[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Hubsystem für einen Kran, insbesondere einen
Mobil- oder Raupenkran, zur Erzeugung einer Hubseilvorspannung während eines Hubs
eines Tragmittels des Krans, einen Kran mit einem solchen Hubsystem, eine Vorspannhakenflasche
sowie ein Verfahren zum Heben eines Tragmittels eines Krans unter Verwendung eines
solchen Hubsystems.
[0002] Bei den meisten Kranen erfolgt das Aufnehmen und Heben von Lasten über Tragmittel
(i.d.R. Hakenflaschen mit Lasthaken) tragende Hubseile, die an einem Kranausleger
über Umlenkmittel geführt und auf Hubwinden auf- und abwickelbar gelagert sind. Dabei
werden die Hubseile üblicherweise mehrlagig auf den Hubwinden gelagert. Um "Einschneider"
beim Spulvorgang zu vermeiden, müssen die Hubseile auf den Hubwinden in den unteren
Lagen möglichst stramm gewickelt werden. Beim normalen Hubvorgang ist das Hubseil
bei einer Lastaufnahme am Boden großteils abgespult und wird während des Hubvorgangs
auf die Hubwinde aufgespult. Hierbei erzeugt die Last die nötige Vorspannung auf das
aufgespulte Hubseil, sodass es ausreichend stramm auf die Hubwinde aufgespult wird.
[0003] Werden durch den Kran Demontagevorgänge (z.B. Schornsteindemontagen oder Windkraftanlagendemontagen)
durchgeführt, müssen oftmals Lasten in großer Höhe aufgenommen und am Boden abgesetzt
werden. Dazu wird die Hakenflasche "leer" aufgespult, d.h. ohne Last gehoben, die
Last anschließend in der Höhe aufgenommen und daraufhin auf dem Boden abgesetzt.
[0004] Dies bedeutet, dass beim Heben der Hakenflasche die unteren Lagen des Hubseils beim
Aufspulen auf die Hubwinde lediglich mithilfe des Eigengewichts der Hakenflasche vorgespannt
werden und erst auf der obersten Lage der Winde die hohe Last aufgenommen wird. Das
Risiko für Seileinschneider und damit für Seilschäden bis hin zu ablegereifen Seilen
ist bei solchen Demontagevorgängen dadurch sehr hoch.
[0005] Um dieses Problem zu umgehen, wird derzeit im einfachsten Fall das Hakenflaschengewicht
erhöht, beispielsweise durch Verwendung eines größeren Lasthakens und/oder mit Zusatzgewichten.
Zusätzlich kann, wenn möglich, die Einscherung der Hakenflasche möglichst gering gewählt
werden und auf einen Parallelbetrieb mit zwei Winden ausgewichen werden. Durch diese
Maßnahmen wird die von einer Windentrommel abgespulte Länge des Hubseils reduziert
und gleichzeitig die Vorspannung auf das Hubseil durch die geringere Einscherung bei
gleichem Gewicht der Hakenflasche erhöht. Die Verwendung einer schwereren Hakenflasche
führt jedoch zu einer Verringerung der maximal möglichen Nutzlast des Krans.
[0006] Des Weiteren ist aus dem Stand der Technik die Möglichkeit bekannt, ein Zusatzgewicht
zusammen mit dem sonst leeren Lasthaken hochzuziehen und dieses auf dem Bauwerk o.ä.
abzusetzen. Dies hat den gleichen Effekt wie eine Erhöhung des Gewichts der Hakenflasche,
hat jedoch den Vorteil, dass das zusätzliche Gewicht beim eigentlichen Lasthub von
der Höhe zum Boden nicht an der Hakenflasche verbleibt und so die zur Verfügung stehende
Traglast nicht reduziert wird. Der Nachteil ist hier, dass in den meisten Fällen keine
Möglichkeit besteht, ein solches Zusatzgewicht auf dem Bauwerk o.ä. am Lastaufnahmepunkt
abzusetzen bzw. zu lagern.
[0007] Als weitere Lösungsmöglichkeit ist aus der
DE 20 2013 006 584 U1 eine Vorspannwinde bekannt, die auf dem Boden mit einem Ballastgewicht beschwert
am Lasthaken zieht und so eine zusätzliche Vorspannung auf das Hubseil erzeugt. Dies
erfordert jedoch die Bereitstellung eines weiteren Hilfsfahrzeugs an der Baustelle.
[0008] Die
US 2010/072158 A1, die als nächstleigender Stand der Technik angesehen wird, offenbart einen Raupenkran
mit einem gattungsgemäßen Hubsystem. Die
EP 2 402 281 A1 offenbart einen Turmdrehkran, dessen Hubseil über eine Hilfsumlenkung geführt ist,
um den im Normalbetrieb nicht abgespulten Hubseilbereich abzuspulen und unter Vorspannung
neu aufzuspulen. Die
US 4 081 081 A offenbart einen Raupenkran mit einem vom Oberwagen abbaubaren Ausleger und Abspannböcken,
welche nach dem Abbau des Auslegers in eine eingeklappte Stellung am Oberwagen verbracht
werden können.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine gute Wickelqualität
beim Aufwickeln des Hubseils auf die Hubwinde eines Krans zu gewährleisten, ohne dass
hierfür weitere Hilfsfahrzeuge eingesetzt werden müssen oder die Notwendigkeit eines
Ablegens eines Gewichts in großer Höhe besteht.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Hubsystem mit den Merkmalen des Anspruchs
1, eine Vorspannhakenflasche mit den Merkmalen des Anspruchs 11 und ein Verfahren
nach Anspruch 12 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich
aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Demnach wird ein Hubsystem
für einen Kran, insbesondere einen Mobil- oder Raupenkran, zur Erzeugung einer Hubseilvorspannung
während eines Hubs eines Tragmittels des Krans vorgeschlagen. Das erfindungsgemäße
Hubsystem umfasst eine teilbare Vorspannhakenflasche sowie ein damit verbundenes Hilfsseil,
welches auf einer am Kran angeordneten oder montierbaren Hilfswinde auf- und abwickelbar
gelagert und über eine an einem Ausleger des Krans angeordnete oder montierbare Umlenkvorrichtung
geführt ist. Durch Auf- und Abwickeln des Hilfsseils lässt sich die Vorspannhakenflasche
relativ zur Umlenkvorrichtung heben und senken. Erfindungsgemäß umfasst die Vorspannhakenflasche
zwei lösbar miteinander verriegelbare bzw. feststellbare und über das Hilfsseil miteinander
verbundene Hakenflaschenteile, von denen ein oberes Hakenflaschenteil ein Befestigungsmittel
zur Befestigung am Tragmittel des Krans und ein unteres Hakenflaschenteil ein Aufnahmemittel
zur Befestigung bzw. Aufnahme eines Gewichts aufweist.
[0011] Wird das obere Hakenflaschenteil mit dem Tragmittel verbunden, lässt es sich zusammen
mit diesem heben und senken. Das untere Hakenflaschenteil wird mit einem Gewicht verbunden,
um durch dieses Zusatzgewicht eine Vorspannkraft auf das Hubseil des Krans, welches
das Tragmittel trägt, auszuüben und dadurch eine gute Wickelqualität an der entsprechenden
Hubwinde sicherzustellen.
[0012] Durch die Teilbarkeit der Vorspannhakenflasche lassen sich die beiden Hakenflaschenteile
insbesondere unabhängig voneinander bewegen und das mit dem unteren Hakenflaschenteil
verbundene Gewicht muss nicht beim Heben des Tragmittels zusammen mit diesem gehoben
werden. Durch geschickte Steuerung bzw. Regelung der Hilfswinde lässt sich die Position
oder Bewegung des mit dem unteren Hakenflaschenteil verbundenen Gewichts präzise und
sicher kontrollieren, beispielsweise über eine Kransteuerung des Krans.
