(19)
(11) EP 2 999 870 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
21.02.2024  Patentblatt  2024/08

(21) Anmeldenummer: 14715234.2

(22) Anmeldetag:  26.03.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F02D 41/24(2006.01)
F02D 11/10(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
F02D 11/105; F02D 11/106; F02D 2011/102; F02D 41/2464; F02D 2200/0404; F02D 41/2438; F02D 41/2474; F02D 2250/16
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2014/056054
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2014/187593 (27.11.2014 Gazette  2014/48)

(54)

VERFAHREN UND STEUERGERÄT ZUM KALIBRIEREN EINES ANTRIEBS EINER DROSSELKLAPPE EINES VERBRENNUNGSMOTORS IN EINEM KRAFTFAHRZEUG

METHOD AND CONTROL UNIT FOR CALIBRATING A DRIVE OF A THROTTLE VALVE OF AN INTERNAL COMBUSTION ENGINE IN A MOTOR VEHICLE

PROCÉDÉ ET APPAREIL DE COMMANDE SERVANT À ÉTALONNER UN ENTRAÎNEMENT D'UN VOLET D'ÉTRANGLEMENT D'UN MOTEUR À COMBUSTION INTERNE DANS UN VÉHICULE AUTOMOBILE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 23.05.2013 DE 102013209624

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
30.03.2016  Patentblatt  2016/13

(73) Patentinhaber: Robert Bosch GmbH
70442 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • SCHWEINFURTH, Reiner
    75031 Eppingen (DE)
  • DIEROLF, Simon
    73230 Kirchheim/Teck (DE)
  • SIEBER, Udo
    74321 Bietigheim (DE)
  • SCHWARZMANN, Dieter
    74081 Heilbronn (DE)
  • MAUK, Tobias
    70195 Stuttgart (DE)
  • ORTSEIFEN, Andreas
    71706 Markgroeningen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A1- 10 046 269
DE-A1-102007 003 151
DE-A1-102006 035 372
US-A1- 2010 275 879
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kalibrieren eines Antriebs einer Drosselklappe eines Verbrennungsmotors in einem Kraftfahrzeug sowie ein Steuergerät, das zum Ausführen eines solchen Verfahrens ausgelegt ist und ein Kraftfahrzeug mit einem solchen Steuergerät.

    STAND DER TECHNIK



    [0002] Bei einem Kraftfahrzeug mit einem Verbrennungsmotor dient eine Drosselklappe im Allgemeinen dazu, eine dem Verbrennungsmotor zugeführte Luftmenge zu regulieren. Um die Drosselklappe beispielsweise im Saugrohr des Verbrennungsmotors geeignet zu positionieren, kann die Stellung der Drosselklappe mithilfe eines geeigneten Antriebs eingestellt werden. Als mögliche Antriebe wurden dabei bisher meist Elektromotoren in Form von beispielsweise bürstenbehafteten Gleichstrommotoren eingesetzt.

    [0003] Beispielsweise wegen ihres besseren Wirkungsgrades oder ihrer geringeren Baugröße sollen in elektrischen Drosselklappenverstelleinheiten zukünftig sogenannte bürstenlose Gleichstrommotoren (im Englischen auch als BrushLess Direct Current Motor, BLDC Motor bekannt) eingesetzt werden. Solche Motoren werden teilweise auch als elektrisch kommutierte elektrische Maschinen bezeichnet. Eine Ansteuerung eines solchen BLDC-Motors sollte in der Regel derart ausgelegt sein, dass der Motor möglichst immer mit optimalem Wirkungsgrad betrieben wird. Die Ansteuerung kann jedoch sehr empfindlich beispielsweise auf Parameterschwankungen und Winkelfehler zwischen einem Rotor und einem Stator des Motors reagieren. Ein Winkelfehler ist dabei eine Abweichung zwischen einer tatsächlichen Rotorposition und einer von der Steuersoftware angenommenen Rotorposition.

