[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kalibrieren eines Antriebs einer
Drosselklappe eines Verbrennungsmotors in einem Kraftfahrzeug sowie ein Steuergerät,
das zum Ausführen eines solchen Verfahrens ausgelegt ist und ein Kraftfahrzeug mit
einem solchen Steuergerät.
STAND DER TECHNIK
[0002] Bei einem Kraftfahrzeug mit einem Verbrennungsmotor dient eine Drosselklappe im Allgemeinen
dazu, eine dem Verbrennungsmotor zugeführte Luftmenge zu regulieren. Um die Drosselklappe
beispielsweise im Saugrohr des Verbrennungsmotors geeignet zu positionieren, kann
die Stellung der Drosselklappe mithilfe eines geeigneten Antriebs eingestellt werden.
Als mögliche Antriebe wurden dabei bisher meist Elektromotoren in Form von beispielsweise
bürstenbehafteten Gleichstrommotoren eingesetzt.
[0003] Beispielsweise wegen ihres besseren Wirkungsgrades oder ihrer geringeren Baugröße
sollen in elektrischen Drosselklappenverstelleinheiten zukünftig sogenannte bürstenlose
Gleichstrommotoren (im Englischen auch als BrushLess Direct Current Motor, BLDC Motor
bekannt) eingesetzt werden. Solche Motoren werden teilweise auch als elektrisch kommutierte
elektrische Maschinen bezeichnet. Eine Ansteuerung eines solchen BLDC-Motors sollte
in der Regel derart ausgelegt sein, dass der Motor möglichst immer mit optimalem Wirkungsgrad
betrieben wird. Die Ansteuerung kann jedoch sehr empfindlich beispielsweise auf Parameterschwankungen
und Winkelfehler zwischen einem Rotor und einem Stator des Motors reagieren. Ein Winkelfehler
ist dabei eine Abweichung zwischen einer tatsächlichen Rotorposition und einer von
der Steuersoftware angenommenen Rotorposition.
[0004] Zur präzisen Ansteuerung eines BLDC-Motors schien es daher bisher erforderlich, die
momentane Lage des Rotors beispielsweise mithilfe eines Winkelgebers sehr genau zu
bestimmen. Alternativ kann die Rotorlage mittels einer strombasierten Winkelerfassung
bestimmt werden. Bei einer strombasierten Winkelerfassung wird mithilfe eines Algorithmus,
der auf einem Motormodell basiert, aus den gemessenen Strömen die Lage des Rotors
berechnet bzw. geschätzt. Eine derartige strombasierte Winkelerfassung kann sich unter
Umständen realisieren lassen, weil für die Drehzahl- bzw. Drehmoment-Regelung des
BLDC-Motors oftmals eine Stromregelung als unterlagerter Regelkreis vorhanden ist.
Eine Stromregelung benötigt eine Stromsensorik zum Erfassen der Strom-Istwerte.
[0005] Zur Kostenreduktion sollen in zukünftigen Drosselklappenverstelleinheiten weder eine
Stromsensorik, und somit auch keine Stromregelung, vorgesehen sein noch ein zusätzlicher
Winkelgeber an der Motorwelle angeordnet sein. Stattdessen soll die momentane Lage
des Rotors indirekt mithilfe eines bereits vorhandenen Drosselklappen-Winkelgebers
erfasst werden, der die aktuelle Winkellage der Drosselklappe messen soll und der
z.B. mit der Welle des BLDC-Motors über ein Getriebe verbunden ist.
[0006] Ein im Allgemeinen nichtlinearer Zusammenhang zwischen einer Rotorlage und einer
Ausgangsspannung des Drosselklappen-Winkelgebers ist beispielsweise als Kennlinie
darstellbar. Diese Kennlinie ist zunächst unbekannt und kann beispielsweise vor einer
eigentlichen Inbetriebnahme der elektrischen Drosselklappenverstelleinheit bestimmt
werden. Beispielsweise kann die Kennlinie automatisiert durch einen softwaregesteuerten
Prozess bestimmt werden, was auch als Grundadaption bezeichnet wird. Ein möglicher
solcher Prozess ist in
DE 10 2009 063 326 A1 beschrieben. Ein Ergebnis der Grundadaption, das heißt die Kennlinie, kann dann in
einem Steuergerät (ECU)
Austauschseite 3 in Reinschrift
[0007] gespeichert und nachfolgend für die Ansteuerung des BLDC-Motors verwendet werden.
[0008] Allerdings kann sich der ursprünglich ermittelte und als Kennlinie abgespeicherte
Zusammenhang zwischen Rotorlage und Ausgangsspannung des Drosselklappen-Winkelgebers
während eines späteren Betriebs beispielsweise durch äußere Einflüsse, insbesondere
durch Temperaturschwankungen, und über die Lebensdauer, insbesondere durch Abnutzungserscheinungen,
ändern. Die ursprünglich aufgenommene Kennlinie kann dann vom tatsächlich vorherrschenden
Zusammenhang zwischen Rotorlage und Ausgangsspannung des Drosselklappen-Winkelgebers
abweichen, so dass die Ansteuerung des BLDC-Motors fehlerbehaftet sein kann.
[0009] Aus der
DE 100 46 269 A1 ist ein Ansaugluftflussratensteuergerät mit einer Drosselklappe bekannt, in welchem
ein Drosselklappenmotor entweder bei vollständig geschlossener Position oder bei vollständig
geöffneter Position kalibriert wird, wenn die Brennkraftmaschine abgeschaltet ist.
[0010] Die
DE 10 2006 035 372 A1 beschreibt ein Motorsteuerelement, das entwickelt ist, um eine gewünschte Bewegungscharakteristik
eines Drosselventils sicherzustellen.
[0011] Aus der
DE 10 2007 003 151 A1 ist ein Verfahren zur Einstellung eines Stellwinkels einer Klappvorrichtung einer
Ansaugvorrichtung bekannt.
[0012] Aus der
US 2010/0275879 A1 ist eine automatische Drosselklappenkalibration in einem Schiff bekannt.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0013] Mithilfe von Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kann ein Verfahren sowie
ein ein solches Verfahren ausführendes Steuergerät für ein Kraftfahrzeug bereitgestellt
werden, mit dem die oben genannte Kennlinie während des
Austauschseite 3a in Reinschrift
[0014] Betriebs des Kraftfahrzeugs korrigiert und somit der Antrieb der Drosselklappe kalibriert
werden kann.
[0015] Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Kalibrieren
eines Antriebs einer Drosselklappe eines Verbrennungsmotors in einem Kraftfahrzeug
vorgeschlagen. Eine Korrelation zwischen einer Rotorlage des Antriebs und einer Ausgangsspannung
eines Drosselklappen-Winkelgebers folgt dabei einer Kennlinie. Das Verfahren kennzeichnet
sich durch die folgenden Schritte: Zunächst wird detektiert, ob der Verbrennungsmotor
momentan läuft oder stillsteht. Wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor momentan
stillsteht, wird der Antrieb der Drosselklappe zum Verlagern der Drosselklappe in
eine Soll-Position angesteuert. Mit anderen Worten wird der die Drosselklappe antreibende
Elektromotor während des Stillstands des Verbrennungsmotors gezielt derart bestromt,
dass sich die Drosselklappe in eine Soll-Position verlagern soll. Die Soll-Position
unterscheidet sich dabei vorzugsweise von einer Ruheposition der Drosselklappe, das
heißt, einer beispielsweise vollständig geschlossenen Position der Drosselklappe.
Beispielsweise kann die Drosselklappe in eine weitgehend oder vollständig geöffnete
Position verlagert werden. An dieser Soll-Position wird dann die Kennlinie kalibriert.
[0016] Eine Idee ist hierbei, dass eine Korrektur bzw. eine Kalibrierung der Kennlinie bislang
ausschließlich bei laufendem Verbrennungsmotor durchgeführt wurde. Um zum Beispiel
Abweichungen zwischen einer ursprünglich aufgenommenen Kennlinie und einer tatsächlich
vorherrschenden Korrelation zwischen der Rotorlage des Antriebs und der Ausgangsspannung
des Drosselklappen-Winkelgebers erkennen und ausgleichen zu können, können dabei an
Positionen, an die die Drosselklappe während des Betriebs des Fahrzeugs aktuellen
Fahreranforderungen folgend verlagert wird, geeignete Adaptionsverfahren durchgeführt
werden, um die Kennlinie zumindest an diesen Drosselklappenpositionen zu kalibrieren.
Ein mögliches solches Verfahren ist in
DE 10 2011 005 774 A1 beschrieben und wird teilweise als "Pendelverfahren" bezeichnet.
[0017] Eine solche Vorgehensweise kann jedoch darunter leiden, dass während des Betriebs
des Kraftfahrzeugs bestimmte Drosselklappenpositionen typischerweise häufiger vorkommen
als andere Drosselklappenpositionen. Eine Häufigkeit der Drosselklappenpositionen
kann dabei beispielsweise von der aktuellen Verkehrssituation und/oder dem Fahrprofil
abhängen. In bestimmten Bereichen, beispielsweise nahe einer vollständig geöffneten
Position, hält sich die Drosselklappe typischerweise nur sehr selten und nur für kurze
Zeitspannen auf. Diese Zeitspannen reichen in der Regel für die Ausführung eines Korrekturverfahrens
nicht aus. Folglich kann ein diese Bereiche charakterisierender Abschnitt der Kennlinie
nicht auf Abweichungen untersucht werden und somit auch nicht zum vollständigen Kalibrieren
der gesamten Kennlinie an die aktuelle Situation angepasst werden.
[0018] Dieser Mangel, dass die Kennlinie im Allgemeinen nicht in all ihren Bereichen für
eine Kalibrierung korrigiert werden kann, kann mit dem hierin vorgeschlagenen Kalibrierungsverfahren
dadurch eliminiert werden, dass eine Kalibrierung der Kennlinie nicht oder zumindest
nicht nur dann durchgeführt wird, wenn der Verbrennungsmotor des Kraftfahrzeugs läuft.
[0019] Stattdessen wird vorgesehen, den Betriebszustand des Verbrennungsmotors fortwährend
zu überwachen, um zu erkennen, ob dieser momentan läuft oder stillsteht. Während bei
einem laufenden Verbrennungsmotor nicht beliebig in die Positionierung der Drosselklappe
eingegriffen werden sollte, um das dem Verbrennungsmotor zugeführte Brennstoff-Luft-Gemisch
nicht in negativer Weise zu beeinflussen, kann die Drosselklappe bei stillstehendem
Verbrennungsmotor beliebig an Positionen gefahren werden, ohne den Betrieb des Verbrennungsmotors
zu gefährden. Insbesondere kann die Drosselklappe bei stillstehendem Verbrennungsmotor
auch an Positionen verlagert werden, die während des Betriebs des Kraftfahrzeugs typischerweise
selten bzw. nur kurzzeitig erreicht werden.
[0020] Prinzipiell kann eine Kalibrierung der Kennlinie ausschließlich während Zeiträumen
durchgeführt werden, in denen der Verbrennungsmotor stillsteht, da die Drosselklappe
während solcher Stillstandszeiträume in jede beliebige Soll-Position verlagert werden
kann und dort Abweichungen von einer ursprünglich aufgezeichneten Kennlinie ermittelt
und die Kennlinie somit kalibriert werden kann.
[0021] Allerdings kann es bevorzugt sein, die Kennlinie teilweise sowohl bei laufendem Verbrennungsmotor
und teilweise bei stillstehendem Verbrennungsmotor zu kalibrieren. Wenn detektiert
wird, dass der Verbrennungsmotor momentan stillsteht, kann die Kennlinie beispielsweise
mittels eines ersten Kalibrierverfahrens kalibriert werden, wohingegen bei Erkennen
eines laufenden Verbrennungsmotors die Kennlinie mittels eines zweiten Kalibrierverfahrens
kalibriert werden kann. Das erste und das zweite Kalibrierverfahren können sich dabei
insbesondere hinsichtlich der von der Drosselklappe aktuell eingenommenen Position
unterscheiden. Die beiden Kalibrierverfahren können sich jedoch auch beispielsweise
hinsichtlich der Art und Weise, wie Abweichungen von einer ursprünglichen Kennlinie
erkannt werden und korrigiert werden, unterscheiden.
[0022] Beispielsweise kann in Zeiträumen, in denen detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor
läuft, die Kennlinie an Positionen kalibriert werden, an die die Drosselklappe aktuellen
Fahreranforderungen folgend verlagert wird. Während des laufenden Verbrennungsmotors
kann dabei ermittelt werden, in welchen Bereich die Drosselklappe aktuellen Fahreranforderungen
folgend überwiegend verlagert wird. Beispielsweise kann bei innerstädtischen Fahrten
erkannt werden, dass die Drosselklappe meist zwischen einer beinahe geschlossenen
und einer nur teilweise geöffneten Position verlagert wird. Bei Autobahnfahrten hingegen
kann erkannt werden, dass die Drosselklappe meist zwischen einer teilweise geöffneten
und einer weit geöffneten Position verlagert wird.
[0023] Je nachdem, welcher Verlagerungsbereich der Drosselklappe als während des laufenden
Verbrennungsmotors dominierend eingenommener Bereich erkannt wird, kann zu einem späteren
Zeitpunkt, wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor momentan stillsteht, der
Antrieb der Drosselklappe derart angesteuert werden, dass diese in eine außerhalb
dieses Bereichs liegende Soll-Position verlagert wird.
[0024] Mit anderen Worten kann es vorteilhaft sein, während der Zeiträume, in denen der
Verbrennungsmotor stillsteht, die Drosselklappe gezielt in diejenigen Positionen zu
verlagern, die während des vorangehenden Betriebs des Verbrennungsmotors kaum bzw.
nicht erreicht wurden, um auf diese Weise eine Kalibrierung der Kennlinie an allen
einnehmbaren Drosselklappenpositionen zu ermöglichen.
[0025] Voraussetzung für das Durchführen der Kalibrierung bei stillstehendem Verbrennungsmotor
ist, dass sich die Drosselklappe gezielt mithilfe des zur Verfügung stehenden, als
Stelleinrichtung wirkenden Antriebs verlagern lässt. Ein zum Durchführen des Kalibrierverfahrens
vorgesehenes Steuergerät sollte daher auch in Zeiträumen, in denen der Verbrennungsmotor
momentan stillsteht, in Betrieb sein und sowohl in der Lage sein, das Ansteuern des
Antriebs der Drosselklappe als auch das Kalibrierverfahren selbst durchzuführen.
[0026] Dies kann beispielsweise einfach bei Kraftfahrzeugen implementiert werden, die über
ein sogenanntes Start-Stopp-System verfügen, bei dem, beispielsweise bei vorübergehendem
Stillstand des Fahrzeugs vor einer Ampel, zur Senkung des Treibstoffverbrauchs der
Verbrennungsmotor kurzzeitig abgeschaltet wird, das Steuergerät aber weiterhin aktiv
und mit Energie versorgt bleibt.
[0027] Ähnlich kann auch bei Kraftfahrzeugen, die als Hybridfahrzeug dazu ausgelegt sind,
bei stillstehendem Verbrennungsmotor mit Hilfe eines Zusatzmotors, beispielsweise
eines Elektromotors, angetrieben zu werden, auch während des stillstehenden Verbrennungsmotors
das Steuergerät weiterhin in Betrieb sein und somit in der Lage sein, das beschriebene
Kalibrierverfahren durchzuführen.
[0028] Das zuvor beschriebene Kalibrierverfahren kann beispielsweise in einem Steuergerät
für ein Kraftfahrzeug durchgeführt werden. Ein programmierbares Steuergerät kann hierbei
von einem Computerprogrammprodukt computerlesbare Anweisungen erhalten, die es dazu
anweisen, das oben beschriebene Verfahren durchzuführen. Das Computerprogrammprodukt
kann dabei auf einem computerlesbaren Medium, beispielsweise in Form eines nichtflüchtigen
Speichers, gespeichert sein.
[0029] Es wird darauf hingewiesen, dass mögliche Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen
der Erfindung hierin teilweise mit Bezug auf ein Verfahren zum Kalibrieren eines Antriebs
einer Drosselklappe eines Verbrennungsmotors und teilweise mit Bezug auf ein ein solches
Verfahren ausführendes Steuergerät bzw. ein mit einem solchen Steuergerät ausgestattetes
Kraftfahrzeug beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass die Merkmale in geeigneter
Weise ausgetauscht bzw. kombiniert werden können, um zu weiteren Ausführungsformen
zu gelangen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0030] Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung mit Bezug auf die beigefügten
Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die Beschreibung als die
Erfindung einschränkend auszulegen sind.
Fig. 1 zeigt eine Anordnung mit einer über ein Steuergerät gesteuerten Drosselklappe,
bei der das erfindungsgemäße Verfahren ausgeführt werden kann.
Fig. 2 zeigt ein Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0031] Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu.
AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
[0032] Nachfolgend werden Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Kalibrierungsverfahrens
bzw. eines ein solches Verfahren ausführenden Steuergeräts mit Bezug auf die in Fig.
1 dargestellte Struktur sowie mit Bezug auf das in Fig. 2 dargestellte Flussdiagramm
erläutert.
[0033] Wie in Fig. 1 dargestellt, weist ein Kraftfahrzeug typischerweise einen Verbrennungsmotor
9 auf, dem Luft über ein Saugrohr 13 zugeführt wird. In dem Saugrohr 13 ist eine oder
mehrere Drosselklappen 1 angeordnet. Die Drosselklappe 1 lässt sich in verschiedene
Positionen verschwenken, so dass sie einen Luftstrom durch das Saugrohr 13 mehr oder
weniger frei geben kann. Zum Verschwenken der Drosselklappe 1 ist eine Drosselklappenverstelleinheit
4 vorgesehen, welche einen als Antrieb 3 dienenden bürstenlosen Gleichstrommotor sowie
ein Getriebe 5 aufweist.
[0034] Um Kosten gering zu halten, verfügt der Elektromotor dabei nicht über eine Rotorlageerfassungsvorrichtung
beispielsweise in Form eines eigenen Rotorlage-Winkelgebers oder einer strombasierte
Winkelerfassung. Es ist auch keine unterlagerte Stromregelung vorgesehen.
[0035] Allerdings ist ein Drosselklappen-Winkelgeber 7 vorgesehen, der die Position bzw.
den Anordnungswinkel der Drosselklappe 1 messen kann. Da die Drosselklappe 1 über
das Getriebe 5 mit dem als Antrieb 3 dienenden Elektromotor gekoppelt ist, ermöglicht
die von dem Drosselklappen-Winkelgeber 7 zur Verfügung gestellte Winkelinformation
einen indirekten Rückschluss auf die aktuell vorherrschende Lage des Rotors in dem
Elektromotor, so dass diese Information nach geeigneter Verarbeitung zur Regelung
des Antriebs 3 benutzt werden kann.
[0036] Hierzu wird anfänglich im Rahmen einer Grundadaption eine Kennlinie aufgenommen,
welche die Korrelation zwischen der Rotorlage des Elektromotors und einer Ausgangsspannung
des Drosselklappen-Winkelgebers 7 wiedergibt. Anhand dieser Kennlinie kann ein Steuergerät
11 den Antrieb 3 der Drosselklappen-Stelleinheit hiernach geeignet ansteuern.
[0037] Allerdings kann sich die Kennlinie beispielsweise aufgrund von Temperatureinflüssen
oder Abnutzungserscheinungen mit der Zeit verändern und muss somit in gewissen Zeitabständen
kalibriert werden.
[0038] Mit Bezug auf Fig. 2 wird nun ein mögliches erfindungsgemäßes Kalibrierungsverfahren
beschrieben, wie es beispielsweise in dem Steuergerät 11 ausgeführt werden kann.
[0039] In einem ersten Schritt S1 wird zunächst detektiert, ob der Verbrennungsmotor 9 des
Kraftfahrzeugs momentan läuft oder stillsteht. Anhand der hierbei erhaltenen Information
wird dann in einem Schritt S2 entschieden, ob eine erste oder eine zweite Kalibrierungsstrategie
durchgeführt werden soll.
[0040] Wenn erkannt wird, dass der Verbrennungsmotor 9 momentan läuft, wird die Kennlinie
in herkömmlicher Weise kalibriert (Schritt S5). Dabei wird im Rahmen des Kalibriervorgangs
nicht aktiv in die globale Positionierung der Drosselklappe 1 eingegriffen, da dies
den Betrieb des Verbrennungsmotors 9 in ungewollter Weise beeinflussen kann. Stattdessen
wird die Drosselklappe 1 von dem Steuergerät 11 aktuellen Fahreranforderungen folgend
positioniert, das heißt, die Drosselklappe 1 wird mithilfe der Drosselklappen-Stelleinheit
4 derart positioniert, dass dem durch das Treten des Gaspedals ausgedrückten Wunsch
des Fahrers nach Bereitstellung von Motorleistung entsprochen werden kann. An den
dementsprechend eingenommenen Positionen der Drosselklappe kann dann die Kennlinie
aktuell kalibriert werden, beispielsweise mit herkömmlichen Verfahren wie dem oben
zitierten Pendelverfahren. Dies erfordert unter Umständen eine lokale, innerhalb gewisser
Grenzen vernachlässigbar kleine, und zeitlich begrenzte Bewegung der Drosselklappe
um die Sollposition.
[0041] Wenn jedoch erkannt wird, dass der Verbrennungsmotor 9 momentan nicht läuft, sondern
stillsteht, beispielsweise weil er von einem Start-Stopp-System temporär abgeschaltet
wurde oder bei einem Hybridfahrzeug temporär auf den Antrieb durch den Zusatzmotor
umgeschaltet wurde, kann eine andere Kalibrierungsstrategie durchgeführt werden. Da
bei stillstehendem Verbrennungsmotor 9 die aktuelle Positionierung der Drosselklappe
1 keine Relevanz hat, kann die Drosselklappe 1 in jede beliebige Soll-Position verlagert
werden. Insbesondere kann die aktuelle Positionierung der Drosselklappe 1 unabhängig
von aktuellen Fahreranforderungen gewählt werden. Im Rahmen der zweiten Kalibrierungsstrategie
kann somit in einem Schritt S3 der Antrieb 3 vorzugsweise durch die Steuerung 11 derart
angesteuert werden, dass die Drosselklappe 1 in eine vorgebbare Soll-Position verlagert
wird. Anschließend wird in einem Schritt S4 die Kennlinie an dieser Soll-Position
kalibriert. Da bei stillstehendem Verbrennungsmotor 9 die Drosselklappe 1 an jede
beliebige Soll-Position verfahren werden kann, kann die Kennlinie über jeden beliebigen
Teilbereich hin kalibriert werden.
[0042] Beispielsweise kann ein spezieller Korrekturalgorithmus durchgeführt werden, der
gezielt diejenigen Abschnitte der Kennlinie korrigiert, die während des vorangehenden
Betriebs des Kraftfahrzeugs weniger häufig oder gar nicht korrigiert worden sind.
Zum Beispiel ist die Drosselklappe 1 im Stadtverkehr typischerweise die meiste Zeit
nur wenig geöffnet. Dementsprechend werden auch nur diejenigen Abschnitte der Kennlinie
bei laufendem Verbrennungsmotor 9 gemäß der oben geschilderten ersten Kalibrierungsstrategie
korrigiert, die einem kleinen Drosselklappenwinkel zugeordnet sind. Bei einer längeren
Standphase, beispielsweise vor einer roten Ampel, können dann bei abgeschaltetem Verbrennungsmotor
9 diejenigen Abschnitte der Kennlinie korrigiert werden, die größeren Drosselklappenwinkeln
entsprechen. Dazu wird im Rahmen der zweiten Kalibrierungsstrategie die Drosselklappe
1 entsprechend weit geöffnet und die Kennlinie durch Auslesen aktueller Messwerte
aus dem Drosselklappen-Winkelgeber 7 und gegebenenfalls aus dem Elektromotor des Antriebs
3 kalibriert. Für eine anschließende Überlandfahrt, bei der die Drosselklappe 1 typischerweise
weit geöffnet ist, ist dann die Kennlinie bereits korrigiert.
1. Verfahren zum Kalibrieren eines Antriebs (3) einer Drosselklappe (1) eines Verbrennungsmotors
(9) eines Kraftfahrzeugs, wobei eine Korrelation zwischen einer Rotorlage des Antriebs
(3) und einer Ausgangsspannung eines Drosselklappen-Winkelgebers (7) einer Kennlinie
folgt,
wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
Detektieren (S1), ob der Verbrennungsmotor (9) momentan läuft oder stillsteht;
dadurch gekennzeichnet, dass
-- wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor (9) momentan stillsteht,
---- Ansteuern (S3) des Antriebs zum Verlagern der Drosselklappe (1) in eine Soll-Position;
und
---- Kalibrieren (S4) der Kennlinie an der Soll-Position mittels eines ersten Kalibrierungsverfahrens;
und
-- wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor (9) momentan läuft,
---- ein Kalibrieren (S5) der Kennlinie mittels eines zweiten Kalibrierungsverfahrens
durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei, wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor
(9) momentan läuft, ermittelt wird, in welchen Bereich die Drosselklappe (1) aktuellen
Fahreranforderungen folgend überwiegend verlagert wird, und wobei, wenn detektiert
wird, dass der Verbrennungsmotor (9) momentan stillsteht, der Antrieb (3) zum Verlagern
der Drosselklappe (1) in eine außerhalb dieses Bereichs liegende Soll-Position angesteuert
wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei, wenn detektiert wird, dass der
Verbrennungsmotor (9) momentan läuft, die Kennlinie an Positionen kalibriert wird,
an die die Drosselklappe (1) aktuellen Fahreranforderungen folgend verlagert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Antrieb (3) der Drosselklappe
(1) einen bürstenlosen Gleichstrommotor aufweist.
5. Steuergerät (11) für ein Kraftfahrzeug, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (11) dazu ausgelegt ist, ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1
bis 4 durchzuführen.
6. Kraftfahrzeug mit einem Steuergerät (11) nach Anspruch 5.
7. Kraftfahrzeug nach Anspruch 6, wobei das Kraftfahrzeug ein Start-Stopp-System aufweist.
8. Kraftfahrzeug nach Anspruch 6 oder 7, wobei das Kraftfahrzeug als Hybridfahrzeug dazu
ausgelegt ist, bei stillstehendem Verbrennungsmotor (9) mit Hilfe eines Zusatzmotors
angetrieben zu werden.
9. Computerprogrammprodukt, aufweisend computerlesbare Anweisungen, welche bei Ausführung
auf einem programmierbaren Steuergerät (10) gemäß Anspruch 5 dieses dazu anweisen,
ein Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4 durchzuführen.
10. Computerlesbares Medium mit einem darauf gespeicherten Computerprogrammprodukt nach
Anspruch 9.
1. Method for calibrating a drive (3) of a throttle valve (1) of an internal combustion
engine (9) of a motor vehicle, wherein a correlation between a rotor position of the
drive (3) and an output voltage of a throttle valve angle transducer (7) follows a
characteristic, wherein the method comprises the following steps:
detecting (S1) whether the internal combustion engine (9) is currently running or
is not running;
characterized in that
-- if it is detected that the internal combustion engine (9) is currently not running,
--- activating (S3) the drive to displace the throttle valve (1) into a target position;
and
---- calibrating (S4) the characteristic at the target position by means of a first
calibration method; and
-- if it is detected that the internal combustion engine (9) is currently running,
---- the characteristic is calibrated (S5) by means of a second calibration method.
2. Method according to Claim 1, wherein, if it is detected that the internal combustion
engine (9) is currently running, it is determined in which region the throttle valve
(1) is displaced predominantly according to current driver demands, and wherein, if
it is detected that the internal combustion engine (9) is currently not running, the
drive (3) is activated to displace the throttle valve (1) into a target position lying
outside said region.
3. Method according to either one of Claims 1 and 2, wherein, if it is detected that
the internal combustion engine (9) is currently running, the characteristic is calibrated
at positions at which the throttle valve (1) is displaced according to current driver
demands.
4. Method according to any one of Claims 1 to 3, wherein the drive (3) of the throttle
valve (1) comprises a brushless direct current motor.
5. Control unit (11) for a motor vehicle, characterized in that the control unit (11) is configured to perform a method according to any one of Claims
1 to 4.
6. Motor vehicle with a control unit (11) according to Claim 5.
7. Motor vehicle according to Claim 6, wherein the motor vehicle comprises a start-stop
system.
8. Motor vehicle according to Claim 6 or 7, wherein the motor vehicle is configured as
a hybrid vehicle, to be driven using an auxiliary motor when the internal combustion
engine (9) is not running.
9. Computer program product, comprising computer-readable instructions which, when run
on a programmable control unit (10) according to Claim 5, instruct it to perform a
method according to any one of Claims 1 to 4.
10. Computer-readable medium with a computer program product according to Claim 9 stored
thereon.
1. Procédé permettant d'étalonner un dispositif d'entraînement (3) d'un étrangleur (1)
d'un moteur à combustion interne (9) d'un véhicule automobile, dans lequel une corrélation
entre une position de rotor du dispositif d'entraînement (3) et une tension de sortie
d'un capteur d'angle d'étrangleur (7) suit une courbe caractéristique,
le procédé présentant les étapes suivantes consistant à :
détecter (S1) si le moteur à combustion interne (9) est actuellement en marche ou
à l'arrêt ;
caractérisé en ce que
- s'il est détecté que le moteur à combustion interne (9) est actuellement à l'arrêt,
- piloter (S3) le dispositif d'entraînement pour déplacer l'étrangleur (1) dans une
position de consigne ; et
- étalonner (S4) la courbe caractéristique à la position de consigne au moyen d'un
premier procédé d'étalonnage ; et
- s'il est détecté que le moteur à combustion interne (9) est actuellement en marche,
- étalonner (S5) la courbe caractéristique au moyen d'un deuxième procédé d'étalonnage.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, s'il est détecté que le moteur à combustion
interne (9) est actuellement en marche, on détermine dans quelle plage l'étrangleur
(1) est principalement déplacé suite aux demandes actuelles du conducteur, et dans
lequel, s'il est détecté que le moteur à combustion interne (9) est actuellement à
l'arrêt, le dispositif d'entraînement (3) est piloté pour déplacer l'étrangleur (1)
dans une position de consigne située à l'extérieur de cette plage.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, dans lequel, s'il est détecté
que le moteur à combustion interne (9) est actuellement en marche, la courbe caractéristique
est étalonnée aux positions vers lesquelles l'étrangleur (1) est déplacé suite aux
demandes actuelles du conducteur.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel le dispositif
d'entraînement (3) de l'étrangleur (1) présente un moteur à courant continu sans balai.
5. Appareil de commande (11) pour un véhicule automobile, caractérisé en ce que l'appareil de commande (11) est conçu pour exécuter un procédé selon l'une quelconque
des revendications 1 à 4.
6. Véhicule automobile comprenant un appareil de commande (11) selon la revendication
5.
7. Véhicule automobile selon la revendication 6, dans lequel le véhicule automobile présente
un système marche-arrêt.
8. Véhicule automobile selon la revendication 6 ou 7, dans lequel le véhicule automobile
est conçu comme un véhicule hybride afin d'être entraîné à l'aide d'un moteur auxiliaire
lorsque le moteur à combustion interne (9) est à l'arrêt.
9. Produit de programme informatique, présentant des instructions lisibles par ordinateur
qui, lorsqu'elles sont exécutées sur un appareil de commande programmable (10) selon
la revendication 5, font que celui-ci exécute un procédé selon l'une quelconque des
revendications 1 à 4.
10. Support lisible par ordinateur comprenant un produit de programme informatique selon
la revendication 9 stocké sur celui-ci.