[0001] Ein Aspekt der Erfindung betrifft eine Nockenwelle für ein Auslassventil eines Verbrennungsmotors.
Gemäß einem Aspekt hat die Nockenwelle ein bewegliches Nockenkonturelement, mittels
dessen eine drehzahlabhängige Nockenkonturform erhalten wird.
[0002] In Verbrennungsmotoren werden üblicherweise Ventiltriebe verwendet, die mittels einer
Nockenwelle einen Ventilhub des Ein- und Auslassventils mit fester Hubhöhe und Hubdauer
erzeugen. Ein solcher Ventiltrieb ist jedoch mit Nachteilen bezüglich einer optimalen
Anpassung an verschiedene Lastbereiche des Verbrennungsmotors verbunden. Außerdem
betätigt die Nockenwelle den Ventiltrieb bereits beim Anlassen des Motors während
der Startphase; hierbei muss jedoch die Energie zur Kompression des in der Brennkammer
befindlichen Gases durch den Anlassermotor aufgebracht werden, was zu Nachteilen während
des Anlassens führen kann.
[0003] Zur Anpassung an diese Anforderungen existieren zahlreiche Ventiltriebe, die für
das Anlassen einen veränderten Ventilhubverlauf erlauben. Eine besonders einfache,
aber wirkungsvolle Gestaltung basiert auf einer Nockenwelle, die zur Betätigung eines
Ventils mehrere seitlich nebeneinander angeordnete Nockenbahnen umfasst und die mittels
einer Verstelleinheit seitlich verschiebbar ist. Eine an die jeweiligen Anforderungen
angepasste Nockenbahn kann dann durch seitliche Verschiebung der Nockenwelle ausgewählt
werden. Bei einer Nockenwelle für ein Auslassventil kann auf diese Weise etwa eine
Nocke für die Anlassphase und eine weitere Nocke für den normalen Betrieb vorgesehen
sein, wobei die Nocke für die Anlassphase ein zusätzliches Ventilöffnunen zum Druckabbau
des in der Brennkammer befindlichen Gases vorsieht.
[0004] Eine solche Verstelleinheit erhöht jedoch den Bedarf an Platz und Gewicht des Ventiltriebs
und erfordert eine komplexe Ansteuerung der Verstelleinheit. Zusätzlich kann die Stabilität
und Festigkeit der Nockenwelle beeinträchtigt werden.
[0005] Die
JP 2008-82188 beschreibt eine Nockenwelle mit einer von der Rotationsgeschwindigkeit der Nockenwelle
abhängigen Dekompressionsfunktion und einer Funktion zur Phasenverschiebung. Dabei
wird eine Steuerwelle 57 mittels eines Zentrifugalmechanismus 50 relativ zur Nocke
36 rotiert, um Stifte 65a und 65b anzuheben (siehe Fig. 6, 7 der
JP 2008-82188). Dieser Mechanismus erfordert eine an dem Zentrifugalmechanismus angebrachte Zugfeder
53 sowie ein Übertragungsglied 59, und hat daher einen erhöhten Platzbedarf. Außerdem
muss wegen des an der Rotationachse angeordneten Steuerschafts 53 mindestens ein Wellenende
der Nockenwelle zugänglich sein, was Einschränkungen an die Lagerung und Platzierung
der Nockenwelle zur Folge hat.
[0006] In der
EP 3 061 930 A1 wird eine Nockenwelle mit einer Dekompressionsvorrichtung zur Druckreduzierung im
Zylinder beim Start des Motors beschrieben. Hierbei ist ein Zentrifugalelement direkt
angrenzend an ein Antriebsritzel der Nockenwelle vorgesehen.
[0007] Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, eine Nockenwelle zur Verfügung zu stellen,
die einerseits verstellbar ist, aber andererseits zumindest einige der oben genannten
Nachteile mindert.
[0008] Die Erfindung ist im beigefügten Anspruchssatz beschrieben.
[0009] Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Nockenwelle speziell für
ein Auslassventil eines Verbrennungsmotors zur Verfügung gestellt. Die Nockenwelle
umfasst einen Nocken und einen Auslösemechanismus für dessen Nockenkonturelement.
Der Nocken definiert eine Nockenkontur zum zyklischen Betätigen des Auslassventils
durch Rotieren der Nockenwelle definiert. Der Nocken umfasst einen Nockenkörper und
das Nockenkonturelement. Das Nockenkonturelement ist relativ zu dem Nockenkörper in
eine erste Nockenkonturstellung und in eine zweite Nockenkonturstellung beweglich,
derart, dass die Nockenkontur eine erste Nockenkonturform aufweist, wenn sich das
Nockenkonturelement in der ersten Nockenkonturstellung befindet, und eine von der
ersten Nockenkonturform verschiedene zweite Nockenkonturform aufweist, wenn sich das
Nockenkonturelement in der zweiten Nockenkonturstellung befindet. Der Auslösemechanismus
ist konfiguriert, um das Nockenkonturelement bei einer ersten niedrigeren Drehzahl
der Nockenwelle (insbesondere bei einem ersten Drehzahlbereich) in der ersten Nockenkonturstellung
zu halten, und um das Nockenkonturelement bei einer zweiten höheren Drehzahl der Nockenwelle
(insbesondere bei einem zweiten Drehzahlbereich, der gegenüber der ersten Drehzahl
bzw. dem ersten Drehzahlbereich höher liegt) in der zweiten Nockenkonturstellung zu
halten.
[0010] Die Nockenwelle ist beidseitig gelagert, d.h. sie weist ein erstes Lager und ein
zweites Lager zum drehbaren Lagern der Nockenwelle um ihre Nockenwellenachse auf,
wobei der Nocken axial zwischen diesen Lagern angeordnet ist. Erfindunsgemäß ist auch
der Auslösemechanismus zwischen diesen Lagern angeordnet.
[0011] Erfindungsgemäß ist das Nockenkonturelement als Stift gestaltet, der in den Nockenkörper
ein- und ausfahrbar ist. Erfindungsgemäß umfasst der Auslösemechanismus ein Zentrifugalelement.
Das Zentrifugalelement ist direkt benachbart an den Nocken angeordnet.
[0012] Bevorzugt steht das Nockenkonturelement in der ersten Nockenkonturstellung zum Betätigen
(Öffnen) des Auslassventils hervor (gegenüber der umgebenden Nockenkontur), und steht
es in der zweiten Nockenkonturstellung nicht oder weniger hervor, so dass das Auslassventil
keine - d.h. keine wesentliche - zusätzliche Betätigung (Öffnung) erfährt, also nicht
wesentlich weiter geöffnet wird als mittels der das Nockenkonturelement umgebenden
Nockenkontur.
[0013] Der zweite Drehzahlbereich kann im Wesentlichen an den ersten Drehzahlbereich angrenzen,
wobei der Übergang zwischen dem ersten und zweiten Drehzahlbereich entweder mit einem
Schwellenwert oder mit einem gewissen Übergang (Übergangsbereich) definiert sein kann.
Somit ist der Auslösemechanismus konfiguriert, um das Nockenkonturelement in der ersten
Nockenkonturstellung zu halten, wenn die Drehzahl einen vorgegebenen Schwellenwert
bzw. Übergangsbereich unterschreitet, und um das Nockenkonturelement in der zweiten
Nockenkonturstellung zu halten, wenn die Drehzahl den vorgegebenen Schwellenwert bzw.
Übergangsbereich überschreitet. Gemäß einem Aspekt ist der Auslösemechanismus konfiguriert,
um das Nockenkonturelement beim Übergang von der ersten Drehzahl zur zweiten Drehzahl
(bzw. vom ersten Drehzahlbereich zum zweiten Drehzahlbereich) von der ersten Nockenkonturstellung
zu der zweiten Nockenkonturstellung zu bringen.
[0014] Die erste Drehzahl kann beispielsweise in einem für das Anlassen typischen Drehzahlbereich
liegen. Gemäß einem Aspekt beträgt die erste Drehzahl - auch je nach Motortyp - zwischen
0 U/min und 1000 U/min, bevorzugt zwischen 0 U/min und 500 U/min. Die zweite Drehzahl
kann in einem normalen Betriebsbereich des Motors liegen, etwa oberhalb von 500 U/min,
bevorzugt oberhalb von 700 U/min oder 1000 U/min, jeweils auf die Drehzahl der Nockenwelle
bezogen. Der Schwellenwert kann also beispielsweise in einem Drehzahlbereich zwischen
500 U/min und 1000 U/min liegen.
[0015] Die erfindungsgemäße Nockenwelle erlaubt somit eine drehzahlabhängige Nockenkonturform
und demzufolge einen drehzahlabhängigen Ventilhubverlauf des Auslassventils. Gemäß
einem besonderen Aspekt steht bei niedrigen, etwa für die Anlassphase typischen Drehzahlen
das Nockenkonturelement hervor (in der ersten Nockenkonturstellung), so dass eine
zusätzliche Ventilöffnung (gegenüber höhren Drehzahlen bzw. der zweiten Nockenkonturstellung)
erreicht wird, so dass der Anlasser weniger Arbeit gegen den Druck in der Brennkammer
aufbringen muss.
[0016] Diese drehzahlabhängige Nockenkonturform kann gemäß einem Aspekt der Erfindung ohne
eine seitliche Verschiebung des Nocken erreicht werden. Dadurch wird insbesondere
eine beidseitige Lagerung der Nockenwelle ermöglicht. Die beidseitige Lagerung erlaubt
eine besonders günstige Kraftübertragung zwischen Nocken und Ventil, da unerwünschte
Biegeschwingungen der Nockenwelle vermieden werden, und eine flexible Ansteuerung
des Ventiltriebs.
[0017] Die erste Nockenkonturform kann sich von der zweiten Nockenkonturform insbesondere
dadurch unterscheiden, dass die erste Nockenkonturform eine Hervorhebung aufweist,
um das Auslassventil (70) während eines Verdichtungstakts des Verbrennungsmotors zu
öffnen. Die Hervorhebung nimmt vorzugsweise einen Drehwinkelbereich der Nockenwelle
zwischen 1° und 30° ein. Eine Mitte der Hervorhebung ist vorzugsweise um einen Winkel
von zwischen 90° und 270°, besonders bevorzugt zwischen 90° und 180° in Drehrichtung
des Nockens relativ zu einem Punkt bzw. Winkel maximaler Exzentrizität der Nockenkontur
(Vorsprung des Nockenkörpers) versetzt.
[0018] Das Nockenkonturelement ist vorzugsweise (in axialer Richtung) mittig im Nocken gelagert.
[0019] Hierin bedeutet "ein" immer "mindestens ein", also z.B. "ein Nocken" = "mindestens
ein Nocken" usw. Der erste Drehzahlbereich kann den Stillstand einschließen (Drehzahl
0).
[0020] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen und in der
nachfolgenden Beschreibung der Figuren dargestellt. Dabei sind einzelne Aspekte und
Details der Ausführungsformen zwar mit Bezugszeichen der Figuren dargestellt; diese
Bezugszeichen sind jedoch lediglich zur Illustration angegeben. Aspekte sind auch
unabhängig von der dargestellten Ausführungsform mit anderen Aspekten kombinierbar.
[0021] In den Figuren zeigen:
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Ventiltriebs für ein Auslassventil
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 2 zeigt eine Frontalansicht des Ventiltriebs gemäß Fig. 1;
Fig. 3a-c zeigen seitliche Ansichten des Ventiltriebs gemäß Fig. 1 und 2 mit dem Nockenkonturelement
in der ersten Nockenkonturstellung;
Fig. 4a-c zeigen seitliche Ansichten des Ventiltriebs gemäß Fig. 1 und 2 mit dem Nockenkonturelement
in der zweiten Nockenkonturstellung;
Fig. 5 zeigt eine weitere seitliche Querschnittsansicht des Nocken von Fig. 4b; und
Fig. 6 zeigt ein Ventilhubdiagramm für den erfindungsgemäßen Ventiltrieb.
[0022] Fig. 1 und 2 zeigen einen Ventiltrieb für ein Auslassventil 70 eines Verbrennungsmotors
mit der Nockenwelle 10 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Die Nockenwelle
10 umfasst einen Nocken 11, der angeordnet ist, um das Auslassventil 70 zu betätigen.
Die Nockenwelle 10 ist um ihre Achse rotierbar. Zu diesem Zweck ist die Nockenwelle
10 durch Lager 8a, 8b - also beidseitig - am Zylinderkopf gelagert. Es handelt sich
somit um eine obenliegende Nockenwelle. Die Nockenwelle 10 umfasst weiter ein Zentrifugalelement
21, welches weiter unten in Bezug auf die Figuren 3 und 4 genauer beschrieben wird.
[0023] Die beidseitige Lagerung durch die Lager 8a, 8b erlaubt eine günstige Kraftübertragung
zwischen Nocken und Ventil, da unerwünschte Biegeschwingungen der Nockenwelle vermieden
werden. Auch erlaubt die beidseitige Lagerung eine flexible Ansteuerung des Ventiltriebs:
Gemäß einem bevorzugten Aspekt befindet sich ein mit einer Kurbelwelle des Verbrennungsmotors
verbundene) Antriebszahnrad oder -Kettenrad an der Seite 7a der Nockenwelle, und ein
mit einer Einlassventil-Antriebswelle verbundenes Abtriebszahnrad an der anderen Seite
7b der Nockenwelle 10. Dadurch kann die Nockenwelle beispielsweise in dem in der
DE 102005057127 beschriebenen Ventiltrieb eingesetzt werden.
[0024] Der Ventiltrieb umfasst weiter einen Mechanismus zum Betätigen des Auslassventils
70 durch den Nocken 11. In der in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsform umfasst
dieser Mechanismus einen Schlepphebel 60 und ein Shim (Ventileinstellplättchen) 72,
die zwischen dem Nocken 11 und dem Auslassventil 70 angeordnet sind, so dass die Betätigung
des Auslassventils durch den Nocken 11 über den Schlepphebel 60 und den Stößel 72
erfolgt. Weiter ist in Figur 2 eine Ventilfeder 74 dargestellt, die das Ventil 70
(zumindest phasenweise, etwa bei Betätigung des Ventils) gegen den Nocken 11 vorspannt
und somit einen Kraftschluss zwischen dem Ventil 70 und dem Nocken 11 herstellt. In
einer Phase, bei der das Ventil nicht betätigt wird, presst die Ventilfeder das Ventil
in den Ventilsitz, welcher die entsprechende Gegenkraft aufbringt.
[0025] Wie in Fig. 2 zu sehen ist, umfasst der Nocken 11 einen Nockenkörper 12 und ein Nockenkonturelement
40 (siehe Fig. 3b, 4b; in Fig. 2 ist lediglich ein als Dekompressionsfläche 44 wirkendes
Ende des Nockenkonturelements zu sehen), die gemeinsam die Nockenkontur 16 des Nockens
11 definieren. Genauer gesagt wird die Nockenkontur 16 durch die Dekompressionsfläche
44 des Nockenkonturelements 40 (auch als Nockenkonturfläche des Nockenkonturelements
bezeichnet) und durch eine restliche Nockenkonturfläche 14 des Nockenkörpers 12 gebildet.
Die Nockenkontur 16 ist das Querschnittsprofil des Nockens 11, welches das Auslassventil
70 bei Rotation der Nockenwelle 10 betätigt und welches den Ventilhubverlauf des Auslassventils
70 daher maßgeblich beeinflusst.
[0026] Das Nockenkonturelement 40 ist als Stift gestaltet, der in den Nockenkörper 12 ein-
und ausfahrbar ist (siehe auch Fig. 3b, 4b).
[0027] In der ausgefahren Stellung (erste Nockenkonturstellung, in Fig. 3b dargestellt)
steht die Nockenkonturfläche 44 des Nockenkonturelements 40 gegenüber der restlichen
Nockenkonturfläche 14 hervor. Dies hat zur Folge, dass das Auslassventil 70 durch
die Nockenkonturfläche 44 des Nockenkonturelements 40 eine zusätzliche Betätigung
(Öffnung) erfährt. In der eingefahrenen Stellung (zweite Nockenkonturstellung, in
Fig. 4b dargestellt) ist die Nockenkonturfläche 44 bündig zur restlichen Nockenkonturfläche
14 angeordnet (steht nicht wesentlich hervor), sodass das Auslassventil keine - gemeint
ist keine wesentliche - zusätzliche Betätigung (Öffnung) erfährt. Somit hat die Nockenkontur
16 eine variable Nockenkonturform, die davon abhängt, ob das Nockenkonturelement 40
in der ersten oder in der zweiten Nockenkonturstellung befindet.
[0028] Die Nockenkonturfläche 44 des Nockenkonturelements 40 ist hierbei an einem Abschnitt
der Nockenkontur 16 angeordnet, bei dem das Auslassventil 70 - zumindest in der zweiten
Nockenkonturstellung bzw. bei der das Nockenkonturelement 40 umgebenden restlichen
Nockenkonturfläche 14 dieses Abschnitts - geschlossen ist.
[0029] Die Nockenkonturfläche 44 des Nockenkonturelements 40 wirkt somit als Dekompressionsfläche
44: Bei niedrigen, für die Anlassphase typischen Drehzahlen erlaubt die zusätzliche
Ventilöffnung (in der ersten Nockenkonturstellung), dass Druck in der Brennkammer
abgelassen werden kann, so dass der Anlasser weniger Arbeit gegen den Druck in der
Brennkammer aufbringen muss. Bei höheren, für den Normalbetrieb typischen Drehzahlen
wird die zusätzliche Ventilöffnung unterbunden, so dass keine Einbußen in Bezug auf
den Wirkungsgrad des Motors in Kauf genommen werden müssen.
[0030] Wie in Fig. 2 zu sehen ist, ist das Nockenkonturelement 40 (in Bezug auf die axiale
Richtung der Nockenwelle) mittig im Nocken 11 gelagert. Diese mittige Lagerung bewirkt,
insbesondere in Verbindung mit dem einen Schlepphebel 60 aufweisenden Ventiltrieb,
eine gleichmäßige und verschleißarme Kraftübertragung vom Nocken 11 auf das Ventil
70. Gemäß einem allgemeinen Aspekt weicht (in Bezug auf die axiale Richtung) eine
Mitte des Nockenkonturelements 40 von einer Mitte des Nockens um weniger als 20% der
Breite des Nockens ab.
[0031] In den Figuren 3 und 4 ist der Auslösemechanismus 20 des Ventiltriebs gemäß Fig.
1 und 2 in größerem Detail gezeigt, mittels dessen das Nockenkonturelement 40 drehzahlabhängig
bewegt (ein- und ausgefahren) wird. Durch den Auslösemechanismus 20 wird somit sichergestellt,
dass das Nockenkonturelement 40 bzw. dessen Nockenkonturfläche 44 bei geringen Drehzahlen
ausgefahren ist (erste Nockenkonturstellung) und bei höheren Drehzahlen eingefahren
ist (zweite Nockenkonturstellung).
[0032] Hierbei sind Fig. 3a, 4a seitliche Ansichten, von der rechten Seite in Fig. 2 gesehen;
Fig. 3b, 4b seitliche Querschnittsansichten in der Ebene A-A von Fig. 2; und Fig.
3c, 4c seitliche Querschnittsansichten in der Ebene B-B von Fig. 2. In Fig. 3a-c ist
das Nockenkonturelement in der ersten Nockenkonturstellung, und in Fig. 4a-c ist das
Nockenkonturelement in der zweiten Nockenkonturstellung dargestellt.
[0033] Die seitliche Ansicht bzw. Querschnittsansicht der Fig. 3a, 3c zeigen das Zentrifugalelement
21 des Auslösemechanismus 20. Das Zentrifugalelement 21 ist als beidseitiger Hebel
mit einem ersten Hebelarm 27 und einem zweiten Hebelarm 28 gestaltet und drehbar um
eine Achse 22 an der Nockenwelle 10 (d.h. an einer mit der Nockenwelle 10 mitrotierenden
Aufhängung, hier an dem starr mit der Nockenwelle 10 verbundenen Nockenkörper 12)
gelagert. In Fig. 3a, 3c ist das Zentrifugalelement 21 in einer ersten Zentrifugalstellung
dargestellt; in Fig. 4a, 4c ist es in einer zweiten Zentrifugalstellung dargestellt,
in der das Zentrifugalelement 21 gegenüber der ersten Zentrifugalstellung um die Achse
22 im Uhrzeigersinn rotiert ist.
[0034] Das in Fig. 3c, 4c dargestellte Vorspannelement 30 spannt das Zentrifugalelement
21 zur ersten Zentrifugalstellung hin (in der Ansicht von Fig. 3a, 4a gegen den Uhrzeigersinn)
vor. Das Vorspannelement 30 ist in einer quer durch die Nockenwelle verlaufenden Öffnung
der Nockenwelle 10 angeordnet, so dass die Längsachse des Vorspannelements 30 im rechten
Winkel durch die Rotationsachse der Nockenwelle verläuft. Die Vorspannung kann durch
eine Rückstellfeder erfolgen, die etwa konzentrisch zur Längsachse des Vorspannelements
30 in der Nockenwelle 10 angeordnet ist und das Vorspannelement 30 gegen das Zentrifugalelement
21 spannt (drückt). Die Rückstellfeder kann eine zwischen (einem Anschlag in) der
Öffnung der Nockenwelle und (einem Anschlag an) dem Vorspannelement 30 eingespannte
Druckfeder sein.
[0035] In einem Aspekt ist die Länge des aus der Nockenwelle 10 zum Zentrifugalelement 21
hin herausragenden Teilstücks des Vorspannelements 30 kürzer als der Nockenwellenradius
der Nockenwelle 10 an dieser Stelle. Dies gilt in der ersten und/oder der zweiten
Zentrifugalstellung. Dadurch ist eine besonders kompakte Anordnung des Vorspannelements
30 möglich.
[0036] In der ersten Zentrifugalstellung ist das Zentrifugalelement 21 durch das Vorspannelement
30 an einen ersten Anschlag gespannt (gedrückt). Hier wird der erste Anschlag an dem
ersten Hebelarm, etwa durch ein Mittelstück 26 des ersten Hebelarms, und die Nockenwelle
10 gebildet. Der erste Anschlag ist auf einer anderen Hebelseite des Zentrifugalelements
21 als das Vorspannelement 30 angeordnet. Der erste Anschlag begrenzt das Schwenken
des Zentrifugalelements 21 in die Richtung, in die das Vorspannelement 30 das Zentrifugalelement
21 vorspannt. Das Schwenken des Zentrifugalelements 21 in die entgegengesetzte Richtung
wird begrenzt durch eine Maximalkompression der Rückstellfeder des Vorspannelements
30, oder durch einen weiteren Anschlag zwischen dem zweiten Hebelarm 28 und der Nockenwelle
10.
[0037] In einem Aspekt ist das Vorspannelement 30 kraftschlüssig mit dem Zentrifugalelement
21 verbunden, insbesondere an das Zentrifugalelement 21 gedrückt.
[0038] Die durch das Vorspannelement 30 ausgeübte Vorspannung zur ersten Zentrifugalstellung
hin bewirkt, dass sich das Zentrifugalelement 21 in der Ruhestellung oder bei niedrigen
Drehzahlen (bei einer ersten Drehzahl) der Nockenwelle in der ersten Zentrifugalstellung
befindet, wie in Fig. 3a dargestellt.
[0039] Das Zentrifugalelement ist in der dargestellten Ausführungsform aus Hebel gestaltet.
Der Hebel 21 und insbesondere dessen Hebelarme 27, 28 sind derart dimensioniert, dass
die bei Drehung der Nockenwelle wirkende Zentrifugalkraft stärker auf den ersten Hebelarm
27 als auf den zweiten Hebelarm 28 wirkt und somit auf das Zentrifugalelement 21 insgesamt
ein zu zweiten Zentrifugalstellung hin gerichtetes (d.h. in der Ansicht von Fig. 3a,
4a im Uhrzeigersinn gerichtetes) Drehmoment ausübt. Überschreitet die Drehzahl einen
gewissen Schwellenwert (etwa bei einer zweiten, höheren Drehzahl), so überwiegt dieses
Drehmoment die Vorspannung durch das Vorspannelement 30, und infolgedessen befindet
sich das Zentrifugalelement 21 dann in der zweiten Zentrifugalstellung, wie in Fig.
4a dargestellt.
[0040] Gemäß einem Aspekt verläuft der Hebel entlang eines Teilsegments um die Nockenwelle
10 herum. Gemäß einem Aspekt ist der Schwerpunkt des ersten Hebelarms 27 gegenüber
dem Schwerpunkt des zweiten Hebelarms 28 um mehr als 90°, vorzugsweise mehr als 120°
oder sogar um mehr als 135° versetzt. Gemäß einem Aspekt ist der Schwerpunkt und/oder
das Hebelende des ersten Hebelarms 27 gegenüber der Schwenkachse 22 um mehr als 90°,
vorzugsweise mehr als 120° oder sogar um mehr als 135° versetzt (bezüglich der Rotationsachse
der Nockenwelle 10 und in Richtung der räumlichen Ausdehnung des Zentrifugalelements
21). Gemäß einem Aspekt ist der Schwerpunkt und/oder das Hebelende des zweiten Hebelarms
28 gegenüber der Schwenkachse 22 um weniger als 90°, vorzugsweise weniger als 45°
oder sogar um weniger als 30° versetzt. Gemäß einem Aspekt ist der Schwerpunkt und/oder
das Hebelende des ersten Hebelarms 27 gegenüber der Schwenkachse 22 um mehr als den
doppelten, dreifachen oder sogar vierfachen Winkel als der Schwerpunkt bzw. das Hebelende
des zweiten Hebelarms 28 versetzt. Hierin ist der Winkel immer um die Rotationsachse
der Nockenwelle 10 und in Richtung der räumlichen Ausdehnung des Zentrifugalelements
21 definiert. Diese Aspekte erlauben einen Hebel mit einem ausreichend großen Hebelarm
und gleichzeitig in radialer Richtung geringen Raumanforderungen, so dass eine kompakte
Bauweise möglich ist.
[0041] Gemäß einem Aspekt ist das Zentrifugalelement (Hebel) 21 um eine parallel zur Nockenwellenachse
verlaufende Hebelachse schwenkbar. Gemäß einem Aspekt ist die Hebelachse exzentrisch
zur Nockenwellenachse angeordnet, vorzugsweise radial in Richtung eines Vorsprungsbereichs
des Nockenkörpers 12 zur Nockenwellenachse beabstandet. Der Vorsprungsbereich ist
der radial von der Nockenwellenachse ausgehende Winkelbereich mit einer Winkelabweichung
von weniger als 30° in Richtung des Vorsprungs (Stelle maximaler Exzentrizität) des
Nockenkörpers 12.
[0042] Gemäß einem weiteren Aspekt ist das Zentrifugalelement 21 direkt benachbart an die
Nocke 12 angeordnet, d.h. ohne ein anderes funktionelles Teil dazwischen wie etwa
ein Lager für die Nocke. Gemäß einem Aspekt beträgt der axiale Abstand zwischen dem
Zentrifugalelement 21 und der Nocke 12 (Seitenfläche zu Seitenfläche) weniger als
0,5 cm. Gemäß einem Aspekt beträgt der axiale Abstand zwischen einer Mittelebene des
Zentrifugalelements 21 und einer Mittelebene der Nocke 12 weniger als das doppelte
oder weniger als das 1,5-fache der axialen Breite der Nocke, oder sogar weniger als
die axialen Breite der Nocke. Gemäß einem Aspekt ist die Nockenwelle beidseitig gelagert,
und das Zentrifugalelement 21 ist zwischen den beiden Lagern 8a, 8b angeordnet. Dadurch
wird eine kompakte Bauweise auch in axialer Richtung ermöglicht.
[0043] Fig. 3b, 4b zeigen das Nockenkonturelement 40 und einen Kopplungsmechanismus, welcher
das Zentrifugalelement 21 an das Nockenkonturelement 40 koppelt.
[0044] Diese Kopplung erfolgt derart, dass das Nockenkonturelement (40) in der ersten Nockenkonturstellung
gehalten wird, wenn das Zentrifugalelement 21 die erste Zentrifugalstellung einnimmt
(wie in Fig. 3b gezeigt), und dass das Nockenkonturelement 40 in der zweiten Nockenkonturstellung
gehalten wird, wenn das Zentrifugalelement 21 die zweite Zentrifugalstellung einnimmt
(wie in Fig. 4b gezeigt).
[0045] Das Nockenkonturelement 40 ist als Stift gestaltet, der entlang einer Stiftachse
zumindest teilweise in einem Sackloch des Nockenkörpers 12 angeordnet und in dieses
einfahrbar ist. Die vom Sackloch aus nach außen gerichtete Fläche des Nockenkonturelements
40 bildet die Nockenkonturfläche 44. In der ersten Nockenkonturstellung (Fig. 3b)
ist der Stift zumindest teilweise aus dem Sackloch ausgefahren, und in der zweiten
Nockenkonturstellung (Fig. 4b) ist der Stift im Wesentlichen in das Sackloch eingefahren,
so dass die Nockenkonturfläche 44 bündig mit den umgebenden Flächen ist.
[0046] Der Kopplungsmechanismus zwischen dem Zentrifugalelement 21 und dem Nockenkonturelement
40 ist durch einen bewegbaren Anschlagskörper 24 realisiert, der in Abhängigkeit der
Zentrifugalstellung des Zentrifugalelements 21 in einer ersten bzw. zweiten Anschlagstellung
ist. Der Anschlagkörper ist als ein starr mit dem Zentrifugalelement 21 verbundener,
um eine Achse parallel zur Nockenwellenachse drehbarer Stift realisiert.
[0047] Gemäß einem Aspekt ist der Anschlagskörper 24 formschlüssig, insbesondere starr mit
dem Zentrifugalelement 21 verbunden. Gemäß einem Aspekt ist die Verbindung zwischen
dem Zentrifugalelement 21 und dem Anschlagskörper 24 exzentrisch zur Nockenwellenachse
angeordnet, vorzugsweise radial zu einem Vorsprung bzw. Vorsprungsbereich (Winkelbereich
von +/- 30° um den Vorsprung) des Nockenkörpers 12 hin versetzt angeordnet.
[0048] Gemäß einem Aspekt ist der Anschlagskörper durch Bewegen des Zentrifugalelements
21 zwischen der ersten und der zweiten Zentrifugalstellung um eine Anschlagskörper-Achse
parallel zur Nockenwellenachse drehbar. Gemäß einem Aspekt ist der Anschlagskörper
24 bzw. die Anschlagskörper-Achse exzentrisch zur Nockenwellenachse angeordnet, vorzugsweise
in einem Vorsprungsbereich des Nockenkörpers 12 angeordnet. Gemäß einem Aspekt ist
die Anschlagskörper-Achse gleich einer Hebelachse des Zentrifugalelements (Hebels)
21, und der Anschlagskörper 24 ist gemeinsam mit dem Zentrifugalelement 21 drehbar.
[0049] Das Nockenkonturelement 40 ist gegen den Anschlagskörper 24 vorgespannt. Die Vorspannung
ist nicht dargestellt und kann beispielsweise durch eine Rückstellfeder erfolgen,
die etwa konzentrisch zur Achse des Nockenkonturelements 40 angeordnet ist und das
Nockenkonturelement 40 gegen den Anschlagskörper 24 spannt (drückt). Die Rückstellfeder
kann eine zwischen (einem Anschlag in) dem Sackloch bzw. Nockenkörper 12 und (einem
Anschlag an) dem Nockenkonturelement 40 eingespannte Druckfeder sein. Gemäß einem
Aspekt ist das Nockenkonturelement 40 kraftschlüssig mit dem Anschlagskörper 24 verbunden
(daran gedrückt). Gemäß einem Aspekt ist der Kontaktbereich zwischen dem Anschlagskörper
24 und dem Nockenkonturelement 40 in dem Nockenkörper 12 angeordnet, vorzugsweise
in einem Vorsprungsbereich des Nockenkörpers 12.
[0050] Gemäß einem Aspekt ist der Anschlagskörper 24 in dem Bereich, in dem das Nockenkonturelement
40 gegen den Anschlagskörper 24 spannt, unrund.
[0051] Wenn das Zentrifugalelement 21 in der ersten Zentrifugalstellung ist, ist der Anschlagskörper
24 in der ersten Anschlagstellung und stellt für das Nockenkonturelement 40 einen
ersten Anschlag zur Verfügung, der die erste Nockenkonturstellung für das Nockenkonturelement
40 definiert. Wenn das Zentrifugalelement 21 in der zweiten Zentrifugalstellung ist,
ist der Anschlagskörper 24 in der zweiten Anschlagstellung und stellt für das Nockenkonturelement
40 einen zweiten Anschlag zur Verfügung, der die zweite Nockenkonturstellung für das
Nockenkonturelement 40 definiert. Gemäß einem Aspekt sind der erste und der zweite
Anschlag verschieden. Bevorzugt ist der zweite Anschlag gegenüber dem ersten Anschlag
zurückgesetzt.
[0052] In der Ausführungsform von Fig. 3b, 4b ist dieser Anschlagskörper durch eine Welle
24 realisiert, die um die Achse 22 (Fig. 3c, 4c) rotierbar und mit dem Zentrifugalelement
21 starr verbunden ist. Je nach Zentrifugalstellung des Zentrifugalelements 21 wird
daher die Welle 24 in die erste Anschlagstellung (Fig. 3b) bzw. in die zweite Anschlagstellung
(Fig. 4b) rotiert.
[0053] Das Nockenkonturelement 40 ist ein in dem Nocken 11 längs einer Nockenkonturelement-Achse
verschiebbar gelagerter Stift, und ist gegen die Welle (Anschlagskörper) 24 vorgespannt
(d.h. in Richtung in den Nockenkörper 12 hinein bzw. zu der zweiten Nockenkonturstellung
hin vorgespannt).
[0054] Aufgrund dieser Vorspannung nimmt das Nockenkonturelement 40 daher die Stellung ein,
die durch den Anschlag mit der Welle 24 vorgegeben wird. In der ersten Anschlagstellung
der Welle 24 (Fig. 3b) wird der Anschlag durch einen vergleichsweise mehr hervorstehenden
Abschnitt der Welle 24 hergestellt. Dadurch wird eine Bewegung des Nockenkonturelements
40 in den Nockenkörper 12 hinein (hin zu der zweiten Nockenkonturstellung) blockiert,
so dass das Nockenkonturelement 40 sich in der ersten Nockenkonturstellung befindet,
d.h. mit seiner Nockenkontufläche 44 gegenüber der restlichen Nockenkonturfläche 14
hervorsteht.
[0055] In der zweiten Anschlagstellung (Fig. 4b) wird der Anschlag durch einen vergleichsweise
weniger hervorstehenden bzw. abgeflachten Abschnitt der Welle 24 hergestellt. Dadurch
wird eine Bewegung des Nockenkonturelements 40 in den Nockenkörper 12 hinein (hin
zu der zweiten Nockenkonturstellung) freigegeben, und durch die Vorspannung befindet
sich das Nockenkonturelement 40 folglich in der zweiten Nockenkonturstellung, d.h.
mit seiner Nockenkontufläche 44 nicht hervorsteht.
[0056] Auf diese Weise wird erreicht, dass bei niedrigen Drehzahlen (erste Drehzahl) die
Nockenkontufläche 44 hervorsteht und damit eine zusätzliche Betätigung des Auslassventils
70 bewirkt, wie in Fig. 3a-3c dargestellt; und dass bei höheren Drehzahlen (zweite
Drehzahl) die Nockenkontufläche 44 bündig mit der restlichen Nockenkonturfläche 14
ist und damit die zusätzliche Betätigung des Auslassventils 70 unterbunden wird.
[0057] Mit Bezug auf Fig. 5 wird die Position des Nockenkonturelements 40 genauer beschrieben.
[0058] Wie bereits erwähnt, ist die Nockenkonturfläche - genauer ihre Mitte 44` - des Nockenkonturelements
40 bevorzugt an einem Abschnitt der Nockenkontur 16 angeordnet, bei dem das Auslassventil
- zumindest in der zweiten Nockenkonturstellung bzw. bei der restlichen Nockenkonturfläche
dieses Abschnitts - geschlossen ist.
[0059] Bevorzugt ist die Nockenkonturfläche des Nockenkonturelements 40 einem Abschnitt
der Nockenkontur 16 angeordnet, der einem Verdichtungstakt des Verbrennungsmotors
zugeordnet ist.
[0060] Bevorzugt beträgt ein Winkel α zwischen dem Punkt 16a maximaler Exzentrizität der
Nockenkontur 16 und der Mitte 44` der Nockenkonturfläche weniger als 180° (in Drehrichtung
gemessen wie in Fig. 5 dargestellt, wobei die Drehrichtung im Uhrzeigersinn gerichtet
ist, wie anhand des in Fig. 3b und 4b gezeigten Schlepphebels 60 sichtbar ist). Beispielsweise
kann der Winkel α zwischen 90° und 180° betragen, besonders bevorzugt zwischen 105°
und 180° betragen oder sogar zwischen 125° und 180° betragen. Dies stellt sicher,
dass die Nockenkonturfläche effizient als Dekompressionsfläche wirken und beim Anlassen
Druck in der Brennkammer abgelassen werden kann.
[0061] Der Punkt 16a maximaler Exzentrizität der Nockenkontur 16 ist im Allgemeinen unabhängig
von der Nockenkonturstellung, und ist zur Vermeidung von Mehrdeutigkeiten in Bezug
auf die zweite Nockenkonturstellung definiert.
[0062] Das Nockenkonturelement 40 ist ein in dem Nocken 11 längs einer Nockenkonturelement-Achse
verschiebbar gelagerter Stift. Die Achse dieses Stifts 40 weicht um einen Winkel von
weniger als 45°, bevorzugt von weniger als 30° von der Radialrichtung der Nockenwelle
durch die Mitte 44` der Nockenkonturfläche ab.
[0063] Die gesamte Nockenkonturfläche des Nockenkonturelements 40 nimmt nur einen begrenzten
Winkelbereich der Nockenkontur 16 ein, bevorzugt weniger als 45°, besonders bevorzugt
weniger als 30°, und ganz besonders bevorzugt weniger als 15°. Bevorzugt nimmt die
Nockenkonturfläche des Nockenkonturelements 40 nimmt einen Winkelbereich von mindestens
2° ein.
[0064] Mit Bezug auf Fig. 6 wird ein Ventilhubdiagramm eines Viertaktmotors beschrieben,
der mittels des erfindungsgemäßen Ventiltriebs betrieben wird. Das Ventilhubdiagramm
zeigt schematisch die Ventilöffnung V eines Einlassventils (gestrichelte mit I bezeichnete
Kurve) und des mit dem erfindungsgemäßen Ventiltrieb angetriebenen Auslassventils
(durchgezogene mit E und E` bezeichnete Kurve) als Funktion eines Phasenwinkels α
des Motorzyklus, etwa des halben Winkels der Kurbelwelle. BDC bezeichnet den unteren
Totpunkt (bei Phasenwinkels α = 0° und α = 180°) und TDC bezeichnet den oberen Totpunkt
der Kurbelwelle (bei Phasenwinkels α = 90° und α = 270°). In dem Diagramm sind in
dieser Reihenfolge die folgenden Takte des Viertaktmotors dargestellt: Ausstoßen;
Ansaugen; Verdichten; Arbeiten.
[0065] Die Kurven E und I stellen übliche Ventilhubverläufe des Viertaktmotors dar. Die
Kurve E` stellt die zusätzliche Betätigung durch das Nockenkonturelement 40 in der
ersten Nockenkonturstellung dar. In der zweiten Nockenkonturstellung ist diese zusätzliche
Betätigung nicht vorhanden, d.h. die Kurve E` ist durch eine flache Kurve (kein Ventilhub
ersetzt). Diese zusätzliche Betätigung erfolgt im Verdichtungstakt vor dem oberen
Totpunkt. Wie bereits beschrieben kann durch diese zusätzlich Betätigung E` Gas aus
der Brennkammer entweichen und somit Druck abgebaut werden, so dass die durch den
Anlassermotor gegen den Druck zu verrichtende Arbeit reduziert wird.
[0066] Figur 6 illustriert auch einige allgemeine Aspekte der Anordnung des Nockenkonturelements
40 in Bezug auf die Motorphase, die im folgenden beschrieben werden und optional für
beliebige Ausführungsformen gelten. Hierbei ist der Motorphasenwinkel α so definiert,
dass er während eines Motorzyklus das Intervall von 0° bis 360° durchläuft. Gemäß
einem Aspekt ist der Motor ein Viertaktmotor, und der Motorphasenwinkel α ist der
halbe Ventilkurbelwinkel.
[0067] Gemäß einem Aspekt ist die Nockenkonturfläche des Nockenkonturelements 40 für eine
Ventilbetätigung während eines Verdichtungstaktes des Verbrennungsmotors angeordnet.
Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Nockenkonturfläche des Nockenkonturelements 40
derart angeordnet, dass ein Phasenwinkel α
P eines maximalen Ventilhubs dieser Nockenkonturfläche um eine Phasendifferenz im Bereich
von 70° - 30°, bevorzugt im Bereich von 65° - 45° vor dem oberen Totpunkt UDC am Ende
des Verdichtungstakts liegt. Gemäß einem weiteren Aspekt überdeckt die durch die Nockenkonturfläche
des Nockenkonturelements 40 verursachte Ventilöffnung ein Phasenintervall (α
O - α
C) des Motorzyklus von mehr als 2° oder mehr als 3° oder sogar mehr als 5°, und oder
von weniger als 20°, weniger als 15° oder sogar weniger als 10°, also beispielsweise
von zwischen 3° und 15°, bevorzugt zwischen 5° und 10°. Hierbei α
O als die Phase definiert, bei der die Ventilöffnung den Wert von 10% der maximalen
Ventilöffnung bei α
P überschreitet, und α
C ist als die Phase definiert, bei der die Ventilöffnung diesen Wert wieder unterschreitet.
Mit anderen Worten ist das Phasenintervall (α
O - α
C) der Bereich, bei dem die Ventilöffnung größer als 10% der maximalen Ventilöffnung
bei α
P ist.
[0068] Gemäß einem weiteren Aspekt ist das Nockenkonturelement in einem Nicht-Betätigungsbereich
des Nockens angeordnet, so dass in einer Umgebung um das Nockenkonturelement keine
Betätigung des Ventils erfolgt. Gemäß einem weiteren Aspekt beträgt der (maximale)
Ventilhub durch das Nockenkonturelement (in der ersten Nockenkonturstellung) weniger
als 30%, weniger als 20% oder sogar weniger als 10% des (maximalen) Ventilhubs durch
den Nocken insgesamt (also durch den Punkt 16a der Nockenkontur, siehe Fig. 5).
[0069] Der Betrieb - insbesondere Anlassvorgang - eines Verbrennungsmotors mit dem hierin
beschriebenen Ventiltrieb kann also wie folgt beschrieben werden, wobei die Bezugszeichen
sich auf sämtliche Figuren beziehen:
Zunächst, etwa zu Beginn des Anlassens, rotiert die Nockenwelle 10 mit einer niedrigen
(ersten) Geschwindigkeit und betätigt dabei zyklisch das Auslassventil 70 durch den
Nocken 11. Aufgrund der niedrigen (ersten) Geschwindigkeit befindet sich das Nockenkonturelement
40 in der ersten Nockenkonturstellung, bei der seine Nockenkonturfläche 44 hervorsteht,
so dass das Auslassventil 70 von der Nockenkonturfläche 44 während eines Verdichtungstaktes
des Verbrennungsmotors betätigt wird. Die erste Nockenkonturstellung wird wie oben
beschrieben dadurch erreicht, dass der Auslösemechanismus 20 das Nockenkonturelement
40 in der ersten Nockenkonturstellung hält, wie in Fig. 3a-3c dargestellt und in Bezug
auf diese Figuren beschrieben. Durch die hervorstehende Nockenkonturfläche 44 wird
das Ventil geöffnet, so dass ein Druck des in der Brennkammer befindlichen Gases abgebaut
werden kann.
[0070] Im weiteren Verlauf wird die Rotation der Nockenwelle auf eine zweite höhere Geschwindigkeit
beschleunigt. Durch die höhere Geschwindigkeit wird das Nockenkonturelements 40 zur
zweiten Nockenkonturstellung (Fig. 4a-4c) bewegt, bei der die Nockenkonturfläche 44
nicht oder weniger hervorsteht. Die Bewegung hin zur zweiten Nockenkonturstellung
wird wie oben beschrieben dadurch erreicht, dass der Auslösemechanismus 20 das Nockenkonturelement
40 in der zweiten Nockenkonturstellung hält, wie in Fig. 4a-4c dargestellt und in
Bezug auf diese Figuren beschrieben. Als Folge dessen wird das Auslassventil 70 nicht
mehr von der Nockenkonturfläche 44 des Nockenkonturelements 40 betätigt, d.h. es findet
keine wesentliche zusätzliche Ventilöffnung statt. Damit ist ein normaler Betrieb
des Verbrennungsmotos und insbesondere eine normale Verdichtung des Luft-Brennstoff-Gemischs
in der Brennkammer möglich.
[0071] Auch wenn einzelne Ausführungsbeispiele oben beschrieben und in den Figuren dargestellt
sind, so ergibt sich der Schutzbereich allein aus den Ansprüchen. Überdies sind oben
beschriebene Details der Ausführungsform nur zur Illustration in Bezug auf diese Ausführungsform
beschrieben.
1. Nockenwelle (10) für ein Auslassventil (70) eines Verbrennungsmotors, wobei die Nockenwelle
umfasst:
- ein erstes Lager (8a) und ein zweites Lager (8b) zum drehbaren Lagern der Nockenwelle
(10) um ihre Nockenwellenachse;
- einen Nocken (11), wobei der Nocken (11) eine Nockenkontur (16) zum zyklischen Betätigen
des Auslassventils durch Rotieren der Nockenwelle definiert, und wobei der Nocken
(11) einen Nockenkörper (12) und ein Nockenkonturelement (40) umfasst, wobei das Nockenkonturelement
(40) relativ zu dem Nockenkörper (12) in eine erste Nockenkonturstellung und in eine
zweite Nockenkonturstellung beweglich ist, derart, dass die Nockenkontur (16) eine
erste Nockenkonturform aufweist, wenn sich das Nockenkonturelement (40) in der ersten
Nockenkonturstellung befindet, und eine von der ersten Nockenkonturform verschiedene
zweite Nockenkonturform aufweist, wenn sich das Nockenkonturelement in der zweiten
Nockenkonturstellung befindet, und
- einen Auslösemechanismus (20) für das Nockenkonturelement (40), wobei der Auslösemechanismus
(20) konfiguriert ist, um das Nockenkonturelement bei einer ersten niedrigeren Drehzahl
der Nockenwelle in der ersten Nockenkonturstellung zu halten, und um das Nockenkonturelement
bei einer zweiten höheren Drehzahl der Nockenwelle in der zweiten Nockenkonturstellung
zu halten,
wobei der Nocken (11) und der Auslösemechanismus (20) axial zwischen dem ersten Lager
(8a) und dem zweiten Lager (8b) angeordnet ist, und
wobei das Nockenkonturelement (40) als Stift gestaltet ist, der in den Nockenkörper
(12) ein- und ausfahrbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass
der Auslösemechanismus (20) ein Zentrifugalelement (21) umfasst, wobei das Zentrifugalelement
(21) direkt benachbart an den Nocken (12) angeordnet ist.
2. Nockenwelle nach einem beliebigen der vorangehenden Ansprüche, wobei das Nockenkonturelement
(40) zum Betätigen des Auslassventils (70) hervorsteht, wenn sich das Nockenkonturelement
(40) in der ersten Nockenkonturstellung befindet, und das Nockenkonturelement (40)
nicht oder weniger hervorsteht, wenn sich das Nockenkonturelement in der zweiten Nockenkonturstellung
befindet.
3. Nockenwelle nach einem beliebigen der vorangehenden Ansprüche, wobei der Auslösemechanismus
(20) das Zentrifugalelement (21) und einen Kopplungsmechanismus (24) umfasst, wobei
das Zentrifugalelement (21) gelagert ist, um bei der ersten niedrigeren Drehzahl der
Nockenwelle eine erste Zentrifugalstellung einzunehmen, und um durch Wirkung der Zentrifugalkraft
bei der zweiten höheren Drehzahl der Nockenwelle eine zweite Zentrifugalstellung einzunehmen,
und wobei
der Kopplungsmechanismus (24) das Zentrifugalelement (21) an das Nockenkonturelement
(40) koppelt, um das Nockenkonturelement (40) in der ersten Nockenkonturstellung zu
halten, wenn das Zentrifugalelement (21) die erste Zentrifugalstellung einnimmt, und
um das Nockenkonturelement (40) in der zweiten Nockenkonturstellung zu halten, wenn
das Zentrifugalelement (21) die zweite Zentrifugalstellung einnimmt.
4. Nockenwelle nach Anspruch 3, wobei zumindest eines von (a) bis (b):
(a):das Zentrifugalelement (21) ist ein Hebel, welcher derart an der Nockenwelle (10)
gelagert ist, dass die bei Drehung der Nockenwelle wirkende Zentrifugalkraft auf den
Hebel (21) ein zur zweiten Zentrifugalstellung hin gerichtetes Drehmoment ausübt,
und der Auslösemechanismus (20) weist ein Vorspannelement (30) auf, welches den Hebel
(21) zur ersten Zentrifugalstellung hin vorspannt, wobei das Vorspannelement (30)
kraftschlüssig mit dem Zentrifugalelement (21) verbunden ist, insbesondere mittels
einer Druckfeder an das Zentrifugalelement (21) gedrückt ist;
(b): das Zentrifugalelement (21) ist ein um eine parallel zur Nockenwellenachse verlaufende
Hebelachse schwenkbarer Hebel, wobei die Hebelachse vorzugsweise exzentrisch zur Nockenwellenachse
angeordnet ist, wobei die Hebelachse besonders vorzugsweise in Richtung zu einem Vorsprungsbereich
des Nockenkörpers (12) zur Nockenwellenachse beabstandet ist.
5. Nockenwelle nach einem beliebigen der Ansprüche 3 und 4, wobei vorzugsweise zumindest
eines von (d) und (e):
(d):der Kopplungsmechanismus (24) ist mit dem Zentrifugalelement (21) verbunden, um
eine Bewegung des Nockenkonturelements (40) hin zu der zweiten Nockenkonturstellung
zu blockieren, wenn sich das Zentrifugalelement (21) in der ersten Zentrifugalstellung
befindet, und um
die Bewegung des Nockenkonturelements (40) hin zu der zweiten Nockenkonturstellung
freizugeben, wenn sich das Zentrifugalelement (21) in der zweiten Zentrifugalstellung
befindet, wobei
das Nockenkonturelement (40) zu der zweiten Nockenkonturstellung hin vorgespannt ist;
(e):der Kopplungsmechanismus weist einen Anschlagskörper (24) auf, gegen den das Nockenkonturelements
(40) vorgespannt ist, und der Anschlagskörper (24) ist formschlüssig, insbesondere
starr, mit dem Zentrifugalelement (21) verbunden, um gemeinsam mit dem Zentrifugalelement
(21) die erste bzw. zweite Zentrifugalstellung einzunehmen, etwa um gemeinsam mit
dem Zentrifugalelement (21) um die in (b) beschriebene Hebelachse drehbar zu sein,
wobei der Anschlagskörper (24) in der ersten Zentrifugalstellung einen ersten Anschlag
für das Nockenkonturelement (40) bereitzustellen, und um in der zweiten Zentrifugalstellung
einen vom ersten Anschlag verschiedenen zweiten Anschlag für das Nockenkonturelement
(40) bereitzustellen, wobei der Anschlagskörper (24) vorzugsweise exzentrisch zur
Nockenwellenachse angeordnet ist.
6. Nockenwelle nach einem beliebigen der vorangehenden Ansprüche, wobei das Nockenkonturelement
(40) ein in dem Nocken (11) längs einer Nockenkonturelement-Achse verschiebbar gelagerter
Stift ist, welcher zu der zweiten Nockenkonturstellung hin vorgespannt ist.
7. Ventriltrieb für einen Verbrennungsmotor mit einer Nockenwelle nach einem beliebigen
der vorangehenden Ansprüche, wobei die Nockenwelle (10) axial außerhalb des ersten
Lagers (8a) mit einem Antriebsrad zum Antrieb durch eine Kurbelwelle des Verbrennungsmotors
verbunden ist, und axial außerhalb des zweiten Lagers (8b) mit einem Abtriebsrad zum
Antrieb einer Einlassventil-Betätigungseinheit verbunden ist.
8. Verbrennungsmotor mit einem Ventiltrieb nach Anspruch 7, wobei das Antriebsrad mit
der Kurbelwelle verbunden ist, und wobei das Abtriebsrad mit einer Einlassventil-Betätigungseinheit
verbunden ist.
9. Verfahren zum Betätigen eines Auslassventils (70) eines Verbrennungsmotors, wobei
der Verbrennungsmotor eine Nockenwelle (10) mit einem Nocken (11) aufweist, wobei
der Nocken (11) einen Nockenkörper (12) und ein relativ zu dem Nockenkörper (12) bewegliches
Nockenkonturelement (40) aufweist,
wobei das Nockenkonturelement (40) als Stift gestaltet ist, der in den Nockenkörper
(12) ein- und ausfahrbar ist, und
wobei Nockenwelle (10) mittels einem ersten Lager (8a) und einem zweiten Lager (8b)
drehbar um ihre Nockenwellenachse gelagert ist derart, dass der Nocken (11) und ein
Auslösemechanismus (20) axial zwischen dem ersten Lager (8a) und dem zweiten Lager
(8b) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass
der Auslösemechanismus (20) ein Zentrifugalelement (21) umfasst, wobei das Zentrifugalelement
(21) direkt benachbart an den Nocken (12) angeordnet ist;
wobei das Verfahren umfasst:
- Rotieren der Nockenwelle (10) mit einer ersten Geschwindigkeit zum zyklischen Betätigen
des Auslassventils durch den Nocken (11), wobei sich das Nockenkonturelement (40)
in einer ersten Nockenkonturstellung befindet, bei der das Nockenkonturelement (40)
ausgefahren ist und eine Nockenkonturfläche (44) des Nockenkonturelements (40) derart
hervorsteht, dass das Auslassventil (70) von der Nockenkonturfläche (44) während eines
Verdichtungstaktes des Verbrennungsmotors betätigt wird;
- Beschleunigen der Rotation der Nockenwelle auf eine zweite Geschwindigkeit, die
höher ist als die erste Geschwindigkeit,
- Bewegen des Nockenkonturelements (40) durch den Auslösemechanismus (20) zu einer
zweiten Nockenkonturstellung, bei der das Nockenkonturelement (40) eingefahren ist
und die Nockenkonturfläche (44) nicht oder weniger hervorsteht, so dass das Auslassventil
(70) nicht mehr von der Nockenkonturfläche (44) des Nockenkonturelements (40) betätigt
wird.
10. Verwendung der Nockenwelle nach einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 7 oder des Ventiltriebs
nach Anspruch 8 zum Betätigen eines Auslassventils eines Verbrennungsmotors, insbesondere
gemäß dem Verfahren nach Anspruch 9.
1. Camshaft (10) for an exhaust valve (70) of an internal combustion engine, wherein
the camshaft comprises:
- a first bearing (8a) and a second bearing (8b) for rotatably supporting the camshaft
(10) about its camshaft axis;
- a cam (11), wherein the cam (11) defines a cam contour (16) for cyclically actuating
the exhaust valve by rotating the camshaft, and wherein the cam (11) comprises a cam
body (12) and a cam contour element (40),
wherein the cam contour element (40) is movable, relative to the cam body (12), into
a first cam contour position and into a second cam contour position, such that the
cam contour (16) has a first cam contour shape if the cam contour element (40) is
in the first cam contour position, and has a second cam contour shape, which is different
from the first cam contour shape, if the cam contour element is in the second cam
contour position; and
- a trigger mechanism (20) for the cam contour element (40), wherein the trigger mechanism
(20) is configured to hold the cam contour element at a first, lower rotation speed
of the camshaft in the first cam contour position, and to hold the cam contour element
at a second, higher rotation speed of the camshaft in the second cam contour position,
wherein the cam (11) and the trigger mechanism (20) are arranged axially between the
first bearing (8a) and the second bearing (8b), and wherein
the cam contour element (40) is designed as a pin, which can be retracted into and
extended from the cam body (12), and wherein
the trigger mechanism (20) comprises a centrifugal element (21), wherein the centrifugal
element (21) is arranged directly adjacent to the cam (12).
2. Camshaft according to any of the preceding claims, wherein
the cam contour element (40) for actuating the exhaust valve (70) protrudes if the
cam contour element (40) is in the first cam contour position, and the cam contour
element (40) does not protrude or protrudes less if the cam contour element is in
the second cam contour position.
3. Camshaft according to any of the preceding claims, wherein the trigger mechanism (20)
comprises the centrifugal element (21) and a coupling mechanism (24), wherein
the centrifugal element (21) is mounted to take a first centrifugal position at the
first, lower rotation speed of the camshaft, and to take a second centrifugal position
by the action of centrifugal force at the second, higher rotation speed of the camshaft,
and wherein
the coupling mechanism (24) couples the centrifugal element (21) to the cam contour
element (40), in order to hold the cam contour element (40) in the first cam contour
position if the centrifugal element (21) takes the first centrifugal position, and
to hold the cam contour element (40) in the second cam contour position if the centrifugal
element (21) takes the second centrifugal position.
4. Camshaft according to claim 3, wherein at least one of (a) through (c):
(a): the centrifugal element (21) is a lever that is mounted on the camshaft (10)
in such a manner that the centrifugal force acting during rotation of the camshaft
exerts on the lever (21) a torque directed towards the second centrifugal position,
and the trigger mechanism (20) has a biasing element (30) that biases the lever (21)
towards the first centrifugal position, wherein the biasing element (30) is connected
in a force-fitting manner to the centrifugal element (21) - in particular, is pressed
against the centrifugal element (21) by means of a compression spring;
(b): the centrifugal element (21) is a lever pivotable about a lever axis extending
parallel to the camshaft axis, wherein the lever axis is preferably arranged eccentrically
to the camshaft axis, wherein the lever axis is particularly preferably spaced apart
from the camshaft axis in the direction of a protrusion portion of the cam body (12).
5. Camshaft according to any of claims 3 and 4, wherein preferably at least one of (d)
and (e):
(d): the coupling mechanism (24) is connected to the centrifugal element (21) for
blocking a movement of the cam contour element (40) towards the second cam contour
position if the centrifugal element (21) is in the first centrifugal position, and
for releasing the movement of the cam contour element (40) towards the second cam
contour position if the centrifugal element (21) is in the second centrifugal position,
wherein
the cam contour element (40) is biased towards the second cam contour position;
(e): the coupling mechanism comprises a stop body (24) against which the cam contour
element (40) is biased, and the stop body (24) is connected in a positive-locking
- in particular, rigid - manner to the centrifugal element (21) in order to take,
together with the centrifugal element (21), the first or second centrifugal position,
respectively, e.g., in order to be rotatable, together with the centrifugal element
21, about the lever axis described in (b), wherein the stop body (24) in the first
centrifugal position provides a first stop for the cam contour element (40), and,
in the second centrifugal position, provides a second stop, which is different from
the first stop, for the cam contour element (40), wherein the stop body (24) is preferably
arranged eccentrically to the camshaft axis.
6. Camshaft according to any of the preceding claims, wherein the cam contour element
(40) is a pin being mounted in the cam (11) displaceably along a cam contour element
axis, and being biased towards the second cam contour position.
7. Valve train for an internal combustion engine having a camshaft according to any of
the preceding claims, wherein the camshaft (10) is connected axially outside the first
bearing (8a) to a drive gear for driving by a crankshaft of the internal combustion
engine, and is connected axially outside the second bearing (8b) to an output gear
for driving an intake valve actuating unit.
8. Internal combustion engine having a valve train according to claim 7, wherein the
drive gear is connected to the crankshaft, and wherein the output gear is connected
to an intake valve actuating unit.
9. Method for actuating an exhaust valve (70) of an internal combustion engine, wherein
the internal combustion engine has a camshaft (10) with a cam (11), wherein the cam
(11) has a cam body (12) and a cam contour element (40) movable relative to the cam
body (12), wherein the cam contour element (40) is designed as a pin, which can be
retracted into and extended from the cam body (12), and wherein
the camshaft (10) is rotatably mounted about its camshaft axis by means of a first
bearing (8a) and a second bearing (8b) such that the cam (11) and a trigger mechanism
(20) are arranged axially between the first bearing (8a) and the second bearing (8b),
and wherein the trigger mechanism (20) comprises a centrifugal element (21), wherein
the centrifugal element (21) is arranged directly adjacent to the cam (12);
wherein the method comprises:
- rotating the camshaft (10) at a first speed for cyclically actuating the exhaust
valve by the cam (11), wherein the cam contour element (40) is in a first cam contour
position, at which a cam contour surface (44) of the cam contour element (40) protrudes
such that the exhaust valve (70) is actuated by the cam contour surface (44) during
a compression stroke of the internal combustion engine;
- accelerating the rotation of the camshaft to a second speed that is higher than
the first speed,
- moving the cam contour element (40) by means of the trigger mechanism (20) to a
second cam contour position, at which the cam contour surface (44) does not protrude
or protrudes less, such that the exhaust valve (70) is no longer actuated by the cam
contour surface (44) of the cam contour element (40).
10. Use of the camshaft according to any of the claims 1 to 7 or the valve train according
to claim 8 for actuating an exhaust valve of an internal combustion engine, in particular
according to the method according to claim 9.
1. Arbre à cames (10) pour une soupape d'échappement (70) d'un moteur à combustion interne,
dans lequel l'arbre à cames comprend :
- un premier palier (8a) et un second palier (8b) permettant de supporter l'arbre
à cames (10) de manière rotative autour de son axe d'arbre à cames ;
- une came (11), dans lequel la came (11) définit un contour de came (16) pour l'actionnement
de manière cyclique de la soupape d'échappement en faisant tourner l'arbre à cames,
et dans lequel la came (11) comprend un corps de came (12) et un élément de contour
de came (40),
dans lequel l'élément de contour de came (40) est mobile par rapport au corps de came
(12) dans une première position de contour de came et dans une seconde position de
contour de came, de telle sorte que le contour de came (16) présente une première
forme de contour de came lorsque l'élément de contour de came (40) se trouve dans
la première position de contour de came, et présente une seconde forme de contour
de came différente de la première forme de contour de came lorsque l'élément de contour
de came se trouve dans la seconde position de contour de came ; et
- un mécanisme de déclenchement (20) pour l'élément de contour de came (40), dans
lequel le mécanisme de déclenchement (20) est configuré pour maintenir l'élément de
contour de came dans la première position de contour de came à une première vitesse
de rotation inférieure de l'arbre à cames et pour maintenir l'élément de contour de
came dans la seconde position de contour de came à une seconde vitesse de rotation
supérieure de l'arbre à cames,
dans lequel la came (11) et le mécanisme de déclenchement (20) sont disposés axialement
entre le premier palier (8a) et le second palier (8b), et
dans lequel l'élément de contour de came (40) est conçu comme une broche qui peut
être rentrée dans le corps de came (12) et sortie de celui-ci, caractérisé en ce que
le mécanisme de déclenchement (20) comprend un élément centrifuge (21), dans lequel
l'élément centrifuge (21) est disposé de manière directement adjacente à la came (12).
2. Arbre à cames selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel l'élément
de contour de came (40) fait saillie pour l'actionnement de la soupape d'échappement
(70) lorsque l'élément de contour de came (40) se trouve dans la première position
de contour de came, et l'élément de contour de came (40) ne fait pas saillie ou fait
moins saillie lorsque l'élément de contour de came se trouve dans la seconde position
de contour de came.
3. Arbre à cames selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le
mécanisme de déclenchement (20) comprend l'élément centrifuge (21) et un mécanisme
d'accouplement (24), dans lequel
l'élément centrifuge (21) est monté pour prendre une première position centrifuge
à la première vitesse de rotation inférieure de l'arbre à cames et pour prendre une
seconde position centrifuge sous l'action de la force centrifuge à la seconde vitesse
de rotation supérieure de l'arbre à cames, et dans lequel
le mécanisme d'accouplement (24) accouple l'élément centrifuge (21) à l'élément de
contour de came (40) pour maintenir l'élément de contour de came (40) dans la première
position de contour de came lorsque l'élément centrifuge (21) prend la première position
centrifuge et pour maintenir l'élément de contour de came (40) dans la seconde position
de contour de came lorsque l'élément centrifuge (21) prend la seconde position centrifuge.
4. Arbre à cames selon la revendication 3, dans lequel au moins l'un parmi (a) à (b)
:
(a) : l'élément centrifuge (21) est un levier qui est monté sur l'arbre à cames (10)
de telle sorte que la force centrifuge agissant lors de la rotation de l'arbre à cames
exerce sur le levier (21) un couple dirigé vers la seconde position centrifuge, et
le mécanisme de déclenchement (20) présente un élément de précontrainte (30) qui précontraint
le levier (21) vers la première position centrifuge, dans lequel l'élément de précontrainte
(30) est relié à force à l'élément centrifuge (21), en particulier est pressé contre
l'élément centrifuge (21) au moyen d'un ressort de pression ;
(b) : l'élément centrifuge (21) est un levier pouvant pivoter autour d'un axe de levier
s'étendant parallèlement à l'axe d'arbre à cames, dans lequel l'axe de levier est
de préférence disposé de manière excentrique par rapport à l'axe d'arbre à cames,
dans lequel l'axe de levier est de manière particulièrement préférée espacé de l'axe
d'arbre à cames en direction d'une zone de saillie du corps de came (12).
5. Arbre à cames selon l'une quelconque des revendications 3 et 4, dans lequel de préférence
au moins l'un parmi (d) et (e) :
(d) : le mécanisme d'accouplement (24) est relié à l'élément centrifuge (21) afin
de bloquer un mouvement de l'élément de contour de came (40) vers la seconde position
de contour de came lorsque l'élément centrifuge (21) se trouve dans la première position
centrifuge, et de
libérer le mouvement de l'élément de contour de came (40) vers la seconde position
de contour de came lorsque l'élément centrifuge (21) se trouve dans la seconde position
centrifuge, dans lequel
l'élément de contour de came (40) est précontraint vers la seconde position de contour
de came ;
(e) : le mécanisme d'accouplement présente un corps de butée (24), contre lequel l'élément
de contour de came (40) est précontraint, et le corps de butée (24) est relié par
complémentarité de formes, en particulier de manière rigide, à l'élément centrifuge
(21), afin de prendre, conjointement avec l'élément centrifuge (21), la première ou
la seconde position centrifuge, par exemple pour pouvoir tourner conjointement avec
l'élément centrifuge (21) autour de l'axe de levier décrit en (b), dans lequel le
corps de butée (24) pour fournir, dans la première position centrifuge, une première
butée pour l'élément de contour de came (40), et pour fournir, dans la seconde position
centrifuge, une seconde butée différente de la première butée pour l'élément de contour
de came (40), dans lequel le corps de butée (24) est de préférence disposé de manière
excentrique par rapport à l'axe d'arbre à cames.
6. Arbre à cames selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel l'élément
de contour de came (40) est une broche montée de manière à pouvoir coulisser dans
la came (11) le long d'un axe d'élément de contour de came, laquelle broche est précontrainte
vers la seconde position de contour de came.
7. Commande de soupapes pour un moteur à combustion interne comportant un arbre à cames
selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle l'arbre à cames
(10) est relié axialement à l'extérieur du premier palier (8a) à une roue d'entraînement
pour être entraîné par un vilebrequin du moteur à combustion interne et est relié
axialement à l'extérieur du second palier (8b) à une roue de sortie pour l'entraînement
d'une unité d'actionnement de soupape d'admission.
8. Moteur à combustion interne comportant une commande de soupapes selon la revendication
7, dans lequel la roue d'entraînement est reliée au vilebrequin, et dans lequel la
roue de sortie est reliée à une unité d'actionnement de soupape d'admission.
9. Procédé permettant l'actionnement d'une soupape d'échappement (70) d'un moteur à combustion
interne, dans lequel le moteur à combustion interne présente un arbre à cames (10)
comportant une came (11), dans lequel la came (11) présente un corps de came (12)
et un élément de contour de came (40) mobile par rapport au corps de came (12),
dans lequel l'élément de contour de came (40) est conçu comme une broche qui peut
être rentrée dans le corps de came (12) et sortie de celui-ci, et
dans lequel l'arbre à cames (10) est supporté de manière rotative autour de son axe
d'arbre à cames au moyen d'un premier palier (8a) et d'un second palier (8b) de telle
sorte que la came (11) et un mécanisme de déclenchement (20) sont disposés axialement
entre le premier palier (8a) et le second palier (8b), caractérisé en ce que
le mécanisme de déclenchement (20) comprend un élément centrifuge (21), dans lequel
l'élément centrifuge (21) est disposé de manière directement adjacente à la came (12)
;
dans lequel le procédé comprend :
- la rotation de l'arbre à cames (10) à une première vitesse pour l'actionnement de
manière cyclique de la soupape d'échappement au moyen de la came (11), dans lequel
l'élément de contour de came (40) se trouve dans une première position de contour
de came, dans laquelle l'élément de contour de came (40) est sorti et une surface
de contour de came (44) de l'élément de contour de came (40) fait saillie de telle
sorte que la soupape d'échappement (70) est actionnée par la surface de contour de
came (44) pendant un temps de compression du moteur à combustion interne ;
- l'accélération de la rotation de l'arbre à cames à une seconde vitesse qui est supérieure
à la première vitesse,
- le déplacement de l'élément de contour de came (40) par le mécanisme de déclenchement
(20) vers une seconde position de contour de came, dans laquelle l'élément de contour
de came (40) est rentré et la surface de contour de came (44) ne fait pas saillie
ou fait moins saillie, de sorte que la soupape d'échappement (70) n'est plus actionnée
par la surface de contour de came (44) de l'élément de contour de came (40).
10. Utilisation de l'arbre à cames selon l'une quelconque des revendications 1 à 7 ou
de la commande de soupapes selon la revendication 8 pour l'actionnement d'une soupape
d'échappement d'un moteur à combustion interne, en particulier conformément au procédé
selon la revendication 9.