    [0004] Zur präzisen Ansteuerung eines BLDC-Motors schien es daher bisher erforderlich, die momentane Lage des Rotors beispielsweise mithilfe eines Winkelgebers sehr genau zu bestimmen. Alternativ kann die Rotorlage mittels einer strombasierten Winkelerfassung bestimmt werden. Bei einer strombasierten Winkelerfassung wird mithilfe eines Algorithmus, der auf einem Motormodell basiert, aus den gemessenen Strömen die Lage des Rotors berechnet bzw. geschätzt. Eine derartige strombasierte Winkelerfassung kann sich unter Umständen realisieren lassen, weil für die Drehzahl- bzw. Drehmoment-Regelung des BLDC-Motors oftmals eine Stromregelung als unterlagerter Regelkreis vorhanden ist. Eine Stromregelung benötigt eine Stromsensorik zum Erfassen der Strom-Istwerte.

    [0005] Zur Kostenreduktion sollen in zukünftigen Drosselklappenverstelleinheiten weder eine Stromsensorik, und somit auch keine Stromregelung, vorgesehen sein noch ein zusätzlicher Winkelgeber an der Motorwelle angeordnet sein. Stattdessen soll die momentane Lage des Rotors indirekt mithilfe eines bereits vorhandenen Drosselklappen-Winkelgebers erfasst werden, der die aktuelle Winkellage der Drosselklappe messen soll und der z.B. mit der Welle des BLDC-Motors über ein Getriebe verbunden ist.

    [0006] Ein im Allgemeinen nichtlinearer Zusammenhang zwischen einer Rotorlage und einer Ausgangsspannung des Drosselklappen-Winkelgebers ist beispielsweise als Kennlinie darstellbar. Diese Kennlinie ist zunächst unbekannt und kann beispielsweise vor einer eigentlichen Inbetriebnahme der elektrischen Drosselklappenverstelleinheit bestimmt werden. Beispielsweise kann die Kennlinie automatisiert durch einen softwaregesteuerten Prozess bestimmt werden, was auch als Grundadaption bezeichnet wird. Ein möglicher solcher Prozess ist in DE 10 2009 063 326 A1 beschrieben. Ein Ergebnis der Grundadaption, das heißt die Kennlinie, kann dann in einem Steuergerät (ECU)

    Austauschseite 3 in Reinschrift



    [0007] gespeichert und nachfolgend für die Ansteuerung des BLDC-Motors verwendet werden.

    [0008] Allerdings kann sich der ursprünglich ermittelte und als Kennlinie abgespeicherte Zusammenhang zwischen Rotorlage und Ausgangsspannung des Drosselklappen-Winkelgebers während eines späteren Betriebs beispielsweise durch äußere Einflüsse, insbesondere durch Temperaturschwankungen, und über die Lebensdauer, insbesondere durch Abnutzungserscheinungen, ändern. Die ursprünglich aufgenommene Kennlinie kann dann vom tatsächlich vorherrschenden Zusammenhang zwischen Rotorlage und Ausgangsspannung des Drosselklappen-Winkelgebers abweichen, so dass die Ansteuerung des BLDC-Motors fehlerbehaftet sein kann.

    [0009] Aus der DE 100 46 269 A1 ist ein Ansaugluftflussratensteuergerät mit einer Drosselklappe bekannt, in welchem ein Drosselklappenmotor entweder bei vollständig geschlossener Position oder bei vollständig geöffneter Position kalibriert wird, wenn die Brennkraftmaschine abgeschaltet ist.

    [0010] Die DE 10 2006 035 372 A1 beschreibt ein Motorsteuerelement, das entwickelt ist, um eine gewünschte Bewegungscharakteristik eines Drosselventils sicherzustellen.

    [0011] Aus der DE 10 2007 003 151 A1 ist ein Verfahren zur Einstellung eines Stellwinkels einer Klappvorrichtung einer Ansaugvorrichtung bekannt.

    [0012] Aus der US 2010/0275879 A1 ist eine automatische Drosselklappenkalibration in einem Schiff bekannt.

    OFFENBARUNG DER ERFINDUNG



    [0013] Mithilfe von Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kann ein Verfahren sowie ein ein solches Verfahren ausführendes Steuergerät für ein Kraftfahrzeug bereitgestellt werden, mit dem die oben genannte Kennlinie während des

    Austauschseite 3a in Reinschrift



    [0014] Betriebs des Kraftfahrzeugs korrigiert und somit der Antrieb der Drosselklappe kalibriert werden kann.

    [0015] Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Kalibrieren eines Antriebs einer Drosselklappe eines Verbrennungsmotors in einem Kraftfahrzeug vorgeschlagen. Eine Korrelation zwischen einer Rotorlage des Antriebs und einer Ausgangsspannung eines Drosselklappen-Winkelgebers folgt dabei einer Kennlinie. Das Verfahren kennzeichnet sich durch die folgenden Schritte: Zunächst wird detektiert, ob der Verbrennungsmotor momentan läuft oder stillsteht. Wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor momentan stillsteht, wird der Antrieb der Drosselklappe zum Verlagern der Drosselklappe in eine Soll-Position angesteuert. Mit anderen Worten wird der die Drosselklappe antreibende Elektromotor während des Stillstands des Verbrennungsmotors gezielt derart bestromt, dass sich die Drosselklappe in eine Soll-Position verlagern soll. Die Soll-Position unterscheidet sich dabei vorzugsweise von einer Ruheposition der Drosselklappe, das heißt, einer beispielsweise vollständig geschlossenen Position der Drosselklappe. Beispielsweise kann die Drosselklappe in eine weitgehend oder vollständig geöffnete Position verlagert werden. An dieser Soll-Position wird dann die Kennlinie kalibriert.

    [0016] Eine Idee ist hierbei, dass eine Korrektur bzw. eine Kalibrierung der Kennlinie bislang ausschließlich bei laufendem Verbrennungsmotor durchgeführt wurde. Um zum Beispiel Abweichungen zwischen einer ursprünglich aufgenommenen Kennlinie und einer tatsächlich vorherrschenden Korrelation zwischen der Rotorlage des Antriebs und der Ausgangsspannung des Drosselklappen-Winkelgebers erkennen und ausgleichen zu können, können dabei an Positionen, an die die Drosselklappe während des Betriebs des Fahrzeugs aktuellen Fahreranforderungen folgend verlagert wird, geeignete Adaptionsverfahren durchgeführt werden, um die Kennlinie zumindest an diesen Drosselklappenpositionen zu kalibrieren. Ein mögliches solches Verfahren ist in DE 10 2011 005 774 A1 beschrieben und wird teilweise als "Pendelverfahren" bezeichnet.

    [0017] Eine solche Vorgehensweise kann jedoch darunter leiden, dass während des Betriebs des Kraftfahrzeugs bestimmte Drosselklappenpositionen typischerweise häufiger vorkommen als andere Drosselklappenpositionen. Eine Häufigkeit der Drosselklappenpositionen kann dabei beispielsweise von der aktuellen Verkehrssituation und/oder dem Fahrprofil abhängen. In bestimmten Bereichen, beispielsweise nahe einer vollständig geöffneten Position, hält sich die Drosselklappe typischerweise nur sehr selten und nur für kurze Zeitspannen auf. Diese Zeitspannen reichen in der Regel für die Ausführung eines Korrekturverfahrens nicht aus. Folglich kann ein diese Bereiche charakterisierender Abschnitt der Kennlinie nicht auf Abweichungen untersucht werden und somit auch nicht zum vollständigen Kalibrieren der gesamten Kennlinie an die aktuelle Situation angepasst werden.

    [0018] Dieser Mangel, dass die Kennlinie im Allgemeinen nicht in all ihren Bereichen für eine Kalibrierung korrigiert werden kann, kann mit dem hierin vorgeschlagenen Kalibrierungsverfahren dadurch eliminiert werden, dass eine Kalibrierung der Kennlinie nicht oder zumindest nicht nur dann durchgeführt wird, wenn der Verbrennungsmotor des Kraftfahrzeugs läuft.

    [0019] Stattdessen wird vorgesehen, den Betriebszustand des Verbrennungsmotors fortwährend zu überwachen, um zu erkennen, ob dieser momentan läuft oder stillsteht. Während bei einem laufenden Verbrennungsmotor nicht beliebig in die Positionierung der Drosselklappe eingegriffen werden sollte, um das dem Verbrennungsmotor zugeführte Brennstoff-Luft-Gemisch nicht in negativer Weise zu beeinflussen, kann die Drosselklappe bei stillstehendem Verbrennungsmotor beliebig an Positionen gefahren werden, ohne den Betrieb des Verbrennungsmotors zu gefährden. Insbesondere kann die Drosselklappe bei stillstehendem Verbrennungsmotor auch an Positionen verlagert werden, die während des Betriebs des Kraftfahrzeugs typischerweise selten bzw. nur kurzzeitig erreicht werden.

    [0020] Prinzipiell kann eine Kalibrierung der Kennlinie ausschließlich während Zeiträumen durchgeführt werden, in denen der Verbrennungsmotor stillsteht, da die Drosselklappe während solcher Stillstandszeiträume in jede beliebige Soll-Position verlagert werden kann und dort Abweichungen von einer ursprünglich aufgezeichneten Kennlinie ermittelt und die Kennlinie somit kalibriert werden kann.

    [0021] Allerdings kann es bevorzugt sein, die Kennlinie teilweise sowohl bei laufendem Verbrennungsmotor und teilweise bei stillstehendem Verbrennungsmotor zu kalibrieren. Wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor momentan stillsteht, kann die Kennlinie beispielsweise mittels eines ersten Kalibrierverfahrens kalibriert werden, wohingegen bei Erkennen eines laufenden Verbrennungsmotors die Kennlinie mittels eines zweiten Kalibrierverfahrens kalibriert werden kann. Das erste und das zweite Kalibrierverfahren können sich dabei insbesondere hinsichtlich der von der Drosselklappe aktuell eingenommenen Position unterscheiden. Die beiden Kalibrierverfahren können sich jedoch auch beispielsweise hinsichtlich der Art und Weise, wie Abweichungen von einer ursprünglichen Kennlinie erkannt werden und korrigiert werden, unterscheiden.

    [0022] Beispielsweise kann in Zeiträumen, in denen detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor läuft, die Kennlinie an Positionen kalibriert werden, an die die Drosselklappe aktuellen Fahreranforderungen folgend verlagert wird. Während des laufenden Verbrennungsmotors kann dabei ermittelt werden, in welchen Bereich die Drosselklappe aktuellen Fahreranforderungen folgend überwiegend verlagert wird. Beispielsweise kann bei innerstädtischen Fahrten erkannt werden, dass die Drosselklappe meist zwischen einer beinahe geschlossenen und einer nur teilweise geöffneten Position verlagert wird. Bei Autobahnfahrten hingegen kann erkannt werden, dass die Drosselklappe meist zwischen einer teilweise geöffneten und einer weit geöffneten Position verlagert wird.

    [0023] Je nachdem, welcher Verlagerungsbereich der Drosselklappe als während des laufenden Verbrennungsmotors dominierend eingenommener Bereich erkannt wird, kann zu einem späteren Zeitpunkt, wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor momentan stillsteht, der Antrieb der Drosselklappe derart angesteuert werden, dass diese in eine außerhalb dieses Bereichs liegende Soll-Position verlagert wird.

    [0024] Mit anderen Worten kann es vorteilhaft sein, während der Zeiträume, in denen der Verbrennungsmotor stillsteht, die Drosselklappe gezielt in diejenigen Positionen zu verlagern, die während des vorangehenden Betriebs des Verbrennungsmotors kaum bzw. nicht erreicht wurden, um auf diese Weise eine Kalibrierung der Kennlinie an allen einnehmbaren Drosselklappenpositionen zu ermöglichen.

    [0025] Voraussetzung für das Durchführen der Kalibrierung bei stillstehendem Verbrennungsmotor ist, dass sich die Drosselklappe gezielt mithilfe des zur Verfügung stehenden, als Stelleinrichtung wirkenden Antriebs verlagern lässt. Ein zum Durchführen des Kalibrierverfahrens vorgesehenes Steuergerät sollte daher auch in Zeiträumen, in denen der Verbrennungsmotor momentan stillsteht, in Betrieb sein und sowohl in der Lage sein, das Ansteuern des Antriebs der Drosselklappe als auch das Kalibrierverfahren selbst durchzuführen.

    [0026] Dies kann beispielsweise einfach bei Kraftfahrzeugen implementiert werden, die über ein sogenanntes Start-Stopp-System verfügen, bei dem, beispielsweise bei vorübergehendem Stillstand des Fahrzeugs vor einer Ampel, zur Senkung des Treibstoffverbrauchs der Verbrennungsmotor kurzzeitig abgeschaltet wird, das Steuergerät aber weiterhin aktiv und mit Energie versorgt bleibt.

    [0027] Ähnlich kann auch bei Kraftfahrzeugen, die als Hybridfahrzeug dazu ausgelegt sind, bei stillstehendem Verbrennungsmotor mit Hilfe eines Zusatzmotors, beispielsweise eines Elektromotors, angetrieben zu werden, auch während des stillstehenden Verbrennungsmotors das Steuergerät weiterhin in Betrieb sein und somit in der Lage sein, das beschriebene Kalibrierverfahren durchzuführen.

    [0028] Das zuvor beschriebene Kalibrierverfahren kann beispielsweise in einem Steuergerät für ein Kraftfahrzeug durchgeführt werden. Ein programmierbares Steuergerät kann hierbei von einem Computerprogrammprodukt computerlesbare Anweisungen erhalten, die es dazu anweisen, das oben beschriebene Verfahren durchzuführen. Das Computerprogrammprodukt kann dabei auf einem computerlesbaren Medium, beispielsweise in Form eines nichtflüchtigen Speichers, gespeichert sein.

    [0029] Es wird darauf hingewiesen, dass mögliche Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen der Erfindung hierin teilweise mit Bezug auf ein Verfahren zum Kalibrieren eines Antriebs einer Drosselklappe eines Verbrennungsmotors und teilweise mit Bezug auf ein ein solches Verfahren ausführendes Steuergerät bzw. ein mit einem solchen Steuergerät ausgestattetes Kraftfahrzeug beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass die Merkmale in geeigneter Weise ausgetauscht bzw. kombiniert werden können, um zu weiteren Ausführungsformen zu gelangen.

    KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN



    [0030] Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die Beschreibung als die Erfindung einschränkend auszulegen sind.

    Fig. 1 zeigt eine Anordnung mit einer über ein Steuergerät gesteuerten Drosselklappe, bei der das erfindungsgemäße Verfahren ausgeführt werden kann.

    Fig. 2 zeigt ein Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines erfindungsgemäßen Verfahrens.



    [0031] Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu.

    AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG



    [0032] Nachfolgend werden Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Kalibrierungsverfahrens bzw. eines ein solches Verfahren ausführenden Steuergeräts mit Bezug auf die in Fig. 1 dargestellte Struktur sowie mit Bezug auf das in Fig. 2 dargestellte Flussdiagramm erläutert.

    [0033] Wie in Fig. 1 dargestellt, weist ein Kraftfahrzeug typischerweise einen Verbrennungsmotor 9 auf, dem Luft über ein Saugrohr 13 zugeführt wird. In dem Saugrohr 13 ist eine oder mehrere Drosselklappen 1 angeordnet. Die Drosselklappe 1 lässt sich in verschiedene Positionen verschwenken, so dass sie einen Luftstrom durch das Saugrohr 13 mehr oder weniger frei geben kann. Zum Verschwenken der Drosselklappe 1 ist eine Drosselklappenverstelleinheit 4 vorgesehen, welche einen als Antrieb 3 dienenden bürstenlosen Gleichstrommotor sowie ein Getriebe 5 aufweist.

    [0034] Um Kosten gering zu halten, verfügt der Elektromotor dabei nicht über eine Rotorlageerfassungsvorrichtung beispielsweise in Form eines eigenen Rotorlage-Winkelgebers oder einer strombasierte Winkelerfassung. Es ist auch keine unterlagerte Stromregelung vorgesehen.

    [0035] Allerdings ist ein Drosselklappen-Winkelgeber 7 vorgesehen, der die Position bzw. den Anordnungswinkel der Drosselklappe 1 messen kann. Da die Drosselklappe 1 über das Getriebe 5 mit dem als Antrieb 3 dienenden Elektromotor gekoppelt ist, ermöglicht die von dem Drosselklappen-Winkelgeber 7 zur Verfügung gestellte Winkelinformation einen indirekten Rückschluss auf die aktuell vorherrschende Lage des Rotors in dem Elektromotor, so dass diese Information nach geeigneter Verarbeitung zur Regelung des Antriebs 3 benutzt werden kann.

    [0036] Hierzu wird anfänglich im Rahmen einer Grundadaption eine Kennlinie aufgenommen, welche die Korrelation zwischen der Rotorlage des Elektromotors und einer Ausgangsspannung des Drosselklappen-Winkelgebers 7 wiedergibt. Anhand dieser Kennlinie kann ein Steuergerät 11 den Antrieb 3 der Drosselklappen-Stelleinheit hiernach geeignet ansteuern.

    [0037] Allerdings kann sich die Kennlinie beispielsweise aufgrund von Temperatureinflüssen oder Abnutzungserscheinungen mit der Zeit verändern und muss somit in gewissen Zeitabständen kalibriert werden.

    [0038] Mit Bezug auf Fig. 2 wird nun ein mögliches erfindungsgemäßes Kalibrierungsverfahren beschrieben, wie es beispielsweise in dem Steuergerät 11 ausgeführt werden kann.

    [0039] In einem ersten Schritt S1 wird zunächst detektiert, ob der Verbrennungsmotor 9 des Kraftfahrzeugs momentan läuft oder stillsteht. Anhand der hierbei erhaltenen Information wird dann in einem Schritt S2 entschieden, ob eine erste oder eine zweite Kalibrierungsstrategie durchgeführt werden soll.

    [0040] Wenn erkannt wird, dass der Verbrennungsmotor 9 momentan läuft, wird die Kennlinie in herkömmlicher Weise kalibriert (Schritt S5). Dabei wird im Rahmen des Kalibriervorgangs nicht aktiv in die globale Positionierung der Drosselklappe 1 eingegriffen, da dies den Betrieb des Verbrennungsmotors 9 in ungewollter Weise beeinflussen kann. Stattdessen wird die Drosselklappe 1 von dem Steuergerät 11 aktuellen Fahreranforderungen folgend positioniert, das heißt, die Drosselklappe 1 wird mithilfe der Drosselklappen-Stelleinheit 4 derart positioniert, dass dem durch das Treten des Gaspedals ausgedrückten Wunsch des Fahrers nach Bereitstellung von Motorleistung entsprochen werden kann. An den dementsprechend eingenommenen Positionen der Drosselklappe kann dann die Kennlinie aktuell kalibriert werden, beispielsweise mit herkömmlichen Verfahren wie dem oben zitierten Pendelverfahren. Dies erfordert unter Umständen eine lokale, innerhalb gewisser Grenzen vernachlässigbar kleine, und zeitlich begrenzte Bewegung der Drosselklappe um die Sollposition.

    [0041] Wenn jedoch erkannt wird, dass der Verbrennungsmotor 9 momentan nicht läuft, sondern stillsteht, beispielsweise weil er von einem Start-Stopp-System temporär abgeschaltet wurde oder bei einem Hybridfahrzeug temporär auf den Antrieb durch den Zusatzmotor umgeschaltet wurde, kann eine andere Kalibrierungsstrategie durchgeführt werden. Da bei stillstehendem Verbrennungsmotor 9 die aktuelle Positionierung der Drosselklappe 1 keine Relevanz hat, kann die Drosselklappe 1 in jede beliebige Soll-Position verlagert werden. Insbesondere kann die aktuelle Positionierung der Drosselklappe 1 unabhängig von aktuellen Fahreranforderungen gewählt werden. Im Rahmen der zweiten Kalibrierungsstrategie kann somit in einem Schritt S3 der Antrieb 3 vorzugsweise durch die Steuerung 11 derart angesteuert werden, dass die Drosselklappe 1 in eine vorgebbare Soll-Position verlagert wird. Anschließend wird in einem Schritt S4 die Kennlinie an dieser Soll-Position kalibriert. Da bei stillstehendem Verbrennungsmotor 9 die Drosselklappe 1 an jede beliebige Soll-Position verfahren werden kann, kann die Kennlinie über jeden beliebigen Teilbereich hin kalibriert werden.

    [0042] Beispielsweise kann ein spezieller Korrekturalgorithmus durchgeführt werden, der gezielt diejenigen Abschnitte der Kennlinie korrigiert, die während des vorangehenden Betriebs des Kraftfahrzeugs weniger häufig oder gar nicht korrigiert worden sind. Zum Beispiel ist die Drosselklappe 1 im Stadtverkehr typischerweise die meiste Zeit nur wenig geöffnet. Dementsprechend werden auch nur diejenigen Abschnitte der Kennlinie bei laufendem Verbrennungsmotor 9 gemäß der oben geschilderten ersten Kalibrierungsstrategie korrigiert, die einem kleinen Drosselklappenwinkel zugeordnet sind. Bei einer längeren Standphase, beispielsweise vor einer roten Ampel, können dann bei abgeschaltetem Verbrennungsmotor 9 diejenigen Abschnitte der Kennlinie korrigiert werden, die größeren Drosselklappenwinkeln entsprechen. Dazu wird im Rahmen der zweiten Kalibrierungsstrategie die Drosselklappe 1 entsprechend weit geöffnet und die Kennlinie durch Auslesen aktueller Messwerte aus dem Drosselklappen-Winkelgeber 7 und gegebenenfalls aus dem Elektromotor des Antriebs 3 kalibriert. Für eine anschließende Überlandfahrt, bei der die Drosselklappe 1 typischerweise weit geöffnet ist, ist dann die Kennlinie bereits korrigiert.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Kalibrieren eines Antriebs (3) einer Drosselklappe (1) eines Verbrennungsmotors (9) eines Kraftfahrzeugs, wobei eine Korrelation zwischen einer Rotorlage des Antriebs (3) und einer Ausgangsspannung eines Drosselklappen-Winkelgebers (7) einer Kennlinie folgt,
    wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:

    Detektieren (S1), ob der Verbrennungsmotor (9) momentan läuft oder stillsteht;

    dadurch gekennzeichnet, dass

    -- wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor (9) momentan stillsteht,

    ---- Ansteuern (S3) des Antriebs zum Verlagern der Drosselklappe (1) in eine Soll-Position; und

    ---- Kalibrieren (S4) der Kennlinie an der Soll-Position mittels eines ersten Kalibrierungsverfahrens; und

    -- wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor (9) momentan läuft,

    ---- ein Kalibrieren (S5) der Kennlinie mittels eines zweiten Kalibrierungsverfahrens durchgeführt wird.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei, wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor (9) momentan läuft, ermittelt wird, in welchen Bereich die Drosselklappe (1) aktuellen Fahreranforderungen folgend überwiegend verlagert wird, und wobei, wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor (9) momentan stillsteht, der Antrieb (3) zum Verlagern der Drosselklappe (1) in eine außerhalb dieses Bereichs liegende Soll-Position angesteuert wird.
     
    3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei, wenn detektiert wird, dass der Verbrennungsmotor (9) momentan läuft, die Kennlinie an Positionen kalibriert wird, an die die Drosselklappe (1) aktuellen Fahreranforderungen folgend verlagert wird.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Antrieb (3) der Drosselklappe (1) einen bürstenlosen Gleichstrommotor aufweist.
     
    5. Steuergerät (11) für ein Kraftfahrzeug, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (11) dazu ausgelegt ist, ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 durchzuführen.
     
    6. Kraftfahrzeug mit einem Steuergerät (11) nach Anspruch 5.
     
    7. Kraftfahrzeug nach Anspruch 6, wobei das Kraftfahrzeug ein Start-Stopp-System aufweist.
     
    8. Kraftfahrzeug nach Anspruch 6 oder 7, wobei das Kraftfahrzeug als Hybridfahrzeug dazu ausgelegt ist, bei stillstehendem Verbrennungsmotor (9) mit Hilfe eines Zusatzmotors angetrieben zu werden.
     
    9. Computerprogrammprodukt, aufweisend computerlesbare Anweisungen, welche bei Ausführung auf einem programmierbaren Steuergerät (10) gemäß Anspruch 5 dieses dazu anweisen, ein Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4 durchzuführen.
     
    10. Computerlesbares Medium mit einem darauf gespeicherten Computerprogrammprodukt nach Anspruch 9.
     


    Claims

    1. Method for calibrating a drive (3) of a throttle valve (1) of an internal combustion engine (9) of a motor vehicle, wherein a correlation between a rotor position of the drive (3) and an output voltage of a throttle valve angle transducer (7) follows a characteristic, wherein the method comprises the following steps:

    detecting (S1) whether the internal combustion engine (9) is currently running or is not running;

    characterized in that

    -- if it is detected that the internal combustion engine (9) is currently not running,

    --- activating (S3) the drive to displace the throttle valve (1) into a target position; and

    ---- calibrating (S4) the characteristic at the target position by means of a first calibration method; and

    -- if it is detected that the internal combustion engine (9) is currently running,

    ---- the characteristic is calibrated (S5) by means of a second calibration method.


     
    2. Method according to Claim 1, wherein, if it is detected that the internal combustion engine (9) is currently running, it is determined in which region the throttle valve (1) is displaced predominantly according to current driver demands, and wherein, if it is detected that the internal combustion engine (9) is currently not running, the drive (3) is activated to displace the throttle valve (1) into a target position lying outside said region.
     
    3. Method according to either one of Claims 1 and 2, wherein, if it is detected that the internal combustion engine (9) is currently running, the characteristic is calibrated at positions at which the throttle valve (1) is displaced according to current driver demands.
     
    4. Method according to any one of Claims 1 to 3, wherein the drive (3) of the throttle valve (1) comprises a brushless direct current motor.
     
    5. Control unit (11) for a motor vehicle, characterized in that the control unit (11) is configured to perform a method according to any one of Claims 1 to 4.
     
    6. Motor vehicle with a control unit (11) according to Claim 5.
     
    7. Motor vehicle according to Claim 6, wherein the motor vehicle comprises a start-stop system.
     
    8. Motor vehicle according to Claim 6 or 7, wherein the motor vehicle is configured as a hybrid vehicle, to be driven using an auxiliary motor when the internal combustion engine (9) is not running.
     
    9. Computer program product, comprising computer-readable instructions which, when run on a programmable control unit (10) according to Claim 5, instruct it to perform a method according to any one of Claims 1 to 4.
     
    10. Computer-readable medium with a computer program product according to Claim 9 stored thereon.
     


    Revendications

    1. Procédé permettant d'étalonner un dispositif d'entraînement (3) d'un étrangleur (1) d'un moteur à combustion interne (9) d'un véhicule automobile, dans lequel une corrélation entre une position de rotor du dispositif d'entraînement (3) et une tension de sortie d'un capteur d'angle d'étrangleur (7) suit une courbe caractéristique,
    le procédé présentant les étapes suivantes consistant à :

    détecter (S1) si le moteur à combustion interne (9) est actuellement en marche ou à l'arrêt ;

    caractérisé en ce que

    - s'il est détecté que le moteur à combustion interne (9) est actuellement à l'arrêt,

    - piloter (S3) le dispositif d'entraînement pour déplacer l'étrangleur (1) dans une position de consigne ; et

    - étalonner (S4) la courbe caractéristique à la position de consigne au moyen d'un premier procédé d'étalonnage ; et

    - s'il est détecté que le moteur à combustion interne (9) est actuellement en marche,

    - étalonner (S5) la courbe caractéristique au moyen d'un deuxième procédé d'étalonnage.


     
    2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, s'il est détecté que le moteur à combustion interne (9) est actuellement en marche, on détermine dans quelle plage l'étrangleur (1) est principalement déplacé suite aux demandes actuelles du conducteur, et dans lequel, s'il est détecté que le moteur à combustion interne (9) est actuellement à l'arrêt, le dispositif d'entraînement (3) est piloté pour déplacer l'étrangleur (1) dans une position de consigne située à l'extérieur de cette plage.
     
    3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, dans lequel, s'il est détecté que le moteur à combustion interne (9) est actuellement en marche, la courbe caractéristique est étalonnée aux positions vers lesquelles l'étrangleur (1) est déplacé suite aux demandes actuelles du conducteur.
     
    4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel le dispositif d'entraînement (3) de l'étrangleur (1) présente un moteur à courant continu sans balai.
     
    5. Appareil de commande (11) pour un véhicule automobile, caractérisé en ce que l'appareil de commande (11) est conçu pour exécuter un procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4.
     
    6. Véhicule automobile comprenant un appareil de commande (11) selon la revendication 5.
     
    7. Véhicule automobile selon la revendication 6, dans lequel le véhicule automobile présente un système marche-arrêt.
     
    8. Véhicule automobile selon la revendication 6 ou 7, dans lequel le véhicule automobile est conçu comme un véhicule hybride afin d'être entraîné à l'aide d'un moteur auxiliaire lorsque le moteur à combustion interne (9) est à l'arrêt.
     
    9. Produit de programme informatique, présentant des instructions lisibles par ordinateur qui, lorsqu'elles sont exécutées sur un appareil de commande programmable (10) selon la revendication 5, font que celui-ci exécute un procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4.
     
    10. Support lisible par ordinateur comprenant un produit de programme informatique selon la revendication 9 stocké sur celui-ci.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente