(19)
(11) EP 4 238 394 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
21.02.2024  Patentblatt  2024/08

(21) Anmeldenummer: 21801077.5

(22) Anmeldetag:  25.10.2021
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H05F 3/02(2006.01)
B61B 12/00(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
H05F 3/02; B61B 12/00
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2021/079563
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2022/090166 (05.05.2022 Gazette  2022/18)

(54)

POTENTIALAUSGLEICH EINES BEWEGTEN SEILES EINER SEILGEZOGENEN FÖRDEREINRICHTUNG

POTENTIAL EQUALISATION OF A MOVING CABLE OF A CABLE-DRAWN CONVEYING DEVICE

ÉGALISATION DE POTENTIEL D'UN CÂBLE MOBILE D'UN DISPOSITIF DE TRANSPORT PAR CÂBLE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA TN

(30) Priorität: 27.10.2020 AT 509272020

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
06.09.2023  Patentblatt  2023/36

(73) Patentinhaber: Innova Patent GmbH
6922 Wolfurt (AT)

(72) Erfinder:
  • SCHMIDT, Lothar
    6850 Dornbirn (AT)
  • BISCHOFBERGER, Markus
    6870 Bezau (AT)
  • IHLN, Antonie
    6840 Götzis (AT)

(74) Vertreter: Patentanwälte Pinter & Weiss OG 
Prinz-Eugen-Straße 70
1040 Wien
1040 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 1 755 207
JP-U- S6 085 080
US-A1- 2018 308 809
WO-A1-2018/150149
US-A1- 2016 322 743
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die gegenständliche Erfindung betrifft eine Anordnung zum Potentialausgleich eines bewegten Seiles einer seilgezogenen Fördereinrichtung mit einem definierten elektrischen Bezugspotential der seilgezogenen Fördereinrichtung, wobei eine Potentialausgleichseinheit vorgesehen ist, mit zumindest einem Bürstenkörper und mit zumindest einer darin angeordneten elektrisch leitfähigen Kontaktborste, wobei die Potentialausgleichseinheit relativ zum bewegten Seil angeordnet ist, um einen Potentialausgleich zwischen der zumindest einen elektrisch leitfähigen Kontaktborste und dem bewegten Seil zu ermöglichen und die zumindest eine elektrisch leitfähige Kontaktborste mit zumindest einem Potentialpunkt mit dem elektrischen Bezugspotential elektrisch leitend verbunden ist und wobei die zumindest eine Kontaktborste elastisch ausgeführt ist und die zumindest eine elastische und elektrisch leitfähige Kontaktborste das bewegte Seil elektrisch kontaktiert.

    [0002] Auch das Dokument JP S60-85080 U offenbart eine solche Anordnung zum Potentialausgleich, ohne aber auf Details der Kontaktborste einzugehen. Die Kontaktborsten können zudem die Oberfläche des Seils der seilgezogenen Fördereinrichtung beschädigen.

    [0003] Seilgezogene Fördereinrichtungen, wie beispielsweise Seilbahnen, Aufzüge usw., verwenden Seile, üblicherweise aus Stahl oder einer Kombination aus Stahl und Kunststoff, zur Beförderung einer Fördereinheit, z.B. von Seilbahnfahrzeug, in der Regel zwischen zwei oder mehr Seilbahnstationen. Auch reine Kunststoffseile kommen grundsätzlich in Frage. Ein Seil der seilgezogenen Fördereinrichtung kann als Tragseil ausgeführt sein und fest zwischen zwei Punkten, beispielsweise zwei Seilbahnstationen, gespannt sein. Ein Seil der seilgezogenen Fördereinrichtung kann aber auch als Förderseil ausgeführt sein und kann bewegt sein, entweder hin und herlaufend oder umlaufend. Mit einem Seil in Form eines Förderseils werden beispielsweise die Seilbahnfahrzeuge oder eine Aufzugskabine bewegt, entweder indem die Fördereinheiten Seil fest oder lösbar geklemmt sind oder indem die die Fördereinheiten durch das Seil gezogen werden. Aus Sicherheitsgründen müssen Seile elektrisch geerdet sein, um eine mögliche elektrische Ladung des Seiles, beispielsweise durch elektrostatische Aufladung, Blitzschlag, Einkopplung von elektrischen Strömen durch elektrische Felder usw., sicher abzuleiten. Eine elektrische Aufladung des Seiles kann grundsätzlich auch dann auftreten, wenn das Seil selbst nicht elektrisch leitend ausgeführt ist. Bei fest gespannten Seilen ist ein solcher Potentialausgleich zu einem definierten Bezugspotential, beispielsweise Erde, einfach zu realisieren, weil das Seil sicher kontaktiert werden kann, beispielsweise mittels Kontaktklemmen. Bei bewegten Seilen ist der Potentialausgleich hingegen schwierig, weil das bewegte Seil zum Potentialausgleich sicher und dauerhaft elektrisch kontaktiert werden muss.

    [0004] Bisher wurden zur Erdung bewegter Seile häufig Seilscheiben, beispielsweise Umlenkscheiben eines umlaufenden Seils in einer Seilbahnstation, oder Seilrollen, beispielsweise einer Rollenbatterie, elektrisch leitend ausgeführt. Beispielsweise wurden elektrisch leitende Kontaktelemente, wie z.B. metallische Plättchen oder Stifte, an der Lauffläche einer Seilscheibe oder Seilrolle verwendet oder es wurde die Lauffläche, z.B. in Form einer Seilscheibenfutters oder eines Rollengummis, selbst elektrische leitend ausgeführt, beispielsweise in Form eines elektrisch leitfähigen Kunststoffes. Die elektrische Kontaktierung der leitfähigen Elemente der Lauffläche erfolgte über die Lagerung der Seilscheibe oder Seilrolle. Zur Herstellung einer elektrischen Kontaktierung ist vorgesehen, dass das Seil die leitfähigen Elemente der Seilscheibe oder Seilrolle elektrisch leitend kontaktiert. Der Nachteil diese Lösung ist darin zu sehen, dass solche elektrische Kontaktelemente an der Lauffläche rasch verschleißen und oftmals nachgestellt werden müssen, damit der Kontakt zum Seil beibehalten wird. Elektrisch leitfähige Rollengummi oder Seilscheibenfutter verlieren mit der Alterung die elektrische Leitfähigkeit und müssen daher ebenfalls häufig ersetzt werden.

    [0005] Ebenso bekannt sind drehbar gelagerte Erdungsrollen, die in Kontakt mit dem bewegten Seil stehen und mit dem Seil mitlaufen. Die elektrische Kontaktierung der Erdungsrollen erfolgt über die Lagerung der Erdungsrolle. Bekannt sind Ausführungen als Bürstenrollen mit Kupferbürsten am Umfang der Erdungsrolle oder Vollrollen mit einer elektrisch leitfähigen Lauffläche. Vollrollen weisen ein hohes Laufgeräusch auf. Bürstenrollen verschleißen sehr schnell. Außerdem kann die Oberfläche des Seils durch die Bürste der Bürstenrolle beschädigt werden, insbesondere bei Seilen aus Stahl und Kunststoff. Ein gravierenderer Nachteil solcher Erdungsrollen liegt aber darin, dass die Lagerung der Erdungsrolle aufgrund der Lagerschmierung ab einer bestimmten Seilgeschwindigkeit beginnt elektrisch isolierend zu werden, womit die Erdungsfunktion nicht mehr gewährleistet werden kann.

    [0006] Bekannt sind auch feststehende flächige Schleifkontakte aus elektrisch leitfähigem Material, die gegen ein bewegtes Seil gedrückt werden. Die WO 2018/150149 A1 zeigt beispielsweise einen solchen Schleifkontakt aus einer Mischung aus Kupfer und Kohlenstoff. Auch bei solchen Schleifkontakten ist der Nachteil im Verschleiß des Schleifelements zu sehen. Abgesehen davon muss das Schleifelement gegen das Seil gedrückt werden, um eine hinreichende und sichere elektrische Kontaktierung zu erzielen, was eine zusätzliche Andrückvorrichtung mit bewegten Bauteilen erforderlich macht.