[0013] Dadurch, dass die beiden Hakenflaschenteile über das Hilfsseil miteinander verbunden
sind, lassen sie sich durch entsprechende Steuerung der Hilfswinde auseinanderbewegen
oder zusammenführen. So kann beispielsweise nach dem Heben des Tragmittels in eine
gewünschte Höhe durch entsprechende Steuerung der Hilfswinde das mit dem unteren Hakenflaschenteil
verbundene Gewicht wieder auf dem Boden abgesetzt und vom unteren Hakenflaschenteil
gelöst werden, sodass anschließend letzteres wieder durch Aufspulen des Hilfsseils
angehoben und mit dem oberen Hakenflaschenteil zusammengeführt sowie ggf. verriegelt
werden kann. Da die Vorspannhakenflasche an dem separaten Hilfsseil "hängt", lässt
sich in der erhöhten Position die Vorspannhakenflasche vom Tragmittel lösen, sodass
letzteres zur Aufnahme eines zu demontierenden Teils zur Verfügung steht.
[0014] Das erfindungsgemäße Hubsystem ermöglicht es also, durch Verwendung eines Zusatzgewichts
beim Heben des "leeren" Tragmittels eine Vorspannkraft auf das Hubseil auszuüben und
damit eine gute Wickelqualität zu garantieren, wobei bis auf das Gewicht keinerlei
externe Hilfsgeräte oder -fahrzeuge zum Einsatz kommen müssen. Das die Vorspannkraft
erzeugende Gewicht muss dabei nicht in erhöhter Position abgelegt werden, sondern
kann im Bereich des Bodens verbleiben. Dadurch wird ein flexibles und einfach zu bedienendes
System zur Verfügung gestellt, welches in Demontageeinsätzen zur Gewährleistung einer
guten Hubseilwickelqualität eingesetzt werden kann und wenige zusätzlich mitzuführende
Teile umfasst.
[0015] Bei der beschriebenen Lösung kann die Last in der Nähe des Bodens gehalten werden.
Dies ist eine Verbesserung der Sicherheitsaspekte. Im Bereich unter einer schwebenden
Last sind stets Gefahren vorhanden und der Bereich ist von Menschen zu meiden.
[0016] Da bei vielen Kranen, beispielsweise bei Gittermastkranen (d.h. Kranen mit Gitterausleger),
bereits eine Hilfswinde mit Hilfsseil sowie eine an der Auslegerspitze montierbare
Mastnase zur Standardausstattung gehören, muss in einem solchen Fall lediglich die
erfindungsgemäße Vorspannhakenflasche mit dem Hilfsseil verbunden werden. Diese nimmt
nicht viel Platz in Anspruch und kann ohne weiteres am Kran mitgeführt werden. Somit
ist bei Verwendung an einem Teleskopkran kein komplizierter Umbau des Krans erforderlich,
um das erfindungsgemäße Hubsystem zu verwenden, welcher eine gesonderte statische
Betrachtung benötigen würde. Das erfindungsgemäße Hubsystem kann einfach bei bestehenden
Kranen nachgerüstet bzw. für einzelne Einsätze angebaut und anschließend wieder abgebaut
werden.
[0017] Wenn vorliegend davon die Rede ist, dass die Hilfswinde oder Hubwinde aufgewickelt
oder abgewickelt bzw. aufgespult oder abgespult wird, soll damit in verkürzter Schreibweise
zum Ausdruck gebracht werden, dass das entsprechende Hilfsseil bzw. Hubseil auf die
bzw. von der Winde aufgewickelt oder abgewickelt bzw. aufgespult oder abgespult wird.
[0018] Das Merkmal, dass die oberen und unteren Hakenflaschenteile über das Hilfsseil miteinander
verbunden sind, ist breit auszulegen und so zu verstehen, dass das Hilfsseil zwischen
diesen beiden Hakenflaschenteilen verläuft. Die beiden Hakenflaschenteile sind insbesondere
zueinander beweglich.
[0019] In einer möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass mindestens eine erste Umlenkrolle
am oberen Hakenflaschenteil und eine zweite Umlenkrolle am unteren Hakenflaschenteil
angeordnet ist, über welche das Hilfsseil geführt ist. Das bedeutet, dass die Vorspannhakenflasche
mindestens zwei Einscherungen für das Hilfsseil aufweist.
[0020] Die Einscherung des Hilfsseils kann so ausgeführt sein, dass dessen Ende am unteren
Hakenflaschenteil befestigt ist. Zusammen mit einer an der Umlenkvorrichtung vorgesehenen
Umlenkrolle ergeben sich damit für den einfachsten Fall, dass unteres und oberes Hakenflaschenteil
jeweils genau eine Umlenkrolle aufweisen, insgesamt drei Stränge, wobei der erste
Strang des Hilfsseils zwischen Umlenkvorrichtung und unterem Hakenflaschenteil, der
zweite Strang zwischen unterem Hakenflaschenteil und oberem Hakenflaschenteil und
der dritte Strang vom oberen Hakenflaschenteil zur Befestigung am unteren Hakenflaschenteil
verläuft. Die Masse des angehängten Gewichts verteilt sich dabei anteilig auf die
verschiedenen Stränge des Flaschenzugs. Im Fall von drei Strängen tragen zwei Stränge
zur Erhöhung der Vorspannung bei, sodass ca. 2/3 des Gewichts am Tragmittel hängen
und das Hubseil spannen, welches auf die Hubwinde aufgespult wird.
[0021] Selbstverständlich sind hier auch andere Konfigurationen des Flaschenzugs denkbar,
beispielsweise mit mehr als einer Umlenkrolle pro oberem und/oder unterem Hakenflaschenteil.
[0022] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Vorspannhakenflasche
mindestens eine Umlenkrolle zum seitlichen Vorbeiführen des Hilfsseils am Tragmittel
aufweist, welche vorzugsweise am oberen Hakenflaschenteil angeordnet ist. Diese zusätzliche
Umlenkrolle dient also insbesondere nicht der Einscherung des Hilfsseils zur Aufteilung
der Gewichtskraft des Zusatzgewichts, sondern lediglich dem Vorbeiführen des Hilfsseils.
Alternativ ist aber auch denkbar, dass eine der Umlenkrollen des Flaschenzugs gleichzeitig
zum Vorbeiführen genutzt wird.
[0023] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Vorspannhakenflasche
einen Führungsmechanismus umfasst, mittels welchem die unteren und oberen Hakenflaschenteile
beim Zusammenführen in eine definierte Verriegelungsposition bringbar sind. Der Führungsmechanismus
kann dabei der präzisen Ausrichtung der oberen und unteren Hakenflaschenteile dienen
und/oder ein leichteres Einführen der beiden Hakenflaschenteile ineinander ermöglichen.
[0024] Vorzugsweise umfasst der Führungsmechanismus eine oder mehrere Führungsschienen.
Alternativ oder zusätzlich kann der Führungsmechanismus einen Nut-Feder-Mechanismus
umfassen, wobei die Nut an der unteren Hakenflasche und die Feder an der oberen Hakenflasche
angebracht sein kann. Auch der umgekehrte Fall ist möglich. Vorzugsweise ist der Führungsmechanismus
dabei so ausgeführt, dass das Zusammenführen der Hakenflaschenteile in einer erhöhten
Position automatisch erfolgt, ohne dass manuell nachgeholfen werden muss.
[0025] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die unteren und
oberen Hakenflaschenteile Verbindungsmittel zur lösbaren Verriegelung miteinander
aufweisen. Die Verbindungsmittel ermöglichen vorzugsweise eine Verbolzung der unteren
und oberen Hakenflaschenteile mittels eines oder mehrerer Bolzen.
[0026] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die unteren und
oberen Hakenflaschenteile mittels eines betätigbaren Verriegelungsmechanismus verriegelbar
sind, wobei der Verriegelungsmechanismus vorzugsweise bei oder nach dem Zusammenführen
der oberen und unteren Hakenflaschenteile aktiv oder passiv betätigbar ist. Eine aktive
Betätigung kann beispielsweise mittels elektrisch oder hydraulisch gesteuerten Sperrbolzen
erfolgen. Bevorzugt ist aber eine passive Betätigung des Verriegelungsmechanismus,
insbesondere ausgelöst beim Zusammenführen der oberen und unteren Hakenflaschenteile.
Dadurch kann die Vorspannhakenflasche konstruktiv einfach ausgeführt werden.
[0027] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Verriegelungsmechanismus
ausgelegt ist, beim Zusammenführen der unteren und oberen Hakenflaschenteile automatisch
zu verriegeln und vorzugsweise ein Federelement und/oder einen Schnappmechanismus
umfasst. Der Schnappmechanismus kann beispielsweise ein verschwenkbares Hakenelement
umfassen, welches am oberen oder unteren Hakenflaschenteil derart angeordnet ist,
dass beim Zusammenführen das jeweils andere Hakenflaschenteil das Hakenelement verschwenkt
und letzteres durch einen Federmechanismus in einer Verriegelungsposition von oberem
und unterem Hakenelement zurückschnappt und einen Bolzen am anderen Hakenflaschenteil
derart umgreift, dass die beiden Hakenflaschenteile miteinander verriegelt sind. Anstelle
von Hakenelement und Bolzen können andere Elemente zum Einsatz kommen, beispielsweise
ein verschiebbarer Riegel.
[0028] Durch die automatische Verriegelung beim Zusammenführen der Hakenflaschenteile kann
auf ein manuelles Verbolzen beim Zusammenführen verzichtet werden, wodurch der Hubvorgang
wesentlich vereinfacht wird. Ebenfalls ist denkbar, dass zusätzlich zum automatisch
betätigbaren Verriegelungsmechanismus eine manuelle Verbolzung stattfindet.
[0029] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist ferner eine Hubwinde vorgesehen,
auf welcher ein mit dem Tragmittel verbundenes Hubseil auf- und abwickelbar gelagert
ist, wobei die Hubwinde und die Hilfswinde vorzugsweise unabhängig voneinander betätigbar
und dadurch das Tragmittel und die Vorspannhakenflasche unabhängig voneinander hebbar
sind. Die Hubwinde und die Hilfswinde sind vorzugsweise durch eine Kransteuerung betätigbar.
[0030] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist ferner eine Kransteuerung vorgesehen,
welche eingerichtet ist, die Hubwinde und die Hilfswinde derart synchronisiert anzusteuern,
dass während eines Hubs des Tragmittels durch Aufspulen der Hubwinde und gleichzeitiges
Abspulen der Hilfswinde ein an der entriegelten Vorspannhakenflasche befestigtes Gewicht
in einer bestimmten Höhe schwebend über dem Boden gehalten wird. Die Höhe und/oder
Ausrichtung des Gewichts kann durch entsprechende Sensoren erfassbar sein und die
gemessenen Werte in die Regelung eingehen.
[0031] Vorteilhafterweise kann somit der gesamte Vorspannvorgang durch die Kransteuerung
durchgeführt und überwacht werden. Der Vorspannvorgang kann daher einem regulären
Kranbetrieb entsprechen, beispielsweise einem überwachten Zwei-Haken-Betrieb, mit
einem Haken am Tragmittel als Haupthub, betätigt durch die Hubwinde, und einem Haken
an der Vorspannhakenflasche, betätigt durch die Hilfswinde, mit einer gemeinsamen
Last.
[0032] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin einen Kran, insbesondere einen Mobil-
oder Raupenkran, welcher das erfindungsgemäße Hubsystem umfasst. Vorzugsweise sind
sowohl die Hubwinde als auch die Hilfswinde an einem Oberwagen des Krans befestigt
und über eine Kransteuerung unabhängig betätigbar.
[0033] Das Tragmittel kann eine Hakenflasche des Krans sein. Alternativ oder zusätzlich
kann die Umlenkvorrichtung eine an der Auslegerspitze montierbare Mastnase oder Klappspitze
sein, welche vorzugsweise mindestens eine Umlenkrolle aufweist, über welche das Hilfsseil
geführt ist.
[0034] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine Vorspannhakenflasche des erfindungsgemäßen
Hubsystems. Die Vorspannhakenflasche umfasst dabei ein Hilfsseilbefestigungsmittel
zur Befestigung des Hilfsseils des Hubsystems, welches vorzugsweise am unteren Hakenflaschenteil
angeordnet ist. Um das Hilfsseil an der Vorspannhakenflasche zu befestigen, wird es
in die beiden Hakenflaschenteile eingeschert und mit dem Hilfsseilbefestigungsmittel
verbunden. Dabei ergeben sich offensichtlich dieselben Vorteile und Eigenschaften
wie für das erfindungsgemäße Hubsystem, weshalb an dieser Stelle auf eine wiederholende
Beschreibung verzichtet wird. Die obigen Ausführungen hinsichtlich der möglichen Ausgestaltungen
der Vorspannhakenflasche gelten daher entsprechend.
[0035] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Heben eines Tragmittels
eines Krans unter Verwendung des erfindungsgemäßen Hubsystems mit den folgenden Schritten:
- Befestigen der Vorspannhakenflasche am Tragmittel,
- Entriegeln der oberen und unteren Hakenflaschenteile, beispielsweise durch Entfernen
eines oder mehrerer Bolzen,
- Befestigen eines Gewichts am unteren Hakenflaschenteil,
- Heben des Tragmittels, insbesondere durch Aufspulen eines mit dem Tragmittel verbundenen
Hubseils auf eine Hubwinde, wodurch sich die unteren und oberen Hakenflaschenteile
voneinander entfernen (d.h. das obere Hakenflaschenteil wird zusammen mit dem Tragmittel
nach oben gezogen, während das untere Hakenflaschenteil am Gewicht verbleibt), und
- Absetzen des Gewichts auf dem Boden nach erfolgtem Hub des Tragmittels durch Abspulen
der Hilfswinde, während sich das Tragmittel in seiner gehobenen Position befindet,
und Lösen des unteren Hakenflaschenteils vom Gewicht.
[0036] Dabei ergeben sich offensichtlich dieselben Vorteile und Eigenschaften wie für das
erfindungsgemäße Hubsystem, weshalb an dieser Stelle auf eine wiederholende Beschreibung
verzichtet wird.
[0037] Die ersten drei Schritte können in beliebiger Reihenfolge durchgeführt werden.
[0038] In einer möglichen Ausführungsform des Verfahrens ist vorgesehen, dass nach dem Absetzen
und Lösen des Gewichts das untere Hakenflaschenteil durch Aufspulen der Hilfswinde
gehoben und mit dem oberen Hakenflaschenteil zusammengeführt wird, sodass die Hakenflaschenteile
miteinander verriegelt werden können, wobei vorzugsweise anschließend die verriegelte
Vorspannhakenflasche vom Tragmittel gelöst und durch Abspulen der Hilfswinde am Boden
abgesetzt wird. Nun kann das Tragmittel beispielsweise mit einem zu demontierenden
Teil in großer Höhe verbunden und das Teil zum Boden abgesenkt werden. Anschließend
kann das Verfahren wiederholt werden, sodass bei jedem Hub des "leeren" Tragmittels
ausreichend Vorspannkraft für das Hubseil zur Verfügung steht.
[0039] Die Zugänglichkeit zum Abhängen der Vorspannhakenflasche vom Tragmittel kann als
gegeben angenommen werden, da im nachfolgenden Schritt die zu demontierende Last am
Tragmittel angeschlagen werden muss.
[0040] In einer weiteren möglichen Ausführungsform des Verfahrens ist vorgesehen, dass für
den Hub des Tragmittels die Hubwinde und die Hilfswinde derart synchron oder synchronisiert
angesteuert werden, insbesondere über eine Kransteuerung des Krans, dass durch Aufspulen
der Hubwinde und gleichzeitiges Abspulen der Hilfswinde das Gewicht in einer bestimmten
Höhe, insbesondere schwebend über dem Boden gehalten wird.
[0041] In einer weiteren möglichen Ausführungsform des Verfahrens ist vorgesehen, dass der
Hub des Tragmittels in einem von der Kransteuerung überwachten Zwei-Haken-Betrieb
erfolgt, wobei vorzugsweise eine automatische Regelung der Hub- und Hilfswinden durch
die Kransteuerung derart erfolgt, dass das Gewicht in einer definierten Höhe über
dem Boden und/oder in einer bestimmten Lage gehalten wird.
[0042] Eine erfindungsgemäße Verwendung des Systems, wie es zuvor vorgestellt wurde, ergibt
sich aus Anspruch 16.
[0043] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend
anhand der Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorspannhakenflasche in einem
verriegelten und an einem Lasthaken eines Krans aufgehängten Zustand gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Figur 2:
- die Vorspannhakenflasche gemäß Figur 1 in entriegeltem Zustand und mit einem aufgenommenen
Gewicht;
- Figur 3:
- einen Längsschnitt durch die erfindungsgemäße Vorspannhakenflasche;
- Figur 4:
- eine schematische Seitenansicht der Auslegerspitze eines Krans mit Tragmittel, Mastnase
und Vorspannhakenflasche;
- Figur 5:
- eine Seitenansicht und eine Vorderansicht der erfindungsgemäßen Vorspannhakenflasche;
- Figur 6:
- eine schematische Darstellung der Verbindungsbereiche der oberen und unteren Hakenflaschenteile
der erfindungsgemäßen Vorspannhakenflasche gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Figur 7:
- eine seitliche Ansicht des Oberwagens des Krans gemäß einem Ausführungsbeispiel mit
angedeuteter Lage der Hubwinde; und
- Figur 8-11:
- verschiedene Stellungen von Tragmittel und Vorspannhakenflasche während der Durchführung
des erfindungsgemäßen Hubverfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel, jeweils in einer
seitlichen Gesamtansicht des Krans;
[0044] Die Figur 1 zeigt eine schematische Seitenansicht der Vorspannhakenflasche 10 des
erfindungsgemäßen Hubsystems gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel. Die Vorspannhakenflasche
10 ist an einem Tragmittel 6 eines Krans 1 aufgehängt, wobei es sich bei den hier
gezeigten Ausführungsbeispielen um einen Raupenkran 1 handelt.
[0045] Der Kran 1, welcher in einer seitlichen Gesamtansicht in den Figuren 8-11 dargestellt
ist, umfasst einen Unterwagen 8 mit einem Raupenfahrwerk, einen um eine vertikale
Achse drehbar auf dem Unterwagen 8 gelagerten Oberwagen 3, einen um eine horizontale
Achse schwenkbar an den Oberwagen 3 angelenkten Ausleger 2 sowie ein Tragmittel 6
zum Heben von Lasten, welches in den hier gezeigten Ausführungsbeispielen als Rollenblock
6a mit einem Lasthaken 6b ausgeführt ist.
[0046] Der Oberwagen 3 des Krans 1 ist isoliert in einer seitlichen Ansicht in der Figur
7 dargestellt. Am Oberwagen 3 befindet sich eine Hubwinde 5, auf der ein Hubseil 4
auf- und abwickelbar gelagert ist. Das Hubseil 4 ist mit dem Tragmittel 6 verbunden,
sodass durch Betätigung der Hubwinde 5 bzw. durch Auf- und Abspulen des Hubseils 4
das Tragmittel 6 gehoben und abgesenkt werden kann.
[0047] Der Kran 1 verfügt ferner über eine Hilfswinde 14, auf welcher ein Hilfsseil 12 auf-
und abwickelbar gelagert ist. Wie in der Figur 8 zu sehen ist, befindet sich die Hilfswinde
14 im unteren Bereich des Auslegers 2.
[0048] Wie in der Figur 4 angedeutet ist, ist das Hubseil 4 über eine Umlenkrolle eines
Rollenkopfs an der Auslegerspitze zur Hubwinde 5 geführt. An die Auslegerspitze ist
eine als Mastnase ausgebildete Umlenkvorrichtung 16 montiert, welche eine Umlenkrolle
aufweist, über welche das Hilfsseil 12 geführt ist.
[0049] Im Folgenden wird auf die Figuren 1-3 Bezug genommen, welche die erfindungsgemäße
Vorspannhakenflasche 10 in einem verriegelten Zustand (Fig. 1) bzw. in einem entriegelten
Zustand (Fig. 1-2) zeigen. Die Figur 5 zeigt zusätzlich Seiten- und Frontansichten
der Vorspannhakenflasche 10.
[0050] Die erfindungsgemäße Vorspannhakenflasche 10 ist zweiteilig aufgebaut und umfasst
ein oberes Hakenflaschenteil 20 (Oberflasche) und ein unteres Hakenflaschenteil 22
(Unterflasche). An der Oberseite des oberen Hakenflaschenteils 20 befindet sich ein
Befestigungsmittel 21, über welches die Vorspannhakenflasche 10 am Lasthaken 6b des
Krans 1 angeschlagen bzw. befestigt werden kann. An der Unterseite des unteren Hakenflaschenteils
22 befindet sich ein Aufnahmemittel 23 in Form eines weiteren Lasthakens, an welchem
eine Last bzw. ein Gewicht 40 befestigbar ist.
[0051] Die beiden Hakenflaschenteile 20, 22 können miteinander verriegelt werden, sodass
die Vorspannhakenflasche 10 als Ganzes bewegt bzw. gehoben werden kann (siehe Fig.
1). Die Verriegelung kann mittels eines oder mehrerer Bolzen 30 erfolgen. Wie insbesondere
in der Figur 3 zu erkennen ist, weist das obere Hakenflaschenteil 20 eine erste Umlenkrolle
24 auf, während das untere Hakenflaschenteil 22 eine zweite Umlenkrolle 26 umfasst.
Das über die Mastnase 16 geführte Hilfsseil 12 ist ausgehend von der Mastnase 16 über
die zweite Umlenkrolle 26 des unteren Hakenflaschenteils 22 und anschließend über
die erste Umlenkrolle 24 des oberen Hakenflaschenteils 20 geführt bzw. eingeschert
und über ein Befestigungsmittel 29 mit dem unteren Hakenflaschenteil 22 verbunden.
Ferner weist das obere Hakenflaschenteil 20 eine weitere Umlenkrolle 28 auf, um das
Hilfsseil 12 seitlich am Tragmittel 6 vorbeizuführen. Die beiden Hakenflaschenteile
20, 22 sind über das Hilfsseil 12 derart miteinander verbunden, dass durch geeignete
Steuerung der Hilfswinde 14 der Abstand der beiden Hakenflaschenteile 20, 22 zueinander
veränderbar ist.
[0052] Mittels der erfindungsgemäßen Vorspannhakenflasche 10 in Kombination mit der Hilfswinde
14, dem Hilfsseil 12 und der Mastnase 16 lässt sich beim Heben des Tragmittels 6 eine
ausreichend hohe Vorspannung auf das Hubseil 4 erzeugen, sodass es stramm auf die
Hubwinde 5 aufgewickelt wird. Dadurch wird das Auftreten von Einschneidern verhindert
und eine gute Wickelqualität sichergestellt.
[0053] Soll das Tragmittel 6 zum Zwecke einer Demontage eines höher gelegenen Bauteils ohne
angehängte Last durch den Kran 1 gehoben werden, so wird ein Gewicht 40 an das Aufnahmemittel
23 des unteren Hakenflaschenteils 22 der am Tragmittel 6 befestigten Vorspannhakenflasche
10 befestigt, wie dies in der Figur 2 dargestellt ist. Das Gewicht 40 ist über die
Vorspannhakenflasche 10 mit dem Tragmittel 6 und somit mit dem Hubseil 4 verbunden
und erzeugt eine geeignete Vorspannkraft.
[0054] Der durch die Umlenkrollen 24, 26 und das Befestigungsmittel 29 realisierte Flaschenzug
der Vorspannhakenflasche 10 bewirkt, dass sich die Gewichtskraft des am Aufnahmemittel
23 befestigten Gewichts 40 auf die unterschiedlichen Stränge des Hilfsseils 12 aufteilt.
Da die Einscherung des Hilfsseils 12 der Vorspannhakenflasche 10 mit drei Einscherungen
gewählt ist, wobei der erste Strang auf die Mastnase 16 führt, tragen zwei Stränge
zur Erhöhung der Vorspannung bei, d.h. ca. 2/3 des Ballastgewichts 40 hängen am Tragmittel
6 und spannen das Hubseil 4, welches auf die Hubwinde 5 aufgespult wird. Selbstverständlich
können hier mehr als drei Einscherungen des Hilfsseils 12 bzw. mehr als jeweils eine
Umlenkrolle 24, 26 an den Hakenflaschenteilen 20, 22 vorgesehen sein.
[0055] Die beiden Umlenkrollen 24, 26 weisen parallele Drehachsen auf. Das Befestigungsmittel
29 befindet sich oberhalb der zweiten Umlenkrolle 26 am unteren Hakenflaschenteil
22, während das Aufnahmemittel 23 unterhalb der zweiten Umlenkrolle 26 angeordnet
ist. Die weitere Umlenkrolle 28 befindet sich schräg oberhalb der ersten Umlenkrolle
24 am oberen Hakenflaschenteil 20, während das Befestigungsmittel 21 oberhalb der
ersten Umlenkrolle 24 angeordnet ist.
[0056] Wie in der Figur 4 zu sehen ist, kann der Abstand zwischen der ersten Umlenkrolle
24 und der weiteren Umlenkrolle 28 im Wesentlichen dem Abstand zwischen den entsprechenden
Umlenkrollen für das Hubseil 4 und das Hilfsseil 12 am Auslegerkopf bzw. an der Mastnase
16 entsprechen.
[0057] Wie in der Figur 5 zu sehen ist, sind die beiden Hakenflaschenteile 20, 22 ineinanderschiebbar,
wobei das obere Hakenflaschenteil 20 mit einem als Feder ausgebildeten Aufnahmebereich
34 in einen als Nut 32 ausgebildeten Aufnahmebereich des unteren Hakenflaschenteils
22 eingeschoben wird. Die Aufnahmebereiche 32, 34 können abgeschrägt sein, wodurch
das Einfädeln bzw. Einschieben erleichtert wird.
[0058] Wie oben beschrieben, können die beiden Hakenflaschenteile 20, 22 manuell über Bolzen
30 verriegelbar sein (siehe auch Fig. 5). In der Figur 6 ist ein alternatives Ausführungsbeispiel
skizzenhaft dargestellt, bei dem die Vorspannhakenflasche 10 einen Verriegelungsmechanismus
aufweist. Demzufolge ist im oberen Bereich des unteren Hakenflaschenteils 22 ein Haltebolzen
38 angeordnet, während sich am unteren Bereich des oberen Hakenflaschenteils 20 ein
verschwenkbares Hakenelement 36 befindet. Beim Zusammenführen der beiden Hakenflaschenteile
20, 22 schiebt der Bolzen 38 automatisch den Haken 36 beiseite und verschwenkt diesen
um seine Schwenkachse, wie dargestellt. Erreichen die Hakenflaschenteile 20, 22 ihre
vollständig eingefahrene Verriegelungsposition, schnappt der Haken 36 ein und verriegelt
automatisch die beiden Hakenflaschenteile 20, 22. Hierfür kann ein nicht näher dargestelltes
Federelement vorgesehen sein, welches den Haken 36 in seine Verriegelungsposition
zwingt. Dadurch müssen die Hakenflaschenteile 20, 22 nicht manuell verriegelt werden,
was das Zusammenführen insbesondere in großen Höhen erleichtert.
[0059] Die Figuren 8-11 zeigen eine seitliche Gesamtansicht des Krans 1 während eines Hubs
des Tragmittels 6 gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Hierbei wird von der Situation ausgegangen, dass für eine Demontage eine Last von
einer erhöhten Position aufgenommen und am Boden 9 abgesetzt werden soll. Um das Tragmittel
6 mit ausreichend Vorspannung auf Höhe der aufzunehmenden Last heben zu können, wird
in einem ersten Schritt das zuvor abgesenkte Tragmittel 6 über die erfindungsgemäße
Vorspannhakenflasche 10 mit einem Gewicht 40 verbunden. Die Vorspannhakenflasche 10
wird am Lasthaken 6b im verriegelten Zustand angehängt. Das Gewicht 40 wird am Aufnahmemittel
23 der Vorspannhakenflasche 10 befestigt. Die Vorspannhakenflasche 10 kann beim Anhängen
an den Lasthaken 6b entweder bereits mit dem Hilfsseil 12 verbunden sein oder, beispielsweise
beim ersten Hub, das Hilfsseil 12 wird nach dem Anhängen der Vorspannhakenflasche
10 in diese eingeschert.
[0060] Nun wird die Vorspannhakenflasche 10 entriegelt bzw. auseinandergebolzt und durch
Betätigung der Hubwinde 5 und der Hilfswinde 14 das Gewicht 40 leicht angehoben (siehe
Fig. 8). Hierbei kann das Gewicht 40 vom Boden abheben. Durch Aufspulen der Hubwinde
5 und gleichzeitiges Abspulen der Hilfswinde 14, vorzugsweise durch entsprechende
Steuerung und Überwachung der Kransteuerung, kann das Gewicht 40 während des Anhebens
des Tragmittels 6, insbesondere schwebend nahe über dem Boden 9 gehalten werden. Solange
das Gewicht 40 sich im schwebenden Zustand befindet, wird durch dessen Gewicht eine
hohe Vorspannung auf das Hubseil 4 bzw. die Hubwinde 5 aufgebracht.
[0061] Nachdem das Tragmittel 6 über das Hubseil 4 mittels der Hubwinde 5 vollständig, d.
h. bis zur gewünschten Höhe, hochgezogen wurde (siehe Fig. 9), wird die Hilfswinde
14 abgespult, das untere Hakenflaschenteil 22 der Vorspannhakenflasche 10 abgelassen
und das Gewicht 40 auf dem Boden 9 abgesetzt und ausgehängt.
[0062] Das untere Hakenflaschenteil 22 wird anschließend durch Aufspulen der Hilfswinde
14 hochgezogen und an das obere Hakenflaschenteil 20 herangeführt. Befinden sich die
Hakenflaschenteile 20, 22 in ihrer Verriegelungsposition, können sie zusammengebolzt
werden (oder es findet eine automatische Verriegelung statt wie oben erläutert). Dies
kann von der erhöhten Position aus geschehen, wo auch die zur befördernde bzw. abzusetzende
Last aufgenommen werden muss. Die Figur 10 zeigt die Situation nach Zusammenführen
und Verriegeln der Hakenflaschenteile 20, 22, während die Vorspannhakenflasche 10
noch am Tragmittel 6 angehängt ist.
[0063] Die Vorspannhakenflasche 10 kann nun vom Tragmittel 6 des Krans 1 abgehängt (siehe
Fig. 11) und anschließend mittels der Hilfswinde 14 auf den Boden 9 abgesenkt werden.
Das Tragmittel 6 befindet sich immer noch in der erhöhten Position und kann nun mit
der zu befördernden Last verbunden werden. Durch Betätigung der Hubwinde 5 kann die
Last auf dem Boden 9 abgesetzt werden. Für den nächsten Hub des Tragmittels 6 können
die vorstehend erläuternden Schritte erneut ausgeführt werden.
[0064] Vorteilhaft bei diesem Verfahren ist das vom Boden 9 angehobene Gewicht 40, welches
dazu führt, dass der gesamte Vorspannvorgang durch die Steuerung des Krans 1 überwacht
werden kann. Der Vorspannvorgang entspricht einem regulären Kranbetrieb. Es handelt
sich in diesem Fall um einen überwachten Zwei-Haken-Betrieb mit einem Haken 6b an
der Haupt- bzw. Hubwinde 5 als Haupthub und einem Haken 23 an der Hilfswinde 14 über
die Mastnase 16 mit einer gemeinsamen Last.
[0065] Bei dieser Lösung sind keine Umbauten am Kran 1 nötig, die eine gesonderte statische
Betrachtung benötigen würden. Ferner muss kein Hilfsfahrzeug für das Aufbringen der
Vorspannung verwendet werden. Die Hilfswinde 14 für den Hilfshub sowie die kurze Mastnase
16 gehören bei vielen Gittermastkranen und auch bei großen Telekranen zur Standardausstattung.
Während des Vorspannvorgang kann der Kran 1 zudem gedreht und/oder verfahren werden,
was bei einer Lösung mit Hilfsfahrzeug und/oder einer am Boden abgestellten Hilfswinde
nicht möglich ist.
Bezugszeichenliste:
[0066]
- 1
- Kran
- 2
- Ausleger
- 3
- Oberwagen
- 4
- Hubseil
- 5
- Hubwinde
- 6
- Tragmittel
- 6a
- Rollenbock
- 6b
- Lasthaken
- 8
- Unterwagen
- 9
- Boden
- 10
- Vorspannhakenflasche
- 12
- Hilfsseil
- 14
- Hilfswinde
- 16
- Umlenkvorrichtung (Mastnase)
- 20
- Oberes Hakenflaschenteil
- 21
- Befestigungsmittel
- 22
- Unteres Hakenflaschenteil
- 23
- Aufnahmemittel (Lasthaken)
- 24
- Erste Umlenkrolle
- 26
- Zweite Umlenkrolle
- 28
- Umlenkrolle
- 29
- Hilfsseilbefestigungsmittel
- 30
- Bolzen
- 32
- Nut
- 34
- Feder
- 36
- Haken
- 38
- Bolzen
- 40
- Gewicht
1. Hubsystem für einen Kran (1), insbesondere einen Mobil- oder Raupenkran, zur Erzeugung
einer Hubseilvorspannung während eines Hubs eines Tragmittels (6) des Krans (1), umfassend
eine Vorspannhakenflasche (10) sowie ein damit verbundenes Hilfsseil (12), welches
auf einer am Kran (1) angeordneten oder montierbaren Hilfswinde (14) auf- und abwickelbar
gelagert und über eine an einem Ausleger (2) des Krans (1) angeordnete oder montierbare
Umlenkvorrichtung (16) geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspannhakenflasche (10) teilbar ist und zwei lösbar miteinander verriegelbare
und über das Hilfsseil (12) miteinander verbundene Hakenflaschenteile (20, 22) umfasst,
von denen ein oberes Hakenflaschenteil (20) ein Befestigungsmittel (21) zur Befestigung
am Tragmittel (6) und ein unteres Hakenflaschenteil (22) ein Aufnahmemittel (23) zur
Befestigung eines Gewichts (40) aufweist.
2. Hubsystem nach Anspruch 1, wobei die Vorspannhakenflasche (10) das obere Hakenflaschenteil
(20) mindestens eine erste Umlenkrolle (24) umfasst und das untere Hakenflaschenteil
(22) mindestens eine zweite Umlenkrolle (26) umfasst, über welche das Hilfsseil (12)
geführt ist.
3. Hubsystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Vorspannhakenflasche (10) mindestens eine
Umlenkrolle (28) zum seitlichen Vorbeiführen des Hilfsseils (12) am Tragmittel (6)
aufweist, welche vorzugsweise am oberen Hakenflaschenteil (20) angeordnet ist.
4. Hubsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorspannhakenflasche
(10) einen Führungsmechanismus umfasst, mittels welchem die unteren und oberen Hakenflaschenteile
(20, 22) beim Zusammenführen in eine definierte Verriegelungsposition bringbar sind,
wobei der Führungsmechanismus vorzugsweise eine oder mehrere Führungsschienen und/oder
einen Nut-Feder-Mechanismus (32, 34) umfasst.
5. Hubsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die unteren und oberen Hakenflaschenteile
(20, 22) Verbindungsmittel zur lösbaren Verriegelung miteinander aufweisen, wobei
die unteren und oberen Hakenflaschenteile (20, 22) vorzugsweise mittels eines oder
mehrerer Bolzen (30) verbolzbar sind.
6. Hubsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die unteren und oberen Hakenflaschenteile
(20, 22) mittels eines betätigbaren Verriegelungsmechanismus (36, 38) verriegelbar
sind, wobei der Verriegelungsmechanismus (36, 38) vorzugsweise bei oder nach dem Zusammenführen
der Hakenflaschenteile (20, 22) aktiv oder passiv betätigbar ist.
7. Hubsystem nach Anspruch 6, wobei der Verriegelungsmechanismus ausgelegt ist, beim
Zusammenführen der unteren und oberen Hakenflaschenteile (20, 22) automatisch zu verriegeln
und vorzugsweise ein Federelement und/oder einen (36, 38) Schnappmechanismus umfasst.
8. Hubsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend eine Hubwinde
(5), auf welcher ein mit dem Tragmittel (6) verbundenes Hubseil (4) auf- und abwickelbar
gelagert ist, wobei die Hubwinde (5) und die Hilfswinde (14) vorzugsweise unabhängig
voneinander betätigbar und dadurch das Tragmittel (6) und die Vorspannhakenflasche
(10) unabhängig voneinander hebbar sind.
9. Hubsystem nach Anspruch 8, ferner umfassend eine Kransteuerung, welche eingerichtet
ist, die Hubwinde (5) und die Hilfswinde (14) derart synchronisiert anzusteuern, dass
während eines Hubs des Tragmittels (6) durch Aufspulen der Hubwinde (5) und gleichzeitiges
Abspulen der Hilfswinde (14) ein an der entriegelten Vorspannhakenflasche (10) befestigtes
Gewicht (40) in einer bestimmten Höhe oder in einem bestimmten Bereich schwebend über
dem Boden (9) gehalten wird.
10. Kran (1), insbesondere Mobil- oder Raupenkran, mit einem Hubsystem nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, wobei vorzugsweise das Tragmittel (6) eine Hakenflasche
ist und/oder die Umlenkvorrichtung (16) eine an der Auslegerspitze montierbare Mastnase
ist und/oder die Hilfswinde (14) an einem Oberwagen (3) des Krans (1) angeordnet ist.
11. Vorspannhakenflasche (10) eines Hubsystems nach einem der Ansprüche 1 bis 9 mit einem
Hilfsseilbefestigungsmittel (29) zur Befestigung des Hilfsseils (12), welches vorzugsweise
am unteren Hakenflaschenteil (22) angeordnet ist.
12. Verfahren zum Heben eines Tragmittels (6) eines Krans (1) unter Verwendung eines Hubsystems
nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit den Schritten:
- Befestigen der Vorspannhakenflasche (10) am abgesenkten Tragmittel (6),
- Entriegeln der oberen und unteren Hakenflaschenteile (20, 22),
- Befestigen eines Gewichts (40) am unteren Hakenflaschenteil (22),
- Heben des Tragmittels (6), insbesondere durch Aufspulen eines mit dem Tragmittel
(6) verbundenen Hubseils (4) auf einer Hubwinde (5), wodurch sich die unteren und
oberen Hakenflaschenteile (20, 22) voneinander entfernen,
- Absetzen des Gewichts (40) durch Abspulen der Hilfswinde (14), während sich das
Tragmittel (6) in einer gehobenen Position befindet, und Lösen des unteren Hakenflaschenteils
(22) vom Gewicht (40).
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei nach dem Absetzen und Lösen des Gewichts (40) das
untere Hakenflaschenteil (22) durch Aufspulen der Hilfswinde (14) gehoben und mit
dem oberen Hakenflaschenteil (20) zusammengeführt wird, sodass die Hakenflaschenteile
(20, 22) miteinander verriegelt werden können, wobei vorzugsweise anschließend die
verriegelte Vorspannhakenflasche (10) vom Tragmittel (6) gelöst und durch Abspulen
der Hilfswinde (14) am Boden (9) abgesetzt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, wobei für den Hub des Tragmittels (6) die Hubwinde
(5) und die Hilfswinde (14) derart synchron oder synchronisiert angesteuert werden,
insbesondere über eine Kransteuerung des Krans (1), dass durch Aufspulen der Hubwinde
(5) und gleichzeitiges Abspulen der Hilfswinde (14) das Gewicht (40) in einer bestimmten
Höhe, insbesondere schwebend über dem Boden (9) gehalten wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei der Hub des Tragmittels (6) in einem von der Kransteuerung
überwachten Zwei-Haken-Betrieb erfolgt, wobei vorzugsweise eine automatische Regelung
der Hub- und Hilfswinden (5, 14) durch die Kransteuerung derart erfolgt, dass das
Gewicht (40) in einer definierten Höhe über dem Boden (9) und/oder in einer bestimmten
Lage gehalten wird.
16. Verwendung eines Hubsystems nach einem der Ansprüche 1-9, mit den Schritten:
- Befestigen der Vorspannhakenflasche (10) am abgesenkten Lastaufnahmemittel (6),
- Entriegeln der oberen und unteren Hakenflaschenteile (20,22),
- Befestigen eines Gewichts (40) am unteren Hakenflaschenteil (22),
- Heben des Tragmittels (6), insbesondere durch Aufspulen eines mit dem Tragmittel
(6) verbundenen Seils (4) und einer Winde (5), wodurch sich die unteren und oberen
Hakenflaschenteile (20, 22) voneinander entfernen, und
- gleichzeitiges Abspulen der Hilfswinde (14) in der Gestalt, dass das Gewicht (40)
am Boden verbleibt und ein konstanter Strangzug im Hilfswindenseil herrscht.
1. A lifting system for a crane (1), in particular for a mobile crane or crawler crane,
for generating a hoist rope pretension during a travel of a suspension element (6)
of the crane (1) comprising a pretension hook block (10) and an auxiliary rope (12)
that is connected thereto, that is supported in a windable and unwindable manner on
an auxiliary winch (14) arranged or installable on the crane (1), and that is guided
via a deflection apparatus (16) that is arranged or installable at a boom (2) of the
crane (1), characterized in that the pretension hook block (10) comprises two hook block parts (20, 22) that are releasably
lockable to one another, that are connected to one another via the auxiliary rope,
and of which an upper hook block part (20) has a fastening means (21) for fastening
to the suspension element (6) and a lower hook block part (22) has a pick-up means
(23) for fastening a weight (40).
2. A lifting system in accordance with claim 1, wherein the pretension hook block (10)
the upper hook block part (20) comprises at least one first deflection pulley (24)
and the lower hook block part (22) comprises at least one second deflection pulley
(26) via which the auxiliary rope (12) is guided.
3. A lifting system in accordance with claim 1 or claim 2, wherein the pretension hook
block (10) has at least one deflection pulley (28) to lead the auxiliary rope (12)
laterally past the suspension element (6) that is preferably arranged at the upper
hook block part (20).
4. A lifting system in accordance with one of the preceding claims, wherein the pretension
hook block (10) comprises a guide mechanism by means of which the lower and upper
hook block parts (20, 22) can be brought into a defined locked position on the bringing
together, with the guide mechanism preferably comprising one or more guide rails and/or
a tongue-in-groove mechanism (32, 34).
5. A lifting system in accordance with one of the preceding claims, wherein the lower
and upper hook block parts (20, 22) have connections means for the releasable locking
to one another, with the lower and upper hook block parts (20, 22) preferably being
able to be pinned by means of one or more pins (30).
6. A lifting system in accordance with one of the preceding claims, wherein the lower
and upper hook block parts (20, 22) are lockable by means of an actuable locking mechanism
(36, 38), with the locking mechanism (36, 38) preferably being actively or passively
actuable on or after the bringing together of the hook block parts (20, 22).
7. A lifting mechanism in accordance with claim 6, wherein the locking mechanism is adapted
to lock automatically on the bringing together of the lower and upper hook block parts
(20, 22) and preferably comprises a spring element and/or a snap-in mechanism (36,
38).
8. A lifting system in accordance with one of the preceding claims, further comprising
a hoist winch (5) on which a hoist rope (4) connected to the suspension element (6)
is supported in a windable and unwindable manner, with the hoist winch (5) and the
auxiliary winch (14) preferably being actuable independently of one another and the
suspension element (6) and the pretension hook block (10) thereby being liftable independently
of one another.
9. A lifting system in accordance with claim 8, further comprising a crane control that
is configured to control the hoist winch (5) and the auxiliary winch (14) synchronized
such that a weight (40) fastened to the unlocked pretension hook block (10) is held
suspended at a certain height or in a certain region above the ground (9) during a
travel of the suspension element (6) by reeling up the hoist winch (5) and simultaneously
unreeling the auxiliary winch (14).
10. A crane (1), in particular a mobile crane or a crawler crane, having a lifting system
in accordance with one of the preceding claims, wherein the suspension element (6)
is preferably a hook block and/or wherein the deflection apparatus (16) is a mast
nose installable at the boom tip and/or the auxiliary winch (14) is arranged at a
superstructure (3) of the crane (1).
11. A pretension hook block (10) of a lifting system in accordance with one of the claims
1 to 9 having an auxiliary rope fastening means (29) for fastening the auxiliary rope
(12) that is preferably arranged at the lower hook block part (22).
12. A method of lifting a suspension element (6) of a crane (1) using a lifting system
in accordance with one of the claims 1 to 9, the method comprising the steps:
- fastening the pretension hook block (10) to the lowered suspension element (6);
- unlocking the upper and lower hook block parts (20, 22);
- fastening a weight (40) to the lower hook block part (22);
- lifting the suspension element (6), in particular by reeling a hoist rope (4) connected
to the suspension element (6) on a hoist winch (5), whereby the lower and upper hook
block parts (20, 22) move away from one another; and
- placing the weight (40) down by unreeling the auxiliary winch (14) while the suspension
element (6) is in its raised position and releasing the lower hook block part (22)
from the weight (40).
13. A method in accordance with claim 12, wherein the lower hook block part (22) is raised
by reeling up the auxiliary winch (14) and is brought together with the upper hook
block part (20) after the placing down and releasing of the weight (40) so that the
hook block parts (20, 22) can be locked to one another, with the locked pretension
hook block (10) subsequently preferably being released from the suspension element
(6) and being placed on the ground (9) by unreeling the auxiliary winch (14).
14. A method in accordance with claim 12 or claim 13, wherein the hoist winch (5) and
the auxiliary winch (14) are controlled synchronously or synchronized for the travel
of the suspension element (6), in particular via a crane control of the crane (1),
such that the weight (40) is held at a certain height above the ground (9), in particular
suspended, by reeling up the hoist winch (5) and simultaneously unreeling the auxiliary
winch (14).
15. A method in accordance with claim 14, wherein the travel of the suspension element
(6) takes place in a two-hook operation monitored by the crane control, with an automatic
regulation of the hoist and auxiliary winches (5, 14) preferably taking place by the
crane control such that the weight (40) is held at a defined height above the ground
(9) and/or in a specific location.
16. Use of a lifting system in accordance with one of the claims 1 to 9, comprising the
steps:
- fastening the pretension hook block (10) to the lowered suspension element (6);
- unlocking the upper and lower hook block parts (20, 22);
- fastening a weight (40) to the lower hook block part (22);
- lifting the suspension element (6), in particular by reeling a rope (4) connected
to the suspension element (6) and a winch (5), whereby the lower and upper hook block
parts (20, 22) move away from one another; and
- simultaneous unreeling the auxiliary winch (14) such that the weight (40) remains
on the ground and a constant strand tension is present in the auxiliary winch rope.
1. Système de levage pour une grue (1), en particulier une grue mobile ou à chenilles,
destiné à générer une précontrainte de câble de levage pendant un levage d'un moyen
porteur (6) de la grue (1), comprenant une moufle à crochet de précontrainte (10)
ainsi qu'un câble auxiliaire (12) relié à celle-ci, qui est monté de manière enroulable
et déroulable sur un treuil auxiliaire (14) disposé ou pouvant être monté sur la grue
(1) et qui est guidé par le biais d'un dispositif de renvoi (16) disposé ou pouvant
être monté sur une flèche (2) de la grue (1), caractérisé en ce que la moufle à crochet de précontrainte (10) peut être divisée et comprend deux parties
de moufle à crochet (20, 22) reliées l'une à l'autre par le biais du câble auxiliaire
(12) et verrouillables l'une avec l'autre de manière libérable, dont une partie de
moufle à crochet (20) supérieure présente un moyen de fixation (21) destiné à la fixation
sur le moyen porteur (6) et une partie de moufle à crochet (22) inférieure présente
un moyen de réception (23) destiné à la fixation d'un poids (40).
2. Système de levage selon la revendication 1, dans lequel dans la moufle à crochet de
précontrainte (10), la partie de moufle à crochet (20) supérieure comprend au moins
une première poulie de renvoi (24) et la partie de moufle à crochet (22) inférieure
au moins une seconde poulie de renvoi (26), par le biais desquelles le câble auxiliaire
(12) est guidé.
3. Système de levage selon la revendication 1 ou 2, dans lequel, la moufle à crochet
de précontrainte (10) présente au moins une poulie de renvoi (28) destinée à faire
passer le câble auxiliaire (12) à côté du moyen porteur (6), laquelle est de préférence
disposée sur la partie de moufle à crochet (20) supérieure.
4. Système de levage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la moufle
à crochet de précontrainte (10) comprend un mécanisme de guidage, au moyen duquel
les parties de moufle à crochet (20, 22) inférieure et supérieure peuvent être amenées
dans une position de verrouillage définie lors de leur réunion, le mécanisme de guidage
comprenant de préférence un ou plusieurs rails de guidage et/ou un mécanisme à languette
et rainure (32, 34).
5. Système de levage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les parties
de moufle à crochet (20, 22) inférieure et supérieure présentent des moyens de liaison
destinés au verrouillage libérable l'une avec l'autre, les parties de moufle à crochet
(20, 22) inférieure et supérieure pouvant de préférence être boulonnées au moyen d'un
ou de plusieurs boulons (30).
6. Système de levage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les parties
de moufle à crochet (20, 22) inférieure et supérieure peuvent être verrouillées au
moyen d'un mécanisme de verrouillage (36, 38) actionnable, le mécanisme de verrouillage
(36, 38) étant de préférence actionnable activement ou passivement lors de la réunion
des parties de moufle à crochet (20, 22) ou après celle-ci.
7. Système de levage selon la revendication 6, dans lequel le mécanisme de verrouillage
est conçu pour se verrouiller automatiquement lors de la réunion des parties de moufle
à crochet (20, 22) inférieure et supérieure et comprend de préférence un élément de
ressort et/ou un (36, 38) mécanisme d'encliquetage.
8. Système de levage selon l'une des revendications précédentes, comprenant en outre
un treuil de levage (5) sur lequel un câble de levage (4) relié au moyen porteur (6)
est monté de manière enroulable et déroulable, le treuil de levage (5) et le treuil
auxiliaire (14) étant de préférence actionnables indépendamment l'un de l'autre et
le moyen porteur (6) et la moufle à crochet de précontrainte (10) pouvant de ce fait
être levés indépendamment l'un de l'autre.
9. Système de levage selon la revendication 8, comprenant en outre une commande de grue,
qui est configurée pour commander le treuil de levage (5) et le treuil auxiliaire
(14) de manière synchronisée de telle manière que, pendant un levage du moyen porteur
(6), par l'enroulement du treuil de levage (5) et le déroulement simultané du treuil
auxiliaire (14), un poids (40) fixé à la moufle à crochet de précontrainte (10) déverrouillée
est maintenu suspendu au-dessus du sol (9) à une hauteur donnée ou dans une zone donnée.
10. Grue (1), en particulier grue mobile ou à chenilles, comportant un système de levage
selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle le moyen porteur (6) est
de préférence une moufle à crochet et/ou le dispositif de renvoi (16) est un nez de
mât pouvant être monté sur la pointe de flèche et/ou le treuil auxiliaire (14) est
disposé sur un châssis supérieur (3) de la grue (1).
11. Moufle à crochet de précontrainte (10) d'un système de levage selon l'une des revendication
1 à 9 comportant un moyen de fixation de câble auxiliaire (29) destiné à la fixation
du câble auxiliaire (12), qui est de préférence disposé sur la partie de moufle à
crochet (22) inférieure.
12. Procédé de levage d'un moyen porteur (6) d'une grue (1) au moyen d'un système de levage
selon l'une des revendications 1 à 9, comportant les étapes consistant à :
- fixer la moufle à crochet de précontrainte (10) au moyen porteur (6) descendu,
- déverrouiller les parties de moufle à crochet (20, 22) supérieure et inférieure,
- fixer un poids (40) à la partie de moufle à crochet (22) inférieure,
- lever le moyen porteur (6), en particulier en enroulant un câble de levage (4) relié
au moyen porteur (6) sur un treuil de levage (5), moyennant quoi les parties de moufle
à crochet (20, 22) inférieure et supérieure s'éloignent l'une de l'autre,
- déposer le poids (40) en déroulant le treuil auxiliaire (14) pendant que le moyen
porteur (6) se trouve dans une position levée et libérer la partie de moufle à crochet
(22) inférieure du poids (40).
13. Procédé selon la revendication 12, dans lequel, après le dépôt et la libération du
poids (40), la partie de moufle à crochet (22) inférieure est levée par enroulement
du treuil auxiliaire (14) et est réunie avec la partie de moufle à crochet (20) supérieure,
de telle sorte que les parties de moufle à crochet (20, 22) peuvent être verrouillées
l'une avec l'autre, la moufle à crochet de précontrainte (10) verrouillée étant de
préférence ensuite libérée du moyen porteur (6) et déposée sur le sol (9) par déroulement
du treuil auxiliaire (14).
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13, dans lequel, pour le levage du moyen porteur
(6), le treuil de levage (5) et le treuil auxiliaire (14) sont commandés de manière
synchrone ou synchronisée, en particulier par le biais d'une commande de grue de la
grue (1), de telle manière que, par l'enroulement du treuil de levage (5) et le déroulement
simultané du treuil auxiliaire (14), le poids (40) est maintenu en particulier suspendu
au-dessus du sol (9) à une hauteur donnée.
15. Procédé selon la revendication 14, dans lequel le levage du moyen porteur (6) est
effectué dans un mode à deux crochets surveillé par la commande de grue, une régulation
automatique des treuils de levage et auxiliaire (5, 14) étant de préférence effectuée
par la commande de grue de telle manière que le poids (40) est maintenu à une hauteur
définie au-dessus du sol (9) et/ou dans une position donnée.
16. Utilisation d'un système de levage selon l'une des revendications 1 à 9, comportant
les étapes consistant à :
- fixer la moufle à crochet de précontrainte (10) au moyen de réception de charge
(6) descendu,
- déverrouiller les parties de moufle à crochet (20, 22) supérieure et inférieure,
- fixer un poids (40) à la partie de moufle à crochet (22) inférieure,
- lever le moyen porteur (6), en particulier en enroulant un câble (4) relié au moyen
porteur (6) et un treuil (5), moyennant quoi les parties de moufle à crochet (20,
22) inférieure et supérieure s'éloignent l'une de l'autre, et
- dérouler simultanément le treuil auxiliaire (14) de telle façon que le poids (40)
reste sur le sol et qu'il y a une force de traction au brin constante dans le câble
de treuil auxiliaire.