erhöht werden.
[0007] Die Verwendung eines zusätzlichen Schilds führt jedoch regelmäßig zu Nachteilen,
wenn der Helm zusammen mit einem Stirnschild und einem Visier verwendet werden soll.
Durch die räumliche Ausdehnung des Stirnschilds, ist es bei einem herkömmlichen Visier
nicht mehr möglich, dieses zu öffnen (z.B. durch Hochklappen), da dies durch die räumliche
Ausdehnung des Stirnschilds verhindert wird. Diese Problematik kann dadurch umgangen
werden, dass das Visier derart konstruiert wird, dass es in der Lage ist, über das
Stirnschild zu gleiten. Auf Grund des Eigengewichts des Visiers und dem nun verlängerten
Hebelarm, erhöht sich das auf den Helm einwirkende Drehmoment was zu einer Beeinträchtigung
des Tragekomforts führt.
[0008] ITUB20160865 offenbart auch einen Stirnschild für einen ballistischen Schuzthelm.
3. Zusammenfassung der Erfindung
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die aus dem Stand der Technik bekannte
Ausgestaltung der Stirnschilde dahingehend zu verbessern, dass diese auch in Kombination
mit einem Visier verwendet werden können, ohne die aus dem Stand der Technik bekannten
Beeinträchtigungen des Tragekomforts und ohne die Sicherheit der Polizisten oder Einsatzkräfte
durch die Einrichtungsweise zu beeinträchtigen oder zu gefährden.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Stirnschild für einen ballistischen Schutzhelm,
welches eingerichtet ist, sich beim Öffnen und Schließen eines Visiers des Schutzhelms
mit dem Visier mitzubewegen. Erfindungsgemäß wird das Stirnschild so an dem Helm befestigt,
dass sich ein Visier zusammen mit dem Stirnschild bewegen lässt. Hierzu kann das Stirnschild
grundsätzlich verschiebbar an dem Helm angebracht sein. Dies bietet den Vorteil, dass
auf diese Weise ein herkömmliches Visier verwendet werden kann, welches somit den
bereits bekannten Tragekomfort bietet. Auf ein über das Stirnschild gleitendes Visier
kann verzichtet werden. Außerdem ist ein aufwändiges Umrüsten des Helms situativ nicht
mehr erforderlich, da die gewünschte Funktionalität des Öffnens und Schließens (bzw.
Hoch- und Herunterklappen) des Visiers auch in gemeinsamer Verwendung mit dem Stirnschild
ermöglicht wird.
[0011] In der vorliegenden Offenbarung werden mehrere alternative Möglichkeiten beschrieben,
wie das Stirnschild verschiebbar an einem Schutzhelm befestigt werden kann. Der Begriff
"verschiebbar" schließt dabei nicht aus, dass das Stirnschild oder ein Teil davon
zusätzlich zu einer Bewegung relativ zur Oberfläche einer Helmkalotte auch eine Rotation
vollführt, wenn das Stirnschild oder ein Teil davon durch ein Visier des Schutzhelms
bewegt wird. Beispielsweise kann das Stirnschild oder ein Teil davon, an der Unterkante
von der Helmoberfläche abgehoben werden während sich das Visier nach oben, also aus
dem Sichtfeld, bewegt. Zusätzlich zur Verschiebebewegung findet dann also eine Rotation
statt. Dies ist jedoch durch den Begriff "verschiebbar" nicht ausgeschlossen.
[0012] Grundsätzlich aufweist das Stirnschild hierzu eine Vorrichtung, um das Stirnschild
abnehmbar und verschiebbar an dem Schutzhelm anzubringen. Dies bietet dem Träger des
Schutzhelms die Möglichkeit, sich situativ an die jeweiligen Einsatzbedingungen anzupassen
und bei einer erhöhten Gefährdungslage auf einen zusätzlichen ballistischen Schutz,
welcher durch das Stirnschild ermöglicht werden kann, entsprechend zurückgreifen zu
können. Ein abnehmbares Stirnschild bietet auch die Möglichkeit, bereits existierende
Helme um ein Stirnschild erweitern bzw. nachrüsten zu können. Als Befestigungsmöglichkeit
werden bevorzugt z.B. Klett-Flausch-Applikationen verwendet.
[0013] Eine Möglichkeit, die oben genannte Vorrichtung auszubilden, besteht in einer Einhausung,
welche Mittel zum Anpressen des Stirnschilds gegen eine Außenseite einer Helmkalotte
des Schutzhelms aufweist. Die Einhausung kann eingerichtet sein, einen ballistischen
Teil des Stirnschilds aufzunehmen. Darunter ist jener Teil des Stirnschilds zu verstehen,
welchem die eigentliche Schutzwirkung zukommt, z.B. bei Beschuss oder der Einwirkung
durch Hieb- und Stichwaffen, und welcher aus einem ausreichend widerstandsfähigen
Material, z.B. Titan oder einem Faserverbundstoff gefertigt sein kann. Grundsätzlich
wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung unter einem Stirnschild also je nach Kontext
nicht nur dieser eigentliche ballistische Teil verstanden, sondern auch weitere Mittel,
Vorrichtungen und Elemente, welche z.B. zur Befestigung des ballistischen Teils an
einem Schutzhelm oder der Verbindung mit einem Visier dienen. Ziel der Einhausung
ist es, das Stirnschild beweglich, aber dennoch ausreichend fest und stabil am Helm
zu befestigen. Bei der Einhausung kann es sich z.B. um eine Tasche handeln, welche
eingerichtet ist, den ballistischen Teil des Stirnschilds aufzunehmen und entlang
der Oberfläche der Helmkalotte zu gleiten. Alternativ kann es sich um eine Einfassung
handeln, welche zumindest einen Teil des Rands des ballistischen Teils einfasst.
[0014] Da der ballistische Teil des Stirnschilds in einer Einhausung untergebracht wird,
sind zudem keine mechanischen Bearbeitungen des ballistischen Teils notwendig, welche
der Schutzwirkung des Stirnschilds abträglich sein könnten. Grundsätzlich verringern
nämlich mechanische Bearbeitungen des ballistischen Teils des Stirnschilds, wie zum
Beispiel Bohrlöcher, dessen Schutzwirkung.
[0015] Die Einhausung weist zudem Mittel zum Anpressen des Stirnschilds gegen eine Außenseite
einer Helmkalotte des Schutzhelms auf. Hierdurch wird einerseits das Stirnschild ausreichend
fest an der Helmkalotte gehalten. Andererseits wird gewährleistet, dass sich zumindest
ein Teil des Stirnschilds beim Öffnen des Visiers ausreichend von der Helmkalotte
abheben kann. Ein derartiges Abheben kann dadurch zustande kommen, dass das Stirnschild
an einem Visier befestigt wird und dieses beim Öffnen einen sich vergrößernden Abstand
zur Helmkalotte aufgrund deren nicht-sphärischer Form und/oder einer exzentrischen
Anordnung der Visierlager bildet. Das oder die Mittel zum Anpressen des Stirnschilds
gleichen diese durch das Visier verursachte Abhebebewegung entsprechend aus.
[0016] Die Einhausung ist dazu eingerichtet, abnehmbar mit einer Helmkalotte verbunden zu
werden. Dadurch kann die Einhausung bei Bedarf mit dem Helm verbunden und dieser somit
mit einem Stirnschild getragen werden.
[0017] Die Einhausung ist so eingerichtet, dass sie eine Verbindung mit einem Visier ermöglicht
und von diesem abnehmbar eingerichtet ist. Die Einhausung kann so eingerichtet sein,
dass sie eine Befestigung an der Helmkalotte und/oder des Visiers ermöglicht. Die
Befestigungsmöglichkeit ist dabei bevorzugt durch eine Klett-Flausch-Applikation ausgebildet.
[0018] Bei dem Mittel zum Anpressen des Stirnschilds gegen eine Außenseite einer Helmkalotte
des Schutzhelms kann es sich um zumindest ein Spannelement handeln, welches eingerichtet
ist, an zumindest einem Visierlager des Schutzhelms befestigt zu werden. Das Spannelement
kann dabei elastisch, z.B. als Gummiband ausgeprägt sein und an zumindest einem Ende
eine Schlaufe aufweisen, welche derart beschaffen ist, um an einem Visierlager einer
Helmkalotte angebracht zu werden.
[0019] Das Spannelement kann lösbar mit der Einhausung verbunden sein. Beispielsweise kann
das Spannelement mittels einer Klett-Flausch-Applikation an der Einhausung verbunden
sein. Auf diese Weise lässt sich das Spannelement von der Einhausung trennen und die
Einhausung auch ohne Spannelement am Schutzhelm, z.B. mittels einem der Klett-Flausch-Applikation
entsprechenden Gegenstück befestigt werden. Hierdurch wird das Stirnschild am Schutzhelm
fixiert und lässt sich nicht verschieben. Dies kann z.B. dann gewünscht sein, wenn
der Schutzhelm ohne Visier getragen wird.
[0020] Das Spannelement kann näher an einer einem Visier des Schutzhelms abgewandten Seite
der Einhausung befestigt sein, als an einer dem Visier zugewandten Seite der Einhausung.
Diese Anordnung ermöglicht die bereits erwähnte Abhebe- oder Rotationsbewegung, wenn
die Einhausung durch ein Visier des Schutzhelms verschoben wird: Aufgrund der nicht-sphärischen
Form des Schutzhelms und/oder einer exzentrischen Position der Visierlager, kommt
es an der Unterkante der Einhausung, an welcher das Visier anliegt, zu einer Abhebebewegung
bzw. Rotation der Einhausung. Dieser kann dadurch Rechnung getragen werden, dass das
Spannelement von der Unterkante der Einhausung weiter entfernt befestigt wird als
von deren Oberkante.
[0021] Die Einhausung kann aus zumindest einem flammhemmenden Material gefertigt sein. Auf
diese Weise kann ein Abbrennen der Einhausung und/oder des Spannelements bei Beschuss
verhindert oder zumindest soweit verzögert werden, dass das Stirnschild auch bei nachfolgendem
Beschuss sicher in Position gehalten wird.
[0022] Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Stirnschild mehr als ein Spannelement aufweisen,
z.B. zwei Spannelemente, welche an gegenüberliegenden Seiten des Stirnschilds bzw.
dessen ballistischen Teils angeordnet sind.
[0023] Wie zuvor bereits erläutert, schlagen die Erfinder mehrere Alternativlösungen für
eine verschiebbare Befestigung des erfindungsgemäßen Stirnschilds an einer Helmkalotte
vor. Gemäß einer weiteren Alternative handelt es sich bei der Vorrichtung, um das
Stirnschild abnehmbar und verschiebbar an dem Schutzhelm anzubringen, um zumindest
eine Schiene, welche eingerichtet ist, an dem Schutzhelm befestigt zu werden und einen
Teil des Schutzschilds verschiebbar zu halten. Die Schiene kann beispielsweise auf
die Helmoberfläche aufgeklebt werden oder an dieser mittels einer Klett-Flausch-Applikation
befestigt werden. Der andere Teil des Stirnschilds, insbesondere der ballistische
Teil, wird dann durch die Schiene verschiebbar am Schutzhelm gehalten und - ähnlich
dem bereits zuvor beschriebenen Einhausungsmechanismus - durch ein Visier des Schutzhelms
beim Öffnen und Schließen verschoben.
[0024] Der verschiebbare Teil des Schutzschilds kann ein Gleitelement aufweisen, welches
eingerichtet ist um in der Schiene, die vorzugsweise eine T-Nut aufweist, zu gleiten..
Das Gleitelement kann näher an einer dem Visier abgewandten Seite des ballistischen
Teils des Stirnschilds angeordnet sein als an einer dem Visier zugewandten Seite.
Auf diese Weise kann es auch bei dem hier beschriebenen Schienenmechanismus zu der
bereits erwähnten Abhebe- bzw. Rotationsbewegung des beweglichen Teils des Stirnschilds
kommen, wenn das Visier geöffnet wird.
[0025] Das Gleitelement und die Schiene können so ausgestaltet sein, dass das Gleitteil
in die Schiene eingeführt werden kann. Auf diese Weise kann der bewegliche Teil des
Stirnschilds, insbesondere das ballistische Element, lösbar und verschiebbar mit der
Helmkalotte verbunden werden.
[0026] Unabhängig vom Befestigungsmechanismus des Stirnschilds an der Helmkalotte, kann
das Stirnschild weiter zumindest ein Visierbefestigungsmittel aufweisen, um das Stirnschild
mit einem Visier des Schutzhelms zu verbinden. Das Visierbefestigungsmittel kann also
sowohl bei der hierin beschriebenen Einhausungslösung als auch bei der Schienenlösung
vorhanden sein. Bei der Einhausungslösung kann das Visierbefestigungsmittel an der
Einhausung angebracht sein. Das Visierbefestigungsmittel kann als Klett-Flausch-Applikation
ausgeführt sein. Ein Teil dieser Applikation kann am Visier, z.B. an einem Visierbügel,
und das entsprechende Gegenstück am Stirnschild angeordnet sein. Das Visierbefestigungsmittel
kann so eingerichtet sein, dass eine relative Drehung zwischen dem Visier und dem
Stirnschild möglich ist. Somit kann die bereits beschriebene Abhebe- oder Rotationsbewegung
des Stirnschilds beim Öffnen des Visiers unterstützt werden.
[0027] Das Stirnschild kann grundsätzlich ein Fixierungsmittel aufweisen, um das Stirnschild
an dem Schutzhelm zu fixieren. Auf diese Weise kann der Schutzhelm mit dem Stirnschild,
jedoch ohne Visier getragen werden. Auch ohne Visier wird auf diese Weise ein Abheben
oder Verrutschen des Stirnschilds durch das Fixierungsmittel verhindert.
[0028] Bei dem Visierbefestigungsmittel und/oder bei dem Fixierungsmittel kann es sich um
eine Klett-Flausch-Applikation handeln. Dies ermöglicht ein einfaches Umrüsten des
Helms zwischen einer Verwendung mit Visier und einer Verwendung ohne Visier: Wenn
der Schutzhelm ohne Visier getragen wird, kann das Stirnschild durch die Klett-Flausch-Applikation
einfach fixiert werden. Sobald der Schutzhelm wieder mit einem Visier ausgestattet
wird, kann die Klett-Flausch-Applikation zwischen Stirnschild und Schutzhelm gelöst
und das Stirnschild mittels einer weiteren Klett-Flausch-Applikation am Visier, z.B.
an dessen Visierbügel, befestigt werden, um ein Mitbewegen des Stirnschilds mit dem
Visier zu ermöglichen, wie hierin beschrieben.
[0029] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft einen Schutzhelm, aufweisend
(a) eine Helmkalotte; und (b) ein Stirnschild, wie es hierein beschrieben ist.
[0030] Der Schutzhelm kann weiter zumindest ein mit dem Fixierungsmittel des Stirnschilds
zusammenwirkendes Mittel aufweisen. Beispielsweise kann es sich dabei um eine Klett-Flausch-Applikation
handeln, wobei der Klett-Teil oder der Flauschteil z.B. auf der Oberseite des Helms
angeordnet sein kann. Das Stirnschild kann dann, wie zuvor beschrieben, ausreichend
fixiert werden, wenn der Schutzhelm ohne Visier getragen wird.
[0031] Das Fixierungsmittel kann ausklappbar ausgestaltet sein. Auf diese Weise ist das
Fixierungsmittel beim Tragen des Schutzhelms mit Visier möglichst unauffällig.
[0032] Der Schutzhelm kann ein Visier aufweisen. Wie bereits beschrieben, kann die vorliegende
Erfindung besonders vorteilhaft bei einem Schutzhelm mit Visier verwendet werden,
da sich das Stirnschild mit dem Visier beim Öffnen und Schließen mitbewegt.
[0033] Das Spannelement kann durch ein elastisches und spannbares Material ausgebildet sein.
Auf diese Weise kann das Stirnschild einerseits einfach gegen die Helmoberfläche gepresst
werden und liegt somit eng am Helm andererseits erlaubt es durch seine Flexibilität
das Abheben des Stirnschildes an der Vorderkante beim Öffnen des Visiers
Noch ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine Einhausung für ein
ballistisches Element eines Stirnschilds für einen ballistischen Schutzhelm, wobei
die Einhausung eingerichtet ist, das ballistische Element aufzunehmen und ein Mittel
zum Anpressen des ballistischen Elements gegen eine Außenseite einer Helmkalotte des
Schutzhelms aufweist, so dass das ballistische Element abnehmbar und verschiebbar
an der Helmkalotte befestigt werden kann. Die Vorteile und weiteren Austgestaltungen
einer derartigen Einhausung wurden bereits ausführlich beschrieben, so dass an dieser
Stelle zur Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen wird.
[0034] Grundsätzlich kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Helmkalotte aus Metall,
aus faserverstärktem Kunststoff und/oder aus einer Kombination von beiden (Hybrid-Helm)
gefertigt sein. Als Metall werden z.B. Titan und als faserverstärkter Kunststoff z.B.
Aramid- und/oder Polyethylenfasern verwendet. Ein Hybrid-Helm hat sich vor allem bei
Beschuss aus großkalibrigen Waffen als widerstandsfähig erwiesen.
[0035] Die Erfindung ermöglicht insbesondere auch die Nachrüstung von Helmen um ein zusätzliches
Stirnschild, wobei der Schutzhelm mit oder ohne Visier getragen werden kann.
4. Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0036] Die Aspekte der vorliegenden Erfindung werden im Folgenden anhand von bevorzugten
Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert.
Die Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1A:
- Einen erfindungsgemäßen Helm mit einer erfindungsgemäßen Einhausung, einem Stirnschild
und einem Visier;
- Fig. 1B:
- Detaildarstellung des Helms aus Fig. 1A;
- Fig. 2A:
- Seitenansicht des Ausführungsbeispiels aus Fig. 1A mit Visier im geschlossenen Zustand;
- Fig. 2B:
- Seitenansicht des Ausführungsbeispiels aus Fig. 1A mit Visier im geöffneten Zustand;
und
- Fig. 3A:
- eine Seitenansicht eines ballistischen Schutzhelms in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ohne Visier mit angebrachtem Stirnschild; und
- Fig. 3B:
- Frontansicht des ballistischen Schutzhelms aus Fig. 3A.
- Fig. 4:
- Rückansicht der Helmkalotte mit Schienenstruktur zur Aufnahme eines Stirnschilds und/oder
einer Einhausung
5. Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0037] Die Figuren 1A, 1B, 2A und 2B zeigen verschiedene Ansichten einer bevorzugten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Stirnschilds 3 an einem Schutzhelm 2. Dabei handelt sich um
eine von mehreren Möglichkeiten, um das Stirnschild 3 verschiebbar an dem Schutzhelm
2 zu befestigen, nämlich mittels einer Einhausung 9. Bei dem Helm 2 handelt es sich
um einen ballistischen Schutzhelm, wie dieser typischerweise von Einsatzkräften, wie
z.B. Polizei oder anderen Einsatzkräften getragen werden kann, um sich vor Schuss-
und/oder Krafteinwirkungen jeglicher Art von außen zu schützen. Die hier gezeigten
Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung betreffen ballistische Schutzhelme
für Spezialkräfte und Polizisten, sind jedoch nicht exklusiv auf diese beschränkt,
sondern sind z.B. auch für Schutzhelme für den militärischen Einsatz anwendbar.
[0038] Die Helmkalotte 2 kann aus Metall, aus faserverstärktem Kunststoff und/oder aus einer
Kombination von beiden (Hybrid-Helm) gefertigt sein. Als Metall werden z.B. Titan
und als faserverstärkter Kunststoff z.B. Aramid- und/oder Polyethylenfasern verwendet.
Die Helmkalotte 2 kann in einem Tiefziehprozess, vorzugsweise aus einem einstückigen
Titanblech hergestellt werden, wobei ein ein- oder mehrschichtiger Aufbau der Kalotte
möglich ist. Eine Herstellung des Helms aus Stahl oder Aluminium ist ebenfalls möglich.
Ebenso kommen optional eine oder mehrere Schichten aus vorzugsweise einem Faserverbundmaterial
aus hochmolekularen Polyethylenfasern (Ultra High Molecular Weight Polyethylene, UHMW-PE)
in Betracht, sind jedoch nicht auf diese beschränkt. Weiterführend können diesem,
weitere Schichten mit Aramidfasern beigemischt werden. Neben der bevorzugten Ausführungsform
kommen grundsätzlich auch noch andere Faserverbundstoffe in Erwägung Eine Materialkombination
wird dabei als Hybrid bezeichnet. Die Helmkalotte 2 kann auch vollständig aus Kunststoffen
und/oder faserverstärkten Kunststoffen gefertigt sein.
[0039] An dem ballistische Schutzhelm 2 ist ein Stirnschild 3 angebracht, welches in Kombination
mit einem Visier 4 (z.B. Sichtvisier) getragen werden kann. Das Stirnschild 3 bzw.
das eigentliche ballistische Element des Stirnschilds, ist dabei bevorzugt so gefertigt,
dass es bestimmte Anforderungen der VPAM-(Vereinigung der Prüfstellen für angriffshemmende
Materialien und Konstruktion) Prüfungsrichtlinie erfüllt, jedoch nicht darauf beschränkt
ist. Durch Anbringen des Stirnschilds 3 ist es möglich, die Front- bzw. Stirnpartie
des Kopfes 1 eines Trägers des Schutzhelms 2 zusätzlich vor Einwirkungen, die frontal
(oder auf die Stirnpartie abzielen) gegen den Träger gerichtet sind, zu schützen,
wie dies z.B. durch frontalen Beschuss, aber auch durch den Einsatz von Hieb- und
Stichwaffen bei Schlägen notwendig sein kann. Auch andere, nicht genannte Angriffe
auf die vom Schild abgedeckte Kopfpartie, können somit ohne schädigende Effekte auf
den Träger des Helms, abgewehrt werden. Das Stirnschild 3 ist in der bevorzugten Ausführungsform
aus einem Faserverbundmaterial aus hochmolekularen Polyethylenfasern (Ultra High Molecular
Weight Polyethylene, UHMW-PE) gefertigt, kann jedoch grundsätzlich auch aus anderen
Materialien gefertigt sein, wie z.B. Titan, Aluminium, Stahl oder faserverstärktem
Kunststoff z.B. aus Aramidfasern. Mittels des Stirnschilds 3 ist es somit möglich,
eine zusätzliche, optionale Schutzwirkung zu gewährleisten, falls dies situativ erforderlich
oder gewünscht ist.
[0040] Im Ausführungsbeispiel der Figuren 1A, 1B, 2A und 2B ist das Stirnschild, bzw. das
eigentliche ballistische Element 3 in einer Einhausung 9 aufgenommen, welche z.B.
ein Gummieinfassband aufweisen kann und mit einem zusätzlichen Gummiband 10 ein Verrutschen
oder Herausfallen des Stirnschilds bzw. des ballistischen Elements 3 verhindert. Um
eine unbeabsichtigte Bewegung des Stirnschilds/ballistischen Elements 3 zu verhindern,
wird das Stirnschild/ballistisches Element 3 durch ein Spannelement 8, welches z.B.
als Gummiband mit einer Lasche eingerichtet sein kann, gegen die Oberfläche des Helms
2 gepresst.
[0041] Neben einem Gummieinfassband sowie dem Spannelement 8 ist es auch möglich, die Einhausung
9 in einer anderen Ausführungsform zu realisieren, wie dies z.B. durch eine taschenartige
Einhausung erreicht werden kann, welche das Stirnschild bzw. das ballistische Element
3 komplett oder auch nur teilweise umfassen und damit einhausen kann. Die Einhausung
selbst kann dabei, neben einem Gummieinfassband, auch andere Konstruktionen aufweisen
wie z.B. ein textiles Element. Des Weiteren ist auch eine metallische Ausführungsform
der Einhausung, z.B. als Blechbiegeteil denkbar, in welcher das Stirnschild z.B. durch
Druckknöpfe oder eine Clip-Verbindung befestigt wird, wobei die Möglichkeit der Ausführungsformen
nicht auf die angeführten Ausführungsformen beschränkt sind.
[0042] Wichtig ist, dass im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Einhausung 9 und damit
das darin aufgenommene Stirnschild bzw. das eigentliche ballistische Element 3 entlang
der Oberfläche der Helmkalotte 2 beweglich ist, damit ein an dem Helm 2 befestigtes
Visier 4 auf und ab bewegt werden kann. Das Visier 4 ist in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
als ein Vollkunststoffvisier (Sichtvisier) gemäß VPAM2/VPAM3 eingerichtet, wobei jedoch
auch andere Visiertypen mit der erfindungsgemäßen Offenbarung genutzt werden können.
Das Visier 4 kann des Weiteren von einem Visierbügel 5 gehalten und damit mit dem
Rest des Schutzhelms 2 verbunden werden. Der Visierbügel 5 kann drehbar mit dem Schutzhelm
verbunden werden. Dies kann dadurch erreicht werden, dass lateral, auf beiden Seiten
des Schutzhelms entsprechende Lager 6 (z.B. Visierlager) angebracht werden, um welche
der Visierbügel 5 drehbar angebracht/gelagert werden kann. Die Lager 6 werden dabei
bevorzugt so am Helm 2 angebracht, dass diese auf gegenüberliegenden Seiten realisiert
sind. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf diese Anbringungsform beschränkt.
[0043] In einer bevorzugten Ausführungsform bietet das Lager 6 dabei zumindest einen Rastpunkt,
sodass der Visierbügel 5 verschiedene Winkel relativ zur vertikalen Achse des Trägers
einnehmen kann. Dies bietet insbesondere den Vorteil, dass das Visier 4 geöffnet werden
kann und die geöffnete Visierstellung arretiert werden kann und somit ein unerwünschtes
Herunterklappen des Visiers, z.B. bei einer Laufbewegung des Trägers verhindert werden
kann. Ebenso ist in einer bevorzugten Ausführungsform zumindest ein weiterer Rastpunkt
vorgesehen, der den geschlossenen Zustand des Visiers 4 stabilisiert. Mögliche Ausführungsformen
der Rastpunkte sind dabei nicht auf die zuvor beschriebenen Konfigurationen beschränkt,
sondern es können beliebige weitere Rastpunkte in das Lager 6 integriert werden.
[0044] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist es möglich, mittels einer Klett-Flausch-Applikation
7, den Visierbügel (und damit das Visier 4) mit der Einhausung 9 (und damit dem Stirnschild
bzw. dem ballistischen Element 3) zu verbinden, wobei jedoch auch andere Befestigungsmechanismen
möglich sind. Bei einer Drehung des Visierbügels 5 um das Lager 6 kann somit das Visier
4 hochgeklappt oder runterklappt werden wobei sich durch die Klett-Flausch-Applikation
7 das Stirnschild 3 mit dem Visier 4 mitbewegt indem das Stirnschild 3 auf der Oberfläche
des Helms 2 gleitet.
[0045] In einer bevorzugten Ausführungsform können eine oder mehrere der Helmkomponenten
Helm 2, Schutzschild bzw. ballistisches Element 3, Visier 4, Visierbügel 5, Lager
6, Klett-Flausch-Applikationen 7, Spannelement 8, Einhausung 9, und/oder Gummiband
10 aus einem oder mehreren flammhemmenden Materialien gefertigt werden, wie z.B. Leder,
Nomex, Kermel, Gummi, Flammehemmende Kunststoffe nach UL94 V-0 und Metalle, um die
Schutzwirkung des Helms entsprechend erhöhen zu können.
[0046] Die Klett-Flausch-Applikation 7 zwischen Visierbügel 5 und der Einhausung 9, kann
so angeordnet sein, dass sich eine Art Scharnier 11 ergibt, welches es ermöglicht,
einen Winkel zwischen der Einhausung 9 sowie dem Visierbügel 5 (und dem damit verbundenen
Visier 4) einzustellen. Die Rotationsrichtung des Visiers 4 kann dabei vom Kopf 1
eines Trägers ausgehend nach außen (und umgekehrt) sein.
[0047] Der Schutzhelm 2 kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch ohne Visier getragen
werden. Grundsätzlich sind auch statische Auslegungsformen denkbar, in denen das Stirnschild
3 z.B. durch eine weitere Klett-Flausch-Applikation 13 mit der Helmkalotte 2 verbunden
wird. Das Stirnschild 3 kann dabei auch als Nachrüstgegenstand bzgl. eines bereits
vorhandenen Schutzhelms, welcher alle benötigten Befestigungselementen zur Aufnahme
des Stirnschilds aufweist, benutzt werden, kann jedoch auch in Kombination mit einem
Schutzhelm als eine Art Einheit erworben werden. Die Benutzung des Stirnschilds ist
dabei sowohl mit Einhausung 9 als auch ohne Einhausung 9 möglich, wobei auch hier
eine Nachrüstung eines Schutzhelms um eine Einhausung zur Aufnahme eines Schutzschilds
möglich ist. Der Schutzhelm, in Kombination mit einem erfindungsgemäßen beweglichen
Stirnschilds (mit oder ohne Einhausung), kann dabei zusätzlich mit einem Visier 4
(z.B. einem Sichtvisier) kombiniert werden, wobei auch das Visier 4 als optionale
zusätzliche Nachrüstoption ausgeführt sein kann. Erfindungsgemäß kann das nachgerüstete
Visier auch mit nachgerüstetem Stirnschild (mit und ohne Einhausung) als Einheit beweglich
auf der Oberfläche der Helmkalotte eingerichtet sein.
[0048] Das zumindest eine Spannelement 8 erfüllt dabei zwei relevante Funktionen:
Zum einen sorgt das Spannelement dafür, dass die Einhausung 9 gegen die Helmkalotte
2 gepresst wird. Des Weiteren dient das zumindest eine Spannelement 8 dazu, eine gemeinsame
Bewegung von Einhausung und Visier über die Helmkalotte zu ermöglichen, wobei ein
Abheben der Einhausung an deren Unterkante während der Bewegung über die Helmkalottenoberfläche,
auf Grund deren nicht-sphärischer Form, ermöglicht wird. Ein elastisches und spannbares
Material kann beispielsweise relativ einfach durch einen Gummizug oder ein elastisches
Textil, z.B. auf Basis von Elastan, realisiert werden. Das Spannelement ist in einer
bevorzugten Ausführungsform dabei so beschaffen, dass es an zumindest an einem Ende
eine schlaufenförmige Struktur 12 aufweist, welche dazu benutzt werden kann, diese
an zumindest einem Lager einzuhängen und damit auf Grund der Spannkraft das Stirnschild
mit oder ohne Einhausung gegen die Helmkalotte zu pressen.
[0049] Fig. 3A zeigt eine Seitenansicht eines ballistischen Schutzhelms 2 in einer weiteren
nicht beanspruchten Ausführungsform, in welcher der Helm 2 ohne ein Visier sowie den
dazugehörigen Visierbügel getragen werden kann. Das Stirnschild bzw. dessen ballistisches
Element 3 wird dabei ebenfalls in eine Einhausung 9 eingebracht und von dieser aufgenommen.
Mittels eines Flausches 13, welcher an der Oberseite des Helms 2 (bevorzugt durch
eine Klebeverbindung) angebracht ist, und über ein am Flausch 13 angebrachtes Befestigungselement
14 in Form eines Klettpads wird die Einhausung 9 in Position gehalten. Das Befestigungselement
14, welches z.B. über ein Band mit der Einhausung 9 verbunden sein kann, schützt dabei
die Einhausung 9 vor einer unbeabsichtigten Bewegung, wie z.B. ein Verrutschen oder
Herunterfallen. Das ballistische Element 3 des Stirnschilds kann in einer bevorzugten
Ausführungsform zusätzlich durch ein weiteres Befestigungselement 14 mit der Einhausung
9 verbunden werden und dadurch ein Verrutschen oder Herausfallen des ballistischen
Elements 3 aus der Einhausung 9 verhindert werden. Beim Tragen des Schutzhelms mit
Visier 4, wird diese Haltefunktion durch die Klett-Flausch-Applikation 7 übernommen.
Über eine zusätzliche Klett-Flausch-Applikation 16, welche in einer bevorzugten Ausführungsform
herausklappbar eingerichtet ist, ist es möglich, eine zusätzliche Verbindung zwischen
dem Helm 2 und der Einhausung 9 herzustellen. Dazu wird in der bevorzugten Ausführungsform
die Klett-Flausch-Applikation 7 mit der Klett-Flausch-Applikation 16 verbunden. Dies
dient dazu, ein unbeabsichtigtes Abheben und/oder Verrutschen der Einhausung 9, vom
Helm 2 zu verhindern.
[0050] Fig. 3B zeigt eine Frontansicht des ballistischen Schutzhelms 2 der weiteren nicht
beanspruchten Ausführungsform aus Fig. 3A, in welcher der Schutzhelm 2 ohne ein Visier
getragen wird und lediglich das ballistische Element 3 des Stirnschilds in der Einhausung
9 auf dem Helm 2 angebracht wird und zusätzlich durch das weitere Befestigungselement
10 gehalten wird. Mittels der Klett-Flausch-Applikationen 7, 14, 15, 16 ist es möglich,
ein unbeabsichtigtes Abheben und/oder Wegrutschen der Einhausung 9 zu verhindern.
[0051] Figur 4 zeigt eine Alternativlösung für ein Stirnschild, welches mit einem Visier
mitbewegt werden kann. An der Helmkalotte 2 ist eine Schienenstruktur 18 des Stirnschilds
angebracht, welche in einer bevorzugten Ausführungsform eine T-Nut aufweist, in welche
ein beweglicher Teil des Stirnschilds eingeführt wird. Eine entsprechende Aussparung
19 der Schienenstruktur 17 ermöglicht das Einbringen des T-förmigen Gleitteils 18.
Über die Schienenstruktur 17 kann somit der bewegliche Teil des Stirnschilds, insbesondere
dessen ballistisches Element nach vorne zum Visierbügel 5 gezogen werden, an dem das
Visier 4 angebracht ist, und mittels der Klett-Flausch-Applikation 7 mit diesem verbunden
werden. Diese Schienenstruktur 17 erlaubt ebenfalls eine Bewegung des Stirnschildes
3 entlang der Oberfläche der Helmkalotte 2. Auch diese Alternativlösung kann sowohl
mit als auch ohne Visier verwendet werden. Die Schienenstruktur kann dabei sowohl
permanent (z.B. durch direkte Verklebung) oder abnehmbar mit der Helmkalotte verbunden
sein. Bei einer abnehmbaren Anbringung der Führungsschiene an der Helmkalotte kann
in einer nicht beanspruchten
[0052] Ausführungsform eine Klett-Flausch-Applikation zur temporären Befestigung benutzt
werden. An der Seite der Schienenstruktur 17, welche dem Visierbügel 5 zugewandt ist,
kann ein Anschlag für das T-förmige Gleitteil 18 vorgesehen sein, was insbesondere
dazu dient, ein unbeabsichtigtes Verrutschen des Stirnschilds zu verhindern, wenn
der Schutzhelm 2 ohne Visier getragen wird. Hierzu können die Klett-Flausch-Applikationen
7 und 16 zur Fixierung verwendet werden.
[0053] In einer weiteren Ausführungsform kann auch ein flexibel eingerichtetes Paar von
Führungsschienen, welche an der Helmkalotte, sowohl permanent als auch abnehmbar angebracht
werden können, dazu eingesetzt werden, das Stirnschild bewegbar zu lagern. Für die
Montage kommen dabei insbesondere Kunststoffe, flammhemmende Kunststoffe und/oder
schlagzähmodifizierte Kunststoffe nach UL94 V-0 sowie Metalle in Betracht.
Bezugszeichenliste
[0054]
- 1
- Kopf
- 2
- Helm / Schutzhelm / Helmkalotte
- 3
- Schild/ Stirnschild/ ballistisches Element
- 4
- Visier / Sichtvisier
- 5
- Visierbefestigungsmittel / Visierbügel
- 6
- Lager
- 7
- Klett-Flausch-Applikation
- 8
- Spannelement
- 9
- Einhausung
- 10
- Gummiband
- 11
- Scharnier
- 12
- Schlaufenförmiges Ende des Spannelements
- 13
- Flausch
- 14
- Befestigungselement
- 15
- Befestigungselement
- 16
- Klett-Flausch-Applikation
- 17
- Schienenstruktur
- 18
- T-förmiges Gleitteil
- 19
- Einführöffnung für Gleitteil
1. Stirnschild (3) für einen ballistischen Schutzhelm (2), welches eingerichtet ist,
sich beim Öffnen und Schließen eines Visiers (4) des Schutzhelms (2) mit dem Visier
(4) mitzubewegen,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Stirnschild (3) eine Vorrichtung (9) aufweist, um das Stirnschild (3) abnehmbar
und verschiebbar an dem Schutzhelm (2) anzubringen.
2. Stirnschild (3) nach Anspruch 1, wobei es sich bei der Vorrichtung um eine Einhausung
(9) handelt, welche Mittel (8) zum Anpressen des Stirnschilds (3) gegen eine Außenseite
einer Helmkalotte des Schutzhelms (2) aufweist.
3. Stirnschild (3) nach Anspruch 2, wobei es sich bei dem Mittel um zumindest ein Spannelement
(8) handelt, welches eingerichtet ist, an zumindest einem Visierlager (6) des Schutzhelms
(2) befestigt zu werden.
4. Stirnschild (3) nach Anspruch 3, wobei das Spannelement (8) näher an einer einem Visier
(4) des Schutzhelms (2) abgewandten Seite der Einhausung (9) befestigt ist, als an
einer dem Visier (4) zugewandten Seite der Einhausung (9).
5. Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei die Einhausung (9) aus zumindest
einem flammhemmenden Material gefertigt ist.
6. Stirnschild (3) nach Anspruch 1, wobei es sich bei der Vorrichtung um zumindest eine
Schiene (17) handelt, welche eingerichtet ist, an dem Schutzhelm (2) befestigt zu
werden und einen Teil des Schutzschilds (3) verschiebbar zu halten.
7. Stirnschild (3) nach Anspruch 6, wobei der verschiebbare Teil des Schutzschilds (3)
ein Gleitelement (18) aufweiset, welches eingerichtet ist, in der Schiene (17) zu
gleiten.
8. Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, weiter aufweisend zumindest ein
Visierbefestigungsmittel, um das Stirnschild mit einem Visier des Schutzhelms zu verbinden.
9. Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, weiter aufweisend zumindest ein
Fixierungsmittel, um das Stirnschild (3) an dem Schutzhelm (2) zu fixieren.
10. Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei es sich bei dem Visierbefestigungsmittel
und/oder bei dem Fixierungsmittel um eine Klett-Flausch-Applikation (7) handelt.
11. Schutzhelm (2), aufweisend:
a) eine Helmkalotte; und
b) ein Stirnschild (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 10.
12. Schutzhelm (2) nach Anspruch 11, weiter aufweisend zumindest ein mit dem Fixierungsmittel
(7) des Stirnschilds (3) nach Anspruch 10 zusammenwirkendes Mittel.
13. Schutzhelm nach einem der Ansprüche 11 oder 12, weiter aufweisend ein Visier (4).
14. Einhausung (9) für ein ballistisches Element eines Stirnschilds (3) für einen ballistischen
Schutzhelm (2), wobei die Einhausung (9) eingerichtet ist, das ballistische Element
aufzunehmen und ein Mittel (8) zum Anpressen des ballistischen Elements gegen eine
Außenseite einer Helmkalotte des Schutzhelms (2) aufweist, so dass das ballistische
Element abnehmbar und verschiebbar an der Helmkalotte befestigt werden kann.
1. Forehead shield (3) for a ballistic protective helmet (2), which is adapted to move
with a visor (4) of the protective helmet (2) when the visor (4) is opened and closed,
characterized in that the forehead shield (3) comprises means (9) for removably and slidably attaching
the forehead shield (3) to the protective helmet (2).
2. Forehead shield (3) of claim 1, wherein the means is an enclosure (9) comprising means
(8) for pressing the forehead shield (3) against an outer side of a helmet dome of
the protective helmet (2).
3. Forehead shield (3) of claim 2, wherein the means is at least one tensioning element
(8) adapted to be attached to at least one visor bearing (6) of the protective helmet
(2).
4. Forehead shield (3) of claim 3, wherein the tensioning element (8) is secured closer
to a side of the enclosure (9) facing away from a visor (4) of the protective helmet
(2) than to a side of the enclosure (9) facing the visor (4).
5. Forehead shield (3) of any one of claims 2 to 4, wherein the enclosure (9) is made
of at least one flame retardant material.
6. Forehead shield (3) of claim 1, wherein the means is at least one rail (17) adapted
to be attached to the helmet (2) and to slidably support a portion of the forehead
shield.
7. Forehead shield (3) of claim 6, wherein the slidable part of the protective shield
(3) comprises a sliding element (18) adapted to slide in the rail (17).
8. Forehead shield (3) of any one of claims 1 to 7, further comprising at least one visor
attachment means for connecting the forehead shield to a visor of the protective helmet.
9. Forehead shield (3) of any one of claims 1 to 8, further comprising at least one fixation
means to fix the forehead shield (3) to the protective helmet (2).
10. Forehead shield (3) of any one of claims 8 or 9, wherein the visor fixing means and/or
the fixation means is a hook-and-loop-fastener application (7).
11. Protective helmet (2), comprising:
(a) a helmet dome; and
(b) a forehead shield (3) of any one of claims 1 to 10.
12. Protective helmet (2) of claim 11, further comprising at least one means cooperating
with the fixation means (7) of the forehead shield (3) according to claim 10.
13. Protective helmet of any one of claims 11 or 12, further comprising a visor (4).
14. Enclosure (9) for a ballistic element of a forehead shield (3) for a ballistic protective
helmet (2), the enclosure (9) being adapted to receive the ballistic element and comprising
means (8) for pressing the ballistic element against an outer side of a helmet dome
of the protective helmet (2) so that the ballistic element can be removably and slidably
secured to the helmet dome.
1. Bouclier frontal (3) pour casque de protection balistique (2), lequel est agencé pour
se déplacer avec la visière (4) lors de l'ouverture et de la fermeture d'une visière
(4) du casque de protection (2),
caractérisé en ce que
le bouclier frontal (3) comporte un dispositif (9) pour monter le bouclier frontal
(3) sur le casque de protection (2) de manière amovible et mobile.
2. Bouclier frontal (3) selon la revendication 1, dans lequel le dispositif est constitué
par un entourage (9) qui comporte des moyens (8) pour plaquer le bouclier frontal
(3) contre un côté extérieur d'une calotte de casque du casque de protection (2).
3. Bouclier frontal (3) selon la revendication 2, dans lequel le moyen est constitué
par au moins un élément de serrage (8) qui est agencé pour être fixé à au moins un
support de visière (6) du casque de protection (2).
4. Bouclier frontal (3) selon la revendication 3, dans lequel l'élément de serrage (8)
est fixé plus près d'un côté de l'entourage (9) situé à l'opposé d'une visière (4)
du casque de protection (2) que d'un côté de l'entourage (9) tourné vers la visière
(4).
5. Bouclier frontal (3) selon une des revendications 2 à 4, dans lequel l'entourage (9)
est fabriqué au moins en un matériau ignifuge.
6. Bouclier frontal (3) selon la revendication 1, dans lequel le dispositif est constitué
par au moins une glissière (17) qui est agencée pour être fixée au casque de protection
(2) et pour maintenir une partie du bouclier de protection (3) de manière mobile.
7. Bouclier frontal (3) selon la revendication 6, dans lequel la partie mobile du bouclier
de protection (3) comporte un élément coulissant (18) qui est agencé pour coulisser
dans la glissière (17).
8. Bouclier frontal (3) selon une des revendications 1 à 7, comprenant en outre au moins
un moyen de fixation de visière pour relier le bouclier frontal à une visière du casque
de protection.
9. Bouclier frontal (3) selon une des revendications 1 à 8, comprenant en outre au moins
un moyen de blocage pour bloquer le bouclier frontal (3) contre le casque de protection
(2).
10. Bouclier frontal (3) selon une des revendications 8 ou 9, dans lequel le moyen de
fixation de visière et/ou le moyen de blocage sont constitués par une bande auto-agrippante
(7).
11. Casque de protection (2) comprenant :
a) une calotte de casque ; et
b) un bouclier frontal (3) selon une des revendications 1 à 10.
12. Casque de protection (2) selon la revendication 11, comprenant en outre au moins un
moyen coopérant avec le moyen de blocage (7) du bouclier frontal (3) selon la revendication
10.
13. Casque de protection selon une des revendications 11 ou 12, comprenant en outre une
visière (4).
14. Entourage (9) pour élément balistique de bouclier frontal (3) pour casque de protection
balistique (2), dans lequel l'entourage (9) est agencé pour recevoir l'élément balistique
et comporte un moyen (8) pour plaquer l'élément balistique contre un côté extérieur
d'une calotte de casque du casque de protection (2), de sorte que l'élément balistique
peut être fixé à la calotte de casque de manière amovible et mobile.