    [0007] Es ist eine Aufgabe der gegenständlichen Erfindung, einen elektrischen Potentialausgleich eines bewegten Seiles anzugeben, mit der die oben genannten Nachteile behoben werden können.

    [0008] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, indem die elektrisch leitfähige Kontaktborste aus elektrisch leitfähigem Kunststoff gefertigt ist. Aufgrund der elastischen Kontaktborsten aus Kunststoff ergibt sich eine geringe mechanische Belastung des Seils.

    [0009] Ein derartiger Potentialausgleich ist überaus einfach im Aufbau und in der Anwendung. Die Potentialausgleichseinheit ist lediglich so anzuordnen, dass der Potentialausgleich ermöglicht wird. Die Kontaktborsten werden mit einem Potentialpunkt der seilgezogenen Fördereinrichtung verbunden, um den Potentialausgleich herzustellen. Das kann direkt über die Kontaktborsten, oder über den Bürstenkörper erfolgen. Dazu kann auch ein elektrischer Leiter verendet werden, wodurch die Verbindung zum Potentialpunkt vereinfacht werden kann.

    [0010] Die zumindest eine Kontaktborste ist vorteilhafterweise elastisch ausgeführt und die Potentialausgleichseinheit ist relativ zum bewegten Seil so angeordnet, dass die zumindest eine elastische und elektrisch leitfähige Kontaktborste das bewegte Seil elektrisch kontaktiert. Aufgrund der elastischen, leitfähigen Kontaktborsten muss die Potentialausgleichseinheit nicht aktiv gegen das Seil gedrückt werden. Das reduziert die mechanische Belastung der Potentialausgleichseinheit, als auch des Seiles. Abgesehen davon ist kein Andrückmechanismus erforderlich. Die Potentialausgleichseinheit kann aber relativ zum bewegten Seil auch so angeordnet werden, dass die zumindest eine elektrisch leitfähige Kontaktborste beabstandet vom Seil angeordnet ist. Die Potentialausgleichseinheit wird dabei vorteilhaft so angeordnet, dass die Spitze der zumindest einen Kontaktborste, oder der ganze Bürstenflor, dem Seil zugewandt ist. In diesem Fall erfolgt der Potentialausgleich durch elektrischen Überschlag zwischen Seil und Kontaktborste, sobald die elektrische Potentialdifferenz groß genug wird. Dabei wird also ein bestimmtes elektrisches Potential des Seils akzeptiert und der Potentialausgleich erst dann erfolgen, wenn dieses überschritten wird.

    [0011] Um die Potentialausgleichseinheit einfach relativ zum Seil ausrichten zu können, ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass die Potentialausgleichseinheit an einer Halterung angeordnet ist, mit der die Potentialausgleichseinheit in der seilgezogenen Fördereinrichtung befestigt ist, und mit der die Potentialausgleichseinheit relativ zur Halterung verstellbar ist, um die Potentialausgleichseinheit relativ zum Seil verstellen zu können.

    [0012] Die gegenständliche Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 4 näher erläutert, die beispielhaft, schematisch und nicht einschränkend vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung zeigen. Dabei zeigt

    Fig.1 eine erfindungsgemäße Potentialausgleichseinheit an einer Halterung,

    Fig.2 eine Anordnung der Potentialausgleichseinheit in einer seilgezogenen Fördereinrichtung,

    Fig.3 mögliche Anordnungen der Potentialausgleichseinheit relativ zum Seil und

    Fig.4 ein Seil mit Einlagen aus Kunststoff.



    [0013] Die erfindungsgemäße Potentialausgleichseinheit 1 für bewegte Seile einer seilgezogenen Fördereinrichtung, wie in Fig.1 dargestellt, besteht im Wesentlichen aus einer Bürste mit zumindest einem Bürstenkörper 2 und zumindest einer elastischen Kontaktborste 3 aus elektrisch leitfähigem Kunststoff, wie beispielsweise elektrisch leitfähiges Polyamid. In der Regel ist ein Bürstenflor aus einer Vielzahl nebeneinander angeordneter elastischer Kontaktborsten 3 aus elektrisch leitfähigem Kunststoff vorgesehen. Die zumindest eine Kontaktborste 3 ist im Bürstenkörper 2 angeordnet. Bei mehreren Kontaktborsten 3 können auch mehrere Bürstenkörper 2 vorgesehen sein. Der Bürstenkörper 2 ist vorzugsweise in Richtung des bewegten Seiles längsgestreckt ausgeführt, insbesondere im Falle eines Bürstenflors. "Längsgestreckt" bedeutet hierbei, dass die Erstreckung des Bürstenkörpers 2 in Bewegungsrichtung des bewegten Seils größer ist, als quer dazu. Die zumindest eine elektrisch leitfähige Kontaktborste 3 kann elektrisch kontaktiert werden. Beispielsweise ist am Bürstenkörper 2 ein elektrischer Leiter 4 angeordnet, beispielsweise angeschraubt wie in Fig. 1, der mit der zumindest einen Kontaktborsten 3 elektrisch leitend verbunden ist. Beispielsweise kann der Bürstenkörper 2, in dem die zumindest eine Kontaktborste 3 angeordnet ist, aus einem elektrisch leitfähigen Material, wie beispielsweise Metall oder elektrisch leitfähiger Kunststoff, gefertigt sein. Damit kann die zumindest eine Kontaktborste 3 auch über den Bürstenkörper 2 elektrisch kontaktiert werden. Auch in dieser Ausführung kann am Bürstenkörper 2 der elektrische Leiter 4 zur Kontaktierung der Kontaktborste 3 über den Bürstenkörper 2 angeordnet sein. Natürlich können auch mehrere elektrische Leiter 4 vorgesehen sein.

    [0014] Die Potentialausgleichseinheit 1 kann an einer Halterung 5 angeordnet sein, vorzugsweise austauschbar, mit der die Potentialausgleichseinheit 1 an einem Bauteil der seilgezogenen Fördereinrichtung befestigt werden kann. Dazu kann beispielsweise der zumindest eine Bürstenkörper 2 an der Halterung 5 angeordnet sein. Mittels der Halterung 5 kann die Potentialausgleichseinheit 1 im Bereich eines bewegten Seiles 10 angeordnet werden, sodass der elektrische Potentialausgleich mit der Potentialausgleichseinheit 1 ermöglicht wird. Dazu kann die zumindest eine Kontaktborste 3 das Seil 10 elektrisch kontaktieren, wie in Fig.2 dargestellt.

    [0015] Der Bauteil der seilgezogenen Fördereinrichtung, an der die Potentialausgleichseinheit 1 angeordnet ist, kann ein ortsfester Bauteil sein, beispielsweise ein Teil einer ortsfesten Konstruktion (beispielsweise einer Seilbahnstation) der seilgezogenen Fördereinrichtung. Der Bauteil kann aber auch ein bewegter Bauteil der seilgezogenen Fördereinrichtung sein, wie beispielsweise ein Seilbahnfahrzeug oder eine Aufzugskabine. In diesem Fall kann eine Relativbewegung zwischen Seil 10 und der Potentialausgleichseinheit 1 vorgesehen sein, oder auch nicht. Im Falle eines bewegten Bauteils ist eine elektrische Verbindung zwischen dem bewegten Bauteil und der Potentialausgleichseinheit 1 darauf und dem Potentialpunkt 14 der seilgezogenen Fördereinrichtung vorgesehen, beispielsweise mittels Schleifkontakte.

    [0016] Wenn die seilgezogene Fördereinrichtung eine Seilbahn ist, dann werden Seilbahnfahrzeug in der Seilbahnstation oftmals vom Seil 10 abgeklemmt. In diesem Fall kann vorgesehen sein, dass die Potentialausgleichseinheit 1, die außerhalb der Seilbahnstation am Seilbahnfahrzeug angeordnet ist, in der Seilbahnstation vom Seilbahnfahrzeug getrennt wird und am Seil 10 verbleibt. Dabei kann auch eine Relativbewegung zwischen dem Seil 10 und der Potentialausgleichseinheit 1 vorgesehen sein.

    [0017] Die Potentialausgleichseinheit 1 kann auch relativ zur Halterung 5 verstellbar angeordnet sein (wie in Fig.2 durch die Doppelpfeile angedeutet), um die Potentialausgleichseinheit 1 bei Verwendung relativ zum Seil 10 ausrichten zu können. Es kann eine beliebige Verstellbarkeit im Raum, sowohl linear als auch rotativ, vorgesehen sein. Die Potentialausgleichseinheit 1 kann aber auch fix (aber vorzugsweise austauschbar) an der Halterung 5 angeordnet sein. Die Potentialausgleichseinheit 1, und damit auch der zumindest eine Bürstenkörper 2 mit der zumindest einen Kontaktborste 3, kann relativ zum bewegten Seil 10 ortsfest angeordnet sein. Die Potentialausgleichseinheit 1 kann aber in der seilgezogenen Fördereinrichtung auch beweglich angeordnet sein, beispielsweise an einem bewegten Bauteil der seilgezogenen Fördereinrichtung.

    [0018] Die zumindest eine Kontaktborste 3 ist dem Seil 10 zugewandt angeordnet. Der Abstand zwischen dem zumindest einen Bürstenkörper 2, bzw. der zumindest einen Kontaktborste 3, und dem Seil 10 kann so gewählt sein, dass sich die zumindest eine elastische Kontaktborste 3 an das Seil 10 anschmiegen, um eine gute elektrische Kontaktierung herzustellen. Nachdem die Kontaktborste 3 lediglich aufgrund der Elastizität der Kontaktborste 3 selbst an das Seil 10 gedrückt wird, ergibt sich nur ein sehr geringer Verschleiß der Kontaktborste 3 und eine geringe mechanische Belastung des Seils 10. Abgesehen davon macht es nichts, wenn einige der Kontaktborsten 3 stärker verschleißen, da im Falle eines Kontaktflors immer genügend Kontaktborsten 3 in elektrischen Kontakt mit dem Seil 10 stehen. In diesem Fall müssen auch nicht immer alle Kontaktborsten 3 das Seil 10 elektrisch kontaktieren.

    [0019] Aufgrund der elastischen Kontaktborste 3 ist es auch nicht erforderlich, dass die Potentialausgleichseinheit 1 gegen das Seil 10 gedrückt wird, beispielsweise mittels einer Feder oder einem anderen Andrückmechanismus. Die Potentialausgleichseinheit 1 umfasst damit vorzugsweise keine beweglichen Bauteile und kann daher sehr einfach aufgebaut sei.

    [0020] Die Erdungsbürste 1 kann damit insbesondere auch mit einem Seil 10 verwendet werden, das aus Stahl und Kunststoff, wie beispielsweise in Fig.4 dargestellt, oder nur aus Kunststoff besteht. Das dargestellte Seil 10 umfasst einen Seilkern 13 (aus Stahl und/oder Kunststoff), mehrere Litzen 11 bestehend aus einzelnen Drähten, sowie Einlagen 12 aus Kunststoff, die zum Seil 10 verdrillt sind. Die Einlagen 12 aus Kunststoff werden durch eine erfindungsgemäße Potentialausgleichseinheit 1 an der Oberfläche nicht beschädigt.

    [0021] Der elektrische Leiter 4 kann die zumindest eine elektrisch leitfähige Kontaktborste 3, beispielsweise über den Bürstenkörper 2, mit einem Potentialpunkt 14 mit definiertem elektrischen Bezugspotential verbinden, wobei das Bezugspotential Erde oder ein beliebiges anderes elektrisches Potential sein kann. Natürlich können in der seilgezogenen Fördereinrichtung auch mehrere solcher Potentialpunkte 14 mit Bezugspotential vorgesehen sein. Die elektrische Verbindung muss aber nicht zwingend durch einen solchen Leiter 4 erfolgen. Der Potentialpunkt 14 kann beispielsweise ein beliebiger, auf Bezugspotential liegender (z.B. geerdeter) Bauteil der seilgezogenen Fördereinrichtung sein, beispielsweise in einer Seilbahnstation. Wenn die zumindest eine Kontaktborste 3 mit dem zumindest einen Bürstenkörper 2 elektrisch leitend verbunden ist, dann kann der Bürstenkörper 2 auch direkt an einem auf dem Bezugspotential liegenden Bauteil der seilgezogenen Fördereinrichtung angeordnet werden.

    [0022] Es kann auch vorgesehen sein, zwischen dem Potentialpunkt 14 und der zumindest einen Kontaktborste 3 einen Widerstand R vorzusehen, wie in Fig.2 angedeutet. Damit kann trotz Potentialausgleich ein gewünschtes Potential des Seils 10 eingestellt werden.

    [0023] Grundsätzlich kann die Potentialausgleichseinheit 1 an einer beliebigen Position im Bereich des Seiles 10 angeordnet sein. Vorzugsweise wird die Potentialausgleichseinheit 1 aber so angeordnet, dass die zumindest eine Kontaktborste 3 von oben nach unten ausgerichtet ist, und vorzugsweise gegen das Seil 10 anliegt. Damit kann insbesondere bei einem Bürstenflor erreicht werden, dass sich zwischen den Kontaktborsten 3 nicht so leicht Schmutz ansammeln kann. In Fig.3 sind mögliche vorteilhafte Positionen der Potentialausgleichseinheit 1 im Bereich des Seil 10 dargestellt.

    [0024] Tests haben gezeigt, dass mit einer solchen Potentialausgleichseinheit 1 über einen großen Bereich einer Seilgeschwindigkeit, beispielsweise zwischen 0 und 7m/s wie bei Seilbahnen üblich, ein sicherer und zuverlässiger elektrischer Potentialausgleich des bewegten Seiles 10 erreicht werden kann, bei dem eine elektrische Ladung am Seil 10 abgeführt wird.

    [0025] Es kann an der Potentialausgleichseinheit 1 auch eine (nicht dargestellte) Heizeinrichtung vorgesehen sein, um einer Vereisung der Potentialausgleichseinheit 1, insbesondere der zumindest einen Kontaktborste 3, entgegenzuwirken. Das ist insbesondere bei einer seilgezogenen Fördereinrichtung vorteilhaft, die den äußeren Umgebungsbedingungen ausgesetzt ist, wie beispielsweise einer Seilbahn. Die Heizeinrichtung kann beispielsweise elektrisch ausgeführt sein.


    Ansprüche

    1. Anordnung zum Potentialausgleich eines bewegten Seiles (10) einer seilgezogenen Fördereinrichtung mit einem definierten elektrischen Bezugspotential der seilgezogenen Fördereinrichtung, wobei eine Potentialausgleichseinheit (1) vorgesehen ist, mit zumindest einem Bürstenkörper (2) und mit zumindest einer darin angeordneten elektrisch leitfähigen Kontaktborste (3), wobei die Potentialausgleichseinheit (1) relativ zum bewegten Seil (10) angeordnet ist, um einen Potentialausgleich zwischen der zumindest einen elektrisch leitfähigen Kontaktborste (3) und dem bewegten Seil (10) zu ermöglichen, wobei die zumindest eine elektrisch leitfähige Kontaktborste (3) mit zumindest einem Potentialpunkt (14) mit dem elektrischen Bezugspotential elektrisch leitend verbunden ist, und wobei die zumindest eine Kontaktborste (3) elastisch ausgeführt ist und die zumindest eine elastische und elektrisch leitfähige Kontaktborste (3) das bewegte Seil (10) elektrisch kontaktiert, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch leitfähigen Kontaktborste (3) aus elektrisch leitfähigem Kunststoff gefertigt ist.
     
    2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktborste (3) lediglich aufgrund der Elastizität selbst an das Seil (10) drückt.
     
    3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Kontaktborste (3) elektrisch leitend mit zumindest einen elektrischen Leiter (4) verbunden ist und die zumindest elektrisch leitfähige Kontaktborste (3) über den zumindest einen elektrischen Leiter (4) mit dem zumindest einen Potentialpunkt (14) der seilgezogenen Fördereinrichtung elektrisch leitend verbunden ist
     
    4. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Bürstenkörper (2) elektrisch leitend ausgeführt ist und die zumindest eine Kontaktborste (3) elektrisch leitend mit dem zumindest einen Bürstenkörper (2) verbunden ist und die zumindest eine elektrisch leitfähige Kontaktborste (3) über den Bürstenkörper (2) mit dem zumindest einen Potentialpunkt (14) der seilgezogenen Fördereinrichtung elektrisch leitend verbunden ist.
     
    5. Anordnung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine elektrische Leiter (4) mit zumindest einem Bürstenkörper (2) elektrisch leitend verbunden ist.
     
    6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Potentialausgleichseinheit (1) an einer Halterung (5) angeordnet ist, wobei die Potentialausgleichseinheit (1) mit der Halterung (5) in der seilgezogenen Fördereinrichtung befestigt ist.
     
    7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Potentialausgleichseinheit (1) zum Ausrichten der Potentialausgleichseinheit (1) relativ zum Seil relativ zur Halterung (5) verstellbar angeordnet ist.
     
    8. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (5) an einem ortsfesten oder bewegten Bauteil der seilgezogenen Fördereinrichtung angeordnet ist.
     
    9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der zumindest einen elektrisch leitfähigen Kontaktborste (3) und dem Potentialpunkt (14) ein elektrischer Widerstand (R) vorgesehen ist.
     
    10. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass an der Potentialausgleichseinheit (1) eine Heizeinrichtung vorgesehen ist.
     


    Claims

    1. Arrangement for the potential equalisation of a moving cable (10) of a cable-drawn conveying device with a defined electrical reference potential of the cable-drawn conveying device, wherein a potential compensating unit (1) is provided having at least one brush body (2) and having at least one electrically conductive contact bristle (3) arranged therein, the potential compensating unit (1) being arranged relative to the moving cable (10) in order to allow potential equalization between the at least one electrically conductive contact bristle (3) and the moving cable (10), wherein the at least one electrically conductive contact bristle (3) is electrically conductively connected to at least one potential point (14) having the electrical reference potential, and wherein the at least one contact bristle (3) is designed to be resilient and the at least one resilient and electrically conductive contact bristle (3) electrically contacting the moving cable (10),
    characterized in that the electrically conductive contact bristle (3) is made of electrically conductive plastics material.
     
    2. Arrangement according to claim 1, characterized in that the contact bristle (3) press against the cable (10) merely due to the elasticity itself.
     
    3. Arrangement according to claim 1, characterized in that the at least one contact bristle (3) is electrically conductively connected to at least one electrical conductor (4), and the at least electrically conductive contact bristle (3) is electrically conductively connected to the at least one potential point (14) of the cable-drawn conveying device via the at least one electrical conductor (4).
     
    4. Arrangement according to claim 1, characterized in that the at least one brush body (2) is designed to be electrically conductive, and the at least one contact bristle (3) is electrically conductively connected to the at least one brush body (2), and the at least one electrically conductive contact bristle (3) is electrically conductively connected to the at least one potential point (14) of the cable-drawn conveying device via the brush body (2).
     
    5. Arrangement according to claim 3 and 4, characterized in that the at least one electrical conductor (4) is electrically conductively connected to at least one brush body (2).
     
    6. Arrangement according to any of claims 1 to 5, characterized in that the potential equalization unit (1) is arranged on a holder (5), the potential equalization unit (1) being fastened in the cable-drawn conveying device via the holder (5).
     
    7. Arrangement according to claim 6, characterized in that the potential equalization unit (1) is arranged so as to be adjustable relative to the holder (5) in order to align the potential compensating unit (1) relative to the cable.
     
    8. Arrangement according to claim 6, characterized in that the holder (5) is arranged on a stationary or moving component of the cable-drawn conveying device.
     
    9. Arrangement according to any of claims 1 to 7, characterized in that an electrical resistor (R) is provided between the at least one electrically conductive contact bristle (3) and the potential point (14).
     
    10. Arrangement according to any of claims 1 to 9, characterized in that a heating device is provided on the potential compensating unit (1).
     


    Revendications

    1. Agencement permettant la compensation de potentiel d'un câble (10) mobile d'un appareil de transport tiré par câble avec un potentiel de référence électrique défini de l'appareil de transport tiré par câble, dans lequel une unité de compensation de potentiel (1) est prévue, comportant au moins un corps de brosse (2) et comportant au moins un poil de contact (3) électriquement conducteur disposé dans celui-ci, dans lequel l'unité de compensation de potentiel (1) est disposée par rapport au câble (10) mobile pour permettre une compensation de potentiel entre l'au moins un poil de contact (3) électriquement conducteur et le câble (10) mobile, dans lequel l'au moins un poil de contact (3) électriquement conducteur est connecté d'une manière électriquement conductrice à au moins un point de potentiel (14) comportant le potentiel de référence électrique, et dans lequel l'au moins un poil de contact (3) est réalisé de manière à être élastique et l'au moins un poil de contact (3) élastique et électriquement conducteur établit un contact électrique avec le câble (10) mobile,
    caractérisé en ce que le poil de contact (3) électriquement conducteur est fabriqué en une matière plastique électriquement conductrice.
     
    2. Agencement selon la revendication 1, caractérisé en ce que le poil de contact (3) appuie sur le câble (10) uniquement en raison de l'élasticité elle-même.
     
    3. Agencement selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'au moins un poil de contact (3) est connecté d'une manière électriquement conductrice à au moins un conducteur électrique (4) et l'au moins un poil de contact (3) électriquement conducteur est connecté d'une manière électriquement conductrice à l'au moins un point de potentiel (14) de l'appareil de transport tiré par câble par l'intermédiaire de l'au moins un conducteur électrique (4).
     
    4. Agencement selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'au moins un corps de brosse (2) est réalisé de manière à être électriquement conducteur et l'au moins un poil de contact (3) est connecté d'une manière électriquement conductrice à l'au moins un corps de brosse (2) et l'au moins un poil de contact (3) électriquement conducteur est connecté d'une manière électriquement conductrice à l'au moins un point de potentiel (14) de l'appareil de transport tiré par câble par l'intermédiaire du corps de brosse (2).
     
    5. Agencement selon les revendications 3 et 4, caractérisé en ce que l'au moins un conducteur électrique (4) est connecté d'une manière électriquement conductrice à au moins un corps de brosse (2).
     
    6. Agencement selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'unité de compensation de potentiel (1) est disposée sur un dispositif de maintien (5), dans lequel l'unité de compensation de potentiel (1) est fixée au dispositif de maintien (5) dans l'appareil de transport tiré par câble.
     
    7. Agencement selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'unité de compensation de potentiel (1) est disposée de manière réglable par rapport au dispositif de maintien (5) pour l'alignement de l'unité de compensation de potentiel (1) par rapport au câble.
     
    8. Agencement selon la revendication 6, caractérisé en ce que le dispositif de maintien (5) est disposé sur un élément fixe ou mobile de l'appareil de transport tiré par câble.
     
    9. Agencement selon l'une des revendications 1 à 7,
    caractérisé en ce qu'une résistance (R) électrique est prévue entre l'au moins un poil de contact (3) électriquement conducteur et le point de potentiel (14).
     
    10. Agencement selon l'une des revendications 1 à 9,
    caractérisé en ce qu'un appareil de chauffage est prévu sur l'unité de compensation de potentiel (1).
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente