[0001] Die Erfindung betrifft eine zur Anordnung oder Nachrüstung an einer Gebäudeöffnung,
insbesondere für ein Fenster oder eine Tür eines Gebäudes bestimmte mobile Vorrichtung
zum Schutz vor einem Wassereinbruch durch Oberflächenwasser, insbesondere aufgrund
von starkem Niederschlag oder Hochwasser, mit einem Rahmen aus Profilelementen und
mit einem Dichtungselement.
[0002] Es ist aus dem Stand der Technik bereits bekannt, Gebäudeöffnungen gegen das Eindringen
von Hochwasser oder Niederschlägen durch verschiedenartig aufgebaute Schutzvorrichtungen
zu sichern. Das Ziel ist vor allem die temporäre Abdichtung von Gebäudeöffnungen wie
Fenster und Türen während die Wasserlast einwirkt, sodass solche Schutzvorrichtungen
oftmals manuell angebracht werden.
[0003] Derartige Vorrichtungen gewinnen voraussichtlich auch zukünftig weiter an Bedeutung,
da aufgrund des Klimawandels befürchtet wird, dass auch Gebiete, die bislang nicht
als hochwassergefährdet einzustufen waren, zukünftig betroffen sind.
[0004] Bei der Abdichtung der Gebäudeöffnung muss zum einen die Grundform der abdichtenden
Vorrichtung so ausgebildet sein, dass dieses vollständig die Gebäudeöffnung im Mauerwerk
verschließt. Zum anderen ist die sichere Befestigung der Vorrichtung am Gebäude sicherzustellen,
da die auf einer derartigen Abdichtung wirkenden Kräfte im Falle einer Hochwassereinwirkung
erheblich sind. Schließlich muss zusätzlich gewährleistet sein, dass durch die abdichtende
Maßnahme tatsächlich eine zuverlässige Abdichtung auch in den Randbereichen erreicht
wird.
[0005] Aus der Veröffentlichung
DE 10 2008 030 525 A1 ist ein mobiles Hochwasser-Schutzsystem für Gebäudeöffnungen bekannt, wobei ein Dichtungswerkstoff
umlaufend an einer Abdeckung zwischen zwei Platten angeordnet ist und zur Abdichtung
durch Zusammenpressen der Platten in die umgebende Gebäudeöffnung eingepresst wird.
Die in die Gebäudeöffnung eingesetzten Platten müssen exakt auf das erforderliche
Maß angepasst sein, da der Dichtungswerkstoff nur geringe Spaltgrößen zum Mauerwerk
überbrücken kann.
[0006] Aus der
DE 195 12 747 A1 ist ein verspannbarer Rahmen bekannt, der in eine Gebäudeöffnung eingespannt wird
und schließlich eine in den Rahmen einsetzbare Platte trägt, wodurch die Abdichtung
erzeugt werden soll.
[0007] Bei der
DE 20 2013 100 602 U1 wird eine abdichtende Platte mittels Profilschienen in der Gebäudeöffnung gehalten.
[0008] Bei der
DE 20 217 205 U1 sind mehrere Platten einer Plattenkonstruktion zu einer Abdeckung zusammengesetzt,
die aus Einzelsegmenten besteht, sodass auch eine Teilabdeckung der Gebäudeöffnungen
realisierbar ist.
[0009] Bei einer Schutzvorrichtung gemäß der
DE 20 215 414 U1 wird die Dichtungswirkung durch einen umlaufenden Luftschlauch erreicht, der in der
Maueröffnung mit Druck beaufschlagt wird, um so eine Abdichtung und ein Anpressen
zu bewirken.
[0010] Aus der
DE 20 2012 006 032 U1 ist ein Stahlrahmen mit ineinander verschiebbaren Elementen bekannt, um so mittels
an der Innenseite des Rahmens angepasster Stellschrauben eine Anpassung an die Größe
von Fenster oder Türen vornehmen zu können. In diesen Rahmen ist nach dessen Einpassung
in die Gebäudeöffnung eine entsprechende abdichtende Schutzplatte einzusetzen.
[0011] Bei der
DE 10 2009 017 158 A1 ermöglichen die Eckteile des Rahmens eine Vergrößerung und Verkleinerung des Rahmens
durch Ein- und Ausschieben aus den Mittelteilen, wobei in den Rahmen eine entsprechende
Dichtungsplatte einsetzbar ist.
[0012] Bei der
DE 299 18 780 U1 wird die Abdeckung auf die Öffnung gesetzt und mittels Schraubverbindungen am Gebäude
befestigt, sodass durch eine umlaufende Gummidichtung, die auf den Randprofilen der
Abdeckung fixiert ist, die Öffnung wasserdicht verschlossen wird. Weiterhin ist aus
der
DE 76 05 029 U1 ein Sicherheitsschott für Tore zum Schutz gegen Hochwasser bekannt, das aus einem
verwindungssteifen Hohlkörperschott besteht, welches vertikal vor dem abzudichtenden
Tor verfahrbar angeordnet ist.
[0013] Eine weitere Abdichtvorrichtung offenbart die
DE 44 37 909 A1. Das Abdichten gegenüber dem Gebäude sowie das Festlegen dieser Abdichteinsätze in
den Gebäudeöffnungen erfolgt über einen mit Druck beaufschlagbaren Dichtkörper, der
in einem mit dem Abdichteinsatz verbundenen Profil angeordnet ist.
[0014] Als nachteilig bei den bekannten Schutzvorrichtungen erweist es sich, dass diese
die Gebrauchsfunktion der vorhandenen Tür oder des Fensters derart einschränken, dass
die Schutzvorrichtung üblicherweise ausschließlich bei Bedarf verwendet werden kann
und anschließend separat und griffbereit für einen schnellen Einsatz gelagert werden
muss. Man könnte daran denken, die Vorrichtung dauerhaft in der abdichtenden Gebrauchsposition
an dem Gebäude zu fixieren, sofern die Nutzung der so verschlossenen Gebäudeöffnung
entbehrlich ist. Es hat sich allerdings gezeigt, dass ein dauerhafter Verschluss aufgrund
des mangelnden Luftaustauschs zur Feuchtigkeitsbildung und somit im schlimmsten Fall
zu Gebäudeschäden führen kann.
[0015] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kostengünstige, praxisgerechte und
universell, ohne Einzelanpassung realisierbare Bauform einer mobilen Vorrichtung zum
Schutz vor einem Wassereinbruch durch Oberflächenwasser zu schaffen.
[0016] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung gemäß den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Die weitere Ausgestaltung der Erfindung ist den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0017] Erfindungsgemäß ist also eine Vorrichtung vorgesehen, deren Rückseite in einer Gebrauchsposition
einer an die Tür oder das Fenster angrenzenden Wandfläche des Gebäudes zugewandt ist
und deren Vorderseite eine der Wandfläche abgewandte Sichtfläche bildet, wobei die
Vorrichtung einen vorzugsweise rechteckigen Rahmen aus insbesondere parallelen Profilelementen
hat, die eine Aufnahme für zumindest ein flächiges und/oder streifenförmiges, an der
Rückseite im Wesentlichen ebenes Dichtungselement bildet, wobei die Profilelemente
das zumindest eine Dichtungselement an der Vorderseite sowie der Umfangsseite formschlüssig
derart einschließen, dass das Dichtungselement gegenüber der Rückseite des Rahmens
in einer nicht-komprimierten Nichtgebrauchsposition hervortritt, und wobei der Rahmen
mehrere gegenüber der Umfangsseite insbesondere seitlich vorstehende Fixiermittel
aufweist, welche mit an dem Gebäude angeordneten, insbesondere ortfesten Halteelementen
zusammenwirken, sodass in der Gebrauchsposition eine in Richtung der Wandfläche wirkende
Vorspannkraft auf die Vorrichtung übertragbar ist und wobei der Rahmen zumindest einen
zumindest abschnittsweise transluzenten oder transparenten Einsatz als Lichtdurchlass
aufweist.
[0018] Erfindungsgemäß wird die Vorrichtung mittels der umfangsseitig vorspringenden Fixiermittel
mittels Halteelementen, die mit dem Gebäude dauerhaft verbunden sind, wahlweise an
der Gebäudeinnenseite oder der Gebäudeaußenseite so gegen die die Gebäudeöffnung einschließende
Wandfläche angepresst, dass eine dichtende Verbindung zwischen der Vorrichtung und
der Wandfläche entsteht. Entgegen dem Vorurteil in der Fachwelt widersteht die Vorrichtung
insbesondere aufgrund der das Dichtungselement vorderseitig und zugleich umfangsseitig
einschließende Profilelemente selbst einem hohen Wasserdruck. Insbesondere wird die
Dichtung in der komprimierten Gebrauchsposition beispielsweise bis zu der Ebene der
Profilelemente zurückgedrängt, sodass der Wasserdruck nicht oder nur in einem zu vernachlässigenden
Umfang direkt auf das Dichtungselement einwirkt. Weiterhin hat die Vorrichtung einen
transmissiven, transluzenten oder transparenten Einsatz, sodass der Lichteinfall durch
die Vorrichtung nur geringfügig reduziert wird und die Vorrichtung daher auch über
einen längeren Zeitraum in der Gebrauchsposition bleiben kann. Indem die Vorrichtung
wahlweise an der Gebäudeinnenseite oder der Gebäudeaußenseite montierbar ist, kann
so auch die Öffnungsrichtung der Tür oder des Fensters berücksichtigt und die Tür
oder das Fenster können weiterhin geöffnet werden. Dabei ist auch eine Variante realisierbar,
bei welcher die Gebäudeöffnung nur bis zu einer bestimmten Höhe entsprechend eines
zu erwartenden Höchstwasserstands abgedeckt ist. Durch die Möglichkeit des Luftaustauschs
können so Feuchtigkeits- oder Schimmelbildung zuverlässig vermieden werden. Der Einsatz
kann dabei auf den jeweiligen Lichtbedarf problemlos abgestimmt werden. Zudem entfällt
erfindungsgemäß auch die umständliche Demontage und die separate Lagerung der Vorrichtung,
denn infolge der erfindungsgemäßen, mit den ortsfesten Haltemitteln zusammenwirkenden
Fixiermitteln kann die Vorspannung des Rahmens gegenüber der Wandfläche aufgehoben
und das Dichtungselement von der Wandfläche gelöst werden, sodass ein Lüftungsspalt
entsteht. Dieser kann beispielsweise auf einige Millimeter bis wenige Zentimeter begrenzt
werden, sodass auch in dieser Nichtgebrauchsposition ein erhöhter Einbruchschutz gewährleistet
ist. Die Fixiermittel sind hierzu optional so ausgeführt, dass eine vollständige Trennung
von den Halteelementen ausgeschlossen ist, sodass zugleich auch erhöhte Anforderungen
an den Diebstahlschutz der Vorrichtung erfüllt werden.
[0019] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung wird dadurch realisiert,
dass der Einsatz aus einem Kunststoff, insbesondere Polycarbonat oder Acrylglas mit
einer Materialstärke von zumindest 10 mm, vorzugsweise mehr als 12 mm, besteht, wobei
die Materialstärke zur Reduzierung des Gesamtgewichts der Vorrichtung an die jeweiligen
Umstände und die Einbausituation angepasst werden kann. Der Kunststoffeinsatz erfüllt
so höchste Anforderungen zum Schutz gegen Wasserdruck und Manipulationsversuche.
[0020] Besonders bevorzugt ist der Einsatz zumindest abschnittsweise mit einem Sonnenschutz,
einem Sichtschutz oder mit einer farbigen Gestaltung ausgestattet, um so beispielsweise
eine Blickdichtigkeit oder eine farbliche Anpassung des Einsatzes an das äußere Erscheinungsbild
des Gebäudes zu erreichen. Dabei können entsprechende ästhetisch oder optisch wirksame
Gestaltungen oder Elemente auch an einem an sich beispielsweise transparenten Einsatz
angebracht und bedarfsweise auch ausgetauscht werden. Hierzu kann der Rahmen eine
Halterung, beispielsweise für zusätzliche plattenförmige Flächenelemente, aufweisen,
welche die gewünschten lichtdurchlässigen bzw. teildurchlässigen Eigenschaften aufweisen.
[0021] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn der Einsatz mittels einer Adhäsionsverbindung
dauerhaft und unlösbar mit den Profilelementen des Rahmens verbunden ist. In der montierten
Gebrauchsposition überträgt der Einsatz bei einem wirkenden Wasserdruck die Last randseitig
auf die Profilelemente, sodass eine optimale Kraftübertragung gewährleistet ist.
[0022] Besonders bevorzugt ist der Einsatz mittels der Profilelemente kraft- und formschlüssig
fixiert, indem der Einsatz in eine Führung der Profilelemente eingesetzt und anschließend
verklebt wird.
[0023] Eine andere besonders praxisgerechte Ausgestaltungsform der Erfindung wird dadurch
erreicht, dass zumindest ein Fixiermittel als eine sich parallel zu der Ebene des
Rahmens erstreckende, gegenüber der Umfangsseite des Rahmens lateral vorspringende
Lasche ausgeführt ist, sodass die Halteelemente außerhalb des vom Wasserdruck beaufschlagten
Bereichs des Rahmens mit den Fixiermitteln zusammenwirken. Im Notfall können sogar
noch ergänzende Haltemittel an den bereits belegten oder noch unbelegten Fixiermitteln
angebracht werden, wenn bei unerwarteter Wasserlast der Bedarf erhöhter Fixierkräfte
entsteht.
[0024] Hierzu weisen gemäß einer weiteren, besonders praxisgerechten Ausgestaltungsform
der Erfindung vorzugsweise alle insbesondere laschenförmigen Fixiermittel zumindest
eine Ausnehmung und/oder Durchbrechung auf, welche in der Gebrauchsposition von den
Halteelementen durchdrungen sind. Die hierbei beispielsweise als Gewindestangen ausgeführten
Halteelemente durchsetzen somit die insbesondere als Bohrung ausgeführte Ausnehmung
oder Durchbrechung, sodass die gewünschte Vorspannung der Vorrichtung gegenüber der
Wandfläche mittels handelsüblicher Muttern, beispielsweise auch in einer Variante
als Flügel- oder Sterngriffmutter oder als Hebel, mühelos aufgebracht werden kann.
Selbstverständlich sind auch Varianten realisierbar, bei denen eine Hülse mit einem
Innengewinde in den Wandfläche eingelassen ist und die Vorrichtung mittels handelsüblicher
Schrauben, welche die jeweilige Ausnehmung oder Durchbrechung durchdringen, entsprechend
fixiert und vorgespannt wird. Bei dieser Variante entfallen die bei Nicht-Gebrauch
der Vorrichtung vorspringenden Gewindestangen der Haltemittel und die eingelassenen
Innengewinde der Hülsen können mühelos mit einer Schraube unauffällig verschlossen
werden.
[0025] Ferner können Ringmuttern, Ringschrauben, Ösenmuttern, Ösenschrauben und dergleichen
verwendet werden, um so einen einfachen Schutz gegen Manipulationen und Diebstahl
zu erreichen, indem durch ein Vorhängeschloss oder Kabelschluss die jeweilige Schraube
oder Mutter drehfest gesichert wird.
[0026] Besonders bevorzugt sind zumindest zwei verschiedene Gebrauchspositionen einstellbar,
wobei in der ersten Gebrauchsposition alle Fixiermittel gegenüber der Wandfläche des
Gebäudes vorgespannt sind und in der zweiten Gebrauchsposition zumindest die entlang
einer horizontalen oder vertikalen Rahmenseite zugeordneten Fixiermittel beabstandet
zu der Wandfläche in einer von der Wandfläche beabstandeten Position angeordnet und
fixiert sind.
[0027] Eine andere, ebenfalls besonders Erfolg versprechende Ausführungsform der Erfindung
wird dadurch erreicht, dass mehrere entlang einer Geraden angeordnete Fixiermittel
mit einem Übermaß gegenüber den Halteelementen, insbesondere als Langloch ausgeführte
Ausnehmungen und/oder Durchbrechungen aufweist, sodass zumindest eine weitere Gebrauchsposition
einstellbar ist, in welcher eine mit diesen Fixiermitteln ausgestattete erste Rahmenseite
mit einem größeren Abstand zwischen 1 cm und 30 cm von der Wandfläche positioniert
ist als eine der ersten Rahmenseite gegenüberliegende Rahmenseite, die gegen die Wandfläche
anliegt oder mit einem lediglich geringen Abstand zu der Wandfläche positioniert ist.
Auf diese Weise lässt sich eine gekippte oder geneigte Position des Rahmens gegenüber
der Ebene der Wandfläche einstellen. Beispielsweise kann bei einer Montage an der
Gebäudeinnenseite an der oberen Rahmenseite ein größerer Abstand von der Wandfläche
eingestellt werden, wie dies bei üblichen Bauformen von Fenstern bekannt ist. Bei
einer Montage an der Gebäudeaußenseite kann demgegenüber an der unteren Rahmenseite
ein größerer Abstand von der Wandfläche eingestellt werden, um so einen Regenschutz
zu erreichen. Besonders praxisgerecht erweist es sich, wenn die Halteelemente zumindest
abschnittsweise mit einem Außengewinde ausgestattet sind, sodass die Fixierung durch
Muttern, insbesondere Sterngriff- oder Kreuzgriffmuttern, werkzeuglos vorgenommen
werden kann, wobei die Außengewinde mit handelsüblich dimensionierten Innengewinden
zusammenwirken. Selbstverständlich kann auch eine verliersichere Anordnung der Mutter
vorgesehen sein, indem beispielsweise ein Sperrkörper oder Kopf das Entfernen der
Mutter von dem Halteelement ausschließt.
[0028] Eine weitere besonders zweckmäßige Abwandlung der vorliegenden Erfindung wird dadurch
erreicht, dass die Vorrichtung einen an der Wandfläche dichtend und dauerhaft fixierbaren
Montageunterrahmen mit einer ebenen Anlagefläche für das Dichtungselement aufweist.
Hierdurch können Unebenheiten an der Wandfläche des Gebäudes ausgeglichen werden,
indem die Kontaktfläche des Montageunterrahmens mit dem Dichtungselement die Dichtungsfläche
bildet. Der Montageunterrahmen wird hierzu in die Wandfläche eingelassen bzw. auf
diese aufgesetzt und vorhandene Hohlräume zwischen dem Montageunterrahmen und der
Wandfläche werden verschlossen.
[0029] Vorzugsweise ist der Rahmen an seiner Vorderseite mit mehreren Montagegriffen ausgestattet,
die beispielsweise auch klappbar oder abnehmbar mit dem Rahmen verbunden sind und
welche den Transport und die Positionierung der Vorrichtung vereinfachen.
[0030] Die Erfindung ist nicht auf die Anordnung an vertikalen Wandflächen von Gebäuden
beschränkt. Selbstverständlich kann die Vorrichtung in vorteilhafter Weise auch an
geneigten oder horizontalen Gebäudeflächen angebracht werden und ist dabei nicht auf
ortsfeste Bauwerke oder Gebäude beschränkt, sondern kann auch bei transportablen Gebäuden
sinnvoll eingesetzt werden.
[0031] Die Erfindung lässt verschiedene Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Rahmen;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf den Rahmen;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht des Rahmens;
- Fig. 4
- eine entlang der Linie III - III geschnittene Ansicht des Rahmens;
- Fig. 5
- eine motorisch betriebene Variante der Vorrichtung während des Schließvorgangs in
einer perspektivischen Ansicht;
- Fig. 6
- eine weitere perspektivische Ansicht der Vorrichtung während des Schließvorgangs;
- Fig. 7
- eine Detaildarstellung der Vorrichtung mit einem Sensor.
[0032] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Schutz vor Wassereinbruch durch Niederschlag
oder Hochwasser wird nachstehend anhand der Figuren 1 bis 7 näher erläutert. Die Vorrichtung
1 beruht auf dem Prinzip der Abdeckung von Gebäudeöffnungen, die durch eine hohe Wasserlast
gefährdet sind und bei denen das Risiko eines Wassereinbruchs besteht, unabhängig
davon, ob die Gebäudeöffnung bereits durch ein Fenster 19, eine Tür oder eine sonstige
Abdeckung verschließbar ist oder nicht. Dabei ermöglicht die Vorrichtung 1 wahlweise
gebäudeinnenseitig oder gebäudeaußenseitig eine Überdeckung der Gebäudeöffnung und
eine vorübergehende dichtende Verbindung der Vorrichtung 1 mit der angrenzenden, ebenen
Wandfläche 18 des Gebäudes. Hierzu ist die Vorrichtung 1 in einer Gebrauchsposition
mit einer der angrenzenden Wandfläche 18 zugewandten Rückseite 2 und einer der Wandfläche
18 abgewandten, eine Sichtfläche bildende Vorderseite 3 ausgestattet. Die Vorrichtung
1 hat einen in der dargestellten Ausführungsform rechteckigen Rahmen 4, der grundsätzlich
in jeder beliebigen polygonalen Form realisierbar ist und der aus parallelen Profilelementen
5 besteht. Die Profilelemente 5 schließen ein flächiges, an der Rückseite im Wesentlichen
ebenes Dichtungselement 6 an der Vorderseite 3 sowie umfangsseitig formschlüssig ein.
[0033] Wie in der Figur 1 erkennbar, tritt das Dichtungselement 6 in der expandierten Nichtgebrauchsposition
gegenüber der Rückseite 2 des Rahmens 4 hervor und wird in der an der Wandfläche 18
anliegenden Gebrauchsposition derart komprimiert, dass eine wasserdichte Verbindung
entsteht, wobei die jeweiligen umfangsseitigen Schenkel 7 der Profilelemente 5 einen
Tiefelanschlag bilden, um die Kompression zu begrenzen. Der Rahmen 4 hat vier gegenüber
der Umfangsseite seitlich in Richtung der Haupterstreckung des Rahmens 4 vorstehende
Fixiermittel 8, welche mit nicht gezeigten, an dem Gebäude angeordneten Halteelementen
zusammenwirken, sodass in der Gebrauchsposition eine in Richtung der Wandfläche 18
wirkende Vorspannkraft auf die Vorrichtung 1 übertragbar ist.
[0034] Wie insbesondere in den Figuren 1 und 2 zu erkennen, sind die den verschiedenen Rahmenseiten
9, 11 zugeordneten Fixiermittel 8 unterschiedlich ausgeführt. Erkennbar sind die Fixiermittel
8 der ersten Rahmenseite 9 jeweils mit einer ein geringes Übermaß gegenüber dem als
Gewindestange ausgeführten Haltemittel aufweisenden Bohrung 10 ausgestattet, während
die der gegenüberliegenden zweiten Rahmenseite 11 zugeordneten Fixiermittel 8 jeweils
eine offene, schlitz- oder hakenförmige Ausnehmung 12 aufweisen. Dadurch ist zusätzlich
zu der dem Schutz gegen Wassereinbruch dienenden Gebrauchsposition zumindest noch
eine weitere Gebrauchsposition einstellbar, in welcher die erste Rahmenseite 9 an
der Wandfläche 18 anliegt, während zugleich die zweite Rahmenseite 11 mit einem einstellbaren
Abstand zwischen 1 cm und 30 cm von der Wandfläche 18 beabstandet positioniert ist
und dabei eine gekippte und gegenüber der Ebene der Wandfläche 18 geneigte Position
einnimmt.
[0035] Um im Gebrauch der Vorrichtung einen Lichteinfall zu ermöglichen, hat der Rahmen
4 einen transluzenten oder transparenten Einsatz 13 aus einem Kunststoff, insbesondere
Acrylglas oder Polycarbonat, welcher zugleich unterschiedliche Anforderungen an den
Sonnenschutz, die Blickdichtigkeit oder auch die farbliche Gestaltung erfüllt und
der mittels einer Adhäsionsverbindung unlösbar mit dem Rahmen 4 verbunden ist.
[0036] Durch zwei an der Vorderseite 3 des Rahmens 4 angeordnete parallele Montagegriffe
14 an den kurzen Profilelementen 5 wird der Transport und die Positionierung der Vorrichtung
1 vereinfacht und der Einsatz 13 bei der Lagerung und im Gebrauch vor Beschädigung
geschützt.
[0037] In den Figuren 5 bis 7 ist der Schließvorgang der Vorrichtung 1 anhand einer mit
zwei Antrieben 15 ausgestatteten Variante dargestellt. Wie zu erkennen ist an beiden
Außenseiten des Rahmens 4 jeweils ein Antrieb 15 angeordnet, die mittels einer nicht
gezeigten Steuereinheit synchronisiert betätigbar sind. Durch ein als Gewindespindel
ausgeführtes Verbindungselement 16 wird der Rahmen 4 nach der Auslösung des entsprechenden
Steuersignals in Pfeilrichtung 17 gegen die Wandfläche 18 angelegt. Selbstverständlich
kann der Antrieb 15 derart ausgeführt sein, dass bedarfsweise auch eine manuelle Betätigung
der Vorrichtung 1 möglich ist. Wie zu erkennen kann dieser Schließvorgang auch problemlos
bei einem gekippten Fenster 19 durchgeführt werden.
[0038] Das entsprechende Steuersignal wird mittels eines in der Figur 7 andeutungsweise
dargestellten Sensors 20 ausgelöst, durch den ein kritischer Wasserstand 21 erkannt
wird. Weiterhin kann ein entsprechendes Steuersignal auch aufgrund anderer, von einem
erhöhten Wasserstand unabhängiger Signale, beispielsweise einer Überwachungskamera
22, ausgelöst werden, um so den Einbruchschutz, insbesondere bei einem gekippten Fenster
19, durch das Schließen der Vorrichtung 1 schnell und effektiv zu verbessern
1. Eine zur Anordnung an einer Gebäudeöffnung bestimmte mobile Vorrichtung (1) zum Schutz
vor einem Wassereinbruch durch Oberflächenwasser, insbesondere aufgrund von starkem
Niederschlag oder Hochwasser, wobei die Vorrichtung (1) in einer Gebrauchsposition
eine der die Gebäudeöffnung einschließenden Wandfläche (18) zugewandte Rückseite (2)
und eine der Wandfläche (18) abgewandte, eine Sichtfläche bildende Vorderseite (3)
aufweist, mit einem insbesondere rechteckigen Rahmen (4) aus insbesondere paarweise
parallelen Profilelementen (5), die eine Aufnahme für zumindest ein flächiges und/oder
streifenförmiges, an der Rückseite (2) im Wesentlichen ebenes Dichtungselement (6)
aufweist, wobei die Profilelemente (5) das zumindest eine Dichtungselement (6) an
der Vorderseite (3) sowie an einer Umfangsseite formschlüssig derart einschließen,
dass das Dichtungselement (6) gegenüber der Rückseite (2) des Rahmens (4) in einer
nicht-komprimierten Nichtgebrauchsposition hervortritt, und wobei der Rahmen (4) mehrere
gegenüber der Umfangsseite vorstehende Fixiermittel (8) aufweist, welche mit an dem
Gebäude angeordneten, insbesondere ortfesten Halteelementen zusammenwirken, sodass
in der Gebrauchsposition eine in Richtung der Wandfläche (18) wirkende Vorspannkraft
auf die Vorrichtung (1) übertragbar ist, und wobei der Rahmen (4) zumindest einen
zumindest abschnittsweise transluzenten oder transparenten Einsatz (13) aufweist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz (13) aus einem Kunststoff, insbesondere Polycarbonat oder Acrylglas,
besteht.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz (13) zumindest abschnittsweise mit einem Sonnenschutz, mit einem Sichtschutz
und/oder mit einer farbigen Gestaltung ausgestattet ist.
4. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz (13) mittels einer Adhäsionsverbindung dauerhaft mit dem Rahmen (4) verbunden
ist.
5. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz (13) mittels der Profilelemente (5) kraft- und formschlüssig fixiert
ist.
6. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Fixiermittel (8) als eine sich parallel zu der Ebene des Rahmens (4)
erstreckende Lasche ausgeführt ist.
7. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Fixiermittel (8) gegenüber der Umfangsseite des Rahmens (4) lateral
vorspringend, außerhalb der Profilelemente (5) angeordnet ist.
8. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixiermittel (8) zumindest eine Ausnehmung (12) und/oder Durchbrechung aufweisen,
welche in der Gebrauchsposition von den Halteelementen durchdrungen ist.
9. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Fixiermittel (8) mit einem Übermaß gegenüber den Halteelementen, insbesondere
als Langloch ausgeführte Ausnehmungen (12) und/oder Durchbrechungen aufweisen.
10. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer ersten Gebrauchsposition alle Fixiermittel (8) gegenüber der Wandfläche
(18) des Gebäudes vorgespannt sind und in einer zweiten Gebrauchsposition zumindest
die entlang einer horizontalen oder vertikalen Rahmenseite (9, 11) zugeordneten Fixiermittel
(8) beabstandet zu der Wandfläche (18) in einer von der Wandfläche (18) beabstandeten
Position angeordnet sind.
11. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine weitere Gebrauchsposition einstellbar ist, in welcher eine erste Rahmenseite
(11) mit einem größeren Abstand von der Wandfläche (18) positioniert ist als eine
der ersten Rahmenseite (11) gegenüberliegende zweite Rahmenseite (9), die gegen die
Wandfläche (18) anliegt oder mit einem lediglich geringen Abstand zu der Wandfläche
(18) positioniert ist.
12. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteelemente zumindest abschnittsweise mit einem Außengewinde ausgestattet sind,
sodass die Fixierung durch Muttern, insbesondere Sterngriff- oder Kreuzgriffmuttern,
erfolgt.
13. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) einen an der Wandfläche (18) dichtend und dauerhaft fixierbaren
Montageunterrahmen mit einer ebenen Anlagefläche für das Dichtungselement (6) aufweist.
14. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (4) an seiner Vorderseite mit zumindest einem Montagegriff (14) ausgestattet
ist.
15. Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) mittels zumindest eines Antriebs (15) aus einer zumindest teilweise
geöffneten Position in eine gegenüber der Wandfläche (18) dichtend anliegende Gebrauchsposition
beweglich ist.