Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Schwingkugelmühle mit einer Befestigungseinrichtung zum
Befestigen der Mahlbecher.
Stand der Technik
[0002] Schwingkugelmühlen werden zum Mahlen von einer Vielzahl von Materialien verwendet.
Die Mahlbecher werden dazu mit Mahlgut und Mahlkugeln befüllt, der Deckel des Mahlbechers
mit dem Mahlbecher verschraubt, der gefüllte Mahlbecher in die Schwingkugelmühle eingesetzt
und dort befestigt. Eine solche Schwingkugelmühle ist beispielsweise in der
DE102019106915 A1 dargestellt und beschrieben. Dort ist eine Schwingmühle für wenigstens zwei in horizontaler
Lage Schwingungen ausführende Mahlbecher offenbart, die einen mehrteiligen Pendelantrieb
umfasst, wobei der Pendelantrieb wenigstens eine um eine vertikale Exzenterachse drehbar
gelagerte Exzenterwelle, wenigstens zwei jeweils um eine vertikale Schwingachse schwingfähig
gelagerte und über Koppeln mit der Exzenterwelle verbundene Schwingen zur Halterung
der Mahlbecher, eine mit der Exzenterwelle gekoppelte Motoreinheit als Antrieb für
die Exzenterwelle und gegebenenfalls weitere Bauteile aufweist, wobei eine Drehbewegung
der Exzenterwelle über die Koppeln in eine Schwingungsbewegung der Schwingen umwandelbar
ist. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der Schwerpunkt des Pendelantriebs in einer
horizontalen Schwerpunktebene von beiden Schwingachsen zumindest im Wesentlichen gleichbeabstandet
ist.
Darstellung der Erfindung
[0003] Aufgabe ist es daher eine Schwingmühle bereitzustellen, die das Handhaben der Mahlbecher
im Zusammenhang mit der Schwingkugelmühle erleichtert und die gleichzeitig eine große
Betriebssicherheit gewährleistet.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst von einer Schwingkugelmühle nach Anspruch 1. Weitere die
Erfindung ausgestaltende Merkmale sind in den abhängigen Ansprüchen enthalten.
[0005] Eine erfindungsgemäße Schwingkugelmühle zum Mahlen von Mahlgut umfasst eine Antriebseinrichtung,
eine Mahleinrichtung mit zumindest einer Mahlbecheraufnahme und eine Kinematik, die
von der Antriebseinrichtung angetrieben wird und die die Mahleinrichtung auf einer
vorbestimmten Bahn oszilliert, d.h. hin- und herbewegt. Die Mahleinrichtung weist
ferner eine insbesondere vorgespannte Befestigungseinheit zum Fixieren eines Mahlbechers
in der Mahlbecheraufnahme und zum Fixieren eines Deckels auf einem in der Mahlbecheraufnahme
befindlichen Mahlbecher aufweist. Die Befestigungseinheit kann so insbesondere durch
ihre Vorspannung einen Druck auf den Mahlbecher in der Mahlbecheraufnahme ausüben
und kann so nicht nur den Mahlbecher in der Mahlbecheraufnahme halten, sondern gleichzeitig
auch einen noch nicht am Mahlbecher befestigten Deckel sicher auf dem Mahlbecher halten.
Mit einer solchen Befestigungseinheit ist es möglich, den Mahlbecher mit einem losen
Deckel zu versehen, und das Verschließen des Mahlbechers nach dem Befüllen (keine
Verschraubung oder andere Befestigungen sind mehr notwendig) und auch das Einsetzen
des Mahlbechers in die Mahlbecheraufnahme werden stark vereinfacht. Der Mahlbecher
kann Teil der Schwingkugelmühle sein.
[0006] Die Mahlbecheraufnahme weist bevorzugt zumindest ein Positioniermittel, insbesondere
einen kegelförmigen Positionierdorn oder eine zum Positionierdorn komplementäre Positionierdornaufnahme
auf. Dadurch benötigt man für das Einsetzen des Mahlbechers, der dann ein entsprechend
dazu passendes Positioniermittel aufweist, keine große Genauigkeit mehr, denn die
Positionierungsmittel führen den Mahlbecher in die Mahlbecheraufnahme und das Einsetzen
des Mahlbechers wird spürbar vereinfacht. Bevorzugt sind zwei Positioniermittel, um
die Lage des Mahlbechers eindeutig zu definieren.
[0007] Die Befestigungseinheit der Schwingkugelmühle umfasst vorzugsweise einen Zylinder
und eine Hülse, wobei der Zylinder zwischen einer Ladeposition und einer Spannposition
bewegbar in der Hülse gelagert ist. Eine solche Hülse lässt sich leicht mit einem
Zylinder relativ zueinander bewegen, ohne viel Raum in Anspruch zu nehmen. Die Hülse
ist um den Zylinder herum angeordnet und weist bevorzugt Anschläge auf, die sich insbesondere
radial nach außen erstrecken und die auch vollumfänglich ausgebildet sein können.
[0008] Bei der Befestigungseinheit sind der Zylinder und die Hülse bevorzugt zwischen einer
Ladeposition und Spannposition auf einer Führung bewegbar ausgebildet, wobei die Führung
vorzugsweise eine vorbestimmte Führungsbahn, die insbesondere als eine schmale längliche
Aussparung ausgebildet ist, und einen Führungsvorsprung aufweist, insbesondere einen
Führungsstift, der in der Führungsbahn läuft. Die Führung weist bevorzugt eine rotatorische
Relativbewegung auf, so dass zumindest ein Teil der Befestigungseinheit in der Ladeposition
aus dem Bereich der Mahlbecheraufnahme herausgeschwenkt wird. Dadurch wird sichergestellt,
dass keine Behinderung beim Beladen der Mahlbecheraufnahme durch Elemente entsteht,
die sich im Beladeweg des Mahlbechers befinden. Die Führung ist bevorzugt so eingerichtet,
dass die die Mahlbecheraufnahme durch die Befestigungseinheit in einer Arbeitsposition
blockiert und in einer Ladeposition freigegeben ist.
[0009] Vorzugsweise wird die Befestigungseinheit mittels einer Federeinrichtung vorgespannt,
die insbesondere konzentrisch mit der Hülse ausgerichtet ist. Eine Federeinrichtung
ist eine effektive Möglichkeit, um eine Befestigungseinheit zu spannen. Die konzentrische
Anordnung der Feder in oder um die Hülse herum spart Platz, insbesondere kann eine
Feder, die um die Hülse herum angeordnet ist, wesentlich größer ausgeführt werden
und damit auch eine höhere Vorspannkraft bereitstellen.
[0010] Die Mahleinrichtung weist bevorzugt einen Anschlag zum Positionieren des Mahlbechers
auf. Dadurch kann der Mahlbecher beim Einsetzen auf einfache Art über der Mahlbecheraufnahme
und insbesondere über dem Dorn oder den Dornen positioniert werden.
[0011] In einer weiteren Ausbildungsweise kann die Befestigungseinheit zumindest einen Auslegerarm
aufweisen, der in der Arbeitsposition zum Fixieren des Mahlbechers und insbesondere
auch zum Fixieren des Deckels des Mahlbechers dient. Mit dem Auslegerarm kann der
Mahlbecher in einer mittigen Position kontaktiert und gehalten werden. Gleichzeitig
kann der Auslegerarm nicht nur den Mahlbecher in der Mahlbecheraufnahme, sondern auch
den Deckel auf dem Mahlbecher befestigen.
[0012] Die Schwingmühle umfasst bevorzugt ferner eine Lösevorrichtung, die die Befestigungseinheit
von der Mahlbecheraufnahme wegbewegt, insbesondere von einer Arbeitsposition in eine
Ladeposition. Mit der Lösevorrichtung kann die Befestigungseinheit einfach von dem
Mahlbecher oder der Mahlbecherposition in der Mahleinrichtung entfernt werden und
ein Beladen oder Entladen der Mahleinrichtung ermöglichen. Die Lösevorrichtung ist
vorzugsweise als Hubeinrichtung, insbesondere als hydraulische oder pneumatische Hubvorrichtung
ausgebildet.
[0013] Die Lösevorrichtung ist vorzugsweise unter oder über der Mahlbecheraufnahme angeordnet.
Dadurch kann bei der Anordnung der Lösevorrichtung Platz gespart werden, da die Lösevorrichtung
an einer Stelle angeordnet ist, die den Platzbedarf der Schwenkbewegung der Mahleinrichtung
nicht vergrößert. Insbesondere ist die Lösevorrichtung getrennt von der Mahleinrichtung
ausgebildet. Dadurch wird die Masse der Mahleinrichtung möglichst geringgehalten.
Die Hubvorrichtung unter der Befestigungseinheit ist bevorzugt so dimensioniert, dass
die Kontaktfläche der Hubeinrichtung die gesamte Kontaktfläche der Befestigungseinheit
abdeckt, insbesondere gleich die gesamte Mahlbecheraufnahme oder sogar die Mahleinrichtung
selbst. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Befestigungseinheit zuverlässig
aktiviert wird, die Befestigungseinheit selbst aber klein dimensioniert werden kann,
um Gewicht zu sparen.
[0014] Die Schwingkugelmühle kann ferner zumindest eine Positionserfassungseinrichtung zum
Erfassen der Position der Kurbelwelle aufweisen. Mit einer solchen Positionserfassungseinrichtung
können die Mahlbecher in einer vorbestimmten Position ausgerichtet werden. Insbesondere
kann eine solche Positionserfassungseinrichtung durch einen Initiator, insbesondere
einen induktiven Näherungsschalter ausgebildet sein, der bspw. eine mit der Exzenterwelle
rotierende Aussparung erkennt, und/oder durch einen Stopperzylinder mit einer Kerbscheibe.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0015]
Figur 1 zeigt eine isometrische Ansicht der Schwingkugelmühle;
Figur 2 zeigt eine isometrische Ansicht der Schwingkugelmühle, bei der das Gehäuse
weggelassen ist;
Figur 3 zeigt die Schwingkugelmühle ohne Gehäuse in einer Draufsicht;
Figur 4 zeigt die Schnittansicht der Schwingkugelmühle aus Figur 3;
Figur 5 zeigt eine Mahlbecheraufnahme einer Mahleinrichtung der Schwingkugelmühle;
Figur 6a zeigt eine Befestigungseinheit der Mahleinrichtung;
Figur 6b zeigt die Befestigungseinheit der Mahleinrichtung mit freigelegter Führung;
Figur 6c zeigt einen Längsschnitt der Befestigungseinheit aus Figur 6b;
Figur 7 zeigt eine isometrische Ansicht der Unterseite der Schwingkugelmühle auf eine
Positionserfassungseinrichtung; und
Figur 8 zeigt eine isometrische Ansicht auf die Schwingkugelmühle mit einer Positionserfassungseinrichtung.
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
[0016] Wenn im Folgenden Begriffe wie oben, unten, rechts, links, vorne oder hinten verwendet
werden, bezieht sich das auf die entsprechend beschriebene Figur.
[0017] Figur 1 zeigt eine isometrische Ansicht der Schwingkugelmühle 10 mit einem Gehäuse
12. Das Gehäuse 12 weist zur Abdeckung der Mahleinrichtung 40 einen Deckel 14 auf,
der in Figur 1 in eine geöffnete Stellung geklappt ist und so die Mahleinrichtung
40 oder zumindest die Mahlbecheraufnahme 50 zur Beschickung mit und für die Entnahme
der Mahlbecher 90 freigibt. Das Gehäuse weist ferner vorzugsweise Bedienelemente 15
und eine Anzeige 16 für eine Steuerung der Gesamtanlage und ihrer Elemente auf.
[0018] Figur 2 zeigt eine isometrische Ansicht der Schwingkugelmühle 10, bei der das Gehäuse
12 entfernt ist und so die einzelnen Elemente der Schwingkugelmühle 10 zu erkennen
sind. Die Steuerungseinheit ist in Figur 2 nicht dargestellt. Zu erkennen sind der
Motor 18, die Kinematik 20, die Mahleinrichtung 40, die die hier zwei Mahlbecheraufnahmen
50 und die Befestigungseinheit 70 umfasst, zwei Mahlbecher 90, die jeweils in die
Mahlbecheraufnahme 50 eingesetzt sind, und die hier als Hubvorrichtung ausgebildete
Lösevorrichtung 100. Grundsätzlich kann die Mahleinrichtung 40 aber auch nur eine
oder auch mehr als zwei Mahlbecheraufnahmen 50 aufweisen. Die Elemente der Schwingkugelmühle
10 sind auf eine Grundplatte 13 montiert.
[0019] Der Motor 18 ist üblicherweise ein Elektromotor, der die Kinematik 20 antreibt. Die
Übertragung des Antriebsmoments von Motor 18 auf die Kinematik 20 kann mit einem Übertragungselement
wie beispielsweise Zahnräder, Bänder, Riemen 19 oder ähnliches verwirklicht werden.
Die Kinematik 20 wandelt die Rotationsbewegung des Motors 18 in eine Hin- und Herbewegung
der Mahleinrichtung 40 um, die hier für jede der mindestens einen Mahlbecheraufnahmen
50 eine gekrümmte Linie um einen Drehpol 44 beschreibt.
[0020] Die Kinematik 20 und die Mahleinrichtung 40 sind in den Figuren 3 und 4 detaillierter
dargestellt. Das Drehmoment des Motors 18 wird hier mittels einem Riemen 19 auf eine
Exzenterwelle 22 der Kinematik 20 übertragen. Die Exzenterwelle 22 wird von Wälzlagern
24 drehbar an einem Rahmen 21 gelagert, der mit dem Motor 18 verbunden ist. Die Exzenterarme
26a, 26b sind an einem Ende an der Exzenterwelle 22 exzentrisch zur Drehachse der
Exzenterwelle gelagert. An ihrem anderen Ende sind die Exzenterarme 26a, 26b mit einem
Schwenkarm 42 der Mahleinrichtung 40 drehbar über eine Drehwelle 30 verbunden. Der
Schwenkarm 42 ist wiederum über einen Drehpol 44 an dem Rahmen 21 gelagert, so dass
sich die Enden der Exzenterarme 26a, 26b um den Drehpol 44 herum auf einer Kreissegmentbahn
hin und her bewegen.
[0021] Die Mahlbecheraufnahme 50 ist an dem der Verbindungswelle 30 gegenüberliegenden Ende
des Schwenkarms 42 ausgebildet und bewegt sich entlang der Kreissegmentbahn um den
Drehpol 44. Die Mahlbecheraufnahme 50 weist in den Figuren eine Aufnahmeaussparung
zwischen zwei Haltearmen 52 auf, in die der Mahlbecher eingesetzt werden kann und
dann auf die Haltearme 52 aufgesetzt und von diesen gehalten werden kann. Dazu können
die Haltearme 52 Dorne 54 aufweisen, die mit entsprechenden Aussparungen 92 an dem
Mahlbecher 90 zusammenwirken. Selbstverständlich können die Dorne 52 auch an dem Mahlbecher
ausgebildet sein und an der Mahlbecheraufnahme die Aussparungen 94. Die Dorne 54 können
einen zylindrischen Bereich und einen sich verjüngenden Bereich aufweisen, so dass
das Aufsetzen des Mahlbechers 90 auf den Dorn 54 oder die Dornen 54 vereinfacht wird,
aber der Sitz des Mahlbechers in Schwenkrichtung der Mahlbecheraufnahme fest ist.
Es ist aber ebenso möglich, den Dorn 54 komplett auf ein stumpfes Ende zulaufend auszubilden
und die Aussparung 94 dann mit der gleichen Verjüngung auszubilden. Der Mahlbecher
90 oder die Mahlbecheraufnahme 50 können einen Vorsprung aufweisen, der beim Einsetzen
des Mahlbechers 90 als Anschlag verwendet werden kann.
[0022] Um den Mahlbecher 90 in der Mahleinrichtung 40 zu befestigen, ist an der Mahlbecheraufnahme
50 eine Befestigungseinheit 70 vorgesehen. Hier sind an einer Mahlbecheraufnahme 50
jeweils zwei Befestigungseinheiten 70 vorgesehen, die an den seitlichen Enden der
Mahlbecheraufnahme angeordnet sind. Um die Befestigungseinheiten 70 zu lösen, umfasst
die Schwingkugelmühle ferner eine Lösevorrichtung 100. Die Lösevorrichtung 100 ist
hier eine Hubvorrichtung mit einer Kontaktfläche 102. Die Kontaktfläche 102 einer
Lösevorrichtung 100 ist vorzugsweise größer, insbesondere mindestens doppelt so groß
wie die Kontaktfläche 77 der Befestigungseinheit 70. Hier ist die Kontaktfläche 102
sogar als Plattform ausgebildet, die sich über die hier vorhandenen zwei Befestigungseinheiten
70 erstreckt, so dass alle Befestigungseinheiten 70 einer oder sogar aller Mahlbecheraufnahmen
50 durch die eine Lösevorrichtung 100 von der Mahlbecheraufnahme 50 wegbewegt, insbesondere
abgehoben werden können.
[0023] Die Lösevorrichtung 100 kann im Prinzip an der Mahleinrichtung 40 oder direkt an
der Mahlbecheraufnahme 50 befestigt sein. Es ist jedoch bevorzugt, dass die Lösevorrichtung
100 unabhängig von der Mahleinrichtung 40 an der Grundplatte 13 befestigt ist und
das Gewicht der Lösevorrichtung nicht mit der Mahleinrichtung 40 mitbewegt werden
muss. Das Anheben der Kontaktfläche 102 wird bevorzugt hydraulisch oder pneumatisch
ausgeführt.
[0024] Die Befestigungseinheit 70 weist in der hier gezeigten Ausbildungsform einen Auslegerarm
72 auf, der sich bis in die Mitte der Aussparung der Mahlbecheraufnahme erstreckt.
Der Auslegerarm ist an einem Zylinder 76 befestigt, der wiederum in einer Hülse 78
angeordnet ist und der relativ zur Hülse in der Hülse 78 bewegbar ausgebildet ist.
[0025] Die Bewegung zwischen Hülse und Zylinder wird über eine Führung bestimmt, die bevorzugt
als eine Führungsbahn 82und einen Führungsvorsprung 80ausgebildet ist. Die Führungsbahn
82 ist vorzugsweise als Aussparung in der Hülse 78 vorgesehen, während der Führungsvorsprung
80 als vorstehender Stift am Zylinder ausgebildet ist. Der Vorsprung kann einstückig
oder auch als Schraubelement vorgesehen sein. Die Führungsbahn 82 kann aber auch im
Zylinder 76 und der Führungsvorsprung 80 an der Hülse 78 vorgesehen sein. Die Führung
weist zumindest einen geneigten oder abgewinkelten Bereich auf, der dafür sorgt, dass
der Auslegerarm 72 beim Hub auch zur Seite verschwenkt wird und sich so aus der Mahlbecheraufnahme
50 wegbewegt. Hier weist die Führung zusätzlich noch einen senkrechten Bereich auf,
so dass die Auslegerarme zuerst noch vom Mahlbecherdeckel 92 abgehoben werden und
keine Beschädigungen zwischen Auslegerarm 72 und Mahlbecherdeckel 92 entstehen können.
[0026] Die Befestigungseinheit 70, insbesondere die Hülse 78 weist einen Befestigungsflansch
75 auf, der mittels Schrauben an der Mahleinrichtung 40 befestigt wird und so relativ
zur Mahleinrichtung 40 bewegungsfest ausgebildet ist.
[0027] Die Befestigungseinheit 70 weist ferner zwei Anschläge für ein Spannelement 74 auf,
wobei das Spannelement 74 bevorzugt eine Feder, insbesondere eine Spiralfeder ist.
Eine solche Spiralfeder 74 ist bevorzugt an der Außenseite der Hülse 78 angeordnet
und ist bevorzugt ferner konzentrisch mit Hülse 78 und Zylinder 76 ausgebildet. In
der dargestellten Befestigungseinheit 70 ist der obere Anschlag durch den Befestigungsflansch
75 bereitgestellt. Der untere Anschlag 73 ist auf der Oberseite der Kontaktfläche
77 ausgebildet.
[0028] Der Mahlbecher 90 selbst benötigt bei der dargestellten Mahleinrichtung 40 keine
eigene Befestigung für seinen Deckel 92. Hier weist der Mahlbecher 90 an beiden Seiten
Vorsprünge 96 auf, in die die Aussparungen 94 für die Dorne 54 geformt sind. Der Mahlbecher
weist aber einen Innenrand auf, auf dem der Deckel 92 aufliegt und über den der Deckel
eine Druckkraft auf den Hauptkörper 98 des Mahlbechers übertragen kann
[0029] Zum Beschicken der Schwingmühle 10 wird die Kontaktfläche 102 der Lösevorrichtung
100 durch eine Steuereinheit oder per Knopfdruck an der Löseeinheit 100 angehoben
und drückt die Kontaktfläche 77 Befestigungseinheit 70 nach oben. Das Spannelement
74 wird gegen den Befestigungsflansch 75 als oberer Anschlag gedrückt und gespannt,
wobei sich der Zylinder 76 nach oben bewegt. Der Stift 80 fährt die Führungsbahn 82
entlang und wird in der geneigten Bahne relativ zur Hülse nach außen verdreht. Dadurch
bewegt sich der Auslegerarm 72 zuerst nach oben und dreht sich dann ebenfalls nach
außen, so dass die Mahlbecheraufnahme 80 freigegeben ist. Dann wird manuell oder auch
mittels einer automatischen Beladevorrichtung der Mahlbecher 90 mit einem aufgesetzten
Deckel 92 in die Mahlbecheraufnahme bewegt werden, insbesondere derart, dass die Aussparungen
94 über den Dornen positioniert sind. Die Positionierung kann mit einem Anschlag unterstützt
werden. Dann wird der Mahlbecher 90 auf die Dorne 54 gesetzt. Der Mahlbecher 90 ist
dann in der Mahlbecheraufnahme 50 platziert. Dann wird die Lösevorrichtung 100 wieder
abgesenkt und der Zylinder 76 der Befestigungseinrichtung 70 senkt sich aufgrund der
Vorspannung des Spannelements 74 ebenfalls. Dadurch schwenken die Auslegerarme 72
über den Mahlbecher 90 und drücken den Deckel 92 in den Mahlbecher 90 und den Mahlbecher
90 so auf die Haltearme 52. Die Dornen sorgen dafür, dass der Mahlbecher seitlich
kein Spiel hat. Nach dem Absenken der Lösevorrichtung 100 ist der Mahlbecher daher
fest in der Mahlbecheraufnahme 50 gehalten. Der Motor 18 kann dann die Mahleinrichtung
40 über die Kinematik antreiben. Beim Entfernen wird die Lösevorrichtung 100 wieder
wie oben beschrieben angehoben und der Mahlbecher manuell oder automatisch entfernt.
[0030] Um eine automatisierte Beschickung der Schwingkugelmühle (10) sicher zu ermöglichen,
kann eine Positionserfassungseinrichtung 110 vorgesehen sein, die eine konsistente
Ausrichtung der Mahlbecheraufnahme 50 in einer vorbestimmten Position erlaubt. In
den Figuren 7 und 8 sind solche Positionserfassungseinrichtung 110 dargestellt. In
den gezeigten Ausführungsformen wird die Position der Mahlbecher 90 über die Exzenterwelle
22 verwirklicht wie nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren 7 und 8 beschrieben.
Generell gibt es aber eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, die Position der Mahlbecher
90 oder der Mahlbecheraufnahme 50 zu erfassen. So könnten an dem Mahlbecher 90 eine
oder mehrere Markierungen 99 vorgesehen sein, die dann mit einer Lichtschranke erfasst
werden um die Position des Mahlbechers zu bestimmen. Oder der Motor 18 ist mit einem
Drehzahlsensor versehen, mit dem sich auf die Position des Mahlbechers 90 Rückschlüsse
ziehen lassen. Verschiedene Positionserfassungseinrichtungen können auch miteinander
kombiniert werden.
[0031] Zwei weitere Positionserfassungseinrichtungen 110 werden im Folgenden exemplarisch
beschrieben. In Figur 7 ist auf der Unterseite der Kinematik ein Initiator 111 ausgebildet,
der hier als induktiver Näherungsschalter dargestellt ist. Dieser Initiator 111 erfasst
eine Aussparung 112, die in einer Antriebsscheibe 114 ausgebildet ist, so dass der
Initiator dadurch die Position der Exzenterwelle 22 kennt. So kann über die Position
der Exzenterwelle dann auf die Position der Mahlbecher geschlossen werden und eine
automatisierte Beschickung der Vorrichtung verwirklicht werden. Der Initiator ist
hier an einem Lagerblech 115 angebracht, das Langlöcher 116 aufweist, über die die
genaue Lage des Initiators 111 eingestellt werden kann. Der Initiator ist nur in diesem
Beispiel unter der Kinematik 20 angeordnet. Er kann auch über der Mahleinrichtung
40 ausgebildet sein. Ebenso ist die Aussparung 112 nur hier in der Antriebsscheibe
114 vorgesehen. Es ist ebenso möglich, dass die Aussparung direkt in der Exzenterwelle
22 ausgebildet sein kann oder an anderen rotierenden Elementen, über die eine genaue
Bestimmung der Mahlbecherposition erreicht werden kann.
[0032] Eine weitere Ausführungsform eines Positionssensors 110, die statt oder auch zusammen
mit dem Initiator (oder anderen Positionssensoren 110) verwendet werden kann, ist
ein Stopperzylinder 120. In Figur 8 ist dieser Stopperzylinder 120 mit einem Antrieb
für die Bewegung des Stopperzylinders 120 auf einer Lagerplatte 126 über der Kinematik
20 angeordnet. Es gilt für die Platzierung aber das gleiche wie für den Initiator
112. Der Stopperzylinder 120 ist bevorzugt pneumatisch angetrieben und insbesondere
federgelagert, d.h. mit einer Feder in Richtung einer Drehscheibe 122 vorgespannt.
Die Drehscheibe 122 ist bevorzugt an der Exzenterwelle montiert und dreht sich mit
dieser mit. Sie weist eine Kerbe 124 auf, die von dem Stopperzylinder 120 erkannt
wird. Dazu wird der Stopperzylinder in Richtung der Drehscheibe bewegt, bis er an
der Drehscheibe 122 anliegt. Sobald der Zylinder 120 zur Kerbe 124 gelangt, wird er
in die Kerbe 124 bewegt und erkennt so die vorbestimmte Position. Diese Positionserfassung
wird bevorzugt nicht während des Mahlbetriebs durchgeführt, sondern nur wenn die Mahlbecher
automatisiert ent- und beladen werden sollen.
Bezugszeichenliste
[0033]
Schwingkugelmühle 10
Gehäuse 12
Grundplatte 13
Deckel 14
Bedienfeld 15
Anzeige 16
Motor 18
Riemen 19
Kinematik 20
Rahmen 21
Exzenterwelle 22
Wälzlager 24
Exzenterarme 26a, 26b
Mahleinrichtung 40
Schwenkarm 42
Drehpol 44
Mahlbecheraufnahme 50
Haltearm 52
Dorn 54
Befestigungseinheit 70
Auslegerarm 72
Anschlag 73
Feder 74
Befestigungsflansch 75
Zylinder 76
Kontaktfläche 77
Hülse 78
Führungsvorsprung 80
Führungsbahn 82
Mahlbecher 90
Mahlbecherdeckel 92
Aussparung 94
Vorsprung 96
Hauptkörper 98
Marker 99
Lösevorrichtung 100
Kontaktfläche 102
Positionserfassungseinrichtung 110
Initiator 111
Aussparung 112
Antriebsscheibe 114
Lagerblech 115
Langloch 116
Stopperzylinder 120
Drehscheibe 122
Kerbe 124
Lagerplatte 126
1. Schwingkugelmühle (10) zum Mahlen von Mahlgut, umfassend
eine Antriebseinrichtung (18);
eine Mahleinrichtung (40) mit zumindest einer Mahlbecheraufnahme (50); und
eine Kinematik (20), die von der Antriebseinrichtung (18) angetrieben wird und die
die Mahleinrichtung (40) auf einer vorbestimmten Bahn hin- und herbewegt;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mahleinrichtung (40) ferner eine Befestigungseinheit (70) zum Fixieren eines Mahlbecherdeckels
(92) auf einem in der Mahlbecheraufnahme (50) befindlichen Mahlbecher (90) aufweist.
2. Schwingkugelmühle (10) nach Anspruch 1, bei der die Mahlbecheraufnahme (50) zumindest
einen, insbesondere zumindest teilweise kegelförmigen Dorn (54) oder eine Dornaufnahme
(94) aufweist.
3. Schwingkugelmühle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Befestigungseinheit
(70) einen Zylinder (76) und eine Hülse (78) aufweist, wobei der Zylinder (76) zwischen
einer Ladeposition und einer Spannposition bewegbar in der Hülse (78) gelagert ist.
4. Schwingkugelmühle (10) nach Anspruch 3, bei der der Zylinder (76) und Hülse (78) zwischen
einer Ladeposition und einer Spannposition mittels einer Führung relativ zueinander
auf einer vorbestimmten Führungsbahn (82) bewegbar ausgebildet sind.
5. Schwingkugelmühle (10) nach Anspruch 4, bei der die Führungsbahn (82) der Führung
als eine insbesondere schmale längliche Aussparung und ein Führungselement als Führungsvorsprung
(80) ausgebildet ist, der in der Führungsbahn (82) läuft.
6. Schwingkugelmühle (10) nach Anspruch 4 oder 5, bei der die Führung so eingerichtet
ist, dass die die Mahlbecheraufnahme (50) durch die Befestigungseinheit (70) in einer
Arbeitsposition blockiert und in einer Ladeposition freigegeben ist.
7. Schwingkugelmühle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche in Kombination mit
Anspruch 3, bei der die Befestigungseinheit (70) mittels einer Feder (74) vorgespannt
ist, die konzentrisch mit der Hülse (78) ausgerichtet ist.
8. Schwingkugelmühle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Mahleinrichtung
(40) einen Anschlag zum Positionieren des Mahlbechers (90) aufweist.
9. Schwingkugelmühle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Befestigungseinheit
(70) zumindest einen Auslegerarm (72) aufweist, der in der Arbeitsposition zum Fixieren
des Mahlbechers (90) und insbesondere auch zum Fixieren des Mahlbecherdeckels (92)
dient.
10. Schwingmühle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend eine Lösevorrichtung
(100), die die Befestigungseinheit (70) von der Mahlbecheraufnahme (50) wegbewegt,
insbesondere von einer Arbeitsposition in eine Ladeposition.
11. Schwingmühle (10) nach Anspruch 9, bei der die Lösevorrichtung (100) als Hubeinrichtung,
insbesondere als hydraulische oder pneumatische Hubvorrichtung ausgebildet ist.
12. Schwingkugelmühle (10) nach Anspruch 10 oder 11, bei der die Lösevorrichtung (100)
unter der Mahlbecheraufnahme (50) angeordnet ist.
13. Schwingkugelmühle (10) nach einem der Ansprüche 10 bis 12, bei der die Lösevorrichtung
(100) getrennt von der Mahleinrichtung (40) ausgebildet ist.
14. Schwingkugelmühle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend zumindest
eine Positionserfassungseinrichtung (110) insbesondere eine mechanische und/oder elektrotechnische
Positionserfassungseinrichtung, zur Bestimmung der Mahlbecherposition, vorzugsweise
über die der Position der Exzenterwelle (22).